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Dokumentenidentifikation DE102006021454A1 06.12.2007
Titel Be- und Entlüftungsautomat mit Membran
Anmelder Hidde, Axel R., Dr. Ing., 57076 Siegen, DE;
Klose, Odo, Prof. Dr., 42285 Wuppertal, DE
Erfinder Hidde, Axel R., Dr. Ing., 57076 Siegen, DE;
Klose, Odo, Prof. Dr., 42285 Wuppertal, DE
DE-Anmeldedatum 09.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006021454
Offenlegungstag 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse F16K 24/00(2006.01)A, F, I, 20060509, B, H, DE
Zusammenfassung Vorgestellt wird ein Be- und Entlüftungsautomat mit Membrantechnologie insbesondere für die Be- und Entlüftung kleiner Anlagen und Systeme zum Gas-/Flüssigkeitsausgleich von Druck-/Temperaturunterschieden zweier Räume, insbesondere für Ventile von Heizungsanlagen, nach Hauptpatent, Patentanmeldung DE 102006015263.8. Besondere Ausführungsarten der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen beansprucht.
Entlüftungsautomaten finden überall dort Anwendung, wo Medien in geschlossenen Anlagen und Systemen, Behältern, Kesseln, Speichern oder Rohrleitungen der Thermik unterliegen und Druckausgleich stattfinden muß. Bekannte Anwendungen sind Druckluftanlagen, wasserführende Anlagen, Kraftstoffsysteme und -behälter, geschlossene Systeme in der Verkehrstechnik. Häufig sind Be- und Entlüftungsventile für flüssige Stoffe als Schwimmerventile mit Verschlußmechanismus ausgeprägt.
Der Membranwerkstoff ist aus Kunststoff, wie z. B. Polytetrafluorethylen (PTFE) oder Polypropylen (PP), ist oleophobisch und/oder hydrophobisch, in weiten Bereichen chemisch kompatibel, sterilisationsgeeignet, nicht benetzbar bei kleinsten Oberflächenspannungen.
Aufbauend auf einem Be- und Entlüftungsventil einfacher Bauart mit semipermeabler Membran wird ein Be- und Entlüftungsautomat vorgeschlagen, welcher die Funktionen/Betriebsarten Druckprüfen, Befüllen und Entleeren und Automatikentlüften erfüllt. Der Be- und Entlüftungsautomat verfügt über eine zusätzliche Schwimmerventil-Einrichtung. Die ...

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Be- und Entlüftungsautomat mit Membrantechnologie insbesondere für die Be- und Entlüftung kleiner Anlagen und Systeme zum Gas-/Flüssigkeitsausgleich von Druck-/Temperaturunterschieden zweier Räume, insbesondere für Ventile von Heizungsanlagen, nach Hauptpatent, Patentanmeldung DE 10 2006 015 263.8. Besondere Ausführungsarten der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen beansprucht.

Entlüftungsautomaten finden überall dort Anwendung, wo Medien in geschlossenen Anlagen und Systemen, Behältern, Kesseln, Speichern oder Rohrleitungen der Thermik unterliegen und Druckausgleich stattfinden muß. Bekannte Anwendungen sind Druckluftanlagen, wasserführende Anlagen, Kraftstoffsysteme und -behälter, geschlossene Systeme in der Verkehrstechnik. Häufig sind Be- und Entlüftungsventile für flüssige Stoffe als Schwimmerventile mit Verschlußmechanismus ausgeprägt.

In der mehr spezifischen Anwendung der Warm-Brauchwasser- und Heizungsanlage übernehmen die Be- und Entlüftungsautomaten im wesentlichen drei Funktionen/Betriebsarten

  • – Standhalten der Druckprüfung bis ca. 10 bar
  • – Helfen beim Befüll- und Entleerungsvorgang, ca. 3 bar
  • – Sicherstellen der Automatikentlüftung, ca. 3 bar.

Die Membrantechnik ist noch eine junge Technologie, unterliegt aber wegen nahezu unbegrenzter Einsatzmöglichkeiten permanenter Erneuerung. Der Einsatz von Membranen findet statt in unterschiedlichsten Disziplinen der Technik, wie Medizin/Dialyse, Getränkeindustrie/Filterung und Alkoholentzug, Brauchwasser/Reinigung und Filtration, Verkehrstechnik/Hohlraumentlüftung, etc. Membrane werden als semipermeable Folien hergestellt und ihr Einsatzzweck wird durch verschiedene Produktparameter bestimmt; sie halten hohen Flüssigkeitsdrücken stand, sind aber durchlässig für gasförmige Medien. Der Membranwerkstoff ist aus Kunststoff, wie z.B. Polytetrafluorethylen (PTFE) oder Polypropylen (PP), ist oleophobisch und/oder hydrophobisch, in weiten Bereichen chemisch kompatibel, sterilisationsgeeignet, nicht benetzbar bei kleinsten Oberflächenspannungen.

Gemäß der Hauptanmeldung DE 10 2006 015 263.8 wird der Stand der Technik bezogen auf Be- und Entlüftungsventile der eingangs beschriebenen Art gewürdigt. Gemäß dem Stand der Technik sind, je nach Anwendungsbezug, eine Vielzahl von Typen von Be- und Entlüftungsventilen bekannt. Be- und Entlüftungen für Hydraulik-Anlagen und Brennstofftanks wurden im wesentlichen nicht berücksichtigt.

Alle vorgestellten Veröffentlichungen eignen sich nur bedingt oder gar nicht als einfaches Be- und Entlüftungsventil mit Membran für die vorgesehene Applikation.

Die Hauptanmeldung DE 10 2006 015 263.8 offenbart ein Be- und Entlüftungsventil einfacher Bauart mit semipermeabler Membran, welches die Funktionen/Betriebsarten Druckprüfen, Befüllen und Entleeren und Automatikentlüften erfüllt. Das Ventil besteht im wesentlichen aus einer zylinderförmigen Anordnung und kommt ohne bewegliche Teile aus. Das Membranelement stellt das Bindeglied zwischen dem flüssigkeitsgefüllten Innenraum – der Heizungsanlage – und dem Außenraum dar, wobei sich im Innenraum aufgrund wechselnder Temperaturen und/oder Drücke Gase bilden können, die die Wirkungsweise und den Betrieb der Anlage negativ beeinflussen. Semipermeable Membranen halten je nach Aufbau Flüssigkeiten zurück – oder sind für diese undurchlässig – und lassen gasförmige Medien entweichen.

Der Nachteil des obigen Be- und Entlüftungsventils einfacher Bauart mit semipermeabler Membran und ohne bewegliche Teile ergibt sich beim Schnellentlüften während des Befüllens oder des Be- und Entlüftens während des Entleerens. Zu diesem Zweck wird das einfache Be- und Entlüftungsventil aus seinem Ventilsitz soweit gelöst, bis die zuvor gedichtete Durchgangsbohrung im Anschluß-Gewindezapfen aussen sichtbar wird und die Gase entweichen können bzw. Luft angesaugt werden kann. Jedoch wird nachfolgendes Wasser nicht zurückgehalten und dessen Austritt kann nur durch manuelles Verschließen verhindert werden.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, einen Be- und Entlüftungsautomat zum Gas-/Flüssigkeitsausgleich von Druck-/Temperaturunterschieden zwischen dem Innenraum einer Anlage – insbesondere einer Heizungsanlage – und einem Außenbereich zu schaffen, der vielseitig einsetzbar ist, konstruktiv frei gestaltbar, fertigungstechnisch möglichst einfach herstellbar ist und eine hohe Betriebssicherheit gewährleistet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Be- und Entlüftungsautomat der eingangs genannten Art mit den in Anspruch 1 gegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen zeigen die Figuren und nehmen die Unteransprüche Bezug.

Der Be- und Entlüftungsautomat verfügt – im Unterschied zum einfachen, ohne bewegliche Teile auskommenden Be- und Entlüftungsventil – über eine zusätzliche Schwimmerventil-Einrichtung. Die Durchgangsbohrung im Gewindezapfen des Be- und Entlüftungsventils wird im Be- und Entlüftungsautomaten nach oberhalb der Schwimmerventil-Einrichtung verlagert und kann durch Drehen der Verschlußkappe des Entlüftungsautomaten geöffnet oder verschlossen werden. Ein in der Verschluß kappe befestigter, durch die Membran hindurch tretender – diese jedoch dicht schließender – Führungsstift wirkt ebenfalls durch die Drehbewegung auf den Schwimmer des im Unterteil des Automaten angebrachten Schwimmerventils.

Die detaillierte Funktionsweise des Be- und Entlüftungsautomaten wird anhand der Figuren ausführlich erläutert.

Der Be- und Entlüftungsautomat kann als Durchgangs- oder als Eckventil ausgeprägt sein. Weiterhin sind die Ausführungsformen mit Flachmembran/Membranscheibe oder Rohrmembran oder einer anders geformten, mehrdimensionalen Membran möglich.

Die geometrischen Bauformen von Membranen – eben oder räumlich – können vielfältig sein. Die Druckprüfung setzt stabile mechanische Verhältnisse voraus; daher wird vorgeschlagen, den Be- und Entlüftungsautomaten bei höhen Drücken vorzugsweise mit einer Rohrmembran auszustatten. Diese Membran hat die Bauform eines Hohlzylinders, der um der Stabilität willen, zusätzlich mit einer porösen Beschichtung oder Befüllung ausrüstet werden kann. Gasförmiges Medium wird also durch die Seitenwandung der Rohrmembran – ggfs. auch durch poröse Beschichtungen – geführt und über den – ggfs. auch gefüllten – Innenzylinder in den Außenraum geleitet.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen – neben der Vermeidung von Ansammlungen gasförmiger Medien in flüssigkeitsbeinhaltenden Behältnissen – in der Einfachheit der Konstruktion, in den minimalen räumlichen und gewichtsmäßigen Abmessungen und in der Handhabbarkeit der Montage und der Installation des Bauteils, einschließlich Wartung.

Bevorzugte Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstands sind in den Figuren dargestellt und werden im folgenden näher erläutert; dabei werden weitere erfindungsgemäße Merkmale offenbart. Es zeigen

1 Be- und Entlüftungsautomat als Durchgangsventil in Drauf-, Seiten- und perspektivischer Ansicht

2 Be- und Entlüftungsautomat als Durchgangsventil mit Membranscheibe, zerlegt, in Seiten- und perspektivischer Ansicht

3 Be- und Entlüftungsautomat als Durchgangsventil mit Membranscheibe, teilgeschnitten, in Seiten- und perspektivischer Ansicht, im Zustand Normalbetrieb

4 Be- und Entlüftungsautomat als Eckventil in Drauf-, Seiten- und perspektivischer Ansicht

5 Be- und Entlüftungsautomat als Eckventil mit Membranscheibe, zerlegt, in Seiten- und perspektivischer Ansicht

6 Be- und Entlüftungsautomat als Eckventil mit Membranscheibe, teilgeschnitten, in Seiten- und perspektivischer Ansicht, im Zustand Normalbetrieb

7 Funktionsweise des Be- und Entlüftungsautomaten als Eckventil mit Membranscheibe, hälftig, in Schnittdarstellung.

Gleiche und gleichwirkende Bestandteile der Ausführungsbeispiele sind in den Figuren stets mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

Die Beschreibung der erfindungsgemäßen Einrichtung und seiner Funktionsweise wird fortgesetzt anhand der Erläuterungen der Figuren.

Wie aus 1 ersichtlich, besteht der Be- und Entlüftungsautomat als Durchgangsventil aus im wesentlichen aus drei Teilen, dem Oberteil 1, dem Mittelteilen 2 und 4 und dem Unterteil 3 bzw. 5.

2 zeigt den Be- und Entlüftungsautomat als Durchgangventil mit Membranscheibe, zerlegt, in Seiten- und perspektivischer Ansicht.

Das Oberteil bildet eine mit Durchbrüchen und Außengewinde versehene Schraubkappe 11, die auch die Verbindung zum Außenraum herstellt. Aufnahmen 12 ermöglichen eine Positionierung für die Membranhalterung, bestehend aus Führungsstift 13 mit Dicht- und Federring 14.

Das Mittelteil setzt sich aus einem Sandwich bestehend aus einem Trag- und Führungsteil 26, einer Membranscheibe 25 und wiederum einem Trag- und Führungsteil 26 zusammen; die Teile können auch als Baugruppe vorkonfektioniert sein. Die Baugruppe kann auch zum Unterteil hin mit einem Dichtring 24 abgeschlossen werden.

Bei Anwendung der Rohrmembran kommt ein Sandwich bestehend aus Lochscheibe 21, Rohrmembran 22 und Aufnahmering 23 zur Anwendung (nicht dargestellt).

Die sich anschließende Schwimmerbaugruppe 4 besteht aus dem Schwimmerventilkörper 41 und dem Schwimmer 42.

Das Unterteil, Anschlußstopfen 31, bildet mit seinem Außengewinde 34 den Anschluß zum Behältnis, z.B. einem Heizkörper, hat ein Innengewinde 35 zur Aufnahme des Oberteils 1 und eine Innenaufnahme für die Membranbaugruppe 2. Die Membranbaugruppe muß in dem Unterteil dichtend gefügt sein und wird mittels der Schraubkappe verpreßt und kann mittels Drehbewegung an der Schraubkappe über den Führungsstift mit Dicht- und Federring geführt werden. Die Durchgangsbohrung 32 dient der Schnellentlüftung. Das Unterteil ist weiterhin Träger eines O-Rings 33 zwecks Abdichtung zum Behältnis hin. Der Anschlußstopfen ist mit einem Sechskant versehen, alternativ ist auch ein an zwei Seiten abgeflachter Zylinder zur Aufnahme des Schraubschlüssels oder eine optisch ansprechendere Rändelung möglich.

Der Weg entweichender Gase – in der Betriebsart Automatikentlüften – aus dem Behältnis gestaltet sich wie folgt: Behältnis-Unterteil, innen – Schwimmerventilkörper-Schwimmer-Führungsstift mit Dicht- und Federring-Trag- und Führungsteil-Membranscheibe-Trag- und Führungsteil-Schraubkappe, Durchbrüche. Entsprechendes gilt bei Ausstattung mit einer Rohrmembran.

Gemäß des zu erwartenden Durchflusses sind die betreffenden Teile zu dimensionieren. Die Membranbaugruppe ist weiterhin so zu gestalten, daß sie der vorgegebenen Druckprüfung der Anlage standhält. Die Membranscheibe erhält unterstützende Trag- und Führungsteile. Weiterhin ist es ebenfalls möglich, die Membranscheibe zwecks Festigung mit einer weiteren hydrophoben porösen Schicht zu umspritzen, wie z.B. mit hydrophobem porösem Polystyrol.

In der Betriebsart Befüllen und Entleeren wird die Membranbaugruppe soweit aus dem Unterteil gelöst, bis die im Anschlußstopfen sichtbare Durchgangsbohrung als Schnellbe- und -entlüftung wirkt.

In 3 , Be- und Entlüftungsautomat mit Membranscheibe, teilgeschnitten, in Seitenansicht, läßt den Zusammenbau der Einzelteile und Baugruppen deutlich werden. In der perspektivischen Darstellung wird der Sitz der Membranbaugruppe hervorgehoben. Außerdem macht die Darstellung des Teilschnitts das Wirkprinzip der Schwimmerbaugruppe deutlich (wird in einer späteren Figur vertieft). Darüber hinaus läßt sich hier sehr gut der Verlauf der Strömungslinien ausmachen.

Wie oben dargestellt, enthält die Schraubkappe eine Aufnahme für die Halterung des Führungsstifts mit einem Dicht- und Federring für die Membranbaugruppe; dabei wird dasselbe oberhalb des Dicht- und Federrings positioniert. Neben der Führung und Positionierung der Membranbaugruppe bringt diese Anordnung Vorteile bei Wechseleinsätzen der Baugruppe bei Wartungsaufgaben.

4 zeigt den Be- und Entlüftungsautomat in Eckventilausführung in Drauf-, Seiten- und perspektivischer Ansicht, wobei die Baugruppe Oberteil Schraubkappe 11 ein Wiederverwendungsteil darstellt. Das Unterteil dieser Ausführung besteht aus dem Anschlußstopfen 51, der in seinem Hohlraum das Innengewinde 55 trägt, eine Durchgangsbohrung 52 für die Schnellentlüftung besitzt und einen Anschlußzapfen mit Außengewinde 54 hat, versehen mit einem O-Ring 53. Der Außenraum, z.B. ein Heizkörper, ist über die Anschlußbohrung 56 mit dem Automaten verbunden.

Den Be- und Entlüftungsautomat als Eckventil mit Membranscheibe, zerlegt, in Seiten- und perspektivischer Ansicht zeigt 5. Der Aufbau von Schraubkappe, Membran- und Schwimmerbaugruppe entspricht der Darstellung und Beschreibung des Automaten als Durchgangsventil.

6 zeigt den Be- und Entlüftungsautomat in Eckventilausführung mit Membranscheibe, teilgeschnitten, in Seiten- und perspektivischer Ansicht. Diese Darstellungen lassen den Aufbau und die Wirkungsweise des Automaten deutlich werden. Auch wird in der Perspektive die Einzelheit Membranbaugruppe, Positionierung und Führung derselben, deutlich sichtbar. Die Arbeitsweise der Schwimmerbaugruppe kann ebenfalls deutlich nachvollzogen werden. Der Verlauf des Strömungsfeldes ist hier verdeutlichend dargestellt.

Der Weg entweichender Gase – in der Betriebsart Automatikentlüften – aus dem Behältnis entspricht der Darstellung Be- und Entlüftungsautomat in Durchgangsventil-Ausführung. Entsprechendes gilt bei Ausstattung mit einer Rohrmembran.

Gemäß des zu erwartenden Durchflusses sind die betreffenden Teile zu dimensionieren. Die Membranbaugruppe ist weiterhin so zu gestalten, daß sie der vorgegebenen Druckprüfung der Anlage standhält.

7 beschreibt die Funktionsweise des Be- und Entlüftungsautomaten als Eckventil mit Membranscheibe, hälftig, in Schnittdarstellung; drei unterschiedliche Betriebszustände, Bild 1 ... 3, sind dargestellt.

Bild 1 zeigt den Betriebszustand 'Entlüftung':

Schwimmerventil geöffnet und Schnellentlüftung geöffnet.

In diesem Zustand ist die Schraubkappe nach oben herausgedreht, wodurch die Durchgangsbohrung für die Schnellentlüftung durch die ebenfalls nach oben – mittels des Führungsstifts mit Dicht- und Federring – verfahrene Membranbaugruppe freigegeben ist. Weiterhin ist auch der Schwimmer der Schwimmerbaugruppe entlastet; der Schwimmer liegt schwerkraftbedingt unten im Schwimmerventilkörper auf. Angesammelte Gase können aus dem Behältnis entweichen.

Bild 2 macht ebenfalls den Betriebszustand 'Entlüftung' – jedoch nach erfolgter Entgasung – deutlich:

Schwimmerventil geschlossen und Schnellentlüftung geöffnet.

Durch den Wasserdruck von Innen wird der Schwimmer dichtend gegen die Oberkante des Schwimmerventilkörpers gedrückt. Die Durchgangsbohrung der Schnellentlüftung liegt zwar noch offen vor, jedoch ist in diesem Zustand weder ein Gasnoch ein Wasseraustritt aus dem Behältnis möglich.

Bild 3 zeigt den Zustand 'Normalbetrieb':

Schwimmerventil geöffnet und Schnellentlüftung geschlossen.

In dieser Betriebsart ist die Schraubkappe fest eingedreht, wodurch

  • – einerseits die Membranbaugruppe die Durchgangsbohrung der Schnellentlüftung über den Führungsstift mit Dicht- und Federring dichtend verschließt und
  • – anderseits der Schwimmer der Schwimmerbaugruppe über den Führungsstift so nach unten gedrückt wird, daß das Schwimmerventil geöffnet ist, der Wasserdruck des Behältnisses auf der Membranbaugruppe ruht und in der Flüssigkeit enthaltene Gase über die Membranscheibe bzw. Rohrmembran entweichen.

Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der Be- und Entlüftungsautomat sich an den Normreihen derartiger Bauelemente orientiert. Das vorgesehene metrische Norm-Gewinde kann aus Gründen der Verwendung als Ersatz-/Ergänzungsbauteil auch ein nichtmetrisches Gewinde sein.

Eine weitere Ausprägungsform der erfinderischen Neuheit ist dadurch gegeben, daß die Schraubkappe zur Rastkappe wird, in dem das Schraubgewinde durch Rastnasen ersetzt wird – mit entsprechenden Vorkehrungen im Unterteil – und die Dichtung über einen weiteren Dichtring erfolgt.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung, weist das semipermeable Membranventil unterschiedliche Porosität/Durchgangszahlen auf und ist damit für unterschiedliche Stoffe wirksam.

Eine weitere vorteilhafte Ausprägung der Erfindung ist dadurch gegeben, daß der Be- und Entlüftungsautomat hinsichtlich seiner Montage keiner Lageeinbauvorschrift unterliegt.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann der Be- und Entlüftungsautomat mit Membranbaugruppe kostengünstig in Serie hergestellt werden; Einzelteile oder Baugruppen des Automaten sind innerhalb der Typisierung wiederverwendungsfähig.

Eine Außenummantelung und/oder eine Innenfüllung der Scheiben-/Rohrmembran mit einem hydrophoben porösen Material, wie z.B. Polystyrol, erhöht die Druckfestigkeit des Membranaufbaus und verhindert Feuchtigkeitsansammlungen.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Die zahlreichen Möglichkeiten und Vorteile der Ausgestaltung der Erfindung spiegeln sich in der Anzahl der Schutzrechtsansprüche wider.

1
Oberteil
11
Schraubkappe
12
Aufnahme
13
Führungsstift
14
Dicht- und Federring
15
Außengewinde
2
Mittelteil/Membranbaugruppe
21
Lochscheibe (nicht dargestellt)
22
Rohrmembran (nicht dargestellt)
23
Aufnahmering (nicht dargestellt)
24
Dichtring (nicht dargestellt)
25
Membranscheibe
26
Trag- und Führungsteil
3
Unterteil Durchgangsventil
31
Anschlußstopfen
32
Durchgangsbohrung
33
O-Ring
34
Außengewinde
35
Innengewinde
4
Mittelteil/Schwimmerbaugruppe
41
Schwimmerventilkörper
42
Schwimmer
5
Unterteil Eckventil
51
Anschlußstopfen
52
Durchgangsbohrung
53
O-Ring
54
Außengewinde
55
Innengewinde
56
Anschlußbohrung


Anspruch[de]
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Be- und Entlüftungsautomat mit Membrantechnologie insbesondere für die Be- und Entlüftung kleiner Anlagen und Systeme zum Gas-/Flüssigkeitsausgleich von Druck-/Temperaturunterschieden zweier Räume, insbesondere für Ventile von Heizungsanlagen, nach Hauptpatent Patentanmeldung Nr. DE 10 2006 015 263.8, dadurch gekennzeichnet, daß ein mit der Schraubkappe verbundener Führungsstift die Ventilöffnungs- und -schließorgane Membranbaugruppe und Schwimmer steuert. Be- und Entlüftungsautomat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Automat über die Ventile Schwimmer, Membranbaugruppe und Membrane verfügt. Be- und Entlüftungsautomat nach mindestens einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilsteuerungen unabhängig von der Bauform des Automaten arbeiten. Be- und Entlüftungsautomat nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß im Normalbetrieb der Druckausgleich über das Membranventil und das geöffnete Schwimmerventil erfolgt. Be- und Entlüftungsautomat nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Verdrehen der Schraubkappe eine Schnellentlüftung ermöglicht. Be- und Entlüftungsautomat nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein über die Schraubkappe geführtes Schwimmerventil den Austritt von Flüssigkeit verhindert. Be- und Entlüftungsautomat nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufbau der Ventile Schwimmer, Membranbaugruppe und Membrane nach dem Verwendungszweck des Automaten unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Be- und Entlüftungsautomat nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß für das Membranventil unterschiedliche Geometrien und Formgebungen möglich sind. Be- und Entlüftungsautomat nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Formgebung der Ventile Kennlinien unterliegt. Be- und Entlüftungsautomat nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilsteuerungen unabhängig von der Schraubkappe gestaltet sind. Be- und Entlüftungsautomat nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilöffnungen den Volumenströmen und den Medien angepaßt sind. Be- und Entlüftungsautomat nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Membranbaugruppe aufgrund drucktechnischer Vorgaben eine Verstärkung/Versteifung durch poröse Materialien erfährt.






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