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Dokumentenidentifikation DE102006023981A1 06.12.2007
Titel Stuhl
Anmelder Wilkhahn Wilkening + Hahne GmbH & Co. KG, 31848 Bad Münder, DE
Erfinder Englisch, Michael, 27337 Blender, DE;
Gehner, Carsten, 30163 Hannover, DE
Vertreter Rechtsanw. und Pat.-Anw. Dr.-Ing. Dr.jur. Volkmar Tetzner, Pat.-Anw. Dipl.-Ing. Michael Tetzner, 81479 München
DE-Anmeldedatum 22.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006023981
Offenlegungstag 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse A47C 1/032(2006.01)A, F, I, 20060522, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Stuhl mit einem Sitz, einem Basisträger und einer Rückenlehne, wobei der Sitz schwenkbeweglich um eine erste Gelenkachse am Basisträger und die Rückenlehne schwenkbeweglich um eine zweite Gelenkachse am Sitz gehaltert sind. Die beiden Gelenkachsen sind dabei relativ zueinander verschiebbar angeordnet, um die Sitztiefe verändern zu können.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Stuhl mit einem Sitz, einem Basisträger und einer Rückenlehne, wobei der Sitz schwenkbeweglich um eine erste Gelenkachse am Basisträger und die Rückenlehne schwenkbeweglich um eine zweite Gelenkachse am Sitz gehaltert sind.

Aus der DE-C-198 23 632 ist ein Stuhl mit einer sogenannten „Dreipunktmechanik" bekannt, bei dem sowohl der Sitz in seinem vorderen Bereich als auch die Rückenlehne am Basisträger schwenkbeweglich gehaltert sind und zudem eine Gelenkverbindung zwischen dem hinteren Bereich des Sitzes und der Rückenlehne vorgesehen ist. Mit einer solchen Stuhlmechanik ist es möglich, dass sich der Benutzer von einer aufrechten Stellung, z.B. beim Schreiben, in eine zurückgelehnte, eher entspannte Stellung bewegt. Über ein zwischen Basisträger und Sitz vorgesehenes und in seiner Härte einstellbares Federelement kann der Stuhl an unterschiedlich schwere Benutzer angepasst werden.

Aus der DE-B-103 18 759 ist ein Stuhl mit einer Zweipunktmechanik bekannt, bei dem der Sitz schwenkbeweglich um eine erste Gelenkachse am Basisträger und die Rückenlehne schwenkbeweglich um eine zweite Gelenkachse am Sitz gehaltert sind. Zur Herstellung eines Synchronbewegung zwischen Sitzneigung und Rückenlehneneigung ist zwischen Basisträger, Sitz und Rückenlehne ein Seilzug vorgesehen.

In der DE-A-43 31 987 wird ebenfalls einen Stuhl mit einer Zweipunktmechanik beschrieben, bei dem der Sitz schwenkbeweglich um eine erste Achse am Basisträger und die Rückenlehne schwenkbeweglich um eine zweite Achse am Sitz gehaltert sind, wobei die erste Achse zumindest annähernd durch die Fußknöchel des Benutzers und die zweite Achse annähend durch dessen Hüftgelenke verläuft. Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, den Stuhl dahingehend zu verbessern, dass eine zusätzliche Anpassungsmöglichkeit vorgesehen ist.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst.

Der Stuhl weist im Wesentlichen einen Sitz, einen Basisträger und eine Rückenlehne auf, wobei der Sitz schwenkbeweglich um eine erste Gelenkachse am Basisträger und die Rückenlehne schwenkbeweglich um eine zweite Gelenkachse am Sitz gehaltert sind. Beide Gelenkachsen sind dabei relativ zueinander verschiebbar angeordnet, wodurch die Möglichkeit eröffnet wird, die Sitztiefe auf einfacher Art und Weise verstellen zu können. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist der Stuhl eine Zweipunktmechanik auf.

Zur Realisierung der Sitztiefenverstellung weist der Sitz zweckmäßigerweise einen ersten Sitzträgerteil und einen zweiten Sitzträgerteil auf, wobei die beiden Sitzträgerteile relativ zueinander verschiebbar angeordnet sind und der erste Sitzträgerteil mit dem Basisträger und der zweite Sitzträgerteil mit der Rückenlehne verbunden ist.

In einer besonderen Ausgestaltung kann die zweite Gelenkachse als virtuelle Gelenkachse ausgebildet sein, die im Bereich der Drehachse der Hüfte eines auf dem Stuhl sitzenden Benutzers angeordnet ist. Hierfür kann die Rückenlehne beispielsweise in einer bogenförmigen, insbesondere kreisbogenförmigen Führung relativ zum Sitz geführt sein. Während bei den herkömmlichen Stuhlmechaniken stets einer Relativbewegung zwischen Oberkörper und Rückenlehne bei einer Veränderung der Rückenlehneneigung stattfand, wird bei dieser Stuhlmechanik die Relativbewegung vermieden. Dadurch tritt der sogenannte „Hemd-Auszieh-Effekt" nicht mehr auf. Weiterhin bleibt auch bei einer Veränderung der Rückenlehneneigung der Körper des Sitzenden optimal abgestützt und die Wirbelsäule wird bei einer Verlagerung der Rückenlehne nicht mit Querkräften belastet.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist ein Koppelmechanismus vorgesehen, der bei einer Schwenkbewegung des Sitzes um den Basisträger eine Schwenkbewegung der Rückenlehne relativ zum Sitz mit einem bestimmten Synchronverhältnis von Sitzneigung und Rückenlehneneigung ausführt. Hierbei können weiterhin Mittel vorgesehen werden, um das Synchronverhältnis zu verändern.

In einer weiteren Ausgestaltung wird die Schwenkbewegung von Sitz und/oder Rückenlehne über wenigstens ein Federelement abgefedert.

In einem anderen Ausführungsbeispiel ist zwischen Basisträger und Sitz ein erstes Federsystem und zwischen Sitz und Rückenlehne ein zweites Federsystem vorgesehen, wobei weiterhin Mittel zur Verstellung des Federverhaltens beider Federsysteme vorgesehen sind, um die Schwenkbeweglichkeit des Sitzes bezüglich dem Basisträger bzw. die Schwenkbeweglichkeit der Rückenlehne bezüglich dem Sitz an unterschiedlicher Anforderungen, insbesondere unterschiedlich schwere Benutzer, anpassen zu können.

Weitere Ausgestaltung und Vorteile der Erfindung werden im Folgenden anhand der Beschreibung und der Zeichnung näher erläutert.

In der Zeichnung zeigen

1 eine schematische Seitenansicht des Stuhles,

2 eine perspektivische Ansicht des Stuhles gemäß 1,

3a, 3b Seitenansichten des Stuhles in aufrechter und geneigter Stellung,

4a, 4b Seitenansichten des Stuhles in aufrechter und geneigter Stellung mit vergrößerter Sitztiefe,

5 dreidimensionale Darstellung der Stuhlmechanik,

6a, 6b Draufsichten der Stuhlmechanik gemäß 5 mit unterschiedlich eingestelltem Synchronverhältnis,

7a, 7b Seitenansichten eines Stuhl gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel mit unterschiedlichen Sitztiefen und

8a, 8b schematische Darstellungen des Stuhles gemäß 7a in aufrechter und geneigter Stellung.

Der in den 1 und 2 schematisch dargestellte Stuhl besteht im Wesentlichen aus einem Sitz 1, einem Basisträger 2 und einer Rückenlehne 3, wobei der Sitz schwenkbeweglich am Basisträger und die Rückenlehne schwenkbeweglich am Sitz gehaltert sind. Der Basisträger 2 ist üblicherweise auf einem näher dargestellten Fuß oder Drehgestell montiert. Der Sitz und die Rückenlehne können insbesondere auch einen Sitzträger bzw. einen Rückenlehnenträger umfassen.

Der Sitz 1 ist schwenkbeweglich um eine erste Gelenkachse 4 am Basisträger 2 gehaltert. Die Schwenkbeweglichkeit wird durch ein in den 3a und 3b angedeutetes erstes Federsystem 7, beispielsweise in Form einer Blattfeder realisiert. Die Härte des Federsystems 7 kann durch Verstellmittel 7c an der Unterseite des Basisträgers (2) eingestellt werden.

Die Rückenlehne ist schwenkbeweglich um eine zweite Gelenkachse 5 am Sitz gehaltert und in einer bogenförmigen, insbesondere kreisbogenförmigen Führung 6 relativ zum Sitz geführt. Dabei handelt es sich bei der zweiten Gelenkachse 5 um eine virtuelle Drehachse, die vorzugsweise im Bereich der Drehachse der Hüfte eines auf dem Stuhl sitzenden Benutzers angeordnet ist.

Aus den 3a und 3b wird ersichtlich, dass der Stuhl von einer aufrechten Stellung gemäß 3a in eine geneigte Stellung gemäß 3b gebracht werden kann. Dabei kommt es sowohl zu einer Schwenkbewegung des Sitzes 1 um die erste Gelenkachse 4 als auch zu einer Schwenkbewegung der Rückenlehne 3 um die zweite Gelenkachse 5. Durch einen später anhand der 5 und 6a noch zu erläuternden Koppelmechanismus wird dabei die Sitz- und Rückenlehnenneigung mit einem bestimmten Synchronverhältnis ausgeführt.

Eine weitere Besonderheit des Stuhles besteht darin, dass die beiden Gelenkachsen 4, 5 relativ zueinander verschiebbar angeordnet sind. Dies wird im dargestellten Ausführungsbeispiel dadurch realisiert, dass der Sitz aus einem ersten Sitzträgerteil 1a und einem zweiten Sitzträgerteil 1b besteht. Wie insbesondere aus dem 3a und 4a ersichtlich wird, sind die beiden Sitzträgerteile relativ zueinander verschiebbar angeordnet, wobei der erste Sitzträgerteil 1a mit dem Basisträger 2 und der zweite Trägerteil 1b mit der Rückenlehne 3 verbunden ist. Die kreisbogenförmige Führung 6 ist hierbei fest mit dem zweiten Sitzträgerteil 1b verbunden.

Durch die Verschiebbarkeit der beiden Sitzträgerteile besteht die Möglichkeit, die Sitztiefe für unterschiedliche Anforderungen anpassen zu können. So besteht insbesondere die Möglichkeit, die Sitztiefe an die Länge des Oberschenkels anzupassen.

Im Folgenden wird anhand der 5 und 6a der Koppelmechanismus näher beschrieben, mit dem zum einen die Rückenlehneneigung und Sitzlehneneigung in einen bestimmten Synchronverhältnis erfolgen kann und zum anderen die relative Verschiebbarkeit der beiden Sitzträgerteile ermöglicht wird.

Die beiden Sitzträgerteile 1a und 1b weisen jeweils zwei Längsprofile auf, die eine Linearführung bilden. Der zweite Sitzträgerteil 1b wird dabei in Nuten 10 des ersten Sitzträgerteils 1a längsverschieblich geführt. Die kreisbogenförmige Führung 6 ist am hinteren Ende des zweiten Sitzträgerteils 1b fest mit diesem verbunden. Die Rückenlehne 3 ist wiederum in der kreisbogenförmigen Führung 6 geführt und über ein im Folgenden näher zu beschreibenden Koppelmechanismus mit dem Basisträger 2 verbunden.

Dieser Mechanismus besteht im Wesentlichen aus zwei Kastenführungen 11 in denen Gleitelemente 12 teleskopartig geführt sind. Die Gleitelemente 12 weisen auf ihre Unterseite Ausnehmungen 13 auf, die mit einem federbelasteten Arretiermechanismus 14 derart zusammenwirken, dass die relative Lage der Gleitelemente 12 bezüglich der Kastenführung 11 fixiert werden kann. Das hintere Ende der Kastenführung 11 steht über ein hinteres Verbindungselement 15 mit der Rückenlehne 3 in Verbindung, wobei das hintere Verbindungselement sowohl an den Kastenführungen 11 als auch an der Rückenlehne 3 schwenkbeweglich gehaltert ist.

Die beiden vorderen Enden der Gleitelemente 12 sind über eine Achse 16 miteinander verbunden. Auf dieser Achse 16 ist ein Kraftübertragungsglied 17 gelagert, dass in einem Langloch eines Schwenkhebels 18 aufgenommen ist. Der Schwenkhebel 18 ist um eine am ersten Sitzträgerteil 1a vorgesehene Schwenkachse 19 schwenkbar und wird über ein Kraftübertragungsglied 20, welches über ein vorderes Verbindungselement 21 mit dem Basisträger 2 in Verbindung steht, betätigt. Das vordere Verbindungsglied 21 ist wiederum schwenkbeweglich am Kraftübertragungsglied 20 und dem Basisträger 2 befestigt.

Die Verstellung der Sitztiefe erfolgt durch Lösen des Arretiermechanismus 14 und anschließende teleskopartige Verstellung der Gleitelemente 12 und Kastenführungen 11. Da die Rückenlehne 3 über das hintere Verbindungselement 15 mit den Kastenführungen 11 verbunden ist, und die Rückenlehne 3 in den mit den zweiten Sitzträgerteil 1b verbundenen Führungen 6 geführt ist, ergibt sich dadurch auch eine Verschiebung des zweiten Sitzträgerteils 1b in den Nuten 10 des ersten Sitzträgerteils 1a.

Ist eine bestimmte Sitztiefe durch den Arretiermechanismus 14 fixiert, ergibt sich bei einer Neigung des Sitzes 1 folgender Bewegungsablauf der Kopplungsmechanik:

Wird der Sitz beispielsweise von der aufrechten Stellung gemäß 4a in die geneigte Stellung gemäß 4b gebracht, so vergrößert sicht der Abstand zwischen der Anlenkstelle des vorderen Verbindungsglied 21 an der Basis 2 und der fest mit dem ersten Sitzträgerteil 1a verbundenen Schwenkachse 19. Dadurch wird über das Kraftübertragungsglied 20 der Hebel 18 in Richtung des Pfeils 22 um die Schwenkachse 19 gedreht. Über das Kraftübertragungsglied 17, die Achse 16, die Gleitelemente 12, die Kastenführungen 11 wird somit auch das Verbindungselement 15 in Richtung des Pfeils 22 bewegt. Da die Rückenlehne 3 gelenkig mit dem Verbindungselement 15 verbunden ist, wird dadurch die Rückenlehne 3 in Richtung des Pfeils 23 in die Führung 6 hineingezogen.

Erfolgt die Bewegung des Sitzes von der geneigten Stellung gemäß 4b in die aufrechte Stellung gemäß 4a findet genau der entgegensetzte Bewegungsablauf statt.

Das Langloch des Schwenkhebels 18 ermöglicht eine Verschiebung des Kraftübertragungsgliedes 17 auf der Achse 16. Der Abstand des Kraftübertragungsgliedes 17 zur Schwenkachse 19 definiert das Verhältnis von Sitzneigung zu Rückenlehneneigung, so dass durch eine Verschiebung des Kraftübertragungsgliedes 17 auf der Achse 16 eine Veränderung des Synchronverhältnisses bewirkt werden kann.

In 6b ist das Kraftübertragungsglied 17, im Vergleich zu 6a, näher an der Schwenkachse 19, wodurch die Verschiebung des Kraftübertragungsgliedes 17 in Richtung des Pfeils 22 etwas weniger stark ausfällt und dadurch eine entsprechend geringere Rückenlehneneigung erfolgt.

Anhand der 7a und 7b sowie 8a und 8b wird im Folgenden ein zweites Ausführungsbeispiel beschrieben.

Der Stuhl besteht wiederum im Wesentlichen aus einem Sitz 1, einem Basisträger 2 und einer Rückenlehne 3, wobei der Sitz schwenkbeweglich um eine erste Gelenkachse 4 am Basisträger und die Rückenlehne schwenkbeweglich um eine zweite Gelenkachse 5 am Sitz gehaltert sind. Zwischen dem Basisträger 2 und dem Sitz 1 ist ein erstes Federsystem 7 und zwischen Sitz 1 und Rückenlehne 3 ein zweites Federsystem 8 vorgesehen.

Der Basisträger 2 ist in üblicherweise auf einen Fuß oder Drehgestell 9 montiert.

Beim zweiten Ausführungsbeispiel ist die Schwenkbewegung der Rückenlehne 3 bezüglich des Sitzes 1 mechanisch nicht mit der Schwenkbewegung des Sitzes 1 bezüglich des Basisträgers 2 gekoppelt. Es handelt sich bei diesem Stuhl somit um eine reine Zweipunktmechanik.

Die Unabhängigkeit der Schwenkbewegungen von Sitz und Rückenlehne bieten somit eine relativ einfache Möglichkeit, die beiden Gelenkachsen 4, 5 relativ zueinander verschiebbar anzuordnen, um dadurch eine Sitztiefenverstellung zu ermöglichen.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel besteht der Sitz aus einem ersten Sitzträgerteil 1a einem Sitzträgerteil 1b und einem Sitzpolster 1c. Die beiden Sitzträgerteile 1a und 1b sind durch eine geeignete Mechanik zueinander verschiebbar angeordnet, wobei der erste Sitzträgerteil 1a über die erste Gelenkachse 4 mit dem Basisträger 2 und der zweite Sitzträgerteil 1b über die zweite Gelenkachse 5 mit der Rückenlehne 3 verbunden ist.

Auf diese Weise kann die Sitztiefe durch Verschiebung der beiden Sitzträgerteile gezielt auf den jeweiligen Benutzer eingestellt werden. Wenngleich es möglich sein kann, die eingestellte Sitztiefe zu fixieren, ist in einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass sich die Sitztiefe automatisch beim Sitzen einstellt. Dabei ist es denkbar, dass zwischen den beiden Sitzträgerteilen ein Federelement vorgesehen ist, damit der Sitz im unbelasteten Zustand eine zusammengeschobene Stellung einnimmt.

Anhand der 8a und 8b wird im Folgenden das Federsystem näher erläutert.

In 8a ist die aufrechte Stellung und in 8b die zurückgeneigte Stellung dargestellt. Das zwischen Basisträger 2 und Sitz 1 vorgesehne erste Federsystem 7 weist ein erstes Federelement 7a auf, welches mit einer ersten Federmechanik 7b zusammenwirkt. Das erste Federelement 7a wird beispielsweise durch einen Schaumstoffkeil, beispielsweise aus Celasto, gebildet. Die erste Federmechanik 7b weist einen Pendelstab 70 auf, der mit seinem einen Ende um eine Gelenkachse 71 am Basisträger 2 gehaltert ist und mit seinem anderen Ende über einen Abrollkörper 72 mit dem Sitz 1 in Kontakt steht. In der aufrechten Grundstellung des Stuhles gemäß 8a befindet sich der Pendelstab 70 fast senkrecht zum Sitz 1. Bei einer Sitzneigung weicht der Pendelstab um die Gelenkstelle 71 aus, indem sich der Abrollkörper 72 auf der Unterseite des Sitzes 1 in Richtung der ersten Gelenkachse 4 bewegt, wodurch das erste Federelement 7a entsprechend der Belastung zusammengedrückt wird.

Um das Federverhalten des ersten Federsystems zu verändern, ist die erste Federmechanik 7b weiterhin mit einem am Pendelstab gehalterten Eindrückkörper 73 versehen, der durch schematisch dargestellte Mittel 7c verstellbar ist.

Das zweite Federsystem 8 besteht wiederum aus einem zweiten Federelement 8a und einer zweiten Federmechanik 8b, die einen Eindrückkörper 80 aufweist, der über schematisch dargestellte Mittel 8c zu Veränderung des Federverhaltens des zweiten Federsystems verschoben werden kann.

Weiterhin können zusätzliche Kopplungsmittel 23 vorgesehen werden, welche die Mittel 7c zur Verstellung des Federverhaltens des ersten Federsystems 7 und die Mittel 8c zur Verstellung des Federverhaltens des zweiten Federsystems 8 derart miteinander koppeln, dass die Verstellung des Federverhaltens des einen Federsystems automatisch eine Verstellung des Federverhaltens des anderen Systems bewirkt. Diese Kopplungsmittel können beispielsweise durch einen Bowdenzug gebildet werden und bewirken eine gleichzeitige Verschiebung der Eindrückkörper 73 bzw. 80.

Durch eine geeignete Abstimmung der beiden Federsysteme 4, 5 kann somit durch einen Handgriff das Federverhalten beider Federsysteme entsprechend der gewünschten Anforderung eingestellt werden. Auf diese Weise wird insbesondere sichergestellt, dass auch für unterschiedlich schwere Benutzer im Wesentlichen das gleiche Synchronverhältnis zwischen Sitzneigung und Rückenlehneneigung ermöglicht wird.


Anspruch[de]
Stuhl mit einem Sitz (1), einem Basisträger (2) und einer Rückenlehne (3), wobei der Sitz schwenkbeweglich um eine erste Gelenkachse (4) am Basisträger und die Rückenlehne schwenkbeweglich um eine zweite Gelenkachse (5) am Sitz gehaltert sind, dadurch gekennzeichnet, dass beiden Gelenkachsen (4, 5) relativ zueinander verschiebbar angeordnet sind. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Basisträger (2), Sitz (1) und Rückenlehne (3) mittels einer Zweipunktmechanik miteinander verbunden sind. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Gelenkachse (4) im Bereich des vorderen Endes des Sitzes (1) und die zweite Gelenkachse (5) im Bereich des hinteren Endes des Sitzes (1) vorgesehen ist. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sitz (1) einen ersten Sitzträgerteil (1a) und einen zweiten Sitzträgerteil (1b) aufweist und die beiden Sitzträgerteile relativ zueinander verschiebbar angeordnet sind, wobei der erste Sitzträgerteil (1a) mit dem Basisträger (2) und der zweite Sitzträgerteil (1b) mit der Rückenlehne (3) verbunden ist. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Gelenkachse (5) als virtuelle Gelenkachse ausgebildet ist, die im Bereich der Drehachse der Hüfte eines auf dem Stuhl sitzenden Benutzers angeordnet ist. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückenlehne (3) in einer bogenförmigen, insbesondere kreisbogenförmigen Führung (6) relativ zum Sitz geführt ist. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Koppelmechanismus vorgesehen ist, der bei einer Schwenkbewegung des Sitzes (1) um den Basisträger (2) eine Schwenkbewegung der Rückenlehne (3) relativ zum Sitz (1) mit einem bestimmten Synchronverhältnis von Sitzneigung und Rückenlehnenneigung ausführt. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Koppelmechanismus vorgesehen ist, der bei einer Schwenkbewegung des Sitzes (1) um den Basisträger (2) eine Schwenkbewegung der Rückenlehne (3) relativ zum Sitz (1) mit einem bestimmten Synchronverhältnis von Sitzneigung und Rückenlehnenneigung ausführt, wobei Mittel vorgesehen sind, um das Synchronverhältnis zu verändern. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkbewegung von Sitz (1) und/oder Rückenlehne (3) über wenigstens ein Federelement (7a) abgefedert ist. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Basisträger (2) und Sitz (1) ein erstes Federsystem (7) und zwischen Sitz (1) und Rückenlehne (3) ein zweites Federsystem (8) vorgesehen ist, wobei weiterhin Mittel (7c, 8c) zur Verstellung des Federverhaltens beider Federsysteme vorgesehen sind, um die Schwenkbeweglichkeit des Sitzes bezüglich dem Basisträger bzw. die Schwenkbeweglichkeit der Rückenlehne bezüglich dem Sitz an unterschiedliche Anforderungen, insbesondere unterschiedlich schwere Benutzer, anpassen zu können.






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