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Dokumentenidentifikation DE102006024386A1 06.12.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung für die Inlake-Konditionierung von sauren Oberflächengewässern
Anmelder eta AG engineering, 03042 Cottbus, DE;
TWB Tief- und Wasserbau GmbH Boblitz/Spreewald, 03222 Boblitz, DE
Erfinder Rabe, Wolfgang, Dipl.-Chem., 02994 Bernsdorf, DE;
Jurisch, Frank, Dipl.-Ing., 03222 Lübbenau, DE
DE-Anmeldedatum 24.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006024386
Offenlegungstag 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse C02F 1/66(2006.01)A, F, I, 20060524, B, H, DE
Zusammenfassung Verfahren und Vorrichtung für die Inlake-Konditionierung von sauren Oberflächengewässern mit einem Volumen von mehr als 500000 m3 durch Eintrag von Konditionierungsmitteln in suspendierter Form.
Ziel und Aufgabe der Erfindung bestehen darin, eine Möglichkeit auf der Grundlage der Inlake-Konditionierung saurer Gewässer zu finden, nach der die Konditionierungsmittel sehr effektiv, mit hohem Reaktionswirkdungsgrad, mit geringem Zeitaufwand und geringen Betriebskosten zur Anwendung gelangen können.
Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Landanlage zur Herstellung und Förderung einer Suspension aus Konditionierungsmittel und Wasser bis zu einer Konzentration von 35 Ma.%, diese Konditionierungsmittelsuspension direkt über ein schwimmendes Leitungssystem und über eine schwimmende, mobile und bewegliche Eintragseinheit, die über einen eigenen Antrieb sowie eine Verteileinrichtung für den Konditionierungsmittelsuspensionsaustrag verfügt, in das betreffende Oberflächengewässer eingebracht wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf die Anhebung des pH-Wertes und die Verbesserung der Wasserbeschaffenheit saurer Oberflächengewässer, insbesondere auf Gewässer mit einem Wasservolumen von > 500.000 m3.

In der Folge des Bergbaus werden Hohlräume in der genutzten Landschaft geschaffen, die sich nach und nach mit Grund- und Oberflächenwasser füllen. In vielen Fällen wird durch das wieder aufgehende Grundwasser sowie die damit verbundenen geologischen und chemischen Bedingungen im neu geschaffenen Deckgebirge eine Seenlandschaft geschaffen, die durch extrem saure Wässer mit hohen Schwermetallgehalten, insbesondere mit hohen Eisengehalten gekennzeichnet ist.

Haupteintragsquelle für gelöste Stoffe und Säuren in einen derartigen Tagebausee sind das Grundwasser und das Kippenmaterial. Das Säurepotential des Kippenmaterials beruht in der Regel auf der Verwitterung der enthaltenen Eisendisulfide durch die Umlagerung der Kohledeckschichten im Tagebaubetrieb. Das sogenannte Abraummaterial wird dadurch intensiv den verwitterungsfördernden Komponenten Luft (Sauerstoff) und Wasser ausgesetzt. Das abgelagerte und verwitterte Kippenmaterial wird im Laufe der Zeit durch Grund- und Sickerwasser ausgewaschen, die so mobilisierten Stoffe abtransportiert und beispielsweise in Tagebauseen durch Grundwasserwiederanstieg eingebracht. Eine zweite Eintragsquelle ist die Erosion von Ufern aus Kippenmaterial. Die Mobilisierung erfolgt hier durch Wellenschlag, Regenwasser etc. Resultat der Verwitterung und Auswaschung ist ein hoch mineralisiertes saures Wasser, in dem als Säureträger Sulfat- und Eisenionen dominieren.

Aus dem Stand der Technik ist bekannt, derartig saure Wässer vor Anbindung dieser Gewässer an die Vorflut mittels sogenannter Grubenwasserreinigungsanlagen (GWRA) zu behandeln, Das eigentlich saure Gewässer verbleibt jedoch in diesem Falle in seinem sauren lebensfeindlichen Milieu und ist in seiner Nutzbarkeit eingeschränkt.

Bekannt sind des Weiteren sogenannte Inlake-Verfahren z. B. in DE 103 04 009.9 beschrieben, nach dem unter Nutzung der Inlake-Verfahrenstechnik, Injektor- und Mischtechnik sowie feinkörniger Neutralisationsmittel und intelligenter Verteiltechnik über schwimmende Rohrleitungen ein verbesserter Effekt beim Einsatz von Neutralisationsmitteln erreicht wird. Eine gute Vermischung des Neutralisationsmittels und die Verteilung der Suspensionen im See sind begrenzt im Wirkungsgrad, beim Stoffumsatz und damit bei der Kostenoptimierung derartiger Verfahren. Für das Erreichen hoher Wirkungsgrade sind große Volumenströme zu bewegen, wodurch sehr hohe Betriebskosten verursacht werden.

Gemäß eines Vorschlages nach Aktenzeichen DE 103 44 857.8 wird durch Gestaltung der Verteileinrichtung, die Einstellung der Stoffkonzentration auf < 1 % auf der Seeoberfläche und der pH-Wert-Einstellung in Abhängigkeit vom Einsatzstoff im Wasserkörper die Erzielung eines hohen Wirkungsgrades erreicht. Insbesondere bei morphologisch ungünstigen Gewässern mit überwiegend Flachwasserbereichen und/oder tiefen Schläuchen sowie stark gegliederten Gewässern ggf. mit Inselbereichen hat dieses Verfahren Grenzen.

Auch in den Offenlegungsschriften DE 4124073 A1 und WO 02/16272 A1 sind Verfahren zur Behandlung saurer Wässer beschrieben. Die Anwendung bei größeren Tagebauseen erfordert jedoch einen unverhältnismäßig hohen technisch-ökonomischen Aufwand und ist hier nicht geeignet.

In DE 20 2004 002 159.5 ist eine Anordnung beschrieben, die durch eine Kombination von Tank-/Silofahrzeug, Zwischenlagerbehälter, einer schwimmenden mobilen und beweglichen/fahrbaren Lager- und Eintragseinheit mit einem Verteilsystem gekennzeichnet ist und mit der Neutralisationsmittel auf ein saures Gewässer transportiert und verteilt werden sollen. Der Nachteil dieser Anordnung besteht darin, dass diese Anordnung nur an Gewässern einsetzbar ist, deren Uferbereich zumindest stellenweise entsprechend befestigt ist. Durch den erforderlichen Transportaufwand sind große und kostenintensive schwimmende Einrichtungen erforderlich. Die komplexe Lager- und Eintragseinheit muss eine hohe Tragfähigkeit aufweisen und verursacht einen hohen Energiebedarf.

Nach einem Verfahrensvorschlag nach DE 10 2004 032 404 soll die Stoffkonzentration der jeweils eingesetzten Neutralisationsmittel durch die Geschwindigkeit einer schwimmenden mobilen und beweglichen Lager-/Transport- und Eintragseinheit auf der Gewässeroberfläche bis in einem Meter Tiefe auf < 0,2 % eingestellt werden. Der Nachteil dieser Lösung besteht darin, dass nach der Entleerung der Lager- und Transportvorrichtung das System leer über den Wasserkörper fahren muss und die Effektivität des Systems zusätzlich durch erforderliche Umschlagsprozesse verringert ist. Insgesamt sind dadurch die Betriebskosten im Vergleich zu den Produktkosten erheblich. Das komplexe System muss eine hohe Tragfähigkeit aufweisen und ist damit sehr aufwändig in der Herstellung und verursacht hohe Betriebskosten.

Ziel und Aufgabe der Erfindung bestehen darin, eine Möglichkeit auf der Grundlage der Intake-Konditionierung saurer Gewässer zu finden, nach der die Konditionierungsmittel sehr effektiv, mit hohem Reaktionswirkungsgrad, mit geringem Zeitaufwand und geringen Betriebskosten zur Anwendung gelangen können.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe, dadurch gelöst, dass eine mobile oder ortsfeste Landanlage zur Herstellung und Förderung einer Suspension aus Konditionierungsmittel wie beispielsweise aus Kalkprodukten, Natronlauge, Soda, CO oder deren Kombinationen mit Seewasser und/oder mit Fremdwasser betrieben wird und die in der Landanlage erzeugte Konditionierungsmittelsuspension direkt über ein > 200 m langes schwimmendes Leitungssystem und weiter über eine schwimmende, mobile und bewegliche Eintragseinheit, die mit eigenem Antrieb sowie mit einer Verteileinrichtung für den Konditionierungsmittelsuspensionsaustrag ausgerüstet ist, in das betreffende Oberflächengewässer eingebracht wird.

Die schwimmende, mobile und bewegliche Eintragseinheit kann zur Anpassung der Technologie an die örtlichen Gegebenheiten oder die Beschaffenheitsparameter wie des pH-Wertes oder der mittels Titration bestimmten Säurekapazität des Gewässers mit weiterem Zubehör wie Stromaggregat und/oder Pontons und/oder Fördereinrichtungen und/oder Mischeinrichtungen ausgerüstet sein.

Üblicherweise ist die schwimmende mobile und bewegliche Eintragseinheit ein Schiff, Ponton, Katamaran o.ä., welche mittels eines geeigneten Antriebs ausgerüstet ist.

Das Konditionierungsmittel in der geförderten Suspension wird bei der Durchführung des Verfahrens mit einer Konzentration von bis zu 35 Ma. % gefördert. In Abhängigkeit von Qualitätsparametern im Gewässer, wie vom pH-Wert oder der mittels Titration bestimmten Säurekapazität wird die Eintragskonzentration eingestellt, wobei bei niedrigen pH-Werten und geringen Säurekapazitäten die Konzentration höher eingestellt wird als bei höheren pH-Werten und höheren Säurekapazitäten. Damit können die chemisch-physikalischen Triebkräfte zwischen Konditionierungsmittel einerseits und dem sauren Oberflächenwasser andererseits optimal genutzt werden. Des Weiteren werden Konzentrationen, die zu unerwünschten Nebenreaktionen, wie einer Calcitausfällung bei punktuell erhöhter Calciumkonzentration oder punktuell erhöhtem pH-Wert vermieden.

Das schwimmende Leitungssystem zur Konditionierungsmittelsuspensionsförderung besteht bei der Durchführung des Verfahrens aus einer flexiblen Leitung oder einer Kombination von quasistationäre Leitung und flexibler Leitung, die mit oder ohne zusätzliche Stabilisierungseinrichtungen, wie beispielsweise Pontons, für die Stabilisierung der Leitung und/oder für die Aufnahme von Anlagentechnik sowie mit oder ohne Fördereinrichtungen zur Druckerhöhung oder weiteren Verdünnung der Konditionierungsmittelsuspension ausgerüstet ist. Auf diese Weise kann das Konditionierungsmittel bei Bedarf in der geförderten Suspension durch geeignete Einrichtungen im Leitungsverlauf und/oder an der schwimmenden, mobilen und beweglichen Eintragseinheit vor dem Eintrag in den Wasserkörper in seiner Konzentration reduziert werden.

Das schwimmende Leitungssystem bei einer teilweisen quasistationären Ausführung ist in Abhängigkeit von der Gesamtleitungslänge beginnend an der Landanlage mit > 1/3 der Gesamtlänge quasistationär ausgeführt. Vorzugsweise erfolgt ab einer Leitungslänge von > 300 m die quasistationäre Ausführung eines Leitungsanteil. Bei der Ausführung kann der quasistationäre Leitungsanteil einen höheren Durchmesser aufweisen, als der flexible Leitungsanteil oder umgekehrt.

Der quasistationäre Leitungsanteil ist vorzugsweise zusätzlich durch Pontons und/oder Anker gesichert. Der flexible Leitungsteil ist vorzugsweise durch Schwimmkörper gesichert. Zur Haltung der Förderleitung kann ebenfalls eine luftgefüllte Parallelleitung oder luftgefüllte Leitungsstücke eingesetzt werden.

Die Verteilung der Konditionierungsmittel auf der Gewässeroberfläche erfolgt während der Bewegung der schwimmenden mobilen und beweglichen Eintragseinheit mit einer Geschwindigkeit bis 15 km/h über geeignete Einrichtungen.

Bei der Realisierung des Verfahrens werden zur Verteilung der Konditionierungsmittelsuspension während der Bewegung der schwimmenden mobilen und beweglichen Eintragseinheit vorzugsweise Regner, Düsen oder Prallkopfverteiler oberhalb der Wasserfläche und/oder im Unterwasserbereich Düsen oder Schleppschläuche an der schwimmenden und mobilen Eintragseinheit verwendet. Dabei erfolgt die Verteilung der Konditionierungsmittel auf der Gewässeroberfläche flächenhaft oder linienförmig mit einer Arbeitsbreite bis zu 300 m und/oder gleichzeitig auf einer Fläche von bis zu 15.000 m2.

Durch die aktive Bewegung der Eintragsvorrichtung wird eine innige Durchmischung von alkalischer Suspension und saurem Seewasser bewirkt, wodurch die Reaktionsgeschwindigkeit für die Reaktionen der betreffenden Ionen und damit der Ausnutzungsgrad des Konditionierungsmittels auf diese Weise erhöht wird.

Die aktive Verteilung der Konditionierungsmittel erfolgt bei der Durchführung des Verfahrens im Gewässer mit dem Ziel eine maximale Verteilung im Gewässerkörper sowie einen hohen Ausnutzungsgrad des Neutralisationspotentials zu bewirken. Mit Hilfe der vorgeschlagenen Lösung, mit Kombination einer landgestützten Suspensionsherstellung direkt mit einer schwimmenden Eintragseinheit mit eigenem Antrieb ist es möglich auch bei höheren Einsatzstoffkonzentrationen hohe Wirkungsgrade im Vergleich zu bekannten Lösungen zu erreichen. Dadurch werden bereits mit geringem Energieaufwand und mit wirtschaftlichem Betrieb Sanierungszielstellungen erreicht. Zusätzlich kann die Landanlage dazu mit dem Anfang der Suspensionsleitung am Ufer des Gewässers im Zeitraum der Behandlung in Abhängigkeit von den Monitoringergebnissen, speziell des pH-Wertes und/oder der mittels Titration bestimmten Säurekapazität umgesetzt werden, um bisher nicht behandelte Seebereiche mit ungünstiger Wasserbeschaffenheit mit geringerem Gesamtaufwand, wie beispielsweise kürzeren Rohrleitungslängen und geringerem Energieaufwand zu erreichen.

Mit Hilfe der gefundenen Lösung wird die Neutralisation von sauren Oberflächengewässern mit hohem Wirkungsgrad, mit geringem Zeitaufwand auf einfache und wirtschaftliche Weise möglich. Somit wurde eine technische Lösung gefunden, mit der eine Verbesserung und Erhaltung der Güte großer Wassermengen insbesondere in sauren Tagebauseen möglich ist und die Grundlagen für das Erreichen der Nachnutzungsziele wesentlich schneller und nachhaltig geschaffen werden können.

Das Prinzip der Erfindung soll anhand des folgenden Anwendungsbeispiels näher erläutert werden.

Ein saurer Tagebausee, mit einer Fläche von 5 km2, einem mittleren Durchmesser von 2,5 km, einer mittleren Seetiefe von 10 m und einem Volumen von 50 Mio. m3, der einen pH-Wert von 3,0 und einen Kb7,0-Wert von 3 mmol/l aufweist, soll mit einer Suspension aus Weißkalkhydrat und Seewasser behandelt werden. Der Bedarf an Weißkalkhydrat für einen pH-Wertanstieg auf 7 beträgt bei einem Wirkungsgrad von 100 % theoretisch 5.500 t.

Aus einem 50 m3 Silo mit geregeltem Austrag werden 7,5t/h Weißkalkhydrat in einen Mischbehälter mit Rührwerk eingetragen. In diesen Mischbehälter werden gleichzeitig 50 m3 Seewasser mittels einer Tauchpumpe zugeführt und so eine 15 %ige Suspension erzeugt. Eine Standmessung regelt die Zufuhr an Seewasser.

Mittels einer Exenterschneckenpumpe wird diese Suspension mit einer Strömungsgeschwindigkeit von 2,2 m/s über eine flexible Leitung mit einem Innendurchmesser von 90 mm und mit einer Länge von 1000 m zum hinteren Bereich eines Arbeitsschiffes gefördert. Die flexible Leitung wird fest mit dem Arbeitsschiff verbunden. An dem Arbeitsschiff ist eine Tauchpumpe mit einer Leistung von 100 m3/h angeordnet, mit der Seewasser über einen Injektor zu einer Verteilvorrichtung gefördert wird. Über einen zweiten Anschluss am Injektor erfolgt auf dem Arbeitsschiff die Zudosierung der 15 %igen Suspension. Auf dem weiteren Strömungsweg zur Verteilvorrichtung entsteht durch Impulsaustausch die neue Suspension mit einer Weißkalkhydratkonzentration von 5,0 % für die Verteilung im sauren Gewässer.

Im vorderen Bereich des Arbeitsschiffes sind über eine Tragkonstruktion in einem Abstand von 20 m zwei gleichgetaktete Halbkreisregner nebeneinander angeordnet, welche die Suspension mit einer Wurfweite von 40 auf der Gewässeroberfläche über eine Fläche von 650 m2 und über eine Arbeitsbreite von 100 m verteilen. Während der Bewegung des Arbeitsschiffes mit 3 km/h bei ständiger Suspensionszuführ von der Landanlage über die flexible Leitung wird eine Verteilfläche von insgesamt 300.000 m2/h erreicht. Durch diese extrem mögliche Verdünnung beträgt die Weißkalkhydratkonzentration bezogen auf eine wirksame Wasserkörpertiefe von 2 m 0,0013 Ma. %. Bei einem Einsatz der gefundenen Verfahrens- und Vorrichtungslösung über täglich 8 h und 5 Tage pro Woche wird nach 18 Wochen im gesamten Seebereich ein pH-Wert von 4,3 erreicht. Insgesamt beträgt der Weißkalkhydrateinsatz dazu 5270 t. Zur weiteren Behandlung des Gewässers wird der Weißkalkhydrateinsatz auf 2,5 t/h bei gleichen Wassermengen reduziert. Die Suspensionskonzentration verringert sich auf 1,66 % vor dem Eintrag in das Gewässer und entsprechend weiter im zu behandelnden Wasserkörper. Bei der o.g. Durchführung des Verfahrens wird nach weiteren 10 Wochen bei einem Weißkalkhydrateinsatz von 930 t im gesamten Seebereich ein pH-Wert von 7,0 eingestellt.

Durch die mittels der gefundenen Lösung mögliche günstige Ausnutzung der chemisch-physikalischen Triebkräfte zwischen der Weißkalkhydratsuspension einerseits und den sauren Bestandteilen des Oberflächenwasser andererseits wird für die Verfahrensdurchführung eine Gesamtmenge von 6.200 t Weißkalkhydrat benötigt und ein hoher Wirkungsgrad für die Ausnutzung des in den Wasserkörper eingebrachten Alkalitätspotentials von 90 % erreicht.

In einer weiteren Variante der gefundenen Lösung kann im Leitungsverlauf nach 500 m auf einem Ponton, der verankert ist und mit dem die Rohrleitung stabilisiert wird eine Misch- und Fördereinrichtung angeordnet sein, die hier eine Verdünnung der Suspension auf 3,33 Ma.% und eine Erhöhung der Suspensionsmenge auf 150 m3/h bewirkt. Die Förderleitung von diesem Ponton bis zum Arbeitsschiff wird mit einer erhöhten Nennweite von 150 mm ausgeführt. Auf dem Arbeitsschiff ist neben dem Antrieb die Verteileinrichtung angeordnet. Die Verteilung erfolgt analog bei der Bewegung des Arbeitsschiffes.

Das nach dem vorgeschlagenen Verfahren behandelte Gewässer besitzt Ausleitungsqualität in öffentliche Gewässer bei gleichzeitiger Anregung der biologischen Selbstregulierung im Gewässer.

Mit Hilfe des vorgeschlagenen Verfahrens wird die Nutzung von lebensfeindlichen sauren Tagebauseen zur Erholung, Bewirtschaftung und als Zwischenspeicher auf einfache Weise mit wirtschaftlichem Aufwand ermöglicht und gleichzeitig die Pufferkapazität deutlich angehoben.

Bei der nachfolgenden Flutung des behandelten Gewässers wird sämtliches biologisches Leben und vorhandene biologische und chemische Alkalisierungspotential, welches in den natürlichen Flutungswässern, vorhanden ist, weitgehend erhalten.


Anspruch[de]
Verfahren zur Inlake-Konditionierung saurer Oberflächengewässer durch Eintrag von Konditionierungsmittel, wie von Kalkprodukten, Natronlauge, Soda, CO2 oder deren Kombinationen, in suspendierter Form mit folgenden Verfahrensschritten:

– Herstellung einer Suspension aus Konditionierungsmittel und Seewasser und/oder Fremdwasser in einer ortsfesten oder mobilen Station an Land,

– Zugabe von Konditionierungsmittel bis zu 35 Ma.%,

– Förderung dieser Konditionierungsmittelsuspension direkt über ein schwimmendes Leitungssystem aus einer Kombination von quasistationärer Leitung und flexibler Leitung oder ausschließlich flexibler Leitung zu einer schwimmenden, mobilen mit Eigenantrieb versehenden Eintragseinheit,

– weiterer Druckerhöhung oder weiterer Verdünnung der Konditionierungsmittelsuspension nach Bedarf im Leitungsverlauf oder an der schwimmenden, mobile Eintragseinheit,

– Einbringen der endgültigen Konditionierungsmittelsuspension in das betreffende Oberflächengewässer mittels einer Verteileinrichtung.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Konditionierungsmittel in der geförderten Suspension durch geeignete Einrichtungen im Leitungsverlauf und/oder an der schwimmenden, mobilen und beweglichen Eintragseinheit vor dem Eintrag in den Wasserkörper in der Konzentration reduziert wird. Verfahren nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Eintragskonzentration des Konditionierungsmittels In Abhängigkeit von Qualitätsparametern im Gewässer, wie vom pH-Wert oder der mittels Titration bestimmten Säurekapazität eingestellt wird, wobei bei niedrigen pH-Werten und geringen Säurekapazitäten die Konzentration höher eingestellt wird als bei höheren pH-Werten und höheren Säurekapazitäten. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Verteilung der Konditionierungsmittel auf der Gewässeroberfläche während der Bewegung der schwimmenden mobilen und beweglichen Eintragseinheit mit einer Geschwindigkeit bis 15 km/h über geeignete Einrichtungen erfolgt. Verfahren nach Anspruch 1 und 4 dadurch gekennzeichnet, dass die Verteilung der Konditionierungsmittel auf der Gewässeroberfläche flächenhaft bis 15.000 m2 oder linienförmig mit einer Arbeitsbreite bis 300 m erfolgt. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die mobile Landanlage mit dem Anfang der Suspensionsleitung am Ufer des Gewässers im Zeitraum der Behandlung in Abhängigkeit von den Monitoringergebnissen, speziell des pH-Wertes und/oder der mittels Titration bestimmten Säurekapazität, umgesetzt wird. Vorrichtung zur Inlake-Konditionierung saurer Oberflächengewässer durch Eintrag von Konditionierungsmittel in suspendierter Form aus folgenden Anlagenteilen in Bauausführungsfolge:

– Ortsfeste oder mobile Landanlage mit Mischeinrichtung für Konditionierungsmittel und Wasser,

– quasistationäre Leitung und flexible Suspensions-Förderleitung oder ausschließlich flexible Förderleitung mit Möglichkeit der Anwendung von zusätzlichen Stabilisierungseinrichtungen und/oder weiterer Anlagentechnik oder Druckerhöhungstechnik,

– schwimmende, mobile Eintragseinheit mit Verteileinrichtung und Anwendungsmöglichkeiten für einen Antrieb, Verdünnungseinrichtung oder Druckerhöhungseinrichtung.
Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit von der Gesamtleitungslänge beginnend an der Landanlage ein Leitungsstück mit > 1/3 der Gesamtlänge quasistationär ausgeführt ist. Vorrichtung nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass ab einer Leitungslänge von > 300 m ein Leitungsanteil quasistationär ausgeführt ist. Vorrichtung nach Anspruch 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der quasistationäre Leitungsanteil einen höheren Durchmesser aufweist, als der flexible Leitungsanteil. Vorrichtung nach Anspruch 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der quasistationäre Leitungsanteil einen niedrigeren Durchmesser aufweist, als der flexible Leitungsanteil. Vorrichtung nach Anspruch 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der quasistationäre Leitungsanteil durch Pontons und/oder Anker gesichert ist.






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