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Dokumentenidentifikation DE102006024568A1 06.12.2007
Titel Verfahren zur Herstellung einer biologisch abbaubaren Kunststofffolie und Folie
Anmelder Huhtamaki Forchheim Zweigniederlassung der Huhtamaki Deutschland GmbH & Co. KG, 91301 Forchheim, DE
Erfinder Bauer, Michael, Dr., 91301 Forchheim, DE;
Kelm, Roland, 91301 Forchheim, DE;
Mauser, Karl, 91359 Leutenbach, DE;
Stark, Kurt, Dr., 91356 Kirchehrenbach, DE
Vertreter Patentanwaltskanzlei Hutzelmann, 89296 Osterberg
DE-Anmeldedatum 23.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006024568
Offenlegungstag 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse C08J 5/18(2006.01)A, F, I, 20060523, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C08L 29/04(2006.01)A, L, I, 20060523, B, H, DE   C08L 67/04(2006.01)A, L, I, 20060523, B, H, DE   B65D 65/42(2006.01)A, L, I, 20060523, B, H, DE   B65D 65/46(2006.01)A, L, I, 20060523, B, H, DE   
Zusammenfassung Verfahren zur Herstellung einer biologisch abbaubaren Kunststoffolie bzw. eines Folienverbundes mit Barriereeigenschaften, wobei die Folie bzw. der Folienverbund zumindest aus einem biologisch abbaubaren Basis-Kunststoffmaterial und einem Barriereeigenschaften aufweisenden zweiten Kunststoffmaterial hergestellt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung einer biologisch abbaubaren Kunststoffolie bzw. eines Folienverbundes mit Barriereeigenschaften, sowie die nach diesem Verfahren hergestellte Folie.

Aus dem Stand der Technik ist eine Vielzahl biologisch abbaubarer Kunststoffolien bekannt, die jedoch alle den Nachteil aufweisen, für die Verpackung empfindlicher Waren nur bedingt geeignet zu sein.

Desweiteren sind aus dem Stand der Technik Folien und Folienverbunde bekannt, die Barriereeigenschaften aufweisen und dadurch besonders gut zum Verpacken von zum Beispiel auf Sauerstoff empfindlicher Gegenstände geeignet sind. Diese Folien und Folienverbunde sind jedoch nicht biologisch abbaubar oder nur in sehr aufwendigen, mehrschrittigen Verfahren herstellbar.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es ein Verfahren und eine Kunststoffolie bzw. einen Folienverbund vorzuschlagen, der einerseits biologisch abbaubar ist und andererseits gute Barriereeigenschaften gegenüber zum Beispiel Sauerstoff aufweisen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Folie bzw. der Folienverbund zumindest aus einem biologisch abbaubaren Basis-Kunststoffmaterial und einem Barriereeigenschaften aufweisenden zweiten Kunststoffmaterial hergestellt wird.

Hierdurch werden gute Barriereeigenschaften mit der biologischen Abbaubarkeit kombiniert.

Sehr vorteilhaft ist es auch, wenn die Kunststoffmaterialien vor der Extrusion vermischt und dann zusammen extrudiert werden.

Dadurch werden die Barriereeigenschaften fest in das Basis-Kunststoffmaterial integriert.

Als sehr vorteilhaft hat es sich gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung auch erwiesen, wenn die Kunststoffmaterialien vor der Extrusion miteinander zu einem Masterbatch vermischt und dann mit weiterem Basismaterial zusammenextrudiert werden.

Damit kann eine bessere Vermischung erzielt werden.

Eine weitere sehr vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt auch darin, daß die Kunststoffmaterialien jeweils zu Folienlagen extrudiert und zusammengefügt werden.

Dabei ist es sehr vorteilhaft, wenn die Kunststoffmaterialien gemeinsam coextrudiert werden.

Hierdurch wird ebenfalls eine sehr gute Barrierewirkung erzielt. Der Aufwand zur Erzeugung der Schichten wird durch die gemeinsame Coextrusion der Schichten erheblich reduziert.

Als sehr vorteilhaft hat es sich auch erwiesen, wenn die extrudierten Folienlagen mit einem Haftvermittler ausgerüstet und mit weiteren Folienlagen zu einem mehrschichtigen Verbund zusammengeführt werden.

Durch den Einsatz eines Haftvermittlers wird der Zusammenhalt der einzelnen Lagen untereinander erheblich verbessert.

Sehr vorteilhaft ist es auch, wenn die Kunststoffolie bzw. der mehrschichtige Verbund gereckt wird.

Damit wird einerseits die Schichtdicke reduziert. Zudem lassen sich durch das Recken insbesondere Festigkeit, Spleißbarkeit und auch die Barriereeigenschaften verändern bzw. verbessern.

Es hat sich erfindungsgemäß auch als sehr vorteilhaft erwiesen, wenn dem Masterbatch bzw. der Mischung ein Stabilisierungsmittel zugefügt wird.

Damit wird ein ungewolltes Entmischen bzw. werden Inhomogenitäten in der Mischung verhindert.

Eine weitere sehr vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt auch darin, daß dem Masterbatch bzw. der Mischung ein Haftvermittler zugefügt wird.

Der eingemischte Haftvermittler kann einerseits für eine stabilere Mischung der unterschiedlichen, oftmals unverträglichen Kunststoffmaterialien und andererseits für eine verbesserte Verbindung zu weiteren Schichten sorgen.

Es ist aber auch sehr vorteilhaft, wenn zwischen jeweils zwei Folienlagen ein Haftvermittler eingebracht wird.

Dabei kann der Haftvermittler zusammen mit wenigstens einer der beiden Folienlagen coextrudiert wird.

Es ist erfindungsgemäß aber auch sehr vorteilhaft, wenn der Haftvermittler auf eine der Folienlagen aufgebracht, insbesondere aufextrudiert wird.

Dadurch kann der Haftvermittler gezielt und eventuell auch nicht vollflächig aufgebracht werden.

Eine weitere sehr vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt auch dann vor, wenn das Basis-Kunststoffmaterial mit einem weiteren Kunststoffmaterial versetzt wird um die Verträglichkeit mit dem Barrierematerial zu erhöhen.

Damit lassen sich auch eigentlich unverträgliche Kunststoffmaterialien miteinander verträglich verbinden.

Es hat sich dabei auch als äußerst vorteilhaft erwiesen, wenn das Basis-Kunststoffmaterial mit einem Anteil des Barrierematerials vermischt wird.

Eine ebenfalls sehr vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung liegt auch dann vor, wenn das Barrierematerial mit einem weiteren Kunststoffmaterial versetzt wird um die Verträglichkeit mit dem Basismaterial zu erhöhen.

Dabei ist es äußerst vorteilhaft, wenn das Barrierematerial mit einem Anteil des Basis-Kunststoffmaterials vermischt wird.

Hierdurch wird die Verträglichkeit des Barrierematerials mit weiteren Kunststoffschichten erheblich verbessert.

Es hat sich erfindungsgemäß auch als sehr vorteilhaft erwiesen, wenn die fertige Folie thermisch verformt, insbesondere tiefgezogen wird.

Damit lässt sich die erfindungsgemäße Folie äußerst vielseitig einsetzen.

Äußerst vorteilhaft ist es auch, wenn ein biologisch abbaubares Barrierematerial eingesetzt wird.

Damit wird die biologische Abbaubarkeit der gesamten Folie nicht beeinträchtigt.

Bei einer nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten biologisch abbaubaren Kunststoffolie hat es sich als sehr vorteilhaft erwiesen, wenn als Basis-Kunststoffmaterial ein PLA vorgesehen ist.

Sehr vorteilhaft ist es erfindungsgemäß auch, wenn als zusätzliches Kunststoffmaterial ein Polyvinylalkohol (PVOH) vorgesehen ist.

Polyvinylalkohole haben sich als sehr gute Barrierematerialien erwiesen. Zur Modifizierung von Kunststoffmaterialien lässt sich aber auch PVOH sehr gut einsetzen.

Dabei hat es sich auch als äußerst vorteilhaft erwiesen, wenn ein modifizierter PVOH vorgesehen ist.

Damit lassen sich die bereits sehr guten Eigenschaften nochmals verbessern.

Eine weitere sehr vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt auch dann vor, wenn ein ethylenhaltiger Vinylalkohol (EVOH) als zusätzliches Kunststoffmaterial vorgesehen ist.

EVOH weist nochmals verbesserte Eigenschaften auf.

Dabei hat es sich auch als sehr vorteilhaft erwiesen, wenn ein modifizierter EVOH vorgesehen ist.

Modifizierte EVOHs lassen sich besonders gut mit anderen Kunststoffmaterialien verbinden.

Es hat sich gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung auch als äußerst vorteilhaft erwiesen, wenn ein Barriereeigenschaften aufweisender weiterer Zusatzstoff, insbesondere ein biologisch abbaubarer Zusatzstoff vorgesehen ist.

Hierdurch wird die biologische Abbaubarkeit des gesamten Folienaufbaus nicht negativ beeinflusst.

Eine weitere sehr vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt auch darin, daß ein Blend aus PVOH, modifiziertem PVOH, EVOH, modifiziertem EVOH und/oder weiteren Zusatzstoffen zur Herstellung der biologisch abbaubaren Kunststoffolie vorgesehen ist.

Hierdurch lässt sich einerseits eine sehr gute Verträglichkeit der unterschiedlichen Komponenten herstellen und andererseits lassen sich sehr gute Barriereeigenschaften erzeugen. Besonders wenn ein Blend aus PVOH, modifiziertem PVOH, EVOH und modifiziertem EVOH eingesetzt wird, ergeben sich hervorragende Eigenschaften.

Eine weitere sehr vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt auch dann vor, wenn dem Basis-Kunststoffmaterial bis zu 50%, insbesondere bis zu 30%, vorzugsweise bis zu 10% das zusätzliche Kunststoffmaterial zugefügt ist.

Damit wird eine besonders gute Verträglichkeit zwischen der aus dem Basis-Kunststoffmaterial gefertigten Schicht und der nächsten Schicht erzeugt.

Ebenfalls sehr vorteilhaft ist es, wenn dem zusätzlichen Kunststoffmaterial bis zu 50% Basis-Kunststoffmaterial, insbesondere bis zu 30%, vorzugsweise bis zu 10% beigemengt ist.

Damit wird eine besonders gute Verträglichkeit zwischen der aus dem zusätzlichen Kunststoffmaterial gefertigten Schicht und der aus dem Basis-Kunststoffmaterial gefertigten Schicht erzeugt.

Es hat sich erfindungsgemäß auch als äußerst vorteilhaft erwiesen, wenn als Haftvermittler ein Polymer, insbesondere ein funktionalisiertes Polymer vorgesehen ist.

Funktionalisierte Polymere weisen in weiten Bereichen vorbestimmbare Eigenschaften auf.

Eine weitere sehr vorteilhafte Fortbildung der Erfindung liegt auch dann vor, wenn als Haftvermittler ein Polymer, insbesondere ein Polyethylen oder ein Polypropylen vorgesehen ist, das durch Pfropfung modifiziert ist.

Es hat sich ebenfalls als sehr vorteilhaft erwiesen, wenn ein Haftvermittler auf Acrylatbasis, insbesondere auf Methacrylat-Basis vorgesehen ist.

Eine weitere sehr vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt auch darin, daß als Haftvermittler ein Ethylenacrylat vorgesehen ist.

Durch all diese Haftvermittler wird eine besonders gute Haftung und Verträglichkeit zwischen den unterschiedlichen Materialien erzielt.

Es hat sich des weiteren als äußerst vorteilhaft erwiesen, wenn die Haftvermittler mit Maleinsäureanhydrid oder dergleichen modifiziert sind.

Mit Maleinsäureanhydrid oder dergleichen modifizierte Haftvermittler haben sich als für die erfindungsgemäßen Kunststoffe als besonders geeignet erwiesen.

Sehr vorteilhaft ist es desweiteren, wenn der Haftvermittler mit einem weiteren Kunststoffmaterial geblendet ist.

Hierdurch ergeben sich ebenfalls sehr gute Haft- und Verträglichkeitseigenschaften.

Eine weitere äußerst vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt auch dann vor, wenn der Haftvermittler mit dem Basismaterial und/oder dem Barrierematerial geblendet ist.

Dadurch wird die jeweilige Verträglichkeit nochmals verbessert.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung hat es sich auch als sehr vorteilhaft erwiesen, wenn die Folie aus wenigstens einer Folienschicht aufgebaut ist, die Barriereeigenschaften gegenüber Gasen, insbesondere gegenüber Sauerstoff aufweist.

Dadurch wird es ermöglicht, die erfindungsgemäße Folie auch zum Verpacken von insbesondere gegenüber Sauerstoff empfindlichen Gütern einzusetzen.

Es hat sich erfindungsgemäß auch als sehr vorteilhaft erwiesen, wenn die Folienschicht aus dem mit dem zusätzlichen Kunststoffmaterial versetzten Basismaterial aufgebaut ist.

Damit wird eine intrinsische Barriere gegen Sauerstoff und dergleichen geschaffen.

Sehr vorteilhaft ist es aber auch, wenn die Folie aus wenigstens zwei Folienschichten aufgebaut ist.

Die weitere Folienschicht kann dabei eine weitere, andere Eigenschaften aufweisende Folienschicht sein, oder aber eine auch zusätzliche Barriereschicht darstellen.

Sehr vorteilhaft ist es erfindungsgemäß aber auch, wenn die eine Schicht aus dem Basismaterial und die andere Schicht aus dem zusätzlichen Kunststoffmaterial gefertigt ist.

Dadurch werden ganz hervorragende Barriereeigenschaften erzielt.

Es hat sich erfindungsgemäß auch als sehr vorteilhaft erwiesen, wenn zwischen zwei aufeinanderfolgenden Folienschichten ein Haftvermittler vorgesehen ist.

Durch diesen Haftvermittler werden die Folienschichten besonders gut miteinander verbunden.

Sehr vorteilhaft ist es erfindungsgemäß auch, wenn die einzelnen Folienschichten modifiziert sind.

Durch die Modifizierung werden die Eigenschaften der jeweiligen Folienschicht definiert verändert.

Es hat sich dabei als sehr vorteilhaft erwiesen, wenn die einzelnen Folienschichten mit dem Material der darauffolgenden Folienschicht geblendet sind.

Damit wird eine besonders gute Verträglichkeit der aufeinander folgenden Folienschichten sichergestellt.

Erfindungsgemäß hat es sich auch als äußerst vorteilhaft erwiesen, wenn die Folie gereckt ist.

Dadurch wird nicht nur die Dicke der Gesamtfolie signifikant reduziert, sondern es werden auch die physikalischen und/oder chemischen Eigenschaften verändert.

Es hat sich auch als sehr vorteilhaft erwiesen, wenn die Folie transparent ausgebildet ist.

Es hat sich aber auch als sehr vorteilhaft erwiesen, wenn die Folie opak ausgebildet ist.

Hierdurch ist die erfindungsgemäße Folie besonders gut für viele Verpackungszwecke geeignet.

Äußerst vorteilhaft ist es erfindungsgemäß auch, wenn das Barrierematerial biologisch abbaubar ist.

Damit wird die biologische Abbaubarkeit der gesamten Folie auch bei größeren Anteilen Barrierematerials nicht negativ beeinflusst.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels veranschaulicht.

Eine aus einem PLA bestehende Grundfolie wird mit einem PVOH bzw. einem EVOH, das einen Ethylenanteil von 0,01 bis 80 mol% aufweisen kann, zusammen extrudiert. PLA, PVOH und EVOH sind biologisch abbaubar. PLA basiert zudem auf nachwachsenden Rohstoffen.

Dabei kann das PLA mit dem PVOH bzw. dem EVOH vermischt sein oder aber in getrennten Schichten coextrudiert werden. In beiden Fällen wird eine sehr gute Barrierewirkung vor allem gegenüber Sauerstoff erzielt, ohne die biologische Abbaubarkeit des PLA negativ zu beeinflussen.

Um den Zusammenhalt des aus mehreren Schichten bestehenden Folienverbundes zu erhöhen und etwaige Unverträglichkeiten der einzelnen Schichten zu eliminieren kann ein Haftvermittler vorgesehen werden.

Es ist aber auch denkbar, einen Haftvermittler oder dergleichen einem Gemisch aus PLA und/oder PVOH bzw. EVOH hinzuzufügen um die Verträglichkeit der Komponenten des Gemisches untereinander zu verbessern.

Bei bestimmten, meist hohen Mischungsverhältnissen kann es sonst zu Trübungen und Inhomogenitäten kommen, die durch den Zusatzstoff vermieden werden können.

Es ist ebenfalls denkbar, daß um die Verträglichkeit der eigentlich unverträglichen Stoffe diese jeweils mit einem geringen Anteil des jeweils anderen Stoffes geblendet werden, so daß auch hierdurch die Verträglichkeit verbessert und die Haftung der einzelnen Schichten aneinander erhöht wird. Der geringe Anteil kann dabei bis etwa 10% betragen.

Zudem ist es denkbar, daß einem Haftvermittler ebenfalls wenigstens einer der Rohstoffe der jeweils angrenzenden Schichten zugemischt wird. Auch hier wird die Wirkungsweise des Haftvermittlers, unterstützt. Eventuell auftretende, minimale Unverträglichkeiten werden eliminiert.

Als Haftvermittler können alle zu den miteinander zu verbindenden Stoffen kompatiblen Haftvermittler vorgesehen werden. Besonders können funktionalisierte und unfunktionalisierte Polymere mit den geforderten Eigenschaften vorgesehen werden. Dabei können auch Polymere wie zum Beispiel PE oder PP zum Beispiel durch Pfropfung derart funktionalisiert werden, daß diese für die vorliegende Erfindung als Haftvermittler eingesetzt werden können.

Dabei ist es denkbar, daß vor allem Haftvermittler auf Basis von Ethylen, Acrylat und Methacrylat eingesetzt werden, die zum Beispiel mit Maleinsäureanhydrid gepfropft sein können.

Als Haftvermittler bieten sich vor allem EthylenAcrylat Copolymere, EthylenVinylacetat, Säure Copolymere, Polymere mit Säureanhydrid-Funktionen, insbesondere mit ungesättigten Säureanhydriden versehenes Polyethylen und Polypropylen, Polymere und Copolymerisate die Hydroxylgruppen enthalten, insbesondere Polyvinylalkohole, ethylenhaltige Polyvinylakohole, Hydroxyethylacrylat, Ionomere oder dergleichen an. Diese Haftvermittler können zudem in Form von Blends oder Batches mit anderen Stoffen vorgesehen sein.

Die Säureanhydrid- und/oder Hydroxylgruppen-funktionalisierten Haftvermittler können durch Copolymerisation von insbesondere organischen Monomeren mit ungesättigten Säureanhydriden bzw. hydroxylgruppen-haltigen Monomeren, wie zum Beispiel Maleinsäureanhydrid, Hydroxylethylacrylat, Hydroxypropylacrylat oder dergleiche, oder durch Propfung von Polymeren mit ungesättigten Säureanhydriden bzw. Hydroxylgruppen-haltigen Monomeren erzeugt werden.

Diese Haftvermittler können auch, wie oben schon angedeutet noch mit den Rohstoffen der einzelnen Kunststoffschichten geblendet werden, so daß ihre Funktion als Haftvermittler nochmals verbessert wird.

Als Rohstoffe für das Basismaterial kommen neben PLA auch weitere, biologisch abbaubare Kunststoffmaterialien in Frage. Ebenso können als Barrierematerial auch andere für den jeweiligen Einsatzzweck geeignete Barrierematerialien eingesetzt werden, die ebenfalls biologisch abbaubar sein sollten.

Die eingesetzten Haftvermittler sind bevorzugt ebenfalls biologisch abbaubar und können auch aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden.

Die im Extrusionsverfahren bzw. Coextrusionsverfahren, hierbei bieten sich das Cast und Blasverfahren an, hergestellten Folien können anschließend noch gereckt werden, um einerseits die Schichtdicke zu reduzieren und andererseits unter anderem auch die mechanischen und optischen Eigenschaften zu verändern.

Je nach Einsatzzweck der Folie kann dabei mit monoaxialen und biaxialen Reckungen mit verschiedensten Reckverhältnissen gearbeitet werden.

Auch kann die Folie während der Extrusion oder im Rahmen einer Nachbehandlung mit weiteren Schichten zusammengebracht werden.

Es ist dabei denkbar, daß auch nachträglich noch Beschichtungen aufgebracht werden können. Vor allem können Lacke, insbesondere Siegel- oder Hitzeschutzlacke aber auch Antifog-Additive, Peel-Additive, Antiblockmittel, optische Aufheller, Antistatika Gleitmittel oder Weichmacher, aber auch normale Druckfarben aufgebracht werden.

Genauso ist es auch denkbar, daß Antifog-Additive, Peel-Additive, Antiblockmittel, optische Aufheller, Antistatika Gleitmittel, Weichmacher und/oder Farbstoffe einem der Kunststoffmaterialien, also dem Basismaterial und/oder dem Barrierematerial und/oder einem zusätzlichen Kunststoffmaterial zugesetzt werden. Diese Additive können dabei durch einen Masterbatch oder durch direkte Zugabe während der Extrusion eingebracht werden, wodurch eine sehr homogene Verteilung erzielt werden kann.

Ebenso ist es denkbar, daß die erfindungsgemäßen Folienschichten als Monofolien hergestellt werden und erst anschließend im Kaschierverfahren zusammengefügt werden. Dabei kann dann beispielsweise ein Ein- oder Mehrkomponenten Kaschierkleber eingesetzt werden.

Die gesamte Folie kann nach heutigem Kenntnisstand aus 2 bis 12 Einzelschichten gefertigt werden, wobei auch Monofolien oder auch mehrschichtige Verbunde denkbar sind, die weit mehr Schichten aufweisen.

Die Dicke des erfindungsgemäßen Folienverbundes liegt oftmals zwischen 5 und 5000 &mgr;m, in den allermeisten Fällen aber zwischen 20 und 2000 &mgr;m.

Die erfindungsgemäßen Folien bzw. Folienverbunde sind besonders für Lebensmittelverpackungen geeignet. Es können unter anderem daraus Deckelfolien aber auch tiefziehbare Bodenfolien hergestellt werden.

Versuche haben ergeben, daß die Barriereeigenschaften der erfindungsgemäßen Folie hervorragend ausgebildet sind.

Zur Verdeutlichung der Versuchsergebnisse wurde zunächst eine PLA Monofolie mit einer Dicke von 40 &mgr;m im Blasverfahren hergestellt. Diese Folie weist eine Sauerstoffdurchlässigkeit von 456 ccm/qm in 24 h bei 23°C und 75% Luftfeuchtigkeit auf.

Als nächstes wurde eine aus drei PLA Schichten bestehende Monofolie hergestellt, deren einzelnen Schichten eine Dicke von 10 &mgr;m, 20 &mgr;m und 10 &mgr;m aufweisen. Diese Folie weist dieselbe Sauerstoffdurchlässigkeit wie die oben beschriebene Monofolie auf.

Beispiel 1:

Daraufhin wurde mit einem 5-Schicht Blasextruder eine PLA-PVOH-PLA Folie mit einer Gesamtdicke von wiederum 40 &mgr;m erzeugt. Als erste Aussenschicht wurde eine 10 &mgr;m PLA Schicht, gefolgt von einer 5 &mgr;m Haftvermittlerschicht angeordnet. Darauf folgt eine 10 &mgr;m PVOH Schicht, dann wiederum 5 &mgr;m Haftvermittler und als zweite Aussenschicht eine 10 &mgr;m PLA Schicht. Diese Folie weist eine Sauerstoffdurchlässigkeit von 58 ccm/qm in 24 h bei 23°C und 75% Luftfeuchte auf und besitzt damit schon sehr gute Barriereeigenschaften gegenüber Sauerstoff

Beispiel 2:

Hier wurde wiederum eine 5-Schicht Folie auf einem entsprechenden Blasextruder analog zu Beispiel 1 erzeugt. Allerdings wurde die PVOH Schicht durch eine EVOH Schicht ersetzt. Die Messung dieser Folie ergab nun für die Sauerstoffdurchlässigkeit 1,6 ccm/qm in 24 h bei 23°C und 75% Luftfeuchte. Damit besitzt diese Folie hervorragende Barriereeigenschaften.


Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung einer biologisch abbaubaren Kunststoffolie bzw. eines Folienverbundes mit Barriereeigenschaften, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie bzw. der Folienverbund zumindest aus einem biologisch abbaubaren Basis-Kunststoffmaterial und einem Barriereeigenschaften aufweisenden zweiten Kunststoffmaterial hergestellt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffmaterialien vor der Extrusion vermischt und dann zusammen extrudiert werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffmaterialien vor der Extrusion miteinander zu einem Masterbatch vermischt und dann mit weiterem Basismaterial zusammenextrudiert werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffmaterialien jeweils zu Folienlagen extrudiert und zusammengefügt werden. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffmaterialien gemeinsam coextrudiert werden. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die extrudierten Folienlagen mit einem Haftvermittler ausgerüstet und mit weiteren Folienlagen zu einem mehrschichtigen Verbund zusammengeführt werden. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffolie bzw. der mehrschichtige Verbund gereckt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Masterbatch bzw. der Mischung ein Stabilisierungsmittel zugefügt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Masterbatch bzw. der Mischung ein Haftvermittler zugefügt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen jeweils zwei Folienlagen ein Haftvermittler eingebracht wird. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Haftvermittler zusammen mit wenigstens einer der beiden Folienlagen coextrudiert wird. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Haftvermittler auf eine der Folienlagen aufgebracht, insbesondere aufextrudiert wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Basis-Kunststoffmaterial mit einem weiteren Kunststoffmaterial versetzt wird um die Verträglichkeit mit dem Barrierematerial zu erhöhen. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Basis-Kunststoffmaterial mit einem Anteil des Barrierematerials vermischt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Barrierematerial mit einem weiteren Kunststoffmaterial versetzt wird um die Verträglichkeit mit dem Basismaterial zu erhöhen. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Barrierematerial mit einem Anteil des Basis-Kunststoffmaterials vermischt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die fertige Folie thermisch verformt, insbesondere tiefgezogen wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein biologisch abbaubares Barrierematerial eingesetzt wird. Biologisch abbaubare Kunststoffolie hergestellt nach einem Verfahren gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Basis-Kunststoffmaterial ein PLA (Polylactid) vorgesehen ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß als zusätzliches Kunststoffmaterial ein Polyvinylalkohol (PVOH) vorgesehen ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß ein modifizierter PVOH vorgesehen ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß ein ethylenhaltiger Vinylakohol (EVOH) als zusätzliches Kunststoffmaterial vorgesehen ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß ein modifizierter EVOH vorgesehen ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 19 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß ein Barriereeigenschaften aufweisender weiterer Zusatzstoff, insbesondere ein biologisch abbaubarer Zusatzstoff vorgesehen ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 19 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß ein Blend aus PVOH, modifiziertem PVOH, EVOH, modifiziertem EVOH und/oder weiteren Zusatzstoffen zur Herstellung der biologisch abbaubaren Kunststoffolie vorgesehen ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 19 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß dem Basis-Kunststoffmaterial bis zu 50%, insbesondere bis zu 30%, vorzugsweise bis zu 10% das zusätzliche Kunststoffmaterial zugefügt ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 19 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß dem zusätzlichen Kunststoffmaterial bis zu 50% Basis-Kunststoffmaterial, insbesondere bis zu 30%, vorzugsweise bis zu 10% beigemengt ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 19 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß als Haftvermittler ein Polymer, insbesondere ein funktionalisiertes Polymer vorgesehen ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 19 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß als Haftvermittler ein Polymer, insbesondere ein Polyethylen oder ein Polypropylen vorgesehen ist, das durch Pfropfung modifiziert ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 19 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß ein Haftvermittler auf Acrylatbasis, insbesondere auf Methacrylat-Basis vorgesehen ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach Anspruch 30, dadurch gekennzeichnet, daß als Haftvermittler ein Ethylenacrylat vorgesehen ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 19 bis 31, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftvermittler mit Maleinsäureanhydrid oder dergleichen modifiziert sind. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 28 bis 32, dadurch gekennzeichnet, daß der Haftvermittler mit einem weiteren Kunststoffmaterial geblendet ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, daß der Haftvermittler mit dem Basismaterial und/oder dem Barrierematerial geblendet ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 19 bis 34, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie aus wenigstens einer Folienschicht aufgebaut ist, die Barriereeigenschaften gegenüber Gasen, insbesondere gegenüber Sauerstoff aufweist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach Anspruch 35, dadurch gekennzeichnet, daß die Folienschicht aus dem mit dem zusätzlichen Kunststoffmaterial versetzten Basismaterial aufgebaut ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach Anspruch 35 oder 36, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie aus wenigstens zwei Folienschichten aufgebaut ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach Anspruch 37, dadurch gekennzeichnet, daß die eine Schicht aus dem Basismaterial und die andere Schicht aus dem zusätzlichen Kunststoffmaterial gefertigt ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 32 bis 38, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen zwei aufeinanderfolgenden Folienschichten ein Haftvermittler vorgesehen ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 32 bis 38, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Folienschichten modifiziert sind. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach Anspruch 40, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Folienschichten mit dem Material der darauffolgenden Folienschicht geblendet sind. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 19 bis 41, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie gereckt ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 19 bis 42, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie transparent ausgebildet ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 19 bis 43, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie opak ausgebildet ist. Biologisch abbaubare Kunststoffolie nach einem der Ansprüche 19 bis 44, dadurch gekennzeichnet, daß das Barrierematerial biologisch abbaubar ist.






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