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Dokumentenidentifikation DE102006024756A1 06.12.2007
Titel Chirurgischer Obturator
Anmelder AESCULAP AG & Co. KG, 78532 Tuttlingen, DE
Erfinder Maliglowka, Johann, 78600 Kolbingen, DE;
Mayenberger, Rupert, Dipl.-Ing.(Univ.), 78239 Rielasingen-Worblingen, DE;
Schweitzer, Tom, Dipl.-Ing.(FH), 78532 Tuttlingen, DE
Vertreter HOEGER, STELLRECHT & PARTNER Patentanwälte, 70182 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 27.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006024756
Offenlegungstag 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse A61B 17/34(2006.01)A, F, I, 20060527, B, H, DE
Zusammenfassung Um bei einem chirurgischen Obturator zum Durchstechen einer Körperwand mit einem Messer, dessen Schneide von einer Spitze des Obturators nach verschiedenen Seiten nach außen und gegenüber der Spitze zurückspringend verläuft und das über seine gesamte Länge parallel zur Durchstechrichtung orientiert ist, so daß die Schneide in Durchstechrichtung weist, ein gefühlvolleres Einstechen des Obturators in eine Körperwand zu ermöglichen, wird vorgeschlagen, daß die Schneide schraubenlinienförmig verläuft.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen chirurgischen Obturator zum Durchstechen einer Körperwand mit einem Messer, dessen Schneide von einer Spitze des Obturators nach verschiedenen Seiten nach außen und gegenüber der Spitze zurückspringend verläuft und das über seine gesamte Länge parallel zur Durchstechrichtung orientiert ist, so daß die Schneide in Durchstechrichtung weist.

Obturatoren dieser Art werden verwendet, um eine Öffnung in einer Körperwand auszubilden, durch die eine Kanüle oder ein Rohr in das Körperinnere eingeführt werden kann, beispielsweise zur Vorbereitung einer minimalinvasiven Operation.

Es sind Obturatoren bekannt mit in Durchstechrichtung weisenden, von der Spitze nach außen und zurückspringend verlaufenden Schneiden, bei denen die Messerschneide eine V-Form aufweist, also mit geradlinigen Schneiden, die gegenüber einer durch die Spitze des Obturators laufenden Längsachse desselben geneigt sind. Mit derartigen Obturatoren können saubere Schnitte durchgeführt werden, wenn der Obturator durch die Körperwand vorgeschoben wird, es ist aber schwierig, diesen Durchstechprozeß so gefühlvoll durchzuführen, daß nach dem Durchstechen innere Organe nicht unbeabsichtigt verletzt werden. Wenn der Schneidvorgang einmal eingeleitet ist, schreitet dieser mit relativ geringem Widerstand fort, so daß der Chirurg nicht genau feststellen kann, wie weit der Obturator bereits in die Körperwand eingedrungen ist.

Es ist Aufgabe der Erfindung, einen gattungsgemäßen chirurgischen Obturator so auszubilden, daß mit ihm gefühlvolleres Durchstechen einer Körperwand möglich ist.

Diese Aufgabe wird bei einem chirurgischen Obturator der eingangs beschriebenen Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Schneide schraubenlinienförmig verläuft. Bei einem solchen Verlauf erfolgt der Durchstechvorgang nicht allein durch ein axiales Vorschieben des Obturators, sondern durch eine Überlagerung einer Vorschubbewegung und einer Drehbewegung ähnlich der Bewegung beim Einschrauben einer selbstschneidenden Knochenschraube. Eine solche überlagerte Vorschub- und Drehbewegung ist wesentlich kontrollierter ausführbar als eine reine Vorschubbewegung, der Operateur kann auch an dem Drehwinkel abschätzen, wie weit das Messer bereits in die Körperwand eingedrungen ist.

Es ist vorteilhaft, wenn die Abschnitte des Messers auf verschiedenen Seiten der Spitze durch eine Drehung um eine durch die Spitze des Obturators hindurchgehende Längsachse ineinander überführbar sind, wenn also ähnliche Geometrien der Abschnitte des Messers verwendet werden, die sich lediglich durch ihre Winkelstellung unterscheiden.

Insbesondere kann vorgesehen sein, daß die Projektion der Schneide auf eine senkrecht zur Längsachse des Obturators stehende Ebene ausgehend von der Spitze einen Kreisbogen oder zumindest annähernd einen Kreisbogen bildet.

Dabei ist es vorteilhaft, wenn sich der Kreisbogen von der Spitze aus über einen Winkel von etwa 180° erstreckt, also ungefähr über einen Halbkreis.

Die Abschnitte der Schneiden können auf verschiedenen Seiten der Spitze ohne Knick ineinander übergehen, in diesem Falle verläuft die Schneide im Bereich der Spitze des Obturators quer zur Längsachse des Obturators.

Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Abschnitte der Schneiden auf verschiedenen Seiten der Spitze unter einem spitzen Winkel ineinander übergehen, so daß sich ein spitzbogenförmiger Verlauf ergibt.

Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel kann vorgesehen sein, daß die Abschnitte der Schneiden auf verschiedenen Seiten der Spitze unter Ausbildung einer Zentrierspitze ineinander übergehen, die dem Operateur das Ansetzen des Obturators erleichtert.

Günstig ist es, wenn der Obturator eine sich verjüngende Einführfläche an seinem einen Ende trägt mit einem Schlitz, durch den das Messer heraussteht. Das Messer ist also durch die Einführfläche weitgehend abgedeckt, lediglich die Schneiden stehen aus dem Schlitz geringfügig hervor, und die Einführfläche legt sich an das Gewebe der Körperwand an, wenn der Obturator unter Ausbildung einer Durchstechöffnung eingedreht und vorgeschoben wird. Dies führt zu einer guten Führung und schließt gleichzeitig die entstehende Öffnung in der Körperwand ab, gegebenenfalls sogar gasdicht.

Die Einführfläche kann beispielsweise annähernd kegelstumpfförmig ausgebildet sein und eine abgerundete Spitze aufweisen.

Die nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung dient im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:

1: eine perspektivische Ansicht des Einstechbereichs eines Obturators mit schraubenförmiger Schneidengeometrie;

2: eine Längsschnittansicht durch den Einstechbereich des Obturators der 1 längs Linie 2-2 in 3;

3: eine Ansicht des Obturators der 1 von der Spitze aus gesehen;

4: eine schematische Darstellung eines Messers für den Obturator der 1 bis 3 und

5 bis 8: unterschiedliche Anordnungen der Schneiden im Bereich der Spitze des Obturators.

Der in der Zeichnung dargestellte Obturator 1 umfaßt ein rohrschaftförmiges Gehäuse 2 mit einer annähernd kegelstumpfförmigen Einführfläche 3 an einem Ende, die von der Außenwand des schaftförmigen Gehäuses 2 kontinuierlich zu einer Spitze führt. Diese Spitze 4 ist abgerundet.

In der Einführfläche 3 ist ein Schlitz 5 angeordnet, der durch die Spitze 4 hindurchgeht und der sich parallel zur Längsachse des Obturators 1 erstreckt.

Durch diesen Schlitz 5 ragt ein Messer 6 hindurch, das Teil eines Messerkörpers 7 ist, der im Inneren des Gehäuses 2 und unter der Einführfläche 3 angeordnet ist. Das Messer 6 ragt geringfügig aus dem Schlitz 5 heraus, wobei die Schneide 8 des Messers 6 im wesentlichen parallel zu dem Schlitz 5 verläuft.

Die Schneide 8 verläuft dabei schraubenförmig, das heißt sie verläuft von der Spitze 4 ausgehend auf einer sich erweiternden Schraubenlinie nach außen und zum schaftförmigen Gehäuse 2 hin. Die Projektion der schraubenlinienförmigen Schneide 8 auf eine senkrecht zur Längsachse des Obturators verlaufende Ebene ist somit S-förmig, wie dies in 3 dargestellt ist. Ausgehend von der Spitze 4 der Schneide ist diese Projektion etwa ein Halbkreis, wobei das von der Spitze 4 entfernte Ende 9 noch im Bereich der Einführfläche 3 endet, also in einem radialen Abstand von der Spitze 4, der kleiner ist als der Radius des schaftförmigen Gehäuses 2. Die Schneide 8 erstreckt sich dabei über etwa 180°, und die beiden Abschnitte der Schneide 8 auf gegenüberliegenden Seiten der Spitze 4 gehen im Bereich der Spitze 4 ohne Knick ineinander über, das heißt die Schneide verläuft im Bereich der Spitze 4 quer zur Längsachse des Obturators.

Die beiden auf gegenüberliegenden Seiten der Spitze 4 liegenden Abschnitte der Schneide sind dabei gleich ausgebildet, so daß diese Abschnitte durch eine Drehung um 180° um die Längsachse des Gehäuses 2 zur Deckung gebracht werden können.

Wenn dieser Obturator 1 in Richtung seiner Längsachse an eine Körperwand herangeschoben wird, in der eine Öffnung erzeugt werden soll, legt sich die Schneide 8 zunächst im Bereich der Spitze 4 an die Außenseite der Körperwand und bringt dort einen horizontalen Schnitt ein. Beim weiteren Vorschieben dreht der Operateur gleichzeitig den Obturator 1 um seine Längsachse, so daß die schrauben- oder helixförmige Schneide 8 ähnlich wie eine selbstschneidende Knochenschraube mit in Einschraubrichtung zunehmendem Durchmesser der Schraubgänge in die Körperwand eindringt und dabei den erzeugten Schnitt kontinuierlich erweitert, bis der Schnitt eine Länge erreicht hat, die durch die Gesamtlänge der Schneide 8 vorgegeben ist. Damit ist der Schneidvorgang beendet, die Einführfläche 3 ist jedoch noch nicht vollständig durch die erzeugte Öffnung hindurchgetreten, da ihr Außendurchmesser am gehäuseseitigen Ende größer ist. Die Einführfläche 3 verschließt daher die Öffnung dicht, durch weiteres Eindrücken der Einführfläche 3 kann diese Öffnung aufgeweitet werden, wobei das Gewebe der Körperwand dann dichtend an der Einführfläche 3 entlanggleitet und am Gehäuse 2 anliegt.

Durch den schraubenlinienförmigen Verlauf der Schneide 8 muß der Obturator 1 zum Erzeugen der Durchstechöffnung neben der Vorschubbewegung auch eine Drehbewegung erfahren, und diese überlagerte Bewegung aus Vorschub und Drehung ermöglicht dem Operateur ein wesentlich gefühlvolleres Durchstechen der Körperwand als bei einer Schneide, die geradlinig verläuft und die daher nur einen Vorschub des Obturators 1 zuläßt.

Die Abschnitte der Schneide 8 auf gegenüberliegenden Seiten der Spitze 4 können in der beschriebenen Weise ohne Knick ineinander übergehen, es ergibt sich dann von der Seite aus gesehen eine Kontur gemäß 6.

Es kann aber auch vorgesehen sein, daß sich die Abschnitte der Schneide 8 in der Spitze 4 in einem spitzen Winkel treffen, wie dies in den 5 und 7 dargestellt ist.

Bei einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel gemäß 8 ist vorgesehen, daß die beiden Abschnitte der Schneide 8 im Bereich der Spitze 4 eine Zentrierspitze ausbilden, die dem Operateur das Ansetzen des Obturators an die Körperwand erleichtert.


Anspruch[de]
Chirurgischer Obturator zum Durchstechen einer Körperwand mit einem Messer, dessen Schneide von einer Spitze des Obturators nach verschiedenen Seiten nach außen und gegenüber der Spitze zurückspringend verläuft, und das über seine gesamte Länge parallel zur Durchstechrichtung orientiert ist, so daß die Schneide in Durchstechrichtung weist, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneide (8) schraubenlinienförmig verläuft. Obturator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschnitte des Messers (6) auf verschiedenen Seiten der Spitze (4) durch eine Drehung um eine durch die Spitze (4) des Obturators (1) hindurchgehende Längsachse ineinander überführbar sind. Obturator nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Projektion der Schneide (8) auf eine senkrecht zur Längsachse des Obturators (1) stehende Ebene ausgehend von der Spitze (4) einen Kreisbogen bildet. Obturator nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Kreisbogen von der Spitze (4) aus über einen Winkel von etwa 180° erstreckt. Obturator nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschnitte der Schneiden (8) auf verschiedenen Seiten der Spitze (4) ohne Knick ineinander übergehen. Obturator nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschnitte der Schneiden (8) auf verschiedenen Seiten der Spitze (4) unter einem spitzen Winkel ineinander übergehen. Obturator nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschnitte der Schneiden (8) auf verschiedenen Seiten der Spitze (4) unter Ausbildung einer Zentrierspitze ineinander übergehen. Obturator nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß er eine sich verjüngende Einführfläche (3) an seinem einen Ende trägt mit einem Schlitz (5), durch den das Messer (6) hervorsteht. Obturator nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Einführfläche (3) annähernd kegelstumpfförmig ausgebildet ist und eine abgerundete Spitze (4) aufweist.






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