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Dokumentenidentifikation DE102006024998A1 06.12.2007
Titel Tafel, insbesondere Whiteboard, Pinnboard, Magnettafel, Moderatorentafel oder Trennwand
Anmelder Jakob Maul GmbH, 64732 Bad König, DE
Erfinder Brand, Winfried, 64720 Michelstadt, DE
Vertreter Jeck · Fleck · Herrmann Patentanwälte, 71665 Vaihingen
DE-Anmeldedatum 30.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006024998
Offenlegungstag 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse B43L 1/00(2006.01)A, F, I, 20070125, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B29C 44/12(2006.01)A, L, I, 20070125, B, H, DE   B29C 44/58(2006.01)A, L, I, 20070125, B, H, DE   
Zusammenfassung Tafel, insbesondere Whiteboard, Pinnboard, Magnettafel, Moeratorentafel oder Trennwand, umfassend einen Kern sowie ein auf mindestens einer Seite des Kerns angeordnetes, für den jeweiligen Anwendungsfall geeignetes Oberflächenmaterial. Der Kern besteht aus einem Zweikomponentenschaum, der in unausgehärtetem, flüssigen Zustand eine Klebeverbindung mit dem Oberflächenmaterial eingeht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Tafel gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Zur Unterstützung der Kommunikation und des Informationsaustauschs, sowie zur Visualisierung von Ideen, Informationen und dergleichen beispielsweise in Gruppenbesprechungen sind eine Vielzahl technischer Einrichtungen, wie etwa Beamer, Flipboard, Overheadprojektor, Whiteboard, Pinnwand, Schiefertafel, Magnettafel, Moderatorentafel und dergleichen bekannt. Den geringsten Bedarf an technischer Infrastruktur bei gleichzeitig geringstem Gewicht benötigen hierbei die klassischen Kommunikationshilfen Whiteboard, Magnettafel und Pinnboard, mit dem Vorteil einer Verwendbarkeit an fast jedem beliebigen Ort, einer einfachen Aufstellbarkeit und einer einfachen Transportierbarkeit.

Ein Whiteboard umfasst eine typischerweise weiße, glatte, feste, mit einem handelsüblichen, nicht dauerhaften, beispielsweise wasserlöslichen Filzstift, einem so genannten Boardmarker beschreibbare, beispielsweise aus Kunststoff oder Emaille bestehende Oberfläche. Notizen und Zeichnungen können von dieser Oberfläche beispielsweise mit einem Wischtuch leicht entfernt werden.

Eine Magnettafel umfasst eine glatte, feste und metallische, insbesondere ferromagnetische Oberfläche, beispielsweise aus einem kunststoffbeschichteten Blech, auf der Notizzettel oder dergleichen mittels Magneten befestigt werden können.

Eine Pinnwand weist demgegenüber eine weiche, meist raue Oberfläche auf, in die Pinnadeln eingestochen werden können, um Notizzettel, Fotografien und dergleichen zu befestigen.

Dabei kommt es vor, dass je nach Gesprächsgegenstand oder Art der Gruppensitzung nicht nur ein Whiteboard oder eine Magnettafel oder eine Pinnwand benötigt werden, sondern Whiteboard und/oder Magnettafel und/oder Pinnwand.

Gemäß dem Stand der Technik ist es in diesem Fall erforderlich, alle drei Arten von Kommunikationshilfen mitzuführen oder zur Verfügung zu stellen, verbunden mit dem Nachteil eines großen Platzbedarfs.

Die oben genannten Produkte werden üblicherweise so hergestellt, dass der Plattenkern 8 aus Weichholz, Wellpappe, einer PU-Schaumplatte oder Styropor besteht (8a). Diese Plattenkerne 8 werden anschließend je nach Einsatzzweck mit Stoff, Papier, Kork, Emaille oder kunststoffbeschichtetem Blech als Oberflächenmaterial 7 versehen. Diese Oberflächenmaterialien 7 werden in einem separaten Arbeitsschritt (8b) durch Beschichtung mit Heiß- oder Kaltleim und unter Verwendung einer Presse auf den Plattenkern 8 aufgebracht. Im Anschluss daran werden die mit den jeweiligen Oberflächenmaterialien 7 beschichteten Platten 2 mit einem Aluminium-, Holz-, oder Kunststoffrahmen 3 und gegebenenfalls mit Kunststoffeckelementen 3' versehen (8c). Whiteboards und Pinnboards werden im Normalfall mit einer separat anzubringenden Ablegeschale für Stifte, Pinnadeln und Wischtücher versehen, sowie gegebenenfalls mit Aufhängeelementen zur Wandbefestigung.

Nachteilig hieran ist, dass für jeden Anwendungsfall ein eigens dafür vorgesehener Plattenkern vorgehalten werden muss, verbunden mit hohen Lagerhaltungskosten und Transportkosten zum Arbeitsplatz. Darüber hinaus werden viele einzelne Arbeitsschritte zur Herstellung benötigt, verbunden mit hohen Herstellungskosten.

Eine Aufgabe der Erfindung ist es, hier Abhilfe zu schaffen.

Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1.

Die erfindungsgemäße Tafel ermöglicht gegenüber dem Stand der Technik eine erhebliche Verringerung der Herstellungskosten von Whiteboards, Pinnboards, Magnettafeln, Moderatorentafeln und Trennwänden sowie eine erhebliche Vereinfachung der Herstellung. Darüber hinaus lässt das erfindungsgemäße Whiteboard auf einfache Weise zusätzliche Ausgestaltungsmerkmale zu. Des Weiteren wird eine hohe Formstabilität und Unempfindlichkeit gegen Luftfeuchte bei geringem Gewicht erreicht.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Dichte des für den Kern verwendeten Zweikomponentenschaums in ausgehärtetem Zustand ein Einstechen mit einer Pinnadel ermöglicht. Hierdurch ist es grundsätzlich möglich, ein und den Selben Zweikomponentenschaum für alle Arten von Tafeln, für Whiteboards, Pinnboards, Magnettafeln, Moderatorentafeln oder Trennwände zu verwenden.

Außerdem ist denkbar, dass in den Kern vorzugsweise durch Einschäumen Mittel eingearbeitet sind, welche zusammen mit einer mindestens auf einer Seite des Kerns angeordneten Beschichtung oder einer mindestens auf einer Seite des Kerns ausgebildeten Oberfläche einen Teil eines geeigneten Oberflächenmaterials bilden.

Insbesondere ist hierbei denkbar, dass das in den Kern eingearbeitete Material eine Verwendung der erfindungsgemäßen Tafel als Magnettafel ermöglicht. So ist beispielsweise denkbar, dass das Zweikomponentenmaterial eine mehr oder weniger geschlossene Oberfläche ausbildet, die an sich schon beispielsweise für ein Pinnboard oder eine Magnettafel geeignet ist. Wird nunmehr zusätzlich beispielsweise ein Metallgitter in den Kern mit eingearbeitet, so bildet das Metallgitter zusammen mit der Oberfläche beispielsweise des Kerns ein für eine Magnettafel geeignetes Oberflächenmaterial. Ist der Kern mit einem für ein Whiteboard geeigneten Oberflächenmaterial versehen, oder bildet der Kern selbst eine solche Oberfläche, und wird zusätzlich beispielsweise ein Metallgitter in den Kern eingearbeitet, so bildet das Metallgitter zusammen mit der Whiteboard-Oberfläche ein geeignetes Oberflächenmaterial für eine Magnettafel.

Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die in den Kern eingearbeiteten Mittel ein ferromagnetisches Material umfassen. Durch die Einarbeitung eines ferromagnetischen Materials in den Kern kann die erfindungsgemäße Tafel unabhängig von dem verwendeten Oberflächenmaterial, das beispielsweise Eigenschaften aufweist, die eine Verwendung der Tafel als Pinnboard oder Whiteboard zulassen, als Magnettafel verwendet werden.

Dabei ist denkbar, dass das in den Kern eingearbeitete ferromagnetische Material ein Gitter oder ein Netz aus Eisen oder einem anderen ferromagnetischen Material, beispielsweise aus einem Draht oder dergleichen umfasst, das vorzugsweise nahe der Oberfläche in den Kern eingeschäumt ist.

Eine zusätzliche, vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass in den Kern Elemente mit weitergehenden Funktionen eingeschäumt sind. So können beispielsweise Ausnehmungen in Form von Aussparungen zur Aufnahme von Stiften und/oder zum Aufhängen der Tafel in den Kern eingearbeitet sein, oder vorgeformte Elemente, die eine solche Funktion übernehmen.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist gekennzeichnet durch ein zumindest an einer Schmalseite der Tafel angeordnetes Rahmenelement. Das Rahmenelement ist dabei vorzugsweise integraler Bestandteil des Kerns. Hierdurch werden die Herstellungskosten weiter verringert. Dabei ist denkbar, dass das Rahmenelement durch Bedrucken oder Beschichten optisch hervorgehoben ist. Eine Hervorhebung durch Bedrucken oder Aufbringen einer Folie ist besonders kostengünstig und genügt den optischen Ansprüchen völlig.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass dem Zweikomponentenschaum vorzugsweise in noch flüssigem, unausgehärtetem Zustand ein Füllstoff beigemengt ist. Hierdurch kann der Verbrauch an Zweikomponentenschaummaterial verringert werden, sowie andere gewünschte Eigenschaften erreicht werden, wie beispielsweise eine Erhöhung der Standfestigkeit durch Beschweren, eine Modifikation der Härte des Schaums, eine Veränderung der Elastizität bzw. Steifigkeit des Schaums und dergleichen. Der Füllstoff kann beispielsweise ein Recyclingmaterial umfassen. Hierdurch werden die Kosten für den Füllstoff verringert.

Dabei ist denkbar, dass der Füllstoff eine höhere Dichte aufweist, als der ausgehärtete Zweikomponentenschaum. Durch Zusatz eines Füllstoffs mit einer höheren Dichte als der ausgehärtete Zweikomponentenschaum kann insbesondere durch Einbringen eines solchen Füllstoffs in den Fußbereich einer erfindungsgemäßen Tafel eine zur Verbesserung der Standfähigkeit erforderliche Beschwerung erreicht werden.

Darüber hinaus ist denkbar, dass der Füllstoff metallische, vorzugsweise ferromagnetische Partikel umfasst. Durch Zusatz metallischer Füllstoffe kann einerseits ein zur Verbesserung der Standfähigkeit erforderliche Beschwerung erreicht werden, andererseits kann ein im Bereich einer Oberfläche des Kerns eingebrachter derartiger Füllstoff die Verwendung der erfindungsgemäßen Tafel als Magnettafel ermöglichen, unabhängig von der Beschaffenheit der Oberfläche oder des Oberflächenmaterials der Tafel oder der weiteren Verwendbarkeit der Tafel.

Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Zweikomponentenschaum des Kerns beim Aushärten eine zumindest für Whiteboards und Magnettafeln geeignete, glatte Oberfläche ausbildet, welche zumindest ein Teil des geeigneten Oberflächenmaterials bildet.

Eine zusätzliche, besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung betrifft ein Schäumwerkzeug zur Herstellung einer oben beschriebenen Tafel. Ein solches erfindungsgemäßes Schäumwerkzeug umfasst:

  • – Mittel zum Bilden einer der Form des Kerns der herzustellenden Tafel entsprechenden Kavität bzw. eines der Form der herzustellenden Tafel entsprechenden Hohlraums,
  • – Mittel zum Halten mindestens eines an mindestens einer Oberfläche des Kerns der herzustellenden Tafel anzuordnenden Oberflächenmaterials an entsprechender Stelle in der Kavität bzw. dem Hohlraum,
  • – Mittel zum Einbringen von zur Verwendung als Kern der herzustellenden Tafel vorgesehenen Zweikomponentenschaummaterial in unausgehärtetem, flüssigen Zustand in die Kavität bzw. den Hohlraum, sowie
  • – Mittel zum Halten der Form der Kavität bzw. des Hohlraums bis zum Aushärten des Zweikomponentenschaums. Die Mittel zum Halten der Form der Kavität bzw. des Hohlraums bis zum Aushärten des Zweikomponentenschaums dienen im Wesentlichen dazu, sicherzustellen, dass sich die Form beim Aushärten des Zweikomponentenschaums nicht öffnet.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schäumwerkzeugs umfasst dieses Mittel zum Halten mindestens eines an mindestens einer Schmalseite der fertigen Tafel anzuordnenden Rahmenelements an entsprechender Stelle in der Kavität bzw. dem Hohlraum.

Ebenso ist denkbar, dass das erfindungsgemäße Schäumwerkzeug Mittel zum Halten mindestens eines in dem Kern der herzustellenden Tafel anzuordnenden, aus einem vorzugsweise ferromagnetischen Material bestehenden Gitters oder Netzes an entsprechender Stelle in der Kavität bzw. dem Hohlraum umfasst.

Dabei können die Mittel zum Halten des Oberflächenmaterials in der Kavität oder dem Hohlraum eine Vorrichtung zum Erzeugen eines Unterdrucks zwischen Form und Oberflächenmaterial umfassen.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer oben beschriebenen Tafel. Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst die Verfahrensschritte:

  • – Einbringen eines für den gewünschten Anwendungsfall der herzustellenden Tafel geeigneten Oberflächenmaterials in eine der Form des Kerns der herzustellenden Tafel entsprechenden Kavität bzw. einen der Form des herzustellenden Kerns entsprechenden Hohlraum,
  • – Halten des Oberflächenmaterials an entsprechender Stelle in der Kavität bzw. dem Hohlraum,
  • – Einbringen von zur Verwendung als Kern der herzustellenden Tafel vorgesehenen Zweikomponentenschaummaterial in unausgehärtetem, flüssigen Zustand in die Kavität bzw. den Hohlraum, sowie
  • – Halten der Form der Kavität bzw. des Hohlraums bis zum Aushärten des Zweikomponentenschaums.

Dabei kann es erforderlich sein, das Oberflächenmaterial bis zum aushärten oder zumindest bis zum teilweise aushärten des Zweikomponentenschaums an der entsprechenden Stelle in der Kavität bzw. dem Hohlraum zu halten.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, dass zusätzlich zu dem Oberflächenmaterial mindestens ein an mindestens einer Schmalseite des Kerns der herzustellenden Tafel anzuordnendes Rahmenelement in die Kavität bzw. den Hohlraum vor oder nach dem Oberflächenmaterial an entsprechender Stelle eingebracht und gehalten wird.

Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, dass zumindest das Halten des Oberflächenmaterials an geeigneter Stelle in der Kavität bzw. dem Hohlraum durch Unterdruck erfolgt. Hierdurch werden keine Haltemittel in der Form benötigt, welche die Qualität Oberfläche der herzustellenden Tafel beeinträchtigen könnten. Der Unterdruck kann beispielsweise durch Bohrungen in den die Form der Kavität bzw. des Hohlraums vorgebenden Schäumwerkzeugen aufgebracht werden. Die Bohrungen werden durch Einbringen beispielsweise des Oberflächenmaterials, welches sich von Innen an die Bohrungen anlegt, geschlossen, so dass kein Zweikomponentenschaummaterial durch die Bohrungen aus der Form austreten kann.

Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine als Whiteboard ausgeführte erfindungsgemäße Tafel,

2 eine als einteilige Moderatorentafel ausgeführte erfindungsgemäße Tafel,

3 ein erfindungsgemäßes Schäumwerkzeug zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Tafel,

4 das Schäumwerkzeug aus 3 in geschlossenem Zustand während der Herstellung einer erfindungsgemäßen Tafel,

5 eine alternative Ausgestaltung des Schäumwerkzeugs aus 3 in geschlossenem Zustand während der Herstellung einer gegenüber 4 anders ausgestalteten erfindungsgemäßen Tafel,

6 eine alternative Ausgestaltung des Schäumwerkzeugs aus 3 in geschlossenem Zustand während der Herstellung einer gegenüber 4 und 5 anders ausgestalteten erfindungsgemäßen Tafel,

7 eine alternative Ausgestaltung des Schäumwerkzeugs aus 3 in geschlossenem Zustand während der Herstellung einer gegenüber 4, 5 und 6 anders ausgestalteten erfindungsgemäßen Tafel,

8 eine schematische Darstellung des Herstellungsprozesses eines Whiteboards nach dem Stand der Technik, sowie

9 eine schematische Darstellung der einzelnen Schritte zur Herstellung einer alternativen Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Tafel.

Eine in 1 dargestellte, als Whiteboard ausgeführte erfindungsgemäße Tafel 10 besteht im Wesentlichen aus einer mit einem geeigneten Oberflächenmaterial versehenen Platte 20, einem die Platte 20 einfassenden Rahmen 30, sowie einer an dem Rahmen 30 oder der Platte 20 angeordneten Ablage 40. Innerhalb des Rahmens weist die Platte 20 eine beschriftbare Fläche 22 auf.

Eine in 2 dargestellte, als einteilige Moderatorentafel ausgeführte erfindungsgemäße Tafel 11 besteht aus einer mit einem geeigneten Oberflächenmaterial beschichteten, frei stehenden Platte 21, sowie die Standfestigkeit der Platte sicherstellenden Fußelementen 50. Die Fußelemente 50 sind durch Einarbeitung von Metallschrottpartikeln beschwert. Die geeignete Oberfläche der geschäumten Platte 21 besteht je nach Anwendungsfall aus beispielsweise Papier, Glasfließ oder einem Stoffbezug.

Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, das komplette Whiteboard, Pinnboard, die Magnettafel, Moderatorentafel oder Trennwandtafel nicht wie beim Stand der Technik üblich in verschiedenen Arbeitsschritten aus Plattenelementen zu fertigen, die dann anschließend mit geeignetem Oberflächenmaterial versehen werden, sondern diese Produkte in einem Prozessschritt mittels eines Zweikomponentenschaumstoffes herzustellen. Dazu ist es erforderlich, dass das Schäumwerkzeug und ein gegebenenfalls Verwendung findendes Rahmenelement eine spezielle Ausgestaltung aufweist.

Eine erfindungsgemäße Ausgestaltung des Schäumwerkzeugs 60 ist in den 3 bis 7 dargestellt.

Ein erfindungsgemäßes Schäumwerkzeug 60 zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Tafel ist zweiteilig aufgebaut. Eine obere 61 und untere Formhälfte 62 bilden in geschlossenem Zustand eine der Form des Kerns der herzustellenden Tafel entsprechenden Kavität bzw. einen der Form der herzustellenden Tafel entsprechenden Hohlraum.

In die obere 61 und untere Formhälfte 62 sind Bohrungen 63, 64 eingearbeitet, welche bis zur inneren Oberfläche des Hohlraums bzw. der Kavität reichen. Über die Bohrungen 63, 64 kann ein Unterdruck aufgebracht werden. Der Unterdruck dient dazu, ein an mindestens einer Oberfläche des Kerns 80 der herzustellenden Tafel anzuordnenden geeigneten Oberflächenmaterials 70 an entsprechender Stelle in der Kavität bzw. dem Hohlraum zu halten. Und zwar solange das allgemein auch als Form zu bezeichnende Schäumwerkzeug 60 geöffnet ist. Dies gilt auch in geschlossenem Zustand, bis ein in die Form 60 eingebrachter, den Kern 80 bildender Zweikomponentenschaum ausgehärtet ist. Den zum Ansaugen des Oberflächenmaterials 70 dienenden Bohrungen 63, 64 sind Bohrungen 66, 67 vorgesehen, die an mindestens einer Schmalseite der fertigen Tafel anzuordnende Rahmenelemente 31 an entsprechender Stelle in der Kavität bzw. dem Hohlraum halten sollen. Die Rahmenelemente 31 bestehen vorzugsweise aus Aluminiumprofilen.

Eine weitere, in den Figuren nicht dargestellte, ebenfalls bis in den Hohlraum reichende Bohrung dient zum Einbringen von zur Verwendung als Kern 80 der herzustellenden Tafel vorgesehenen Zweikomponentenschaummaterials in unausgehärtetem, flüssigen Zustand in die Kavität bzw. den Hohlraum. Darüber hinaus sind in dem Schäumwerkzeug 60 Kühlbohrungen 65 zur Durchleitung eines die beim Aushärten des Zweikomponentenschaums entstehende Wärme abführenden Kühlmittels angeordnet.

Das Schäumwerkzeug 60 verfügt darüber hinaus über in den Figuren ebenfalls nicht dargestellte Mittel zum Halten der Form der Kavität bzw. des Hohlraums bis zum Aushärten des Zweikomponentenschaums. Die Mittel zum Halten der Form der Kavität bzw. des Hohlraums bis zum Aushärten des Zweikomponentenschaums dienen im Wesentlichen dazu, sicherzustellen, dass sich die Form 60 beim Aushärten des Zweikomponentenschaums nicht öffnet.

Wichtig ist hervorzuheben, dass, da der Zweikomponentenschaumstoff so eingestellt werden kann, dass die Dichte des Materials ein Einstechen mit einer Pinnadel zulässt, ein einziges Ausgangsmaterial für alle Anwendungsfälle, Whiteboard, Pinnboard, Magnettafel, Moderatorentafel, Trennwand verwendet werden kann.

Hierdurch entfällt die äußerst voluminöse Lagerung der nach dem Stand der Technik verschiedenen Plattenzuschnitte, ebenso deren Transport zum und deren Bereitstellung am Arbeitsplatz. Hierdurch werden die Lagerhaltungskosten stark verringert und die Herstellung durch weniger Handgriffe vereinfacht und insgesamt die Herstellungskosten gesenkt.

Da der Zweikomponentenschaumstoff darüber hinaus die Eigenschaft aufweist, bei einer Reaktion mit den verwendeten Oberflächenmaterialien eine Klebeverbindung einzugehen, entfällt das nach dem Stand der Technik erforderliche Aufbringen und Verpressen mit dem Kleber. Dadurch wird ein kompletter Arbeitsschritt eingespart, was die Herstellungskosten nachhaltig senkt.

Durch die geringe Dichte des Zweikomponentenschaumstoffs verbunden mit einer hohen Porosität sind die erfindungsgemäß hergestellten Platten einerseits sehr leicht und andererseits nach dem Aushärten sehr formstabil und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit.

Ebenfalls wichtig ist hervorzuheben, dass in die Platten Elemente mit weitergehenden Funktionen eingeschäumt werden können. So können beispielsweise Elemente 41 zur Aufhängung der Platte, Vertiefungen 42 zur Ablage von Stiften etc. mit eingeformt werden (7).

Grundsätzlich ist es auch möglich, statt der Verwendung separater Rahmenelemente 32 (6), dieses aus Schaumstoff mit anzuformen und durch beispielsweise Bedrucken der geschäumten Oberfläche oder durch Beschichten mit einer Folie 90 optisch darzustellen (5). Die Folie 90 kann beispielsweise so bedruckt sein, dass der Anschein erweckt wird, dass der Rahmen aus Holz, Aluminium oder einem anderen Werkstoff besteht.

Bei Plantafeln werden häufig Magnete zum Festhalten von Zetteln sowie Magnetstreifen für Namensschilder, Wocheneinteilungen etc. verwendet. Um dies auch beim erfindungsgemäßen Whiteboard zu ermöglichen, ist denkbar, in den Zweikomponentenschaum ein Metallgitter 100 einzuschäumen. Das Metallgitter wird dabei vorzugsweise nahe der Oberfläche eingeschäumt (5).

Die Oberfläche der erfindungsgemäß hergestellten Platten kann mit einer Kunststofffolie, die mit trocken abwischbaren Stiften beschriftbar ist, oder mit Stoff, Kork, Papier und dergleichen geeigneter Materialien versehen werden. Hierdurch wird eine sowohl mit einem Stift beschriftbare, als auch magnethaftende Oberfläche bzw. eine sowohl pinnfähige, als auch magnethaftende Oberfläche erhalten.

Darüber hinaus ist aus Recyclinggesichtspunkten denkbar, den im Ausgangszustand flüssigen Schaumstoffkomponenten ein Granulat aus beispielsweise Kunststoff, Holz, Pappe und dergleichen als Füllstoff beizumengen.

Ebenfalls ist denkbar, den flüssigen Schaumstoffkomponenten Metall, beispielsweise Metallschrottpartikel, beizumengen, beispielsweise um Trennwände oder Moderatorentafeln insbesondere im Fußbereich zu beschweren, um deren Standfestigkeit zu erhöhen (2).

In 9 sind die wesentlichen Schritte zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Tafel dargestellt, welche ähnlich der in 5 dargestellten Ausführung ein geeignetes Oberflächenmaterial 71 sowie einen bedruckten Randbereich 33 aufweist, um den optischen Eindruck eines Rahmens zu erwecken. Dabei zeigen 9a) das noch unbedruckte, geeignete Oberflächenmaterial 71, 9b) das in seinem Randbereich 33 bedruckte, geeignete Oberflächenmaterial, und 9c) einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Schäumwerkzeug 60 während der Herstellung einer erfindungsgemäßen Tafel mit bedrucktem Randbereich 33.

Das geeignete Oberflächenmaterial 71 der in 9 dargestellten Tafel besteht im Wesentlichen aus einer eine entsprechende Form aufweisenden, vorzugsweise mit einer beschreibbaren Beschichtung 23 versehenen Blechplatte 91. Die Form der Blechplatte 91 ist durch die Auffaltung der von der Blechplatte zu umgreifenden Außenkontur, bzw. des Teils der von der Blechplatte zu umgreifenden Außenkontur der Tafel vorgegeben. Die Form wird vorzugsweise ausgestanzt.

Bei einer Verwendung einer Blechplatte 91 als Ausgangsmaterial für das geeignete Oberflächenmaterial 71 kann gegenüber der in 5 dargestellten erfindungsgemäßen Tafel bei einer vorgesehenen Verwendung als Magnettafel auf das Einschäumen eines Metallgitters verzichtet werden. Durch geeignete Wahl der Beschichtung 23 der Blechplatte 91 kann diese gleichzeitig als beschriftbare Fläche 24 eines Whiteboards dienen.

Zur Herstellung einer mit einer beschichteten und bedruckten Blechplatte 91 als geeignetes Oberflächenmaterial 71 versehenen erfindungsgemäßen Tafel in einem erfindungsgemäßen Schäumwerkzeug 60, wird das zunächst flache, aber in seinen Abmessungen einer Auffaltung der von dem Oberflächenmaterial 71 zu umgreifenden Außenkontur der Tafel entsprechende Oberflächenmaterial 71 entsprechend der Form der Kavität bzw. des Holraums des Schäumwerkzeugs 60 gefaltet und in die untere Formhälfte 62 eingelegt. Ist das Ausgangsmaterial der Blechplatte 91 dünnwandig, kann auch auf das Falten verzichtet werden. Eine Unterdruckquelle wird angeschlossen, welche über geeignete Bohrungen das Oberflächenmaterial 71 nach dem Einlegen in die Form an Ort und Stelle hält und/oder dieses in die Form hineinzieht, wenn es sich um eine dünne Blechplatte 91 handelt. Anschließend wird das Schäumwerkzeug 60 durch Verschließen der in der unteren Formhälfte 62 ausgebildeten Kavität mit der oberen Formhälfte 61 geschlossen, so dass ein Hohlraum entsteht, dessen Wandungen zumindest teilweise vom Oberflächenmaterial bedeckt sind. Nun wird der Kern 80 durch Einbringen eines zunächst flüssigen Zweikomponentenschaummaterials in den Hohlraum hergestellt. Beim Aushärten bildet das Zweikomponentenschaummaterial eine Klebeverbindung zwischen Oberflächenmaterial 71 und Kern 80 aus.

Die Erfindung ist insbesondere im Bereich der Herstellung von Whiteboards, Pinnboards, Magnettafeln, Moderatorentafeln und Trennwänden gewerblich anwendbar.

2
Platte
3
Rahmenelement
3'
Kunststoffeckelement
7
Oberflächenmaterial
8
Plattenkern
10, 11
Tafel
20, 21
Platte
22, 24
beschriftbare Fläche
23
Beschichtung
30
Rahmen
31, 32
Rahmenelement
33
bedruckter Randbereich
40
Ablage
41
Aufhängeelement
42
Vertiefung
50
Fußelement
60
Schäumwerkzeug
61
obere Formhälfte
62
untere Formhälfte
63, 64
Bohrung
65
Kühlbohrung
66, 67
Bohrung
70, 71
Oberflächenmaterial
91
Blechplatte
80
Kern
90
Folie
100
Metallgitter


Anspruch[de]
Tafel (10, 11), insbesondere Whiteboard, Pinnboard, Magnettafel, Moderatorentafel oder Trennwand, umfassend einen Kern (80) sowie ein auf mindestens einer Seite des Kerns (80) angeordnetes, für den jeweiligen Anwendungsfall geeignetes Oberflächenmaterial (70, 71), dadurch gekennzeichnet, dass der Kern (80) aus einem Zweikomponentenschaum besteht, der in unausgehärtetem, flüssigen Zustand eine Klebeverbindung mit dem Oberflächenmaterial (70, 71) eingeht. Tafel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichte des für den Kern (80) verwendeten Zweikomponentenschaums in ausgehärtetem Zustand ein Einstechen mit einer Pinnadel ermöglicht. Tafel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in den Kern (80) Mittel (100) eingearbeitet sind, welche zusammen mit einer mindestens auf einer Seite des Kerns (80) angeordneten Beschichtung oder einer mindestens auf einer Seite des Kerns (80) ausgebildeten Oberfläche einen Teil eines geeigneten Oberflächenmaterials (70) bilden. Tafel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die in den Kern (80) eingearbeiteten Mittel ein ferromagnetisches Material (100) umfassen. Tafel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das in den Kern (80) eingearbeitete ferromagnetische Material ein Gitter oder ein Netz (100) umfasst. Tafel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in den Kern (80) Elemente (40, 41, 42) mit weitergehenden Funktionen eingeschäumt sind. Tafel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein zumindest an einer Schmalseite der Tafel (10, 11) angeordnetes Rahmenelement (30, 31, 32). Tafel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Rahmenelement (30, 31, 32) integraler Bestandteil des Kerns (80) ist. Tafel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Rahmelement (30, 31, 32, 33) durch Bedrucken oder Beschichten optisch hervorgehoben ist. Tafel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Zweikomponentenschaum ein Füllstoff beigemengt ist. Tafel nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstoff ein Recyclingmaterial umfasst. Tafel nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstoff eine höhere Dichte aufweist, als der ausgehärtete Zweikomponentenschaum. Tafel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstoff metallische, vorzugsweise ferromagnetische Partikel umfasst. Tafel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zweikomponentenschaum des Kerns (80) beim Aushärten eine zumindest für Whiteboards und Magnettafeln geeignete, glatte Oberfläche ausbildet, welche zumindest ein Teil des geeigneten Oberflächenmaterials (70) bildet. Schäumwerkzeug (60) zur Herstellung einer Tafel (10, 11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

gekennzeichnet durch

– Mittel (61, 62) zum Bilden einer der Form des Kerns der herzustellenden Tafel (10, 11) entsprechenden Kavität bzw. eines der Form der herzustellenden Tafel (10, 11) entsprechenden Hohlraums,

– Mittel (63, 64) zum Halten mindestens eines an mindestens einer Oberfläche des Kerns (80) der herzustellenden Tafel (10, 11) anzuordnenden Oberflächenmaterials (70, 71) an entsprechender Stelle in der Kavität bzw. dem Hohlraum,

– Mittel zum Einbringen von Zweikomponentenschaummaterial in unausgehärtetem, flüssigen Zustand in die Kavität bzw. den Hohlraum, sowie

– Mittel zum Halten der Form (60) der Kavität bzw. des Hohlraums bis zum Aushärten des Zweikomponentenschaums.
Schäumwerkzeug nach Anspruch 15,

gekennzeichnet durch

– Mittel (63, 64) zum Halten mindestens eines an mindestens einer Schmalseite der fertigen Tafel anzuordnenden Rahmenelements (31, 32) an entsprechender Stelle in der Kavität bzw. dem Hohlraum.
Schäumwerkzeug nach Anspruch 15 oder 16,

gekennzeichnet durch

– Mittel zum Halten mindestens eines in dem Kern (80) der herzustellenden Tafel (10, 11) anzuordnenden, aus einem vorzugsweise ferromagnetischen Material bestehenden Gitters oder Netzes (100) an entsprechender Stelle in der Kavität bzw. dem Hohlraum.
Schäumwerkzeug nach Anspruch 15, 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Halten des Oberflächenmaterials (70, 71) in der Kavität oder dem Hohlraum eine Vorrichtung zum Erzeugen eines Unterdrucks zwischen Form (60, 61, 62) und Oberflächenmaterial (70, 71) umfassen. Verfahren zur Herstellung einer Tafel nach einem der Ansprüche 1 bis 14,

gekennzeichnet durch die Verfahrensschritte:

– Einbringen eines für den gewünschten Anwendungsfall der herzustellenden Tafel (10, 11) geeigneten Oberflächenmaterials (70, 71) in eine der Form des Kerns der herzustellenden Tafel entsprechenden Kavität bzw. einen der Form des herzustellenden Kerns entsprechenden Hohlraum,

– Halten des Oberflächenmaterials an entsprechender Stelle in der Kavität bzw. dem Hohlraum,

– Einbringen von Zweikomponentenschaummaterial in unausgehärtetem, flüssigen Zustand in die Kavität bzw. den Hohlraum, sowie

– Halten der Form der Kavität bzw. des Hohlraums bis zum Aushärten des Zweikomponentenschaums.
Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu dem Oberflächenmaterial (70, 71) mindestens ein an mindestens einer Schmalseite des Kerns der herzustellenden Tafel anzuordnendes Rahmenelement (30, 31, 32) in die Kavität bzw. den Hohlraum an entsprechender Stelle eingebracht und gehalten wird. Verfahren nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest das Halten des Oberflächenmaterials (70, 71) an geeigneter Stelle in der Kavität bzw. dem Hohlraum durch Unterdruck erfolgt.






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