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Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Schneideinsatz zur spanenden Bearbeitung eines Werkstücks. Sie bezieht sich weiter auf ein Verfahren zum Bearbeiten eines Werkstücks mit einem solchen Schneideinsatz. Unter Bearbeitung wird hierbei insbesondere eine Neubearbeitung und/oder ein Reprofilieren eines Rades oder einer Bremsscheibe eines Radsatzes eines Schienenfahrzeugs verstanden.

Bei einem aus der DE 40 03 148 A1 bekannten Verfahren zum Reprofilieren von Eisenbahn-Radsätzen wird ein in zwei unterschiedliche Richtungen verschiebbares Drehwerkzeug mit zwei Schneidplatten mit jeweils zwei Schneiden eingesetzt. Da derartige Schneidplatten einem nicht unerheblichen Verschleiß unterliegen, sollten diese am Drehwerkzeug nach Art von Schneideinsätzen auswechselbar gehalten sein.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schneideinsatz mit möglichst großer Wirtschaftlichkeit anzugeben. Des Weiteren sollen ein möglichst effektives Verfahren und ein besonders geeignetes Drehwerkzeug zur Bearbeitung eines Werkstücks, insbesondere zum Kopierdrehen bzw. zur Neubearbeitung und/oder zum Reprofilieren eines Rades oder einer Bremsscheibe eines Radsatzes eines Schienenfahrzeugs, unter Verwendung eins solchen Schneideinsatzes angegeben werden.

Bezüglich des Schneideinsatzes wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der auf diesen rückbezogenen Unteransprüche.

Der erfindungsgemäße Schneideinsatz zeichnet sich durch einen zylinderförmigen Rundschneidkörper mit zwei Eck- oder Spanflächen und zwei Rundschneidkanten aus, die mit der Seitenfläche des Rundschneidkörpers jeweils einen positiven Freiwinkel bilden. Der jeweilige Freiwinkel beträgt 5° bis 10°, insbesondere 6° bis 8°, vorzugsweise 7,5°. Der Rundschneidkörper ist dabei zweckmäßigerweise derart symmetrisch ausgebildet, dass der sich an die jeweilige Rundschneidkante anschließende Seitenflächenbereich als Freifläche wirksam ist. Wird der Schneideinsatz zum bestimmungsgemäßen Gebrauch mit einem Einlegewinkel von etwa 4° in einen Werkzeughalter oder dergleichen gekippt oder geneigt eingelegt, so ergibt sich im Einsatz des Schneideinsatzes am Werkstück insgesamt ein Normal- oder Gesamt-Freiwinkel von etwa 11°, vorzugsweise 11,5°.

Der Rundschneidkörper weist hierzu im Bereich der Seitenfläche eine taillierte Kontur auf. Der die jeweilige Freifläche bildende Seitenflächenbereich erstreckt sich somit zwischen der zugehörigen Rundschneidkante und der zur Zylinderachse des Rundschneidkörpers quer verlaufenden Symmetrie- oder Mittelebene des Rundschneidkörpers. Die Seitenfläche bzw. jeder der Seitenflächenbereiche kann mehr- oder vieleckig abgesetzt sein. Zweckmäßigerweise ist die taillenartige Kontur der Seitenfläche jedoch durch eine Einwölbung mit einem Radius gebildet, so dass die Seitenfläche des zylinderförmigen Rundschneidkörpers kreisbogenförmig eingeschnitten oder eingewölbt ist. Die jeweilige Freifläche und die mit dieser korrespondierende Deck- oder Spanfläche des Rundschneidkörpers bildet somit einen Keilwinkel < 90°.

Der erfindungsgemäße Schneideinsatz ist vorteilhafterweise als Wendeschneidplatte verwendbar und somit besonders wirtschaftlich einsetzbar. Insbesondere bei dem bevorzugten Einsatz zum sogenannten Kopierdrehen – und dabei insbesondere zur Neubearbeitung oder zur Reprofilierung eines Rades oder einer Bremsscheibe eines Schienenfahrzeug-Radsatzes – kann der Schneideinsatz nicht nur nach Art einer einseitigen Rundschneidplatte durch abschnittsweises Drehen mehrfach mit entsprechenden Kreisbogenabschnitten der Rundschneidkante in Einsatz gebracht werden. Vielmehr kann der Schneideinsatz auf Grund dessen Verwendung als Wendeschneidplatte ebenso häufig mit der weiteren Rundschneidkante durch entsprechendes abschnittsweises Drehen im Werkzeughalter eingesetzt werden.

Gegenüber einer Rundschneidplatte mit kegelförmigem oder kegelstumpfförmigem Rundschneidkörper, wie dieser beispielsweise aus der EP 0 350 938 B1 bekannt ist, kann somit der erfindungsgemäße Schneideinsatz praktisch doppelt so häufig eingesetzt werden, bevor ein vollständiger Verschleiß eingetreten ist. Der Schneideinsatz verbindet somit die Vorteile einer positiven Rundschneidplatte mit den Vorteilen einer Wendeschneidplatte nach Art einer Doppelrundschneidplatte. Dabei kann zur Bereitstellung eines Freiwinkels von ca. 11° der Einlegewinkel im Werkzeughalter mit ca. 4°, derart gering bemessen werden, dass im Einsatz am Werkstück eine praktisch vernachlässigbare Abweichung von der Kreisform und damit nur eine äußerst geringe Verzerrung bei der spanenden Bearbeitung, insbesondere beim Kopierdrehen eines Rades eines Schienen-Radsatzes, auftritt.

Bezüglich des Verfahrens wird die Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 9. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der auf diesen rückbezogenen Unteransprüche.

Bei einem zur Durchführung des Verfahrens besonders geeigneten Drehwerkzeug ist der erfindungsgemäße Schneideinsatz mit einem Einlegewinkel &phgr; < 5°, vorzugsweise &phgr; = 4°, eingesetzt. Ein entsprechender Werkzeughalter trägt dabei zweckmäßigerweise zwei derartige Schneideinsätze. Diese sind mittels eines Klemmsystems zueinander beabstandet lösbar gehalten und positioniert. Die vorzugsweise aus einem Keramikstoff durch Pressen hergestellten Schneideinsätze weisen zweckmäßigerweise eine Durchgangsbohrung oder aber im Bereich jeder Deck- oder Spanfläche eine kalottenartige Ausnehmung auf, in die die jeweilige Klemmpratze eingreift. Dies ermöglicht eine form- und kraftschlüssige Halterung des jeweiligen Schneideinsatzes im oder am Werkzeughalter des Drehwerkzeugs.

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders zum Kopierdrehen, bei dem eine Werkstückkontur mit einem laufflächenartigen ersten Bereich (Laufflächenbereich) und mit einem sich daran anschließenden spurkranzartigen zweiten Bereich (Spurkranzbereich) abgefahren wird. Dabei wird eine besonders hohe Effektivität dadurch erzielt, dass zur Bearbeitung der Werkstück- oder Bearbeitungskontur das Drehwerkzeug zwar in Arbeitsrichtung vorgeschoben und quer hierzu verfahren, nicht jedoch beispielsweise zur Werkzeugumsetzung vom Werkstück abgehoben werden muss. Vorzugsweise erfolgt daher die Bearbeitung der Werkstückkontur in einer vom spurkranzartigen Bereich ausgehenden und zum laufflächenartigen Bereich hin gerichteten Arbeitsrichtung. Dazu sind zwei erfindungsgemäße Schneideinsätze am Werkzeughalter in Arbeitsrichtung hintereinander angeordnet. Mit dem in Arbeitsrichtung vorderen ersten Schneideinsatz wird zunächst ein erster Abschnitt des Spurkranzbereiches abgefahren und bearbeitet.

Zur Bearbeitung dieses ersten Abschnitts des Spurkrankbereiches kann der erste Schneideinsatz mit dessen einer Rundschneidkante in mehrere Stellungen mit entsprechenden Kreisabschnitten gedreht sowie anschließend gewendet und wiederum in eine entsprechende Anzahl von Stellungen gedreht werden.

Mit dem in Arbeitsrichtung hinteren zweiten Schneideinsatz wird vorteilhafterweise sowohl der zweite Abschnitt des Spurkranzbereiches zwischen dessen Scheitel und dem Beginn des Lauftlächenbereiches sowie dieser gesamte Laufflächenbereich abgefahren. Innerhalb dieses Verfahrbereiches des zweiten Schneideinsatzes kann dieser ebenfalls mehrfach gedreht sowie gewendet werden, bevor wegen eines vollständigen Verschleißes ein Wechsel dieses zweiten Schneideinsatzes erforderlich ist. Jeder der Schneideinsatz ist somit besonders wirtschaftlich nutzbar. Zudem ist das Drehwerkzeug besonders effektiv einsetzbar.

Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:

1 in perspektivischer Einstellung den erfindungsgemäßen Schneideinsatz mit zwei Rundschneidkanten und mit durch eine Einwölbung der Seitenfläche gebildeten Freiflächen,

2 den Schneideinsatz gemäß 1 in einer Seitenansicht,

3 den Schneideinsatz in einer Draufsicht,

4 den Schneideinsatz in einer Schnittdarstellung entlang der Linie IV-IV in 3,

5 schematisch ein Drehwerkzeug mit einem Werkzeughalter mit zwei geklemmten Schneideinsätzen gemäß 1,

6 das Drehwerkzeug gemäß 5 in einer perspektivischen Darstellung,

7 in einer Seiten- und Draufsicht den Schneideinsatz in gekippter Einlegeposition,

8 und 9 das Drehwerkzeug mit zwei Schneideinsätzen in verschiedenen Bearbeitungspositionen beim Kopierdrehen eines Rades eines Schienenfahrzeugs,

10 und 11 schematisch verschiedene Drehpositionen des Schneideinsatzes im Werkzeughalter für die Bearbeitung unterschiedlicher Abschnitte oder Bereiche des Werkstücks beim Kopierdrehen, und

12 schematisch eine Drehmaschine zur zeitgleichen Bearbeitung einer Außenkontur und einer zentralen Durchgangsöffnung eines Rades eines Radsatzes eines Schienenfahrzeugs.

Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

Der in den 1 bis 4 dargestellte Schneideinsatz 1 weist einen zylinderförmigen Rundschneidkörper 2 mit einer ersten kreisförmigen Deck- oder Spanfläche 3 und mit einer dieser beabstandet gegenüber liegenden zweiten kreisförmigen Deck- bzw. Spanfläche 4 sowie mit einer taillierten Seitenfläche 5 auf. Die Seitenfläche 5 ist zur zentralen Mittelachse M des Rundschneidkörpers 2 kreisbogenförmig eingezogen oder eingewölbt.

Alternativ zur kreisbogenförmigen Taillenkontur kann die Seitenfläche auch mehr- oder vieleckig geformt sein. Wesentlich ist, dass die Seitenfläche 5 derart ausgeformt ist, dass der Außendurchmesser des Rundschneidkörpers 2 von der jeweiligen Deckfläche 3, 4 ausgehend zur gemeinsamen zentralen Symmetrieebene Z (2) hin in z-Richtung möglichst kontinuierlich abnimmt.

Die in 1 obere Deckfläche 3 bildet mit der Seitenfläche 5 eine erste Rundschneidkante 6a. Analog bildet die in 1 untere Deckfläche 4 mit der Seitenfläche 5 eine zweite Rundschneidkante 6b. Der Schneideinsatz 1 weist eine zentrale Halteöffnung 7 auf, die im Ausführungsbeispiel als zentrale Durchgangsöffnung ausgeführt ist. Alternativ können auch in jeder der Deckflächen 3, 4 zentrale kalottenartige Ausnehmungen als Halteöffnungen 7 vorgesehen sein.

Wie aus 3 vergleichsweise deutlich ersichtlich ist, sind die beiden Deckflächen 3, 4 jeweils von einer Schutzfase in Form einer Doppeleckfase 8a, 8b umgeben, die sich bis zu der jeweiligen Rundschneidkante 6a bzw. 6b in Radialrichtung (x-Richtung) erstrecken. An die Doppeleckfase 8a, 8b schließt sich zur Seitenfläche 5 hin vorzugsweise jeweils ein zylindrischer Rand 9a bzw. 9b an.

Die nachfolgend auch als Einwölbung 10 bezeichnete taillierte Kontur oder kreisbogenförmige Wölbungskontur der Seitenfläche 5 des Rundschneidkörpers 2 wird beispielsweise durch eine Nachbearbeitung, insbesondere durch Schleifen, eines durch Pressen eines Schneidwerkstoffs in einem Pressgesenkt vorgefertigten zylinderförmigen Rundschneidkörpers 2 hergestellt. Als Schneidwerkstoff kann ein Hartmetallwerkstoff verwendet werden. Vorzugsweise wird jedoch eine Keramik als Schneidwerkstoff zur Herstellung des Rundschneidkörpers 2 eingesetzt.

Wie in 2 veranschaulicht, sind auf Grund der Einwölbung 10 der Seitenfläche 5 des Rundschneidkörpers 2 unterhalb der jeweiligen Rundschneidkante 6a, 6b entsprechende Freiflächen 11a, 11b mit jeweils positivem Freiwinkel &agr;1 bzw. &agr;2 gebildet. Die entsprechenden Keilwinkel &bgr;1, &bgr;2 zwischen den jeweiligen Deckflächen 3 bzw. 4 und der Seitenfläche 5 sind somit kleiner als 90° (&bgr;1 = &bgr;2 < 90°).

Ein bevorzugter Freiwinkel &agr;1, &agr;2 beträgt etwa 7,5° (&agr;1 = &agr;2 = 7,5°). Der Freiwinkel &agr;1, &agr;2 ist dabei jeweils gemessen zwischen einer zu den beiden Deckflächen 3, 4senkrechten Ebene E (yz-Ebene) und den die Freiflächen 11a bzw. 11b bildende Flächenbereichen der Seitenfläche 5 zwischen der jeweiligen Rundschneidkante 6, 7 und der zentralen Symmetrieebene Z.

Die 5 und 6 zeigen in einer Draufsicht bzw. in einer perspektivischen Darstellung ein Drehwerkzeug 12 mit einem Werkzeughalter 13, an dem mittels eines Klemmsystems 14 mit zwei lösbaren Klemmpratzen 14a, 14b zwei Schneideinsätze 1 gemäß den 1 bis 4 in Arbeitsrichtung A hintereinander und zueinander beabstandet gehalten sind. Die Schneideinsätze 1 sind in im Werkzeughalter 13 auf dessen Bearbeitungsseite 13a vorgesehene Ausnehmungen 13b, 13c eingelegt.

Wie in 7 veranschaulicht, sind die Schneideinsätze 1 unter einem Einlegewinkel &phgr; < 5°, vorzugsweise &phgr; = 4°, im Werkzeughalter 13 geringfügig geneigt oder gekippt positioniert. Die Positionierung des jeweiligen Schneideinsatzes 1 in der entsprechenden Ausnehmung 13b, 13c des Werkzeughalters 13 erfolgt unter Zwischenlage eines Einlegeelementes 15a, 15b.

Aufgrund dieses Einlegewinkels &phgr; ergibt sich bezogen auf die in 7 veranschaulichte Werkstückoberfläche oder berflächenkontur in Form einer Radfläche 20 (12) in Verbindung mit dem bereits am Schneideinsatz 1 selbst vorgesehenen jeweiligen Freiwinkel &agr;1, &agr;2 insgesamt ein Norma-Freiwinkel &agr; von ca. 11°, vorzugsweise 11,5°. Die Kombination aus dem jeweiligen Freiwinkel &agr;1, &agr;2 am Schneideinsatz 1 selbst und dem Einlegewinkel &phgr; des Schneideinsatzes 1 im Werkzeughalter 13 gewährleistet somit einen zur spanenden Bearbeitung ausreichenden Normal-Freiwinkel &agr; bei gleichzeitig nur geringer Verzerrung, das heißt lediglich einer geringen Abweichung von der idealen Kreisform. Dies ist in der in 7 rechten Teildarstellung durch den strichliniert eingezeichneten Kreisbogen 21 veranschaulicht.

Die 8 bis 11 zeigen in Verbindung mit 12 schematisch unterschiedliche Bearbeitungsabschnitte bei der Bearbeitung eines Werkstücks in Form eines Rades 22 eines Radsatzes eines Schienenfahrzeugs. Dabei ist in 12 die zeitgleiche Bearbeitung sowohl einer zentralen Durchgangsöffnung 23 des Rades 22 mittels eines Drehwerkzeugs 24 als auch die Bearbeitung (Kopierdrehen) der umfangsseitigen Radfläche 20 entlang eines Spurkranzes oder Spurkranzbereiches 20a und eines sich in Arbeitsrichtung A daran anschließenden Laufflächenbereiches 20b veranschaulicht.

Die 8 und 9 zeigen die Reihenfolge der Bearbeitung der Oberflächenkontur der Radfläche 20 in Arbeitsrichtung A ausgehend von der dem Laufflächenbereich 20b abgewandten Seite des Spurkranzbereiches 20a. Mittels dem in Arbeitsrichtung A vorderen ersten Schneideinsatz 1 des Drehwerkzeugs 12 wird zunächst ein erster Abschnitt &agr;1 des Spurkranzbereiches 20a bis zu dessen Scheitel a3 bearbeitet (8 und 10). Wie in 10 veranschaulicht, kann infolge des dort eingetragenen Winkels von etwa 102° und der 360°-Rundschneidkanten 6a, 6b des Schneideinsatzes 1 für eine Bearbeitung derartiger Abschnitte a1 der erste Schneideinsatz 1 in drei 120°-Drehwinkellagen oder -Drehstellungen im Werkzeughalter 13 gedreht werden. Anschließend kann der erste Schneideinsatz 1 im Werkzeughalter 13 gewendet und erneut in drei 120°-Drehstellungen im Werkzeughalter 13 gedreht werden. Ein einzelner Schneideinsatz 1 ist somit für die Bearbeitung solcher Abschnitte a1 von Spurkranzbereichen 20a insgesamt sechsmal verwendbar, bevor aufgrund des Verschleißes ein Austausch des Schneideinsatzes 1 erforderlich ist.

Hinsichtlich des in den 9 und 11 veranschaulichten Bearbeitungsbereiches ist der dem ersten Schneideinsatz 1 in Arbeitsrichtung A nachgeordnete zweite Schneideinsatz 1 im Bearbeitungseinsatz. Mittels dieses zweiten Schneideinsatzes 1 wird sowohl der verbleibende zweite Abschnitt a2 zwischen dem Scheitel a3 des Spurkranzbereiches 20a und dessen Übergang zum Laufflächenbereich 20b abgefahren. Hierzu wird das Drehwerkzeug 12 sowohl in Arbeitsrichtung A vorgeschoben als auch – bezogen auf das zu bearbeitende Rad 22 – in Radialrichtung B (12 verfahren.

Entlang dieses Bearbeitungsbereiches mit dem zweiten Abschnitt a2 des Spurkranzbereiches 20a und mit dem gesamten Laufflächenbereiches 20b ist aufgrund des in 11 angegebenen Winkels von ungefähr 88° der zweite Schneideinsatz 1 innerhalb des Werkzeughalters 13 in insgesamt vier 90°-Drehwinkellagen oder -Drehstellungen positionierbar. Durch Wendend des zweiten Schneideinsatzes 1 sowie aufgrund weiterer vier 90°-Drehwinkellagen kann der zweite Schneideinsatz 1 insgesamt achtmal zur Drehbearbeitung herangezogen werden, bevor vollständiger Verschleiß aufgetreten und ein Wechsel dieses zweiten Schneideinsatzes 1 erforderlich sind.

Diese häufige Verwendbarkeit der beiden Schneideinsätzen 1 ist dadurch gegeben, dass jeder der Schneideinsätze 1 zwei 360°-Rundschneidkanten 6a, 6b aufweist, die jeweils mit einer entsprechenden Drehwinkelteilung mit mehreren Drehwinkellagen im Werkzeughalter 13 mehrfach gedreht und zudem gewendet werden kann. Jeder der Schneideinsätze 1 verbindet somit die Vorteile einer positiven Rundschneidplatte mit einer Wendeplatte. Dies bietet insbesondere für eine Neubearbeitung und/oder ein Reprofilileren eines Rades 22 eines Schienenfahrzeugradsatzes erhebliche Vorteile. Eine solche Bearbeitung kann auch analog bei einer Bremsscheibe eines Schienenfahrzeugs erfolgen.

Aufgrund der vielfachen Verwendbarkeit des jeweiligen Schneideinsatzes 1 wird bereits eine besonders hohe Wirtschaftlichkeit bei der als Kopierdrehen bezeichneten Bearbeitung einer solchen Werkstückkontur 20 erzielt.

Eine weitere Erhöhung der Wirtschaftlichkeit wird zudem vorteilhafterweise dadurch erreicht, dass mittels der in 12 veranschaulichten Vertikaldrehmaschine 25 mit zwei Bearbeitungsstößeln 26, 27 zeitgleich sowohl die zentrale Durchgangsbohrung oder -öffnung 23 als auch die Laufflächen- und Spurkranzkontur 20 durch Drehen bearbeitet werden kann. Das Rad 22 ist hierbei mittels des Spannfutters 28 auf einem rotierenden Drehtisch 29 gehalten. Aufgrund der bei gegebener Drehzahl unterschiedlichen Schnittgeschwindigkeiten im Bereich der zentrale Durchgangsbohrung 23 einerseits und der Außenkontur oder Laufflächen- und Spurkranzkontur 20 des Rades 22 bestehen die zur Bearbeitung der Durchgangsöffnung 23 eingesetzten Schneidplatten 30 zweckmäßigerweise aus einem Hartmetallwerkstoff, während die Schneideinsätze 1 in Form der Doppelrundschneidplatten zweckmäßigerweise aus einem Keramikwerkstoff bestehen.


Anspruch[de]
Schneideinsatz (1) zur spanenden Bearbeitung eines Werkstücks (22), mit einem Rundschneidkörper (2) mit einer ersten kreisförmigen Deckfläche (3) und mit einer Seitenfläche (5), die mit der Deckfläche (3) eine Rundschneidkante (6a) bildet,

dadurch gekennzeichnet,

– dass der Rundschneidkörper (2) zylinderförmig ist und mit einer der ersten Deckfläche (3) gegenüberliegenden zweiten kreisförmigen Deckfläche (4) eine zweite Rundschneidkante (6b) bildet, und

– dass die Seitenfläche (5) sowohl mit der ersten Deckfläche (3) als auch mit der zweiten Deckfläche (4) eine Freifläche (11a, 11b) mit positivem Freiwinkel (&agr;1, &agr;2) bildet.
Schneideinsatz (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zylinderförmige Rundschneidkörper (2) im Bereich der Seitenfläche (5) eine taillierte Kontur aufweist. Schneideinsatz (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zylinderförmige Rundschneidkörper (2) im Bereich der Seitenfläche (5) eine vorzugsweise kreisbogenförmige Einwölbung (10) aufweist. Schneideinsatz (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Freiwinkel (&agr;1, &agr;2) 5° bis 10°, insbesondere 6° bis 8°, vorzugsweise etwa 7°, beträgt. Schneideinsatz (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der zylinderförmige Rundschneidkörper (2) im Bereich jeder der beiden Deckflächen (3, 4) eine zentrale Halteöffung (7) aufweist. Schneideinsatz (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass jede der beiden Deckflächen (3, 4) des zylinderförmigen Rundschneidkörpers (2) von einer Schutzfase (8a, 8b), insbesondere einer Doppeleckfase, umgeben ist. Schneideinsatz (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der zylinderförmige Rundschneidkörper (2) als Wendeschneidplatte ausgebildet ist. Schneideinsatz (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der zylinderförmige Rundschneidkörper (2) aus einem gepressten Keramikwerkstoff besteht. Verfahren zum Bearbeiten eines Werkstücks (22), insbesondere zur Neubearbeitung und/oder zur Reprofilierung eines Rades eines Radssatzes eines Schienenfahrzeugs, bei dem mittels eines Drehwerkzeugs (12) mit einem mindestens eine Schneidplatte (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 aufnehmenden Werkzeughalter (13) die einen laufflächenartigen ersten Bereich (20b) und einen sich daran anschließenden spurkranzartigen zweiten Bereich (20a) aufweisende Werkstückkontur (20) abgefahren wird. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem das Drehwerkzeug (12) die Werkstückkontur (20) in Arbeitsrichtung (A) ausgehend vom spurkranzartigen zweiten Bereich (20a) und entlang des sich daran anschließenden laufflächenartigen ersten Bereichs (20b) abfährt. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, bei dem mit einer ersten Schneidplatte (1) ein dem laufflächenartigen ersten Bereich (20b) abgewandter erster Abschnitt (a1) des spurkranzartigen zweiten Bereich (20a) bearbeitet wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, bei dem eine der ersten Schneidplatte (1) in Arbeitsrichtung (A) nachgeordnete zweite Schneidplatte (1) etwa im Scheitel (a3) des spurkranzartigen zweiten Bereichs (20a) an diesen herangeführt und der dem laufflächenartigen ersten Bereich (20b) zugewandte zweite Abschnitt (a2) des spurkranzartigen ersten Bereichs (20a) sowie der laufflächenartige erste Bereich (20b) bearbeitet werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, bei dem zeitgleich mit der Bearbeitung des spurkranzartigen zweiten Bereich (20a) und des sich laufflächenartigen ersten Bereichs (20b) eine zentrale Durchgangsöffnung (23) des Werkstücks (22) bearbeitet wird. Drehwerkzeug (12) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 10 bis 12, mit einem Werkzeughalter (13), in den der Schneideinsatz (1) mit einem Einlegewinkel &phgr; < 5° eingesetzt ist. Drehwerkzeug (12) nach Anspruch 14, bei dem der Schneideinsatz (1) mit einem Einlegewinkel &phgr; zwischen 2° bis 4°, vorzugsweise &phgr; = 4°, in den Werkzeughalter (13) eingesetzt ist. Drehwerkzeug (12) nach Anspruch 14 oder 15, mit einem Klemmsystem (14) zur form- und/oder kraftschlüssig Halterung mindestens eines Schneideinsatzes (1) am Werkzeughalter (13).






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