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Dokumentenidentifikation DE102006025454A1 06.12.2007
Titel Druck- oder Kopiersystem zum Verarbeiten von Einzelblättern und Verfahren zum Steuern eines solchen Druck- oder Kopiersystems
Anmelder Océ Printing Systems GmbH, 85586 Poing, DE
Erfinder Drexler, Hubert, Dipl.-Ing., 84416 Taufkirchen, DE
Vertreter Schaumburg, Thoenes, Thurn, Landskron, 81679 München
DE-Anmeldedatum 31.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006025454
Offenlegungstag 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse G03G 15/00(2006.01)A, F, I, 20060531, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G03G 21/14(2006.01)A, L, I, 20060531, B, H, DE   G03G 15/23(2006.01)A, L, I, 20060531, B, H, DE   G03G 13/23(2006.01)A, L, I, 20060531, B, H, DE   G06F 3/12(2006.01)A, L, I, 20060531, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Druck- oder Kopiersystem (10) zum Verarbeiten von Einzelblättern mit n nacheinander angeordneten Verarbeitungseinheiten (12, 14, 16, 22, 24) zum sequentiellen Verarbeiten eines ersten Einzelblatts (32) und mindestens eines unmittelbar auf das erste Einzelblatt (32) folgenden zweiten Einzelblatts (34). Das Druck- oder Kopiersystem (10) hat mindestens eine Prozesskomponente, die für jede der n Verarbeitungseinheiten (12, 14, 16, 22, 24) einen erforderlichen Mindestabstand zwischen dem ersten und dem zweiten Einzelblatt zum Ausführen von vorgesehenen Verarbeitungsschritten ermittelt. Ferner wird für die erste und mindestens für jede der n - 1 folgenden Verarbeitungseinheiten (12, 14, 16, 22) jeweils ein Verzugsabstand der jeweiligen Verarbeitungseinheit (12, 14, 16, 22) ermittelt. Ferner ermittelt die Prozesskomponente jeweils die Differenz aus dem Mindestabstand einer Verarbeitungseinheit und der Summe der Verzugsabstände der vorhergehenden Verarbeitungseinheiten. Die Prozesskomponente legt ferner den kleinstmöglichen Abstand fest, mit dem das zweite Einzelblatt (33) der ersten Verarbeitungseinheit (12) nach dem ersten Einzelblatt (32) zugeführt werden kann, durch den größten Wert des ermittelten Mindestabstandes der ersten Verarbeitungseinheit (12) und der ermittelten Differenzen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Druck- oder Kopiersystem zum Verarbeiten von Einzelblättern sowie ein Verfahren zum Steuern eines solchen Druck- oder Kopiersystems. Speziell betrifft die Erfindung Druck- oder Kopiersysteme mit mehreren Verarbeitungseinheiten, die zugeführte Einzelblätter nacheinander verarbeiten. Zwischen den Einzelblättern ist ein Abstand beim sequentiellen Verarbeiten dieser Einzelblätter erforderlich, damit die erforderlichen Verarbeitungsschritte zum gewünschten Verarbeiten jedes Einzelblatts sicher durchgeführt werden können.

Insbesondere bei Hochleistungsdruck- oder Kopiersystemen mit Druckleistungen von > 100 Blatt DIN A4 pro Minute und mit Druckgeschwindigkeiten von bis zu > 1 m/s führt eine Senkung der Druckleistung infolge zu groß gewählter Blattabstände zu einer geringeren Produktivität des Druck- oder Kopiersystems und somit zu höheren Kosten. Eine Optimierung der Blattabstände auf tatsächlich kleinstmögliche Mindestabstände oder zumindest eine Annäherung an den kleinstmöglichen Mindestabstand zwischen zwei aufeinander folgenden Einzelblättern ist erforderlich, um eine optimale Auslastung dieser Hochleistungsdruck- oder Kopiersysteme zu ermöglichen.

Aus dem Dokument WO 99/50715 ist das Verarbeiten und Transportieren mehrerer Einzelblätter durch ein Druck- oder Kopiersystem in Paketen bekannt, die jeweils mehrere Einzelblätter, insbesondere sechs Einzelblätter, umfassen. Diese einem Paket zugeordneten Einzelblätter werden jeweils vorzugsweise mit Hilfe des Druck- oder Kopiersystems mit denselben Verarbeitungsschritten verarbeitet, wodurch zwischen den Einzelblättern eines Paketes jeweils der zeitliche Abstand und/oder die Abstandsstrecke konstant bleibt, so dass ein geringer Sicherheitsabstand zwischen den Einzelblättern eines Paketes vorgesehen werden kann.

Die zum Verarbeiten eines Einzelblatts bzw. mehrerer Einzelblätter erforderlichen vom Drucksystem auszuführenden Verarbeitungsschritte werden vorzugsweise von einer als Datenverarbeitungseinheit ausgebildeten Steuereinheit des Druck- oder Kopiersystems beim Verarbeiten eines Druckdatenstroms und/oder beim Verarbeiten der den Druckdaten zugeordneten Druckauftragsbegleitdaten ermittelt. Diese Druckauftragsbegleitdaten können in einem Job-Ticket, insbesondere in einer standardisierten Form, wie dem JDF, enthalten sein. Eine solche Steuereinheit des Druck- oder Kopiersystems ist vorzugsweise ein an sich bekannter Druck-Controller, wie z.B. ein unter der Bezeichnung SRA-Controller von der Anmelderin eingesetzter Druck-Controller, der die Druck- und/oder Druckauftragsbegleitdaten interpretiert. Das Interpretieren der Daten erfolgt vorzugsweise mit Hilfe eines vom Druck-Controller durchgeführten Parsing-Vorgangs. Ein solcher Parsing-Vorgang ist beispielsweise aus dem Dokument US 6,917,435 und dem Dokument DE 100 41 870 bekannt. Ausgehend von dem bekannten Stand der Technik soll der Einzug von Einzelblättern in ein Druck- oder Kopiergerät optimiert werden, um zumindest einige der nachfolgenden Anforderungen besser erfüllen zu können:

  • – eine möglichst hohe Druckleistung zu erreichen,
  • – die Verarbeitung der Einzelblätter im Druck- oder Kopiersystem soll sicher und störungsfrei erfolgen, wobei insbesondere Papierstaus aufgrund von Einzelblättern mit zu geringem Abstand zueinander oder von einander überlappenden Einzelblättern vermieden werden sollen, und/oder
  • – die sequentielle Verarbeitung von Einzelblättern in mehreren nacheinander angeordneten Verarbeitungseinheiten soll sicher und zeitoptimiert erfolgen.

Als Verarbeitungseinheiten insbesondere:

  • – Vorverarbeitungsgeräte, wie Wende- oder Dreheinrichtungen zum Wenden bzw. Drehen von Einzelblättern,
  • – ein Druckgerät oder mehrere nacheinander angeordnete Druckgeräte, wobei das Druckgerät bzw. die Druckgeräte jeweils mehrere Druckwerke umfassen können; und
  • – Nachverarbeitungsgeräte, wie Wende-, Dreh-, Heft-, Loch-, Binde-, Falz-, Präge-, Lese-, Kuvertier- und/oder Frankiereinheiten bzw. Frankiergeräte; und
  • – weitere Zusatzgeräte, wie Interposer, die zusätzliche Einzelblätter in die Folge der von der Einzugseinheit zugeführten Einzelblätter einschließen, d. h. zusätzlich in die Folge einbringen, vorzugsweise zwischen zwei aufeinander folgende Einzelblätter, und die die Einzelblätter vor oder nach einem Druckgerät einschließen können, vorzugsweise nach dem Druckgerät oder noch mindestens einer Nachverarbeitungseinheit,
angesehen.

Sowohl die Bilderzeugungsprozesse zum Erzeugen der gewünschten Druckbilder auf den Einzelblättern als auch die Vor- und Nachverarbeitungsprozesse zum Verarbeiten der Einzelblätter werden auf Grund gestiegener Anforderungen an die Druckerzeugnisse umfangreicher und anspruchsvoller. Zusätzlich besteht der Wunsch und die Forderung, Geräte verschiedener Hersteller in einem Verarbeitungsablauf zum Verarbeiten der Einzelblätter kombinieren zu können. Zum Erfüllen der gestiegenen Anforderungen an den Verarbeitungsablauf sind im Stand der Technik Druckauftragsbegleitdaten, so genannte Job-Ticket-Daten vorgesehen, die zusätzlich zu einem Druckdatenstrom bzw. Dokumentendatenstrom zwischen mehreren Software- und/oder Hardware-Systemen ausgetauscht werden. Die Job-Ticket-Daten werden vorzugsweise in einer separaten Datei gespeichert und entsprechend vorzugsweise einem als JDF bekannten Job-Definitionsformat. Zu diesem Job-Definitionsformat gibt es ein korrespondierendes Job-Nachrichtenformat, das als JMF -Job Messaging Format bezeichnet wird. Ein Industriekonsortium hat die JDF-Spezifikation zum Austausch von Datenformaten im Druckprozess vereinbart, die zum Zeitpunkt der vorliegenden Patentanmeldung in der Version 1.3 vom 30. September 2005 über die Internet-Seite http://www.cip4.org herunter geladen werden kann.

Zum Datenaustausch zwischen Druckern sowie zwischen Vor- und Nachverarbeitungseinheiten hat ein Industriekonsortium eine Datenschnittstelle standardisiert, die als UP3I (Universal Printer-, Pre- and Post-Processing Interface) bekannt ist. Mit Hilfe dieser Datenschnittstelle ist der Austausch von Steuerdaten und Verarbeitungsinformationen zwischen Druckgeräten und mit diesen Druckgeräten kombinierten Vor- und Nachverarbeitungsgeräten festgelegt. Einzelheiten zu dieser Datenschnittstelle sind auf der Internet-Seite http://www.up3i.org veröffentlicht. Alle genannten Dokumente und Veröffentlichungen werden hiermit durch Bezugnahme in die vorliegende Beschreibung aufgenommen. Die in diesen Dokumenten und Publikationen beschriebenen Verfahren, Systeme und Maßnahmen können in Verbindung mit der vorliegenden Erfindung vorteilhaft angewendet werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Druck- oder Kopiersystem zum Verarbeiten von Einzelblättern sowie ein Verfahren zum Steuern eines solchen Druck- oder Kopiersystems anzugeben, durch die der kleinstmögliche Abstand, mit dem das zweite Einzelblatt einer ersten Verarbeitungseinheit des Druck- oder Kopiersystems nach dem ersten Einzelblatt zugeführt werden kann, auf einfache Art und Weise festgelegt wird.

Diese Aufgabe wird gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung durch Gegenstände mit den Merkmalen der Patentansprüche 1 und 14 und gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung durch Gegenstände mit den Merkmalen der Patentansprüche 3 und 15 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.

Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass der kleinstmögliche Abstand, mit dem das zweite Einzelblatt der ersten Verarbeitungseinheit nach dem ersten Einzelblatt zugeführt werden kann, d.h. der kürzeste Einzugsabstand, von den jeweiligen zur Verarbeitung des ersten und des zweiten Einzelblatts erforderlichen Verarbeitungsschritten, insbesondere von der unterschiedlichen Verarbeitungszeit zum Ausführen der Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten des ersten Einzelblatts und der Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten des zweiten Einzelblatts, abhängig ist. Bei einer längeren Verarbeitungszeit des zweiten Einzelblatts in einer Verarbeitungseinheit des Druck- oder Kopiersystems gegenüber der Verarbeitungszeit des ersten Einzelblatts in derselben Verarbeitungseinheit ist der Abstand zwischen dem ersten Einzelblatt und dem zweiten Einzelblatt beim Verlassen dieser Verarbeitungseinheit gegenüber dem Abstand zwischen diesen Einzelblättern beim Zuführen dieser Einzelblätter zu dieser Verarbeitungseinheit auf Grund der unterschiedlichen Verarbeitungszeiten vergrößert. Dieser vergrößerte bzw. verlängerte Abstand wird beim Ermitteln der Auswirkung des erforderlichen Mindestabstandes der nachfolgenden Verarbeitungseinheiten auf den festzulegenden kürzesten Einzugsabstandes gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung berücksichtigt. Der Mindestabstand dieser nachfolgenden Verarbeitungseinheiten kann zum Festlegen der Auswirkung auf den Einzugsabstand um den verlängerten Abstand reduziert werden.

Bei einer kürzeren Verarbeitungszeit des zweiten Einzelblatts in einer Verarbeitungseinheit gegenüber der Verarbeitungszeit des ersten Einzelblatts in derselben Verarbeitungseinheit ist der Abstand zwischen dem ersten Einzelblatt und dem zweiten Einzelblatt beim Verlassen dieser Verarbeitungseinheit gegenüber dem Abstand zwischen diesen Einzelblättern beim Zuführen zu dieser Verarbeitungseinheit auf Grund dieser unterschiedlichen Verarbeitungszeiten verkürzt. Dieser verkleinerte, d.h. verkürzte, Abstand wird beim Ermitteln der Auswirkung des erforderlichen Mindestabstandes der nachfolgenden Verarbeitungseinheiten auf den festzulegenden kürzesten Einzugsabstandes gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung berücksichtigt. Der Mindestabstand dieser nachfolgenden Verarbeitungseinheiten muss zum Festlegen der Auswirkung auf den Einzugsabstand um den verkürzten Abstand verlängert werden Besondere Vorteile der Erfindung ergeben sich an so genannten Jobgrenzen und Setgrenzen, wenn das erste Einzelblatt das letzte Einzelblatt eines ersten Druckauftrags (Druckjobs) oder eines ersten Abschnittes (Sets) eines Druckauftrags und das zweite Einzelblatt das erste Einzelblatt eines zweiten Druckauftrags bzw. Sets ist. Ein Druckauftrag kann mehrere Sets umfassen. Die beiden Druckaufträge bzw. Sets erfordern vorzugsweise unterschiedliche Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten der beiden Einzelblätter in derselben Verarbeitungseinheit des Druck- oder Kopiersystems und/oder legen andere Papierformate fest, wodurch eine erste Verarbeitungszeit zum Ausführen der Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten des ersten Einzelblatts und eine von der ersten Verarbeitungszeit verschiedene zweite Verarbeitungszeit zum Ausführen der Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten des zweiten Einzelblatts erforderlich sind.

Vorteile ergeben sich auch dann, wenn das erste Einzelblatt und das zweite Einzelblatt mit Hilfe desselben Druckauftrags verarbeitet werden und der Druckauftrag unterschiedliche Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten der beiden Einzelblätter in derselben Verarbeitungseinheit des Druck- oder Kopiersystems erfordert und/oder andere Papierformate festlegt, wodurch eine erste Verarbeitungszeit zum Ausführen der Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten des ersten Einzelblatts und eine von der ersten Verarbeitungszeit verschiedene zweite Verarbeitungszeit zum Ausführen der Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten des zweiten Einzelblatts erforderlich sind.

Bei einer so genannten Paketverarbeitung eines Pakets aus mehreren, beispielsweise sechs, nacheinander zu verarbeitenden Einzelblättern können besondere Vorteile der Erfindung, insbesondere beim Festlegen des kleinstmöglichen Abstandes zwischen dem letzten Einzelblatt eines ersten Paketes und dem ersten Einzelblatt eines unmittelbar nach dem ersten Paket nachfolgenden zweiten Paketes, erreicht werden, wenn unterschiedliche Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten des letzten Einzelblatts des ersten Pakets und des ersten Einzelblatts des zweiten Pakets in derselben Verarbeitungseinheit des Druck- oder Kopiersystems vorgesehen sind und/oder andere Papierformate für diese beiden Einzelblätter festgelegt sind, wodurch eine erste Verarbeitungszeit zum Ausführen der Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten des letzten Einzelblatts des ersten Paketes und eine von der ersten Verarbeitungszeit verschiedene zweite Verarbeitungszeit zum Ausführen der Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten des ersten Einzelblatts des zweiten Paketes erforderlich sind. Eine solche Paketverarbeitung von Einzelblattpaketen ist aus dem Dokument WO99/50715 bekannt, dessen Inhalt hiermit durch Bezugnahme in die vorliegende Beschreibung aufgenommen wird.

Als unmittelbar aufeinander folgende Einzelblätter werden im Sinne der Erfindung nacheinander durch die Verarbeitungseinheiten des Druck- oder Kopiersystem zu transportierende Einzelblätter bezeichnet, zwischen denen kein weiteres Einzelblatt transportiert wird. Zwischen der Hinterkante des ersten Blatts und der Vorderkante des unmittelbar auf das erste Einzelblatt folgenden zweiten Einzelblatts ist für den sicheren Betrieb der jeweiligen Verarbeitungseinheit ein erforderlicher Sicherheitsabstand als Zeit und/oder Strecke festgelegt. Der Sicherheitsabstand darf beim Ausführen der Verarbeitungsschritte der Verarbeitungseinheit nicht unterschritten werden. Unmittelbar aufeinander folgende Einzelblätter sind insbesondere nicht durch Druckpausen des Druck- oder Kopiersystems voneinander getrennt.

Als Abstand zwischen den Einzelblättern wird die Strecke zwischen der Vorderkante des ersten Einzelblatts und der Vorderkante des zweiten Einzelblatts oder die Zeit zum Erzeugen dieser Strecke bei einer vorgegebenen Transportgeschwindigkeit und/oder bei einem vorgegebenen Transportgeschwindigkeitsverlauf bezeichnet. Der Mindestabstand zwischen dem ersten Einzelblatt und dem zweiten Einzelblatt ist die Summe aus der Länge des ersten Einzelblatts bzw. der sich aufgrund der Transportgeschwindigkeit und der Länge des ersten Einzelblatts ergebenden Zeit und dem Sicherheitsabstand zwischen den beiden Einzelblättern.

Abstände und Längen werden in Transportrichtung entlang eines Transportweges des jeweiligen Einzelblatts durch das Druck- oder Kopiersystem angegeben, wenn nicht explizit etwas anderes angegeben ist.

Zur einfachen Handhabung können Abstände sowohl als Strecken (Wege) als auch als Zeiten angegeben und/oder verarbeitet werden. Die Zeiten entsprechen bei einer Multiplikation mit der Transportgeschwindigkeit des Einzelblatts bzw. der Einzelblätter jeweils einer Strecke und die Strecken entsprechen dividiert mit der Geschwindigkeit jeweils einer Zeit. Die Zeiten geben dabei die Dauer eines Zeitraums an.

Ein Verzugsabstand zwischen zwei unmittelbar aufeinander folgenden Einzelblättern ergibt sich aus der Differenz aus der Verarbeitungszeit eines zweiten Einzelblatts und der Verarbeitungszeit des ersten Einzelblatts. Der Verzugsabstand wird vorzugsweise für jedes zweite Einzelblatt (für jedes Einzelblatt das unmittelbar auf ein erstes Einzelblatt folgt) abhängig von dem unmittelbar vor diesem zweiten Einzelblatt zu verarbeitenden ersten Einzelblatt und den durchzuführenden Verarbeitungsschritten zum Verarbeiten des zweiten Einzelblatts und den durchzuführenden Verarbeitungsschritten zum Verarbeiten des ersten Einzelblatts für jede Verarbeitungseinheit, d.h. komponentenabhängig, ermittelt. Dieser Verzugsabstand gibt eine Abstandsdifferenz zwischen dem ersten Einzelblatt und dem zweiten Einzelblatt an. Zur Weiterverarbeitung kann dieser Verzugsabstand als Verzugszeit oder als Verzugsstrecke verarbeitet werden.

Bei einer Einzugseinheit des Druck- oder Kopiersystems kann der Abstand zwischen zwei unmittelbar aufeinander folgenden Einzelblättern auch durch ein Einzugsintervall, insbesondere eine Zeit, angegeben werden. Die Zeit gibt dann die Dauer eines Zeitraumes an, der zwischen der Ausgabe der Vorderkante des ersten Blattes und der Ausgabe Vorderkante des zweiten Blattes aus der Einzugseinheit vergehen soll. Dadurch führt die Einzugseinheit einer nachfolgenden Verarbeitungseinheit des Druck- oder Kopiersystems das erste und das zweite Einzelblatt in einem dem Einzugsintervall entsprechenden Abstand zu. Beim Ermitteln des kleinsten möglichen Einzugsintervalls bzw. des kleinsten möglichen Abstands werden Informationen aus dem Druckdatenstrom und/oder aus Druckauftragsbegleitdaten, Informationen über Parameter der zu verarbeitenden Einzelblätter, insbesondere über das Papierformat und/oder weitere Papierparameter, sowie Informationen über zu verwendende Vor- und/oder Nachverarbeitungseinheiten genutzt.

Zumindest ein Teil der zum Ermitteln des kleinsten möglichen Einzugsintervalls erforderlichen Informationen sowie das ermittelte Einzugsintervall werden zwischen mindestens zwei Prozesskomponenten des Druck- oder Kopiersystems übertragen. Vorzugsweise überträgt eine einer Verarbeitungseinheit zugeordnete Prozesskomponente Informationen zum Ausführen möglicher Verarbeitungsschritte, insbesondere als Parameter, zu einer Prozesskomponente zum Ermitteln des kleinsten möglichen Einzugsintervalls. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die der Verarbeitungseinheit zugeordnete Prozesskomponente Informationen formatbezogen auf mögliche Formate der zu verarbeitenden Einzelblätter und/oder auf Formatbereiche möglicher zu verarbeitender Einzelblätter bezogen überträgt.

Ein zum Durchführen der zur Verarbeitung eines zweiten Einzelblatts in einer Verarbeitungseinheit des Druck- oder Kopiersystems vorgesehenen Verarbeitungsschritte erforderlicher Mindestabstand zu einem vorhergehenden ersten Einzelblatt wird unter Berücksichtigung der zur Verarbeitung des ersten Einzelblatts in der Verarbeitungseinheit des Druck- oder Kopiersystems vorgesehenen Verarbeitungsschritte festgelegt bzw. ermittelt. Der Mindestabstand umfasst den erforderlichen Sicherheitsabstand zwischen den beiden Einzelblättern. Der Mindestabstand ist dabei so bemessen, dass der Sicherheitsabstand zwischen den beiden unmittelbar aufeinander folgenden Einzelblättern während der gesamten Verarbeitung durch die jeweilige Verarbeitungseinheit selbst dann nicht unterschritten wird, wenn sich der Abstand durch die Verarbeitung in den einzelnen Verarbeitungseinheiten verringert.

Das Einzugsintervall, die Verzugszeiten sowie die verarbeitungseinheitsbezogenen Mindestabstände werden vorzugsweise in einer Steuereinheit, wie der Gerätesteuereinheit und/oder einem Druckcontroller zum Verarbeiten des Druckdatenstroms und/oder der Druckauftragsbegleitdaten, für jedes Einzelblatt individuell ermittelt. Die verarbeitungsbezogenen Mindestabstände werden bei vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung zwischen Prozesskomponenten des Druck- oder Kopiersystems, vorzugsweise über mindestens eine standardisierte Datenschnittstelle, wie einer UP3I-Schnittstelle, einer Typ1-Schnittstelle oder einer anderen geeigneten Datenschnittstelle, übertragen. Die Prozesskomponenten sind Soft- und/oder Hardwarekomponenten, wobei zumindest eine der Verarbeitungseinheiten eine Steuereinheit aufweist, die eine solche Prozesskomponente für diese Verarbeitungseinheit bereitstellt.

Mindestens eine Information über den für diese Verarbeitungseinheit erforderlichen Mindestabstand wird von der Prozesskomponente der Verarbeitungseinheit zu einer weiteren Prozesskomponente des Druck- oder Kopiersystems übertragen, die den Einzugsabstand unter Berücksichtigung dieser Information bzw. des mit Hilfe dieser Information ermittelten Mindestabstandes festlegt. Diese Informationen können dabei auch von und/oder zu weiteren Prozesskomponenten weitergeleitet werden. Falls ein Informationsaustausch nicht möglich ist, können in der Steuereinheit auch die entsprechenden Informationen hinterlegt werden. Die Informationen können Angaben zum Ermitteln von Mindestabständen der Verarbeitungseinheit haben, die Mindestabstände für mehrere Einzelblattlängen und/oder von möglichen Verarbeitungsschritten abhängige Mindestabstände umfassen.

Vorzugsweise ist jeder Verarbeitungseinheit eine Prozesskomponente zum Bereitstellen von Informationen zum Ermitteln des Mindestabstandes für diese Verarbeitungseinheit zugeordnet, die insbesondere bei einem Teil der Verarbeitungseinheiten von einer Steuereinheit der jeweiligen Verarbeitungseinheit bereitgestellt wird.

Eine vorteilhafte Anwendung der Erfindung ist bei modular aufgebauten Druck- und Fertigungsstrecken möglich, die Druckerzeugnisse erzeugen und vorzugsweise versandfertig verpacken.

Der Abstand, mit dem das zweite Einzelblatt der ersten Verarbeitungseinheit nach dem ersten Einzelblatt zugeführt wird, wird wie bereits in der Beschreibungseinleitung erwähnt, auch als Einzugsabstand bezeichnet. Gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung wird der Einzugsabstand bei einem Druck- oder Kopiersystem mit zwei nacheinander angeordneten Verarbeitungseinheiten bzw. bei zwei zu analysierenden nacheinander angeordneten Verarbeitungseinheiten durch den größeren Wert aus den folgenden Werten bestimmt:

  • – des ermittelten Mindestabstandes der ersten Verarbeitungseinheit; und
  • – der Differenz des Mindestabstandes der zweiten Verarbeitungseinheit und des Verzugsabstandes der ersten Verarbeitungseinheit.

Bei einem Druck- oder Kopiersystem mit drei nacheinander angeordneten Verarbeitungseinheiten bzw. bei drei zu analysierenden nacheinander angeordneten Verarbeitungseinheiten wird der Einzugsabstand gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung durch den größeren Wert aus den folgenden Werten bestimmt:

  • – des ermittelten Mindestabstandes der ersten Verarbeitungseinheit;
  • – der Differenz des Mindestabstandes der zweiten Verarbeitungseinheit und des ersten Verzugsabstandes der ersten Verarbeitungseinheit; und
  • – der Differenz des Mindestabstandes der dritten Verarbeitungseinheit und der Summe aus des Verzugsabstandes der ersten Verarbeitungseinheit und des Verzugsabstandes der zweiten Verarbeitungseinheit.

Vorteilhaft ist es, zeitliche Abstände zum Bestimmen des Einzugsabstandes zu verwenden. Dabei kann der festgelegte kleinstmögliche Abstand, mit dem das zweite Einzelblatt der ersten Verarbeitungseinheit nach dem ersten Einzelblatt zugeführt wird, einer Einzugseinheit als Soll-Wert durch eine Abstandsstrecke oder durch eine Zeit vorgegeben werden. Dieser Soll-Wert legt somit das bereits erwähnte Einzugsintervall der Einzugseinheit fest.

Der ermittelte kleinstmögliche Abstand berücksichtigt, dass auch ein einzuhaltender Mindestabstand zwischen dem ersten Einzelblatt und dem zweiten Einzelblatt in der zweiten Verarbeitungseinheit und in möglichen weiteren nachfolgenden Verarbeitungseinheiten des Druck oder Kopiersystems eingehalten werden, wobei ein zu großer und ein zu kleiner Einzugsabstand, insbesondere durch die Berücksichtigung der Verzugszeiten der vorhergehenden Verarbeitungseinheiten, erfindungsgemäß vermieden wird. Beim Ermitteln des Abstandes wird vorzugsweise berücksichtigt,

  • – ob die Einzelblätter in mindestens einer Verarbeitungseinheit voneinander verschiedene Blattlaufzeiten bzw. Verarbeitungszeiten haben,
  • – ob die Einzelblätter in mindestens einer der Verarbeitungseinheiten in mindestens zwei Verarbeitungsmodi voneinander verschiedene Blattlaufzeiten bzw. Verarbeitungszeiten haben,
  • – ob sich der Abstand zwischen dem ersten und dem zweite Einzelblatt während des Verarbeitens der Einzelblätter verringert und/oder vergrößert,
  • – welche Mindestabstände in den einzelnen Verarbeitungseinheiten zwischen den Einzelblättern erforderlich sind, und/oder
  • – welche einzustellenden Betriebsmodi der Verarbeitungseinheiten, die zum Ausführen der ermittelten Verarbeitungsschritte erforderlich sind.

Die Verarbeitungseinheiten sind vorzugsweise unmittelbar nacheinander angeordnete Verarbeitungseinheiten, zwischen denen keine weitere Verarbeitungseinheit vorgesehen ist, wobei vor der ersten und/oder nach der letzten betrachteten Verarbeitungseinheit weitere Verarbeitungseinheiten vorgesehen werden können, durch die die Einzelblätter ohne Unterbrechung eines kontinuierlichen Arbeitsablaufs (Workflows) zum Verarbeiten der Einzelblätter durch diese Verarbeitungseinheiten hindurchtransportiert werden.

Das Festlegen der Abstände zwischen nacheinander zu verarbeitenden Einzelblättern und die dafür erforderliche Steuerung des Blatteinzugs durch eine Einzugseinheit erfolgt vorzugsweise blattindividuell in Abhängigkeit von Parametern, die sich aus den:

  • – Druckdaten zum Verarbeiten dieser Einzelblätter;
  • – möglicherweise vorhandenen diesen Druckdaten zugeordneten Druckauftragsbegleitdaten;
  • – Einzelblattparametern, wie z.B. dem Papierformat und der Grammatur, die aus den Druckdaten bzw. aus den Druckbegleitdaten ermittelt werden;
  • – sowie aus Anforderungen von Nachverarbeitungseinheiten für die konkret durch diese Nachverarbeitungseinheiten auszuführenden Verarbeitungsschritte für jedes Einzelblatt
ergeben. Aus den Druckdaten und/oder Druckauftragsbegleitdaten kann insbesondere für jedes zu verarbeitende Einzelblatt ermittelt werden, ob es einseitig bedruckt, zweiseitig bedruckt, einfarbig bedruckt, zweifarbig bedruckt und/oder mit der Vorderseite nach oben oder nach unten abgelegt werden soll usw.

Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft ein Druck- oder Kopiersystem mit einer ersten Verarbeitungseinheit und mit mindestens einer nach der ersten Verarbeitungseinheit angeordneten zweiten Verarbeitungseinheit, die jeweils ein erstes Einzelblatt und mindestens ein auf das erste Einzelblatt unmittelbar folgendes zweites Einzelblatt sequentiell verarbeiten. Das Druck- oder Kopiersystem hat eine erste Prozesskomponente, die einen Einzugsabstand ermittelt, mit dem einer ersten Verarbeitungseinheit des Druck- oder Kopiersystems ein. zweites Einzelblatt nach einem ersten Einzelblatt zugeführt wird. Ferner weist das Druck- oder Kopiersystem Mittel auf, mit deren Hilfe die zweite Verarbeitungseinheit Daten mit Informationen zum Ermitteln eines von den mit Hilfe der zweiten Verarbeitungseinheit auszuführenden Verarbeitungsschritten abhängigen erforderlichen zweiten Mindestabstandes oder Informationen mit dem ermittelten zwischen dem ersten Einzelblatt und dem zweiten Einzelblatt erforderlichen zweiten Mindestabstand zur ersten Verarbeitungseinheit überträgt.

Die erste Prozesskomponente oder eine weitere Prozesskomponente ermittelt einen von den mit Hilfe der zweiten Verarbeitungseinheit auszuführenden Verarbeitungsschritten abhängigen erforderlichen ersten Mindestabstand. Die erste Prozesskomponente legt den Einzugsabstand abhängig von dem ersten Mindestabstand und dem zweiten Mindestabstand fest.

Ferner betrifft der zweite Aspekt der Erfindung ein Verfahren zum Steuern eines solchen Druck- oder Kopiersystems. Die Gegenstände gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung bewirken, dass die zum Festlegen des Einzugsabstandes erforderlichen Mindestabstände der einzelnen Verarbeitungseinheiten auf einfache Art und Weise ermittelt und dann der Instanz übermittelt werden, die den Einzugsabstand festlegt.

Dabei müssen der Prozesskomponente der Instanz zum Festlegen des Einzugsabstandes nicht alle Anforderungen von Vorverarbeitungs-, Nachverarbeitungs- und/oder Druckeinheiten bekannt sein. Diese Informationen werden vielmehr gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung von einer der betreffenden (zweiten) Verarbeitungseinheit zugeordneten Prozesskomponente an die Prozesskomponente zum Festlegen des Abstandes übermittelt. Dieses Übermitteln kann auf eine Anforderung der ersten Prozesskomponente zum Festlegen des Einzugsabstandes oder bei einem Initialisierungsvorgang des Druck- oder Kopiersystems erfolgen.

Es ist auch denkbar, Verarbeitungsparameter zum Verarbeiten eines Einzelblatts zur zweiten Prozesskomponente zu übertragen, die dann der ersten Prozesskomponente einen konkreten Mindestabstand und/oder weitere Angaben, wie z.B. eine Verzugszeit oder einen Verzugsabstand zu einem vorhergehenden Einzelblatt, übermittelt.

Die Prozesskomponenten sind Hardware- und/oder Software-Komponenten, zwischen denen eine Kommunikation bzw. eine Datenübertragung über Einflussfaktoren auf einen erforderlichen Einzugsabstand, insbesondere solche Einflussfaktoren, die den erforderlichen Einzugsabstand vergrößern oder verkleinern, erfolgt. Die Kommunikation zwischen verschiedenen Verarbeitungseinheiten sowie zwischen Prozesskomponenten des Druck- oder Kopiersystems können mit Hilfe einer standardisierten Datenschnittstelle, wie z.B. einer UP3I-Schnittstelle, übertragen werden.

Insbesondere bei umfangreichen Verarbeitungsprozessen, bei denen die Einzelblätter nicht nur bedruckt sondern mit Hilfe mehrerer Vor- und/oder Nachverarbeitungseinheiten verarbeitet werden, ist eine große Funktionsvielfalt möglich, durch die das Ermitteln des kürzestmöglichen Einzugsabstands erschwert wird, insbesondere dann, wenn der Steuereinheit zum Bestimmen des kürzesten möglichen Einzugsabstandes nicht alle Verarbeitungzeiten und erforderlichen Mindestabstände für jede dieser Vor- und/oder Nachverarbeitungseinheiten verarbeitungsschrittabhängig und blattindividuell zur Verfügung stehen.

Zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung wird im Folgenden auf die in den Zeichnungen dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiele Bezug genommen, die anhand spezifischer Terminologie beschrieben sind. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass der Schutzumfang der Erfindung dadurch nicht eingeschränkt werden soll, da derartige Veränderungen und weitere Modifizierungen an den gezeigten Vorrichtungen und/oder den beschriebenen Verfahren sowie derartige weitere Anwendungen der Erfindung, wie sie darin aufgezeigt sind, als übliches derzeitiges oder künftiges Fachwissen eines zuständigen Fachmanns angesehen werden.

Die Figuren zeigen Ausführungsbeispiele der Erfindung, nämlich:

1 eine schematische Darstellung von zusammenwirkenden Verarbeitungseinheiten eines Hochleistungsdrucksystems zum Verarbeiten von Einzelblättern gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung;

2 die schematische Darstellung der Verarbeitungseinheiten des Hochleistungsdrucksystems nach 1 gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung;

3 die schematische Darstellung der Verarbeitungseinheiten des Hochleistungsdrucksystems nach den 1 und 2 gemäß einer dritten Ausführungsform der Erfindung;

4 eine zeitliche Abfolge der Übergabezeitpunkte mehrerer Einzelblätter zwischen den Verarbeitungseinheiten des Hochleistungsdrucksystems bei der Umschaltung der Betriebsart der Druckeinheit vom beidseitigen Bedrucken der ersten drei Einzelblätter zum einseitigen Bedrucken der nachfolgenden Einzelblätter;

5 die zeitliche Abfolge mehrerer vom Hochleistungsdrucksystem nacheinander zu verarbeitender Einzelblätter, wobei die ersten drei dargestellten Einzelblätter eine erste Länge haben, die kleiner als die Länge der nachfolgenden Einzelblätter ist;

6a den ersten Teil eines Ablaufdiagramms zum Ermitteln eines zur Verarbeitung nacheinander folgender Einzelblätter beim Einzug dieser Einzelblätter erforderlichen kleinstmöglichen Einzugsabstandes;

6b den zweiten Teil des Ablaufdiagramms nach 6a;

7 ein Ablaufdiagramm zum Ermitteln eines Verzugsabstandes eines Einzelblatts zu einem vorhergehenden Einzelblatt in einer Verarbeitungseinheit; und

8 einen Ablaufplan zum Umschalten der Betriebsart beim Verarbeiten einer Blattfolge.

In 1 ist eine schematische Darstellung von Verarbeitungseinheiten und Verarbeitungskomponenten eines Hochleistungsdrucksystems 10 gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung dargestellt. Das Hochleistungsdrucksystem 10 hat eine Bilderzeugungseinheit 12, die vorzugsweise nach einem elektrografischen, insbesondere nach einem elektrofotografischen, Prinzip arbeitet. Diese Bilderzeugungseinheit 12 hat zwei Druckwerke, die zugeführte Einzelblätter wahlweise einseitig, zweiseitig, zweifarbig einseitig und zweifarbig zweiseitig bedruckt. Zumindest zum zweifarbigen zweiseitigen Bedrucken des Einzelblatts wird dieses Einzelblatt mindestens einmal in der Bilderzeugungseinheit 12 gewendet. Übliche Hochleistungsdrucker können über 100 Blatt DIN A4 pro Minute verarbeiten bzw. bedrucken. Ein von der Anmelderin hergestellter und vertriebener Drucker, Océ Varioprint 6250, kann 250 A4 und alternativ 132 A3 Drucke pro Minute ausführen.

Zum Zuführen von Einzelblättern zu der Bilderzeugungseinheit 12 ist eine Eingabeeinheit 14 vorgesehen, die der Bilderzeugungseinheit 12 die zu verarbeitenden Einzelblätter nacheinander in einem vorgegebenen Einzugsintervall, d.h. in einem vorgegebenen Abstand, zuführt. Nach dem Bedrucken der zugeführten Einzelblätter durch die Bilderzeugungseinheit 12 werden die Einzelblätter einer Ausgabeeinheit 16 zuführt. Die Ausgabeeinheit 16 kann die Einzelblätter insbesondere ablegen, wenden, einen Job-Versatz erzeugen oder mehrere Einzelblätter sortieren. Die Eingabeeinheit 14, die Bilderzeugungseinheit 12 und die Ausgabeeinheit 16 sind jeweils mit einer Druckersteuerung 18 verbunden. Mit Hilfe dieser Druckersteuerung 18 werden die Verarbeitungseinheiten 12 bis 16 gesteuert. Vorzugsweise sind die Verarbeitungseinheiten 12 bis 16 als modulartig aufgebaute Einheit vorkonfiguriert. Die Verarbeitungseinheiten 12 bis 16 können weitere Steuereinheiten umfassen, die mit der Druckersteuerung 18 zusammenwirken. Die Druckersteuerung 18 umfasst eine Gerätesteuerung des Druck- oder Kopiersystems 10.

Vorzugsweise werden Daten zwischen der Druckersteuerung 18 und diesen weiteren Steuereinheiten über Datenleitungen, vorzugsweise über Datenbusse und Netzwerkverbindungen, übertragen. Ferner umfasst das Drucksystem 10 einen Druck-Controller 20, der zur Verarbeitung eines zugeführten Druckdatenstroms und/oder von Druckauftragsbegleitdaten vorgesehen ist. Dieser Controller 20 analysiert die im Druckdatenstrom und/oder in den Druckauftragsbegleitdaten enthaltenen Informationen vorzugsweise mit Hilfe eines Parser-Vorgangs. Ein solcher Parsing-Vorgang ist beispielsweise in dem Dokument US 6,917,435 beschrieben. Der Druck-Controller 20 zum Ausführen des Parsing-Vorgangs wird auch als Parsing-Controller bezeichnet.

Insbesondere analysiert der Druck-Controller 20 die von der Eingabeeinheit 14, der Bilderzeugungseinheit 12 und der Ausgabeeinheit 16 sowie Nachverarbeitungseinheiten 22 und 24 zum Erfüllen der Anforderungen aus den im Druckdatenstrom und/oder in den Druckauftragsbegleitdaten enthaltene Informationen zum Verarbeiten der Einzelblätter auszuführenden Verarbeitungsschritte. Mit Hilfe dieser ermittelten erforderlichen Verarbeitungsschritte ermittelt die Druckersteuerung 18 die zum Ausführen dieser Verarbeitungsschritte in den einzelnen Verarbeitungseinheiten 12 bis 16, 22, 24 erforderlichen Verarbeitungszeiten für mehrere unmittelbar aufeinander folgende Einzelblätter.

Die zum Ausführen der einzelnen Verarbeitungsschritte erforderlichen Verarbeitungszeiten stehen für ausführbare Verarbeitungsschrittkombinationen der einzelnen Verarbeitungseinheiten 12 bis 16, 22, 24 zur Verfügung, um anhand der ermittelten zum Verarbeiten eines konkreten Einzelblatts erforderlichen Verarbeitungsschritte, die erforderliche Verarbeitungszeit zu ermitteln. Dazu können während eines Initialisierungsvorgangs des Druck- oder Kopiersystems solche Informationen von den Nachverarbeitungseinheiten 22 und/oder 24, vorzugsweise formatabhängig für mehrere durch die jeweilige Nachverarbeitungseinheit 22, 24 ausführbare Verarbeitungsschrittkombinationen, von der Verarbeitungseinheit zur Druckersteuerung 18 übertragen werden.

Alternativ oder zusätzlich können die Verarbeitungszeiten zum Ausführen von Verarbeitungsschrittkombinationen durch die einzelnen Verarbeitungseinheiten 22, 24 von der Druckersteuerung 18 bei diesen Verarbeitungseinheiten 22, 24 abgefragt werden. Dies kann sowohl für beispielhafte Anforderungen durchgeführt werden, wobei Verarbeitungszeiten für Anforderungsbereiche, insbesondere für Längenbereiche und Grammaturbereiche von zu verarbeitenden Einzelblättern ermittelt und festgelegt werden oder durch eine Einzelanforderung für ein spezielles zu verarbeitendes Einzelblatt abhängig von den für dieses Einzelblatt konkret vorgesehenen Verarbeitungsschritten.

Alternativ können die Verarbeitungszeiten der einzelnen Verarbeitungseinheiten in der Drucksteuerung 18 hinterlegt sein, falls die Daten- bzw. Kommunikationsschnittstelle den Datenaustausch zwischen der Druckersteuerung 18 und den Verarbeitungseinheiten 22, 24 nicht unterstützt.

Der Druck-Controller 20 ist über eine Datenschnittstelle mit der Bezeichnung UP3I mit der Nachverarbeitungseinheit 22 verbunden. Die Nachverarbeitungseinheit 22 ist über die Datenschnittstelle UP3I mit einer Nachverarbeitungseinheit 24 und die Nachverarbeitungseinheit 24 über die Datenschnittstelle UP3I mit mindestens einer weiteren Nachverarbeitungseinheit verbunden. Die Datenschnittstelle UP3I wird dabei über eine Datenleitung gemäß dem Standard IEEE 1394, einer so genannten Firewire-Verbindung, übertragen. Diese Verbindung ist zwischen dem Druck-Controller 20, der Nachverarbeitungseinheit 22, der Nachverarbeitungseinheit 24 und den möglichen weiteren Nachverarbeitungseinheiten 24 als kettenartige Verbindung, d.h. als so genannte Daisy-Chain, ausgeführt.

Die Druckersteuerung 18 kann über eine Datenverbindung zwischen der Druckersteuerung 18 und dem Druck-Controller 20 über die Datenschnittstelle UP3I mit den Nachverarbeitungseinheiten 22, 24 und den weiteren Nachverarbeitungseinheiten kommunizieren. Alternativ kann die Datenschnittstelle UP3I auch über sternförmig angeordnete Datenverbindungen zwischen dem Druck-Controller 20 und den Nachverarbeitungseinheiten 22, 24 und/oder durch eine weitere standardisierte Datenschnittstelle bereitgestellt werden. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die Eingabeeinheit 14, die Bilderzeugungseinheit 12, die Druckersteuerung 18 und die Ausgabeeinheit 16 nicht mit der Datenschnittstelle UP3I ausgestattet. Bei alternativen Ausführungsformen kann zumindest ein Teil dieser Einheiten 12 bis 18 eine Datenschnittstelle UP3I und/oder eine andere standardisierte Datenschnittstelle zum Datenaustausch haben. Auch können bei alternativen Ausführungsformen die Druckersteuerung 18 und der Druck-Controller 20 durch eine einzige Datenverarbeitungseinheit ersetzt werden.

Jede der Verarbeitungseinheiten 12, 16, 22, 24 und jede der nachfolgenden Nachverarbeitungseinheiten erfordert zum sicheren Ausführen der Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten eines Einzelblatts einen Mindestabstand bei der Eingabe und bei der Ausgabe des Einzelblatts zu einem von dieser Verarbeitungseinheit unmittelbar vorhergehenden zu verarbeitenden Einzelblatt, um die vorgesehenen Verarbeitungsschritte sicher ausführen zu können. Dabei kann sich der erforderliche Mindestabstand beim Zuführen von dem erforderlichen Mindestabstand beim Verlassen dieser Verarbeitungseinheit unterscheiden. Zum Ermitteln des erforderlichen Mindestabstands zwischen zwei Einzelblättern wird bei den beschriebenen Ausführungsbeispielen der Mindestabstand beim Zuführen nacheinander folgender Einzelblätter zu einer Verarbeitungseinheit 12, 16, 22, 24 betrachtet und angegeben. Der Mindestabstand ist dabei sowohl von den durchzuführenden Verarbeitungsschritten als auch von dem erforderlichen Mindestabstand beim Verlassen der jeweiligen Verarbeitungseinheit 12, 16, 22, 24 abhängig. Die durch den Verarbeitungsablauf zum Verarbeiten der Einzelblätter erforderliche Verarbeitungsreihenfolge der Verarbeitungseinheiten ist in 1 durch den Papierlaufrichtungspfeil 26 angegeben, die von der Eingabeeinheit 14 über die Bilderzeugungseinheit 12, über die Ausgabeeinheit 16, über die Nachverarbeitungseinheit 22, zur Nachverarbeitungseinheit 24 sowie weiter zu möglichen weiteren Nachverarbeitungseinheiten verläuft.

Die Eingabeeinheit 14 wird auch mit der Bezeichnung PI-Paper Input, die Bilderzeugungseinheit 12 mit DE-Druck-Einheit, die Ausgabeeinheit 16 als PO-Paper Output, die Nachverarbeitungseinheit 22 als NVAI und die Nachverarbeitungseinheit 24 auch als NVAII bezeichnet. Die Übergabepunkte zwischen den einzelnen Verarbeitungseinheiten des Hochleistungsdrucksystems 10 sind mit diesen Kurzbezeichnungen der Verarbeitungseinheiten 12 bis 16, 22, 24 bezeichnet. Die Übergabestelle zwischen der Eingabeeinheit 14 und der Bilderzeugungseinheit 12 ist somit als Übergabe-PI-DE, die Übergabestelle zwischen der Bilderzeugungseinheit 12 und der Ausgabeeinheit 16 als Übergabe-DE-PO, die Übergabestelle zwischen der Ausgabeeinheit 16 und der Nachverarbeitungseinheit 22 als Übergabe-PO-NVAI und die Übergabestelle zwischen der Nachverarbeitungseinheit 22 und der Nachverarbeitungseinheit 24 als Übergabe-NVAI-NVAII bezeichnet.

Die Bezeichnung dieser Übergabestellen wird nachfolgend beim Erläutern von Laufzeiten von Blattfolgen im Zusammenhang mit den 4 und 5 verwendet.

In 2 ist das Hochleistungsdrucksystem 10 nach 1 gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung dargestellt. Gleich oder äquivalent ausgebildete Elemente haben dieselben Bezugszeichen.

Im Unterschied zu der in 1 dargestellten Konfiguration des Hochleistungsdrucksystems 10 sind bei der Konfiguration nach 2 weitere mit der Nachverarbeitungseinheit 24 verbundene Nachverarbeitungseinheiten nicht über eine Datenschnittstelle UP3I sondern über eine Datenschnittstelle vom Typ 1 zur Kommunikation zwischen diesen weiteren Datenverarbeitungseinheiten und den weiteren Komponenten und Verarbeitungseinheiten des Drucksystems 10, insbesondere dem Druck-Controller 20 und der Druckersteuerung 18, verbunden. Alternativ kann auch eine Type 2-, eine DFA- oder eine proprietäre Datenschnittstelle oder ein CAN-Bus mit einem geeigneten Kommunikationsprotokoll zur Datenübertragung bzw. zur Kommunikation zwischen den Verarbeitungseinheiten 12, 14, 16, 22, 24 und dem Druckcontroller 20 eingesetzt werden. Diese Datenschnittstellen vom Typ 1, vom Typ 2, die DFA-Datenschnittstelle sowie proprietäre Datenschnittstellen sind in der Einleitung der bereits erwähnten UP3I-Spezifikation, Version 1.20, Kapitel 1.3.1, genannt. Mit Hilfe dieser Datenschnittstellen können Basis-Steuerungs- und Statusinformationen zwischen Druckgeräten und Vor- sowie Nachverarbeitungsgeräten, die z. B. einen Papiertransportstopp betreffen, ausgetauscht werden.

Mit der UP3I-Datenschnittstelle ist eine komplexe Kommunikation zwischen den Verarbeitungs-Steuer- und Druckeinheiten möglich, sodass mit Hilfe dieser Kommunikation über die UP3I-Datenschnittstelle komplexe Steuerfunktionen bis hin zur Remote Operating Control von Verarbeitungs- und Druckeinheiten realisiert werden können. Ferner können UP3I-Steuerungsinformationen, d. h. UP3I-Daten, in Druckdatenströme, wie z. B. IPDS, eingebunden werden, wie dies im Kapitel 1.3.3 und im Kapitel 3 der genannten UP3I-Spezifikation ausgeführt ist. Diese UP3I-Daten können dann direkt oder indirekt zur Steuerung der Verarbeitungseinheiten 12, 14, 16, 22, 24 genutzt werden.

In 3 ist das Hochleistungsdrucksystem 10 nach den 1 und 2 gemäß einer dritten Ausführungsform der Erfindung dargestellt, wobei bei der in 3 gezeigten Konfiguration des Hochleistungsdrucksystems 10 die Nachverarbeitungseinheit 22 direkt über eine Datenschnittstelle vom Typ 1 mit der Druckersteuerung 18 verbunden ist. Die Nachverarbeitungseinheit 22 ist mit der Nachverarbeitungseinheit 24 ebenfalls über eine Datenschnittstelle vom Typ 1 und die Nachverarbeitungseinheit 24 über eine Datenschnittstelle vom Typ 1 mit möglichen weiteren Nachverarbeitungseinheiten verbunden.

In 4 ist die zeitliche Abfolge von insgesamt zwölf nacheinander durch das Hochleistungsdrucksystem 10 nach den 1 bis 3 zu verarbeitenden Einzelblättern 30 bis 41 gezeigt. Die ersten drei Einzelblätter 30 bis 32 werden beidseitig bedruckt, so dass diese beidseitig bedruckten Einzelblätter 30 bis 32 nach dem Bedrucken prozessbedingt in der Bilderzeugungseinheit 12 gewendet werden müssen, wodurch sich die Ausgabe dieser Blätter aus der Bilderzeugungseinheit 12 verzögert und zwischen den Einzelblättern 30 bis 32 ein Mindestabstand vorgesehen werden muss, der sicherstellt, dass auch bei dem Wendeprozess in einer Wendevorrichtung der Bilderzeugungseinheit 12 ein ausreichender Abstand zwischen den Einzelblättern 30 bis 32 zum Wenden eingehalten wird. Somit müssen die Einzelblätter 30, 31, 32 von der Eingabeeinheit 14 zur Bilderzeugungseinheit 12 an der Übergabestelle PI-DE mit einem relativ großen Abstand übergeben werden.

Nach dem Einzelblatt 32 ändern sich die Anforderungen zum Verarbeiten der nachfolgenden Einzelblätter 33 bis 41, da diese nachfolgenden Einzelblätter 33 bis 41 nur einseitig zu bedrucken sind. Diese Einzelblätter 33 bis 41 müssen in der Bilderzeugungseinheit 12 nicht gewendet werden, so dass deren Verarbeitungszeit in der Druckeinheit geringer ist als die Verarbeitungszeit der Einzelblätter 30 bis 32. Da die Verarbeitungszeit des Einzelblatts 33 und der folgenden Einzelblätter 34 bis 41 geringer ist als die Verarbeitungszeit des Einzelblatts 32 und der zuvor zu verarbeitenden Einzelblätter 30 und 31, wird der Abstand zwischen den Einzelblättern 32 und 33 in der Bilderzeugungseinheit 12 verkürzt, so dass der Abstand zwischen den Einzelblättern 32 und 33 bei der Ausgabe aus der Bilderzeugungseinheit 12 an der Übergabestelle DE-PO wesentlich geringer ist als bei der Eingabe dieser Einzelblätter 32, 33 in die Bilderzeugungseinheit 12 an der Übergabestelle PI-DE. Dieses Verkürzen des Abstandes wird auch als Aufholen bezeichnet, wodurch die Einzelblätter 33 bis 41 gegenüber den Einzelblättern 30 bis 32 aufholen, speziell holt das Einzelblatt 33 gegenüber dem Einzelblatt 32 auf.

Um die beidseitig bedruckten Einzelblätter 30 bis 32 mit der Vorderseite nach oben abzulegen wie die einseitig bedruckten Einzelblätter 33 bis 41, ist im Unterschied zu den Einzelblättern 33 bis 41 für die Einzelblätter 30 bis 32 ein zusätzlicher Wendevorgang erforderlich, der als Verarbeitungsschritt von der Ausgabeeinheit 16 ausgeführt wird. Somit dauert auch die Verarbeitung des Einzelblatts 32 in der Ausgabeeinheit 16 länger als die Verarbeitung des unmittelbar nachfolgend verarbeiteten Einzelblatts 33, so dass das Einzelblatt 33 weiter zum Einzelblatt 32 aufholt.

Das Aufholen des Einzelblatts 33 gegenüber dem Einzelblatt 32 sowie ein Vergrößern des Abstandes zwischen zwei unmittelbar nacheinander zu verarbeitenden Einzelblättern 32, 33 wird allgemein auch als Verzugsabstand bezeichnet, der sich aus der Differenz aus der Verarbeitungszeit des nachfolgenden zweiten Einzelblatts 33 gegenüber dem unmittelbar zuvor zu verarbeitenden Einzelblatts 32 ergibt. Dieser Verzugsabstand ist von den zu den auszuführenden Verarbeitungsschritten erforderlichen Verarbeitungszeiten der betreffenden aufeinander folgenden Einzelblätter in der betreffenden Verarbeitungseinheit abhängig. Der Verzugsabstand ist somit positiv, wenn die Verarbeitungszeit des zweiten Blatts 33 größer ist als die Verarbeitungszeit zum Verarbeiten es ersten Einzelblatts 32. Entsprechend ist der Verzugsabstand negativ, wenn die Verarbeitungszeit des ersten Blatts 32 größer ist als die Verarbeitungszeit des zweiten Blatts 33. Bei der Ausgabe der Einzelblätter 30bis 41 aus der Ausgabeeinheit 16 an der Übergabestelle PO-NVAI ist somit der Abstand zwischen den Einzelblättern 32 und 33 aufgrund der unterschiedlichen Verarbeitungszeiten in der Ausgabeeinheit 16 weiter verkürzt und entspricht etwa dem Abstand, der zwischen den unmittelbar aufeinander folgenden Einzelblättern 33 bis 41 vorgesehen ist. Somit ist der Abstand zwischen den Einzelblättern 32 und 33 an der Übergabestelle PI-DE der kleinstmögliche, um einen erforderlichen Mindestabstand zwischen diesen beiden Einzelblättern 32 und 33 an der Übergabestelle PO-NVAI einzuhalten. Die Abstände zwischen Einzelblättern 30 bis 32; 33 bis 41, die aufgrund gleicher Anforderungen mit denselben Verarbeitungsschritten durch die Verarbeitungseinheiten 12 bis 16, 22, 24 verarbeitet werden, ändern sich in den Verarbeitungseinheiten 12 bis 16, 22, 24 nicht. Der Pfeil 29 gibt den zeitlichen Verlauf der Einzelblätter 30 bis 41 durch die Verarbeitungseinheiten 12 bis 16 bis zur Übergabestelle PO-NVAI an. Negative Verzugsabstände einzelner Verarbeitungseinheiten 2 bis 16, 22, 24 müssen entweder durch positive Verzugsabstände vorhergehender Verarbeitungseinheiten kompensiert werden oder führen zu einem größeren erforderlichen Einzugsabstand, mit dem die Eingabeeinheit 14 die unmittelbar aufeinander folgenden Einzelblätter 32 und 33 der Bilderzeugungseinheit 12 zuführen muss.

In 5 ist der Ablauf zum Verarbeiten mehrerer aufeinander folgender Einzelblätter 42 bis 47 mit Hilfe des Hochleistungsdrucksystems 10 nach den 1 bis 3 dargestellt. Die Einzelblätter 42 bis 44 haben das Papierformat A4 und die Einzelblätter 45 bis 47 das Papierformat A3. Die Einzelblätter 42 bis 44 werden vom Hochleistungsdrucksystem 10 im Querformat und die Einzelblätter 45 bis 47 im Hochformat entlang der Transportrichtung durch das Hochleistungsdrucksystem 10 transportiert und verarbeitet. Alle Einzelblätter 42 bis 47 werden beidseitig mit Hilfe der Bilderzeugungseinheit 12, d.h. auf deren Vorderseite und auf deren Rückseite nacheinander oder gleichzeitig, bedruckt. Die Einzelblätter 42 bis 44 werden dabei in gleicher Weise wie die Einzelblätter 30 bis 32 bei dem Ausführungsbeispiel nach 4 vom Hochleistungsdrucksystem 10 verarbeitet.

Zwischen den Einzelblättern 42 bis 47 sind relativ große Einzugsabstände erforderlich, da jedes dieser Einzelblätter 42 bis 47 in der Bilderzeugungseinheit 12 gewendet werden muss, wobei die Einzelblätter 42 bis 44 etwa die. halbe Länge in Transportrichtung wie die Einzelblätter 45 bis 47 haben. Zum Wenden der Einzelblätter 42 bis 44 ist auf Grund des Längenunterschiedes somit eine kürzere Zeit erforderlich als zum Wenden der Einzelblätter 45 bis 47. Die unmittelbar aufeinander folgenden Einzelblätter 44 und 45 haben an der Übergabestelle PI-DE, d.h. beim Zuführen zu der Bilderzeugungseinheit 12, einen ersten Abstand zueinander, der von der erforderlichen Verarbeitungszeit des Einzelblatts 44, insbesondere zu der zum Wenden des Einzelblatts 44 erforderlichen Zeit, abhängig ist. Der Abstand zwischen diesen beiden Einzelblättern 44, 45 ist dabei so festgelegt, dass die Verarbeitungsschritte in der Bilderzeugungseinheit 12 sicher ausgeführt werden können, ohne dass sich die Einzelblätter 44, 45 bei der Verarbeitung behindern.

Zum Wenden des Einzelblatts 44 ist in der Bilderzeugungseinheit 12 aufgrund der kürzeren Länge in Transportrichtung eine kürzere Zeit um Wenden erforderlich als zum Wenden des Einzelblatts 45, das in Transportrichtung die doppelte Länge des Einzelblatts 44 hat. Dadurch ergibt sich ein positiver Verzugsabstand zwischen den Einzelblättern 44 und 45 in der Druckeinheit 12. Durch diesen positiven Verzugsabstand ist der Abstand zwischen den Einzelblättern 44 und 45 bei der Ausgabe aus der Bilderzeugungseinheit 12, d.h. an der Übergabestelle DE-PO größer als bei der Eingabe in die Bilderzeugungseinheit 12, d.h. an der Obergabestelle PI-DE. Zum Ablegen der Einzelblätter 42 bis 47 mit der Vorderseite nach oben ist es erforderlich, alle Einzelblätter 42 bis 47 in der Ausgabeeinheit 16 zu wenden.

Wie bereits im Zusammenhang mit der Bilderzeugungseinheit 12 erläutert, ergibt sich beim Wenden der Einzelblätter ein Verzugsabstand zwischen den Einzelblättern 44 und 45, durch den sowohl der Zeitraum zwischen dem Eintreffen der Vorderkante des ersten Einzelblatts 44 an der Übergabestelle PO-NVAI und dem Eintreffen der Vorderkante des Einzelblatts 45 an der Übergabestelle PO-NVAI gegenüber dem Abstand zwischen diesen Vorderkanten der Einzelblätter 44 und 45 beim Zuführen dieser Einzelblätter 44, 45 zu der Ausgabeeinheit 16 vergrößert ist.

Insgesamt ist der Abstand zwischen den Einzelblättern 44 und 45 sowohl in der Bildverarbeitungseinheit 12 als auch in der Ausgabeeinheit 16 vergrößert worden. Dieser vergrößerte Abstand kann bei den Auswirkungen eines zum Ausführen der Verarbeitungsschritte der ersten Nachverarbeitungseinheit 22 und der zweiten Nachverarbeitungseinheit 24 sowie bei der Verarbeitung dieser Einzelblätter in weiteren nachfolgenden Verarbeitungseinheiten berücksichtigt werden. Vorzugsweise wird die Summe der Verzugsabstände aller vorhergehenden Verarbeitungseinheiten von einem für eine nachfolgende Verarbeitungseinheit erforderlichen Mindestabstand jeweils abgezogen, wobei der größte dabei ermittelte Wert den Einzugsabstand an der Übergabestelle PE-DE, d.h. das Einzugsintervall zwischen den Einzelblättern 44 und 45, festlegt.

Insbesondere hängt die Laufzeit eines Einzelblatts innerhalb einer einzelnen Verarbeitungseinheit 12 bis 16, 22, 24 des Drucksystems 10 von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. dem Papierformat, weiteren Papierparametern, den von dieser Verarbeitungseinheit 12, 14, 16, 22, 24 auszuführenden Verarbeitungsschritten, wie z.B. dem Wenden eines Einzelblatts, dem Heften mehrerer Einzelblätter, dem Lochen von Einzelblättern, dem Kleben, dem Falten, dem Rotieren von Einzelblättern, dem Erzeugen eines Job-Versatzes zwischen mindestens zwei Einzelblättern, dem einseitigen monochromen Bedrucken, dem beidseitigen monochromen Bedrucken, dem Bedrucken mit mehreren Farbauszügen dem Interposen von nicht zu bedruckenden Einzelblättern oder dem Nichtausführen solcher Verarbeitungsschritte, abhängig. Ferner müssen für eine sichere Funktion des Hochleistungsdrucksystems 10 eine Vielzahl von Rahmenbedingungen erfüllt werden, wie z.B., dass sich die Blätter nicht gegenseitig überholen dürfen, damit ein seitengerechtes Wiederaufsetzen nach aufgetretenen Fehlern erfolgen kann, dass einzelne Verarbeitungseinheiten 12 bis 16, 22, 24 andere Mindestabstände als andere Verarbeitungseinheiten 12 bis 16, 22, 24 erfordern, damit die von der jeweiligen Verarbeitungseinheit 12 bis 16, 22, 24 auszuführenden Verarbeitungsschritte sicher und zuverlässig ausgeführt werden können, wobei der Abstand insbesondere von den sich zu einer Verarbeitung eines unmittelbar vorhergehenden Einzelblatts in derselben Verarbeitungseinheit 12 bis 16, 22, 24 unterscheidenden Verarbeitungsschritten.

Vorteilhaft ist es, die aus den Druckdaten, d.h. dem Druckdatenstrom und/oder den Druckauftragsbegleitdaten, ermittelten Anforderungen zum Verarbeiten eines Einzelblatts von einem Parser-Vorgang, der diese Anforderungen ermittelt, an eine übergeordnete Gerätesteuerung, die in der Druckersteuerung 18 realisiert sein kann, übermittelt werden. Die Gerätesteuerung kommuniziert dann vorzugsweise zumindest mit Steuereinheiten der Nachverarbeitungseinheiten 22, 24 über eine sternförmig, in einer Linienstruktur angeordnete oder über eine so genannte Daisy-Chain ausgebildete Datenverbindung. Bei anderen Ausführungsbeispielen können auch mehrere Strukturen der Datenverbindungsanordnung miteinander kombiniert werden, insbesondere können über eine sternförmige Verteilung mehrere Verarbeitungseinheiten 12, 14, 16, 22 miteinander verbunden werden, wobei weitere Verarbeitungseinheiten 24 über eine Daisy-Chain oder eine Linienstruktur mit einer der sternförmig verbundenen Verarbeitungseinheiten 22 verbunden werden. Dadurch können Informationen über das Verarbeitungsverhalten, insbesondere über die erforderlichen Mindestabstände zum Ausführen einzelner Verarbeitungsschritte und Verarbeitungsschrittkombinationen der einzelnen Verarbeitungseinheiten 12, 14, 16, 22, 24 beim Ermitteln eines kleinstmöglichen Einzugsabstands berücksichtigt werden, wodurch der Einzugsabstand zwischen zwei unmittelbar nacheinander zu verarbeitenden Einzelblättern 32, 33; 44, 45 optimiert werden.

In 6a ist der erste Teil eines Ablaufdiagramms zum Ermitteln eines kleinstmöglichen Einzugsabstandes zwischen zwei unmittelbar aufeinander folgenden Einzelblättern, insbesondere zwischen den Einzelblättern 32 und 33, dargestellt. Der Ablauf wird im Schritt S10 gestartet. Anschließend wird im Schritt S12 überprüft, ob nach dem Einzelblatt 32 ein weiteres Einzelblatt 33 vom Drucksystem verarbeitet werden soll, indem aus zu Verfügung stehenden Druckdaten und/oder Druckauftragsbegleitdaten Seiteninformationen für das Einzelblatt 33 ermittelt werden, die angeben, welche Verarbeitungsschritte durch die Verarbeitungseinheiten 12 bis 16, 22, 24 des Drucksystems 10 ausgeführt werden sollen und welches Papierformat und welche weiteren Papierparameter das Einzelblatt 33 haben soll. Sind solche Informationen nicht verfügbar, wird der Schritt S12 so lange wiederholt, bis Seiteninformationen für ein weiteres zu verarbeitendes Einzelblatt 33 vorhanden sind.

Wird im Schritt S12 festgestellt, dass Informationen zum Verarbeiten des weiteren Einzelblatts 32 vorhanden sind, werden diese Informationen anschließend im Schritt S14 ausgewertet. Anhand dieser Informationen wird im Schritt S16 überprüft, ob eine erste Verarbeitungseinheit 12 das Einzelblatt 33 bearbeiten soll. Ist das der Fall, so wird anschließend im Schritt S18 ein erster Minimalabstand für die erste Verarbeitungseinheit 12 ermittelt, den das Einzelblatt 33 zum unmittelbar vorhergehenden Einzelblatt 32 haben muss, um Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten des ersten Einzelblatts 32 und des zweiten Einzelblatts 33 auszuführen. Weiterhin wird im Schritt S18 der Verzugsabstand ermittelt, der sich aus der Differenz der Verarbeitungszeiten des zweiten Einzelblatts 33 und des ersten Einzelblatts 32 in der ersten Verarbeitungseinheit 12 ergibt. Ferner wird das Einzugsintervall, mit dem das Einzelblatt 33 nach dem Einzelblatt 32 durch die Einzugseinheit 14 der Bilderzeugungseinheit 12 an der Übergabestelle PI-DE übergeben werden soll, vorerst durch den Minimalabstand der Verarbeitungseinheit 12 festgelegt.

Im vorliegenden Ausführungsbeispiel hat die Einzugseinheit 14 keine Verzugszeit, die bei dem Ermitteln des Einzugsintervalls zu berücksichtigen ist. Bei anderen Ausführungsbeispielen wird die Einzugseinheit 14 als erste Komponente betrachtet und die nachfolgend angeordnete Bilderzeugungseinheit 12 als zweite Verarbeitungseinheit. Als Verzugszeit nach der ersten Verarbeitungseinheit 12 wird im Schritt S22 die ermittelte erste Verzugszeit festgelegt. Abschließend wird der Ablauf vom Schritt S26 fortgesetzt.

Wird im Schritt S16 jedoch festgestellt, dass keine weiteren Verarbeitungsschritte von der ersten Verarbeitungseinheit 12 durchzuführen sind, insbesondere dann, wenn die Einzelblätter 32 und 33 nur durch die Verarbeitungseinheit 12 hindurch geführt werden, ohne dass die Verarbeitungseinheit 12 die Einzelblätter 32, 33 weiter verarbeitet, wird im Schritt S24 das Einzugsintervall auf einen voreingestellten Default-Abstand gesetzt und der Verzugsabstand auf einen voreingestellten Default-Verzugsabstand, vorzugsweise auf den Abstand Null.

Anschließend wird im Schritt S26 überprüft, ob eine zweite Verarbeitungseinheit 16 Verarbeitungsschritte an den sequentiell durch das Drucksystem 10 zu verarbeitenden Einzelblättern 32 und 33 aufgrund der im Schritt S14 ausgewerteten Informationen ausführen soll. Ist das der Fall, so wird anschließend ein zweiter Minimalabstand der zweiten Verarbeitungseinheit 18 im Schritt S28, auf ähnliche Weise wie im Zusammenhang mit dem Schritt S18 beschrieben, ermittelt. Anschließend wird im Schritt S30 überprüft, ob dieser zweite Minimalabstand größer als die Summe des aktuell festgesetzten Einzugsintervalls und der ermittelten Verzugszeit ist. Ist das der Fall, so wird anschließend im Schritt S32 ein neuer Wert für das Einzugsintervall festgesetzt, der aus der Differenz aus dem zweiten Minimalabstand und dem Verzugsabstand gebildet wird. Der dabei verwendete Verzugsabstand entspricht dem durch die erste Verarbeitungseinheit bewirkten Verzugsabstand. Anschließend wird im Schritt S34 der Verzugsabstand der zweiten Verarbeitungseinheit 16 ermittelt. Anschließend wird im Schritt S36 ein neuer Verzugsabstand aus der Summe des bisher geltenden Verzugsabstandes und des im Schritt S34 ermittelten Verzugsabstandes der zweiten Verarbeitungseinheit 16 festgelegt.

Nachfolgend wird der Ablauf im Schritt S38 nach 6b fortgesetzt. Wird im Schritt S26 festgestellt, dass keine weiteren Verarbeitungsschritte durch die zweite Verarbeitungseinheit 16 ausgeführt werden sollen, da die Verarbeitungseinheit 16 entweder nicht mit in den Verarbeitungsablauf eingefügt ist oder die Einzelblätter 32, 33 nur durch diese Verarbeitungseinheit 16 nacheinander hindurch transportiert werden, so wird der Ablauf vom Schritt S38 fortgesetzt.

Im Schritt S38 wird überprüft, ob eine dritte Verarbeitungseinheit 22 zur Verarbeitung der Einzelblätter 32 und/oder 33 vorgesehen ist. Ist das der Fall, so wird anschließend im Schritt S40 der erforderliche dritte Minimalabstand der dritten Verarbeitungseinheit 22 ermittelt. Anschließend wird im Schritt S42 überprüft, ob der ermittelte dritte Minimalabstand größer als die Summe des bisher geltenden Einzugsintervalls und des im Schritt S36 festgelegten Verzugsabstands ist. Dieser im Schritt S36 festgelegte Verzugsabstand ist aus der Summe der Verzugsabstände der ersten Verarbeitungseinheit 12 und der zweiten Verarbeitungseinheit 16 gebildet.

Wird im Schritt S42 festgestellt, dass der dritte Minimalabstand größer als die ermittelte Summe ist, so wird anschließend im Schritt S44 das Einzugsintervall aus der Differenz des dritten Minimalabstandes und des geltenden Verzugsabstandes gebildet. Der Verzugsabstand kann auch negativ sein, wodurch das festgelegte Einzugsintervall größer als der dritte Minimalabstand ist. Bei positivem Verzugsabstand wird der ermittelte dritte Minimalabstand um den Verzugsabstand reduziert, so dass das festgelegte Einzugsintervall um den Verzugsabstand kleiner ist als der ermittelte Minimalabstand.

Anschließend oder wenn im Schritt S42 ermittelt wird, dass der dritte Minimalabstand nicht größer als die Summe des Einzugsintervalls und des Verzugsabstandes ist, wird der Ablauf im Schritt S46 fortgesetzt, in dem der Verzugsabstand der dritten Verarbeitungseinheit 22 ermittelt wird. Anschließend wird ein neuer Verzugsabstand durch die Summe aus dem bisher geltenden Verzugsabstand und dem für die Einzelblätter 32 und 33 ermittelten Verzugsabstand der dritten Verarbeitungseinheit festgelegt.

Nachfolgend oder wenn im Schritt S38 festgestellt wird, dass die dritte Verarbeitungseinheit 22 die Einzelblätter 32 und 33 nicht verarbeiten soll, wird der Ablauf im Schritt S50 fortgesetzt, bei dem überprüft wird, ob eine n-te Verarbeitungseinheit zur Verarbeitung der Einzelblätter 32 und 33 vorgesehen ist. Ist das nicht der Fall, so wird der Ablauf im Schritt S62 fortgesetzt. Anderenfalls wird der Ablauf im Schritt S52 fortgesetzt, bei dem ein für die n-te Komponente erforderlicher n-ter Minimalabstand ermittelt wird. Ist der n-te Minimalabstand größer als die Summe des bisher geltenden Einzugsintervalls und des Verzugsabstandes, der durch die vorhergehenden Verarbeitungseinheiten 1 bis n-1 erzeugt worden ist, so wird anschließend im Schritt S56 ein neues Einzugsintervall aus der Differenz des n-ten Minimalabstandes und des Verzugsabstandes gebildet.

Anschließend oder wenn im Schritt S54 festgestellt wird, dass der n-te Minimalabstand nicht kleiner als die Summe aus geltendem Einzugsintervall und Verzugsabstand ist, wird im Schritt S58 der durch die unterschiedlichen Verarbeitungszeiten der Einzelblätter 32 und 33 bewirkte Verzugsabstand der n-ten Verarbeitungseinheit ermittelt. Anschließend wird im Schritt S60 der Verzugsabstand durch die Summe des bisher geltenden Verzugsabstandes und des n-ten Verzugsabstandes festgesetzt. Im Schritt S62 wird dann das ermittelte Einzugsintervall als Soll-Wert an die Eingabeeinheit 14 oder an eine Prozesskomponente zum Festlegen des Soll-Werts der Einzugseinheit 14 übergeben. Nachfolgend ist der Ablauf im Schritt S64 beendet.

Die n-te Verarbeitungseinheit ist beispielsweise die zweite Nachverarbeitungseinheit 24.

Die anhand der Schritte S26 bis S36 für die zweite Verarbeitungseinheit 18, der Schritte S38 bis S48 für die dritte Verarbeitungseinheit 22 und der Schritte S50 bis S60 für die n-te Verarbeitungseinheit beschriebenen Verfahrensabläufe werden für jede zum Verarbeiten der Einzelblätter 32, 33 vorgesehenen Verarbeitungseinheiten des Hochleistungsdrucksystems 10 in der Reihenfolge durchgeführt, in der die Einzelblätter 32, 33 diese nacheinander angeordneten Verarbeitungseinheiten 12 bis 16, 22, 24 in einem kontinuierlichen Verarbeitungsablauf durchlaufen. Ist die Verarbeitungseinheit n die letzte Verarbeitungseinheit eines solchen kontinuierlichen Verarbeitungsprozesses, kann auf das Ausführen der Schritte S58 und S60 bei anderen Ausführungsbeispielen verzichtet werden.

Nachfolgend werden für zwei verschiedene Druckaufträge bzw. für zwei Sets eines Druckauftrags mit Hilfe des Ablaufs nach den 6a und 6b ermittelte Abstandswerte und der ermittelte Einzugsabstand beispielhaft angegeben:

Beispiel 1:
Beispiel 2:

In 7 ist ein Ablaufdiagramm dargestellt, mit dessen Hilfe das Ermitteln des Verzugsabstandes des Einzelblatts 33 zum Einzelblatt 32 in einer der Verarbeitungseinheiten detailliert erläutert wird. Beispielhaft wird im Folgenden die Verarbeitungseinheit 12 betrachtet. Der Ablauf wird im Schritt S70 gestartet. Anschließend wird im Schritt S72 überprüft, ob das Blatt S33 ein erstes zu verarbeitendes Einzelblatt, beispielsweise nach einer Druckpause oder nach dem Aktivieren des Drucksystems 10, ist. Ist das der Fall, so wird dem Verzugsabstand für die Verarbeitungseinheit 12 im Schritte S74 der Wert 0 zugeordnet. Wird im Schritt S72 festgestellt, dass das Einzelblatt 33 nicht das erste Blatt in einer Folge von Einzelblättern ist, sondern dass das Einzelblatt 33 dem ersten Einzelblatt 32 unmittelbar folgt und somit ein zweites Einzelblatt ist, wird im Schritt S76 eine Laufzeitdifferenz zwischen der Laufzeit des zweiten Einzelblatts 33 und des unmittelbar zuvor zu verarbeitenden Einzelblatts 32 gebildet. Mit Hilfe dieser ermittelten Laufzeitdifferenz wird anschließend im Schritt S78 ein Verzugsabstand ermittelt, der angibt, ob der Abstand zwischen den Einzelblättern 32, 33 durch die Verarbeitung mit Hilfe der Verarbeitungseinheit 12 vergrößert oder verkleinert wird. Anschließend ist der Ablauf im Schritt S80 beendet.

Alle Abstände können sowohl als Zeit als auch als Strecke angegeben und verarbeitet werden. Insbesondere ist es möglich, ermittelte Strecken mit Hilfe der Transportgeschwindigkeit der Einzelblätter und/oder des Geschwindigkeitsverlaufs der Transportgeschwindigkeit der Einzelblätter in Zeiten umzurechnen und umgekehrt.

In 8 ist ein Ablaufdiagramm zum Umschalten von Betriebsarten des Ducksystems 10 dargestellt. Der dem Drucksystem 10 zugeführte Druckdatenstrom wird mit Hilfe des Druckcontrollers 18 analysiert, wobei für jedes zu verarbeitendes Einzelblatt 30 bis 41 zumindest ermittelt wird, ob es einseitig einfarbig, einseitig mehrfarbig, beidseitig einfarbig oder beidseitig mehrfarbig bedruckt werden soll. Zum Erfüllen der daraus resultierenden Anforderungen kann eine geeignete Betriebsart der Druckeinheit 12 ermittelt werden. Jedoch kann es sinnvoll sein, eine zum Bedrucken vorhergehender Einzelblätter erforderliche Betriebsart beizubehalten, wenn die Anforderungen zum Bedrucken des aktuellen Einzelblatts auch in der zum Bedrucken des vorhergehenden Einzelblatts erforderlichen Betriebsart erfüllt werden können. So wird von der Betriebsart duplex und/oder mehrfarbig nicht in die Betriebsart simplex und/oder einfarbig umgeschaltet, wenn nachfolgend nur weniger als eine voreingestellte Anzahl Einzelblätter einseitig bzw. einfarbig bedruckt werden sollen. Dabei wird überprüft, ob ein Umschaltkriterium zum Umschalten einer voreingestellten Duplex-Betriebsart auf eine Simplex-Betriebsart erfüllt ist. Dabei wird überprüft, ob eine vorbestimmte Anzahl nacheinander zu bedruckender Einzelblätter einseitig zu Bedrucken ist. Der Umschaltvorgang zum Umschalten der Betriebsart von Duplex auf Simplex erfordert eine zusätzliche Wartezeit zum Umschalten der Förderwege in der Druckeinheit 12. Diese erforderliche Anzahl Einzelblätter ist als Parameter im Drucksystem 10 voreingestellt und ist beispielsweise auf drei Einzelblätter festgelegt.

Wird der Ablauf nach 8 für die Einzelblätter 30 bis 41 durchgeführt, so wird für diese Einzelblätter 30, 31, 32 der Ablauf jeweils im Schritt S82 gestartet. Anschließend wird im Schritt S84 jeweils festgestellt, dass das Umschaltkriterium nicht erfüllt ist, da diese Einzelblätter 30, 31, 32 jeweils beidseitig bedruckt werden sollen. Somit kann die Betriebsart nicht von Duplex auf Simplex umgeschaltet werden. Der Ablauf ist bei diesen Einzelblättern 30, 31, 32 jeweils im Schritt S86 beendet.

Wird der Ablauf nach 8 anschließen für das Einzelblatt 33 durchgeführt, so wird der Ablauf im Schritt S82 gestartet. Anschließend wird im Schritt S84 festgestellt, dass das Umschaltkriterium nicht erfüllt ist, da nicht drei aufeinander folgende Einzelblätter, d.h. die Einzelblätter 31, 32, 33, jeweils einseitig bedruckt werden sollen. Somit wird Betriebsart nicht von Duplex auf Simplex umgeschaltet. Der Ablauf ist anschließend im Schritt S86 beendet.

Wird der Ablauf nach 8 anschließen für das Einzelblatt 34 durchgeführt, so wird der Ablauf im Schritt S82 gestartet. Anschließend wird im Schritt S84 festgestellt, dass das Umschaltkriterium nicht erfüllt ist, da nicht drei aufeinander folgende Einzelblätter, d.h. die Einzelblätter 32, 33, 34, jeweils einseitig bedruckt werden sollen. Somit wird Betriebsart nicht von Duplex auf Simplex umgeschaltet. Der Ablauf ist anschließend im Schritt S86 beendet.

Wird der Ablauf nach 8 anschließen für das Einzelblatt 35 durchgeführt, so wird der Ablauf im Schritt S82 gestartet. Anschließend wird im Schritt S84 festgestellt, dass das Umschaltkriterium erfüllt ist, da drei aufeinander folgende Einzelblätter, d.h. die Einzelblätter 33, 34, 35, jeweils einseitig bedruckt werden sollen. Somit wird Betriebsart von Duplex auf Simplex umgeschaltet. Anschließend wird im Schritt S88 das erste Einzelblatt der in der Simplex-Betriebsart zu bedruckenden Blattsequenz der Einzelblätter 33, 34, 35, d.h. das Einzelblatt 33, ermittelt.

Wie weiter oben beschrieben, ist für die Einzelblätter 33 und 34 bei der vorhergehenden Abarbeitung des in 8gezeigten Ablaufs das Umschaltkriterium noch nicht erfüllt, so dass mit Hilfe des in den 6a und 6b gezeigten Ablaufs ein Abstand bereits auf der Grundlage der Duplex Betriebsart ermittelt worden ist. Dieser Abstand muss nachfolgend für die Einzelblätter 33 und 34 korrigiert werden, da durch das Erfüllen des Umschaltkriteriums die Betriebsart von Duplex auf Simplex bereits vor dem Einzelblatt 33 umgeschaltet wird.

Anschließend wird im Schritt S90 nach dem in den 6a und 6b gezeigten Ablauf ein neuer Abstand für das Einzelblatt 33 ermittelt und als neuer Einzugsabstand für dieses Einzelblatt 33 zum vorhergehenden Einzelblatt 32 für Simplex-Betriebsart festgelegt.

Nachfolgend wird im Schritt S92 überprüft, ob das Einzelblatt 33 das letzte Einzelblatt der Blattsequenz der Einzelblätter 33, 34, 35 ist. Dies ist beim Einzelblatt 33 nicht erfüllt, so dass der Ablauf im Schritt S94 fortgesetzt wird. Im Schritt S94 wird zum nächsten Einzelblatt, d.h. zum Einzelblatt 34 gewechselt. Nachfolgend werden die Schritte S90, S92 und S94 so lange wiederholt, bis im Schritt S92 festgestellt wird, dass im vorliegenden Ausführungsbeispiel das Einzelblatt 35 das letzte Einzelblatt der Blattsequenz ist, die zum Umschalten der Betriebsart von Duplex auf Simplex geführt hat. Der Ablauf ist anschließend im Schritt S86 beendet.

Nachfolgend wird der Ablauf nach 8 für die Einzelblätter 36 bis 41 durchgeführt und jeweils im Schritt S82 gestartet. Anschließend wird im Schritt S84 jeweils festgestellt, dass das Umschaltkriterium nicht erfüllt ist, da diese Einzelblätter 36 bis 41 jeweils einseitig bedruckt werden sollen. Somit ist die Betriebsart nicht von Simplex auf Duplex umzuschalten. Der Ablauf ist bei diesen Einzelblättern 36 bis 41 jeweils anschließend im Schritt S86 beendet.

Obgleich in den Zeichnungen und in der vorhergehenden Beschreibung bevorzugte Ausführungsbeispiele aufgezeigt und detailliert beschrieben worden sind, sollte dies als rein beispielhaft und die Erfindung nicht einschränkten angesehen werden. Es sei darauf hingewiesen, das nur die bevorzugten Ausführungsbeispiele dargestellt und beschreiben sind und sämtliche Veränderungen und Modifizierungen, die derzeit und künftig im Schutzumfang der Erfindung liegen, geschützt werden sollen.

10
Drucksystem
12
Bilderzeugungseinheit
14
Einzugseinheit
16
Ausgabeeinheit
18
Druckersteuerung/Gerätesteuerung
20
Druck-Controller/Parser
22
Nachverarbeitungseinheit I
24
Nachverarbeitungseinheit II
26
Papierlaufrichtung
30 bis 47
Einzelblätter
S10 bis S94
Verfahrensschritte


Anspruch[de]
Verfahren zum Steuern eines Druck- oder Kopiersystems zum Verarbeiten von Einzelblättern,

bei dem ein erstes Einzelblatt (32) und mindestens ein unmittelbar auf das erste Einzelblatt folgendes zweites Einzelblatt (33) mit Hilfe von n nacheinander angeordneten Verarbeitungseinheiten (12, 16, 22, 24) des Druck- oder Kopiersystems (10) sequentiell verarbeitet werden,

ein für jede Verarbeitungseinheit (12, 16, 22, 24) ein erforderlicher Mindestabstand zwischen dem ersten und dem zweiten Einzelblatt ermittelt wird,

für die erste und mindestens für jede der n-1 folgenden Verarbeitungseinheiten jeweils ein Verzugsabstand der jeweiligen Verarbeitungseinheit (12, 16, 22) ermittelt wird,

jeweils die Differenz aus dem Mindestabstand einer Verarbeitungseinheit (22) und der Summe der Verzugsabstände der vorhergehenden Verarbeitungseinheiten (12, 16) gebildet wird,

und bei dem der kürzestmögliche Abstand, mit dem das zweite Einzelblatt (33) der ersten Verarbeitungseinheit (12) nach dem ersten Einzelblatt (32) zugeführt wird, durch den größten Wert des ermittelten Mindestabstandes der ersten Verarbeitungseinheit (12) und der ermittelten Differenzen festgelegt wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Daten mit Angaben zum Mindestabstand mindestens einer Verarbeitungseinheit (12, 16, 22, 24), mit Informationen zum Ermitteln des Mindestabstandes der Verarbeitungseinheit (12, 16, 22, 24), mit Angaben zum Verzugsabstand dieser Verarbeitungseinheit (12, 16, 22, 24) und/oder mit Informationen zum Ermitteln des Verzugsabstandes der Verarbeitungseinheit (12, 16, 22, 24) von einer dieser Verarbeitungseinheit (12, 16, 22, 24) zugeordneten ersten Prozesskomponente bereitgestellt werden,

dass diese Daten von der ersten Prozesskomponente zu einer zweiten Prozesskomponente übertragen oder in dieser hinterlegt werden,

dass der kleinstmögliche Abstand durch die zweite Prozesskomponente ermittelt wird,

und/oder dass der ermittelte kleinstmögliche Abstand als in Daten enthaltene Information zu einer einer weiteren Verarbeitungseinheit (14) zugeordneten dritten Prozesskomponente übertragen wird, wobei die weitere Verarbeitungseinheit (14) vorzugsweise eine Einzugseinheit und/oder eine Vorverarbeitungseinheit des Druck- oder Kopiersystems (10) ist.
Verfahren zum Steuern eines Druck- oder Kopiersystems zum Verarbeiten von Einzelblättern,

bei dem ein kleinstmöglicher Abstand, mit dem einer ersten Verarbeitungseinheit (12) des Druck- oder Kopiersystems (10) ein zweites Einzelblatt (33) nach einem ersten Einzelblatt (32) zugeführt wird, mit Hilfe einer ersten Prozesskomponente (18) festgelegt wird,

Daten mit Informationen zum Ermitteln eines von den mit Hilfe einer zweiten Verarbeitungseinheit (16) auszuführenden Verarbeitungsschritten abhängigen der zwischen dem ersten Einzelblatt (32) und dem zweiten Einzelblatt (33) erforderlichen zweiten Mindestabstandes von einer der zweiten Verarbeitungseinheit (16) zugeordneten zweiten Prozesskomponente zu der ersten Prozesskomponente übertragen werden oder der zwischen dem ersten Einzelblatt (32) und dem zweiten Einzelblatt (33) erforderliche zweite Mindestabstand von der zweiten Prozesskomponente zur ersten Prozesskomponente (18) übertragen wird,

ein zwischen dem zweiten Einzelblatt (33) und dem ersten Einzelblatt (32) von den mit Hilfe der ersten Verarbeitungseinheit (12) auszuführenden Verarbeitungsschritten abhängiger erforderlicher erster Mindestabstand ermittelt wird,

und bei dem der kleinstmögliche Abstand abhängig von dem ersten Mindestabstand und dem zweiten Mindestabstand festgelegt wird.
Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste oder eine weitere Prozesskomponente den ersten Mindestabstand ermittelt, wobei die Daten zwischen den Prozesskomponenten vorzugsweise über eine standardisierte Schnittstelle übertragen werden. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die zum Festlegen des zweiten Mindestabstandes zwischen dem ersten Einzelblatt (32) und dem zweiten Einzelblatt (33) zum Ausführen der ermittelten von der ersten Verarbeitungseinheit (12) auszuführenden Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten des ersten und des zweiten Einzelblatts von der ersten oder einer weiteren Prozesskomponente ermittelt werden, wobei mit Hilfe der ermittelten Verarbeitungsschritte und der von der zweiten Prozesskomponente zur ersten Prozesskomponente übertragenen Daten der zweite Mindestabstand ermittelt wird oder wobei Informationen zu den ermittelten Verarbeitungsschritten zu der zweiten Prozesskomponente übertragen werden und die zweite Prozesskomponente vorzugsweise mit Hilfe von Einzelblattparametern des ersten und zweiten Einzelblatts den zweiten Minimalabstand ermittelt und zur ersten Prozesskomponente überträgt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Prozesskomponenten Hardware- oder Softwarekomponenten des Druck- oder Kopiersystems sind, die vorzugsweise von mindestens einer Steuer- und/oder Datenverarbeitungseinheit bereitgestellt werden, und dass die einer Verarbeitungseinheit zugeordneten Prozesskomponenten vorzugsweise von einer Steuer- und/oder Datenverarbeitungseinheit der jeweiligen Verarbeitungseinheit (12, 16, 22, 24) bereitgestellt werden, und dass Daten zwischen mindestens zwei Prozesskomponenten über eine standardisierte Datenschnittstelle, vorzugsweise über eine UP3I Schnittstelle, übertragen werden. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verzugsabstand der ersten Verarbeitungseinheit (12) ermittelt wird, der beim Festlegen des kleinstmöglichen Abstandes berücksichtigt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die durch jede der Verarbeitungseinheiten (12, 16, 22, 24) auszuführenden Verarbeitungsschritte zum Verarbeiten des ersten und des zweiten Einzelblatts mit Hilfe der in einem Druckdatenstrom und/oder von in Druckauftragsbegleitdaten enthaltenen Informationen über das erste und zweite Einzelblatt ermittelt, wobei die Druckauftragsbegleitdaten vorzugsweise in einem Jobticket enthaltenen sind. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der jeweilige zwischen dem ersten Einzelblatt (32) und dem zweiten Einzelblatt (34) erforderliche Mindestabstand den Abstand zwischen dem ersten und dem zweiten Einzelblatt angibt, den das zweite Einzelblatt (33) zum ersten Einzelblatt (32) haben muss, um die zum Verarbeiten des ersten und des zweiten Einzelblatts von der jeweiligen Verarbeitungseinheit (12, 16, 22, 24) auszuführenden Verarbeitungsschritte sicher auszuführen. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 2, 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Verzugsabstand einer Verarbeitungseinheit (12, 16, 22, 24) zwischen zwei unmittelbar aufeinander folgenden Einzelblättern durch die Differenz aus der Verarbeitungszeit eines zweiten Einzelblatts (33) und der Verarbeitungszeit des ersten Einzelblatts (32) gebildet wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass als Abstände Abstandsstrecken und/oder zeitliche Abstände ermittelt und/oder festgelegt werden. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Verarbeitungseinheit (12) eine Bilderzeugungseinheit zum Erzeugen mindestens eines Druckbildes auf mindestens einer Seite des Einzelblatts (32, 33) aufweist, dass das Druck- oder Kopiersystem (10) mindestes eine Nachverarbeitungseinheit (16, 22, 24), vorzugsweise mindestens eine Ausgabeeinheit (16), eine Hefteinheit, eine Falteinheit, eine Schneideinheit, eine Bindeeinheit, eine Sortiereinheit und/oder Wendeeinheit aufweist, wobei eine Information zum Ermitteln des zum Verarbeiten des ersten und/oder zweiten Einzelblatts mit Hilfe dieser Nachverarbeitungseinheit erforderliche Mindestabstand und/oder der erforderliche Mindestabstand zwischen der Nachverarbeitungseinheit und mindestens einer weiteren Verarbeitungseinheit übertragen werden, wobei jeder Verarbeitungseinheit und jeder Nachverarbeitungseinheit vorzugsweise mindestens eine Prozesskomponente zugeordnet ist. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die einer Verarbeitungseinheit n (20) vorhergehenden Verarbeitungseinheiten 1 bis n-1 (12, 16) diejenige Verarbeitungseinheit ist oder diejenigen Verarbeitungseinheiten (12, 16) sind, die ein Einzelblatt (33) vor der Verarbeitungseinheit n verarbeitet bzw. verarbeiten, wobei mindesten für diese vorhergehenden Verarbeitungseinheiten ein Verzugsabstand ermittelt wird. Druck- oder Kopiersystem zum Verarbeiten von Einzelblättern,

mit n nacheinander angeordneten Verarbeitungseinheiten (12, 16, 22, 24) zum sequentiellen Verarbeiten eines ersten Einzelblatts (32) und mindestens eines unmittelbar auf das erste Einzelblatt (32) folgenden zweiten Einzelblatts (33), und

mit mindestens einer Prozesskomponente,

die für jede Verarbeitungseinheit (12, 16, 22, 24) einen erforderlichen Mindestabstand zwischen dem ersten und dem zweiten Einzelblatt ermittelt,

die für die erste und mindestens für jede der n-1 folgenden Verarbeitungseinheiten (12, 16, 20) jeweils ein Verzugsabstand der jeweiligen Verarbeitungseinheit (12, 16, 20) ermittelt,

die jeweils die Differenz aus dem Mindestabstand einer Verarbeitungseinheit (22) und der Summe der Verzugsabstände der vorhergehenden Verarbeitungseinheiten (12, 16, 20) bildet,

und die den kürzesten möglichen Abstand, mit dem das zweite Einzelblatt (33) der ersten Verarbeitungseinheit (12) nach dem ersten Einzelblatt (32) zugeführt werden kann, durch den größten Wert des ermittelten Mindestabstandes der ersten Verarbeitungseinheit (12) und der ermittelten Differenzen festlegt.
Druck- oder Kopiersystem zum Verarbeiten von Einzelblättern,

mit einer ersten Verarbeitungseinheit (12) und mit mindestens einer nach der ersten Verarbeitungseinheit (12) angeordneten zweiten Verarbeitungseinheit (16), die jeweils ein erstes Einzelblatt (32) und mindestens ein auf das erste Einzelblatt (32) unmittelbar folgende zweites Einzelblatt (33) sequentiell verarbeiten,

einer ersten Prozesskomponente (18), die einen Einzugsabstand ermittelt, mit dem der ersten Verarbeitungseinheit (12) des Druck- oder Kopiersystems (10) ein zweites Einzelblatt (33) nach einem ersten Einzelblatt (32) zugeführt wird,

wobei das Druck- oder Kopiersystem (10) Mittel aufweist, mit deren Hilfe die zweite Verarbeitungseinheit (16) Daten mit Informationen zum Ermitteln eines von den mit Hilfe der zweiten Verarbeitungseinheit (16) auszuführenden Verarbeitungsschritten abhängigen erforderlichen zweiten Mindestabstandes oder der ermittelte zwischen dem ersten Einzelblatt (32) und dem zweiten Einzelblatt (33) erforderliche zweite Mindestabstand zur ersten Prozesskomponente (18) überträgt,

die erste Prozesskomponente (18) oder eine weitere Prozesskomponente einen von den mit Hilfe der zweiten Verarbeitungseinheit (16) auszuführenden Verarbeitungsschritten abhängigen erforderlichen ersten Mindestabstand ermittelt,

und wobei die erste Prozesskomponente (18) den Einzugsabstand abhängig von dem ersten Mindestabstand und von dem zweiten Mindestabstand festgelegt.






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