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Dokumentenidentifikation DE102006026015A1 06.12.2007
Titel Sämaschine
Anmelder Amazonen-Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG, 49205 Hasbergen, DE
Erfinder Häfker, Gerd, 27798 Hude, DE;
Fischer, Erwin, 27798 Hude, DE
DE-Anmeldedatum 01.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006026015
Offenlegungstag 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse A01C 7/04(2006.01)A, F, I, 20060601, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A01C 17/00(2006.01)A, L, I, 20060601, B, H, DE   
Zusammenfassung Verteilmaschine, insbesondere Sämaschine, mit einem trichterförmigen Vorratsbehälter in dessen unteren Bereich zumindest ein einstellbares Dosierorgan, durch das die sich im Vorratsbehälter befindlichen Materialien, insbesondere Saatgüter, in einstellbaren Mengen Ausbringorganen zugeführt werden und oberhalb des Dosierorgans ein pneumatisch arbeitendes Rührorgan, welches zumindest einen Luftstrom in den unteren Bereich des Vorratsbehälters über zumindest einen Auslass einbläst, angeordnet ist, wobei der Luftstrom in pulsierender Weise aus dem Auslass austritt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Verteilmaschine, insbesondere Sämaschine mit einem trichterförmigen Vorratsbehälter in dessen unteren Bereich zumindest ein einstellbares Dosierorgan angeordnet ist. Durch das Dosierorgan werden die sich im Vorratsbehälter befindlichen Materialien, insbesondere Saatgüter in einstellbaren Mengen Ausbringorganen, die beispielsweise als Säschare ausgebildet sind, zugeführt.

Oberhalb des Dosierorgans ist bei derartigen Maschinen ein Rührorgan angeordnet, welches bei in der Praxis bekannt gewordenen Maschinen als rotierend angetriebene Rührwelle mit darauf angeordneten Rührstiften ausgebildet ist. Es sind auch Maschinen mit Rührorganen bekannt geworden, bei denen die Rührwelle mit den daran angeordneten Rührstiften in hin- und hergehende Bewegung versetzt werden. Mittels dieser Rührorgane soll ein gleichmäßiger Zufluss des sich im Vorratsbehälter befindlichen Materials zu den Dosierorganen sichergestellt werden. Dieses funktioniert auch bei relativ gut nachfließenden Materialen. Problematisch ist jedoch das Ausbringen und gleichmäßige Zuleiten beispielsweise von Saatgütern, die ein sehr schlechtes „Rutschverhalten" aufweisen und teilweise sehr „sperrig" sind, wie beispielsweise Tagetessamen. Bei dem Ausbringen derartigen Saatgutes bildet sich oberhalb des Wirkungsbereiches der vorbeschriebenen und einen sehr geringen Wirkungsbereich aufweisenden rotierenden oder schwingenden und mit Rührstiften besetzten Rührwellen eine Materialbrücke. Oberhalb dieser Rührorgane kommt es dann zur Brückenbildung, so dass kein Material mehr nachfließt. In der Praxis hat man diesen Umstand dadurch abgeholfen, dass das von einer Person mittels einem Stock oder anderer geeigneter Hilfsmittel in händischer Weise durch hineinstechen in den Materialgutvorrat der Brückenbildung entgegen gewirkt wurde, so dass Material, wie Saatgut wieder zu dem Dosierorgan gelangt.

Dieser Umstand ist jedoch insbesondere bei dem Ausbringen von Materialien, wie beispielsweise Saatgut auf größeren Flächen völlig unbefriedigend.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mittels einfacher Mittel diesen Umstand durch ein trotzdem schonend arbeitendes Rührwerk auch bei druckempfindlichen Materialien, wie Saatgut, gegen eine Brückenbildung sowie eine sichere Zuführung des schlecht nachfließenden und zur Brückenbildung neigenden Materials, wie Saatgut zu dem Dosierorgan zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Infolge dieser Maßnahmen wird durch das pneumatisch arbeitende Rührwerk, welches zumindest einen Luftstrom in den unteren Bereich des Vorratsbehälters über zumindest einen Auslass einbläst, wobei der Luftstrom in pulsierender Weise aus dem Auslass austritt, erreicht, dass die Brückenbildung aufgehoben wird, zusammenbricht und somit ausreichend Material, wie Saatgut zu dem Dosierorgan nachfließt. Das Material, wie Saatgut kann in gleichmäßiger Weise ausgebracht werden. Hierbei ist insbesondere der pulsierende Luftstrom zum Aufbrechen der Brückenbildung und der Sicherstellung des ausreichenden Materialflusses zum Dosierorgan für die gleichmäßige Dosierung durch das Dosierorgan von entscheidender Bedeutung. Ein Teil des Luftstromes ist zumindest nach oben in Richtung der sich bildenden oder gebildeten Brücke gerichtet.

Um den Wirkungsgrad an das auszubringende Material anpassen zu können, so dass einerseits verhindert wird, dass es zu Brückenbildung kommt, damit ausreichend Material nachfließt und andererseits verhindert wird, dass zu viel Material in unerwünschter Weise aufgewirbelt wird, ist vorgesehen, dass die Pulsfolge und/oder der Pulsabstand veränder- und/oder einstellbar ist.

Um mittels des Luftstromes die Brückenbildung zu verhindern und ausreichend Material, wie beispielsweise Saatgut dem Dosierorgan zuzuführen, ist vorgesehen, dass der Luftstrom in pulsierender Weise über den zumindest einen Auslass in den unteren Bereich des Vorratsbehälters einblasbar ist.

Um sicherzustellen, dass ausreichend Material, wie Saatgut trotz eventueller Brückenbildung dem Dosierorgan zugeführt wird, ist vorgesehen, dass der Luftauslass oder die Luftauslässe des Rührorgans in einem Abstand oberhalb des Dosierorgangs angeordnet sind.

Eine vorteilhafte Auflockerung des Materials, wie Saatgut zur Vermeidung der Brückenbildung und zur Erreichung des ausreichenden Nachfließens von Material wird durch die Merkmale der Patentansprüche 6–10 erreicht.

In einfacher Weise lässt sich ein pulsierender Luftstrom dadurch erreichen, dass in der von der Druckluftquelle zu den Luftauslässen führenden Zuleitungen ein motorisch betätigbares Ventil zum Erzeugen des pulsierend austretenden Luftstromes angeordnet ist.

Um das Ventil in einfacher Weise betätigen zu können, ist vorgesehen, dass das motorisch betriebene Ventil an einem Taktgeber angeschlossen ist.

Um in einfacher Weise den Taktzeit des Ventils und somit die Impulsfolge einstellen zu können, ist vorgesehen, dass der Takt des Taktgebers einstell- und/oder veränderbar ist.

Weitere Einzelheiten der Erfindung sind den übrigen Unteransprüchen, der Beispielsbeschreibung und den Zeichnungen zu entnehmen. Hierbei zeigen

1 die auf einer Bodenwalze aufgebaute und als Sämaschine ausgebildete Verteilmaschine in Seitenansicht und in Prinzipdarstellung,

2 die Anordnung des pneumatischen Rührorgans in dem unteren Bereich des Vorratsbehälters in der Ansicht II-II,

3 einen Teilbereich des Rührorgans im Schnitt III-III und

4 das Rührorgan im Schnitt IV-IV.

Die Verteilmaschine ausgebildete Sämaschine weist den auf einer Bodenwalze 1 aufgebauten Rahmen 2 und Vorratsbehälter 3 auf. Der Vorratsbehälter 3 ist trichterförmig ausgebildet. An dem Auslass 4 des unteren Endes 5 des trichterförmigen Bereiches des Vorratsbehälters 3 ist das über einen motorischen Antrieb angetriebene Dosierorgan 6 angeordnet, welches das sich im Vorratsbehälter 3 befindliche Saatgut über eine Schleuse 7 in eine von dem motorisch angetriebenen Gebläse 8 pneumatisch beaufschlagten Förderleitung 9, die zu einem Verteilerkopf 10 führt, einspeist. Der Verteilerkopf 10 verteilt das Saatgut in gleichmäßiger Weise auf die von ihm abgehenden und zu den als Säscharen 11 ausgebildeten Ausbringorganen führende Saatleitungen 12. Im unteren Bereich 5 des Vorratsbehälters 3 ist oberhalb des Auslaufes 4, der zu dem Dosierorgan 6 führt, ein dachförmiges Element 13 angeordnet. Zur Ausbringung von Sonderkulturen, die in relativ kleinen Mengen ausgebracht werden und um bei sperrigen Gütern ein besseren Nachfluss zu erreichen, kann im Vorratbehälter 3 ein Einsatz 14 mit einem kleineren Aufnahmevolumen und zumindest einigen steileren Wänden 15 als den Vorratsbehälter wanden, angeordnet werden.

Des weiteren ist im unteren Bereich des Vorratsbehälters 3 bzw. des Einsatzbehälters 14 und oberhalb des Dosierorgans 6 ein pneumatisch arbeitendes Rührorgan 16 angeordnet. Dieses Rührorgan 16 weist eine zu einem horizontal liegend angeordneten und Luftauslässe 17 aufweisendes Luftausblasrohr 18 Zuleitung 19 auf, die mit einer Druckluftanlage 20 verbunden ist. Diese Druckluftanlage 20 kann beispielsweise die Druckluftanlage des die Sämaschine ziehenden Schleppers oder ein separater Kompressor sein. In der von der Luftanlage 20 zu den Luftauslässen 17 des pneumatischen Rührorgans 16 führenden Zuleitung 19 ist ein von einem elektrischen Taktgeber 21 angesteuertes motorisch betätigbares Ventil 21 zum Erzeugen eines aus den Luftauslässen 17 pulsierend ausströmenden Luftstromes 22 angeordnet.

In dem horizontal liegenden Luftausblasrohr 18 sind mehrere Luftauslassöffnungen 17 angeordnet. Diese Luftauslässe 17 des Rührorgans 16 sind in einem Abstand oberhalb des Dosierorgans 6 angeordnet. Die Luftauslässe 17 können düsenartig ausgebildet sein. Die Luftauslassöffnungen 17 können jeweils diametral gegenüber liegend angeordnet sein. Teilweise sind die Auslässe 17 gegen die trichterförmigen Wände des Vorratsbehälters 3 sowie nach oben in Richtung der Brückenbildung und nach unten, wie die 1 bis 4 zeigen. gerichtet. Ein Teil der Luftauslässe 17 kann horizontal und ein anderer radial ausgerichtet sein. In bevorzugter Weise sind die Luftauslässe 17 ringförmig in dem Luftausblasrohr 18 der Zuleitung 19 angeordnet, so dass sternförmig austretende Luftströme 23 erreichbar sind. Hierbei können mehrere ringförmig angeordnete Luftauslässe 17 vorgesehen sein, wie die 24 zeigen.

Das motorisch betätigbare Ventil 22 zur Erzeugung des pulsierenden Luftstromes 23 ist mit einem elektrischen Taktgeber 21 verbunde. Dieser Taktgeber 21 kann ein Blinkgeber oder ein einstellbarer Intervallschalter sein, um so die Pulsfolge des motorischen betätigten Ventils 22, welches beispielsweise als elektrisches Magnetventil ausgebildet sein kann, zu erzeugen. Hierdurch sind die Pulsfolge und der Pulsabstand der aus den Auslassöffnungen 17 austretenden Luftströme 23 einstellbar.

Die Wirkungsweise des pulsierenden Luftstromes 23 des pneumatischen Rührwerkes 16 ist folgende:

Durch den pulsierenden Luftstrom 23 wird das sich im Bereich des pneumatischen Rührorgans 16 und oberhalb des Dosierorgans 6 befindliche Saatgut aufgelockert, so dass ein ausreichend gleichmäßiger Zufluss dieses schwer fließenden Saatgutes zu dem Dosierorgan 6 sichergestellt ist. Durch den pulsierenden Luftstrom 23 wird auch bei einer Brückenbildung des Saatgutes oberhalb des pneumatischen Rührorgans 16 bzw. des Luftausblasrohres 18 das Saatgut durch den pulsierend austretenden Luftstrom 23 aus der Brücke des zur Brückenbildung neigenden Saatgutes heraus gelöst. Dieses herausgelöste Saatgut wird in nachfließender Weise dem Dosierorgan 6 zugeleitet. Weiterhin wird erreicht, dass die Brückbildung aufgehoben wird und so wieder das gesamte Saatgut in nachfließender Weise zum Dosierorgan 6 gelangt.


Anspruch[de]
Verteilmaschine, insbesondere Sämaschine mit einem trichterförmigen Vorratsbehälter (3, 14) in dessen unteren Bereich (5) zumindest ein einstellbares Dosierorgan (6), durch das die sich im Vorratsbehälter befindlichen Materials, insbesondere Saatgüter in einstellbaren Mengen Ausbringorganen (11) zugeführt werden, und oberhalb des Dosierorgans (6) ein pneumatisch arbeitendes Rührorgan (16), welches zumindest einen Luftstrom (23) in den unteren Bereich des Vorratsbehälters (3, 14) über zumindest einen Auslass (17) einbläst, angeordnet ist, wobei der Luftstrom (23) in pulsierender Weise aus dem zumindest einen Auslass (17) austritt. Verteilmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Pulsfolgen und/oder der Pulsabstand des Luftstromes (23) veränder- und/oder einstellbar ist. Verteilmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftstrom (23) in pulsierender Weise über den zumindest einen Auslass (17) in den unteren Bereich (5) des Vorratsbehälters (3, 14) einblasbar ist. Verteilmaschine nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftauslass (17) oder die Luftauslässe (17) des Rührorgans (16) in einem Abstand oberhalb des Dosiervorgangs (6) angeordnet sind. Verteilmaschine nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftauslässe (17) düsenartig ausgebildet sind. Verteilmaschine nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei diametral gegenüberliegende Auslassöffnungen (17) vorgesehen sind. Verteilmaschine nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslässe (17) gegen die trichterförmigen Wände des Vorratsbehälters (3, 14) gerichtet sind. Verteilmaschine nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der aus den Luftauslässen (17) austretende Luftstrom (23) zumindest annähernd horizontal und/oder radial ausgerichtet ist. Verteilmaschine nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Luftauslässe (17) ringförmig in der Zuleitungen (18, 19) angeordnet sind, so dass sternförmige austretende Luftströme (23) erreichbar sind. Verteilmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere ringförmig angeordnete Luftauslässe (17) vorgesehen sind. Verteilmaschine nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der von der Druckluftquelle (20) zu den Luftauslässen (17) führenden Zuleitungen (19) ein motorisch betätigbares Ventil (22) zum Erzeugen des pulsierend austretenden Luftstromes (23) angeordnet ist. Verteilmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das motorisch betriebene Ventil (22) an einem Taktgeber (21) angeschlossen ist. Verteilmaschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Takt des Taktgebers (21) einstell- und/oder veränderbar ist. Verteilmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (22) als elektrisches Magnetventil ausgebildet ist. Verteilmaschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Taktgeber (21) ein Blinkgeber ist. Verteilmaschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Taktgeber (21) ein Intervallschalter ist.






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