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Dokumentenidentifikation DE102006026061A1 06.12.2007
Titel Tankentlüftungsventil
Anmelder Hella KGaA Hueck & Co., 59557 Lippstadt, DE
Erfinder Feldkamp, Thomas, 59557 Lippstadt, DE;
Müller, Hagen, Dr., 33181 Bad Wünnenberg, DE
DE-Anmeldedatum 03.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006026061
Offenlegungstag 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse B60K 15/035(2006.01)A, F, I, 20060603, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F16K 24/00(2006.01)A, L, I, 20060603, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Tankentlüftungsventil (1) für eine Tankanlage eines Kraftfahrzeugs, umfassend mindestens ein Verschlussorgan (2), geeignet zum Öffnen und Schließen des Tankentlüftungsventils (1), sowie Aktuatormittel, geeignet zum Betätigen des mindestens einen Verschlussorgans (2), wobei die Aktuatormittel einen Gleichstrommotor (3) umfassen, der an das mindestens eine Verschlussorgan (2) gekoppelt ist und zur Änderung der Verstellkraft mit unterschiedlich starken elektrischen Strömen ansteuerbar ist.

Beschreibung[de]
STAND DER TECHNIK

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Tankentlüftungsventil für eine Tankanlage eines Kraftfahrzeugs. Darüber hinaus bezieht sich die vorliegende Erfindung auf eine Verwendung eines Tankentlüftungsventils.

Moderne Tankanlagen, die in Kraftfahrzeuge integriert sind, weisen für ihren Betrieb eine Vielzahl von rein mechanisch ausgeführten Ventilen und Klappen auf. Ein mechanisches Tankentlüftungsventil, das in die Tankanlage integriert ist, ist im Regelfall geöffnet und ermöglicht somit ein Betanken des Kraftfahrzeugs. Während des Betankungsvorgangs steigt der Füllstand des Kraftstoffs innerhalb des Tanks sukzessive an. Wenn ein Schwimmer innerhalb des Tanks durch den während des Betankens einströmenden Kraftstoff im Tankentlüftungsventil aufschwimmt, schließt sich das Tankentlüftungsventil. In der geschlossenen Position kann dann keine Luft mehr über das Tankentlüftungsventil aus dem Tank entweichen. Infolge des zunehmenden Drucks innerhalb des Tanks staut sich der Kraftstoff in einem Einfüllstutzen der Tankanlage. Dies hat schließlich das Abschalten einer zum Betanken eingesetzten Zapfpistole zur Folge. Diese bekannte und überdies auch gewünschte Funktion des Tankentlüftungsventils stellt sicher, dass ein hinter dem Tankentlüftungsventil angeordneter Aktivkohlefilter nicht vom Kraftstoff benetzt wird. Diese Sicherung ist für einen ordnungsgemäßen Betrieb des Aktivkohlefilters notwendig. Der durch tankseitige Kraftstoffdämpfe beladene Aktivkohlefilter wird über eine Motorsteuerung regelmäßig mittels eines Unterdrucks regeneriert. Zur Steuerung des Unterdrucks können zum Beispiel Magnetventile in die Tankanlage integriert sein.

Die aus dem Stand der Technik bekannten Tankentlüftungsventile benötigen Kraftstoff zum Aufschwimmen und sind dadurch auch in Bezug auf ihren Bauraum festgelegt. Zudem bleibt stets ein Restvolumen Luft im Tank, welches zum Befüllen des Tanks nicht ausgenutzt werden kann. Das mechanische Schwimmerventil zur Tankentlüftung schwimmt nur bei randvollem Tank auf und ist somit zumeist geöffnet. Die Funktion „Tankentlüftung" erfordert aber nur eine relativ seltene Belüftung, so dass die eigentlich gewünschte Ventilstellung „geschlossen" vom mechanischen System nur selten eingenommen wird und daher häufig noch ein zweites Magnetventil integriert ist.

Die in einigen Ländern herrschenden strengen Emissionsauflagen verlangen, dass die während des Betankens des Kraftfahrzeugs freigesetzten Kraftstoffdämpfe am Aktivkohlefilter gebunden werden und dass darüber hinaus auch die Dichtheit der gesamten Tankanlage in regelmäßigen Abständen fahrzeugseitig überwacht und überprüft wird.

Um die Dichtheit der Tankanlage zu überprüfen und eine gegebenenfalls vorhandene Leckage der Tankanlage zu erfassen, wird bei bekannten Verfahren die gesamte Tankanlage mit einem Unterdruck beaufschlagt. Mit Hilfe einer geeigneten elektronischen Drucksensoreinrichtung wird dann die Zeitkonstante des sich anschließenden, durch die einströmende Luft hervorgerufenen Druckaufbaus gemessen. Ist die Tankanlage dicht, so darf sich der Unterdruck innerhalb der Tankanlage nur relativ langsam abbauen. Baut sich der Unterdruck hingegen vergleichsweise schnell ab, so gilt die Tankanlage als undicht.

Einschlägige Normen verlangen, dass auf diese Art und Weise eine Leckage der Tankanlage in Form eines Lochs mit einem Durchmesser von 0,51 mm im Tank nachgewiesen werden kann.

Dadurch, dass bei den aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren zur Überprüfung einer Tankanlage auf Leckagen separate elektronische Drucksensoreinrichtungen benötigt werden, ist deren praktische Realisierung relativ aufwändig und mit relativ hohen Kosten verbunden.

Hier setzt die vorliegende Erfindung an.

Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, ein Tankentlüftungsventil zur Verfügung zu stellen, bei dem die Aktuatorik für das Verschlussorgan und die Sensorik zur Erfassung einer Leckage der Tankanlage auf einfache und damit kostengünstige Art und Weise integriert sind.

VORTEILE DER ERFINDUNG

Diese Aufgabe wird durch ein Tankentlüftungsventil mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die Unteransprüche betreffen vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.

Gemäß Anspruch 1 zeichnet sich ein erfindungsgemäßes Tankentlüftungsventil dadurch aus, dass die Aktuatormittel einen Gleichstrommotor umfassen, der an das mindestens eine Verschlussorgan gekoppelt ist und zur Änderung der Verstellkraft mit unterschiedlich starken elektrischen Strömen ansteuerbar ist. Der Gleichstrommotor als Ventilsteller des Tankentlüftungsventils kann mit unterschiedlich starken Strömen angesteuert werden. Die unterschiedlichen Stromstärken erzeugen in den Motorwicklungen des Gleichstrommotors unterschiedlich starke Magnetfelder und damit einhergehend unterschiedlich starke Drehmomente an der Motorwelle. Die Drehbewegungen des Motors lassen sich beispielsweise durch ein so genanntes Pulszählverfahren (Pulse-Count Verfahren) bestimmen. Beim Pulszählverfahren werden die Strompulse bei einer Kommutierung des Gleichstrommotors erfasst. Ist das erfindungsgemäße Tankentlüftungsventil bei einer Erfassung einer Leckage einer Tankanlage eines Kraftfahrzeugs mit einem Differenzdruck belastet, kann die zum Öffnen des Verschlussorgans benötigte Kraft durch eine sukzessive Steigerung des Motorstroms austariert werden. Übersteigt das Motordrehmoment die Ventilgegenkraft, so dreht sich der Motor und die Ventilgegenkraft verschwindet, da sich die Druckdifferenzen auf beiden Seiten des Ventils ausgleichen. Beides kann deutlich detektiert werden. Die elektromotorischen Aktuatormittel ermöglichen neben der Verstellung des Ventils auch eine Bestimmung der Kräfte, mit denen die Aktuatormittel belastet sind. Daraus ergibt sich in besonders vorteilhafter Weise die Möglichkeit der Dichtheitsprüfung mit Hilfe der elektromotorischen Aktuatormittel, ohne dass die bislang notwendige Peripherie aus Magnetventil und elektronischer Drucksensoreinrichtung benötigt wird. Es hat sich gezeigt, dass eine Verstellung des Verschlussorgans des erfindungsgemäßen Tankentlüftungsventils mit relativ geringem konstruktivem Aufwand messtechnisch erfasst werden kann.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass die Aktuatormittel Getriebemittel umfassen, die an den Gleichstrommotor gekoppelt sind.

Die Getriebemittel können in einer vorteilhaften Ausführungsform eine Mehrzahl von Zahnrädern umfassen. Vorzugsweise sind die Zahnräder so ausgeführt und dimensioniert und wirken derart miteinander zusammen, dass sie eine Getriebeuntersetzung mit einem hohen Wirkungsgrad erzeugen können, um dadurch eine gute Kraftrückwirkung zur Verfügung zu stellen.

Um eine Selbsthemmung zu vermeiden, können die Getriebemittel in einer vorteilhaften Ausführungsform als Schneckengetriebe ausgebildet sein.

Vorzugsweise umfassen die Aktuatormittel mindestens ein Kraftübertragungselement, das an die Getriebemittel und einen Teil des Verschlussorgans gekoppelt ist.

Beispielsweise kann das Kraftübertragungselement mindestens abschnittsweise eine Zahnstange umfassen.

Es besteht in einer besonders vorteilhaften Ausführungsform die Möglichkeit, dass das Verschlussorgan einen Ventilteller und einen Ventilsitz umfasst.

Vorzugsweise ist der Ventilteller am Kraftübertragungselement angebracht. Es besteht zum Beispiel auch die Möglichkeit, dass das Kraftübertragungselement und der Ventilteller als einstückiges Bauteil ausgeführt sind.

In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass das Tankentlüftungsventil eine Ventilfeder umfasst, die einen Teil des Verschlussorgans mit einer Federkraft der Ventilfeder vorspannt. Insbesondere kann der Ventilteller mit der Federkraft vorgespannt sein. Durch diese Maßnahme kann eine kraftlose Stellung des Tankentlüftungsventils im Verstellweg des Verschlussorgans vermieden werden. Bei einem Versagen der elektromotorischen Aktuatormittel des Tankentlüftungsventils kann mit Hilfe der Ventilfeder eine eigensichere Position des Tankentlüftungsventils zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus liefert die Federkraft der Ventilfeder einen Schwellenwert (Offset) in der Kräftebilanz des Tankentlüftungsventils.

Die Ventilfeder kann zum Beispiel eine Druckfeder, insbesondere eine Spiralfeder, sein. Die Spiralfeder ist vorzugsweise koaxial zu einem Abschnitt des Kraftübertragungselements angeordnet.

Das Tankentlüftungsventil ist an eine Steuerungs- und/oder Auswertungseinrichtung anschließbar. Es besteht alternativ auch die Möglichkeit, dass die Steuerungs- und/oder Auswertungseinrichtung in das Tankentlüftungsventil integriert ist. Die Steuerungs- und/oder Auswertungseinrichtung dient zum Beispiel zur Einstellung des elektrischen Stroms, mit dem der Gleichstrommotor betrieben wird.

Gemäß Anspruch 11 wird eine Verwendung eines Tankentlüftungsventils nach einem der Ansprüche 1 bis 10 zur Erfassung einer Leckage einer Tankanlage eines Kraftfahrzeugs vorgeschlagen. Im Vergleich zum Stand der Technik kann eine Überprüfung der Dichtheit einer Tankanlage eines Kraftfahrzeugs mit Hilfe des hier vorgestellten Tankentlüftungsventils erheblich einfacher und kostengünstiger erfolgen. Das Tankentlüftungsventil liefert zudem einen Mehrwert in Bezug auf den beanspruchten Bauraum, den Komfort und die Diagnose. Das erfindungsgemäße Tankentlüftungsventil weist zum Beispiel eine geringere Anzahl von Bauteilen auf und besitzt damit eine geringere Komplexität und lässt sich dadurch einfacher und kostengünstiger herstellen.

Bei einem entsprechenden Verfahren zur Dichtheitsprüfung einer Tankanlage eines Kraftfahrzeugs mit Hilfe des hier vorgestellten Tankentlüftungsventils wird zunächst die gesamte Tankanlage evakuiert und dadurch ein Unterdruck erzeugt. Das Verschlussorgan des Tankentlüftungsventils sowie weitere Ventile und Klappen der Tankanlage werden dann in ihre entsprechenden Schließpositionen überführt. Danach wird die Tankanlage für ein bestimmtes Zeitintervall sich selbst überlassen. Ist die Tankanlage dicht, baut sich der Unterdruck relativ langsam ab. Bei einer Leckage baut sich der Unterdruck durch die von außen durch das Leck einströmende Luft vergleichsweise schnell ab. Der Druckausgleich wird durch eine Messung der Kräfte erfasst, die zur Verstellung des Verschlussorgans, insbesondere des Ventiltellers, erforderlich sind. Der Druckausgleich im Inneren des Tanks folgt einem exponentiellen Verlauf. Aus der Exponentialfunktion zum Druckausgleich können relevante Daten zur Bestimmung der Dichtigkeit der Tankanlage, wie zum Beispiel die Halbwertszeit des Druckausgleichs, genutzt werden.

Ferner kann die Bewegung des Gleichstrommotors bei einer sukzessiven Erhöhung des Motordrehmoments zur Detektion des Differenzdrucks erfasst werden. Für ein voreingestelltes Motordrehmoment kann alternativ auch die Zeit bis zu einer einsetzenden Drehung des Gleichstrommotors (dieser Zustand entspricht einem Kräftegleichgewicht) gemessen werden.

Die vorliegende Erfindung vereinigt somit eine Ventilverstellung und eine Differenzdruckmessung am Ventil durch Bestimmung der zum Verfahren des Ventiltellers notwendigen Kraft. Dies bietet neben den Vorteilen einer elektrisch einstellbaren Verstellung des Tankentlüftungsventils bei einer einstellbaren Verstellgeschwindigkeit auch die Möglichkeit einer Bestimmung der Kräftebilanz am Tankentlüftungsventil und dadurch die Erfassung einer Leckage der Tankanlage.

ZEICHNUNGEN

Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden deutlich anhand der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegende 1, in der ein Tankentlüftungsventil gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung schematisch stark vereinfacht dargestellt ist.

BESCHREIBUNG DES AUSFÜHRUNGSBEISPIELS

In 1 ist der grundlegende Aufbau eines Tankentlüftungsventils 1 gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung schematisch stark vereinfacht dargestellt.

Das Tankentlüftungsventil 1 weist ein Verschlussorgan 2 auf, das einen in axialer Richtung bewegbaren Ventilteller 20 und einen Ventilsitz 21 umfasst. In der Schließstellung des Tankentlüftungsventils 1 liegt der Ventilteller 20 dicht an dem Ventilsitz 21 an und kann somit das Tankentlüftungsventil 1 verschließen.

Ferner weist das Tankentlüftungsventil 1 Aktuatormittel auf, die elektromotorisch ausgeführt sind und einen Gleichstrommotor 3 (DC-Motor), Getriebemittel 4, die mechanisch an den Gleichstrommotor 3 gekoppelt sind, sowie ein Kraftübertragungselement 5, an dessen einem Ende der Ventilteller 20 des Verschlussorgans 2 angebracht ist, umfassen.

Das Tankentlüftungsventil 1 ist an eine hier nicht explizit dargestellte Steuerungseinrichtung anschließbar. Es besteht alternativ auch die Möglichkeit, dass die Steuerungseinrichtung oder zentrale Komponenten der Steuerungseinrichtung in das Tankentlüftungsventil 1 integriert sind. Die Steuerungseinrichtung ist zum Beispiel zur Einstellung des elektrischen Stroms, mit dem der Gleichstrommotor 3 betrieben wird, geeignet.

Man erkennt, dass die Getriebemittel 4 in diesem Ausführungsbeispiel eine Mehrzahl von Zahnrädern 40 aufweisen, die so ausgeführt und dimensioniert sind, dass sie eine Getriebeuntersetzung mit einem hohen Wirkungsgrad erzeugen können, um dadurch eine gute Kraftrückwirkung zur Verfügung zu stellen. Um eine Selbsthemmung zu vermeiden, können die Getriebemittel 4 zum Beispiel als Schneckengetriebe ausgeführt sein.

Das Kraftübertragungselement 5 umfasst in diesem Ausführungsbeispiel abschnittsweise eine Zahnstange 50, die mechanisch an die Getriebemittel 4 und insbesondere an eines der Zahnräder 40 der Getriebemittel 4 gekoppelt ist. In 1 kann man zum Beispiel erkennen, dass eines der Zahnräder 40 der Getriebemittel 4 die Zahnstange 50 kämmt.

Das Kraftübertragungselement 5 mit dem daran angebrachten Ventilteller 20 ist somit während des Betriebs des Gleichstrommotors 4 in axialer Richtung bewegbar und auf geeigneten Lagermitteln 6a, 6b, die zum Beispiel herkömmliche Rollen oder Walzen umfassen können, verschiebbar gelagert. Das Tankentlüftungsventil 1 umfasst ferner eine Ventilfeder 7, die in diesem Ausführungsbeispiel als Spiralfeder ausgeführt ist und koaxial zu demjenigen Abschnitt des Kraftführungselements 5 angeordnet ist, an dem der Ventilteller 20 angebracht ist. Die Ventilfeder 7 spannt den Ventilteller 20 mit ihrer Federkraft vor. Dadurch kann eine kraftlose Stellung des Tankentlüftungsventils 1 im Verstellweg des Verschlussorgans 2 vermieden werden. Bei einem Versagen der elektromotorischen Aktuatormittel des Tankentlüftungsventils 1 wird zum Beispiel mit Hilfe der Ventilfeder 7 eine eigensichere Position des Tankentlüftungsventils 1 zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus liefert die Federkraft der Ventilfeder 7 einen Schwellenwert (Offset) in der Kräftebilanz des Tankentlüftungsventils 1.

Der Verfahrweg des Ventiltellers 20 des Tankentlüftungsventils 1 ist auf Grund des Hooke'schen Gesetzes proportional zur Stellkraft. Die aufgebrachte Stellkraft kann durch die Stärke des elektrischen Stroms, mit dem der Gleichstrommotor 3 betrieben wird, eingestellt werden. Eine definierte Öffnungsbeziehungsweise Schließstellung des Verschlussorgans 2 ist durch eine Einstellung des Drehmoments des Gleichstrommotors 3 anfahrbar.

Die Erfassung der Drehung des Gleichstrommotors 3 kann zum Beispiel durch ein Puls-Zählverfahren erfolgen, bei dem Kurzschlussimpulse, die bei einer Kommutierung und somit bei der Umschaltung der Wicklung des Gleichstrommotors 3 auftreten, gezählt werden. Bei dem hier beschriebenen Tankentlüftungsventil 1 kann eine minimale Verstellkraft eingestellt werden, so dass entsprechende Verfahren zur Bestimmung der Verstellung des Ventiltellers 20 (zum Beispiel das vorstehend erwähnte Puls-Zählverfahren) einfacher realisiert werden können.

Vorzugsweise ist die Getriebeuntersetzung, die die Getriebemittel 4 des Tankentlüftungsventils 1 zur Verfügung stellen, relativ gering, während das Drehmoment des Gleichstrommotors 3 relativ hoch ist. Dadurch können die Kraftrückwirkung vom Verschlussorgan 2 sowie die Kraftstellung des Gleichstrommotors 3 relativ gut ausbalanciert werden.

Die hier beschriebenen elektromotorischen Aktuatormittel des Tankentlüftungsventils 1 ermöglichen neben einer Verstellung des Ventiltellers 20 des Verschlussorgans 2 auch eine Bestimmung der Kräfte, die auf den Ventilteller 20 einwirken. Ferner ist eine definierte Stellung des Ventiltellers 20 in Bezug auf den Ventilsitz 21 des Verschlussorgans 2 durch Einstellung des Drehmoments des Elektromotors 3 gezielt anfahrbar. Wie oben bereits erwähnt, kann die Drehung des Elektromotors 3 durch das Puls-Zählverfahren erfasst werden. Die Pulszählung kann in redundanter Weise ebenfalls zur Verstellung des Tankentlüftungsventils 1 eingesetzt werden.

Das in 1 dargestellte Tankentlüftungsventils 1 kann zur Prüfung der Dichtigkeit und somit zur Erfassung einer Leckage einer Tankanlage eines Kraftfahrzeugs verwendet werden, da die elektromotorischen Aktuatormittel neben der Verstellung des Verschlussorgans 2 auch eine Bestimmung der Kräfte ermöglicht, mit denen der Ventilteller 20 belastet ist. Das hier beschriebene Tankentlüftungsventil 1 vereinigt somit die Funktionen „Ventilverstellung" und „Differenzdruckmessung". Die Differenzdruckmessung erfolgt durch eine Bestimmung der zum Verfahren des Ventiltellers 20 benötigten Kraft. Dies bietet somit neben den Vorteilen einer elektrisch einstellbaren Ventilposition bei einstellbarer Verstellgeschwindigkeit die Möglichkeit einer Bestimmung der Kräftebilanz am Tankentlüftungsventil 1. Die elektronische Ansteuerung stellt zudem Selbstdiagnosefunktionen des Tankentlüftungsventils 1 und Möglichkeiten zur Kommunikation (zum Beispiel über CAN-Bus, PWM, usw.) zur Verfügung.

Bei einem Verfahren zur Dichtheitsprüfung einer Tankanlage eines Kraftfahrzeugs mit Hilfe des hier erläuterten Tankentlüftungsventils 1 wird zunächst die gesamte Tankanlage evakuiert und dadurch ein Unterdruck erzeugt. Das Verschlussorgan 2 wird dann in die Schließposition überführt. Anschließend wird der Druckausgleich über eine Messung der Kräfte die zur Verstellung des Ventiltellers 20 des Verschlussorgans 2 benötigen werden, erfasst. Der Druckausgleich im Inneren des Tanks folgt dabei einem exponentiellen Verlauf. Aus der Exponentialfunktion zum Druckausgleich können relevante Daten zur Bestimmung der Dichtigkeit der Tankanlage, wie zum Beispiel die Halbwertszeit des Druckausgleichs, bestimmt und ausgewertet werden.

Ferner kann die Bewegung des Gleichstrommotors 3 bei einer sukzessiven Erhöhung des Motordrehmoments zur Detektion des Differenzdrucks erfasst werden. Für ein voreingestelltes Motordrehmoment kann alternativ auch die Zeit bis zu einer einsetzenden Drehung des Gleichstrommotors 3 (dieser Zustand entspricht einem Kräftegleichgewicht) gemessen werden.

Das Verfahren zur Dichtheitsprüfung einer Tankanlage mit Hilfe des im Rahmen dieser Patentanmeldung vorgestellten Tankentlüftungsventils 1 lässt sich gewissermaßen in mehrere Phasen unterteilen. Zunächst wird die Tankanlage evakuiert und dadurch ein Unterdruck erzeugt. Anschließend werden sämtliche Ventile der Tankanlage und insbesondere auch das hier beschriebene Tankentlüftungsventil 1 geschlossen. Das System wird anschließend in einem bestimmten voreingestellten oder voreinstellbaren Zeitintervall sich selbst überlassen. Wenn der (Unter-)Druck in der Tankanlage in diesem Zeitintervall nur geringfügig ansteigt, ist die Tankanlage dicht. Sollte der Druck in der Tankanlage verhältnismäßig schnell ansteigen und sich folglich der Unterdruck verringern, ist die Tankanlage undicht. Am Ende des Zeitintervalls, in dem das System sich selbst überlassen wurde, beginnt dann die Druckmessung mit Hilfe des Tankentlüftungsventils 1. Das Tankentlüftungsventil 1 wird dabei geöffnet. Die dazu benötigte Öffnungskraft ist ein Maß für den verbliebenen Differenzdruck (Kraft pro Ventilfläche). Der Motorstrom zum Öffnen des Tankentlüftungsventils 1 ist dabei proportional zum gemessenen Motorstrom.


Anspruch[de]
Tankentlüftungsventil (1) für eine Tankanlage eines Kraftfahrzeugs, umfassend:

– mindestens ein Verschlussorgan (2), geeignet zum Öffnen und Schließen des Tankentlüftungsventils (1);

– Aktuatormittel, geeignet zum Betätigen des mindestens einen Verschlussorgans (2);

dadurch gekennzeichnet, dass die Aktuatormittel einen Gleichstrommotor (3) umfassen, der an das mindestens eine Verschlussorgan (2) gekoppelt ist und zur Änderung der Verstellkraft mit unterschiedlich starken elektrischen Strömen ansteuerbar ist.
Tankentlüftungsventil (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aktuatormittel Getriebemittel (4) umfassen, die an den Gleichstrommotor (3) gekoppelt sind. Tankentlüftungsventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Getriebemittel (4) eine Mehrzahl von Zahnrädern (40) umfassen. Tankentlüftungsventil (1) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Getriebemittel (4) als Schneckengetriebe ausgebildet sind. Tankentlüftungsventil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Aktuatormittel mindestens ein Kraftübertragungselement (5) umfassen, das an die Getriebemittel (4) und einen Teil des Verschlussorgans (2) gekoppelt ist. Tankentlüftungsventil (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftübertragungselement (5) mindestens abschnittsweise eine Zahnstange (50) umfasst. Tankentlüftungsventil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlussorgan (2) einen Ventilteller (20) und einen Ventilsitz (21) umfasst. Tankentlüftungsventil (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilteller (20) am Kraftübertragungselement (5) angebracht ist. Tankentlüftungsventil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Tankentlüftungsventil (1) eine Ventilfeder (7) umfasst, die einen Teil des Verschlussorgans (2), insbesondere den Ventilteller (20), mit einer Federkraft vorspannt. Tankentlüftungsventil (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilfeder (7) eine Druckfeder ist. Verwendung eines Tankentlüftungsventils (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 zur Erfassung einer Leckage einer Tankanlage eines Kraftfahrzeugs.






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