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Dokumentenidentifikation DE102006026316A1 06.12.2007
Titel Verfahren zur Vervollständigung einer elektronischen Programmzeitschrift
Anmelder Deutsche Thomson oHG, 30625 Hannover, DE
Erfinder Bekesi, Thomas, 78078 Niedereschach, DE;
Storz, Achim, 78098 Triberg, DE;
Leute, Rüdiger, 78166 Donaueschingen, DE;
Eigeldinger, Norbert, 78048 Villingen-Schwenningen, DE;
Ketterer, Thomas, 78052 Villingen-Schwenningen, DE;
Engesser, Jürgen, 79843 Löffingen, DE
DE-Anmeldedatum 02.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006026316
Offenlegungstag 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse H04N 7/025(2006.01)A, F, I, 20060602, B, H, DE
IPC-Nebenklasse H04N 5/44(2006.01)A, L, I, 20060602, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vervollständigung einer elektronischen Programmzeitschrift für Fernseh- oder Radioprogramme. Daten für die elektronische Programmzeitschrift werden als Zusatzinformationen in Fernseh- oder Radiodatensignalen empfangen. Nacheinander wird auf empfangbare Programme abgestimmt, wobei überprüft wird, ob in den Zusatzinformationen des abgestimmten Programms Programminformationen vorhanden sind. Vorhandene Programminformationen werden abgespeichert, und Programme, auf denen keine oder unvollständige Programminformationen vorhanden sind, werden markiert. Anschließend wird auf ein Programm abgestimmt, auf dem Programminformationen für mehrere Programme gemeinsam übertragen werden, wobei überprüft wird, ob für ein markiertes Programm in den gemeinsam übertragenen Programminformationen fehlende Daten enthalten sind, und aufgefundene Daten für das markierte Programm abgespeichert werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vervollständigung einer elektronischen Programmzeitschrift für Fernseh- oder Radioprogramme, insbesondere für mittels DVB übertragene Fernsehprogramme.

Stand der Technik

Eine elektronische Programmzeitschrift, weitläufig auch als Electronic Program Guide (EPG) bekannt, ermöglicht die Anzeige einer Übersicht von laufenden und kommenden Fernseh- oder Radioprogrammen mittels eines Fernseh- oder Radioempfangsgerätes. Es können hierbei Programmübersichten für einen oder auch mehrere Sender angezeigt werden, die üblicherweise den Titel und die Anfangszeit der jeweiligen Sendungen aufweisen, aber auch beispielsweise kurze Beschreibungen des Inhaltes enthalten können. Häufig lässt sich mit Hilfe des EPGs eine Sendung auswählen, um auf das entsprechende Programm umzuschalten oder eine Aufnahme der selektierten Sendung zu programmieren.

Im analogen Fernsehen werden von den meisten deutschen Sendern Programmübersichtsseiten auf verschiedenen Teletextseiten übertragen, die dem Benutzer angezeigt und auch zur einfachen Programmierung von Videoaufzeichnungen verwendet werden können. So wird bei dem sogenannten Naviclick-System der Firma Thomson zum Programmieren eine Aufnahme auf das gewünschte Programm geschaltet und die Naviclick-Taste gedrückt. Daraufhin wird eine aus den Teletextprogramm-Information erstelle Programmzeitschrift dargestellt, in der die aufzunehmenden Sendung markiert werden kann um so das Aufnahmegerät zu programmieren.

Eine ebenso einfache Programmierung ermöglicht der im Standard ETS 300 707 spezifizierte NexTView Programmführer. Die NexTView Daten umfassen Programminformationen für eine Vielzahl verschiedener Sender und werden von ausgewählten Sendern im Teletextdatenstrom übertragen, jedoch nicht in Form der regulären Teletextseiten sondern in einem kompakten Binärformat. Die NexTView EPG-Daten werden zyklisch gesendet, wobei die Zyklusdauer etwa 20 bis 25 Minuten beträgt. NexTView wurde, wie Teletext, ursprünglich für analoges Fernsehen entwickelt. Digitale Fernsehübertragungen enthalten jedoch häufig ebenfalls Teletextdatenströme, und damit auch NexTView.

Im digitalen Fernsehen werden EPG-Daten ebenfalls programmbegleitend übertragen. Für DVB-Übertragungen sind diese sogenannten Serviceinformationen (SI) im Standard ETSI EN 300 468 spezifiziert, bei ATSC-Übertragungen sind entsprechende Daten als Teil von PSIP (programm and system information protocol) standardisiert.

Die Informationen über die Programminhalte sind bei DVB-SI in den Event Information Tables (EIT) abgelegt. Da die Bandbreite innerhalb eines einzelnen übertragenen Transportdatenstroms insbesondere für terrestrische Übertragungssysteme, aber auch für eine Übertragung via Satellit oder Kabel begrenzt ist, wird in ETR 211, „Digital Video Broadcasting (DVB); Guidelines on implementation and usage of service Information (SI)" empfohlen, als Minimalanforderung lediglich die EIT present/following table für das aktuelle Übertragungsmultiplex mindestens alle 2 Sekunden zu übertragen. Für die EIT present/following tables der anderen Übertragungsmultiplexe wird eine Übertragung freigestellt, im Falle einer Übertragen soll die Zykluszeit allerdings maximal 20 Sekunden betragen. Die Übertragung weiterer EIT-Tabellen, wie Programminformationen für den kompletten Tag oder längere Zeiträume wird ebenfalls freigestellt, wobei die Zykluszeit stark von der Anzahl der Sender und der Quantität der zugeordneten SI-Informationen abhängt. Der DVB-SI Standard lässt damit zwar grundsätzlich die Übertragung detaillierten Programmeninformationen zu, gegenwärtig werden von vielen Sendern jedoch lediglich, wenn überhaupt, Information zur gerade laufenden Sendungen (present) sowie zur nachfolgenden Sendungen (following) übertragen.

Erfindung

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zur Vervollständigung einer elektronischen Programmzeitschrift für Fernseh- oder Radioprogramme anzugeben, welches eine möglichst vollständige Programmübersicht auch über längere Zeiträume ermöglicht. Diese Aufgabe wird durch das in Anspruch 1 angegebene Verfahren gelöst.

Im Prinzip besteht das erfindungsgemäßen Verfahrung darin, dass Daten für die elektronische Programmzeitschrift, die für mehrere Programme Informationen zu einzelnen Sendungen, insbesondere den Titel und den Start der einzelnen Sendungen, enthält, als Zusatzinformationen in Fernseh- oder Radiodatensignalen empfangen werden. Nacheinander wird auf empfangbare Programme abgestimmt, wobei überprüft wird, ob in den Zusatzinformationen des abgestimmten Programms Programminformationen vorhanden sind. Vorhandene Programminformationen werden abgespeichert, und Programme, auf denen keine oder unvollständige Programminformationen vorhanden sind, werden markiert. Anschließend wird auf ein Programm abgestimmt, auf dem Programminformationen für mehrere Programme gemeinsam übertragen werden, wobei überprüft wird, ob für ein markiertes Programm in den gemeinsam übertragenen Programminformationen fehlende Daten enthalten sind und aufgefundene Daten für das markierte Programm abgespeichert werden.

Die Daten für die elektronische Programmzeitschrift können hierbei insbesondere als Teil eines digitalen Fernsehsignals empfangen werden.

Für ein digitale Fernsehsignal, dass einem DVB-Format entspricht, wird hierbei bei den nacheinander abgestimmten Programmen überprüft, ob in dem empfangenen DVB-Datenstrom SI-EIT-Informationen für das abgestimmte Programm vorhanden sind.

Die auf einem Programm für mehrere Programme gemeinsam übertragenen Programminformationen können hierbei gemäß einem Teletextformat, insbesondere gemäß dem NexTView-Standard, empfangen werden.

Für den Fall, dass auch nach Abstimmen auf das Programm mit gemeinsam übertragenen Programminformationen für mehrere Programme und Abspeichern der aufgefundene Daten noch Programminformationen nur unvollständig vorliegen, kann vorteilhafterweise auf die Programme mit fehlenden Programminformationen abgestimmt werden, wobei Programmübersichtsseiten des jeweils empfangenen Teletextes angewählt und durchsucht werden und aufgefundene Programminformationen gespeichert werden.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der weiteren Beschreibung und den Zeichnungen, die ein Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigen.

Zeichnungen

Anhand der Zeichnungen wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben. Die Zeichnungen zeigen in

1 das Erstellen einer Programmübersicht mittels DVB SI-EIT Informationen;

2 die Vervollständigung der in 1 gewonnenen Daten basierend auf NexTView und/oder Teletextdaten.

Ausführungsbeispiel

1 zeigt zunächst das Erstellen einer EPG-Datenbank mittels der EIT-Daten im DVB-SI-Datenstrom, wobei nach Auswertung dieser Daten überprüft wird, ob die EPG-Daten vollständig sind um gegebenenfalls fehlende Daten dann aus den NexTView bzw. Teletextprogramminformation zu ermitteln. In einem ersten Schritt 1 wird zunächst auf das erste in dem Empfangsgerät gespeicherte Programm abgestimmt und in Schritt 2 die Suche nach den EIT-Daten mittels der vordefinierten und bekannten PIDs gestartet. Die aufgefundenen EPG-Daten werden abgespeichert, zum Beispiel in eienem Flash-Speicher oder auf einer internen Festplatte.

In Schritt 3 wird dann überprüft, ob für das abgestimmte Program die EPG-Daten vollständig vorliegen, wobei die Datensuche solange fortgesetzt wird bis alle Daten vorliegen oder ein Timeout erreicht ist. Falls die EPG-Daten nicht oder nur unvollständig aufgefunden werden konnten, wird der aktuelle Programmplatz markiert. Es wird dann in Schritt 4 auf das nächste Programm abgestimmt und die Suchschritte 2 und 3 für das neue Programm werden erneuert durchlaufen. Wenn in Schritt 5 eine Abfrage ergibt, dass für alle Programme die DVB-SI-EIT Suche durchgeführt wurde, wird der erste Teil des EPG-Datenbankaufbaus beendet.

In Schritt 6 wird nun zur Vervollständigung der EPG-Daten die in 2 dargestellte Routine zur Ermittlung von Programminformation aus NexTView und/oder Teletextdaten aufgerufen. Anstatt diese Routine unmittelbar aufzurufen, kann jedoch zunächst erst noch überprüft werden, ob die EPG-Daten bereits komplett vorliegen, wobei nur für unvollständige EPG-Daten auf die Routine zugegriffen wird.

Das Flussdiagramm in 2 zeigt nun im einzelnen das Update der EPG-Daten mittels NexTView und/oder Teletextdaten. Nach dem Start dieses Updates in Schritt 7 wird zunächst in Schritt 8 überprüft, ob ein NexTView-Daten ausstrahlender Sender bekannt und zu empfangen ist. Wenn dieses der Fall ist, wird in Schritt 9 auf den Programmplatz abgestimmt, auf den der Sender mit NexTView-Daten empfangen wird. Bei Geräten mit nur einem Empfangsteil erfolgt dieses vorzugsweise wenn das Empfangsgerät nicht von dem Benutzer verwendet wird. Beispielsweise kann das Gerät, wenn es sich nachts im Standby-Mode befindet, die NexTView-Daten einlesen. Bei Geräten mit mehreren Empfangsteilen kann der Vorgang jederzeit dann im Hintergrund erfolgen, wenn eines der Empfangsteile nicht für Wiederegabe- oder Aufnahmezwecke genutzt wird. In Schritt 10 werden dann für die markierten Programmplätze mit fehlenden EPG-Daten die NexTView-Daten eingelesen und abgespeichert.

Wie bereits oben erwähnt, werden die NexTView-Daten mit einer Zyklusdauer von 20 bis 25 Minuten übertragen, wobei Daten zu zwischenzeitlich beendete Sendungen aus dem Datensatz entfernt werden. Der Zyklus ist wiederum in zwei Datenströme unterteilt, die in einem Multiplex übertragen werden. Datenstrom 1 enthält hierbei zeitlich nahe Programminformationen und ist kürzer, so dass er in der Gesamtzykluslänge mehrfach wiederholt werden kann. Datenstrom 2 enthält dann die restlichen Programmendaten und wird nur einmal alle 20 bis 25 Minuten wiederholt. Je nachdem, ob in Schritt 10 nun lediglich die zeitlichen nahen Programmdaten oder die komplette Programmübersicht geladen werden soll, ergibt sich damit eine unterschiedliche Dauer bis zum Beenden des Ladens und Speicherns der fehlenden EPG-Daten. Im Abfrageschritt 11 wird nun überprüft, ob die EPG-Daten nach dem Update durch die NexTView-Daten komplett sind. Falls dieses der Fall ist, endet das Verfahren in Schritt 12.

Falls NexTView-Daten von mehreren empfangbaren Sendern übertragen werden und eine unterschiedliche Senderabdeckung der NexTView-Daten vorliegt, kann nach dem Laden der NexTView Daten von einem ersten Sender auch noch zunächst auf einen weiteren Sender mit NexTView-Daten abgestimmt werden, um die EPG-Daten zu komplettieren.

Falls nach dem NexTView-Update noch EPG-Daten fehlen sollten, werden die Abstimmdaten für dieses Programm in Schritt 13 geladenen und das Gerät wird in Schritt 14 auf den entsprechend Programmplatz abgestimmt. Es werden nun in Schritt 15 die Programmübersichtsseiten des mit diesem Programm übertragenden Teletextes angewählt, durchsucht und aufgefunden EPG-Daten abgespeichert. Falls in Schritt 16 noch nicht alle Programmplätze mit fehlenden EPG-Daten durchgeschaltet wurden, werden in Schritt 17 die Abstimmdaten für den nächsten Programmplatz geladenen und die Schritte 14, 15 und 16 wiederum durchlaufen. Nachdem alle Programmplätze durchgeschaltet worden sind, wird das Verfahren dann in Schritt 18 beendet.

Die Erfindung kann in den verschiedensten Geräten der Unterhaltungselektronik, wie z. B. in TV-Geräten, Settop Boxen, Videorecordern, DVD-Recordern, oder Festplattenrecordern (PVRs) implementiert werden. Ebenso kann die Erfindung in Multimedia-PCs, TV-Tunerkarten oder Computerprogrammen wie z.B. Software-PVRs verwendet werden.


Anspruch[de]
Verfahren zur Vervollständigung einer elektronischen Programmzeitschrift für Fernseh- oder Radioprogramme, wobei die elektronische Programmzeitschrift für mehrere Programme Informationen zu einzelnen Sendungen, insbesondere den Titel und den Start der einzelnen Sendungen, enthält, und wobei Daten für die elektronische Programmzeitschrift als Zusatzinformationen in Fernseh- oder Radiodatensignalen empfangen werden,

dadurch gekennzeichnet, daß

– nacheinander auf empfangbare Programme abgestimmt wird (1, 4), wobei

– überprüft wird, ob in den Zusatzinformationen des abgestimmten Programms Programminformationen vorhanden sind (2),

– vorhandene Programminformationen abgespeichert werden (2), und

– Programme, auf denen keine oder unvollständige Programminformationen vorhanden sind, markiert werden (2);

– auf ein Programm abgestimmt wird, auf dem Programminformationen für mehrere Programme gemeinsam übertragen werden (9), wobei

– überprüft wird, ob für ein markiertes Programm in den gemeinsam übertragenen Programminformationen fehlende Daten enthalten sind (10), und

aufgefundene Daten für das markierte Programm abgespeichert werden (10).
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten für die elektronische Programmzeitschrift als Teil eines digitalen Fernsehsignals empfangen werden. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das digitale Fernsehsignal einem DVB-Format entsprechen und bei den nacheinander abgestimmten Programme überprüft wird, ob in dem empfangenen DVB-Datenstrom SI-EIT-Informationen für das abgestimmte Programm vorhanden sind. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die auf einem Programm für mehrere Programme gemeinsam übertragenen Programminformationen gemäß einem Teletextformat empfangen werden. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die auf einem Programm für mehrere Programme gemeinsam übertragenen Programminformationen gemäß dem NexTView-Standard empfangen werden. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für den Fall, dass auch nach Abstimmen auf das Programm mit gemeinsam übertragenen Programminformationen für mehrere Programme und Abspeichern der aufgefundene Daten noch Programminformationen nur unvollständig vorliegen, auf die Programme mit fehlenden Programminformationen abgestimmt wird (14), Programmübersichtsseiten des jeweils empfangenen Teletextes angewählt und durchsucht werden und aufgefundene Programminformationen gespeichert werden (15).






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