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Dokumentenidentifikation DE102006031229B3 06.12.2007
Titel Gerät zum Schutz gegen Überspannungen für elektrische Anlagen
Anmelder OBO Bettermann GmbH & Co KG, 58710 Menden, DE
Erfinder Schmidt, Olaf, Dipl.-Ing., 59494 Soest, DE;
Ogorek, Udo, Dipl.-Ing., 59077 Hamm, DE
Vertreter Köchling, C., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 58097 Hagen
DE-Anmeldedatum 06.07.2006
DE-Aktenzeichen 102006031229
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse H02H 5/04(2006.01)A, F, I, 20060922, B, H, DE
IPC-Nebenklasse H02H 3/20(2006.01)A, L, I, 20060922, B, H, DE   
Zusammenfassung Um ein Gerät zum Schutz gegen Überspannungen für elektrische Anlagen, bestehend aus einem Gehäuse (1, 2) und innerhalb des Gehäuses angeordneten Überspannungsschutzelementen und Anschlussklemmen (3, 4, 5) für mehrere Phasenleiter, einen Nullleiter und einen PE-Leiter, wobei jeweils zwischen einer Phase und dem Nullleiter ein Varistor (6) als Überspannungsschutzelement geschaltet ist und zwischen Nullleiter und PE-Leiter eine Funkenstrecke (7) geschaltet ist, zu schaffen, bei dem im Fehlerfall eine sichere Trennung des Varistors von dem Kontaktstreifen erfolgt, wird vorgeschlagen, dass im Gehäuse (1, 2) eine mit den Varistoren (6) und den Anschlussklemmen (3, 4, 5) bestückte Platine (8) angeordnet ist, dass an der Platine (8) Sicherungsstreifen (9) angelötet sind, von denen mindestens jeweils einer an einer Kontaktstelle (10) eines Varistors (6) angelötet ist, und dass zwischen dem Sicherungsstreifen (9) und der Fläche des Varistors (6), an welcher der Sicherungsstreifen (9) angelötet ist, ein Trennschieber (11) angeordnet ist, der die Platine (8) durchgreift und an dieser geführt ist und der durch eine Feder (13) vorgespannt in einer ersten Funktionslage gehalten ist, in der Bestandteile des Trennschiebers (11) am Sicherungsstreifen (9) nahe dessen Lötstelle (10) am Varistor (6) anliegen, und der bei aufgrund zum Beispiel eines Überspannungsereignisses erhitzter Lötstelle, in einer zweiten Funktionslage in den Spalt zwischen Sicherungsstreifen (9) und Varistor (6) ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gerät zum Schutz gegen Überspannungen für elektrische Anlagen, bestehend aus einem Gehäuse und innerhalb des Gehäuses angeordneten Überspannungsschutzelementen und Anschlussklemmen für mehrere Phasenleiter, einen Nullleiter und einen PE-Leiter, wobei jeweils zwischen einer Phase und dem Nulleiter ein Varistor als Überspannungsschutzelement geschaltet ist und zwischen Nullleiter und PE-Leiter eine Funkenstrecke geschaltet ist, wobei Sicherungsstreifen vorgesehen sind, von denen mindestens jeweils einer an einer Kontaktstelle eines Varistors angelötet ist, und zwischen dem Sicherungsstreifen und der Fläche des Varistors, an welcher der Sicherungsstreifen angelötet ist, ein Trennschieber angeordnet ist, der durch eine Feder vorgespannt in einer ersten Funktionslage gehalten ist, in der Bestandteile des Trennschiebers am Sicherungsstreifen nahe dessen Lötstelle am Varistor anliegen, und der bei aufgrund zum Beispiel eines Überspannungsereignisses erhitzter Lötstelle, in einer zweiten Funktionslage in den Spalt zwischen Sicherungsstreifen und Varistor eingeschoben ist, die Lötverbindung auftrennt und den Sicherungsstreifen im Bereich der Lötstelle auf Abstand von dem Varistor hält.

Überspannungsschutzgeräte dieser Art sind im Stand der Technik bekannt. Beispielsweise ist aus der DE 36 39 533 A1 ein steckbarer Überspannungsableiter für elektrische Anlagen bekannt. Bei solchen bekannten Überspannungsschutzgeräten ist eine mehrpolige Ausbildung vorgesehen, so dass drei Phasen-Anschlüsse, ein Nullleiteranschluss und ein PE-Leiteranschluss vorgesehen sind. Innerhalb des Gerätes ist eine Anordnung von Varistoren und einer Funkenstrecke vorgesehen, wobei die elektrische Kontaktierung in der Weise erfolgt, dass jeweils zwischen einer Phase und den Nullleiter ein Varistor und zwischen den Nullleiter und den PE-Leiter eine Funkenstrecke geschaltet ist. Man spricht bei einer solchen Schaltungsanordnung von einer so genannten 3 + 1-Schaltung. Bekannte Geräte dieser Art sind quaderförmig ausgebildet, wobei an der Unterseite des quaderförmigen Gehäuses, welches aus Isolierstoff besteht, eine Profilierung vorgesehen ist, die es ermöglicht, dass solche Geräte auf Hutprofile von Unterverteilungen oder Hauptverteilungen aufgesetzt und befestigt werden können. Es sind solche Geräte bekannt, bei denen jeweils der Varistor über mindestens einen Kontaktstreifen oder dergleichen an die elektrischen Verbindungsleitungen angeschlossen ist, wobei die Verbindung zwischen dem Kontaktstreifen und dem Varistor durch ein Schmelzlot erfolgt. Hierdurch wird erreicht, dass im Falle einer übermäßigen Erwärmung, beispielsweise infolge einer entsprechenden Überspannung, die Lotverbindung gelöst und somit die Verbindung des Varistors mit der Schaltung unterbrochen wird. Mittels einer Defektanzeige wird ein solcher Zustand angezeigt, so dass von außen sichtbar ist, dass der entsprechende Überspannungsableiter nicht mehr funktionstüchtig ist. Nachteilig bei solchen Geräten ist, dass im Fehlerfall sich zwar die Lotverbindung zwischen dem Kontaktstreifen und dem Varistor löst, so dass der Varistor aus dem Schaltkreis abgetrennt ist, jedoch ist eine erneute Kontaktierung nicht in jedem Falle unterbunden, weil keine mechanische Trennung zwischen dem Kontaktstreifen und der Kontaktstelle des Varistors erfolgt. Zudem ist nachteilig, dass die in Form einer Temperatursicherung ausgebildete Lötstelle sich beim Schwalllöten schon bei der Herstellung des Gerätes lösen kann. Selbst wenn eine Trennung erfolgt, ist die Trennung nur durch eine Luftstrecke erreicht.

Aus der DE 20 2004 006 227 U1 ist ein gattungsgemäßes Gerät bekannt. Hierbei wird zwar im Fehlerfall eine mechanische Trennung zwischen Kontaktstreifen und Kontaktstelle des Varistors erreicht, jedoch sind bei diesem Gerät die mechanischen und elektrischen Elemente, bei der Montage sorgfältig zusammenzuführen und ordnungsgemäß anzuordnen, um eine fehlerfreie Funktion zu gewährleisten. Der gesamte Aufbau ist kompliziert, so dass es nicht auszuschließen ist, dass bei der Montage Fehler auftreten. Zudem ist die Montage der Einzelelemente sehr aufwendig und kompliziert.

Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Gerät gattungsgemäßer Art zu schaffen, bei dem im Fehlerfall eine sichere Trennung des Varistors von dem Kontaktstreifen erfolgt, wobei auch Fehler bei der Herstellung des Gerätes vermieden sind.

Zudem soll die Montage des Gerätes erleichtert und eine einwandfreie Führung der Funktionselemente und Montagesicherheit gewährleistet sein.

Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor, dass im Gehäuse eine mit den Varistoren und den Anschlussklemmen bestückte Platine angeordnet ist, an der Platine die Sicherungsstreifen angelötet sind, dass der Trennschieber die Platine durchgreift und an dieser geführt ist, dass am Boden des Gehäuses Führungsteile angeordnet sind, in deren Führungsschlitzen jeweils das die Leiterplatte zum Boden des Gehäuses hin durchgreifende Ende der Trennschieber unverdrehbar, linear verschiebbar geführt ist, wobei in den Führungsteilen Schraubendruckfedern angeordnet sind, die unter Vorspannung an der dem Boden zugewandten Randkante der Trennschieber anliegen, und dass das Gehäuse auf der dem Boden abgewandten Seite eine Einsatzöffnung für die bestückte Platine bildende Öffnung aufweist, die durch Gehäuseseitenwände begrenzt ist, wobei die Gehäuseseitenwände und/oder der Gehäuseboden Auflagebereiche für die Platine und Rasthaken zur Lagesicherung der Platine aufweisen, die über die Randkante der Platine rasten.

Durch diese Ausbildung wird erreicht, dass in der normalen ersten Funktionslage eine sichere Kontaktierung zwischen dem Sicherungsstreifen und dem Varistor im Bereich der Lötstelle erfolgt. Im Fehlerfall, wenn ein entsprechendes Überspannungsereignis eintritt, schmilzt die Lötstelle auf und der mechanische Trennschieber gleitet federkraftunterstützt in den Bereich zwischen dem Sicherungsstreifen und der Lötstelle am Varistor, so dass der Sicherungsstreifen von der Lötstelle mechanisch abgehoben wird und zwischen der Lötstelle am Varistor und dem entsprechenden Anlötbereich des Sicherungsstreifens der aus Isolierstoff bestehende Trennschieber sitzt, so dass eine mechanische Trennung erfolgt und im Spalt zwischen dem Sicherungsstreifen und der Kontaktstelle des Varistors ein Isolierstoffelement, nämlich der Trennschieber angeordnet ist. Die Funktionssicherheit wird dabei noch dadurch verbessert, dass der Trennschieber in einer entsprechenden Lochung die Platine durchgreift und im Bereich dieser Lochung an der Platine geführt ist. In der ersten Funktionslage ist der Trennschieber durch Federkraft vorgespannt zwischen dem Sicherungsstreifen und der Lötstelle am Varistor angeordnet, so dass bei einer Aufschmelzung der Lötstelle der Trennschieber durch die Federkraft den Sicherungsstreifen von der Lötstelle am Varistor abhebt und in dieser Abhebeposition hält.

Des Weiteren wird durch die am Boden des Gehäuses vorgesehenen Führungsteile, in deren Führungsschlitzen jeweils dass die Leiterplatte zum Boden des Gehäuses hin durchgreifende Ende der Trennschieber unverdrehbar, linear verschiebbar geführt ist, wobei in den Führungsteilen Schraubendruckfedern angeordnet sind, die unter Vorspannung an der dem Boden zugewandten Randkante der Trennschieber anliegen, die Montage des Gerätes erheblich erleichtert und eine einwandfreie Führung und Montagesicherheit der Einzelelemente bewirkt.

Insbesondere wird durch diese Ausbildung eine fehlerhafte Montage vermieden, wobei zudem ein Verkanten oder Verdrehen beim Überführen des Trennschiebers in die zweite Funktionslage verhindert ist.

Zudem ist zur Erleichterung der Montage vorgesehen, dass das Gehäuse auf der dem Boden abgewandten Seite eine Öffnung aufweist, die eine Einsatzöffnung für die bestückte Platine bildet, die durch Gehäuseseitenwände begrenzt ist, wobei die Gehäuseseitenwände und/oder der Gehäuseboden Auflagebereiche für die Platine und Rasthaken zur Lagesicherheit der Platine aufweisen, die über die Randkante der Platine rasten.

Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, dass jeder Varistor mit einer Stirnkante der Oberseite der Leiterplatte benachbart ist und an seinen Seitenflächen die Kontaktstellen aufweist, dass jeweils mindestens ein Sicherungsstreifen etwa parallel zur Seitenfläche eines Varistors ausgerichtet von der Leiterplatte abragt und mit einer Kontaktstelle lötverbunden ist, und dass jeweils ein Trennschieber parallel zur Seitenfläche des Varistors verschieblich ausgerichtet und angeordnet ist, der in einen Spalt zwischen der Seitenfläche des Varistors und dem Sicherungsstreifen eingreift.

Der Varistor ist dabei ein flaches quaderförmiges Element, welches mit einer Stirnkante der Oberseite der Leiterplatte benachbart ist und welches an seinen Seitenflächen die Kontaktstellen zum Anschluss der Sicherungsstreifen aufweist. Der Varistor ist über Elektroden, die entsprechend lang ausgeführt sind, mit der Stirnseite auf parallelen Abstand zur Oberseite der Platine gehalten. Der Trennschieber wird somit nicht nur in der Lochung der Leiterplatte geführt, sondern auch an der entsprechenden Seitenfläche des Varistors und an dem sich parallel zu dieser erstreckenden Sicherungsstreifen.

Zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Funkenstrecke zwischen dem Gehäuseboden und der Leiterplatte angeordnet ist und mit Anschlusslitzen oder Anschlussstreifen die Leiterplatte durchgreift, wobei letztere mit den entsprechenden Leiterbahnen der Leiterplatte verlötet sind.

Um die Funktion zu verbessern ist vorgesehen, dass die der Leiterplatte abgewandten Enden der Trennschieber schneidkantenartig abgeschrägt sind.

Zudem kann vorgesehen sein, dass am bodenseitigen Endbereich der Trennschieber quer abragende Vorsprünge ausgebildet sind, die in der zweiten Funktionslage an der Unterseite der Platine anliegen und einen Wegbegrenzungsanschlag für den Trennschieber bilden.

Hierdurch wird eine Endlagesicherung erreicht, wenn der Trennschieber seine zweite Funktionsstellung erreicht hat.

Um die Funktionssicherung weiterhin zu verbessern, ist vorgesehen, dass die Führungsteile einen Führungsschlitz für den Vorsprung des Trennschiebers aufweisen.

Insbesondere um die Montage zu erleichtern, ist vorgesehen, dass am bodenseitigen Ende des Trennschiebers ein parallel zur Verschieberichtung abragender Zapfen ausgebildet ist, auf den als Vorspannfeder eine Schraubendruckfeder aufgesteckt ist.

Zudem kann vorgesehen sein, dass das Gehäuse ein topfartiges Deckelteil aufweist, welches mit dem ebenfalls topfartigen Unterteil rastverbindbar ist.

Auch kann vorgesehen sein, dass oberhalb der Platine eine Anzeigeplatine im Gehäuse angeordnet und mit der Platine verbunden ist, die optische Anzeigeelemente aufweist.

Insgesamt stellt somit die Erfindung ein Gerät zum Schutz gegen Überspannung zur Verfügung, welches eine optische Funktionsanzeige aufweist und in mehrpoliger Ausführung ausgebildet sein kann. Die in dem Gerät befindliche erste Platine weist sämtliche Bauteile der Schutzschaltung sowie die Anschlussklemmen auf. Die Anzeigeplatine ist oberhalb der ersten Platine angeordnet und kann über Pfostenverbinder oder dergleichen mit der ersten Platine verbunden sein. Auf dieser Anzeigeplatine sind die Bauelemente zur optischen Signalisierung des Zustandes des Gerätes angeordnet. Durch die erfindungsgemäße Abtrennvorrichtung ist sichergestellt, dass bei einem Defekt der Varistoren der Trennschieber die Lötverbindung zwischen einem Varistor und einem an der Platine angelöteten bogenförmig ausgeführten Sicherungsstreifen unterbricht. Die Verbindung des Sicherungsstreifens zur Platine bleibt hierbei bestehen. Der Trennschieber durchgreift die Platine und ist in einer vorzugsweise hülsenförmigen Aufnahme im Gehäuseunterteil geführt. Durch die besondere Geometrie der hülsenförmigen Aufnahme und den Trennschieber selbst wird eine fehlerhafte Montage vermieden. Weiterhin wird hierdurch ein Verkanten oder Verdrehen bei der Spannungsunterbrechung verhindert.

Der Trennschieber befindet sich im fehlerfreien Fall des Gerätes in einem vorgespannten Zustand unterhalb der Lötstelle des Sicherungsstreifens, mit der der Sicherungsstreifen mit dem Varistor verbunden ist. Diese Vorspannung wird während der Montage dadurch erreicht, dass in die entsprechende Aufnahme im Gehäuseunterteil zunächst eine Druckfeder eingelegt wird. Eine zylinderförmige Zentrierhilfe am Trennschieber hilft bei der Positionierung. Die bestückte Platine wird auf die im Gehäuse vormontierten Trennschieber aufgesteckt und durch im Gehäuseunterteil befindliche Rasthaken sicher fixiert. Durch einen entsprechenden Vorsprung am Trennschieber wird erreicht, dass der Trennschieber nur bis zu einem bestimmten Vorschub vorgeschoben werden kann, bis nämlich der Vorsprung an der Platine anliegt. Hierdurch wird sichergestellt, dass der Sicherungsstreifen im Fehlerfall sicher vom Varistor getrennt bleibt und eine erneute Kontaktierung vermieden ist.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und im Folgenden näher beschrieben. Es zeigt:

1 ein Gerät zum Schutz gegen Überspannungen in Explosionsdarstellung;

2 Einzelteile des Gerätes in Explosionsdarstellung;

3 das Gehäuseunterteil in Ansicht;

4 das Gehäuseunterteil mit montierter Platine in Ansicht;

5 eine Einzelheit in einer ersten Funktionslage;

6 die Einzelheit in einer zweiten Funktionslage.

In der 1 sind die Bestandteile des Gerätes gegen Überspannungen gezeigt. Das Gerät besteht aus einem Gehäuseoberteil 1 und einem Gehäuseunterteil 2. Beide Gehäuseteile bestehen aus Isolierstoff. Die beiden Gehäuseteile können in entsprechender Weise zusammengefügt und verrastet werden. Im Gehäuse sind später noch beschriebene Überspannungselemente sowie Anschlussklemmen 3 für Phasenleiter L1 bis L3 vorgesehen sowie eine Anschlussklemme 4 für einen Nullleiter und eine Anschlussklemme 5 für einen PE-Leiter. Die elektrische Verschaltung ist derart vorgesehen, dass jeweils zwischen einer Phase und dem Nullleiter ein Varistor 6 als Überspannungsschutz geschaltet ist. Zusätzlich ist zwischen Nullleiter und PE-Leiter eine Funkenstrecke 7 geschaltet. Bei der vorgesehenen Konfiguration ist im Gehäuse 1, 2 eine mit den Varistoren 6 und den Anschlussklemmen 3, 4, 5bestückte Platine 8 angeordnet. An der Platine sind Sicherungsstreifen 9 angelötet und mit entsprechenden Leiterbahnen der Platine 8 kontaktiert, von denen mindestens jeweils einer an einer Kontaktstelle 10 eines Varistors 6 angelötet ist. In dem Bereich zwischen den Sicherungsstreifen 9 und der Fläche des Varistors 6, an welcher der Sicherungsstreifen 9 angelötet ist, ist ein Trennschieber 11 angeordnet, der die Platine in entsprechenden Lochungen 12 durchgreift und somit an dieser geführt ist. Die Trennschieber 11 sind durch jeweils eine vorgespannte Feder 13 in einer ersten Funktionslage gehalten, die in 4 und insbesondere in 5 gezeigt ist. In dieser Funktionslage liegen die oberen Endbereiche des Trennschiebers 11 am Sicherungsstreifen 9 nahe dessen Lötstelle 10 am Varistor 6 an. Sofern aufgrund eines Fehlerereignisses, insbesondere eines Überspannungsereignisses, die Lötstelle bei 10 erhitzt wird, ist der Trennschieber in eine zweite Funktionslage verschoben, die in 6 gezeigt ist. Dabei sitzt der Trennschieber 11 in dem Spalt, der sich zwischen dem Sicherungsstreifen 9 und dem Varistor 6 nach Trennung der Lötstelle ergibt, so dass der Sicherungsstreifen 9 vom Varistor 6 abgehoben ist.

Die Lötverbindung ist dabei aufgetrennt und der Sicherungsstreifen 9 ist durch den Trennschieber 11 im Bereich der Lötstelle auf Abstand von dem Varistor 6 gehalten. Der Trennschieber besteht aus einem geeigneten Dielektrikum, beispielsweise aus Kunststoff. Die Varistoren 6 sind als etwa quaderförmige flache Scheiben ausgebildet. Jeder Varistor 6 ist mit einer Stirnkante auf der Oberseite der Leiterplatte 8 benachbart, wobei jeder Varistor 6 an seinen Seitenflächen die Kontaktstellen aufweist, die mit entsprechenden Kontaktstreifen, insbesondere Sicherungsstreifen 9 verbunden werden. Mindestens ein solcher Sicherungsstreifen 9 ist parallel zur Seitenfläche des zugehörigen Varistors 6 ausgerichtet und ragt nach oben von der Leiterplatte 8 ab. Der Trennschieber 11 ist parallel zur Seitenfläche des Varistors 6 verschieblich ausgerichtet und angeordnet und greift in einen Spalt zwischen der Seitenfläche des Varistors 6 und dem Sicherungsstreifen 9 ein.

Die Funkenstrecke 7 ist zwischen dem Gehäuseboden des Unterteils 2 und der Leiterplatte 8 angeordnet und durchgreift mit Anschlusslitzen 14 entsprechende Lochungen 15 der Leiterplatte 8. Die umgebogenen Enden, sind wie in 4 ersichtlich, mit den entsprechenden Leiterbahnen der Leiterplatte 8 verlötet.

Wie beispielsweise aus 2 besonders deutlich ersichtlich, sind die in der Montagesolllage zur Leiterplatte abgewandten Enden der Trennschieber 11 nach Art einer Schneidkante 11' abgeschrägt, wobei beidseits neben diesen Schneidkanten 11' noch Stege des Trennschiebers 11 verbleiben, so dass eine entsprechende Führung für den Sicherungsstreifen 9 gebildet ist.

Am Boden des Gehäuseunterteils 2 sind Führungsteile 16 in Form von etwa zylindrischen Hülsen angeordnet, die an ihrem freien Ende offen auslaufende Führungsschlitze 17 aufweisen. In diesen Führungsschlitzen 17 ist jeweils das die Leiterplatte 8 zum Boden des Gehäuseunterteils 2 hindurchgreifende Ende der Trennschieber 11 unverdrehbar aber linear verschiebbar geführt. In diesen Führungsteilen 16 sind als Federn 13 Schraubendruckfedern angeordnet, die in der Montagesolllage unter Vorspannung an der dem Boden zugewandten Randkante der Trennschieber 11 anliegen. Zusätzlich sind am bodenseitigen Endbereich der Trennschieber 11 quer abragende Vorsprünge 18 ausgebildet, die ebenfalls in Schlitzen 19 der Führungsteile 16 geführt sind. In der zweiten Funktionslage, die in 6 verdeutlicht ist, liegen diese quer abragenden Vorsprünge 18 an der Unterseite der Platine 8 an und bilden somit einen Wegbegrenzungsanschlag für den Trennschieber 11.

Zusätzlich weist das bodenseitige Ende des Trennschiebers 11 einen parallel zur Verschieberichtung abragenden Zapfen 20 auf, auf den die vorspannende Feder 13 in Form einer Schraubendruckfeder aufgesteckt ist.

Das Unterteil 2 des Gehäuses weist auf der dem Boden abgewandte Seite eine Einsatzöffnung für die bestückte Platine 8 auf, die durch die Seitenwände des Unterteils 2 begrenzt ist. Die Gehäusenseitenwände und auch das Gehäuseunterteil selbst weist Auflagebereiche für die Platine 8 auf sowie Rasthaken 21 zur Lagesicherung der in Montagesolllage befindlichen Platine 8.

Das Oberteil 1 ist ähnlich wie das Unterteil 2 topfartig ausgebildet und auf das Unterteil 2 aufschiebbar und durch entsprechende Rasten und Rastlochungen sind diese Teile miteinander rastverbindbar. Zusätzlich ist oberhalb der Platine 8 noch eine Anzeigeplatine 22 am Gehäuse angeordnet, die mit der Platine 8 verbunden ist und optische Anzeigeelemente aufweist.


Anspruch[de]
Gerät zum Schutz gegen Überspannungen für elektrische Anlagen, bestehend aus einem Gehäuse (1, 2) und innerhalb des Gehäuses angeordneten Überspannungsschutzelementen und Anschlussklemmen (3, 4, 5) für mehrere Phasenleiter, einen Nullleiter und einen PE-Leiter, wobei jeweils zwischen einer Phase und dem Nulleiter ein Varistor (6) als Überspannungsschutzelement geschaltet ist und zwischen Nullleiter und PE-Leiter eine Funkenstrecke (7) geschaltet ist, wobei Sicherungsstreifen (9) vorgesehen sind, von denen mindestens jeweils einer an einer Kontaktstelle (10) eines Varistors (6) angelötet ist, und zwischen dem Sicherungsstreifen (9) und der Fläche des Varistors (6), an welcher der Sicherungsstreifen (9) angelötet ist, ein Trennschieber (11) angeordnet ist, der durch eine Feder (13) vorgespannt in einer ersten Funktionslage gehalten ist, in der Bestandteile des Trennschiebers (11) am Sicherungsstreifen (9) nahe dessen Lötstelle (10) am Varistor (6) anliegen, und der bei aufgrund zum Beispiel eines Überspannungsereignisses erhitzter Lötstelle, in einer zweiten Funktionslage in den Spalt zwischen Sicherungsstreifen (9) und Varistor (6) eingeschoben ist, die Lötverbindung auftrennt und den Sicherungsstreifen (9) im Bereich der Lötstelle (10) auf Abstand von dem Varistor (6) hält, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse (1, 2) eine mit den Varistoren (6) und den Anschlussklemmen (3, 4, 5) bestückte Platine (8) angeordnet ist, an der Platine (8) die Sicherungsstreifen (9) angelötet sind, dass der Trennschieber die Platine (8) durchgreift und an dieser geführt ist, dass am Boden des Gehäuses Führungsteile (16) angeordnet sind, in deren Führungsschlitzen (17) jeweils das die Leiterplatte (8) zum Boden des Gehäuses hin durchgreifende Ende der Trennschieber (11) unverdrehbar, linear verschiebbar geführt ist, wobei in den Führungsteilen (16) Schraubendruckfedern (13) angeordnet sind, die unter Vorspannung an der dem Boden zugewandten Randkante der Trennschieber (11) anliegen, und dass das Gehäuse auf der dem Boden abgewandten Seite eine Einsatzöffnung für die bestückte Platine (8) bildende Öffnung aufweist, die durch Gehäuseseitenwände begrenzt ist, wobei die Gehäuseseitenwände und/oder der Gehäuseboden Auflagebereiche für die Platine (8) und Rasthaken (21) zur Lagesicherung der Platine (8) aufweisen, die über die Randkante der Platine (8) rasten. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Varistor (6) mit einer Stirnkante der Oberseite der Leiterplatte (8) benachbart ist und an seinen Seitenflächen die Kontaktstellen (10) aufweist, dass jeweils mindestens ein Sicherungsstreifen (9) etwa parallel zur Seitenfläche eines Varistors (6) ausgerichtet von der Leiterplatte (8) abragt und mit einer Kontaktstelle (10) lötverbunden ist, und dass jeweils ein Trennschieber (11) parallel zur Seitenfläche des Varistors (6) verschieblich ausgerichtet und angeordnet ist, der in einen Spalt zwischen der Seitenfläche des Varistors (6) und dem Sicherungsstreifen (9) eingreift. Gerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Funkenstrecke (7) zwischen dem Gehäuseboden und der Leiterplatte (8) angeordnet ist und mit Anschlusslitzen (14) oder Anschlussstreifen die Leiterplatte (8) durchgreift, wobei letztere mit den entsprechenden Leiterbahnen der Leiterplatte (8) verlötet sind. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die der Leiterplatte (8) abgewandten Enden der Trennschieber (11) schneidkantenartig abgeschrägt sind. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass am bodenseitigen Endbereich der Trennschieber (11) quer abragende Vorsprünge (18) ausgebildet sind, die in der zweiten Funktionslage an der Unterseite der Platine (8) anliegen und einen Wegbegrenzungsanschlag für den Trennschieber (11) bilden. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsteile (16) einen Führungsschlitz (19) für den Vorsprung (18) des Trennschiebers (11) aufweisen. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass am bodenseitigen Ende des Trennschiebers (11) ein parallel zur Verschieberichtung abragender Zapfen (20) ausgebildet ist, auf den als Vorspannfeder (13) eine Schraubendruckfeder aufgesteckt ist. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse ein topfartiges Deckelteil aufweist, welches mit dem ebenfalls topfartigen Unterteil rastverbindbar ist. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass oberhalb der Platine (8) eine Anzeigeplatine (22) im Gehäuse angeordnet und mit der Platine (8) verbunden ist, die optische Anzeigeelemente aufweist.






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