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Dokumentenidentifikation DE102006039289B3 06.12.2007
Titel Schnellschlussventil
Anmelder Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY, 22607 Hamburg, DE
Erfinder Hahn, Ulrich, Dr., 21614 Buxtehude, DE;
Peters, Hans Bernhard, 22869 Schenefeld, DE;
Müller, Sarah, 22761 Hamburg, DE
Vertreter Uexküll & Stolberg, 22607 Hamburg
DE-Anmeldedatum 22.08.2006
DE-Aktenzeichen 102006039289
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse F16K 1/30(2006.01)A, F, I, 20060822, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F16K 51/02(2006.01)A, L, I, 20060822, B, H, DE   
Zusammenfassung Dargestellt und beschrieben ist ein Schnellschlussventil mit einer Basis, mit einem Ventilsitz, mit einem Ventilteller und mit einem Vorspannelement, wobei der Ventilteller zwischen einer geöffneten Stellung und einer geschlossenen Stellung beweglich ist, wobei der Ventilteller in der geschlossenen Stellung an dem Ventilsitz anliegt und wobei das Vorspannelement den Ventilteller in die geschlossene Stellung vorspannt. Die Aufgabe, ein Schnellschlussventil bereitzustellen, das keine aufwendige Lagerung des Ventiltellers vakuumseitig der Basis erfordert, wird dadurch gelöst, dass eine Antriebsstange vorgesehen ist, an deren Ende der Ventilteller schwenkbar angebracht ist, dass die Antriebsstange in deren axialer Richtung in der Basis verschiebbar ist und mit dem Vorspannelement verbunden ist und dass ein elastisches Lagerungselement vorgesehen ist, das den Ventilteller mit der Basis verbindet.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schnellschlussventil mit einer Basis, mit einem Ventilsitz, mit einem Ventilteller und mit einem Vorspannelement, wobei der Ventilteller zwischen einer geöffneten Stellung und einer geschlossenen Stellung beweglich ist, wobei der Ventilteller in der geschlossenen Stellung an dem Ventilsitz anliegt und wobei das Vorspannelement den Ventilteller in die geschlossene Stellung vorspannt.

In großen Vakuumsystemen wie beispielsweise Beschleunigeranlagen ist es häufig erforderlich, bestimmte Abschnitte davor zu schützen, dass eine Druckwelle, die durch einen Lufteinbruch verursacht wird, in diese Abschnitte gelangt. So kann es beispielsweise erforderlich sein, einen Beschleunigerring davor zu schützen, dass eine Druckwelle, die durch einen Lufteinbruch aufgrund einer Fehlbedienung oder eines Risses in einem Fenster oder einem Faltenbalg an einem Messplatz verursacht wird, in den Bereich des Beschleunigerringes selbst gelangt und damit längere Betriebsunterbrechungen der gesamten Anlage hervorruft.

Zu diesem Zweck werden so genannte Schnellschlussventile eingesetzt, die in der Lage sind, außerordentlich schnell einen Ventilsitz zu verschließen. Wegen starker Strahlungsbelastung in den Beschleunigertunneln werden vorzugsweise metallisch dichtende Ventile verwendet, wobei es ferner üblich ist, eine Kombination eines nicht völlig dichtenden Schnellschlussventils (Leckrate < 5 mbar l/sec) mit einem langsam schließenden metallisch dichtenden Ultrahochvakuum Ventil (Leckrate < 10–10 mbar l/sec) zu verwenden. Bei der Ausgestaltung eines solchen Schnellschlussventils ist zu berücksichtigen, dass sich eine Druckwelle in einem Vakuumsystem mit etwa der dreifachen Schallgeschwindigkeit (~1000 m/s) ausbreitet. Damit ergibt sich, dass die Zeit, die das Schnellschlussventil benötigt, um zu schließen, den Abstand festlegt, den das Schnellschlussventil mindestens von dem Bereich haben muss, in dem eine Druckwelle ausgelöst und detektiert werden kann, um sicher zu stellen, dass der hinter dem Schnellschlussventil liegende, abzuschirmende Bereich effektiv vor einer Beschädigung geschützt wird. Für den Fall einer Schließzeit von etwa 10 ms ergibt sich somit, dass dieser Abstand rund 10 m betragen muss. Will man diesen Abstand verringern, müssen die Schließzeiten reduziert werden.

Die DE 31 31 178 A1 beschreibt dazu ein Ventil, bei dem ein schwenkbarer Ventilteller über einen Knickhebelmechanismus mit einer Antriebsstange gekoppelt ist.

Aus der DE 29 51 387 C2, von der die vorliegende Erfindung ausgeht, ist ein Schnellschlussventil bekannt, dass einen in einem Gehäuse angeordneten Ventilsitz aufweist, wobei der Ventilsitz mit dem zu schützenden Bereich eines Vakuumsystems verbunden ist. Der Ventilsitz kann durch einen Ventilteller verschlossen werden, der schwenkbar innerhalb des Gehäuses angebracht ist und zwischen einer geschlossenen Stellung, in der der Ventilteller an dem Ventilsitz anliegt, und einer geöffneten Stellung verstellbar ist. Dabei wird der Ventilteller von einem Vorspannelement, in diesem Fall eine Schraubenfeder, beim Auslösen des Ventils in die geschlossene Stellung beschleunigt, wobei diese Zugfeder ebenfalls im Gehäuse und damit auf der vakuumseitigen Seite einer Basis angebracht ist.

Nachteilig an diesem Schnellschlussventil gemäß dem Stand der Technik ist, dass eine aufwendige Schwenklagerung für den Ventilteller innerhalb des Gehäuses erforderlich ist, um eine kurze Schließzeit sicherzustellen. Insbesondere ergibt sich das Problem, dass die Schwenklagerung für den Ventilteller vakuumseitig angebracht werden muss und daher eine Schmierung nicht möglich ist. Auf der anderen Seite ist es jedoch notwendig, dass der Ventilteller exakt innerhalb des Gehäuses geführt ist, damit er bei der Schließbewegung den Ventilsitz zuverlässig dichtend abschließt.

Ausgehend vom Stand der Technik ist es daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Schnellschlussventil bereitzustellen, das vakuumseitig keine aufwendige bewegliche Lagerung des Ventiltellers erfordert.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass eine Antriebsstange vorgesehen ist, an deren Ende der Ventilteller schwenkbar angebracht ist, dass die Antriebsstange in deren axialer Richtung in der Basis verschiebbar und mit dem Vorspannelement verbunden ist und dass ein elastisches Lagerungselement vorgesehen ist, das den Ventilteller mit der Basis verbindet.

Bei dem erfindungsgemäßen Schnellschlussventil ist keine aufwendige Lagerung des Ventiltellers innerhalb des Vakuums erforderlich, da lediglich eine lineare Bewegung der Antriebsstange notwendig ist, um den Ventilteller von der geöffneten in die geschlossene Stellung zu überführen, wobei das elastische Lagerungselement sicherstellt, dass der Ventilteller in der richtigen Ausrichtung, d.h. parallel zu dem Ventilsitz, an dem Ventilsitz zur Anlage kommt.

Dabei wird durch die Schwenkbewegung, die der Ventilteller beim Übergang von der geöffneten in die geschlossene Stellung ausführt, der Hub, um den die Antriebsstange verlagert werden muss, im Vergleich zu einem Ventil, das durch eine reine Verschiebebewegung geschlossen wird, reduziert, sodass sich insgesamt eine geringere Baugröße des Schnellschlussventils ergibt.

Bei der erfindungsgemäßen Anordnung wird der vakuumseitige Aufbau des Schnellschlussventils gemäß der vorliegenden Erfindung im Vergleich zum Stand der Technik erheblich vereinfacht, was zum einen mit dem Vorteil verbunden ist, dass auf konstruktiv einfache Weise ein Ventil mit einer Schließzeit von weniger als 10 ms realisiert werden kann. Zum anderen wird eine Verbesserung der vakuumgerechten Konstruktion erreicht, in dem das erfindungsgemäße Schnellschlussventil weniger Bereiche aufweist, die einen geringen Pumpquerschnitt haben und somit vakuumtechnisch problematisch sind.

In einer bevorzugten Ausführungsform kann das elastische Lagerungselement als Blattfeder ausgebildet sein; es ist aber auch denkbar, dass andere Ausgestaltungen für das Lagerungselement verwendet werden. Dabei muss das elastische Lagerungselement eine Schwenkbewegung des Ventiltellers ermöglichen, wobei das Lagerungselement zusammen mit der Antriebsstange in der geschlossenen Stellung die Position des Ventiltellers relativ zu dem Ventilsitz festlegt.

In bevorzugter Weise weist die Antriebsstange ein Gelenk auf, sodass es bei der Schwenkbewegung des Ventiltellers und der damit verbundenen Bewegung des Ventiltellers quer zur Erstreckungsrichtung der Antriebsstange nicht zu Spannungen in der Antriebsstange kommt, die die Schließbewegung verlangsamen könnten.

Weiterhin kann ein Faltenbalg an der Basis vorgesehen sein, wobei der Faltenbalg sich in axialer Richtung der Führungstange erstreckt und die Antriebsstange an dem freien Ende des Faltenbalgs befestigt ist. Auf diese Weise kann die Führungsstange durch die Basis hindurchgeführt werden, ohne dass es einer komplizierten Dichtungsanordnung bedürfte, die eine axiale Bewegung der Antriebsstange ermöglicht, wobei trotzdem eine hohe Dichtigkeit gewahrt bleibt. Außerdem ermöglicht der Faltenbalg auch eine leichte Bewegung der Antriebsstange quer zu deren Erstreckungsrichtung, die durch die Schwenkbewegung des Ventiltellers beim Schließen erforderlich sein kann.

In weiter bevorzugter Weise ist das Vorspannelement auf der von dem Ventilteller abgewandten Seite der Basis vorgesehen, sodass dieses im Unterschied zum Stand der Technik nicht mehr vakuumseitig angeordnet werden muss und sich die Anzahl der vakuumseitig angeordneten Teile des erfindungsgemäßen Schnellschlussventils weiter reduziert.

Um das Schnellschlussventil ferngesteuert betätigen zu können, ist es außerdem bevorzugt, eine Hebeeinrichtung vorzusehen, die mit dem vom Ventilteller abgewandten Ende der Antriebsstange verbunden ist. Dabei kann die Hebeeinrichtung in besonders bevorzugter Weise als Druckluftzylinder ausgestaltet sein.

Hierbei ist es weiter bevorzugt, wenn die Antriebsstange in deren axialer Richtung verschiebbar gegenüber der Hebeeinrichtung ist und der Verschiebehub so bemessen ist, dass die Antriebsstange den Ventilteller von der geöffneten Stellung in die geschlossene Stellung bewegen kann, ohne dass die Hebeeinrichtung bewegt werden muss. Dies hat den Vorteil, dass im Falle eines Auslösens des Schnellschlussventils nicht auch ein Teil der Hebeeinrichtung mit bewegt werden muss, was die Schließzeit aufgrund der größeren zu bewegenden Masse und der Reibung in der Hebeeinrichtung (Druckluftzylinder) verlängern würde.

Schließlich kann die Antriebsstange einen Verriegelungsvorsprung auf der dem Vakuum abgewandten Seite der Basis aufweisen, und es kann eine bewegliche Verriegelungsklinke vorgesehen sein, wobei die bewegliche Verriegelungsklinke derart angeordnet ist, dass sie mit dem Verriegelungsvorsprung in Eingriff gelangen kann, wenn der Ventilteller in der geöffneten Stellung ist. Auf diese Weise kann durch Betätigen der beweglichen Verriegelungsklinke die Antriebsstange gelöst werden, sodass sie durch das Vorspannelement in die geschlossene Stellung gedrückt wird und der Ventilsitz durch den Ventilteller geschlossen wird.

Im Folgenden wird die vorliegende Erfindung anhand einer Zeichnung erläutert, die lediglich ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel darstellt, wobei

1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht des Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Schnellschlussventils ist,

2 den Ventilteller, die Führungstange und die Basis des Ausführungsbeispiels aus 1 in vergrößerter Darstellung zeigt,

3 den Bereich der Führungsstange aus 1 in vergrößerter Darstellung zeigt und

4 ein Schnitt entlang der Linie IV-IV aus 1 ist.

Wie in 1 dargestellt, weist das bevorzugte Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Schnellschlussventils ein Gehäuse 1 auf, das eine erste Öffnung 2 und eine dazu gegenüberliegend angeordnete zweite Öffnung 3 aufweist. In die erste Öffnung 2 ist ein Ventilsitz 4 eingesetzt, dessen Dichtfläche 5 geneigt zur Achse 6 des Ventilsitzes 4 angeordnet ist.

An der Oberseite des Gehäuses 1 ist eine in diesem Ausführungsbeispiel als Flansch ausgebildete Basis 7 lösbar angebracht. In der Basis 7 ist eine Öffnung 8 vorgesehen (siehe 2), durch die eine Antriebsstange 9 verläuft. An der Basis 7 ist ein Faltenbalg 10 befestigt, der sich in axialer Richtung der Antriebsstange 9 erstreckt und dessen von der Basis 7 abgewandtes freies Ende 11 mit der Antriebsstange 9 verbunden ist; sodass die Antriebsstange 9 in deren axialer Richtung in der Basis 7 verschiebbar ist. Durch den Faltenbalg 10 entfällt die Notwendigkeit für eine komplizierte Durchführung, die einerseits eine axiale und angulare Bewegung der Antriebsstange 9 ermöglichen und andererseits eine hohe Dichtigkeit gewährleisten müsste. Außerdem ermöglicht der Faltenbalg 10 eine Bewegung der Antriebsstange 9 quer zu deren Erstreckungsrichtung. Außerdem weist die Antriebsstange 9 auf der dem Vakuum abgewandten Seite des freien Endes 11 des Faltenbalgs 10 ein Gelenk 12 auf.

An dem vakuumseitigen Ende der Antriebsstange 9 ist ein Ventilteller 13 schwenkbar angebracht, wobei eine Dämpfungsfeder 14 zwischen dem Ventilteller 13 und der Antriebsstange 9 vorgesehen ist. Des Weiteren ist an der Basis 7 eine Halterung 15 vorgesehen, und eine Blattfeder 16 verbindet die Halterung 15 mit dem Ventilteller 13, wobei die Blattfeder 16 ein elastisches Lagerungselement bildet.

Da die Antriebsstange 9 in deren axialer Richtung in der Basis 7 verschiebbar ist, kann der Ventilteller 13 zwischen einer geöffneten Stellung, die in den 1 und 2 dargestellt ist, und einer geschlossenen Stellung, in der der Ventilteller 13 an dem Ventilsitz 4 an der Dichtfläche 5 anliegt, bewegt werden. Dabei stellt die Blattfeder 16, die das elastische Lagerungselement bildet, sicher, dass der Ventilteller 13 möglichst schnell und in der richtigen Orientierung zu der Dichtfläche 5 an dem Ventilsitz 4 anliegt.

Oberhalb der Basis 7 ist eine Befestigungsplatte 17 angebracht, an der sich mit einem Ende ein als Druckfeder 18 ausgebildetes Vorspannelement abstützt. Das freie Ende der Druckfeder 18 drückt wiederum gegen die Antriebsstange 9, sodass in der geöffneten Stellung die Antriebsstange 9 und damit der Ventilteller 13 in Richtung der geschlossenen Stellung vorgespannt sind.

Wie in 3 ebenfalls gezeigt, weist das von dem Ventilteller 13 abgewandte Ende der Antriebsstange 9 einen Verriegelungsvorsprung 19 auf, in den eine um eine parallel zur Antriebsstange 9 verlaufende Achse 20 schwenkbare Verriegelungsklinke 21 eingreifen kann (siehe 4). Die Verriegelungsklinke 21 kann über einen Hebelarm 22 und eine Zugfeder 23 in Eingriff und mit einem Elektrohubzylinder 24 mit dem Verriegelungsvorsprung 19 außer Eingriff gebracht werden. Dabei ist der Verriegelungsvorsprung 19 so in Bezug auf die Antriebsstange 9 angeordnet, dass er mit der Verriegelungsklinke 21 in Eingriff gelangen kann, wenn die Antriebsstange 9 und damit der Ventilteller 13 in der geöffneten Stellung sind.

Wiederum oberhalb der Befestigungsplatte 17 ist eine als Druckluftzylinder 25 ausgebildete Hebeeinrichtung vorgesehen, wobei die Kolbenstange 26 des Druckluftzylinders 25 mit dem von dem Ventilteller 13 abgewandten Ende der Antriebsstange 9 verbunden ist. Die Verbindung zwischen der Kolbenstange 26 einerseits und der Antriebsstange 9 andererseits ist dabei so ausgestaltet, dass die Antriebsstange 9 in deren axialer Richtung verschiebbar gegenüber dem Druckluftzylinder 25 ist. Dabei ist der Verschiebehub x (siehe 3) so bemessen, dass die Führungstange 9 den Ventilteller 13 von der geöffneten Stellung in die geschlossene Stellung bewegen kann, ohne dass die Kolbenstange 26 und damit Teile des Druckluftzylinders 25 bewegt werden müssen.

Wie 3 zu entnehmen ist, ist dazu in dem Ende der Führungstange 9 ein Rückholbolzen 27 vorgesehen, der in das freie Ende der Kolbenstange 26 eingeschraubt ist. Dabei hat der Kopf 28 des Rückholbolzens 27 von dem Ende der Antriebsstange 9 den Abstand x, wenn sich diese zusammen mit dem Ventilteller 13 in der geöffneten Stellung befindet und die Kolbenstange 26 ausgefahren ist, wie dies in 3 dargestellt ist. Wenn die Verriegelungsklinke 21 von dem Verriegelungsvorsprung 19 gelöst wird, kann sich die Führungstange 9 (siehe 3) nach unten bewegen und den Ventilteller 13 in die geschlossene Stellung bringen, ohne dass sich die Kolbenstange 26 bewegen muss, da zwischen dem Kopf 28 und dem Ende der Antriebsstange 9 ein entsprechender Verschiebehub x vorgesehen ist.

Schließlich sind an dem Ventilteller 13 zwei Umschaltkontakte 29, 30 vorgesehen (siehe 2), über die festgestellt werden kann, ob sich der Ventilteller 13 in der geöffneten oder der geschlossen Stellung befindet.

Im Folgenden wird die Funktionsweise des Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Schnellschlussventils beschrieben, wobei von der in 1 und 2 dargestellten geöffneten Stellung ausgegangen wird. Dabei ist die Verriegelungsklinke 21 in Eingriff mit dem Verriegelungsvorsprung 19 und die Kolbenstange 26 des Druckluftzylinders 25 befindet sich in der ausgefahrenen Stellung, sodass zwischen dem. Kopf 28 des Rückholbolzens 27 und dem Ende der Antriebsstange 9 der Verschiebehub x gegeben ist.

In dem Fall, dass ein Lufteinbruch in dem Vakuumsystem festgestellt wird, das sich an die Öffnung 3 anschließt, wird der Elektrohubzylinder 24 ausgelöst und die Verriegelungsklinke 21 schwenkt um die Achse 20 gegen den Uhrzeigersinn (siehe 4). Dadurch wird die Führungstange 9 freigegeben und schnellt auf Grund der Vorspannung durch die Druckfeder 18 nach unten.

Bei dieser Bewegung von der geöffneten Stellung des Ventiltellers 13 in die geschlossene Stellung sorgt die Blattfeder 16 dafür, dass der Ventilteller 13 beim Auftreffen auf die Dichtfläche 5 des Ventilsitzes 4 die richtige Orientierung zu der Dichtfläche 5 des Ventilsitzes 4 hat.

Auf der anderen Seite wird durch die Verwendung der Blattfeder 16 vermieden, dass weitere Gelenkelemente wie z.B. Drehlager im Inneren des Gehäuses 1 auf der dem Vakuum zugewandten Seite der Basis 7 angeordnet sein müssen. Solche Gelenke würden dazu führen, dass in dem Gehäuse 1 vergleichsweise schlecht ein hinreichend gutes Vakuum erzeugt werden kann, da Gelenkelemente zwingend Bereiche mit schlechtem Pumpquerschnitt und einer Schmierung der Lagerflächen aufweisen. Des Weiteren ist bei Gelenkelementen fraglich, ob diese auch nach langen Standzeiten noch hinreichend leicht zu bewegen sind, um kurze Schließzeiten sicherzustellen.

Wenn der Ventilteller 13 an der Dichtfläche 5 zur Anlage kommt, sorgt die Dämpfungsfeder 14 zwischen Ventilteller 13 und Antriebsstange 9 dafür, dass der Aufschlag gedämpft und ein Prellen des Ventiltellers 13 vermieden wird. Das Gelenk 12 in der Antriebsstange 9 ermöglicht ein Knicken der Antriebsstange 9 und damit eine Freigabe der Quertranslation des Antriebpunktes an dem schwenkbar gelagerten Ventilteller 13.

In der geschlossenen Stellung des Ventiltellers 13 wird nun verhindert, dass sich eine Druckwelle von der Öffnung 3 zur Öffnung des Ventilsitzes 4 ausbreiten kann.

Um anschließend das Ventil wieder zu öffnen, wird der Druckluftzylinder 25 betätigt, sodass sich die Kolbenstange 26 nach oben bewegt. Sobald der Kopf 28 des Rückholbolzens 27 an dem Ende der Antriebsstange 9 anliegt, wird dadurch die Antriebsstange 9 ebenfalls nach oben bewegt, bis die Verriegelungsklinke 21 mit dem Verriegelungsvorsprung 19 in Eingriff gelangt. Anschließend wird die Kolbenstange 26 wieder abgesenkt, sodass wieder der Verschiebehub x zwischen dem Kopf 28 des Rückholbolzens 27 und dem Ende der Antriebsstange 9 gegeben ist.

Das erfindungsgemäße Schnellschlussventil ermöglicht Schließzeiten von weniger als 10 ms, was eine Verbesserung gegenüber dem Stand der Technik darstellt. Des Weiteren ist vorteilhaft, dass das erfindungsgemäße Schnellschlussventil weniger Bereiche aufweist, die einen geringen Pumpquerschnitt haben und somit vakuumtechnisch problematisch sind.

Schließlich ermöglicht der erfindungsgemäße Aufbau, bei dem die Basis 7 als Flansch ausgebildet ist und bei dem alle sich bewegenden Teile an der Basis 7 angebracht sind, eine einfache Demontage und Wartung.


Anspruch[de]
Schnellschlussventil mit einer Basis (7),

mit einem Ventilsitz (4),

mit einem Ventilteller (13) und

mit einem Vorspannelement (18),

wobei der Ventilteller (13) zwischen einer geöffneten Stellung und einer geschlossenen Stellung beweglich ist,

wobei der Ventilteller (13) in der geschlossenen Stellung an dem Ventilsitz (4) anliegt und

wobei das Vorspannelement (18) den Ventilteller (13) in die geschlossene Stellung vorspannt,

dadurch gekennzeichnet,

dass eine Antriebsstange (9) vorgesehen ist, an deren Ende der Ventilteller (13) schwenkbar angebracht ist,

dass die Antriebsstange (9) in deren axialer Richtung in der Basis (7) verschiebbar ist und mit dem Vorspannelement (18) verbunden ist und

dass ein elastisches Lagerungselement vorgesehen ist, das den Ventilteller mit der Basis (7) verbindet.
Schnellschlussventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Lagerungselement als Blattfeder (16) ausgebildet ist. Schnellschlussventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsstange (9) ein Gelenk (12) aufweist. Schnellschlussventil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Faltenbalg (10) an der Basis (7) vorgesehen ist,

dass der Faltenbalg (10) sich in axialer Richtung der Antriebsstange (9) erstreckt und

dass die Antriebsstange (9) an dem freien Ende (11) des Faltenbalgs (10) befestigt ist.
Schnellschlussventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorspannelement (18) auf der von dem Ventilteller (13) abgewandten Seite der Basis (7) vorgesehen ist. Schnellschlussventil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Hebeeinrichtung vorgesehen ist, die mit dem von dem Ventilteller (13) abgewandten Ende der Antriebsstange (9) verbunden ist. Schnellschlussventil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Hebeeinrichtung als Druckluftzylinder (25) ausgestaltet ist. Schnellschlussventil nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsstange (9) in deren axialer Richtung verschiebbar gegenüber der Hebeeinrichtung ist und dass der Verschiebehub (x) so bemessen ist, dass die Antriebsstange (9) den Ventilteller (13) von der geöffneten Stellung in die geschlossene Stellung bewegen kann, ohne dass die Hebeeinrichtung bewegt werden muss. Schnellschlussventil nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verriegelungsvorsprung (19) an der Antriebsstange (9) auf der dem Vakuum abgewandten Seite der Basis (7) vorgesehen ist,

dass eine bewegliche Verriegelungsklinke (21) vorgesehen ist und

dass die bewegliche Verriegelungsklinke (21) derart angeordnet ist, dass sie mit dem Verriegelungsvorsprung (19) in Eingriff gelangen kann, wenn der Ventilteller (13) in der geöffneten Stellung ist.






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