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Dokumentenidentifikation DE202007011858U1 06.12.2007
Titel Ventilbaukasten mit Keramikventil
Anmelder Hidde, Axel R., Dr., 57076 Siegen, DE;
Klose, Odo, Prof., 42285 Wuppertal, DE
DE-Aktenzeichen 202007011858
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 06.12.2007
Registration date 31.10.2007
Application date from patent application 30.07.2007
File number of patent application claimed 10 2007 035 969.3
IPC-Hauptklasse F16K 11/085(2006.01)A, F, I, 20070810, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Ventilbaukasten mit Keramikventil insbesondere als Einweg- oder Mehrwegeventil, Absperr- oder Mischventil für Trink--, Brauchwasser- und Heizungstechnik der Gebäudeinstallation oder entsprechende Anwendungen.

Von Ventilen der sanitären Installationstechnik wird – neben einer hohen Lebensdauer – erwartet, daß sie bei unterschiedlichen Flüssigkeitszusammensetzungen der Anforderung entsprechend gut und dicht schließen, leicht zu bedienen sind und dauerhaft ihre Funktionalität gewährleisten. Bekannt sind Einweg- und Mehrwegeventile, Absperr- und Mischventile. Einfache Absperrventile dieser Klasse sind als Drehschieber ausgebildet – Umwandlung einer Drehbewegung in eine lineare Bewegung, wie z.B. beim Wasserkran – andere öffnen und schließen über eine drehbar gelagerte Kugel – wie z.B. Kugelventile. Zweiwegeventile weisen eine Mehrfunktionalität auf, in dem sie dem Flüssigkeitslauf eine bestimmte Richtung geben können. Bei den Mischern ist die Mehrfunktionalität durch das Mischen mehrerer Flüssigkeiten zu einem Auslauf gegeben. Ein weiteres Funktionsmerkmal liegt in der Bedienung der Geräte – handbediente und/oder magnet-/motor-/getriebe-/ferngesteuerte Geräte. Die auf den Anwendungsbezug ausgerichtete Vielzahl der Geräte ist groß.

Probleme ergeben sich in die Dichtheit der Geräte über die Zeit wegen Verschleiß, Verunreinigungen oder Bildung von Ablagerungen an den Dichtkanten – auch auf Grund von elektrochemischen Spannungen an Übergängen unterschiedlicher Materialien. Problematisch können auch die Anforderungen an die Öffnungs- und Schließcharakteristiken der Ventile – insbesondere bei Mehrwege- und/oder Mischventilen – sein.

Im folgenden wird der Stand der Technik von entsprechenden Ventilen insbesondere von Einweg- oder Mehrwegeventilen, Absperr- oder Mischventilen für Trink--, Brauchwasser- und Heizungstechnik der Gebäudeinstallation oder vergleichbaren Anwendungen gewürdigt; gemäß dem Stand der Technik sind, je nach Anwendungsbezug, eine Vielzahl von Typen derartiger Ventile im Einsatz.

Das deutsche Gebrauchsmuster DE 20 2006 017 900/deutsche Patentanmeldung DE 10 2006 054 131 "Fluidtechnische Steuerung und Regelung von Temperatur und Volumen" offenbart eine über elektromagnetische Ventile gesteuerte Mischbatterie für temperiertes Mischwasser – wie ein Einspritzer arbeitend – für die sanitäre Hausinstallationstechnik mit geringsten Wasser- und Energieverbrauchswerten. Die Zurverfügungstellung gewünschten temperierten Wassers erfolgt unmittelbar.

Auf Besonderheiten der Ventiltechnik wird in der erfinderischen Neuheit nicht eingegangen.

Die englische Patentschrift GB 46 74/europäische Anmeldung EP 1 301 823/deutsche Patentschrift DE 601 08 279 betrifft ein Wassermischventil insbesondere als Proportionalventil ausgebildet mit zwei Einlässen uns einem Auslaß z.B. für das Aufnehmen von warmem und kaltem Wasser, einer Mischkammer für das Mischen von Strömen aus den Einlässen sowie einem drehbaren Regelelement mit Öffnungen für das Regeln des Strömens von den Wassereinlässen zu der Mischkammer, wobei das Regelelement eine im wesentlichen kreisförmige Platte mit einer ersten und einer zweiten Fläche umfaßt, die Wassereinlässe gegenüber der ersten Fläche abdichten und die Öffnungen sich zwischen der ersten und der zweiten Fläche erstrecken. Die Regelelemente weisen sich verjüngende Öffnungen in kontinuierlicher oder gestufter Form auf, wobei die Stellung der sich verjüngenden Öffnungen zu den Wassereinlässen die Volumenströme warmen und kalten Wassers bestimmt.

Zur dichtenden Seite hin ist das aus Stahl gefertigte Regelelement mit einem reibungsminderndem Material wie PTFE beschichtet, was einen guten Abdichtdruck selbst bei herkömmlichen becherartigen Dichtungen erlaubt. Weitere – auch mehrdimensionale – Regelelemente in zylindrischer, konischer oder halbkugelförmiger Bauform für Mischer werden vorgestellt. Das aufwendig gestaltete und groß bauende Ventil ist nur als Mischventil einsetzbar, jedoch nicht unmittelbar in Armaturen.

Die deutsche Patentschrift DE 103 16 372 stellt ein sanitäres Mischventil vor, welches insbesondere zum Einbau in eine elektronisch gesteuerte Sanitärarmatur geeignet ist. In einem Armaturenkörper ist eine zylindrische Kammer ausgebildet, in die zwei Wasserzuläufe und ein Wasserablauf münden. Innerhalb der zylindrischen Kammer des Armaturenkörpers ist ein Drehkolben drehbar geführt. Dieser weist an gegenüberliegenden Seiten Ausnehmungen auf, die je nach Drehstellung des Kolbens in unterschiedliche Überlappung mit einer Mündung mindestens einer der beiden Zulaufbohrungen gebracht werden kann und darüber hinaus mit dem wasserführenden Ablauf kommuniziert.

Bei dem geräuscharmen sanitären Mischventil findet der Wasserfluß durch ein Volumen zwischen Oberfläche zylindrische Kammer und Drehkolben statt; über die eingesetzten Materialien fehlt die Aussage.

Die deutsche Patentanmeldung DE 43 08 994/europäische Patentschrift EP 689 651 beschreibt ein sanitäres energiesparendes Mischventil mit einer festsitzenden Steuerscheibe, welche eine erste mit einem Kaltwasser-Zulauf kommunizierende Durchtrittsöffnung und symmetrisch zu einer Mittelebene eine zweite mit einem Warmwasser-Zulauf kommunizierende Durchtrittsöffnung aufweist, einer zweiten, auf der festsitzenden Steuerscheibe aufliegenden beweglichen Steuerscheibe, welche gegenüber der festsitzenden Steuerscheibe zur Veränderung der Menge des auslaufenden Wassers linear verschiebbar und zur Veränderung der Temperatur verdrehbar ist und hierzu eine Ausnehmung aufweist, welche in Verbindung mit einem Auslauf steht und in unterschiedliche Überlappung mit den beiden kreisringsegmentförmigen Durchtrittsöffnungen der festsitzenden Steuerscheibe gebracht werden kann. Dem Stand der Technik nach finden solche Mischventile Anwendung als Einhebelmischer wie z.B. für Waschtische.

Die vorgestellten Steuerscheiben bestehen im allgemeinen aus Keramik oder einem ähnlichen sehr harten Material und ihre sich gegenüberstehenden Flächen sind auf Güte poliert und erfüllen im Mischventil die Funktion eines Ventilsitzes.

Das deutsche Patentexpose DE 41 02 135 stellt eine elektronisch gesteuerte Sanitärarmatur vor, die ebenfalls ein sanitäres Mischventil ähnlich der vom Markt her bekannten Art aufweist. Hier besitzt der Drehkolben nur eine einzige wassersteuernde Ausnehmung in Form einer wendelförmig in die Mantelfläche des Drehkolbens eingearbeiteten Nut. Die steuernden Kanten der Ausnehmung gehen auch hier unter einem rechten, scharfen Winkel in die Mantelfläche des Drehkolbens über, was unter bestimmten Drehstellungen des Kolbens zu störender Geräuschbildung führen kann. Steuerelement zur Einstellung des Mischwasserverhältnisses und Schließelement sind getrennt ausgeführt; verwendete Materialien sind nicht benannt.

Alle vorgestellten Veröffentlichungen eignen sich nur bedingt oder gar nicht für den spezifischen Einsatz als Ventilbaukasten mit Keramikventil insbesondere nicht als Einweg- oder Mehrwegeventil, Absperr- oder Mischventil für Trink--, Brauchwasser- und Heizungstechnik der Gebäudeinstallation oder entsprechende Anwendungen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Einrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, einen Ventilbaukasten mit Keramikventil insbesondere als Einweg- oder Mehrwegeventil, Absperr- oder Mischventil für Trink--, Brauchwasser- und Heizungstechnik der Gebäudeinstallation oder entsprechende Anwendungen zu schaffen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst; auf vorteilhafte Ausgestaltungen nehmen die Unteransprüche Bezug. Der Ventilbaukasten mit Keramikventil insbesondere als Einweg- oder Mehrwege-, Absperr- oder Mischventil für Trink--, Brauchwasser- und Heizungstechnik der Gebäudeinstallation oder entsprechende Anwendungen besteht aus einem im wesentlichen becherartigen zylinderförmigen Ventilgehäuse mit der Norm entsprechenden Ventilanschlüssen, in den je ein innerer drehbarer und ein äußerer festsitzender und in radialer Richtung mit Durchtrittsöffnungen versehener keramischer Steuerzylinder als Wiederverwendungsteil eingebracht ist.

Durch Ergänzung und/oder Austausch von ähnlichen Steuerzylindern und/oder Ventilanschlüssen ist eine Mehrfunktionalität und eine Vielfachverwendung in Form eines Ventilbaukastens gegeben.

Durch die Variation der Ventilanschlüsse des becherartigen zylinderförmigen Ventilgehäuses sowie der Ausführung der Durchtrittsöffnungen in den Keramik-Steuerzylindern nach Anzahl und Gestaltung bestimmt sich der gewünschte Ventiltyp insbesondere mit seiner speziellen Ventilcharakteristik.

Die Keramik-Steuerzylinder erfüllen an den sich gegenüberliegenden Flächen polierter hoher Güte die Funktion eines Ventilsitzes und schließen – trotz geringer Reibungskräfte – dicht. Vorteilhaft zeichnen sich die Keramik-Zylinderoberflächen im Verbund durch geringe Stellkräfte und selbstdichtende Oberflächen – auch bei hohen Betriebszeiten – aus.

Keramik-Ventile – gemäß der erfinderischen Neuheit – sind gleichermaßen für den Hand- wie den Automatikbetrieb geeignet. Besonders vorteilhaft ist der Einsatz von gesteuerten Keramik-Zylindern mit magnetischen oder motorischen Antrieben, da – auch nach hohen Betriebsdauern mit unreinen oder unsauberen Flüssigkeiten – keinerlei Einschränkungen bezüglich der Stellkräfte festzustellen ist. Das Ansetzen von Flüssigkeitsablagerungen – wie häufig bei Kugelventilen nach langen Stillstandszeiten anzutreffen, die sich blockierend und schadenverursachend auf den Antrieb auswirken – findet nicht statt.

Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, alle bekannten Vorteile zwecks Gestaltung der Ventilcharakteristik in die Ausführungsform der Durchtrittsöffnungen einzubringen – die Volumenströme als auch die Geräuschbildung betreffend.

Der Gegenstand der Erfindung wird nachfolgend anhand der als Anlage beigefügten Zeichnungen von Ausführungsbeispielen weiter verdeutlicht. Es zeigen

1 Aufbau des Absperrventils, Explosionszeichnung

2 Absperrventil, geöffnet, Seitenansicht, Schnitt

3 Absperrventil, geschlossen, Seitenansicht, Schnitt

4.1 Absperrventil, Explosionszeichnung, Durchtrittsöffnungen dargestellt

4.2 Absperrventil, Ventilstellung

  • a) geschlossen
  • b) geöffnet

5.1 Mehrwegeventil, Explosionszeichnung, Durchtrittsöffnungen dargestellt

5.2 Mehrwegeventil, Ventilstellung

  • a) geschlossen
  • b) rechtsseitig geöffnet
  • c) beidseitig geöffnet

6.1 Mischventil, Explosionszeichnung, Durchtrittsöffnungen dargestellt

6.2 Mischventil, Ventilstellung

  • a) geschlossen
  • b) einseitig geöffnet
  • c) beidseitig geöffnet.

Gleiche und gleichwirkende Bestandteile der Ausführungsbeispiele sind in den Figuren jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen.

Die Beschreibung der erfindungsgemäßen Einrichtung wird fortgesetzt anhand der Erläuterung der Figuren.

Wie aus 1 ersichtlich, besteht das Absperrventil 1 im wesentlichen aus dem Ventilgehäuse 1 51, dem festsitzendem äußeren Steuerzylinder 1 41, dem drehbaren inneren Steuerzylinder 1 31, der Stellachse 21 und dem Verschlußdeckel 11. Das Ventilgehäuse 1 weist zwei Ventilanschlüsse 1 und 2 52, 54 mit entsprechenden Anschlußgewinden 1 und 2 53, 55 auf. Das einseitig nach oben geöffnete zylindrische becherförmige Ventilgehäuse 1 besitzt an der oberen offenen Berandung ein Gewinde 56 zur Aufnahme des Verschlußdeckels 11.

Die zylinderförmige Innenfläche 57 dient der Aufnahme und Befestigung des äußeren hohlen festsitzenden Steuerzylinders 1 41 mit seiner Befestigungsfläche 44 am Ventilgehäuse. Der äußere Steuerzylinder 1 besitzt die Durchtrittsöffnungen 1 und 2 42, 43.

Die Zylinderfläche 45 stellt gegenüber dem inneren drehbaren Steuerzylinder 1 31 eine keramische Dichtfläche dar. Der innere drehbare Steuerzylinder 1 kann zylinderförmig, hohlzylinderförmig oder becherförmig ausgeprägt sein, ist über den Befestigungsteller 22 fest mit der Stellachse 21 verbunden und enthält – wie dargestellt – eine Durchtrittsöffnung 32. Seine äußere Zylinderfläche 33 ist eine Oberfläche hoher Güte und fügt sich dichtsitzend mit der Dichtfläche des äußeren Steuerzylinders. Der Verschlußdeckel 11 enthält eine Durchgangs-Bohrung 12 für die Stellachse und wird über eine Dichtung 13 und das Gewinde 14 dichtend mit dem Ventilgehäuse 1 verschraubt.

Der Flüssigkeitstransport kann durch den Ventilanschluß 1 52, die Durchtrittsöffnung 1 42, die Durchtrittsöffnung 32, die Durchtrittsöffnung 2 43 und den Ventilanschluß 2 54 ausgeprägt sein. Form und Gestaltung der Öffnungen bestimmen das Durchflußvolumen – die Leistungsdaten des Absperrventils – und die Ventilcharakteristik – wie das Durchflußvolumen über dem Dreh-/Öffnungswinkel – sowie die Geräuschentwicklung bei Durchfluß.

2 zeigt das geöffnete Absperrventil 1 im Zusammenbau, in der Seitenansicht, geschnitten. Deutlich wird hier der Volumenstrom durch das Ventil mit seinen Einzelteilen sichtbar.

In 3 ist ebenfalls diese Darstellungsart für das Absperrventil 1 gewählt; jedoch zeigt der Schnitt das geschlossene Ventil.

Die Bilder 4, 5 und 6 sollen den Aufbau des Ventilbaukastens verdeutlichen.

So zeigt 4.1 eine Explosionszeichnung des Absperrventils, wobei zur Verdeutlichung die Durchtrittsöffnungen für den Volumenstrom – wie oben beschrieben – zusätzlich eingefügt wurden.

Zusätzlich zeigt 4.2 die Ventilstellung des Absperrventils

  • a) geschlossen
  • b) geöffnet.

5.1 zeigt eine Explosionszeichnung des Mehrwegeventils 2 – hier eines Zweiwegeventils – mit zusätzlicher Darstellung der Durchtrittsöffnungen.

Das Ventilgehäuse 2 81 ist um einen Ventilanschluß 3 86 mit Anschlußgewinde 3 87 gegenüber dem Ventilgehäuse 1 erweitert. Vereinfachend wurde von einer rechtwinkligen Anordnung der Ventilanschlüsse ausgegangen.

Der festsitzende äußere Steuerzylinder 2 71 weist ebenfalls eine zusätzliche Durchtrittsöffnung 3 74 gegenüber dem äußeren Steuerzylinder 1 auf.

Auch der drehbare innere Steuerzylinder 2 61 verfügt – neben der Durchtrittsöffnung 1 62 – über zwei weitere Anschlußbohrungen, die Durchtrittsöffnung 2 63 und die Durchtrittsöffnung 3 64.

Die erweiterte Funktionalität der Ventilanordnung wird in 5.2, den Ventilstellungen des Mehrwegeventils 2, deutlich

  • a) geschlossen
  • b) rechtsseitig geöffnet
  • c) beidseitig geöffnet.

Dazu wurde zur vereinfachten Darstellung ein ebener Schnitt durch das Zweiwegeventil gewählt. In drei Bildern werden Durchflüsse bei Ventilstellungen gezeigt, wobei der innere Steuerzylinder 2 61 jeweils um 45° – ausgehend von dem geschlossenen Zustand des Ventils – rechtsgedreht wird. Ein weiterer Öffnungszustand – linksseitig geöffnet – ergibt sich durch eine weitere 45°-Drehung (nicht dargestellt).

6.1 zeigt schließlich die Explosionszeichnung eines Mischventils 3, eines Proportional-Mischventils, dargestellt mit der Ausprägung der Durchtrittsöffnungen.

Ventilgehäuse 3 101 weist gegenüber Ventilgehäuse 1 ebenfalls einen weiteren Ventilanschluß 3 106 sowie ein weiteres Anschlußgewinde 3 107 auf, jedoch zeigt hier der Mischwasseranschluß nach unten, aus dem Boden des Ventilgehäuses 3.

Der feststehende äußere Steuerzylinder 1 41 ist – vereinfachend – dem Baukasten des Absperrventils entnommen.

Neu gestaltet ist – gegenüber Steuerzylinder 1 und 2 – der drehbare innere Steuerzylinder 3 91, der hier als Hohlzylinder ausgeprägt ist und die von einem Proportional-Mischventil 3 geforderten Konturen der Durchtrittsöffnung 1 92 und Durchtrittsöffnung 2 93 aufweist, wobei das Konturendesign der Durchtrittsöffnungen 1 und 2 – wie linear, nichtlinear, gestuft, logarithmisch, etc. öffnend oder schließend – den Anforderungen an das Proportional-Mischventil entsprechend ausgeprägt ist.

Das verbleibende Volumen innerhalb des inneren Steuerzylinders 3 91 kann – auch um zusätzliche Rührer oder Schaufeln ergänzt (nicht dargestellt) – als Ventil-Mischkammer genutzt werden.

Die erweiterte Funktionalität der Ventilanordnung des Proportional-Mischventils 3 wird in 6.2, den Ventilstellungen, deutlich

  • a) geschlossen
  • b) einseitig geöffnet
  • c) beidseitig geöffnet.

Die beiden Durchtrittsöffnungen 1 und 2 91, 92 sind entsprechend einer geforderten Ventilcharakteristik ausgeformt. Beim Proportional-Mischventil liefern beide Zuläufe 102, 104 zusammen stets das gleiche Volumen gemischten Mediums zum Auslauf 106; durch Verdrehen der Stellachse 21, bzw. Steuerzylinder 3 91 wird das gewünschte Mischungsverhältnis hergestellt. Darüber hinaus weist das vorgestellte Proportional-Mischventil auch Schließstellungen für beide Zuläufe aus.

Wird der Drehwinkel der Stellachse meßtechnisch erfaßt, kann zu jedem Zeitpunkt genau Auskunft über die proportionalen Volumenanteile der Zuläufe gegeben werden; wird die Stellachse magnetisch/motorisch betrieben, ist somit eine Automatisierung des Proportional-Mischventils gegeben.

In einer weiteren Ausprägungsform der erfinderischen Neuheit sind die drehbaren inneren Steuerzylinder 1 und 2 31, 61 als Hohlzylinder ausgeprägt.

In einer weiteren Ausgestaltung ist die Fläche 44, 75 des festsitzenden äußeren Steuerzylinders 1 oder 2 41, 71 mit der innenliegenden Fläche 57, 89, 109 des Ventilgehäuses 1, 2 oder 3 51, 81, 101 mechanisch fest verbunden ist.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind die Stellachse 21, der Befestigungsteller 22 und der innere Steuerzylinder 1, 2 oder 3 31, 61, 91 mechanisch fest verbunden, bilden eine Baugruppe und diese Baugruppe drehbar dicht gelagert ist.

Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die Ventilanschlüsse 1, 2 oder 3 52, 54, 82, 84, 86, 102, 104, 106 fest und dicht mit dem Ventilgehäuse 1, 2 oder 3 51, 81, 101 verbunden sind.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird der Verschlußdeckel 11 dicht mit dem Ventilgehäuse 1, 2 oder 3 51, 81, 101 verschraubt ist und auch gegen die Baugruppe bestehend aus Stellachse 21, Befestigungsteller 22 und innerer Steuerzylinder 1, 2 oder 3 31, 61, 91 dichtet.

Vorteilhafte Weiterentwicklungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche; die zahlreichen Möglichkeiten und Vorteile der Ausgestaltung der Erfindung spiegeln sich in der Anzahl der Schutzrechtsansprüche wider.

1
Absperrventil
2
Mehrwegeventil
3
Mischventil
11
Verschlußdeckel, verschraubt
12
Bohrung Stellachse
13
Dichtung
14
Gewinde Ventilgehäuse
21
Stellachse, Steller
22
Befestigungsteller
31
Innerer Steuerzylinder 1, drehbar
32
Durchtrittsöffnung
33
Dichtfläche, keramisch
41
Äußerer Steuerzylinder 1, festsitzend
42
Durchtrittsöffnung 1
43
Durchtrittsöffnung 2
44
Befestigungsfläche Ventilgehäuse
45
Dichtfläche, keramisch
51
Ventilgehäuse 1
52
Ventilanschluß 1
53
Anschlußgewinde 1
54
Ventilanschluß 2
55
Anschlußgewinde 2
56
Gewinde Verschlußdeckel
57
Befestigungsfläche Steuerzylinder
61
Innerer Steuerzylinder 2, drehbar
62
Durchtrittsöffnung 1
63
Durchtrittsöffnung 2
64
Durchtrittsöffnung 3
65
Dichtfläche, keramisch
71
Äußerer Steuerzylinder 2, festsitzend
72
Durchtrittsöffnung 1
73
Durchtrittsöffnung 2
74
Durchtrittsöffnung 3
75
Befestigungsfläche Ventilgehäuse
76
Dichtfläche, keramisch
81
Ventilgehäuse 2
82
Ventilanschluß 1
83
Anschlußgewinde 1
84
Ventilanschluß 2
85
Anschlußgewinde 2
86
Ventilanschluß 3
87
Anschlußgewinde 3
88
Gewinde Verschlußdeckel
89
Befestigungsfläche Steuerzylinder
91
Innerer Steuerzylinder 3, drehbar
92
Durchtrittsöffnung 1
93
Durchtrittsöffnung 2
94
Dichtfläche, keramisch
95
Mischkammer
101
Ventilgehäuse 3
102
Ventilanschluß 1
103
Anschlußgewinde 1
104
Ventilanschluß 2
105
Anschlußgewinde 2
106
Ventilanschluß 3
107
Anschlußgewinde 3
108
Gewinde Verschlußdeckel
109
Befestigungsfläche Steuerzylinder


Anspruch[de]
Ventilbaukasten mit Keramikventil insbesondere als Einweg- oder Mehrwegeventil, Absperr- oder Mischventil (1, 2, 3) für Trink--, Brauchwasser- und Heizungstechnik der Gebäudeinstallation oder entsprechende Anwendungen, dadurch gekennzeichnet, daß in einen im wesentlichen becherartigen zylinderförmigen Ventilgehäuse 1, 2 oder 3 (51, 81, 101) mit der Norm entsprechenden Ventilanschlüssen 1, 2 oder 3 (52, 54, 82, 84, 86, 102, 104, 106), in den je ein innerer drehbarer (31, 61, 91) und ein äußerer festsitzender (41, 71) und in radialer Richtung mit Durchtrittsöffnungen 1, 2 oder 3 (32, 42, 43, 62, 63, 64, 72, 73, 74, 92, 93) versehener keramischer Steuerzylinder als Wiederverwendungsteil eingebracht ist und daß durch Ergänzung und/oder Austausch von ähnlichen Steuerzylindern und/oder Ventilanschlüssen Mehrfunktionalität und Vielfachverwendung in Form eines Ventilbaukastens gegeben ist. Ventilbaukasten mit Keramikventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich durch die Variation der Ventilanschlüsse 1, 2 oder 3 (52, 54, 82, 84, 86, 102, 104, 106) des becherartigen zylinderförmigen Ventilgehäuses 1, 2 oder 3 (51, 81, 101) sowie der Ausführung der Durchtrittsöffnungen 1, 2 oder 3 (32, 42, 43, 62, 63, 64, 72, 73, 74, 92, 93) in den Keramik-Steuerzylindern 1, 2 oder 3 (31, 41, 61, 71, 91) nach Anzahl und Gestaltung sich der gewünschte Ventiltyp insbesondere mit seiner speziellen Ventilcharakteristik bestimmt. Ventilbaukasten mit Keramikventil nach mindestens einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Keramik-Steuerzylinder an den sich gegenüberliegenden Flächen polierter hoher Güte (33, 45, 65, 76, 94) die Funktion eines Ventilsitzes erfüllen und trotz geringer Stellkräfte dicht schließen. Ventilbaukasten mit Keramikventil nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Keramik-Ventile (1, 2, 3) sowohl von Hand als auch automatisiert mittels magnetischer/motorischer Antriebe gesteuert werden. Ventilbaukasten mit Keramikventil nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtrittsöffnungen 1, 2 oder 3 (32, 42, 43, 62, 63, 64, 72, 73, 74, 92, 93) der keramischen Steuerzylinder 1, 2 oder 3 (31, 41, 61, 71, 91) gemäß einer geforderten Ventilcharakteristik gestaltet sind. Ventilbaukasten mit Keramikventil nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die drehbaren inneren Steuerzylinder 1 und 2 (31, 61) als Hohlzylinder ausgeprägt sind. Ventilbaukasten mit Keramikventil nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche (44, 75) des festsitzenden äußeren Steuerzylinders 1 oder 2 (41, 71) mit der innenliegenden Fläche (57, 89, 109) des Ventilgehäuses 1, 2 oder 3 (51, 81, 101) mechanisch fest verbunden ist. Ventilbaukasten mit Keramikventil nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellachse (21), der Befestigungsteller (22) und der inneren Steuerzylinder 1, 2 oder 3 (31, 61, 91) mechanisch fest verbunden sind, eine Baugruppe bilden und die Baugruppe drehbar dicht gelagert ist. Ventilbaukasten mit Keramikventil nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilanschlüsse 1, 2 oder 3 (52, 54, 82, 84, 86, 102, 104, 106) fest und dicht mit dem Ventilgehäuse 1, 2 oder 3 (51, 81, 101) verbunden sind. Ventilbaukasten mit Keramikventil nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der drehbare innere Steuerzylinder 3 (91) die von dem Mischventil (3) geforderten Konturen der Durchtrittsöffnung 1 (92) und Durchtrittsöffnung 2 (93) aufweist. Ventilbaukasten mit Keramikventil nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das verbleibende Volumen des inneren Steuerzylinders 3 (91) des Mischventils (3) – auch um zusätzliche Rührer oder Schaufeln ergänzt – eine Ventil-Mischkammer bildet. Ventilbaukasten mit Keramikventil nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußdeckel (11) dicht mit dem Ventilgehäuse 1, 2 oder 3 (51, 81, 101) verschraubt ist und gegen die Baugruppe bestehend aus Stellachse (21), Befestigungsteller (22) und innerer Steuerzylinder 1, 2 oder 3 (31, 61, 91) dichtet.






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