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Dokumentenidentifikation DE102004003838B4 13.12.2007
Titel Schaltungsanordnung zum Aufladen und Entladen von mehreren kapazitiven Stellgliedern
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Augesky, Christian Georg, Dr., 93055 Regensburg, DE
DE-Anmeldedatum 26.01.2004
DE-Aktenzeichen 102004003838
Offenlegungstag 18.08.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.12.2007
IPC-Hauptklasse H02N 2/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F02D 41/20(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zum Aufladen und Entladen einer Mehrzahl von kapazitiven Stellgliedern, insbesondere von Piezoelementen in einer Kraftstoffinjektoranordnung einer Brennkraftmaschine.

Insbesondere die in letzter Zeit strenger gewordenen Abgasnormen für Motoren haben in der Kraftfahrzeugindustrie die Entwicklung von Kraftstoffinjektoren mit schnell und verzögerungsfrei ansprechenden Stellgliedern bzw. Aktoren ausgelöst. Bei der praktischen Realisierung derartiger Stellglieder haben sich insbesondere piezoelektrische Elemente als vorteilhaft erwiesen. Derartige Piezoelemente sind üblicherweise als ein Stapel von Piezokeramikscheiben zusammengesetzt, die über eine elektrische Parallelschaltung betrieben werden, um die für einen ausreichenden Hub notwendigen elektrischen Feldstärken erreichen zu können.

Die Verwendung von piezoelektrischer Keramik zur Betätigung von Kraftstoffeinspritzventilen einer Brennkraftmaschine stellt erhebliche Anforderungen an die Elektronik zum Aufladen und Entladen der Piezokeramik. Es müssen dabei vergleichsweise große Spannungen (typisch 100V oder mehr) und kurzzeitig vergleichsweise große Ströme zur Ladung und Entladung (typisch mehr als 10A) bereitgestellt werden. Zur Optimierung der Motoreigenschaften (z.B. Abgaswerte, Leistung, Verbrauch etc.) sollten diese Lade- und Entladevorgänge in Bruchteilen von Millisekunden mit gleichzeitig weitgehender Kontrolle über Strom und Spannung erfolgen. Die Eigenheit der Piezokeramik als nahezu rein kapazitive Last mit nur vergleichsweise geringer umgesetzter Wirkleistung, aber andererseits hoher Blindleistung erfordert mehr oder weniger aufwändige Schaltungskonzepte für die Elektronik zur Ansteuerung der Piezoelemente.

Aus der DE 199 44 733 A1 ist eine Schaltungsanordnung zum Ansteuern wenigstens eines kapazitiven Stellgliedes bekannt. Diese bekannte Anordnung basiert auf einem bidirektional betriebenen Sperrwandler und ermöglicht eine exakte Zumessung von Energieportionen beim Laden und Entladen des Stellgliedes, so dass nahezu beliebige gemittelte Stromverläufe beim Laden und Entladen realisiert werden können. Durch das Sperrwandlerprinzip werden jedoch nicht unerhebliche Belastungen an den verwendeten Schalttransistoren hervorgerufen, die sich tendenziell-negativ auf den elektrischen Wirkungsgrad und damit verbunden die thermische Belastung der Schaltungsanordnung auswirken können. Dies ist bei der Auswahl der für die Schaltungsanordnung verwendeten elektrischen Komponenten zu berücksichtigen. Wenngleich diese bekannte Lösung funktional vollkommen zufriedenstellend ist, so besitzt diese noch ein gewisses Verbesserungspotential hinsichtlich der Kosten, der elektrischen Verlustleistung sowie der elektromagnetischen Verträglichkeit, welches für künftige Anwendungen interessant sein könnte.

In der DE 198 14 594 A1 ist eine Schaltungsanordnung zum Laden und Entladen eines einzigen piezoelektrischen Elements beschrieben. Diese bekannte Ansteuerschaltung basiert auf einer Halbbrücken-Endstufe, die über eine Induktivität (Drossel) das Piezoelement ansteuert, wobei diese Drossel in erster Linie dazu dient, den beim Laden auftretenden Ladestrom und den beim Entladen auftretenden Entladestrom zu begrenzen.

Wenngleich bei dieser Ansteuerung die Aufladung mit einem unterbrechungsfreien Stromfluss und daher mit sehr gutem Wirkungsgrad erfolgen kann und die Belastung der verwendeten Komponenten niedriger als bei der vorher erwähnten Sperrwandler-Anordnung ist, so ist die Schaltungsanordnung als solche noch nicht zur Ansteuerung einer Mehrzahl von kapazitiven Stellgliedern geeignet.

Bekannte Schaltungsanordnung zum Aufladen und Entladen einer Mehrzahl von kapazitiven Stellgliedern (vgl. z. B. DE 199 44 733 A1) weisen – zusätzlich zu wenigstens einem Lade- und einem Entladeschalter – für jedes Stellglied jeweils einen so genannten Auswahlschalter auf, mittels welchem das zu ladende oder zu entladene Stellglied zunächst ausgewählt wird.

Weiter ist aus DE 197 23 935 C1 eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Ansteuern wenigstens eines kapazitiven Stellglieds bekannt. Die Vorrichtung weist einen Ladekondensator und Entladekondensator auf, wobei ein Drainanschluss eines Entladeschalters mit dem Verbindungspunkt zwischen den beiden Kondensatoren verbunden ist und der Sourceanschluss des Entladeschalters des über Entkopplungsdioden mit den Drainanschlüssen der Auswahlschalter verbunden ist.

Auch ist aus DE 101 58 533 A1 eine Ansteuerschaltung für ein kapazitives Stellglied bekannt, bei der das piezoelektrische Stellglied über eine Schalteinrichtung und ein Induktionselement ge- und entladen wird.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Schaltungsanordnung zum Aufladen und Entladen einer Mehrzahl von kapazitiven Stellgliedern, insbesondere von Piezoelementen in einer Kraftstoffinjektoranordnung einer Brennkraftmaschine, bereitzustellen, welche die oben erwähnten Nachteile des Stands der Technik vermeidet und insbesondere mit geringem Bauteileaufwand bei gleichzeitig minimierter Verlustleistung realisiert werden kann.

Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Schaltungsanordnung nach Anspruch 1. Die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.

Die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung zum Aufladen und Entladen einer Mehrzahl von kapazitiven Stellgliedern, insbesondere von Piezoelementen in einer Kraftstoffinjektoranordnung einer Brennkraftmaschine, umfasst:

  • – einen Ladekondensator, der von einer Energiequelle auf eine bezüglich eines Bezugspotentials vorgegebene Ladespannung aufgeladen wird,
  • – Ladekreise zum Aufladen jeweils eines der kapazitiven Stellglieder, welche parallel zu dem Ladekondensator geschaltet sind und in welchen jeweils eines der kapazitiven Stellglieder in Reihenschaltung mit einer Drossel und einem Auswahl/Ladeschalter angeordnet ist, wobei die Ladekreise einen die Drossel enthaltenden gemeinsamen Ladekreisabschnitt und entsprechend der Anzahl an kapazitiven Stellgliedern mehrfach parallel zueinander ausgeführte Ladekreisabschnitte aufweisen, die jeweils einen der den kapazitiven Stellgliedern in Reihe geschalteten Auswahl/Ladeschalter enthalten, und
  • – Entladekreise zum Entladen jeweils eines der kapazitiven Stellglieder, welche parallel zu den aus der Drossel und den kapazitiven Stellgliedern gebildeten Reihenschaltungen geschaltet sind und einen Entladeschalter enthalten, wobei die Entladekreise einen den Entladeschalter enthaltenden gemeinsamen Entladekreisabschnitt und entsprechend der Anzahl an kapazitiven Stellgliedern mehrfach parallel zueinander ausgeführte Entladekreisabschnitte aufweisen, die jeweils eine Entkopplungsdiode enthalten.

Im Hinblick auf den anvisierten geringen Bauteileaufwand weisen gemäß der Erfindung die Ladekreise wie auch die Entladekreise vorteilhaft jeweils einen gemeinsamen Ladekreisabschnitt bzw. Entladekreisabschnitt auf. Einen Teil sowohl des gemeinsamen Ladekreisabschnitts als auch des gemeinsamen Entladekreisabschnitts bildet hierbei die verwendete Drossel, die somit vorteilhaft sowohl beim Laden als auch beim Entladen genutzt wird. Im Hinblick auf den geringen Bauteileaufwand ist es ferner vorteilhaft, dass die in den mehrfach parallel zueinander ausgeführten Ladekreisabschnitten enthaltenen Auswahl/Ladeschalter die Funktionen der Auswahl eines zu ladenden Stellglieds als auch der Initiierung eines entsprechenden Ladestroms erfüllen können. Mithin entfällt die Notwendigkeit, separate Auswahlschalter zur Auswahl des zu ladenden Stellglieds anzuordnen. Schließlich ist es aufgrund der Anordnung von Entkopplungsdioden in mehrfach parallel zueinander ausgeführten Entladekreisabschnitten möglich, die Entladung über einen einzigen Entladeschalter zu initiieren, der zu diesem Zweck in dem gemeinsamen Entladekreisabschnitt angeordnet ist. Insgesamt ergibt sich somit eine minimale Anzahl von Leistungsbauteilen, seien es aktive oder passive Bauteile.

Bevorzugt ist zwischen der Drossel und jedem der kapazitiven Stellglieder jeweils ein eine Freilaufdiode enthaltender Lade-Freilaufpfad gebildet, um jeweils einen Freilaufstromkreis zu bilden, über welchen nach einem Ausschalten des betreffenden Auswahl/Ladeschalters der Ladestrom weiter fließen kann.

Um eine geregelte Aufladung und Entladung der Stellglieder zu realisieren, wie dies insbesondere bei Verwendung der Stellglieder in einer Kraftstoffinjektoranordnung einer Brennkraftmaschine von großem Vorteil ist, muss eine den Ladungszustand der kapazitiven Stellglieder charakterisierende physikalische Größe erfasst werden. In einer bevorzugten Ausführungsform ist daher vorgesehen, dass den Stellgliedern oder jedem der Stellglieder in Reihenschaltung ein Strommesswiderstand zugeordnet ist, über welchen der Ladestrom und/oder der Entladestrom des betreffenden Stellglieds fließt und an welchem der diesen Strom repräsentierende Spannungsabfall gemessen werden kann. Weiter bevorzugt ist hierbei, dass ein Strommesswiderstand vorgesehen ist, der einen Teil des gemeinsamen Ladekreisabschnitts und/oder des gemeinsamen Entladekreisabschnitts bildet.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen weiter beschrieben. Es stellen dar:

1 eine Schaltungsanordnung zum Ansteuern einer Mehrzahl von Piezoelementen gemäß einer ersten Ausführungsform, und

2 eine Schaltungsanordnung zum Ansteuern einer Mehrzahl von Piezoelementen gemäß einer weiteren Ausführungsform.

1 zeigt eine insgesamt mit 10 bezeichnete Schaltungsanordnung zum Aufladen und Entladen mehrerer kapazitiver Stellglieder in Form von Piezoelementen einer Kraftstoffeinspritzanlage eines Kraftfahrzeugs. Der Übersichtlichkeit halber sind von dieser Mehrzahl an Piezoelementen lediglich zwei in der Figur dargestellt (und mit P1 und P2 bezeichnet) und nachfolgend beschrieben. Tatsächlich besitzt die Kraftstoffeinspritzanlage beispielsweise vier Injektoren und dementsprechend vier Piezoelemente. Die Piezoelementanordnung P1, P2 ... befindet sich unmittelbar an der betreffenden Brennkraftmaschine, wohingegen der Rest der dargestellten Schaltungsanordnung 10 in einem so genannten Motorsteuergerät des Kraftfahrzeugs untergebracht und über einen Kabelbaum mit den Injektoren verbunden ist.

Die Schaltungsanordnung 10 umfasst einen Ladekondensator C1, der im Betrieb der Schaltungsanordnung von einem DC/DC-Wandler 12 auf eine bezüglich eines Bezugspotentials GND (elektrische Fahrzeugmasse) vorgegebene Ladespannung von U = 200V aufgeladen wird. Der DC/DC-Wandler 12 wird hierbei von einer nicht dargestellten Kraftfahrzeugbatterie mit einer Kraftfahrzeugbordspannung von beispielsweise 12V versorgt.

Des weiteren umfasst die Schaltungsanordnung 10 eine Ladekreisanordnung sowie eine Entladekreisanordnung zum Aufladen der Piezoelemente P1, P2 ... bezüglich des Bezugspotentials GND ausgehend von der Ladespannung U bzw. zum Entladen dieser Piezoelemente P1, P2 ... In an sich bekannter Weise sind diese Piezoelemente jeweils als ein Aktor in einem Servoeinspritzventil verwendet, welches beim Aufladen des Piezoelements einen Kraftstoffeinspritzvorgang beginnt, der mit dem Entladen dieses Piezoelements wieder beendet wird.

Die Ladekreisanordnung umfasst einen parallel zu dem Ladekondensator C1 geschalteten Ladekreis, in welchem das kapazitive Stellglied P1 in Reihenschaltung mit einem induktiven Element bzw. einer Drossel L und einem Ladeschalter in Form eines FET T2' angeordnet ist. Im dargestellten Beispiel verläuft dieser Ladekreis ausgehend von dem aufgeladenen Anschluss des Ladekondensators C1 über einen Strommesswiderstand Rs1, die Drossel L, das Piezoelement P1 und den Ladeschalter T2' zur Fahrzeugmasse GND. Der in 1 eingezeichnete Widerstand Rs2 stellt eine Alternative der Anordnung des Strommesswiderstands dar. Bevorzugt ist lediglich einer der beiden eingezeichneten Strommesswiderstände Rs1, Rs2 tatsächlich vorhanden.

Ferner ist wie dargestellt eine Freilaufdiode D1' zwischen einem das Piezoelement P1 und den Ladeschalter T2' verbindenden Schaltungsknoten und einem den Ladekondensator C1 und den Strommesswiderstand Rs1 verbindenden Schaltungsknoten angeordnet, so dass während eines getakteten Betriebs des Schalters T2' mit einer Ladeschaltfrequenz, die typischerweise in einem Bereich von 1 kHz bis 100 kHz liegt, im eingeschalteten Zustand von T2' ein Ladestrom von dem Kondensator C1 über den Strommesswiderstand Rs1, die Drossel L, das Piezoelement P1 und den Schalter T2' zur Fahrzeugmasse GND fließt, wohingegen im ausgeschalteten Zustand von T2' ein Ladestrom in einem Lade-Freilaufpfad fließt, der gebildet ist von der Drossel L, dem Piezoelement P1, der Freilaufdiode D1' und dem Strommesswiderstand Rs1.

Wie dargestellt ist ein ähnlicher Ladekreis samt Freilaufstromkreis für jedes weitere Piezoelement gebildet, für das Piezoelement P2 beispielsweise durch den Strommesswiderstand Rs1, die Drossel L, das Piezoelement P2 selbst, sowie einen Auswahl/Ladeschalter T2'' bzw. eine Freilaufdiode D1'' . Die Ladekreise weisen somit einen die Drossel L und den Strommesswiderstand Rs1 enthaltenden gemeinsamen Ladekreisabschnitt und entsprechend der Anzahl an Piezoelementen P1, P2 ... mehrfach parallel zueinander ausgeführte Ladekreisabschnitte auf, die jeweils das betreffende Piezoelement P1, P2 ... und in Reihe dazu geschaltet den Auswahl/Ladeschalter T2', T2'' ... enthalten und über jeweilige Freilaufdioden D1', D1'' ... mit dem in 1 linken Anschluss des Strommesswiderstands Rs1 verbunden sind.

Die Auswahl/Ladeschalter T2', T2'' dienen hierbei also sowohl zum Einschalten des gewünschten Ladestroms als auch zur Auswahl des Piezoelements aus der Mehrzahl von verwendeten Piezoelementen. An der durch den Ladekondensator C1 gebildeten Spannungsversorgung können somit vorteilhaft mehrere Piezoelemente in schaltungstechnisch sehr einfacher Weise geladen werden. Dies gilt auch für das Entladen dieser Piezoelemente, wie nachfolgend erläutert.

Die Entladekreisanordnung weist zum Entladen des Piezoelements P1 einen parallel zu der aus der Drossel L und dem kapazitiven Stellglied P1 gebildeten Reihenschaltung geschalteten Entladekreis auf. Dieser Entladekreis für das Piezoelement P1 ist gebildet aus einer Reihenschaltung aus dem Strommesswiderstand Rs1, einem Entladeschalter in Form eines FET T1 sowie einer Entkopplungsdiode D2'. Für alle weiteren Piezoelemente sind hierbei ähnliche Entladekreise gebildet, für das Piezoelement P2 beispielsweise durch den Strommesswiderstand Rs1, den Entladeschalter T1 und eine Entkopplungsdiode D2''. Die Entladekreise weisen somit einen den Strommesswiderstand Rs1 und den Entladeschalter T1 enthaltenden gemeinsamen Entladekreisabschnitt und entsprechend der Anzahl an Piezoelementen P1, P2 ... mehrfach parallel zueinander ausgeführte Entladekreisabschnitte auf, die jeweils durch eine der Entkopplungsdioden D2', D2'' ... gebildet sind.

Zum Entladen sämtlicher Piezoelemente P1, P2 ... wird der Entladeschalter T1 (ähnlich den Auswahl/Ladeschaltern T2', T2'' ... beim Laden) getaktet betrieben, wodurch das zuletzt aufgeladene Piezoelement in kontrollierter Weise über den entsprechenden Entladekreis entladen wird.

Beim getakteten Betrieb des Entladeschalters T1 kommt es vorteilhaft zu einer Rückspeisung von elektrischer Energie aus dem betreffenden Piezoelement in den Ladekondensator C1. Diese rückgespeicherte Energie steht somit für den nächsten Ladevorgang zur Verfügung.

Mit der Schaltungsanordnung 10 kann daher eine Mehrzahl von kapazitiven Stellgliedern in schaltungstechnisch einfacher Weise mit minimalem Bauteileaufwand und mit hohem Wirkungsgrad und dementsprechend niedriger Verlustleistung auf- und entladen werden. Es befindet sich jeweils nur ein Schaltelement in Reihenschaltung zum Piezoelement bei dessen Ladung und Entladung. Die dargestellte Kombination eines "Auswahlschalters" mit einem "Ladeschalter" erspart einen wie im Stand der Technik vorgesehenen (relativ teuren) zusätzlichen Schalter. Die dargestellte Entkopplung der Lade- und Entladezweige über eine Diodenanordnung ist ebenfalls günstig hinsichtlich der Kosten der Schaltungsanordnung. Schließlich genügt bei der dargestellten Schaltung ein einziger Strommesswiderstand (Rs1) zur Messung sowohl des Lade- als auch des Entladestroms. Die Anzahl von Leistungsbauteilen, seien es passive Bauteile wie die Drossel und die Dioden oder aktive Bauteile wie die Schalttransistoren, ist minimal.

Wenn bei der Schaltungsanordnung nach 1 der Strommesswiderstand Rs2 eingesetzt wird, so ergibt sich der Vorteil, dass der den Stromfluss repräsentierende Spannungsabfall an diesem Widerstand bezüglich des festen Potentials der Fahrzeugmasse GND gemessen werden kann. Im Gegensatz zu dem Strommesswiderstand Rs1 ist also der zu messende Spannungsabfall nicht "floatend". Damit vereinfacht sich der schaltungstechnische Aufwand des hier nicht dargestellten Teils der Motorsteuerelektronik, welcher diesen Spannungsabfall erfasst.

Bei der nachfolgenden Beschreibung eines weiteren Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die 2 werden für analoge elektronische Komponenten die gleichen Bezugszeichen verwendet. Dabei wird im Wesentlichen nur auf die Unterschiede zu der bereits mit Bezug auf die 1 beschriebenen Ausführungsform eingegangen und im Übrigen hiermit ausdrücklich auf die diesbezügliche Beschreibung verwiesen.

2 zeigt eine gegenüber der Schaltungsanordnung von 1 modifizierte Schaltungsanordnung 10, die wieder zur Ansteuerung einer beliebigen Anzahl von kapazitiven Stellgliedern geeignet ist, von denen in der Figur der Klarheit der Darstellung halber lediglich eines dieser Stellglieder in Form eines Piezoelements P1 eingezeichnet ist.

Bei der Schaltungsanordnung nach 2 wird der Ladekondensator C1 von dem DC/DC-Wandler 12 auf eine bezüglich des Bezugspotentials GND negative Ladespannung U aufgeladen. Daraus ergibt sich in der Praxis in der Regel kein Mehraufwand, da diese Ladespannung ohnehin durch den Wandler 12 aus der Fahrzeugbordspannung abgeleitet werden muss und die hierzu gängigen Wandlungsverfahren die Polarität der erzeugten Wandlerausgangsspannung nicht einschränken.

Gegenüber der Schaltung nach 1 werden zwei Vorteile erzielt. Zum einen liegt das auf Fahrzeugmasse GND bezogene Betriebspotential nicht permanent an den Stellgliedern an sondern nur im aktivierten Zustand (beim Laden eines Stellglieds). Damit wird die Problematik von etwaig in der Praxis auftretenden Kurzschlüssen an den Leitungen zwischen der Motorsteuerelektronik und der Kraftstoffinjektoranordnung entschärft. Zum anderen liegt der Strommesswiderstand Rs1 in der Masseleitung, so dass die Erfassung der daran abfallenden Spannung aufgrund des festen Bezugspotentials vereinfacht ist (kein so genannter "level shift" notwendig).

Die Ansteuerelektronik zur Ansteuerung der Transistoren T1, T2', ... kann vorteilhaft auf die Fahrzeugmasse GND bezogen aufgebaut werden, wenngleich hierbei die Auswahl/Ladeschalter T2', T2'', ... floatend angesteuert werden müssen.

Schließlich ist eine weitere Modifikation der in 2 dargestellten Schaltung möglich, bei welcher gegenüber der in 2 dargestellten Schaltung lediglich die Polarität der Ladespannung U vertauscht ist. In diesem Fall ist dann die gesamte Ansteuerelektronik floatend auf den negativen Bezug GND aufzubauen.


Anspruch[de]
Schaltungsanordnung zum Aufladen und Entladen einer Mehrzahl von kapazitiven Stellgliedern (P1, P2 ...) in einer Kraftstoffinjektoranordnung einer Brennkraftmaschine eines Fahrzeugs, umfassend:

– einen Ladekondensator (C1), der von einer Energiequelle (12) auf eine bezüglich einer Fahrzeugmasse (GND) vorgegebene Ladespannung (U) aufgeladen wird,

– Ladekreise zum getakteten Aufladen jeweils eines der kapazitiven Stellglieder (P1, P2 ...), welche parallel zu dem Ladekondensator (C1) geschaltet sind und in welchen jeweils eines der kapazitiven Stellglieder (P1, P2 ...) in Reihenschaltung mit einer Drossel (L) und einem Auswahl/Ladeschalter (T2', T2'' ...) zur Auswahl eines zu ladenden Stellglieds (P1, P2, ...) und Initiierung eines Ladestroms angeordnet ist, wobei die Ladekreise einen die Drossel (L) enthaltenden gemeinsamen Ladekreisabschnitt und entsprechend der Anzahl an kapazitiven Stellgliedern (P1, P2 ...) mehrfach parallel zueinander ausgeführte Ladekreisabschnitte aufweisen, die jeweils einen der den kapazitiven Stellgliedern (P1, P2 ...) in Reihe geschalteten Auswahl/Ladeschalter (T2', T2'') enthalten, und

– Entladekreise zum getakteten Entladen jeweils eines der kapazitiven Stellglieder (P1, P2 ...), welche parallel zu den aus der Drossel (L) und den kapazitiven Stellgliedern (P1, P2 ...) gebildeten Reihenschaltungen geschaltet sind und einen Entladeschalter (T1) enthalten, wobei die Entladekreise einen den Entladeschalter (T1) enthaltenden gemeinsamen Entladekreisabschnitt und entsprechend der Anzahl an kapazitiven Stellgliedern (P1, P2 ...) mehrfach parallel zueinander ausgeführte Entladekreisabschnitte aufweisen, die jeweils eine Entkopplungsdiode (D2', D2'' ...) enthalten, so dass ein mit dem Entladeschalter (T1) initiierter Entladestrom zur gleichzeitigen Entladung aller Stellglieder (P1, P2, ...) genutzt wird, wobei die Ladespannung (U) bezüglich der Fahrzeugmasse (GND) negativ gewählt ist und ein Strommesswiderstand (Rs1) zur Messung des beim Aufladen und Entladen über das kapazitive Stellglied (P1, P2 ...) fließenden Stroms in Reihenschaltung mit der Drossel (L) derart angeordnet ist, dass dieser einen Teil des gemeinsamen Ladekreisabschnitts und des gemeinsamen Entladekreisabschnitts bildet und ein Anschluss des Strommesswiderstands (Rs1) mit der Fahrzeugmasse (GND) verbunden ist.
Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, wobei zwischen der Drossel (L) und jedem der kapazitiven Stellglieder (P1, P2 ...) jeweils ein eine Freilaufdiode (D1', D1'', ...) enthaltender Lade-Freilaufpfad gebildet ist.






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