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Dokumentenidentifikation DE102006005367B4 13.12.2007
Titel Verdeck für ein Cabriolet-Fahrzeug
Anmelder Edscha Cabrio-Dachsysteme GmbH, 94491 Hengersberg, DE
Erfinder Haberl, Franz, 94574 Wallerfing, DE;
Obendiek, Klaus, 94032 Passau, DE
Vertreter Bonnekamp & Sparing, 40211 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 03.02.2006
DE-Aktenzeichen 102006005367
Offenlegungstag 23.08.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.12.2007
IPC-Hauptklasse B60J 7/08(2006.01)A, F, I, 20060203, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60J 7/20(2006.01)A, L, I, 20060203, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verdeck für ein Cabriolet-Fahrzeug.

Bei modernen Cabriolet-Fahrzeugen sind Cabriolet-Verdecke aus Hartschalenteilen bekannt, die mittels beispielsweise als Lenkergetriebe ausgebildeten Zwangssteuerungen mit der Karosserie des Fahrzeugs verbunden sind. Die Hartschalenteile lassen sich über diese Zwangssteuerungen automatisch von einem geschlossenen Verdeckzustand in einen geöffneten Verdeckzustand überführen, wobei die Hartschalenteile in dem geöffneten Verdeckzustand in einem Heckbereich des Fahrzeugs abgelegt sind.

DE 44 45 580 C1 zeigt ein Verdeck für ein Cabriolet-Fahrzeug, mit einer ein Dachteil und ein schwenkbeweglich mit diesem verbundenes Rückfensterteil aufweisenden Dachkonstruktion, die aus einer im Bereich eines vorderen Windschutzscheibenrahmens anliegenden sowie den Fondbereich abdeckenden Schließstellung in eine Öffnungsstellung zum Heckbereich des Fahrzeugs hin über eine Zwangssteuerungseinrichtung in einen Verdeckkasten absenkbar ist. Die Zwangssteuerungseinrichtung ist in einem Heckbereich der Fahrzeugkarosserie abgestützt und um eine fahrzeugfeste Heckschwenkachse schwenkbar. Das Rückfensterteil ist nur in einer Richtung relativ zu dem Dachteil schwenkbeweglich, wobei Rückfensterteil und Dachteil in dem Heckbereich des Fahrzeugs gegensinnig zueinander abgelegt sind.

DE 198 05 477 D1 zeigt ein Verdeck für ein Cabriolet-Fahrzeug, bei dem das Verdeck aus zwei Hartschalendachteilen besteht, die beide an einer Lenkerkette festgelegt sind und bei einem Öffnungsvorgang des Verdecks mittels eines Antriebs der Lenkerkette in einem Heckbereich des Fahrzeugs abgelegt werden können. Während der Versenkbewegung des Verdecks wird ein Kofferraumdeckel geöffnet, der im geschlossenen Verdeckzustand an dem heckseitigen Dachteil anliegt. Das heckseitige Dachteil weist eine Hutablage auf, was den konstruktiven Aufwand für dieses Dachschalenteil erhöht.

DE 43 20 468 C1 zeigt eine zweiteilige Dachkonstruktion mit einem Dachteil und einem Rückfensterteil. Ein dabei vorgesehener Schwenkantrieb ermöglicht eine Schwenkbewegung der Dachteile sowohl beim Öffnungs- als auch beim Schließvorgang auf einer kreisbogenförmigen Schwenkbahn. Ein solcher Bewegungsablauf erfordert nachteilig einen beträchtlichen konstruktiven Aufwand, um Undichtigkeiten zwischen dem Dachteil und einem Windschutzscheibenrahmen zu vermeiden. Des Weiteren weist das Rückfensterteil eine Hutablage auf, was den konstruktiven Aufwand dafür nachteilig erhöht.

DE 199 57 427 C1 zeigt ein Verdeck für ein Cabriolet-Fahrzeug, das ein heckseitiges erstes Dachteil und ein mittels eines Hauptlenkergetriebes an das Fahrzeug angelenktes Dachteil umfasst, das in einem geschlossenen Verdeckzustand an das erste Dachteil anschließt. Das heckseitige Dachteil ist mittels eines Führungsmechanismus an dem davor angeordneten zweiten Dachteil geführt, wobei ein oberer Endabschnitt des heckseitigen ersten Dachteils während einer Schwenkbewegung über das zweite Dachteil geführt wird. Vor einem Aufschwenken eines Verdeckkastendeckels wird das heckseitige erste Dachteil im Wesentlichen vollständig von oben auf das zweite Dachteil abgelegt.

DE 44 35 222 C1 zeigt ein Verdeck für ein Cabriolet-Fahrzeug, das ein heckseitiges erstes Dachteil umfasst, das in einem geschlossenen Verdeckzustand mit seinem hinteren Rand auf einem an der Karosserie angelenkten Verdeckkastendeckel in Form einer Verdeckklappe aufliegt. Das Verdeck umfasst des Weiteren ein zweites Dachteil, das mittels eines Hauptlenkergetriebes an dem Fahrzeug angelenkt ist und in einem geschlossenen Verdeckzustand an das erste Dachteil anschließt. Das erste Dachteil ist mittels eines separaten Lenkergetriebes an der Karosserie angelenkt und wird vor einem Öffnen des Verdeckkastendeckels vollständig nach vorne über das zweite Dachteil gehoben.

DE 102 31 838 A1 zeigt ein Verdeck für ein Cabriolet-Fahrzeug, das ein heckseitiges Dachteil umfasst, das in einem geschlossenen Verdeckzustand mit einer daran angebrachten Heckscheibe auf einem an der Karosserie angelenkten Verdeckkastendeckel von oben aufliegt. Vor einem Aufschwenken des Verdeckkastendeckels wird die Heckscheibe bezüglich des heckseitigen Dachteiles in Fahrtrichtung nach vorne geschoben, wobei in einer sich daran anschließenden zweiten Phase der Verdecköffnungsbewegung das heckseitige Dachteil um ein Schwenklager, mittels dem es direkt an der Karosserie angelenkt ist, in einen Heckbereich des Fahrzeugs verschwenkt wird. Das Verschieben der Heckscheibe bezüglich des heckseitigen Dachteiles erfordert einen separaten Antriebsmechanismus für die Heckscheibe und kann zu Dichtungsproblemen zwischen Heckscheibe und heckseitigem Dachteil führen.

DE 102 43 485 A1 zeigt ein Verdeck für ein Cabriolet-Fahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Vor einem Aufschwenken eines Verdeckkastendeckels entgegen der Fahrtrichtung wird ein heckseitiges erstes Dachteil, das durch ein Lenkergetriebe an einem Hauptlenkergetriebe angelenkt ist, im Wesentlichen vollständig in Fahrtrichtung nach vorne über ein daran angrenzendes zweites Dachteil verschwenkt. Dies beansprucht eine vergleichsweise lange Betätigungszeit zum Öffnen bzw. Schließen des Verdecks.

DE 196 36 209 C1 zeigt ein Verdeck für ein Cabriolet-Fahrzeug, das zwei in Fahrzeuglängsrichtung aneinander anschließende, unabhängig voneinander in einem Ablagebereich versenkbare Verdeckteile aufweist, die jeweils eigene und von getrennten Verdeckbezügen überspannte Trägergestängestrukturen aufweisen. Das heckseitige Verdeckteil ist mittels eines Lenkers in Form eines Hauptbügels direkt an seitlichen Karosserietragstrukturen schwenkbeweglich gelagert und umfasst eine gesonderte Verdeckbespannung.

Entsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verdeck für ein Cabriolet-Fahrzeug zu schaffen, das mit insgesamt weniger Bauteilen kostengünstig herstellbar ist.

Diese Aufgabe wird durch ein Verdeck mit den in Anspruch 1 definierten Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Ein erfindungsgemäßes Verdeck für ein Cabriolet-Fahrzeug umfasst ein heckseitiges erstes Dachteil, das mit seinem hinteren Rand in einem geschlossenen Verdeckzustand auf einem an der Karosserie angelenkten Verdeckkastendeckel von oben aufliegt, und ein mittels eines Hauptlenkergetriebes an dem Fahrzeug angelenktes zweites Dachteil, das in einem geschlossenen Verdeckzustand an das erste Dachteil anschließt, wobei das erste Dachteil mittels eines Lenkergetriebes an dem Hauptlenkergetriebe angelenkt ist und im geschlossenen Verdeckzustand bezüglich des Hauptlenkergetriebes eine Ausgangsstellung einnimmt. In einer ersten Phase der Verdecköffnungsbewegung kann das erste Dachteil aus einem Bewegungsfeld des Verdeckkastendeckels heraus verschwenken, und in einer zweiten Phase der Verdecköffnungsbewegung können das erste Dachteil und das zweite Dachteil bei aufgeschwenktem Verdeckkastendeckel in einem Heckbereich des Fahrzeugs abgelegt werden. In der ersten Phase der Verdecköffnungsbewegung hebt sich ausschließlich der hintere Rand des ersten Dachteils von dem Verdeckkastendeckel ab, so dass hiernach der Verdeckkastendeckel aufgeschwenkt werden kann. Während der zweiten Phase der Verdecköffnungsbewegung ist das erste Dachteil an dem Hauptlenkergetriebe in seiner Ausgangsstellung bezüglich des Hauptlenkergetriebes festgelegt.

Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, dass zum Aufschwenken des Verdeckkastendeckels das erste Dachteil lediglich mit seinem hinteren Rand aufgeschwenkt und z.B. nicht vollständig nach vorne über das zweite Dachteil gehoben wird, was die Betätigungsdauer zum Öffnen des Verdecks verkürzt. Des werteren ist ein separates Hutablagesystem nicht erforderlich ist. An einem vorderen Ende des Verdeckkastendeckels, welches im geschlossenen Verdeckzustand unterhalb des hinteren Randes des heckseitigen ersten Dachteils angeordenet ist, ist eine Hutablage ausgebildet. Wenn im geschlossenen Verdeckzustand das heckseitige erste Dachteil von oben auf dem Verdeckkastendeckel aufliegt, überdeckt das erste Dachteil die Hutablage in gewohnter Weise. Zum Öffnen des Verdecks wird in der ersten Phase der Verdecköffnungsbewegung zunächst das erste Dachteil in Fahrtrichtung hochgeschwenkt, so dass das vordere Ende des Verdeckkastendeckels bzw. die Hutablage freigegeben wird und anschließend der Verdeckkastendeckel entgegen der Fahrtrichtung aufgeschwenkt werden kann.

In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung werden das erste Dachteil und das zweite Dachteil gegensinnig zueinander in einer Paketstellung in dem Heckbereich abgelegt, insbesondere mit dem zweiten Dachteil unterhalb des ersten Dachteils. Hierdurch ist ein sehr raumsparendes Packmaß der beiden Dachteile in der Paketstellung gewährleistet, woraus sich ein vergleichsweise großer verfügbarer Stauraum für Gepäckstücke oder dergleichen in dem Heckbereich ergibt.

Eine Ausbildung des Hauptlenkergetriebes als Viergelenk hat den Vorteil einer sehr stabilen und betriebssicheren Führung des zweiten Dachteils relativ zur Karosserie. Durch die Verstellbarkeit des Konsolenelementes an dem zweiten Dachteil, an welchem Konsolenelement der vordere und der hintere Hauptlenker des Hauptlenkergetriebes drehbar gelagert sind, ist vorteilhaft ein Ausgleich von Toleranzen zwischen dem ersten Dachteil und dem zweiten Dachteil möglich.

In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist das erste Dachteil mittels eines Lenkergetriebes an dem Hauptlenkergetriebe angelenkt, wobei das Lenkergetriebe vorzugsweise in Form eines Viergelenks ausgebildet ist. Durch eine Betätigung des Lenkergetriebes bzw. des Viergelenks mittels einer Antriebsvorrichtung läßt sich das erste Dachteil in der ersten Phase der Verdecköffnungsbewegung relativ zum zweiten Dachteil in Fahrtrichtung hochschwenken. Hierdurch wird, wie erläutert, der vordere Rand des Verdeckkastendeckels freigegeben, so dass dieser entgegen der Fahrtrichtung aufgeschwenkt werden kann. Hiernach wird das erste Dachteil wieder in seine Ausgangsposition zurückgeschwenkt, wonach die beiden Dachteile in der zweiten Phase der Verdecköffnungsbewegung in dem Heckbereich des Fahrzeugs abgelegt werden. Die Anlenkung des ersten Dachteils an dem Hauptlenkergetriebe hat den Vorteil, dass das erste Dachteil hierdurch in der zweiten Phase der Verdecköffnungsbewegung an dem Hauptlenkergetriebe festgelegt ist. Durch ein Betätigen des Hauptlenkergetriebes zum Verschwenken des zweiten Dachteils wird dabei das erste Dachteil ebenfalls automatisch relativ zur Fahrzeugkarosserie verschwenkt. Zweckmäßigerweise kann das erste Dachteil an dem Hauptlenkergetriebe lösbar festgelegt sein, z. B. durch ein Eingreifen eines Fanghakens in ein Rollenelement oder der-gleichen, so dass eine Betätigung des Lenkergetriebes für das erste Dachteil blockiert ist. Im geschlossenen Verdeckzustand, d.h., im Fahrtbetrieb des Fahrzeugs bei geschlossenem Verdeck, ist dadurch das erste Dachteil mit hoher Betriebssicherheit an dem Hauptlenkergetriebe befestigt, um störende Klappergeräusche oder dergleichen von vornherein zu unterbinden. Die Festlegung des ersten Dachteils an dem Hauptlenkergetriebe ist auch vorteilhaft, wenn letzteres relativ zur Karosserie verschwenkt wird, da somit auch das erste Dachteil definiert geführt verschwenkt wird.

In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann der Fanghaken, durch den das erste Dachteil im geschlossenen Verdeckzustand an dem Hauptlenkergetriebe festgelegt wird, durch die Antriebsvorrichtung, die auch das Viergelenk für das erste Dachteil antreibt, betätigt werden. Durch die Integration mehrerer Funktionen bzgl. der Antriebsvorrichtung ist eine minimale Anzahl von Antriebselementen für das erste Dachteil möglich. Zweckmäßigerweise ist die Kinematik für die Antriebsvorrichtung so ausgestaltet, dass ausgehend von dem geschlossenen Verdeckzustand die Antriebsvorrichtung zunächst den Fanghaken mit dem Rollenelement entriegelt, und anschließend, wenn z.B. der Fanghaken gegen einen Anschlag oder dergleichen gefahren ist, das an dem Hauptlenkergetriebe angelenkte Viergelenk betätigt wird, um den hinteren Rand des ersten Dachteils in Fahrtrichtung von dem Verdeckkastendeckel hochzuschwenken. Ein erneutes Festlegen des ersten Dachteils an dem Hauptlenkergetriebe beim Überführen des Verdecks in den geschlossenen Verdeckzustand funktioniert entsprechend in kinematisch umgekehrter Reihenfolge.

Um Klappergeräusche, Undichtigkeiten oder dergleichen wirkungsvoll zu verhindern, kann das erste Dachteil in dem geschlossenen Verdeckzustand mit dem zweiten Dachteil und/oder mit der Karosserie, z.B. im Bereich der C Säulen, verriegelt werden. Dies kann geeignet über verschiebbare Bolzenelemente geschehen, die von dem ersten Dachteil zum Verriegeln mit den daran angrenzenden Bereichen des zweiten Dachteils bzw. der Karosserie nach außen verschieblich sind, bzw. in einen Randbereich des ersten Dachteils verschieblich sind.

Um das Packmaß des ersten und zweiten Dachteils in der abgelegten Paketstellung in dem Heckbereich zu vermindern, ist in vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung eine Heckscheibe mittels eines Lenkers an dem ersten Dachteil angelenkt, wobei die Heckscheibe in der Paketstellung relativ zum ersten Dachteil verschwenkt werden kann. Im Einzelnen wird der Lenker derart angetrieben, dass die Heckscheibe mit ihrem im geschlossenen Verdeckzustand oberen Querseitenrand in der Paketstellung in Richtung des zweiten Dachteils verlagert wird, welches in der Paketstellung oberhalb des ersten Dachteils abgelegt ist. Durch ein solches Hochschwenken der Heck-scheibe wird der verbleibende Laderaum in dem Heckbereich des Fahrzeugs vorteilhaft vergrößert, und im Übrigen auch die Gefahr vermindert bzw. ausgeschlossen, dass die Heckscheibe beim Verschwenken des Verdecks in die Paketstellung in störenden Kontakt mit Gegenständen oder dergleichen gelangt. Für ein definiertes Verschwenken der Heckscheibe bezüglich des ersten Dachteils ist zweckmäßigerweise der Lenker im Bereich ihres oberen Querseitenrands angebracht, wobei der untere Querseitenrand der Heckscheibe mittels eines Drehlagers an einem Heckscheibenrahmen gelagert ist.

In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist in Fahrtrichtung vor dem zweiten Dachteil ein weiteres drittes Dachteil vorgesehen, welches mittels eines weiteren Lenkergetriebes an dem zweiten Dachteil angelenkt ist. Die zuvor erläuterte Lenkerkinematik bezüglich der Anlenkung des ersten Dachteils an dem Hauptlenkergetriebe ändert sich dadurch nicht. Zum Öffnen des Verdecks lässt sich das dritte Dachteil geeignet über das zweite Dachteil verlagern und darauf ablegen. Das weitere Verschwenken aller Dachteile in die Offenstellung des Verdecks erfolgt entsprechend wie vorstehend erläutert.

Weitere Vorteile und Ausgestaltungen ergeben sich aus der Beschreibung und den beiliegenden Zeichnungen.

Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Funktion, sondern auch in anderen Kombination oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

Der Erfindung ist anhand von Ausführungsbeispielen in den Zeichnungen schematisch dargestellt und wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ausführlich beschrieben.

Es zeigen:

1 eine Teil-Längsschnittansicht eines erfindungsgemäßen Verdecks, mit dafür vorgesehen, jedoch nur schematisch gezeigten Lenkerelementen zum Anlenken von Dachteilen;

2 das Verdeck von 1, mit gegenständlich dargestellten Lenkerelementen;

3 das Verdeck von 2 mit einem aufgeschwenkten heckseitigen ersten Dachteil in einer ersten Phase der Verdecköffnungsbewegung;

4 das Verdeck gemäß 3, mit entgegen der Fahrtrichtung aufgeschwenktem Verdeckkastendeckel;

5 das Verdeck gemäß 4, mit weiterhin aufgeschwenktem Verdeckkastendeckel und in seine Ausgangsstellung zurückgeschwenktem ersten Dachteil;

6 das Verdeck gemäß 2, wobei das erste Dachteil und ein in einem geschlossenen Verdeckzustand an das erste Dachteil anschließendes zweites Dachteil in Richtung eines Heckbereichs des Fahrzeugs verschwenkt werden;

7 das Verdeck in einem in dem Heckbereich des Fahrzeugs abgelegtem Zustand;

8 das Verdeck gemäß 7 mit geschlossenem Verdeckkastendeckel;

9 eine Verriegelungseinrichtung, mittels der das erste Dachteil in dem geschlossenen Verdeckzustand mit dem zweiten Dachteil verriegelbar ist;

10 eine Verriegelungseinrichtung, mittels der das erste Dachteil in dem geschlossenen Verdeckzustand an der Karosserie lösbar festlegbar ist;

11 eine Fanghakenvorrichtung, mittels der das erste Dachteil in dem geschlossenen Verdeckzustand an dem Hauptlenkergetriebe lösbar festlegbar ist;

12 einen Lenkermechanismus, mittels dem eine Heckscheibe an dem ersten Dachteil verschwenkbar angelenkt ist; und

13 eine Teil-Längsschnittansicht des Verdecks in der Paketstellung gemäß 7 bzw. 8.

1 zeigt eine Längsschnittansicht eines erfindungsgemäßen Verdecks 1 in einem geschlossenen Zustand über einem Innenraum 1a eines Fahrzeugs 6. Das Verdeck 1 umfasst ein heckseitiges erstes Dachteil 2 und ein zweites Dachteil 3, das in dem geschlossenen Verdeckzustand an das erste Dachteil 2 anschließt. Im geschlossenen Verdeckzustand ist eine starre Heckscheibe 4 in dem ersten Dachteil 2 eingefasst. Das zweite Dachteil 3 ist mittels einer ersten Zwangssteuerung in Form eines Hauptlenkergetriebes 10 an einer Fahrzeugkarosserie 5 angelenkt, wobei das Hauptlenkergetriebe 10 einen vorderen Hauptlenker 11 und einen hinteren Hauptlenker 12 aufweist. Die beiden Hauptlenker 11, 12 sind jeweils mit einem Ende an einer an der Fahrzeug-karosserie 5 festgelegten Hauptlagereinrichtung 13 gelagert. Mit ihrem anderen Ende sind die beiden Hauptlenker 11, 12 an einem Konsolenelement 14 gelagert, welches an dem zweiten Dachteil 3 befestigt ist.

In 1 und auch den nachfolgenden Figuren sind die Fahrzeugachsen mit einem kartesischen Koordinatensystem bezeichnet, wobei die x-Achse, die parallel zur Fahrzeuglängsachse verläuft, in Richtung des Fahrzeughecks weist. Die z-Achse verläuft parallel zur Fahrzeughochachse, und die y-Achse weist in Richtung der Fahrzeugquerachse.

An dem hinteren Hauptlenker 12 ist ein Sockelelement 15 befestigt, an dem eine zweite Zwangssteuerung 16 in Form eines Viergelenks angelenkt ist. Alternativ kann der hintere Hauptlenker so ausgebildet sein, dass die Befestigungs- bzw. Anlenkungspunkte für das Viergelenk 16 darin integriert sind, ohne das Sockelelement 15 als separates Teil an dem hinteren Hauptlenker zu befestigen. Das Viergelenk 16 umfasst einen ersten Lenker 17 und einen zweiten Lenker 18, die jeweils mit einem ihrer Enden an dem Sockelelement 15 gelenkig gelagert sind. An einer Innenseite des ersten Dachteils 2 ist eine Konsolenplatte 19 befestigt, an der das jeweils andere Ende des ersten bzw. zweiten Lenkers 17, 18 gelenkig gelagert ist. Mittels des Viergelenks 16 lässt sieh das erste Dachteil 2 relativ zu dem zweiten Dachteil 3 verschwenken, was nachstehend noch im Detail erläutert ist.

In 1 sind die Lenkerelemente der ersten Zwangssteuerung 10 und der zweiten Zwangssteuerung 16 schematisch vereinfacht gezeigt. Es versteht sich, dass die einzelnen Lenkerelemente der ersten Zwangssteuerung 10 und der zweiten Zwangssteuerung 16 und die damit in (Wirk-)Verbindung stehenden Bauteile bezogen auf eine Fahrzeuglängsachse zu beiden Seiten und symmetrisch dazu vorgesehen sind. Nachfolgend ist die Funktionsweise der ersten und zweiten Zwangsteuerung 10, 16 aus Gründen der Vereinfachung nur für eine der beiden Seiten bezogen auf die Fahrzeuglängsachse erläutert. Die Funktionsweise der jeweils anderen Seite ist dabei identisch.

2 zeigt das Verdeck 1 analog zu 1 in einem geschlossenen Verdeckzustand, wobei die einzelnen Lenkerelemente der ersten und zweiten Zwangssteuerung 10, 16 hierin nun gegenständlich gezeigt sind. In der dar-gestellten Schließstellung des Verdecks 1 liegt ein hinterer Rand 2a des ersten Dachteils 2 von oben auf einem Verdeckkastendeckel 7 auf. Der Verdeck-kastendeckel 7 überdeckt bzw. verschließt in seiner Normalstellung einen Heckbereich 8 des Fahrzeugs 6. Wie insbesondere in 1 zu erkennen, liegt der hintere Rand 2a des ersten Dachteils 2 in der geschlossenen Verdeck-stellung von oben auf einem vorderen freien Ende 7a des Verdeckkasten-deckels 7 auf, welches vordere freie Ende 7a eine Hutablage ausbildet. Das zweite Dachteil 3 liegt in geschlossenem Verdeckzustand nach vorne an einem Windlauf 9 an und ist damit in bekannter Weise lösbar verriegelt.

Nachstehend ist unter Bezugnahme der 3 bis 8 eine Verdecköffnungsbewegung für das Verdeck 1 erläutert.

In einer in 3 gezeigten ersten Phase der Verdecköffnungsbewegung ist das erste Dachteil 2 durch ein Betätigen des Viergelenks 16 relativ zu dem zweiten Dachteil 3 verlagert, so dass der hintere Rand 2a des ersten Dachteils 2 in Richtung des Pfeils a, d. h. in Fahrtrichtung von dem Hutablagesystem 7a hochgeschwenkt und entsprechend davon beabstandet ist. Durch das Hochschwenken in Richtung des Pfeils a wird das erste Dachteil 2 aus einem Bewegungsfeld des Verdeckkastendeckels 7 heraus bewegt, wie nachstehend noch im Detail erläutert.

Der Verdeckkastendeckel 7 ist in dem Heckbereich 8 im Bereich einer Heckstoßstange 20 gelenkig angeschlagen, so dass er sich in Richtung des Pfeils b (4), d. h. entgegen der Fahrtrichtung aufschwenken lässt. Durch das Hochschwenken des ersten Dachteils 2 wie in 3 gezeigt gibt der hintere Rand 2a des ersten Dachteils 2 das Hutablagesystem 7a frei, wobei das erste Dachteil 2 aus dem Bewegungsfeld des Verdeckkastendeckels heraus bewegt ist. Anschließend wird der Verdeckkastendeckel 7 wie in 4 gezeigt in Richtung des Pfeils b aufgeschwenkt, um den Heckbereich 8 zu öffnen. Hiernach wird durch ein erneutes Betätigen des Viergelenks 16 das erste Dachteil 2 in seine Ausgangsposition, gemäß dem geschlossenen Verdeckzustand, zurückgeschwenkt (5), wobei der der Verdeckkastendeckel 7 in seiner aufgeschwenkten Stellung verbleibt.

In einer zweiten Phase der Verdecköffnungsbewegung wird nunmehr das Hauptlenkergetriebe 10 betätigt, und dadurch das zweite Dachteil 3 nach einem Entriegeln von dem Windlauf 9 entgegen der Fahrtrichtung heckseitig verlagert. Hierbei werden der vodere Hauptlenker 11 und der hintere Hauptlenker 12 um ihr jeweiliges Drehgelenk 13a bzw. 13b heckseitig verschwenkt (in 6 im Uhrzeigersinn). Da das erste Dachteil 2 mittels des Viergelenks 16 an dem hinteren Hauptlenker 12 festgelegt ist, erfolgt durch eine Betätigung des Hauptlenkergetriebes 10 gleichzeitig ein Verschwenken des ersten Dachteils 2. In 6 ist die zweite Phase der Verdecköffnungsbewegung gezeigt, wobei das zweite Dachteil 3 und das erste Dachteil 2 bereits auf halbem Wege in Richtung des Heckbereichs 8 verschwenkt sind. Bei der Betätigung des Hauptlenkergetriebes 10 zum Zurückschwenken des zweiten Dachteils 3 und des ersten Dachteils 2 bleibt das Viergelenk 16, an dem das erste Dachteil 2 angelenkt ist, passiv. Anders ausgedrückt, verbleibt beim Betätigen des Hauptlenkergetriebes 10 die Position des ersten Dachteils 2 relativ zu dem hinteren Hauptlenker 12 unverändert.

Das Betätigen des Hauptlenkergetriebes 10 kann über geeignete Antriebsmittel wie zum Beispiel Hydraulikzylinder oder dergleichen erfolgen, die im Bereich der Hauptlagereinrichtung 13 angeordnet sind und an dem vorderen Hauptlenker 11 und/oder dem hinteren Hauptlenker 12 angreifen. Beim Betätigen des Hauptlenkergetriebes 10 werden die beiden Hauptlenker 11, 12 um die Hauptlagereinrichtung 13 bzw. die jeweiligen Drehgelenke 13a, 13b verschwenkt. Entsprechend werden dadurch das zweite Dachteil 3 und auch das erste Dachteil 2 entlang der Fahrzeuglängsachse verlagert.

Für einen Antrieb des Viergelenks 16 kommen alle geeigneten Antriebsmittel in Betracht, die eine Drehbewegung des ersten Lenkers 17 und des zweiten Lenkers 18 an den Gelenkpunkten des Sockelelements 15 einleiten können. Der Antrieb für das Viergelenk kann auch im Bereich des Sockelelements 15 vorgesehen sein. Beispielsweise kann das Viergelenk 16 durch einen Hydraulikzylinder mit Hebelarm, einen hydraulischen Drehantrieb, einen Elektromotor oder durch eine flexible Welle mit einem Schneckenradgetriebe oder dergleichen angesteuert werden.

In 7 sind das zweite Dachteil 3 und das erste Dachteil 2 zusammen in dem Heckbereich 8 abgelegt. Die Gelenk-Kinematik des Hauptlenkergetriebes 10 ist dabei so ausgelegt, dass das zweite Dachteil 3 und das erste Dachteil 2 gegensinning zueinander in dem Heckbereich 8 untergebracht sind. Dies bedeutet, dass in der in 7 gezeigten Stellung das zweite Dachteil 3 zuoberst zu liegen kommt, wobei seine Außenoberfläche 3a nach oben zeigt. Unterhalb des zweiten Dachteils 3, und gegensinnig dazu, ist in der abgelegten Stellung das erste Dachteil 2 angeordnet. In der in 7 gezeigten Position sind die beiden Dachteile 2, 3 in dem Heckbereich 8 in Form einer sog. Paketstellung untergebracht.

In einem letzten Schritt der Verdecköffnungsbewegung wird wie in 8 gezeigt der Verdeckkastendeckel wieder geschlossen, d. h. er wird in Richtung des Pfeils c in Fahrtrichtung zurückgeschwenkt, um den Heckbereich 8 zu verschließen. Die Fahrzeugkarosserie 5 ist im Bereich des Hutablagesystems 7a derart an dem Verdeckkastendeckel angepasst, dass der Verdeckkastendeckel 7 in der in 8 gezeigten Position den zuvor offenen Heckbereich 8 bündig und mit den gewünschten Spaltmaßen abschließt.

Das Konsolenelement 14, an dem die beiden Hauptlenker 11, 12 angelenkt sind, ist an einer Innenseite des zweiten Dachteils 3 mit geeigneten Verschraubungen oder dergleichen befestigt. Beim Montieren des Verdecks 1 an der Fahrzeugkarosserie 5 lässt sich das Konsolenelement 14 mittels der Verschraubungen gegenüber dem zweiten Dachteil 3 justieren. Hierdurch können geringfügige Toleranzen zwischen dem zweiten Dachteil 3 und dem ersten Dachteil 2 bzw. dem Windlauf 9 ausgeglichen werden, um eine klemmfreie und betriebssichere Funktion des Verdecks 1 zu gewährleisten.

Zur Verbesserung der Stabilität des Verdecks 1 im geschlossenen Verdeckzustand ist das erste Dachteil 2 an dem zweiten Dachteil 3 und an der Karosserie 5 oder an dem Hauptlenkergetriebe 10 lösbar festlegbar. Hierdurch werden Klappergeräusche des ersten Dachteils 2 im Fahrtbetrieb, eventuelle Undichtig-keiten gegenüber angrenzenden Dach- bzw. Karosserieteilen oder dergleichen wirkungsvoll verhindert. Nachstehend sind die einzelnen Verriegelungen des ersten Dachteils 2 unter Bezugnahme auf die 9 bis 11 im Einzelnen erläutert.

9 zeigt eine Teil-Perspektivansicht eines seitlichen Randbereichs des ersten Dachteils 2 und des zweiten Dachteils 3 im geschlossenen Verdeckzustand. Das Konsolenelemet 14 ist wie erläutert an einer Innenseite des zweiten Dachteils 3 verschraubt. An dem Konsolenelement 14 sind ein erster Lagerpunkt 14a und ein zweiter Lagerpunkt 14b ausgebildet, wobei darin der vordere Hauptlenker 11 und der hintere Hauptlenker 12 drehbar gelagert aufgenommen sind. Angrenzend an das Konsolenelement 14 ist an der Innenseite des zweiten Dachteils 3 eine Verriegelungseinrichtung 21 befestigt, in der ein in x-Richtung längs verschieblicher Bolzen 22 geführt ist. Die Verriegelungseinrichtung 21 ist mit einem flexiblen Antriebskabel 23 verbunden, das von einem am Windlauf 9 befestigten (nicht gezeigten) Antriebsmotor angetrieben wird. Eine Betätigung des Antriebskabels 23 durch den Antriebsmotor führt zu einer Längsverschiebung des Bolzens 22 innerhalb der Verriegelungseinrichtung 21, wobei ein freies Ende 22a des Bolzens 22 in x-Richtung, z.B. in Richtung des ersten Dachteils 2 bewegbar ist.

An einem Rand des ersten Dachteils 2 angrenzend zu dem zweiten Dachteil 3 ist ein Flansch 24 mit einem daran drehbar gelagerten Rollenelement 25 befestigt. Im geschlossenen Verdeckzustand wird der Bolzen 22 soweit in Richtung des ersten Dachteils 2 verlagert, dass sein freies Ende 22a mit dem Rollenelement 25 in Eingriff gelangt. Somit ist das erste Dachteil 2 gegenüber dem angrenzenden zweiten Dachteil 3 in dem geschlossenen Verdeckzustand arretiert. Es versteht sich, dass vor der ersten Phase der Verdecköffnungsbewegung (3) bzw. vor der zweiten Phase der Verdecköffnungsbewegung (6) der Bolzen 22 in die Verriegelungseinrichtung 21 hinein verlagert wird, so dass das freie Ende 22a des Bolzens 22 das Rollenelement 25 freigibt. Entsprechend lässt sich dann das erste Dachteil 2 relativ zu dem zweiten Dachteil 3 verschwenken.

Die Verriegelung des ersten Dachteils 2 an der Fahrzeugkarosserie 5 in dem geschlossenen Verdeckzustand erfolgt durch einen an der Karosserie 5 schwenkbar gelagerten Verschlusshaken 26, der in der Teil-Perspektivansicht von 10 gezeigt ist. Der Verschlusshaken 26 ist an der Fahrzeugkarosserie 5 in einem Drehlager 27 drehbar gelagert. Ein Sockelabschnitt 26a des Verschlusshakens 26 ist gelenkig über einen Zwischenlenker 28 und einen Winkellenker 29, der in einem Drehlager 29a drehbar gelagert ist, mit einer Kolbenstange 30 eines Hydraulikzylinders 31 verbunden. Eine lineare Verschiebung der Kolbenstange 30 versetzt den Verschlusshaken 26 über das Lenkergetriebe in Form der Elemente 28 und 29 in eine Verschwenkbewegung um das Drehlager 27.

An dem ersten Dachteil 2 ist unterhalb der C-Säule und angrenzend zu dem Drehlager 27, wenn sich das Verdeck 1 in seinem geschlossenen Zustand befindet, ein Rollenelement 32 montiert. Im geschlossenen Verdeckzustand wird der Verschlusshaken 26 durch den Hydraulikzylinder 31 derart gesteuert, dass der Verschlusshaken 26 mit dem Rollenelement 32 in Eingriff gelangt. Falls das erste Dachteil 2 in die z. B. in 2 gezeigte Position gebracht ist, wird der Verschlusshaken 26 durch den Hydraulikzylinder 31 betätigt, so dass der Verschlusshaken 26 das Rollenelement 32 greift und zu sich heranzieht. Hierdurch wird das erste Dachteil 2 gegenüber der Fahrzeugkarosserie 5 im geschlossenen Verdeckzustand festgelegt.

11 zeigt eine Teil-Perspektivansicht des ersten Dachteils 2 und des Hauptlenkergetriebes 10 und veranschaulicht das Festlegen des ersten Dach-teils 2 an dem Hauptlenkergetriebe 10.

An einer Innenseite des ersten Dachteils 2 sind ein erster Fanghaken 33 und ein zweiter Fanghaken 34 schwenkbar gelagert befestigt. An dem ersten Fanghaken 33 ist eine Antriebsstange 35 angelenkt, die zu einem (nicht gezeigten) Hydraulikzylinder führt. An dem ersten Fanghaken 33 ist des Weiteren eine Koppelstange 36 angelenkt, die mit ihrem anderen Ende an dem zweiten Fanghaken 34 angelenkt ist. Durch die Koppelstange 36 ist ein Verschwenken der beiden Fanghaken 33, 34 synchronisiert. Ein Antrieb des Hydraulikzylinders bewirkt über die Antriebsstange 35 ein Verschwenken des ersten Fanghakens 33, wobei mittels der Koppelstange 36 gleichzeitig ein Verschwenken des zweiten Fanghakens 34 sichergestellt ist.

In Reichweite der beiden Fanghaken 33, 34 sind an dem hinteren Hauptlenker 12 jeweils ein Rollenelement 37 angebracht. Falls sich das erste Dachteil 2 in der z. B. in 2 gezeigten Position befindet, werden die beiden Fanghaken 33, 34 gemäß der Darstellung von 11 im Uhrzeigersinn (Pfeil s) verschwenkt, so dass sich die Fanghaken 33, 34 jeweils ein Rollenelement 37 „greifen" und damit in Eingriff gelangen. In der 11 sind die beiden Fanghaken 33, 34 jeweils in ihrer Eingriffsposition mit den entsprechenden Rollenelementen 37 gezeigt, wodurch das erste Dachteil 2 an dem hinteren Hauptlenker 12 bzw. dem Hauptlenkergetriebe 10 festgelegt ist. Im Fahrtbetrieb ist dadurch eine betriebssichere Position des ersten Dachteils 2 gegenüber dem Hauptlenkergetriebe 10 gewährleistet, was Klappergeräusche oder dergleichen wirkungsvoll unterbindet.

Vor einer ersten Phase der Verdecköffnungsbewegung (3) werden der erste Fanghaken 33 und der zweite Fanghaken 34 durch ein Betätigen des Hydraulikzylinders außer Eingriff mit den jeweiligen Rollenelementen 37 gebracht. Zweckmäßigerweise steht der Hydraulikzylinder auch in Wirkverbindung mit dem Viergelenk 16. Anders ausgedrückt, dient der Hydraulikzylinder sowohl für ein Ansteuern der beiden Fanghaken 33, 34 als auch zum Ansteuern des Viergelenks 16, um das erste Dachteil wie in 3 gezeigt relativ zu dem Hauptlenkergetriebe 10 zu verschwenken. Die Gelenk-Kinematik bezüglich des Hydraulikzylinders ist zweckmäßig derart ausgelegt, dass bei einem Antrieb des Hydraulikzylinders die beiden Fanghaken 33, 34 zunächst außer Eingriff mit den Rollenelementen 37 gelangen und in eine Anschlagsposition verfahren, in der ein weiteres Verschwenken der Fanghaken nicht möglich ist. Hiernach wird ein weitere Antrieb des Hydraulikzylinders in die entgegengesetzte Richtung umgesetzt, was entsprechend das Viergelenk 16 ansteuert und das erste Dachteil 2 wie in 3 gezeigt in Richtung des Pfeils a hochschwenkt. Ein Zurückschwenken des ersten Dachteils 2 und ein erneutes Festlegen an dem hinteren Hauptlenker 12 erfolgt in kinematisch umgekehrter Reihenfolge. Während der zweiten Phase der Verdecköffnungsbewegung, wenn das Hauptlenkergetriebe 10 um die Hauptlagereinrichtung 13 wie in 6 gezeigt heckseitig verschwenkt wird, ist das erste Dachteil 2 mittels der beiden Fanghaken 33, 34 ebenfalls an dem hinteren Hauptlenker 12 wie vorstehend erläutert festgelegt.

Nachstehend ist unter Bezugnahme auf die 12 und 13 die Anlenkung der Heckscheibe 4 an dem ersten Dachteil 2 und die genannte Verlagerung in der Paketstellung im Detail erläutert.

12 zeigt eine Teil-Perspektivansicht des ersten Dachteils 2 und der darin eingefassten Heckscheibe 4 im geschlossenen Verdeckzustand, von dem Innenraum 1a her gesehen. Im Bereich eines oberen Querseitenrands 4a der Heckscheibe 4 ist ein Lenkerelement 38 an der Heckscheibe 4 angelenkt, wobei das entgegengesetzte Ende des Lenkerelements 38 an einer Innenseite des ersten Dachteils 2 angelenkt ist. Im Bereich ihres unteren Querseitenrandes 4b ist die Heckscheibe 4 mittels eines Drehlagers 39 an dem ersten Dachteil 2 festgelegt. Das Lenkerelement 38 lässt sich über jedwede geeignete Antriebsmittel, z. B. in Form eines Hydraulikzylinders oder dergleichen, bezüglich des ersten Dachteils 2 ansteuern, oder über eine Zwangssteuerung mit dem Verdeckgestänge, d.h. dem vorderen Hauptlenker 11 bzw. dem hinteren Hauptlenker 12.

Die Heckscheibe 4 ist somit an dem ersten Dachteil 2 verschwenkbar angelenkt, so dass sich die Heckscheibe 4 in der sogenannten Paketstellung (7), d. h. in der in dem Heckbereich 8 abgelegten Position des Verdecks 1 relativ zu dem ersten Dachteil 2 verlagern lässt. Die Heckscheibe 4 lässt sich damit in der Paketstellung nach oben, d. h. in Richtung des oberhalb des ersten Dachteils 2 angeordneten zweiten Dachteils 3 verlagern.

13 zeigt das Verdeck 1 teilweise in einer Längsquerschnittansicht, nämlich in einer Paketstellung wie in den 7 und 8 gezeigt. In gestrichelten Linien ist die Heckscheibe 4 in einer Position gezeigt, in der das Lenkerelement 38 nicht angesteuert ist und entsprechend in der Position gemäß 12 verbleibt. 13 macht deutlich, dass dann die Heckscheibe 4 mit ihrem oberen Querseitenrand vergleichsweise weit nach unten in Richtung eines Bodens des Heckbereichs 8 vorsteht. Durch ein Ansteuern des Lenkerelements 38 Isst sich der obere Querseitenrand 4a in der Paketstellung in Richtung des zweiten Dachteils 3 verschwenken, wobei der untere Querseitenrand 4b der Heck-scheibe 4 in dem Drehlager 39 gedreht wird. 13 zeigt die Heckscheibe in der nach oben verschwenkten Position in Volllliniendarstellung, wobei die Heckscheibe hierbei mit 4' bezeichnet ist. In der nach oben verschwenkten Position der Heckscheibe 4' ist das sogenannte Einlademaß des Verdecks 1 in der Paketstellung in dem Heckbereich 8 verbessert, so dass sich ein größerer Stauraum für Gepäckstücke oder dergleichen ergibt.

In weiterer Verbesserung des erfindungsgemäßen Verdecks 1 kann vor dem zweiten Dachteil noch ein weiteres drittes (nicht gezeigtes) Dachteil angeordnet sein, welches an dem zweiten Dachteil mittels eines Lenkergetriebes angelenkt ist. Das dritte Dachteil schließt entsprechend im geschlossenen Verdeckzustand mit dem Windlauf 9 nach vorne ab, wobei das zweite Dachteil 2 zu einem mittleren Dachteil wird. Die Anlenkung des Verdecks 1 an der Fahrzeugkarosserie 5 über das Hauptlenkergetriebe 10, welches an dem zweiten Dachteil 3 angelenkt ist, bleibt durch das mögliche Vorsehen eines zusätzlichen dritten Dachteiles unverändert. In gleicher Weise ist die Gelenk-Kinematik in Form des Viergelenks 16 zum Anlenken des ersten Dachteils 2 an dem Hauptlenkergetriebe 10 durch das zusätzliche dritte Dachteil nicht tangiert.


Anspruch[de]
Verdeck (1) für ein Cabriolet-Fahrzeug (6), umfassend

ein heckseitiges erstes Dachteil (2), das in einem geschlossenen Verdeckzustand mit seinem hinteren Rand (2a) auf einem an der Karosserie angelenkten Verdeckkastendeckel (7) von oben aufliegt,

ein mittels eines Hauptlenkergetriebes (10) an dem Fahrzeug (6) angelenktes zweites Dachteil (3), das in einem geschlossenen Verdeckzustand an das erste Dachteil (2) anschließt, wobei das erste Dachteil (2) mittels eines Lenkergetriebes (16) an dem Hauptlenkergetriebe (10) angelenkt ist und im geschlossenen Verdeckzustand bezüglich des Hauptlenkergetriebes (10) eine Ausgangsstellung einnimmt,

wobei irr einer ersten Phase der Verdecköffnungsbewegung das erste Dachteil (2) aus einem Bewegungsfeld des Verdeckkastendeckels (7) heraus verschwenkbar ist,

wobei in einer zweiten Phase der Verdecköffnungsbewegung das erste und zweite Dachteil (2, 3) bei aufgeschwenktem Verdeckkastendeckel in einem Heckbereich (8) des Fahrzeugs (6) ablegbar sind,

dadurch gekennzeichnet,

dass in der ersten Phase der Verdecköffnungsbewegung sich ausschließlich der hintere Rand (2a) des ersten Dachteils (2) von dem Verdeckkastendeckel (7) abhebt und hiernach der Verdeckkastendeckel (7) entgegen der Fahrtrichtung (b) aufschwenkbar ist, und

dass während der zweiten Phase der Verdecköffnungsbewegung das erste Dachteil (2) an dem Hauptlenkergetriebe (10) in seiner Ausgangsstellung bezüglich des Hauptlenkergetriebes (10) festgelegt ist.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Dachteil (2) während der zweiten Phase der Verdecköffnungsbewegung an einem hinteren Hauptlenker (12) des Hauptlenkergetriebes (10) festgelegt ist. Verdeck (1) nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das Lenkergetriebe (16) an dem vorderen Hauptlenker (11) oder dem hinteren Hauptlenker (12) angelenkt ist. Verdeck (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem das Lenkergetriebe (16) als Viergelenk ausgebildet ist. Verdeck (1) nach Anspruch 4, bei dem das erste Dachteil (2) eine Basis für das Viergelenk (16) ausbildet. Verdeck (1) nach Anspruch 4 oder 5, bei dem an dem ersten Dachteil (2) eine Konsolenplatte (19) befestigt ist, an der die beiden Lenker (17, 18) des Viergelenks (16) gelagert sind. Verdeck (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem an dem ersten Dachteil (2) zumindest ein Fanghaken (33, 34) angelenkt ist, der zum Festlegen des ersten Dachteils (2) an dem Hauptlenkergetriebe (10) damit in Eingriff bringbar ist. Verdeck (1) nach Anspruch 7, bei dem an dem Hauptlenkergetriebe (10) ein Rollenelement (37) angebracht ist, mit dem der Fanghaken (33, 34) in Eingriff bringbar ist. Verdeck (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem eine Antriebsvorrichtung vorgesehen ist, durch die das erste Dachteil (2) in der ersten Phase der Verdecköffnungsbewegung relativ zum zweiten Dachteil (3) verschwenkbar ist. Verdeck (1) nach Anspruch 9, bei dem der Fanghaken (33, 34) durch die Antriebsvorrichtung betätigt wird. Verdeck (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei dem das erste und zweite Dachteil (2, 3) gegensinnig zueinander in einer Paketstellung in dem Heckbereich (8) ablegbar sind. Verdeck (1) nach Anspruch 11, bei dem das erste Dachteil (2) in der Paketstellung unterhalb des zweiten Dachteils (3) angeordnet ist. Verdeck (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei dem das Hauptlenkergetriebe (10) als Viergelenk mit einem vorderen Hauptlenker (11) und einem hinteren Hauptlenker (12) ausgebildet ist. Verdeck (1) nach Anspruch 13, bei dem an dem zweiten Dachteil (3) ein Konsolenelement (14) angebracht ist, an dem der vordere Hauptlenker (11) und der hintere Hauptlenker (12) drehbar gelagert sind. Verdeck (1) nach Anspruch 14, bei dem das Konsolenelement (14) an dem zweiten Dachteil (3) verstellbar befestigbar ist. Verdeck (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 15, bei dem das erste Dachteil (2) in dem geschlossenen Verdeckzustand mit dem zweiten Dachteil (3) und/oder mit der Karosserie (5) verriegelbar ist. Verdeck (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 16, bei dem eine Heckscheibe (4) mittels eines Lenkerelements (38) an dem ersten Dachteil (2) angelenkt ist, wobei die Heckscheibe (4) in der in dem Heckbereich abgelegten Stellung des Verdecks bezüglich des ersten Dachteils (2) verlagerbar ist. Verdeck (1) nach Anspruch 17, bei dem das Lenkerelement (38) im Bereich eines oberen Querseitenrands (4a) der Heckscheibe angelenkt ist. Verdeck (1) nach Anspruch 17 oder 18, bei dem die Heckscheibe (4) im Bereich ihres unteren Querseitenrands (4b) mittels eines Drehlagers (39) an dem ersten Dachteil (2) gelagert ist. Verdeck (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 19, das ein drittes Dachteil umfasst, welches mittels eines weiteren Lenkergetriebes an dem zweiten Dachteil (3) und in Fahrtrichtung davor liegend angelenkt ist, wobei das dritte Dachteil im geschlossenen Verdeckzustand mit einem Windlauf (9) abschließt. Verdeck (1) nach Anspruch 20, bei dem das dritte Dachteil zum Öffnen des Verdecks über das zweite Dachteil (3) verlagerbar und darauf ablegbar ist.






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