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Dokumentenidentifikation DE102006026549A1 13.12.2007
Titel Verfahren zur Herstellung von Reibscheiben aus keramischen Werkstoffen mit verbesserter Reibschicht
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Kienzle, Andreas, 86753 Möttingen, DE;
Krätschmer, Ingrid, 86485 Biberbach, DE
DE-Anmeldedatum 08.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006026549
Offenlegungstag 13.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.12.2007
IPC-Hauptklasse C04B 35/573(2006.01)A, F, I, 20060608, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F16D 69/00(2006.01)A, L, I, 20060608, B, H, DE   F16D 13/64(2006.01)A, L, I, 20060608, B, H, DE   
Zusammenfassung Verfahren zur Herstellung von Reibscheiben aus keramischen Werkstoffen mit mindestens einer Reibschicht, deren Matrix Siliciumcarbid, Silicium und Kohlenstoff enthält, wobei im ersten Schritt eine Mischung von feinteiligem Silicium und/oder feinen Teilchen von anderen carbidbildenden Elementen mit mindestens einer weiteren Komponente ausgewählt aus einem Harz in partikulärer Form und einem Bindemittel, ausgewählt aus Kunstharzen, Pechen und Mischungen von diesen, bereitet wird, im zweiten Schritt die Mischung entlüftet und bei erhöhter Temperatur von bis zu 280°C zu einer zylindrischen oder zylinderringförmigen Scheibe verpreßt und gehärtet wird, im dritten Schritt die gehärtete Scheibe durch Erhitzen unter Ausschluß von oxydierenden Agenzien auf eine Temperatur von ca. 750°C bis ca. 1300°C behandelt wird, wobei die Bindemittel sich unter Bildung eines Kohlenstoffrückstands zersetzen, und ein poröser Kohlenstoffkörper zurückbleibt, im vierten Schritt der poröse Kohlenstoffkörper bis über die Schmelztemperatur des Siliciums oder der anderen carbidbildenden Elemente erhitzt wird, wobei diese mit dem gebildeten Kohlenstoff reagieren und eine alveoläre Struktur ergeben mit einem Gerüst aus den gebildeten Carbiden und nicht umgesetzten Resten von Kohlenstoff oder den carbidbildenden Elementen, und im fünften Schritt weiteres Silicium zugegeben wird bei einer Temperatur oberhalb von dessen Schmelztemperatur, wobei sich zumindest ein Teil der Poren der Struktur mit elementarem ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Reibscheiben aus keramischen Werkstoffen mit verbesserter Reibschicht, und deren Verwendung als Bremsscheiben oder Kupplungsmitnehmerscheiben.

Keramische Werkstoffe zeichnen sich gegenüber Metallen unter anderem durch hohe Härte, sowie thermische Beständigkeit und Beständigkeit gegen Korrosion aus. Die geringere Festigkeit und höhere Bruchempfindlichkeit von keramischen Werkstoffen kann durch in keramischen Verbundwerkstoffen enthaltene Verstärkungsfasern kompensiert werden. Die als disperse Phase in den keramischen Werkstoffen enthaltenen Verstärkungsfasern wirken als Rißverzweigungs- und Rißumlenkungsstellen; dabei können die mechanischen Spannungen auf ein größeres Volumenelement verteilt und unter die (lokale) Bruchfestigkeit erniedrigt werden.

Einerseits bewirken diese Fasern, die bevorzugt aus Kohlenstoff bestehen, bei guter Anbindung an die Matrix des keramischen Werkstoffs eine erhebliche Erhöhung der Steifigkeit (Modul) und Festigkeit des Werkstoffs, andererseits können diese Fasern als Oxidationswege wirken, da Fasern aus Kohlenstoff bei hohen Betriebstemperaturen oxydativ geschädigt werden, und "verbrannte" Fasern Kanäle bilden können, längs derer Sauerstoff ins Innere des Werkstücks gelangen kann und so zu weiterer Schädigung führen kann. Durch "verbrannte" Fasern wird bei der Anwendung als Bremsscheibe zusätzlich die Oberfläche der Bremsscheibe rauher, dies bewirkt einen stärkeren abrasiven Verschleiß der Bremsbeläge.

Bremsscheiben aus keramischen Verbundwerkstoffen beispielsweise zeichnen sich gegenüber Bremsscheiben aus Metall unter anderem durch niedrigere Dichte, niedrigeren Verschleiß und höhere Verzögerungsleistung aus.

Aus dem Stand der Technik (DE 100 48 012 A1) sind solche Carbon-Keramik-Bremsscheiben bekannt, die einen mehrschichtigen Aufbau aus Tragkörper und Reibschichten haben, und bei denen der Tragkörper mit langen Fasern aus Kohlenstoff (mittlere Länge zwischen 4 mm und 20 mm) verstärkt ist, und die Reibschichten Kurzfasern aus Kohlenstoff (mittlere Länge zwischen 0,5 mm und 8 mm) als Verstärkungsmittel aufweisen. Eine Verstärkung des Werkstoffs durch Fasern aus Kohlenstoff ist für die Funktion der Reibschicht nicht wesentlich; der Gehalt an Fasern wirkt sich aber auf die Ausbildung von Rißstrukturen und auf den thermischen Ausdehnungskoeffizienten aus.

In den Untersuchungen, die der vorliegenden Erfindung zugrundelagen, wurde gefunden, daß bei thermischer Belastung die an der Oberfläche liegenden Fasern aus Kohlenstoff bevorzugt oxydieren und daher Fehlstellen und Rauhigkeiten bilden. Es besteht daher die Aufgabe, Fasern aus Kohlenstoff als Verstärkungsmittel für keramische Werkstoffe zur Anwendung in Reibschichten zumindest teilweise zu ersetzen, um die oxydative und thermische Stabilität dieser Werkstoffe zu verbessern.

Es wurde gefunden, daß zur Herstellung der Reibschichten eine Mischung von feinteiligem Silicium und/oder feinen Teilchen von anderen carbidbildenden Elementen mit einem Harz in partikulärer Form und gegebenenfalls feinteiligem Kohlenstoff sowie gegebenenfalls Kurzfasern aus Kohlenstoff eingesetzt werden kann, wobei der Massenanteil an Fasern vermindert werden kann auf maximal 50% der zur Herstellung der Reibschicht eingesetzten Rohstoffe, oder sogar ganz auf Verstärkungsfasern verzichtet werden kann.

Als "feine Teilchen" oder "feinteilig" werden solche Partikel bezeichnet, die eine mittlere Teilchengröße von bis zu 2000 &mgr;m, insbesondere 350 &mgr;m, bevorzugt von 5 &mgr;m bis zu 250 &mgr;m, und besonders bevorzugt von 10 &mgr;m bis zu 150 &mgr;m aufweisen. Die genannten Harze in partikulärer Form genügen derselben angegebenen Teilchengrößenverteilung. Im Fall der Verwendung von Silicium wird bevorzugt eine Korngröße (Teilchendurchmesser) im Bereich von 50 &mgr;m bis 2 mm eingesetzt.

Die Kurzfasern aus Kohlenstoff liegen bevorzugt in Form von Bündeln vor, wobei ca. 500 bis ca. 20000 Einzelfasern ein solches Bündel bilden. Die Länge der Kurzfasern beträgt 0.001 mm bis 30 mm, bevorzugt 0,1 mm bis 15 mm, und besonders bevorzugt. 0,2 mm bis 5 mm.

Die Erfindung betrifft daher ein Verfahren zur Herstellung von Reibscheiben aus keramischen Werkstoffen mit mindestens einer Reibschicht, deren Matrix Siliciumcarbid, Silicium und Kohlenstoff enthält, und die weiter gegebenenfalls eine disperse Phase enthalten von Bündeln von Kurzfasern aus Kohlenstoff, wobei der Massenanteil an Fasern maximal 50% der Massen aller zur Herstellung der Werkstoffe für die Reibschicht beträgt, wobei die Reibschichten hergestellt werden, indem zunächst eine Mischung von feinteiligem Silicium und/oder feinen Teilchen von anderen carbidbildenden Elementen mit mindestens einer weiteren Komponente ausgewählt aus einem Harz in partikulärer Form und einem Bindemittel ausgewählt aus Kunstharzen, Pechen und Mischungen von diesen, bereitet wird. Es ist möglich, hierbei die Bindemittel in Pulverform oder in flüssiger oder zähflüssiger Form zu verwenden. Dabei ist bevorzugt, ein Harz in partikulärer Form mit einem pulverförmigen Pech oder einer pulverförmigen Mischung von Pech und Harzen zu verwenden. Als Harze werden Phenolharze und Furanharze bevorzugt. Eine andere bevorzugte Ausführungsform ist die Verwendung von partikulärem Harz, insbesondere Phenolharzen und Furanharzen, mit flüssigen oder zähflüssigen Phenolharzen oder Pechen. Trockenmischungen können in einem Rührwerk, flüssige oder pastöse Mischungen in einem Kneter hergestellt werden. Eine Trockenmischung muß vor oder während der Formgebung entlüftet werden, bei flüssigen oder pastösen Mischungen werden diese bereits während des Mischvorgangs ohne weiteres Zutun entlüftet. Der durch Verdichten aus einer derartigen Mischung hergestellte Formkörper soll bevorzugt eine Porosität von höchstens 15% aufweisen, gemessen als Volumenanteil von Poren in dem Formkörper. Zur Herstellung von Reibscheiben werden diese Mischungen bei Temperaturen von bis zu 280°C, bevorzugt bis zu 220°C, und insbesondere bis zu 180°C zu zylindrischen Ringscheiben verpreßt und gehärtet. Die so erhaltenen Formkörper werden allein oder in einem Verbund mit einem ebenfalls zylinderringförmigen Tragkörper zu Reibscheiben weiterverarbeitet.

Dazu werden in der ersten Alternative die Formkörper unter Ausschluß von oxydierenden Agenzien auf eine Temperatur von ca. 750°C bis ca. 1300°C erhitzt, bevorzugt von 900°C bis 1200°C, wobei die Bindemittel sich unter Bildung eines Kohlenstoffrückstands zersetzen. Der gebildete poröse Kohlenstoff-Körper enthält das in der Mischung ursprünglich enthaltene feinteilige Silicium oder ursprünglich enthaltene feine Teilchen anderer carbidbildender Elemente. Der gebildete Kohlenstoff-Rückstand behält dabei im wesentlichen die Form, die das Bindemittel in den Zwickeln und Bereichen zwischen den feinen Teilchen von Silicium und anderen carbidbildenden Elementen eingenommen hat. Beim weiteren Erhitzen bis über die Schmelztemperatur des Silicium oder der anderen carbidbildenden Elemente reagieren diese mit dem gebildeten Kohlenstoff und ergeben eine alveoläre Struktur mit einem Gerüst aus den gebildeten Carbiden und nicht umgesetzten Resten von Kohlenstoff oder den carbidbildenden Elementen. Diese alveoläre Struktur wird anschließend mit weiterem Silicium bei einer Temperatur oberhalb von dessen Schmelztemperatur infiltriert, wobei sich zumindest ein Teil der Poren der Struktur mit elementarem Silicium füllt, und nicht umgesetzter Kohlenstoff der alveolären Struktur mit Silicium zu Siliciumcarbid reagiert. Man erhält dabei einen Formkörper enthaltend Siliciumcarbid, Silicium sowie Reste von nicht umgesetztem Kohlenstoff.

In der zweiten Alternative werden die porösen Kohlenstoff-Körper, hergestellt wie oben beschrieben, auf einen vorher separat hergestellten Tragkörper aus mit Fasern bevorzugt aus Kohlenstoff verstärktem Kohlenstoff auf dessen beiden kreisringförmigen Deckflächen aufgelegt und gegebenenfalls fixiert, beispielsweise durch flächiges oder punktförmiges Verkleben oder durch Verstiften. Diese Verbunde werden anschließend aufgeheizt und mit flüssigem Silicium infiltriert, wobei sich in bekannter Weise aus Silicium und dem Kohlenstoff der aufgelegten porösen Kohlenstoff-Körper und des Tragkörpers Siliciumcarbid bildet.

Bevorzugt wird als carbidbildendes Element Silicium oder eine dieses enthaltende Mischung gewählt; die Matrix enthält dann, gegebenenfalls in Mischung mit anderen Carbiden, Siliciumcarbid. Andere carbidbildende Elemente, die für die Erfindung bevorzugt in Mischung mit Silicium verwendet werden können, sind Chrom, Molybdän, Wolfram, Eisen, Kobalt, Nickel, Kupfer, Vanadium, Niob, Tantal, Titan, Zirkon und Hafnium.

Der Massenanteil der feinteiligen carbidbildenden Elemente in der Mischung zur Herstellung der Reibschicht beträgt 20% bis 70%, bevorzugt 30% bis 65%, und besonders bevorzugt 35% bis 60%. Dementsprechend ist der Massenanteil an Bindemitteln und partikulären Harzen in der Mischung von 30% bis 80%, bevorzugt von 35% bis 70%, und besonders bevorzugt von 40% bis 65%. Die Mischung enthält optional einen Massenanteil von bis zu 50% an feinteiligem Kohlenstoff und ebenfalls optional einen Massenanteil von bis zu 50% an Kurzfasern aus Kohlenstoff.

Bevorzugt werden als Bindemittel solche Stoffe eingesetzt, die bei Erhitzen unter Ausschluß von oxydierenden Agenzien auf Temperaturen von 750°C bis 1300°C einen möglichst hohen Rückstand an Kohlenstoff ergeben, beispielsweise Phenolharze, Furanharze, aromatische Polymere wie aromatische Polyester, Polyamide oder Polyimide. Ebenso geeignet, auch in Mischung mit den genannten Polymeren, sind Peche.

Bevorzugt werden Fasern aus Kohlenstoff in geringeren Massenanteilen als dem Maximum von 50% eingesetzt, besonders bevorzugt werden dabei Bereiche für den Massenanteil von maximal 30%, und insbesondere von maximal 10%.

Die gemäß der Erfindung hergestellten Reibscheiben werden insbesondere als Bremsscheiben und Kupplungsmitnehmerscheiben verwendet.

Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert.

Beispiel 1 Herstellung einer Mischung für die Reibschicht

500 g eines Silicium-Granulats (®Silgrain, Fa. Elkem, Durchmesser der Teilchen bis zu 70 &mgr;m) wurden mit 400 g eines trockenen Phenolharzpulvers (®Bakelite 223, Fa. Hexion) in einem Intensivmischer der Fa. Eirich bei 300 min–1 vorgemischt. Anschließend wurden bei einer erhöhten Drehzahl von 1200 min–1 innerhalb von 5 Minuten 300 ml einer wäßrigen Lösung von Polyvinylalkohol (Massenkonzentration in der Lösung: 5 g in 100 g) zugesetzt. Es bildet sich eine als "Granulat" bezeichnete klumpige Masse. Diese wird in einem Trockenschrank auf eine Restfeuchte von ca. 2,5% getrocknet (restlicher Massenanteil von Wasser im Granulat).

Beispiel 2 Herstellung eines Formkörpers für eine Reibschicht

350 g des getrockneten Granulats von Beispiel 1 wurden in eine zylindrische Preßform mit einem Außendurchmesser von 350 mm und einem Durchmesser des inneren Zylinders von 180 mm auf gleiche Höhe eingefüllt, und bei einem Druck von 170 MPa und einer Temperatur von 150°C zehn Minuten lang gepreßt. Nach dem Aushärten wurde eine 3 mm dicke zylinderringförmige Scheibe mit einem Außendurchmesser von 350 mm und einem Innendurchmesser von 180 mm erhalten.

Beispiel 3 Herstellung eines Tragkörpers

Gemäß der Beschreibung in der Patentanmeldung DE 197 10 105 A1 wurden beschichtete Graphit-Kurzfasern hergestellt. Mit diesen Fasern wurde eine Preßmasse zubereitet aus 25 kg einer Fraktion der genannten Fasern mit einem Längenbereich von 1 mm bis 2 mm, 6 kg einer Fraktion der genannten Fasern mit einem Längenbereich von bis zu 0,5 mm, und 4 kg einer Faserfraktion mit einem Längenbereich von 0,5 mm bis 1 mm, und 10 kg eines Phenolharzes (®Norsophen 1203), wobei diese Mischung in einem Intensivmischer der Firma Eirich acht Minuten bei einer Drehzahl von 500 min–1 homogenisiert wurde. 3,2 kg der so hergestellten Preßmasse wurden in eine Form in Gestalt eines Zylinderrings mit einem Außendurchmesser von 360 mm und einem Innendurchmesser von 160 mm gefüllt. Kunststoffkerne mit der Form der gewünschten Kühlkanäle wurden beim Befüllen in die Form eingelegt. In einer Warmfließpresse bei einem Druck von 2,5 N/mm2 und einer Temperatur von bis zu 180°C wurde die Masse zu einem Grünling gehärtet, der anschließend bei ca. 900°C unter Ausschluß von oxydierenden Agenzien carbonisiert wurde unter Bildung eines porösen faserverstärkten Kohlenstoff-Körpers. Der Körper erlitt einen Massenverlust von 12,5%, bezogen auf die Einsatzmasse. Der Körper wurde auf die gewählte Endgeometrie bearbeitet.

Beispiel 4 Herstellung einer Verbundscheibe aus einem carbonisierten Tragkörper und zwei zylindrischen Preßplatten gemäß Beispiel 2

Zwei Preßplatten gemäß Beispiel 2 wurden in einem Ofen bei einer Heizrate von 2 K/min unter Schutzgas (Argon) auf eine Temperatur von 900°C erhitzt, wobei die gehärteten Phenolharzanteile zu amorphem Kohlenstoff umgewandelt wurden. Diese Scheiben wurden nach Abkühlen und Entnahme aus dem Ofen auf jeweils eine Deckfläche eines zylinderringförmigen Tragkörpers gemäß Beispiel 3 mit einem Phenolharzkleber fixiert. Durch Härten in einer Presse bei 140°C und einem Druck von 100 MPa wurde eine Verbundscheibe mit einer Masse von ca. 2200 g hergestellt. Die Scheibe wurde in einen Graphittiegel auf drei poröse Kohlenstoff-Dochte aufgelegt, der Tiegel wurde mit 2800 g Silicium-Granulat (Körnung bis 2 mm) befüllt und in einem Vakuumofen unter vermindertem Druck (ca. 5 mbar) auf eine Temperatur von ca. 1700°C erhitzt. Die Aufheizraten betrugen 5 K/min bis zu 1420°C, und 2 K/min bis zu 1700°C; das Silicium schmolz ab 1420°C und drang über die offenen Poren in den Verbundkörper ein, wo es mit dem Kohlenstoff zu SiC reagierte. Nach dem Abkühlen wurde das gebildete C/SiC-Bauteil entnommen und an den freien Deckflächen überschliffen.


Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung von Reibscheiben aus keramischen Werkstoffen mit mindestens einer Reibschicht, deren Matrix Siliciumcarbid, Silicium und Kohlenstoff enthält, wobei

– im ersten Schritt eine Mischung von feinteiligem Silicium und/oder feinen Teilchen von anderen carbidbildenden Elementen mit mindestens einer weiteren Komponente ausgewählt aus einem Harz in partikulärer Form und einem Bindemittel ausgewählt aus Kunstharzen, Pechen und Mischungen von diesen, bereitet wird,

– im zweiten Schritt die Mischung entlüftet und bei erhöhter Temperatur von bis zu 280°C zu einer zylindrischen oder zylinderringförmigen Scheibe verpreßt und gehärtet wird,

– im dritten Schritt die gehärtete Scheibe durch Erhitzen unter Ausschluß von oxydierenden Agenzien auf eine Temperatur von ca. 750°C bis ca. 1300°C behandelt wird, wobei die Bindemittel sich unter Bildung eines Kohlenstoffrückstands zersetzen, und ein poröser Kohlenstoffkörper zurückbleibt,

– im vierten Schritt der poröse Kohlenstoffkörper bis über die Schmelztemperatur des Siliciums oder der anderen carbidbildenden Elemente erhitzt wird, wobei diese mit dem gebildeten Kohlenstoff reagieren und eine alveoläre Struktur ergeben mit einem Gerüst aus den gebildeten Carbiden und nicht umgesetzten Resten von Kohlenstoff oder den carbidbildenden Elementen,

– im fünften Schritt weiteres Silicium zugegeben wird bei einer Temperatur oberhalb von dessen Schmelztemperatur, wobei sich zumindest ein Teil der Poren der Struktur mit elementarem Silicium füllt, und nicht umgesetzter Kohlenstoff der alveolären Struktur mit Silicium zu Siliciumcarbid reagiert.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die im dritten Schritt hergestellten porösen Kohlenstoff-Körper auf einen vorher separat hergestellten Tragkörper aus mit Fasern bevorzugt aus Kohlenstoff verstärktem Kohlenstoff auf dessen beiden kreisringförmigen Deckflächen aufgelegt werden, anschließend gemeinsam aufgeheizt und mit flüssigem Silicium infiltriert werden, wobei sich aus dem Silicium und dem Kohlenstoff der aufgelegten porösen Kohlenstoff-Körper und des Tragkörpers Siliciumcarbid bildet. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die porösen Kohlenstoffkörper und der Tragkörper vor dem Aufheizen und der Infiltration miteinander fixiert werden durch flächiges oder punktförmiges Verkleben oder durch Verstiften. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung des ersten Schrittes zusätzlich Kurzfasern aus Kohlenstoff enthält. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung des ersten Schrittes feinteiliges Silicium und ein Phenolharz in partikulärer Form enthält. Verwendung der gemäß Anspruch 1 hergestellten Reibscheiben als Bremsscheiben oder Kupplungsmitnehmerscheiben.






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