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Dokumentenidentifikation DE102006027197A1 13.12.2007
Titel Verfahren zum Beseitigen von Schaum in einer Trommelwaschmaschine und hierzu geeignete Trommelwaschmaschine
Anmelder BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, 81739 München, DE
Erfinder Hempel, Meike, 10439 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 12.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006027197
Offenlegungstag 13.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.12.2007
IPC-Hauptklasse D06F 39/06(2006.01)A, F, I, 20060612, B, H, DE
Zusammenfassung Verfahren zum Beseitigen von Schaum in einem Laugenbehälter (1) einer elektronisch gesteuerten Trommelwaschmaschine mit einem am Boden des Laugenbehälters (1) angeordneten Laugenablaufsystem mit einer Laugenpumpe, mit einem Sensor (15) zur Bestimmung einer Höhe der im Laugenbehälter (1) befindlichen Flüssigkeit, dessen Sensorsignal während des Betriebs der Laugenpumpe aufgezeichnet wird, und einer Trommel (2), wobei nach einem Hauptwaschgang und einem Abpumpen der Flüssigkeit die folgenden Schritte durchgeführt werden:
a) abwechselndes Drehen der Trommel mit einer niedrigen Drehzahl U1 und Stillstehen der Trommel sowie Abpumpen der Flüssigkeit während eines Zeitraums t1 von 30 Sekunden bis 15 Minuten,
b) Einlassen von Wasser in einer Menge, die ausreicht, um alle Wasserwege zu bedecken, und Spülen während eines kurzen Zeitraums t2, wobei eine Niveauregelung über eine sehr kleine Hysterese erfolgt,
c) Abpumpen der Flüssigkeit, während die Trommel mit einer niedrigen Drehzahl U2 bewegt wird;
sowie hierzu geeignete Trommelwaschmaschine.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beseitigen von Schaum in einer Trommelwaschmaschine und eine hierzu geeignete Trommelwaschmaschine. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Beseitigen von Schaum in einem Laugenbehälter einer elektronisch gesteuerten Trommelwaschmaschine, bei dem nach einem Hauptwaschgang und einem Abpumpen der Flüssigkeit bestimmte Schritte durchgeführt werden, sowie eine hierzu geeignete Trommelwaschmaschine.

In einer herkömmlichen Trommelwaschmaschine wird bereits nach der Hauptwäsche und den Spülgängen hochtourig geschleudert. Wenn viel Schaum vorhanden ist oder beim Schleudern entsteht, fördert die Laugenpumpe aber das Schaum-Laugengemisch nicht oder jedenfalls schlecht. Das Schleudern wird daher bei einem Nachweis von Schaum beim Abpumpen nicht ausgeführt oder im Falle eines Nachweises von Schaum während des Schleuderns abgebrochen. Eine frühzeitige Schaumerkennung ist somit wichtig, damit effiziente Maßnahmen zur Beseitigung des Schaums ergriffen werden können.

Gemäß der DE 41 04 151 A1 wird der Schaum durch Einschalten einer Heizeinrichtung zerstört. Um auch den Schaum in der weiteren Umgebung der Heizeinrichtung zu zerstören, wird die Trommel langsam gedreht, so dass weiterer Schaum zur Heizeinrichtung gelangt und dort durch Wärmezufuhr zerstört wird.

In der DE 43 34 969 A1 ist eine Einrichtung zur Zerstörung von Waschmittelschaum beschrieben, die eine Vorrichtung zur Erzeugung von Heißluft aufweist, welche durch eine Zuleitung in der Laugenbehälterwand zwischen den Laugenbehälter und die Trommel eingeleitet wird.

Außerdem sind Verfahren zum Beseitigen von Schaum in einem Laugenbehälter einer Trommelwaschmaschine aus der DE 102 34 472 A1 sowie der DE 198 36 248 A1 bekannt.

So beschreibt DE 102 34 472 A1 ein Verfahren zum Beseitigen von Schaum in einem Laugenbehälter einer elektronisch gesteuerten Trommelwaschmaschine in Folge eines Programmschrittes, der zum Entwässern des Laugenbehälters vorgesehen ist, mit einem am Boden des Laugenbehälters angeordneten Laugenablaufsystem mit einer Laugenpumpe und mit einem Sensor zur Bestimmung der Höhe der im Laugenbehälter befindlichen Flüssigkeit. Der Verlauf des Sensorsignals (P), das während des Betriebs der Laugenpumpe aufgezeichnet wird, enthält einen Gradienten &Dgr;pn/&Dgr;tn im Vergleich zu &Dgr;pn–1/&Dgr;tn–1, welcher die Anwesenheit von Schaum anzeigt, worauf dann eine auf den Gradienten abgestimmte Schaumbehandlungsmaßnahme eingeleitet wird.

In der EP 0 278 239 A1 wird eine übermäßige Schaumbildung im Hauptwaschgang, die während des Heizens von Waschlauge im Laugenbehälter zu beobachten ist, durch Zugabe einer begrenzten Menge kalten Wassers und/oder durch vorübergehendes Ausschalten der Laugenheizung beseitigt.

Aufgabe der Erfindung war daher die Bereitstellung eines Verfahrens, mit dem der in einer Waschmaschine entstehende Schaum wirksamer bekämpft werden kann als mit herkömmlichen Verfahren. Außerdem war es Aufgabe der Erfindung, eine zur Durchführung dieses Verfahrens geeignete Trommelwaschmaschine aufzuzeigen.

Erfindungsgemäß werden diese Aufgaben durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 1 und durch eine Trommelwaschmaschine mit den Merkmalen von Anspruch 6 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen aufgeführt.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein Verfahren zum Beseitigen von Schaum in einem Laugenbehälter einer elektronisch gesteuerten Trommelwaschmaschine mit einem am Boden des Laugenbehälters angeordneten Laugenablaufsystem mit einer Laugenpumpe, mit einem Sensor zur Bestimmung der Höhe einer im Laugenbehälter befindlichen Flüssigkeit, dessen Sensorsignal während des Betriebs der Laugenpumpe aufgezeichnet wird, und einer Trommel, wobei nach einem Hauptwaschgang und einem Abpumpen der Flüssigkeit die folgenden Schritte durchgeführt werden:

  • a) Abwechselndes Drehen der Trommel mit einer niedrigen Drehzahl U1 und Stillstehen der Trommel sowie Abpumpen der Flüssigkeit während eines Zeitraums t1 von 30 Sekunden bis 15 Minuten, vorzugsweise 2 bis 10 Minuten, ganz besonders bevorzugt 2,5 bis 4 Minuten,
  • b) Einlassen von Wasser in einer Menge, die ausreicht, um alle Wasserwege zu bedecken, und Spülen während eines kurzen Zeitraums t2, wobei eine Niveauregelung über eine sehr kleine Hysterese erfolgt,
  • c) Abpumpen der Flüssigkeit während die Trommel mit einer niedrigen Drehzahl U2 bewegt wird.

Gegenstand der Erfindung ist außerdem eine Trommelwaschmaschine mit einer Programmsteuerung zur Steuerung des Programmablaufs, einer in einem Laugenbehälter drehbar gelagerten Trommel, einem am Boden des Laugenbehälters angeordneten Laugenablaufsystem mit einer Laugenpumpe, einem Antriebsmotor für die Trommel, einer Heizeinrichtung, einem Sensor zur Bestimmung der Höhe der im Laugenbehälter befindlichen Flüssigkeit und Schaltmitteln zum Drehen und Anhalten der Trommel, wobei die Schaltmittel im Falle einer Detektion von Schaum das vorstehend beschriebene Verfahren durchführen können.

Im Schritt a) beträgt die Drehzahl U1 vorzugsweise von 20 bis 60, besonders bevorzugt zwischen 30 und 50 Umdrehungen pro Minute.

Im Schritt a) beträgt die Einschaltdauer (im Folgenden mit „ED" abgekürzt) vorzugsweise 2 bis 30 %, besonders bevorzugt 5 bis 15 %. Die Einschaltdauer ED ist hierbei ein Maß für den zeitlichen Anteil des Drehens der Trommel bezogen auf die Gesamtzeit für das Drehen und den Stillstand der Trommel. Die Einschaltdauer wird normalerweise in % angegeben, wobei 50 % bedeutet, dass sich die Trommel über einen bestimmten Zeitraum hinweg zur Hälfte bewegt und zur Hälfte stillsteht, beispielsweise 30 Sekunden bewegt und 30 Sekunden stillsteht.

Im Schritt a) wird die Trommel vorzugsweise mit einer Häufigkeit von 1 bis 5, besonders bevorzugt 2 bis 4 Drehvorgängen pro Minute gedreht.

Es ist bevorzugt, dass die Pumpe bei Trommelstillstand abgeschaltet ist. Das Drehen der Trommel erfolgt bevorzugt in beiden Richtungen, also reversierend.

Wenn im Schritt b) eine Wassermenge eingelassen wird, die zur Bedeckung aller Wasserwege ausreicht, so bedeutet dies, dass der Wassereinlass bis auf ein sicheres, hohes Niveau über allen Wasserwegen stattfindet. Mit Wasserwegen sind die Wege gemeint, auf denen Wasser in den Laugenbehälter gelangt. Dies kann ausschließlich über eine Einspülschale geschehen, wodurch auch Waschmittel mit in den Laugenbehälter gespült wird, und/oder direkt in den Laugenbehälter.

Der verbleibende Schaum wird auf diese Weise mit reichlich Wasser aus den Wasserwegen bespült und verdünnt. Bevorzugt wird hierzu Wasser mit einer Temperatur verwendet, die unterhalb der Temperatur der Waschlauge im Laugenbehälter während des Hauptwaschgangs liegt, da hierdurch die Waschlauge abgekühlt wird. Die Wasserwege werden frei gespült, wodurch verhindert wird, dass dort sitzende Schaumpfropfen bei einem nachfolgenden Spülen in die Einspülschale – und evtl. aus der Waschmaschine – gedrückt werden. Das Abkühlen der Waschlauge verhindert zudem die Stabilisierung des Schaums.

Im Schritt b) stehen die Begriffe „Einlassen von Wasser" und „Spülen" in einem engen untrennbaren Zusammenhang, der sich aus der Beschreibung von Schritt b) ergibt.

Erfindungsgemäß erfolgt im Schritt b) eine Niveauregelung über eine sehr kleine Hysterese. „Hysterese" im Sinne der Erfindung ist die Druckdifferenz zwischen dem Druck beim oberen Schaltpunkt für die Wasserzufuhr und dem Druck beim unteren Schaltpunkt für die Wasserzufuhr. Erfindungsgemäß ist es bevorzugt, wenn sich diese Druckdifferenz (Hysterese) im Bereich von 10 bis 150 Pa, mehr bevorzugt von 20 bis 100 Pa und ganz besonders bevorzugt im Bereich von 30 bis 70 Pa befindet. Bei einer erfindungsgemäß sehr kleinen Hysterese wurde überraschend gefunden, dass sich ohne erneutes Aufschlagen (Schaumbildung) eine effektive Schaumverdünnung ergibt. Es wurde gefunden, dass die Lösung des Schaums im Wasser ein Absinken des Drucks bewirkt; die kleine Hysterese unterstützt häufiges Nachziehen von Wasser, so dass stets die größtmögliche Wassermenge zur Verdünnung der Waschmittelkonzentration in der Waschmaschine vorliegt.

Der Zeitraum t2 beträgt vorzugsweise von 1 bis 5 Minuten, besonders bevorzugt von 1 bis 3 Minuten.

Das Abpumpen der Flüssigkeit im Schritt c) geschieht, während die Trommel mit einer niedrigen Drehzahl U2 bewegt wird. Die Werte der Drehzahl U2 liegen vorzugsweise im dem für die Drehzahl U1 angegebenen Vorzugsbereich, wobei die Drehzahlen U1 und U2 unabhängig voneinander gewählt werden können.

Die leichte Bewegung der Trommel im Schritt c) verhindert, dass sich der Schaum wie eine Decke auf die Wäsche legt. Stattdessen wird der Schaum umgewälzt und besser abtransportiert.

Es ist bevorzugt, dass zwischen Schritt a) und Schritt b) mit einer Drehzahl U3 der Trommel unterhalb von 500 Umdrehungen/Minute, vorzugsweise mit einer Drehzahl unterhalb von 400 Umdrehungen/Minute, ganz besonders bevorzugt mit einer Drehzahl im Bereich von 100 bis 200 Umdrehungen pro Minute über einen kurzen Zeitraum t3 geschleudert wird (Schritt d)). Der Zeitraum t3 beträgt vorzugsweise von 30 Sekunden bis 5 Minuten, besonders bevorzugt von 1 bis 2 Minuten.

Es wurde überraschend gefunden, dass der Schaum bei diesem Schleudern nicht neu aufgeschlagen oder aus dem Laugenbehälter herausgedrückt wird. Stattdessen wird der destabilisierte Schaum zerschlagen und umstrukturiert bzw. kompaktiert.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird anschließend an Schritt d), d.h. zwischen den Schritten d) und c),

  • (e) abwechselnd ein Drehen der Trommel mit einer niedrigen Drehzahl U5 und ein Stillstehen der Trommel sowie ein Abpumpen der Flüssigkeit während eines Zeitraums t4 von 30 Sekunden bis 15 Minuten, vorzugsweise 2 bis 10 Minuten, ganz besonders bevorzugt 2,5 bis 4 Minuten durchgeführt (Schritt e)).

Im Schritt e) liegen die Werte der Drehzahl U5 vorzugsweise im dem für die Drehzahl U1 angegebenen Vorzugsbereich, wobei die Drehzahlen U1 und U5 unabhängig voneinander gewählt werden können.

Beim Verfahren wird vorzugsweise anschließend an Schritt c) ein reguläres Spülschleudern (Schleudern vor einem Spülgang) durchgeführt, in dem erneut Schaum erkannt werden kann. Vorzugsweise wird hierbei beim Erkennen von Schaum das Schleudern abgebrochen und das erfindungsgemäße Verfahren mit den Schritten a) bis c) sowie ggf. Schritten d) und e) ausgeführt.

Es wurde überraschend gefunden, dass es beim erfindungsgemäßen Verfahren zu einem effizienten „Abtropfen" des Schaums kommt. Das Wasser rinnt entlang der Wände der Häutchen der Bläschen abwärts und läuft durch die in der Trommel vorhandenen Löcher ab. Es wird angenommen, dass der Schaum aufgrund der immer dünner werdenden Bläschenwände instabil wird. Aufgrund der Bewegung der Trommel wird somit der Schaum zerschlagen. Die zerplatzten Bläschen setzen dann weitere Flüssigkeit frei, die in der an die Bewegung der Trommel anschließenden Ruhephase abfließen kann.

Beim erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt im Schritt a) und ggf. im Schritt e) ein abwechselndes Drehen und Stillstehen der Trommel. Das Abpumpen der Flüssigkeit geschieht dabei vorzugsweise in Intervallen, wobei sich das Wasser zwischen den Pumpschritten ansammeln kann. Während der Bewegungs- und Stillstandsphasen der Trommel kann die Pumpe angeschaltet sein. Vorzugsweise wird die Pumpe jedoch zwischen den Pumpschritten ausgeschaltet.

Vorzugsweise erfolgt vor der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Prüfung auf das Vorhandensein von Schaum („Schaumdetektion"). Welche Art von Sensoren zur Schaumdetektion zum Einsatz kommen, ist für die im Falle eines Schaum anzeigenden Signals („Schaumsignal") durchzuführenden Maßnahmen unwichtig.

Im Allgemeinen wird eine Schaumdetektion beim Abpumpen der Waschlauge sowie beim Spülen angewandt. Vorzugsweise wird dabei eine der folgenden Maßnahmen ergriffen:

  • – Schaumdetektion beim Abpumpen bei Stillstand der Trommel mittels Auswertung der Gradienten im Druckverlauf bei einem Sensor (z.B. einem Gebergehäuse, das im Allgemeinen einen Luftschlauch enthält, in dem durch Zusammendrücken von Luft die Menge an vorhandenem Wasser bestimmt werden kann).
  • – Schaumerkennung mittels eines im Schleudern detektierten Druckniveaus im Gebergehäuse

Die Schaumdetektion kann auch über eine Leitwertmessung mit zwei Elektroden im unteren Bereich des Laugenbehälters erfolgen.

Darüber hinaus ist eine Schaumdetektion beim Schleudern mittels einer Auswertung der Soll/Ist -Drehzahldifferenz möglich. Bei der Schaumdetektion mittels Auswertung der Soll/Ist-Drehzahldifferenz wird vom Umstand Gebrauch gemacht, dass der Schaum eine sich drehende Trommel bremsen kann, wodurch es zu einem Unterschied zwischen der Soll- und der Ist-Drehzahl kommt. Hierbei ist die Zuordnung zwischen einer bestimmten Schaumkonzentration und der Soll/Ist-Differenz im Allgemeinen in einem Datenspeicher der Trommelwaschmaschine hinterlegt.

Bei Detektion von Schaum während des Schleuderns wird das Schleudern abgebrochen und das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt.

Zusätzlich zu den Schritten a) bis f) können im erfindungsgemäßen Verfahren weitere Schaumbekämpfungsmaßnahmen ergriffen werden. Beispielsweise kann im Spülgang ein Druckniveau freigegeben werden, das nicht zulässt, dass Schaum (eine Schaummatte) aus der Einspülschale (Einspülen des Waschmittels) herausgedrückt werden kann. Freigeben eines Druckniveaus bedeutet hierbei, dass beim Sensor ein bestimmter Druckwert vorgegeben wird, bis zu dessen Erreichen Wasser in den Laugenbehälter eingefüllt wird. Diese Methode ist bei Anwesenheit von Schaum bevorzugt. Sofern kein Schaum vorhanden ist, wird im Allgemeinen eine bestimmte vorgegebene Wassermenge eingefüllt.

Eine weitere Maßnahme zur Bekämpfung von Schaum besteht darin, dass die Einschaltdauer ED reduziert wird.

Als weitere Maßnahme zur Unterdrückung von Schaum kann während der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Substanz zur Inhibition des Schaums automatisch zudosiert werden. Dies ist insbesondere sinnvoll, wenn ohnehin Einrichtungen zum automatischen Dosieren von Waschmitteln in einer Trommelwaschmaschine vorhanden sind.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im Folgenden anhand der 1 bis 3 näher illustriert.

1 ist eine schematische Darstellung der vorliegend relevanten Teile einer Trommelwaschmaschine, in der ein Verfahren zur Beseitigung von Schaum durchgeführt werden kann.

2 ist eine graphische Darstellung eines typischen Ausschnittes aus dem zeitlichen Verlauf von Drehzahl, Wasserzulauf, Druck und Temperatur während eines Waschvorgangs für den Fall der Detektion von Schaum bei einem herkömmlichen Verfahren.

3 ist eine graphische Darstellung eines Ausschnittes aus dem zeitlichen Verlauf von Drehzahl, Wasserzulauf, Druck und Temperatur während eines Waschvorgangs im Falle von Schaum bei einer Ausführungsform des Verfahrens.

1 ist eine schematische Darstellung der vorliegend relevanten Teile einer Ausführungsform für eine Trommelwaschmaschine, in der das nachfolgend zu beschreibende Verfahren zur Beseitigung von Schaum durchgeführt werden kann. Andere Ausführungsformen sind denkbar. Die Trommelwaschmaschine der in 1 gezeigten Ausführungsform weist einen Laugenbehälter 1 auf, in dem eine Trommel 2 drehbar gelagert und durch den Antriebsmotor 14 antreibbar ist. Gemäß neueren Erkenntnissen für die Ergonomie beim Umgang mit solchen Trommelwaschmaschinen ist die Drehachse 3 der Trommel 2 aus der Horizontalen um einen kleinen Winkel (z.B. 13°) nach vorne oben gerichtet, so dass der Benutzer der Trommelwaschmaschine einen leichteren Zugang und Einblick in das Innere der Trommel 2 hat. Durch diese Anordnung wird im Zusammenwirken mit besonders geformten Wäschemitnehmern 4 und Schöpfeinrichtungen 5 für die Waschlauge 6 an der Innenfläche des Trommelmantels außerdem auch eine Intensivierung der Durchflutung der Wäsche 7 mit Waschlauge und eine Verminderung der sogenannten freien Flotte erreicht, welche diejenige Menge an Waschlauge im Laugenbehälter 1 bezeichnet, die durch die gesättigte Wäsche nicht mehr aufgenommen werden kann (im Wesentlichen unterhalb des tiefsten Punktes der Wäschetrommel 2).

Die Trommelwaschmaschine weist zudem ein Laugenzulaufsystem auf, das eine Wasseranschlussarmatur für das Hauswassernetz 8, ein elektrisch steuerbares Ventil 9 und eine Zuleitung 10 zum Laugenbehälter 1 umfasst, die gegebenenfalls auch über eine Waschmitteleinspüleinrichtung („Einspülschale") 11 geführt sein kann, aus der das Zulaufwasser Waschmittelportionen in den Laugenbehälter 1 transportieren kann. Außerdem befindet sich im Laugenbehälter 1 eine Heizeinrichtung 13. Das Ventil 9 wie auch die Heizeinrichtung 13 können durch eine Steuereinrichtung („Programmsteuerung") 12 in Abhängigkeit von einem Programmablaufplan gesteuert werden, der an ein Zeitprogramm und/oder an das Erreichen von gewissen Messwerten von Parametern wie Laugenniveau, Laugentemperatur, Drehzahl der Wäschetrommel usw. innerhalb der Trommelwaschmaschine gebunden sein kann. 15 bedeutet einen Sensor für die Messung des Druckes im Laugenbehälter 1.

2 ist eine graphische Darstellung eines typischen Ausschnittes aus dem zeitlichen Verlauf von Drehzahl, Wasserzulauf, Druck und Temperatur für den Fall der Detektion von Schaum bei einem vorbekannten Verfahren. Beim Abpumpen der Waschlauge fällt der am Sensor 15 gemessene Druck ab, was zur Schaumdetektion führt. Wie der zeitliche Verlauf der Drehzahl der Trommel zeigt, findet das erste Spülschleudern nicht statt. Der erste Spülgang wird mit reduzierter Einschaltdauer ED durchgeführt. Im ersten ausgeführten Schleudern wird erneut Schaum detektiert, woraufhin das Schleudern abgebrochen wird. Der Spülgang wird wieder mit reduzierter Einschaltdauer ED durchgeführt. Beim dritten Schleudern wird kein Schaum detektiert, so dass die Einschaltdauer ED im nachfolgenden Spülgang wieder hoch ist.

3 ist eine graphische Darstellung eines Ausschnittes aus dem zeitlichen Verlauf von Drehzahl, Wasserzulauf, Druck und Temperatur im Falle von Schaum bei einer Ausführungsform des hier vorgestellten Verfahrens. Im Vergleich zu 2 ist der zeitliche Verlauf von Drehzahl, Wasserzulauf, Druck und Temperatur deutlich unterschiedlich.

Die Erfindung hat zahlreiche Vorteile. Die erfindungsgemäße Methode zeichnet sich durch eine hohe Wirksamkeit bei Schaum aus, der beim Waschen entsteht und im ersten Spülschleudern zum Überschäumen führen kann. Hierbei wird erst dann geschleudert, wenn der Schaum ausreichend reduziert ist und die Gefahr des Schaumaustritts aus der Einspülschale nicht mehr besteht.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren ist eine bloße Verdünnung des Schaums nicht notwendig. Bei diesem herkömmlichen Verfahren bestand aufgrund der ständigen Bewegung und dem Eintrag von Wasser in den Schaum die Gefahr eines Aufschlagens des Schaums. Der Schaum wurde nicht destabilisiert sondern stetig mit Wasser angereichert. Auf diese Weise konnte über mehrere Spülgänge – teilweise bis zum letzten Spülgang – sichtbarer Schaum in der Trommel verbleiben, während die Spülschleudergänge abgebrochen wurden. Die Spülwirkung war für diesen Fall sehr schlecht. Das erfindungsgemäße Verfahren vermeidet dies.

Beim erfindungsgemäßen Verfahren werden dagegen die Bläschen bereits vor der Zugabe von Wasser zerstört. Außerdem wird kein neuer Schaum aufgeschlagen, sondern stattdessen die Waschmittelkonzentration verringert. Das Spülschleudern kann ausgeführt werden, wodurch die Waschmittel enthaltende Lauge wirksam entfernt und die Spülwirkung verbessert wird.


Anspruch[de]
Verfahren zum Beseitigen von Schaum in einem Laugenbehälter (1) einer elektronisch gesteuerten Trommelwaschmaschine mit einem am Boden des Laugenbehälters (1) angeordneten Laugenablaufsystem mit einer Laugenpumpe, mit einem Sensor (15) zur Bestimmung einer Höhe der im Laugenbehälter (1) befindlichen Flüssigkeit, dessen Sensorsignal während des Betriebs der Laugenpumpe aufgezeichnet wird, und einer Trommel (2), dadurch charakterisiert, dass nach einem Hauptwaschgang und einem Abpumpen der Flüssigkeit die folgenden Schritte durchgeführt werden:

a) Abwechselndes Drehen der Trommel mit einer niedrigen Drehzahl U1 und Stillstehen der Trommel sowie Abpumpen der Flüssigkeit während eines Zeitraums t1 von 30 Sekunden bis 15 Minuten,

b) Einlassen von Wasser in einer Menge, die ausreicht, um alle Wasserwege zu bedecken, und Spülen während eines kurzen Zeitraums t2, wobei eine Niveauregelung über eine sehr kleine Hysterese erfolgt,

c) Abpumpen der Flüssigkeit während die Trommel mit einer niedrigen Drehzahl U2 bewegt wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Schritt a) und Schritt b) d) mit einer Drehzahl U3 der Trommel unterhalb von 500 Umdrehungen/Minute über einen kurzen Zeitraum t3 geschleudert wird. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass anschließend an Schritt d) (e) abwechselnd ein Drehen der Trommel mit einer niedrigen Drehzahl U5 und ein Stillstehen der Trommel sowie ein Abpumpen der Flüssigkeit während eines Zeitraums t4 von 30 Sekunden bis 15 Minuten durchgeführt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass anschließend an Schritt c) ein reguläres Spülschleudern erfolgt, in dem erneut Schaum erkannt werden kann. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass beim Erkennen von Schaum das Schleudern abgebrochen wird und das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3 erneut ausgeführt wird. Trommelwaschmaschine mit einer Programmsteuerung (12) zur Steuerung des Programmablaufs, einer in einem Laugenbehälter (1) drehbar gelagerten Trommel (2), einem am Boden des Laugenbehälters (1) angeordneten Laugenablaufsystem mit einer Laugenpumpe, einem Antriebsmotor (14) für die Trommel, einer Heizeinrichtung (13), einem Sensor (15) zur Bestimmung der Höhe der im Laugenbehälter (1) befindlichen Flüssigkeit und Schaltmitteln (9, 12, 14), zum Drehen und Anhalten der Trommel, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltmittel (9, 12, 14) im Falle einer Detektion von Schaum das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7 durchführen können.






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