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Dokumentenidentifikation DE19509549B4 13.12.2007
Titel Verfahren zur Erneuerung von Randstreifen
Anmelder Schlicksbier, Josef, 93083 Obertraubling, DE
Erfinder Schlicksbier, Josef, 93083 Obertraubling, DE
Vertreter Wasmeier, A., Dipl.-Ing.; Graf, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 93049 Regensburg
DE-Anmeldedatum 16.03.1995
DE-Aktenzeichen 19509549
Offenlegungstag 19.09.1996
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.12.2007
IPC-Hauptklasse E01C 19/46(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E01C 23/088(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäß Oberbegriff Patentanspruch 1.

Die Erneuerung von Randstreifen, d.h. von Banketten, die nicht aus teer- oder bitumengebundenem Material, d.h. insbesondere aus Sand und/oder Humus bestehen, mit Hilfe von Randstreifenfertigern ist bekannt. Es ist auch bekannt, dass derartige Randstreifen bzw. Bankette von Zeit zu Zeit erneuert werden müssen und zwar insbesondere deswegen, weil sie durch Ausfahren oder durch andere Einwirkungen zumindest teilweise ein Niveau aufweisen, welches deutlich über dem gewünschten oder erforderlichen Niveau liegt.

Bekannt ist ein Verfahren zum Einbau oder Erneuern von Randstreifen unter Verwendung eines Randstreifenfertigers mit einem an der Frontseite des Fertigers vorgesehenen Behälter zur Aufnahme von Randstreifenmaterial (DE 27 03 534 C2). Bei dem bekannten Verfahren wird der zu erneuernde Randstreifen mit Hilfe einer Fräse bearbeitet. Im Anschluss daran erfolgt das Ausbringen des Randstreifenmaterials aus dem Behälter des Randstreifenfertigers in einer solchen Menge, dass nach dem Glattstreichen und Verdichten des Materials der erneuerte Randstreifen ein vorgegebenes Niveau aufweist.

Bekannt ist weiterhin ein Verfahren zum Einbau oder zum Erneuern eines Randstreifens (DE 31 01 216 C2), bei dem der Randstreifen zunächst mit einem Niveau eingebaut wird, welches über dem Sollniveau des Randstreifens nach dem endgültigen Einbau oder Erneuern liegt. Nach dem Ausbringen des Randstreifenmaterials wird dieses bis auf das Sollniveau abgefräst. Ein gewisser Nachteil hierbei ist, dass beim Abfräsen gröberes Material, welches durch die Fräse nicht zerkleinert werden kann, insgesamt entfernt wird, so dass unter Umständen Vertiefungen im erneuerten Randstreifen entstehen, die dann manuell nachbearbeitet werden müssen.

Bekannt ist weiterhin ein Gerät zum Anlegen und/oder Erneuern ungepflasterter Wege in Grünanlagen (DE 39 17 387 C1), bei dem ein entlang des zu erstellenden oder erneuernden Weges bewegtes Fahrzeug seitlich einen Schneidschuh aufweist, mit dem das Oberflächenmaterial entlang des zu erstellenden oder zu erneuernden Weges abgetragen und dann über einen Förderer in einen Behälter des Fahrzeuges gefördert wird. Dieses bekannte Gerät ist für den Einbau oder die Erneuerung von Randstreifen weder geeignet noch bestimmt.

Bekannt ist schließlich ein Verfahren zum Abtragen und Neubeschichten von Straßendecken (DE 28 50 344 A1), bei dem mittels einer Fräse die neu zu beschichtende Straßendecke abgefräst, das hierbei anfallende Material sowie zusätzlich zugeführtes Material mit einem Bindemittel versehen und anschließend unter Verteilen wieder als Fahrbahndecke eingebaut wird.

Ausgehend von dem durch die DE 27 03 534 C2 bekannten Verfahren liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren aufzuzeigen, welches ein besonders rationelles und wirksames und hochqualitatives Erneuern eines Randstreifens ermöglicht.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Verfahren entsprechend dem Patentanspruch 1 ausgebildet.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der zu erneuernde Randstreifen auf ein Niveau abgefräst, welches tiefer liegt als das Niveau, das die Oberseite des erneuerten Randstreifens aufweisen soll oder das dem Niveau des erneuerten Randstreifens entspricht. Das beim Abfräsen anfallende Material wird im Behälter des Randstreifenfertigers zwischengelagert und vermischt sich dort mit anderem abgefrästem Material, bevor dieses Material zu einem späteren Zeitpunkt, d.h. an einem von dem Bereich, an dem das Material abgefräst wurde, entfernten Bereich eingebaut wird, und zwar beispielsweise an einer tieferen oder breiteren Stelle des zu erneuernden Bankettes.

Da auch bei längeren fahrbaren Strecken das Erneuern des Bankettes jeweils unter Verwendung des abgefrästen Materials erfolgen kann, ist ein besonders rationelles Arbeiten möglich. Besonders vorteilhaft ist aber, dass durch das Zwischenlagern des abgefrästen Materials und durch das jeweils zwangsweise auftretende Vermischen dieses Materials der Grasbewuchs des erneuerten Bankettes verbessert wird, und zwar durch die Verteilung von Wurzelwerk, Samen usw.

Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigen:

1 in sehr vereinfachter Darstellung und in Draufsicht einen Randstreifenfertiger gemäß der Erfindung;

2 in einfacher Prinzip-Darstellung eine Fräsenanordnung bei dem Randstreifenfertiger der 1;

3 ein zu erneuernder Randstreifen.

Der in der Figur dargestellte Randstreifenfertiger besteht im Wesentlichen aus einem fahrbaren Rahmen 1, welcher mit Hilfe von Rädern 2 auf einer Fahrbahn 3 durch einen nicht dargestellten eigenen Antrieb in Richtung des Pfeiles A fortbewegt werden kann.

An der Frontseite des Rahmens 1 bzw. des Randstreifenfertigers ist eine an der Oberseite offene Schale oder eine entsprechende Schüssel 4 zur Aufnahme des für die Herstellung und/oder Erneuerung des Randstreifens verwendeten Materials 6 vorgesehen. Die Schüssel 4 ist an der Vorderseite des Fertigers so angeordnet, dass in diese Schüssel von einem Kipper eine bestimmte Menge an Material 6 abgekippt bzw. eingebracht werden kann. In der Mitte weist die Schüssel 4 an ihrem Boden eine Öffnung auf, an welcher das in Förderrichtung vordere Ende eines Förderbandes 7vorgesehen ist, mit welchem das Material 6 aus der Schüssel 4 an das hintere Ende des Randstreifenfertigers bzw. Rahmens 1 gefördert wird, wo ein quer zur Bewegungsrichtung A angeordnetes weiteres Förderband 8 vorgesehen ist, über welches das Material 6 dann an einer Längsseite des Randstreifenfertigers, d.h. an der in Fahrtrichtung rechten Längsseite auf den Randstreifen 5 ausgeworfen wird, um dann mit einer nachgeführten Arbeitsgruppe 9, die ein Planierschild sowie eine Rüttelbohle aufweist, auf das für den erneuerten Randstreifen 5 gewünschte Niveau eingeebnet und verdichtet zu werden.

Insbesondere anstelle des Förderbandes 7 kann auch eine Förderstrecke vorgesehen sein, auf der eine Aufbereitung des Materials, beispielsweise Zerkleinerung usw. erfolgt.

Der Arbeitsgruppe 9 in Fahrtrichtung A vorausgehend ist an der gleichen Längsseite des Rahmens 1 eine Fräsenanordnung 10 vorgesehen, die aus einer unteren, walzenartigen Fräse 11 besteht, die um eine horizontale, senkrecht oder quer zur Fahrtrichtung A verlaufende Achse drehbar gelagert und um diese Achse rotierend antreibbar ist, wobei die axiale Länge der unteren Fräse 11 in etwa gleich der Breite des Randstreifens 5 nach seiner Wiederherstellung ist. Die Fräse 11 wird im Betrieb des Randstreifenfertigers mit Hilfe eines nicht dargestellten Antriebes derart rotierend angetrieben, dass die Drehrichtung am jeweils unteren Umfangsbereich der Fräse 11 in Fortbewegungsrichtung A verläuft.

Bei der dargestellten Ausführungsform weist die Fräse 11 am Umfang einer den Körper dieser Fräse bildenden Trommel eine Vielzahl von Zähnen 12 auf, die so angeordnet sind, dass die Fräse zugleich eine Förderwirkung von außen nach innen bewirkt, und zwar an einen Bereich, wo über der Fräse 11 ein umlaufend angetriebenes, am Umfang mit Schaufeln versehenes Förderrad 13 vorgesehen ist, welches ebenfalls Bestandteil der Fräsenanordnung 10 ist und das von der Fräse 11 nach oben geförderte abgefräste Material auf ein Förderband 14 wirft, welches dieses Material in den Behälter bzw. in die Schüssel 4 transportiert. Das Förderrad 13 ist um eine parallel zur Achse der Fräse 11 und über dieser Achse liegende horizontale Achse angetrieben und befindet sich am unteren, offenen Ende eines das Material 6 leitenden Kanals 15.

Anstelle der Fräsenanordnung 10 kann auch eine andere Fräsenanordnung verwendet sein, wesentlich ist hierbei aber, dass diese Fräsenanordnung nicht nur als Fräse, sondern zugleich auch als Fördereinrichtung wirkt, und zwar dahingehend, dass das an dem zu erneuernden Randstreifen 5 abgefräste Material über eine Fördereinrichtung, beispielsweise über das Förderband 14 in die Schüssel 4 gefördert wird.

Die Erneuerung des Randstreifens 5 erfolgt mit dem Randstreifenfertiger auf folgende Weise:

Der zu erneuernde Randstreifen 5, der entsprechend der 3 beispielsweise zumindest in einem Teilbereich durch Ausfahren ein Niveau höher als das Niveau der Fahrbahn 3 aufweist und beispielsweise in einem Teilbereich ein Niveau wesentlich tiefer als das Niveau der Fahrbahn besitzt, wird zunächst mit der Fräsenanordnung 10 bzw. mit der dortigen Fräse 11 auf ein Niveau bzw. auf eine Tiefe abgefräst, die unterhalb des Niveaus N liegt, welches der wiederhergestellte Randstreifen 5 aufweisen soll. Das hierbei abgefräste Material wird in die Schüssel 4 eingebracht. Gleichzeitig wird hinter dem Arbeitsbereich der Fräsenanordnung 10 am hinteren Ende des Randstreifenfertigers über das Förderband 8 anderes Material aus der Schüssel 4 in einer solchen Menge ausgebracht, dass nach dem Einebnen bzw. Planieren und nach dem Verfestigen mit der Arbeitsgruppe 9 ein erneuerter Randstreifen mit dem Niveau N erreicht ist.

Die Besonderheit des Verfahrens besteht also darin, dass das mit der Fräsenanordnung 10 abgetragene Material 6 in der Schüssel 4 zwischengelagert und zeitlich später an einer tieferen oder breiteren Stelle des Randstreifens 5 eingebaut wird, so dass die Erneuerung eines Randstreifens 5 auch bei längerer Distanz ohne zusätzliches, von außen zugeführtes Material möglich ist.

Hierdurch wird nicht nur die Arbeitsweise wesentlich vereinfacht, sondern auch die Qualität des hergestellten Randstreifens entscheidend verbessert, und zwar durch einen verbesserten Anwuchs von Gras, da mit dem Material in der Schüssel 4 auch Grassamen oder Wurzeln zwischengelagert und auf die gesamte Länge einer Straße mehr oder weniger gleichsam verteilt werden.

Die Erfindung wurde voranstehend an einem Ausführungsbeispiel beschrieben. Es versteht sich, dass Änderungen sowie Abwandlungen möglich sind, ohne dass dadurch der der Erfindung zugrundeliegende Erfindungsgedanke verlassen wird.


Anspruch[de]
Verfahren zum Erneuern eines Randstreifens unter Verwendung eines Randstreifenfertigers mit einem an der Vorderseite des Randstreifenfertigers vorgesehenen Behälter (4) zur Aufnahme von Randstreifen-Material sowie mit einer Fördereinrichtung (7, 8) zum Ausbringen dieses Materials aus dem Behälter (4) auf den Randstreifen (5) in solcher Menge, dass nach dem Glattstreifen und Verdichten des Materials der erneuerte Randstreifen (5) ein vorgegebenes Niveau (N) besitzt, wobei der zu erneuernde Randstreifen vor dem Ausbringen des Materials mit Hilfe wenigstens einer Fräse (11) abgefräst wird, dadurch gekennzeichnet, dass das mit der Fräse (11) abgefräste Material mittels einer Fördereinrichtung (13, 14) in den Behälter (4) gefördert, dort zwischengelagert und als Randstreifen-Material später zur Herstellung des erneuerten Randstreifens verwendet wird, wobei der zu erneuernde Randstreifen (5) mit der Fräse (11) auf ein Niveau unterhalb des Niveaus (N) oder auf das Niveau (N) des erneuerten Randstreifens abgetragen wird. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine über Kopf fördernde Fräse (11) zum Abfräsen des zu erneuernden Randstreifens. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine das Material quer zur Längsrichtung des Randstreifens (5) fördernde Fräse (11), vorzugsweise durch eine Fräse, die das abgefräste Material zugleich von dem Rand der Fahrbahn (3) sowie auch von dem außenliegenden Rand des Randstreifens (5) her jeweils zum Inneren des Randstreifens hin fördert. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass das mit der Fräse abgefräste Material vor dem Ausbringen im Behälter mit bereits früher und/oder später abgefrästem Material vermischt wird.






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