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Dokumentenidentifikation DE19956264B4 13.12.2007
Titel Verfahren zum Reinigen eines Offenend-Spinnrotors
Anmelder Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG, 85055 Ingolstadt, DE
Erfinder Burchert, Mathias, 73326 Deggingen, DE
Vertreter Canzler & Bergmeier, Patentanwälte, 85055 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 23.11.1999
DE-Aktenzeichen 19956264
Offenlegungstag 31.05.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.12.2007
IPC-Hauptklasse D01H 4/24(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen eines Offenend-Spinnrotors, dessen eine Fasersammelrille aufweisender Rotorteller in einer Unterdruckkammer angeordnet ist, die unter Belassen eines zwischen dem Inneren des Rotortellers und der Unterdruckkammer vorgesehenen Überströmspaltes mit einer wegbewegbaren Abdeckung verschließbar ist, die einen in das Innere des Rotortellers ragenden und die Mündung eines Faserspeisekanals sowie den Anfang eines Garnabzugskanals enthaltenden Ansatz aufweist, der beim Wegbewegen der Abdeckung aus dem Innern des Rotortellers entfernbar ist, mit folgenden Verfahrensschritten:

  • – Unterbrechen der Faserspeisung bei einem Garnbruch,
  • – Bremsen des Offenend-Spinnrotors,
  • – Wegbewegen der Abdeckung von der Unterdruckkammer zum Einführen von Reinigungselementen in den Rotorteller sowie
  • – Verschließen der Unterdruckkammer nach erfolgter Reinigung.

Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens.

Ein Verfahren dieser Art ist durch die US 4,825,631 A Stand der Technik. Bei diesem bekannten Verfahren wird das Reinigen der Offenend-Spinnrotoren im Zusammenhang mit einem Garnbruch vor einem anschließenden Anspinnen durchgeführt. Nach einem Unterbrechen der Faserspeisung wird mittels eines verfahrbaren Wartungsgerätes der Offenend-Spinnrotor gebremst, der Rotorteller durch Abschwenken einer Abdeckung von der Unterdruckkammer zwecks Einführen von Reinigungselementen freigelegt und nach durchgeführter Reinigung die Unterdruckkammer wieder verschlossen.

Das bekannte Verfahren war bei Rotortellern der bisher üblichen Abmessungen zufriedenstellend und machte sich den Umstand zunutze, dass nach erfolgtem Bremsen des Offenend-Spinnrotors und vor dem Abschwenken der Abdeckung von der Unterdruckkammer ein noch im Inneren des Rotortellers befindlicher Faserring über den Überströmspalt abgesaugt wurde. Es ist nämlich durch die DE 17 10 026 A seit langem bekannt, dass Fasern, welche bei Garnbruch nach dem Abstellen der Faserspeisung noch in das Innere des Rotortellers gelangen, bei verminderter Rotordrehzahl von selbst in die betriebsmäßige Absaugung gelangen, solange die Unterdruckkammer noch verschlossen ist. Hierfür muss allerdings der Überströmspalt entsprechend groß bemessen sein, weshalb in der genannten Offenlegungsschrift vorgeschlagen ist, den in den Rotorteller ragenden Ansatz der Abdeckung mit einer entsprechenden Aussparung zu versehen.

Es hat sich nun in der Praxis herausgestellt, dass speziell bei kleinen Rotortellern, deren Fasersammelrille einen Durchmesser von 30 mm unterschreitet, die Fasern nicht immer in die betriebsmäßige Absaugung gelangen. Eine Erklärung hierfür ist in der nicht gattungsgemäßen DE 41 31 684 A1 angedeutet, wonach ein aus dem Rotorteller zu entfernender Faserring gegebenenfalls an dem ins Innere des Rotortellers ragenden Ansatz der Abdeckung hängen bleiben kann. Diese Druckschrift behandelt aber abweichend vom eingangs genannten Stand der Technik das Reinigen von Offenend-Spinnrotoren mittels Druckluft und bei geschlossenem Spinnaggregat.

Die Aussage, dass bei geschlossenem Spinnaggregat abzusaugende Fasern am Ansatz der Abdeckung hängen bleiben können, wurde in der Praxis bestätigt. Insbesondere bei synthetischen Fasern zieht sich nach einem Abbremsen des Offenend-Spinnrotors der in der Fasersammelrille befindliche Faserring auf Grund seiner Elastizität etwas zusammen, so dass sich sein Durchmesser verringert. Der Faserring gelangt dann auf den Ansatz der Abdeckung und kann gegebenenfalls die Mündung des Faserspeisekanals mit der Zeit verstopfen, so dass ein nachträgliches Anspinnen unmöglich wird. Ein am Ansatz der Abdeckung befindlicher Faserring lässt sich auch nach dem Wegbewegen der Abdeckung nicht mit den normalen Reinigungselementen entfernen, die ja vornehmlich in das Innere des Rotortellers eindringen und nicht dem Ansatz der Abdeckung zugeordnet sind.

Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zu Grunde, Maßnahmen zu treffen, dass vor dem eigentlichen Wegbewegen der Abdeckung zum Zwecke des Einführens von Reinigungselementen in den Rotorteller wirksam verhindert wird, dass der Faserring an dem Ansatz der Abdeckung hängen bleiben kann.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass vor dem eigentlichen, dem Einführen von Reinigungselementen in den Rotorteller dienenden Wegbewegen der Abdeckung folgende Verfahrensschritte zusätzlich durchgeführt werden:

  • – Kurzzeitiges Wegbewegen der Abdeckung von der Unterdruckkammer zum vorübergehenden Entfernen des Ansatzes aus dem Inneren des Rotortellers, bevor der Offenend-Spinnrotor so weit abgebremst ist, dass im Rotorteller vorhandene Fasern nicht mehr durch Fliehkräfte in der Fasersammelrille gehalten werden, sowie
  • – Verschließen der Unterdruckkammer, nachdem die im Rotorteller vorhandenen Fasern durch weiteres Abbremsen des Offenend-Spinnrotors nicht mehr durch Fliehkräfte in der Fasersammelrille gehalten werden.

Erfindungsgemäß wird also der Ansatz zu einem Zeitpunkt, zu welchem der Faserring noch fest in der Fasersammelrille gehalten ist, so weit aus dem Rotorteller entfernt, dass sich der Faserring nicht mehr auf dem Ansatz festsetzen kann, wenn er sich beim Nachlassen der Fliehkräfte elastisch im Durchmesser verkleinert. Beim nachfolgenden kurzzeitigen Wiederverschließen der Unterdruckkammer gelangt somit der Faserring problemlos in die betriebsmäßige Absaugung. Danach kann zum eigentlichen Reinigen des Offenend-Spinnrotors die Abdeckung in herkömmlicher Weise abgeschwenkt werden.

Das kurzzeitige Wiederverschließen der Unterdruckkammer braucht natürlich nicht zur Gänze durchgeführt zu werden, inbesondere braucht die Abdeckung nicht wieder in ihrer Betriebsstellung verriegelt zu werden. Vielmehr genügt es, die Schließbewegung nur in einem solchen Maße durchzuführen, dass die Saugwirkung der Unterdruckkammer wieder im Innern des Rotortellers wirksam wird. In der Praxis kann man so vorgehen, dass eine an der Abdeckung angebrachte Ringdichtung sich nur leicht an die Unterdruckkammer anlegt.

Das Verfahren kann prinzipiell in recht unterschiedlicher Weise durchgeführt werden. Beispielsweise genügt es, wenn das Bremsen des Offenend-Spinnrotors erst während oder nach dem kurzzeitigen Wegbewegen der Abdeckung von der Unterdruckkammer eingeleitet wird. Damit ist sichergestellt, dass der Ansatz auf jeden Fall aus dem Rotorinneren herausbewegt ist, bevor der Faserring in sich zusammenfällt. Alternativ ist es natürlich möglich, das Bremsen des Offenend-Spinnrotors bereits vor dem kurzzeitigen Wegbewegen der Abdeckung von der Unterdruckkammer einzuleiten. Im letztgenannten Fall muss natürlich der Zeitablauf derart sichergestellt sein, dass der Faserring noch voll in der Fasersammelrille gehalten ist, bis der Ansatz aus dem Rotorteller herausbewegt ist. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn das Bremsen etwa 1,5 bis 2 Sekunden vor dem Wegbewegen der Abdeckung eingeleitet wird.

Um sicherzugehen, dass der Ansatz beim Versschließen der Unterdruckkammer nicht zu zeitig in das Rotorinnere gelangt, kann das kurzzeitige Wegbewegen der Abdeckung von der Unterdruckkammer so lange aufrechterhalten werden, bis der Offenend-Spinnrotor vollkommen zum Stillstand gekommen ist.

Bei einer Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens ist dem Spinnaggregat vorteilhaft ein Wartungsgerät zustellbar, welches mit Mitteln zum Betätigen einer Bremseinrichtung, mit Mitteln zum Öffnen und Verschließen der Unterdruckkammer sowie mit Mitteln zum Einführen von Reinigungselementen in den Rotorteller versehen ist. Die Mittel zum Öffnen und Verschließen der Unterdruckkammer sind zu den Mitteln zum Betätigen der Bremseinrichtung dabei erfindungsgemäß derart abgestimmt, dass

  • (a) bei teilweise abgebremstem Offenend-Spinnrotor die Abdeckung so weit von der Unterdruckkammer wegbewegt wird, dass der Ansatz aus dem Inneren des Rotortellers entfernt ist, und dass
  • (b) nach vollständigem Abbremsen des Offenend-Spinnrotors die Unterdruckkammer nochmals geschlossen wird, bevor
  • (c) die Abdeckung zum Einführen der Reinigungselemente in den Rotorteller von der Unterdruckkammer wegbewegt wird.

Vorteilhaft enthalten die Mittel zum Betätigen der Bremseinrichtung einen Bremshebel und die Mittel zum Öffnen und Verschließen der Unterdruckkammer einen Öffnerhebel. Der Bremshebel und der Öffnerhebel sind dabei jeweils zweckmäßig an einen Kurvenscheibenantrieb angeschlossen. Dadurch ergibt sich von vornherein eine feste Zuordnung der einzelnen Zeitabläufe.

Die Erfindung ist in der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels, näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht auf ein Offenend-Spinnaggregat, an welchem ein Reinigen eines Offenend-Spinnrotors durchgeführt werden soll,

2 eine Teilansicht der 1, wobei ein in den Rotorteller ragender Ansatz bereits aus dem Rotorteller herausbewegt ist,

3 eine Teilansicht ähnlich 1 und 2, wobei die Abdeckung zum eigentlichen Reinigen des Offenend-Spinnrotors ausreichend weit von der Unterdruckkammer wegbewegt ist,

4 ein Ablauf-Diagramm zum Erläutern der Erfindung,

5 einen Kurvenscheibenantrieb zum Verwirklichen der Zeitabläufe nach dem Ablauf-Diagramm der 4.

Das Spinnaggregat 1 nach 1 enthält einen an sich bekannten Offenend-Spinnrotor 2, der in üblicher Weise aus einem Rotorteller 3 und einem Schaft 4 besteht. Der Rotorteller 3 läuft bei Betrieb in einer Unterdruckkammer 5 um, die durch ein Rotorgehäuse 6 gebildet ist. Die Unterdruckkammer 5 ist über eine Unterdruckleitung 7 an eine nicht dargestellte Unterdruckquelle angeschlossen.

Der Offenend-Spinnrotor 2 ist in bekannter Weise radial auf Stützscheibenpaaren 8 und 9 gelagert und in axialer Richtung gegen ein Spurlager 10 abgestützt. Der Schaft 4 ist durch einen Antriebsriemen 11, beispielsweise einen in Maschinenlängsrichtung durchlaufenden Tangentialriemen, angetrieben. Der Antriebsriemen 11 ist durch eine Andrückrolle 12 im Bereich jedes einzelnen Spinnaggregates 1 belastet.

Dem Offenend-Spinnrotor 2 ist darüber hinaus pro Spinnaggregat 1 eine Bremseinrichtung 13 zugeordnet.

Die Unterdruckkammer 5 weist zur Bedienungsseite hin eine vordere Öffnung 14 auf, durch welche der Offenend-Spinnrotor 2 zu Wartungs- oder Austauschzwecken gegebenenfalls herausziehbar ist. Bei Betrieb ist die vordere Öffnung 14 der Unterdruckkammer 5 durch eine wegbewegbare Abdeckung 15 verschlossen, die sich mit einem Dichtungsring 36 an das Rotorgehäuse 6 anlegen kann. Bei Betrieb ist das Innere des Rotortellers 3 bei verschlossener Unterdruckkammer 5 über einen Überströmspalt 16 mit der Unterdruckquelle verbunden.

Die Abdeckung 15 weist in üblicher Weise einen Ansatz 17 auf, der bei Betrieb in das Innere des Rotortellers 3 hineinragt. Der Ansatz 17 enthält die Mündung eines Faserspeisekanals 18 sowie den Anfang eines Garnabzugskanals 19. Bei Betrieb werden durch eine Auflöseeinrichtung vereinzelte Fasern über den Faserspeisekanal 18 auf eine innere Rutschwand des Rotortellers 3 geleitet, von wo die Fasern in bekannter Weise in eine Fasersammelrille 20 gelangen. Das ersponnene, nur gepunktet dargestellte Garn 21 wird dann von der Fasersammelrille 20 über den Garnabzugskanal 19 mittels eines Abzugswalzenpaares 22 in Abzugsrichtung A abgezogen.

Dem Garn 21 ist ein Garnwächter 23 des Spinnaggregates 1 zugeordnet. Der Garnwächter 23 ist über eine strichpunktiert dargestellte elektrische Leitung mit einer jedem Spinnaggregat 1 zugehörigen, nicht dargestellten Kupplung verbunden, über welche im Fall eines Gambruches die Faserspeisung abgeschaltet wird, so dass dann keine Fasern mehr über den Faserspeisekanal 18 in das Innere des Rotortellers 3 gelangen.

Die Abdeckung 15 ist zu Wartungszwecken um eine am Spinnaggregat 1 angebrachte Schwenkachse 24 abschwenkbar und entsprechend den Pfeilrichtungen D und E verschwenkbar. Die Abdeckung 15 ist dabei ein Bestandteil eines Gehäuses 25, welches die Zuführ- und Auflöseeinrichtung für das Spinnaggregat 1 enthält. Der stationäre Teil des Spinnaggregates 1 ist mit der Bezugsziffer 26 versehen.

Die Bremseinrichtung 13 enthält eine Bremse 27, die als sogenannte Zangenbremse ausgebildet ist und von zwei Seiten her dem Schaft 4 unterhalb des Antriebsriemens 11 zugestellt werden kann. Damit lässt sich der Offenend-Spinnrotor 2 eines einzelnen Spinnaggregates 1 trotz weiteren Antriebs der übrigen Spinnaggregate bei Bedarf abbremsen.

Die Bremseinrichtung 13 enthält einen Übertragungsmechanismus 28, über welchen die Bremse 27 von der Bedienungsseite des Spinnaggregates 1 her betätigt werden kann. Diese Betätigung geschieht über einen aus dem Spinnaggregat 1 nach vorn herausragenden Betätigungshebel 29, der beim Anheben in Betätigungsrichtung B den Schaft 4 des Offenend-Spinnrotors 2 abbremst. Der Betätigungshebel 29 ist hierfür um eine Schwenkachse 30 des Spinnaggregates 1 verschwenkbar und außer mit der Bremse 27 noch über eine Verbindungsstange 31 mit der Andrückrolle 12 verbunden. Damit wird beim Bremsen des Offenend-Spinnrotors 2 zugleich die Andrückrolle 12 vom Antriebsriemen 11 abgehoben, so dass auch der Antrieb vorübergehend unterbunden ist.

Nach einem Garnbruch wird in bekannter Weise das gebrochene Garn 21 mittels eines nur strichpunktiert angedeuteten verfahrbaren Wartungsgerätes 32 wieder angesponnen. Diesem an sich bekannten Anspinnvorgang geht in üblicher Weise ein Reinigen des Inneren des Rotortellers 3 voraus, da nur dann ein Anspinnvorgang erfolgreich ist, wenn die Fasersammelrille 20 frei von Überresten von Fasern ist.

Das Wartungsgerät 32 weist einen Öffnerhebel 33 auf, der einer an der Abdeckung 15 angebrachten Raste 34 zustellbar und zum Wegbewegen der Abdeckung 15 von der Unterdruckkammer 5 in Betätigungsrichtung C verstellbar ist. Das Wartungsgerät 32 enthält ferner einen Bremshebel 35, der den Betätigungshebel 29 des Spinnaggregates 1 entsprechend der Betätigungsrichtung B anheben kann.

Bei einem Garnbruch – oder auch dann, wenn ein Offenend-Spinnrotor 2 präventiv gereinigt werden soll – wird zunächst die Faserspeisung unterbrochen, im Fall eines Garnbruches über den Garnwächter 23 und die erwähnte zugehörige Kupplung. Wenn anschließend, bei noch geschlossenem Spinnaggregat 1, der Offenend-Spinnrotor 2 durch Betätigen des Betätigungshebels 29 abgebremst wird, gelangt in der Regel ein noch in der Fasersammelrille 20 vorhandener Faserring über den Überströmspalt 16 in die mit der Unterdruckkammer 5 verbundene Absaugung. Dies geschieht dann problemlos, wenn die vordere Öffnung des Rotortellers 3 im Durchmesser ausreichend größer ist als der Ansatz 17.

Insbesondere bei kleinen Rotortellern 3, wie sie bei den heute immer höheren Rotordrehzahlen üblich sind, ist der Überströmspalt 16 zwischen dem Rotorteller 3 und dem Ansatz 17 häufig äußerst klein. Es besteht dann die Gefahr, dass trotz Abbremsens des Offenend-Spinnrotors 2ein im Innern des Rotortellers 3 befindlicher Faserring nicht einwandfrei abgesaugt werden kann, sondern sich von außen auf dem Ansatz 17 festsetzt. Dies ist in besonderem Maß bei synthetischen Fasern der Fall, die beim Nachlassen der Fliehkräfte infolge Abbremsens des Offenend-Spinnrotors 2 sich elastisch etwas zusammenziehen, wodurch der Durchmesser des Faserringes verringert wird.

Gemäß der Erfindung wird daher so vorgegangen, dass immer dann, wenn der Offenend-Spinnrotor 2 von seiner Betriebsdrehzahl abgebremst wird, der Ansatz 17 wenigstens so weit von der Unterdruckkammer 5 wegbewegt wird, dass er das Innere des Rotortellers 3 verlassen hat. Wenn dann der Faserring bei niedrigen Drehzahlen des Offenend-Spinnrotors 2 oder nach seinem vollständigen Abbremsen zusammenbricht, kann er sich dann nicht mehr am Ansatz 17 festsetzen. Ein derartiges Festsetzen von Fasern am Ansatz 17 würde nämlich dazu führen, dass zwar das Innere des Rotortellers 3 gereinigt werden könnte, aber die Fasern vom Ansatz 17 nicht ohne weiteres bei einem automatischen Reinigen entfernbar wären.

Gemäß 2 ist zu diesem Zwecke nach der Erfindung vorgesehen, dass die Abdeckung 15 um einen kleinen Öffnungswinkel &agr;1 von der Unterdruckkammer 5 wegbewegt wird, und zwar wenigstens so weit, dass der Ansatz 17 das Innere des Rotortellers 3 vollkommen verlassen hat. Ein weiteres Abschwenken der Abdeckung 15 wäre zwar unschädlich, jedoch überflüssig.

Das Abschwenken der Abdeckung 15 als Vorbereitung eines Reinigens des Offenend-Spinnrotors 2 muss geschehen, solange die Drehzahl des Offenend-Spinnrotors 2 noch so hoch ist, dass in der Fasersammelrille 20 infolge der Fliehkräfte festgehaltene Fasern noch in der Fasersammelrille 20 verbleiben. Wenn dann die Abdeckung 15 um den genannten kleinen Öffnungswinkel &agr;1 von der Unterdruckkammer 5 wegbewegt ist, können die Fliehkräfte durch weiteres Abbremsen des Offenend-Spinnrotors 2 so weit verringert werden, dass der Faserring in sich zusammenfällt. Er kann sich dann nicht mehr von außen um den Ansatz 17 herumlegen. Bei einem nachfolgenden Wiederverschließen aus der Position gemäß 2 zur Position gemäß 1 wird dann der in sich zusammengefallene Faserring über den Überströmspalt 16 in die Unterdruckkammer 5 abgesaugt. Dabei genügt es, die Abdeckung 15 nur so weit zu schließen, dass sich der Dichtungsring 36 von außen leicht an das Rotorgehäuse 6 anlegt.

Wenn das Spinnaggregat 1 erfindungsgemäß von seiner Betriebsstellung gemäß 1 in die Zwischenstellung nach 2 kurzzeitig geöffnet wurde und anschließend wieder in die Stellung gemäß 1 wiederverschlossen wurde, kann dann das eigentliche Reinigen des Offenend-Spinnrotors 2 gemäß 3 stattfinden. Hierzu wird die Abdeckung 15 um einen großen Öffnungswinkel &agr;2 von der Unterdruckkammer 5 abgeschwenkt, und zwar so weit, dass Reinigungselemente 37 des Wartungsgerätes 32 in den Rotorteller 3 eingeführt werden können. Hierfür sind Mittel 38 zum Einführen der Reinigungselemente 37 vorgesehen. Während dieses eigentlichen Reinigungsvorganges ist, wie bereits erläutert, der Offenend-Spinnrotor 2 gebremst, also von seinem eigentlichen Antrieb abgekoppelt. Da es zweckmäßig ist, während des Reinigungsvorganges den Rotorteller 3 mit ganz geringen Drehzahlen anzutreiben, ist ein externer Rotorantrieb 39 des Wartungsgerätes 32 vorgesehen. Natürlich müssen die Rotordrehzahlen während des Reinigungsvorganges so gering sein, dass zu entfernende Faserreste sich nicht durch Fliehkräfte an der Fasersammelrille 20 festsetzen können. Nach erfolgter Reinigung wird die Abdeckung 15 wieder gemäß der Pfeilrichtung D an die Unterdruckkammer 5 heranbewegt, so dass das Spinnaggregat 1 zum eigentlichen Anspinnen wieder verschlossen ist. Der Anspinnvorgang selbst ist durch den Stand der Technik bekannt und nicht Bestandteil dieser Erfindung.

Anhand der 4 wird nun der Zeitablauf der erfindungsgemäß zusätzlich vorgesehenen Verfahrensschritte erläutert.

Das Ablauf-Diagramm nach 4 besteht aus zwei Teil-Diagrammen, wobei im oberen Teil-Diagramm die Drehzahl n des Offenend-Spinnrotors 2 über der Zeit t und im unteren Teil-Diagramm der Öffnungswinkel &agr; der Abdeckung 15 ebenfalls über der Zeit t aufgetragen sind.

Es sei nun angenommen, dass der Offenend-Spinnrotor 2 zunächst noch, auch nach einem Garnbruch, eine Betriebsdrehzahl nB aufweist. Die Faserspeisung ist bereits abgeschaltet. Ab einer Zeit t1 beginnt nun das dem Spinnaggregat 1 inzwischen zugestellte Wartungsgerät 32 seine Tätigkeit, und der Offenend-Spinnrotor 2 wird nun abgebremst, wie aus dem Abfallen der Drehzahlkurve ersichtlich ist. Zu einer Zeit t3 ist dann gemäß unserer Annahme der Offenend-Spinnrotor 2 gänzlich zum Stillstand gekommen.

Zwischen der Betriebsdrehzahl nB und dem Stillstand des Offenend-Spinnrotors 2 gibt es eine kritische Drehzahl nk, bis zu welcher die Fliehkräfte noch so groß sind, dass beim Rotieren des Rotortellers 3 der Faserring in der Fasersammelrille 20 verbleibt. Links der Zeit tk, welche der kritischen Drehzahl nk zugeordnet ist, verbleiben somit die Fasern in der Fasersammelrille 20, rechts der Zeit tk verlassen die Fasern wegen Nachlassens der Fliehkräfte die Fasersammelrille 20. Selbstverständlich ist die kritische Drehzahl nk über einen gewissen Streubereich fließend, abhängig vom Fasermaterial oder der Größe des Rotortellers 3.

Erfindungsgemäß muss nun der Ansatz 17 aus dem Rotorteller 3 herausbewegt werden, bevor die Rotordrehzahl n bis zu ihrer kritischen Drehzahl nk abgefallen ist. Zur Zeit t2, die also auf jeden Fall links von der Zeit tk liegen muss, wird die Unterdruckkammer 5 um den kleinen Öffnungswinkel &agr;1 geöffnet. Wenn jetzt der Faserring in sich zusammenbricht, kann er sich nicht mehr von außen am Ansatz 17 der Abdeckung 15 festsetzen. Die Unterdruckkammer 5 bleibt so lange geöffnet, bis der Offenend-Spinnrotor 2 vollständig zum Stillstand gekommen ist, auf jeden Fall so lange, bis die kritische Zeit tk überschritten ist. Es sei angenommen, dass zu einer Zeit t4 die Unterdruckkammer 5 wieder durch die Abdeckung 15 verschlossen wird. Dadurch kann ein im Innern des Rotortellers 3 befindlicher, in sich zusammengefallener Faserring über den Überströmspalt 16 in die Unterdruckkamer 5 und in die Absaugung gelangen.

Nach diesen erfindungsgemäßen Verfahrensschritten kann nun die Unterdruckkamer 5 durch weites Öffnen der Abdeckung 15 bis zum Öffnungwinkel &agr;2 zum eigentlichen Reinigen des Offenend-Spinnrotors 2 freigelegt werden. Dabei ist es zweckmäßig, wenn der genannte externe langsame Rotorantrieb 39 den Rotorteller 3 in langsame Drehungen versetzt. Diese extern geringe Rotordrehzahl ne muss natürlich deutlich niedriger liegen als die kritische Drehzahl nk. Es sei angenommen, dass dies zwischen den Zeiten t6 und t7 der Fall ist, während denen die Abdeckung 15 weit abgeschwenkt ist.

Nach erfolgter Reinigung des Offenend-Spinnrotors 2 wird zu einer Zeit t8 das Spinnaggregat 1 wieder zum eigentlichen Anspinnen geschlossen.

Für die Zeitsteuerung der erfindungsgemäßen Verfahrensschritte kann gemäß 5 ein Kurvenscheibenantrieb 40 vorgesehen sein. Hierfür ist eine in Drehrichtung F antreibbare Antriebswelle 41 vorgesehen. Es gibt, neben anderen nicht dargestellten Kurvenscheiben, eine Kurvenscheibe 42 für den Bremshebel 35 sowie eine Kurvenscheibe 43 für den Öffnerhebel 33. Mit diesen Kurvenscheiben 42 und 43 wirken federbelastete Nocken 44 und 45 zusammen, wobei der Nocken 44 den Mitteln zum Betätigen der Bremseinrichtung 13 und der Nocken 45 für die Mittel zum Öffnen und Verschließen der Abdeckung 15 vorgesehen sind.

An der Kurvenscheibe 43 für den Öffnerhebel 33 erkennt man drei Durchmesserbereiche a, b und c, an der Kurvenscheibe 42 für den Bremshebel 35 in entsprechender Weise vier Durchmesserbereiche d, e, f und g. Der Durchmesserbereich a gehört zu derjenigen Stellung des Öffnerhebels 33, in welcher die Unterdruckkammer 5 durch die Abdeckung 15 verschlossen ist. Der Durchmesserbereich b gehört zum kleinen Öffnungswinkel &agr;1, der Durchmesserbereich c zum großen Öffnungwinkel &agr;2. In analoger Weise gehört der Durchmesserbereich d der Kurvenscheibe 42 zum ungebremsten Zustand des Offenend-Spinnrotors 2, und die gleichartigen Durchmesserbereiche e und g sind für das eigentliche Abbremsen des Offenend-Spinnrotors 2 vorgesehen. Der Durchmesserbereich f liegt im Durchmesser zwischen dem Durchmesserbereich d und den Durchmesserbereichen e und g und ist einer nur leichten Betätigung des Bremshebels 35 zugeordnet, bei welcher die Andrückrolle 12 vom Schaft 4 abgehoben, aber die Bremse 27 noch nicht dem Schaft 4 zugestellt ist.


Anspruch[de]
Verfahren zum Reinigen eines Offenend-Spinnrotors (2), dessen eine Fasersammelrille (20) aufweisender Rotorteller (3) in einer Unterdruckkammer (5) angeordnet ist, die unter Belassen eines zwischen dem Inneren des Rotortellers (3) und der Unterdruckkammer (5) vorgesehenen Überströmspaltes (16) mit einer wegbewegbaren Abdeckung (15) verschließbar ist, die einen in das Innere des Rotortellers (3) ragenden und die Mündung eines Faserspeisekanals (18) sowie den Anfang eines Garnabzugskanals (19) enthaltenden Ansatz (17) aufweist, der beim Wegbewegen der Abdeckung (15) aus dem Inneren des Rotortellers (3) entfernbar ist, mit folgenden Verfahrensschritten:

– Unterbrechen der Faserspeisung bei einem Garnbruch,

– Bremsen des Offenend-Spinnrotors (2),

– Wegbewegen der Abdeckung (15) von der Unterdruckkammer (5) zum Einführen von Reinigungselementen (37) in den Rotorteller (3) sowie

– Verschließen der Unterdruckkammer (5) nach erfolgter Reinigung,

dadurch gekennzeichnet, dass vor dem eigentlichen, dem Einführen von Reinigungselementen (37) in den Rotorteller (3) dienenden Wegbewegen der Abdeckung (15) folgende Verfahrensschritte zusätzlich durchgeführt werden:

– Kurzzeitiges Wegbewegen der Abdeckung (15) von der Unterdruckkammer (5) zum vorübergehenden Entfernen des Ansatzes (17) aus dem Inneren des Rotortellers (3), bevor der Offenend-Spinnrotor (2) so weit abgebremst ist, dass im Rotorteller (3) vorhandene Fasern nicht mehr durch Fliehkräfte in der Fasersammelrille (20) gehalten werden, sowie

– Verschließen der Unterdruckkammer (5), nachdem die im Rotorteller (3) vorhandenen Fasern durch weiteres Abbremsen des Offenend-Spinnrotors (2) nicht mehr durch Fliehkräfte in der Fasersammelrille (20) gehalten werden.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließbewegung zum Verschließen der Unterdruckkammer (5) nur in einem solchen Maße durchgeführt wird, dass die Saugwirkung der Unterdruckkammer (5) wieder im Inneren des Rotortellers (3) wirksam wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bremsen des Offenend-Spinnrotors (2) erst während oder nach dem kurzzeitigen Wegbewegen der Abdeckung (15) von der Unterdruckkammer (5) eingeleitet wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bremsen des Offenend-Spinnrotors (2) etwa 1,5 bis 2 Sekunden vor dem kurzzeitigen Wegbewegen der Abdeckung (15) von der Unterdruckkammer (5) eingeleitet wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das kurzzeitige Wegbewegen der Abdeckung (15) von der Unterdruckkammer (5) so lange aufrechterhalten wird, bis der Offenend-Spinnrotor (2) zum Stillstand gekommen ist. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche an einem Spinnaggregat (1), welches folgende Elemente enthält:

– einen Offenend-Spinnrotor (2), dessen Rotorteller (3) eine Fasersammelrille (20) aufweist,

– eine den Rotorteller (3) umgebende Unterdruckkammer (5),

– eine die Unterdruckkammer (5) unter Belassen eines zwischen dem Inneren des Rotortellers (3) und der Unterdruckkammer (5) vorgesehenen Überströmspaltes (16) verschließende wegbewegbare Abdeckung (15),

– einen an der Abdeckung (15) angeordneten und in das Innere des Rotortellers (3) ragenden und die Mündung eines Faserspeisekanals (18) sowie den Anfang eines Garnabzugskanals (19) enthaltenden Ansatz (17),

– einen Garnwächter (23) zum Unterbrechen der Faserspeisung bei einem Garnbruch sowie

– eine Bremseinrichtung (13) zum Abbremsen des rotierbar angetriebenen Offenend-Spinnrotors (2),

wobei dem Spinnaggregat (1) ein Wartungsgerät (32) zustellbar ist, welches mit Mitteln zum Betätigen der Bremseinrichtung (13), mit Mitteln zum Öffnen und Verschließen der Unterdruckkammer (5) sowie mit Mitteln (38) zum Einführen von Reinigungselementen (37) in den Rotorteller (3) versehen ist,

dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Öffnen und Verschließen der Unterdruckkammer (5) zu den Mitteln zum Betätigen der Bremseinrichtung (13) derart abgestimmt sind, dass

(a) bei teilweise abgebremstem Offenend-Spinnrotor (2) die Abdeckung (15) so weit von von der Unterdruckkammer (5) wegbewegt wird, dass der Ansatz (17) aus dem Inneren des Rotortellers (3) entfernt ist, und dass

(b) nach vollständigem Abbremsen des Offenend-Spinnrotors (2) die Unterdruckkammer (5) nochmals geschlossen wird, bevor

(c) die Abdeckung (15) zum Einführen der Reinigungselemente (37) in den Rotorteller (3) von der Unterdruckkammer (5) wegbewegt wird.
Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Betätigen der Bremseinrichtung (13) einen Bremshebel (35) und die Mittel zum Öffnen und Verschließen der Unterdruckkammer (5) einen Öffnerhebel (33) enthalten und dass der Bremshebel (35) und der Öffnerhebel (33) jeweils an einen Kurvenscheibenantrieb (40) angeschlossen sind.






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