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Dokumentenidentifikation DE202006010096U1 13.12.2007
Titel Rauchschutzeinrichtung mit Kaltrauchsperre für Gebäude
Anmelder Bartholomäus, Gert, 89607 Emerkingen, DE
Vertreter Riebling, P., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anw., 88131 Lindau
DE-Aktenzeichen 202006010096
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.12.2007
Registration date 08.11.2007
Application date from patent application 28.06.2006
IPC-Hauptklasse A62C 2/12(2006.01)A, F, I, 20060628, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A62C 2/06(2006.01)A, L, I, 20060628, B, H, DE   F24F 13/14(2006.01)A, L, I, 20060628, B, H, DE   F16L 55/10(2006.01)A, L, I, 20060628, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Neuerung betrifft eine Rauchschutzeinrichtung mit Kaltrauchsperre für Gebäude nach dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1.

Mit dem Gegenstand des DE 201 22 138 U1 ist eine Vorrichtung zum Verschließen einer Lüftungsrohrleitung bekannt geworden, die als Kaltrauchsperre (KRS) funktioniert.

Dort ist zum Verschließen einer Lüftungsrohrleitung im Rauchfall ein Verschlussorgan angeordnet, welches als einseitig sich öffnende Membran aus Gummi oder Silikon ausgebildet ist, welche den Durchgang in Gegenrichtung dadurch verschließt, dass sie an ein Widerlager angedrückt wird.

Durch die Luft-Betriebsströmung wird somit diese elastomere Membran immer aufgebogen und in der Offenstellung gehalten, so dass die Rückstellkräfte durch das elastomere Rückstellvermögen des Membranmaterials gebildet werden. Sobald die Betriebsströmung wegfällt, verformt sich die aufgestellte und von dem Widerlager abgehobene Membran in ihre Ausgangsstellung zurück und verschließt den Luftdurchgang.

Allerdings hat sich herausgestellt, dass diese KRS keine zuverlässige Rückstellung und Abdeckung des Luftdurchgangs bewerkstelligt, wenn nicht ein gewisser, zusätzlicher Gegendruck auf die Membran wirkt.

Insbesondere dann, wenn die Membran über einen längeren Zeitraum von z. B. mehreren Jahren in der gebogenen Stellung in der Offenstellung gehalten wurde, ist es schwierig, die Membran dann zuverlässig bei der Rückverformung in die abdichtende Stellung zu bringen.

Im übrigen besteht der Nachteil bei dieser bekannten KRS, dass bei höheren Luftströmungsgeschwindigkeiten Flattergeräusche an der Membran entstehen können. Weiterer Nachteil ist, dass eine solche elastomere Membrane nicht mit einem motorischen Antrieb kombiniert werden kann und aufgrund der sich möglicherweise ergebenden Flattergeräusche und der nur ungenügenden Öffnung des gesamten Öffnungsquerschnittes der Rauchschutzeinrichtung werden nur schlechte schalltechnische Werte erreicht.

Der Neuerung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Rauchschutzeinrichtung mit Kaltrauchsperre der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass sie im Rauchfall zuverlässig schließt, kostengünstiger ausgebildet ist und bessere schalltechnische Werte bei verbessertem Durchgangsquerschnitt bietet.

Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist die Neuerung durch die Merkmale des Schutzanspruchs 1 gekennzeichnet.

Wesentlich dabei ist, dass die Kaltrauchsperre als biegesteifer und formstabiler Verschlussteller ausgebildet ist, an dem ein oder mehrere Rückstellelemente angreifen und dass der Verschlussteller in Richtung der Betriebsströmung beweglich geführt ist und in der einen Endlage entgegen der Kraft der Rückstellelemente den Lüftungsquerschnitt in der Rauchschutzeinrichtung freigibt und in der anderen Betriebsstellung unter der Einwirkung der Rückstellelemente den Lüftungsquerschnitt der Rauchschutzeinrichtung im Rauchfall verschließt.

Mit der gegebenen technischen Lehre ergibt sich nun der wesentliche Vorteil, dass auf eine elastomere Membran mit unzuverlässiger Schließwirkung verzichtet wird und nun stattdessen ein relativ formstabiler Verschlussteller verwendet wird, der als Ventilglied in der einen Ventilstellung von der Betriebsströmung in Offenstellung gehalten wird und hierbei die Kraft der am Verschlussteller angreifenden Rückstellelemente überwunden wird, während bei Wegfall der Betriebsströmung die Kraft der Rückstellelemente nun überwiegt und der Gegendruck der Betriebsströmung nicht mehr vorhanden ist, so dass der Verschlussteller nun in seine Schließstellung übergeht und den vollständigen Luftquerschnitt der Rauchschutzeinrichtung absperrt.

Damit ergibt sich eine Rauchschutzeinrichtung, bei der die Kaltrauchsperre als unter der Einwirkung von Rückstellelementen stehender Verschlussteller ausgebildet ist, der lediglich von der Betriebsströmung in der Offenstellung gehalten wird.

Fällt die Betriebsströmung weg, wirken die Rückstellelemente auf den Verschlussteller im Sinne seiner Schließbewegung.

Damit ergeben sich wesentliche Vorteile bei der Verwirklichung einer Rauchschutzeinrichtung im Vergleich zum Stand der Technik.

Die hier vorgeschlagene Rauchschutzeinrichtung ermöglicht auch einen motorischen Antrieb, denn an dem relativ starren und biegesteif ausgebildeten Verschlussteller können ein oder mehrere Stellmotoren mit ihren Stellantrieben ansetzen, um den Verschlussteller entsprechend der Stellung des Stellmotors in die Öffnungs- oder Schließstellung zu bewegen.

Es können auch solche Stellmotoren verwendet werden, bei denen die Öffnungsstellung solange beibehalten wird, wie ein Signal am Stellmotor anliegt. Wenn das Signal am Stellmotor bzw. dessen Stromversorgung entfällt, dient dann eine im Stellmotor angeordnete Federeinrichtung dazu, den Stellantrieb in die Schließstellung zu bringen, um so den Verschlussteller in seine Schließstellung zu bewegen.

Ein weiterer Vorteil der Neuerung ist, dass nun gute schalltechnische Werte erzielt werden, denn der Verschlussteller in seiner Öffnungsstellung bietet keinen Strömungswiderstand mehr gegenüber der Luftströmung, die an ihm vorbeiströmt. Ferner ist die Herstellung wesentlich kostengünstiger, und es wird eine zuverlässige Schließung erreicht, denn der Verschlussteller kann sich an seinem gesamten Außenumfang an einen entsprechenden Durchgang im Ventilkörper abdichtend anlegen und erbringt so eine ausgezeichnete abdichtende Wirkung.

Es ist hierbei nicht lösungsnotwendig, dass der Verschlussteller kreisförmig und als Scheibe ausgebildet ist. Es können sämtliche andere Profilformen verwendet werden, die insbesondere dem verwendeten Ventilkörper und dem Einbaurahmen angepasst sind. So können auch ovale, mehreckige oder anders geformte Umfangsränder für den Verschlussteller vorgesehen werden. Ebenso kann der Verschlussteller nicht nur als Scheibe ausgebildet sein, sondern er kann auch kegelförmig, schüsselförmig oder dergleichen mehr Profilierungen aufweisen.

Er ist bevorzugt aus einem Metallmaterial oder einem anderen formstabilen Material gefertigt, welches möglichst leicht ist, um die Rückstellkraft der Rückstellelemente auch entsprechend niedrig zu halten. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass der Verschlussteller an einer oder an beiden Seiten mit einem unter Hitzeeinwirkung aufschäumbaren Material beschichtet ist.

In einer bevorzugten ersten Ausgestaltung der Neuerung ist es vorgesehen, dass der Verschlussteller in Form einer zentralen Längsführung parallel zur Betriebsströmung im Einbaurahmen längsgeführt ist. Zu diesem Zweck weist der Verschlussteller eine zentrale Bohrung auf, durch welche eine Führungshülse einer mittleren Führungseinrichtung hindurchgreift. Der Verschlussteller ist somit in axialer Richtung der gesamten Rauchschutzeinrichtung verschiebbar auf dieser feststehenden Führungshülse geführt.

In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung kann jedoch auch diese zentrale Längsführung entfallen und durch mehrere im gegenseitigen Abstand voneinander angeordnete Längsführungen ersetzt sein.

In einer dritten Ausführungsform kann die zentrale Längsführung überhaupt entfallen und der Verschlussteller ist somit freischwebend und lediglich durch die Rückstellelemente in dem lichten Querschnitt des Ventilkörpers und des Einbaurahmens gehalten.

Nachdem die Betriebsströmung über die gesamte Fläche auf den Verschlussteller wirkt, wird dieser relativ zentrisch von den Rückstellelementen im lichten Querschnitt des Einbaurahmens gehalten, und auf eine zentrale oder außermittige Längsführung kann somit verzichtet werden.

Als Rückstellelemente werden mehrere Elemente als erfindungswesentlich beansprucht.

In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgesehen, dass mehrere Rückstellelemente in Form von Schraubenzugfedern am Umfang verteilt an unterschiedlichen Stellen symmetrisch an der Oberfläche des Verschlusstellers mit ihren jeweiligen einen Enden angreifen, während die gegenüberliegenden Enden dieser Schraubenzugfedern an einem zugeordneten Kreuzsteg angreifen, der ortsfest an dem Ventilkörper der Rauchschutzeinrichtung befestigt ist.

In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung können die Schraubenzugfedern auch durch andere Federelemente ersetzt werden, wie z. B. Biegefedern, Schenkelfedern oder auch elastomere Federn, wie sie in Form von Gummifäden oder elastomeren Pfropfen bekannt sind.

Es können auch Blattfedern verwendet werden.

Wichtig bei den besagten Rückstellelementen ist, dass die Betriebsströmung und die Kraft der Rückstellelemente so gewählt wird, dass die Betriebsströmung in der Lage ist, den Verschlussteller entgegen der Kraft der Rückstellelemente offen zu halten, wobei bei Wegfall der Betriebsströmung die Rückstellelemente dann in der Lage sein müssen, den Verschlussteller in seine Schließposition zu bringen.

Hier sieht die Neuerung vor, dass der Verschlussteller für einen Decken- oder auch einen Wandeinbau geeignet ist. Die Rückstellelemente müssen deshalb so gewählt werden, dass sie größer als die Gewichtskraft des Tellers dimensioniert sind.

Im Rahmen der Neuerung wird auch ein neuartiges System für eine Rauchschutzeinrichtung beansprucht, welches in mehreren Ausführungsformen erfinderisch ist.

In einer ersten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Rückstellelement als Stellmotor ausgebildet ist, dessen Stellspindel auf den Verschlussteller einwirkt und diesen in Längsrichtung verschiebt.

In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Stellmotor mit den vorgenannten Rückstellelementen gekoppelt ist, um eine unabhängige Bewegung des Verschlusstellers zu ermöglichen.

In einer dritten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Signale eines Rauchschalter/-melders auf den Stellmotor wirken. Hierbei wird wiederum der Anwendungsfall unterschieden, dass ein zentraler Rauchschalter/-melder, bevorzugt am Einlass einer zentralen Lüftungsleitung angeordnet ist und über Signalleitungen mit jeweils einem Stellmotor einer Rauchschutzeinrichtung nach der Neuerung verbunden ist. In diesem Falle würde dann der zentrale Rauchschalter/-melder alle Stellmotoren aller Rauchschutzeinrichtungen zentral betätigen.

In einer Abwandlung dieser Erfindungsidee ist vorgesehen, dass jeder Rauchschutzeinrichtung ein eigner Rauchschalter/-melder zugeordnet ist, der unmittelbar auf den dieser Rauchschutzeinrichtung zugeordneten Stellmotor einwirkt.

Wichtig bei allen Ausführungsformen ist, dass der Rauchschalter/-melder (entweder in der zentralen Lüftungsleitung oder an einem der Rauchschutzeinrichtungen) in der Lage ist, die zentrale Lüftungsanlage im Alarmfall still zu setzen. In diesem Fall würde dann der dezentrale oder zentral angeordnete Rauchschalter/-melder die Luft-Betriebsströmung entfallen lassen, und in diesem Fall würden unter Anwendung der oben genannten neuerungsgemäßen Erfindungsideen alle Rauchschutzeinrichtungen mit den dort angeordneten Verschlusstellern ansprechen und diese in Schließstellung selbsttätig bringen.

Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Neuerung ergibt sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Schutzansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen Schutzansprüche untereinander.

Alle in den Unterlagen, einschließlich der Zusammenfassung offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.

Im Folgenden wird die Neuerung anhand von mehrere Ausführungswege darstellenden Zeichnungen näher erläutert. Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Neuerung hervor.

1: eine erste Ausführungsform einer Rauchschutzeinrichtung nach der Neuerung mit offenem Verschlussteller mit Zuluftströmung;

2: Draufsicht der 1 in Pfeilrichtung II;

3: die Rauchschutzeinrichtung nach 1 mit geschlossenem Verschlussteller;

4: eine zweite Ausführungsform einer Rauchschutzeinrichtung nach der Neuerung nach 1, jedoch mit Abluftströmung;

5: einen betriebsmäßigen Einbau einer erfindungsgemäßen Rauchschutzeinrichtung in einem Gebäude;

6: die Rauchschutzeinrichtung nach 1, jedoch mit Stellmotor;

7: die Rauchschutzeinrichtung nach 3, jedoch mit Stellmotor;

8: elektrisches Blockschaltbild zu 5.

In den 1 und 3 ist eine erste Ausführungsform einer Rauchschutzeinrichtung nach der Neuerung dargestellt, wobei die 2 die Draufsicht auf die Stirnseite in Pfeilrichtung II in 1 zeigt.

Die Rauchschutzeinrichtung besteht im wesentlichen aus einem Einbaurahmen 1, der als Rohrelement ausgebildet ist und als Einschubteil in eine herkömmliche Lüftungsleitung eingeschoben werden kann.

Der Einbaurahmen 1 weist stirnseitig einen umlaufenden Flansch 2 auf, an den ein ebenfalls kreiszylindrischer Ventilkörper 3 anschlägt.

Der Ventilkörper 3 bildet den Luftdurchlass zwischen einer Lüftungsleitung und einem Raum, der mit Frischluft zu versorgen ist. Ebenso kann – wie später in 4 dargestellt ist – auch der Ventilkörper 3 als Abluftvorrichtung verwendet werden.

Im Ventilkörper 3 ist in an sich bekannter Weise ein Ventilteller 13 angeordnet, der im gezeigten Ausführungsbeispiel zweiteilig ausgebildet ist und aus einem Vorderteil 16 und aus einem vom Vorderteil abtrennbaren Rückteil 17 besteht.

Im Innenraum dieses Ventiltellers 13 ist eine unter Hitzeeinwirkung aufschäumende Masse (Intumeszenzmaterial 15) angeordnet.

Die beiden Teile 16, 17 werden unter der Wirkung einer inneren Druckfeder 14 auf Offenstellung beansprucht und werden dann ausgelöst, wenn eine auf einer Führungshülse 12 angeordnete Kunststoffscheibe schmilzt, um so das Rückteil 17 unter der Einwirkung der Druckfeder 14 auf der Führungshülse 12 zu verschieben und im Brandfall den gesamten Ventilkörper 3 abzusperren.

Der Ventilteller 13 ist drehfest mit einem Gewindebolzen 10 verbunden, der in eine zugeordnete Gewindemutter 11 eingreift, die an einem Mittelsteg 5 des Ventilkörpers 1 fest angeordnet ist.

Durch Verdrehung des Ventiltellers 13 kann somit der Luftdurchgang im Zwischenraum zwischen dem Ventilkörper 3 und dem Ventilteller 13 eingestellt werden.

Es wird noch angefügt, dass der Ventilkörper 3 eine innenliegende Dichtung 4 aufweist, die sich dichtend an den Einbaurahmen 1 anlegt.

Der Einbaurahmen 1 ist im übrigen als Rohrstutzen 6 ausgebildet.

Die Betriebsströmung strömt hierbei in Pfeilrichtung 20 durch den Rohrstutzen 6 des Einbaurahmens 1 und somit auch durch den Ventilkörper 3 und den Zwischenraum zwischen dem Ventilkörper 3 und dem vorderen Ventilteller 13.

Nachdem eine große Gefahr von sogenanntem Kaltrauch ausgeht, sieht die vorliegende Neuerung eine neuartige Kaltrauchsperre (KRS) vor. Die Kaltrauchsperre im vorliegenden Anwendungsfall soll den Luftdurchgang zwischen dem Ventilkörper 3 und dem Ventilteller 13 auch dann absperren, wenn nicht der Brandfall eintritt, sondern wenn lediglich Kaltrauch vorliegt, der nicht in entgegengesetzter Richtung zu den Pfeilrichtungen 20 in einen mit Luft zu versorgenden Raum einströmen soll.

Zu diesem Zweck sieht die Neuerung ein in Pfeilrichtung 20 und in Gegenrichtung hierzu verschiebbaren, federbelasteten Verschlussteller 8 vor, der im Falle der Einwirkung eines Kaltrauches automatisch den Luftdurchgang versperrt, wie dies im Übergang von 1 zu 3 erkennbar ist.

Zu diesem Zweck ist der Verschlussteller 8 als etwa scheibenförmiges Teil ausgebildet, wobei an der Oberfläche des Verschlusstellers 8 ein oder mehrere Zugfedern 18 ansetzen, die mit ihren gegenüberliegenden Ende an einem Kreuzsteg 9 angreifen, der seinerseits fest mit dem Mittelsteg 5 des Ventilkörpers 3 verbunden ist.

Die Betriebsströmung, welche in Pfeilrichtung 20 auf den Verschlussteller 8 wirkt, bewegt diesen somit in Pfeilrichtung 19' in Offenstellung und lässt diesen entgegen der Kraft der Zugfedern 18 an dem Rückteil 17 des Ventiltellers 13 anlegen.

Sobald die Betriebsströmung in Pfeilrichtung 20 entfällt, überwiegt die Kraft der Rückstellelemente (Zugfedern 18) und es stellt sich der Zustand nach 3 ein, d. h. der Verschlussteller 8 wird unter der Kraft der Rückstellelemente gegen den Ventilkörper 3 im Bereich einer umlaufenden Dichtungskante 33 gezogen und sorgt so für eine zuverlässige Abdichtung des Luftdurchgangs. Er hat sich somit von der Pfeilrichtung 19 in die Gegenrichtung 19 bewegt.

Die Verschiebeführung des Verschlusstellers 8 ist hierbei als Hülsenführung ausgebildet. Er weist eine mittlere zentrale Bohrung 31 auf, die auf der feststehenden Führungshülse 12 verschiebbar geführt ist.

Auf diese Weise wird der Verschlussteller 8 unter Vermeidung einer Verkantung zentral auf der zentral angeordneten Führungshülse in axialer Richtung verschiebbar geführt.

Es wurde bereits schon im allgemeinen Beschreibungsteil darauf hingewiesen, dass die zentrale Führungshülse 12 auch vollständig entfallen kann, wodurch dann der Verschlussteller 8 nur noch freischwebend unter der Kraft der Zugfedern 18 gehalten wird. Die Betriebsströmung in Pfeilrichtung 20 legt den freischwebenden Verschlussteller 8 ebenfalls zuverlässig an dem Rückteil 17 an und im Kaltrauch-Fall würde dann der Verschlussteller 8 in Pfeilrichtung 19 zuverlässig durch die Zugfedern 18 in die Verschlussstellung gebracht werden.

In 4 ist die kinematische Umkehrung der Bewegung des Verschlusstellers 8 im Vergleich zu den 1 bis 3 dargestellt. Hier wirkt die Rauchschutzeinrichtung als Ablufteinrichtung. Dass heißt, der Verschlussteller 8wird aufgrund einer Betriebsströmung 20' stets entgegen der Kraft der Zugfedern 18 in Offenstellung gehalten, und sobald diese Betriebsströmung (Abluftströmung) entfällt, ziehen die Zugfedern 18 den freischwebend oder mit einer Linearführung geführten Verschlussteil 8 gegen seinen Ventilsitz, so dass damit der Luftdurchgang am Ventilkörper 3 versperrt wird.

Die 5 zeigt einen betriebsmäßigen Einbau einer erfindungsgemäßen Rauchschutzeinrichtung in einem Gebäude. Hierbei ist erkennbar, dass an einem zentralen Punkt des Gebäudes – in der Regel über Dach – eine Zentrallüftungsanlage 22 angeordnet ist, welche Frischluft in Pfeilrichtung 23 ansaugt und an einem Rauchschalter/-melder 26 vorbei in eine zentrale Lüftungsleitung 32 einbläst.

Die zentrale Lüftungsleitung 32 durchsetzt mehrere im Abstand vertikal untereinander angeordnete Geschossdecken 21, und in jedem mit Frischluft zu versorgenden Raum sind ein oder mehrere neuerungsgemäße Rauchschutzeinrichtungen 25 mit den erfindungsgemäßen Kaltrauchsperren angeordnet.

Die Luftströmung geht dann in Pfeilrichtung 24 durch die jeweiligen Rauchschutzeinrichtung 25 hindurch.

Wenn nun von außen in unerwünschter Weise in Pfeilrichtung 23 Kaltrauch angesaugt wird, wird dies vom Rauchschalter/-melder 26 festgestellt und das Signal des Rauchschalter/-melders wirkt nun auf zugeordnete Stellmotoren, wobei jeweils ein Stellmotor in einer Rauchschutzeinrichtung 25 angeordnet ist.

Dieses Ausführungsbeispiel zeigen die 6 und 7, wobei erkennbar ist, dass alle vorher genannten Teile vorhanden sind und dass noch zusätzlich ein Stellmotor 27 vorhanden ist, der in einer Spindelführung 30 eine Stellspindel 28 verschiebbar geführt hat.

Aus einem entsprechenden Strom wird somit der Stellmotor 27 betätigt und die Stellspindel 28 wird mehr oder weniger aus der Spindelführung 30 linear herausgefahren und wirkt mit ihrem vorderen Ende auf den Verschlussteller 8.

Durch die Anordnung des Stellmotors 27 ist somit eine unabhängige Betätigung des Verschlusstellers 8 ungeachtet dessen aktueller Stellung möglich. Für diesen Zweck kann es vorgesehen sein, dass die Stellspindel 28 nicht nur als Druckspindel, sondern auch als Zugspindel ausgebildet ist.

Zur besseren Kraftverteilung der Kraft der Stellspindel auf den Verschlussteller 8 wirkt diese auf eine Auflagegabel 29, welche das Zentrum des Verschlusstellers 8 umgibt, um so eine zentrische Krafteinleitung zu erreichen.

Vorstehend wurde anhand der 5 erläutert, dass das gesamte System mit einem zentral angeordneten Rauchschalter/-melder 26 funktioniert. Das elektrische Blockschaltbild ist in 8 dargestellt. Hierbei ist erkennbar, dass der zentrale Rauchschalter/-melder 26 über einen zugeordneten Signalbus 34 über entsprechende Signalleitungen die einzelnen Stellmotoren 27 ansteuert.

In einer alternativen – hier nicht dargestellten Ausführungsform – ist es jedoch vorgesehen, dass jeder Rauchschutzeinrichtung ein eigener Rauchschalter/-melder zugeordnet ist, so dass jede Rauchschutzeinrichtung von ihrem individuell angeordneten Rauchschalter/-melder angesteuert wird.

Der Rauchschalter/-melder wäre dann z. B. an der Außenseite des Ventilkörpers 3 angeordnet und würde in dem mit Luft zu versorgenden Raum hineinmessen.

Die vorliegend beschriebene Rauchschutzeinrichtung kann in verschiedenen Ausführungsformen verwirklicht werden. In einer ersten Ausführungsform ist es vorgesehen, dass sie als Zuluft-Ventil mit KRS mit oder ohne Brandschutz verwendet wird.

In einer zweiten Ausführungsform kann es vorgesehen sein, dass sie lediglich als Lüftungsbaustein mit KRS im Sinne einer Überströmeinrichtung verwendet wird.

In einem dritten Ausführungsfall kann die Rauchschutzeinrichtung 25 als Druckentlastungsventil vorgesehen werden. In diesem Fall würde die Rauchschutzeinrichtung als Abluftvorrichtung wirken.

Als viertes Ausführungsbeispiel wurde oben stehend erwähnt, dass mit der erfindungsgemäßen Rauchschutzeinrichtung ein vollständiges System für ein Gebäude erstellt werden kann, wobei entweder wahlweise ein zentraler Rauchschalter/-melder oder mehrere dezentrale Rauchschalter/-melder vorhanden sind.

1
Einbaurahmen
2
Flansch
3
Ventilkörper
4
Dichtung
5
Mittelsteg
6
Rohrstutzen (Einbaurahmen 1)
7
hinterer Öffnungsquerschnitt (Ventilkörper 3)
8
Verschlussorgan oder Verschlussteller
9
Kreuzsteg
10
Gewindebolzen
11
Gewindemutter
12
Führungshülse
13
Ventilteller
14
Druckfeder
15
Intumeszenzmaterial
16
Vorderteil
17
Rückteil
18
Zugfeder
19
Pfeilrichtung
20
Pfeilrichtung 20'
21
Geschossdecke
22
Zentrallüftungsanlage
23
Pfeilrichtung
24
Pfeilrichtung
25
Rauchschutzeinrichtung
26
Rauchschalter/-melder
27
Stellmotor
28
Stellspindel
29
Auflagegabel
30
Spindelführung
31
Bohrung
32
Lüftungsleitung
33
Dichtungskante
34
Signalbus


Anspruch[de]
Rauchschutzeinrichtung (25) mit Kaltrauchsperre für Gebäude, wobei die Kaltrauchsperre ein Verschlussorgan (8) beinhaltet, welches mittels Betriebsströmung (20, 20') in eine den Lüftungsquerschnitt in der Rauchschutzeinrichtung (25) freigebende Lüftungsstellung bringbar ist und bei Wegfall der Betriebsströmung (20, 20') selbsttätig wieder in eine den Lüftungsquerschnitt der Rauchschutzeinrichtung (25) verschließende Verschlussstellung übergeht, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlussorgan (8) biegesteif und formstabil ausgebildet ist, an dem ein oder mehrere Rückstellelemente (18) derart angreifen, dass das Verschlussorgan (8) in der Lüftungsstellung entgegen der Kraftwirkung der Rückstellelemente (18) den Lüftungsquerschnitt der Rauchschutzeinrichtung (25) freigibt und in der Verschlussstellung unter Kraftwirkung der Rückstellelemente (18) den Lüftungsquerschnitt der Rauchschutzeinrichtung (25) verschließt. Rauchschutzeinrichtung (25) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Verschlussorgan (8) und/oder dem Rückstellelement (18) ein Stellmotor (27) mit seinem Stellantrieb (28) ansetzt, um das Verschlussorgan (8) in die Öffnungs- oder Schließstellung zu bewegen. Rauchschutzeinrichtung (25) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Stellmotor (27) verwendet wird, bei dem die Öffnungsstellung des Verschlussorgan (8) solange beibehalten wird, wie ein Signal am Stellmotor (27) anliegt, und wenn das Signal am Stellmotor (27) entfällt, dient dann eine im Stellmotor (27) angeordnete Federeinrichtung dazu, den Stellantrieb (28) in die Schließstellung zu bringen, um so das Verschlussorgan (8) in seine Schließstellung zu bewegen. Rauchschutzeinrichtung (25) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlussorgan (8) im Querschnitt kreisförmig, oval, mehreckig oder schlüsselförmig ausgebildet ist und Zylinder- oder Kegelform aufweist. Rauchschutzeinrichtung (25) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlussorgan (8) aus einem Metallmaterial und/oder einem bis 200°C beständigen Material besteht. Rauchschutzeinrichtung (25) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlussorgan (8) an einer oder an beiden Seiten mit einem unter Hitzeeinwirkung aufschäumbaren Material beschichtet ist. Rauchschutzeinrichtung (25) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlussorgan (8) in Form einer einzigen zentralen oder mehrerer voneinander beabstandeter Längsführungen (12) parallel zur Betriebsströmung (20, 20') in einem Einbaurahmen (1) längsgeführt ist. Rauchschutzeinrichtung (25) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlussorgan (8) freischwebend und lediglich durch die Rückstellelemente (18) in dem lichten Querschnitt des Ventilkörpers (15) und eines Einbaurahmens (1) gehalten sind. Rauchschutzeinrichtung (25) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Rückstellelemente (18) am Umfang verteilt an unterschiedlichen Stellen symmetrisch an der Oberfläche des Verschlussorgans (8) mit ihren jeweiligen einen Enden angreifen, während die gegenüberliegenden Enden dieser Rückstellelemente (18) an einem zugeordneten Kreuzsteg angreifen, der ortsfest an dem Ventilkörper (3) der Rauchschutzeinrichtung (25) befestigt ist. Rauchschutzeinrichtung (25) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückstellelemente (18) Schraubenzugfedern, Biegefedern, Schenkelfedern, Blattfedern oder elastomere Federn sind oder beinhalten. Rauchschutzeinrichtung (25) nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass Signale eines Rauchschalter/-melders (26) auf den Stellmotor (27) wirken. Rauchschutzeinrichtungs-System mit mehreren Rauchschutzeinrichtungen (25) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Rauchschalter/-melder (26) am Einlass/Auslass einer Zentrallüftungsanlage (22) in einer zentralen Lüftungsleitung (32) angeordnet ist und mit den Stellmotoren (27) der mehreren Rauchschutzeinrichtungen (25) verbunden ist. Rauchschutzeinrichtungs-System mit mehreren Rauchschutzeinrichtungen (25) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Rauchschutzeinrichtung (25) ein eigner Rauchschalter/-melder (26) zugeordnet ist, der unmittelbar auf den dieser Rauchschutzeinrichtung (25) zugeordneten Stellmotor (27) einwirkt. Rauchschutzeinrichtungs-System nach einem der Ansprüche 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der/die Rauchschalter/-melder (26) in der Lage ist/sind, die zentrale Lüftungsanlage im Alarmfall still zu setzen, so dass die Betriebsströmung (20, 20') entfällt, und alle Rauchschutzeinrichtungen (25) mit den dort angeordneten Verschlussorganen (8) in Verschlussstellung gehen.






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