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Dokumentenidentifikation DE202007010835U1 13.12.2007
Titel Vorrichtung zur Bildung eines Wasserschleiers in baulichen Anlagen
Anmelder Herzog, Ilse Dora, 39387 Oschersleben, DE
Vertreter Zinken-Sommer, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 80939 München
DE-Aktenzeichen 202007010835
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.12.2007
Registration date 08.11.2007
Application date from patent application 03.08.2007
IPC-Hauptklasse A62C 35/58(2006.01)A, F, I, 20070803, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A62C 3/00(2006.01)A, L, I, 20070803, B, H, DE   A62C 2/08(2006.01)A, L, I, 20070803, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bildung eines Wasserschleiers in baulichen Anlagen, vorzugsweise in Tunnelröhren des Eisenbahn- und/oder Straßenverkehrs während ihrer Auffahrung, wobei im Bereich einer zu schaffenden Tunnelquerschnittsreduzierung ein oder mehrere Rohrbögen angeordnet sind.

Es ist bekannt, im Eingangsbereich von Eisenbahntunneln Wassernebel in Form von Sprühnebeln zu erzeugen, wobei eine Rauch-, Wärme- und Schadstoffbindung erfolgen soll (DE 195 14 923 C2). Dabei wird ein sehr feiner Sprühnebel erzeugt, dem ein Hilfsmittel zugegeben wird. Die weitere Ausbreitung eines Brandherdes kann damit nicht verhindert werden.

Die Ausbreitung von Brandherden speziell in Tunneln und ähnlichen baulichen Anlagen soll in der JP 06190075 durch Ausbreitung eines Wasserschleiers in vertikaler Richtung verhindert werden. Der Wasserschleier wird aus schlitzförmigen Öffnungen an der Oberseite eines Durchganges erzeugt, die aus einem Tank mit Wasser gespeist werden.

Eine ähnliche Lösung wird aus der JP 04319368 beschrieben, wobei Wasser unter Ausnutzung der Schwerkraft über die gesamte Breite eines Raumes aus einer darüber angeordneten Düse in Richtung Boden abgelassen wird, sodass damit ein filmartiger Wasserschleier erzeugt wird.

Beide Anlagen sind jedoch nicht in der Lage, die Dichtheit eines Tunnels im Brandfall zu gewährleisten. Zudem würde der Wasserschleier an jedem in der Öffnung eingebrachten Hindernis aufreißen, wodurch die Dichtheit ohnehin nicht gegeben wäre.

Allen vorgenanten Einrichtungen ist gemeinsam, dass davon auszugehen ist, dass sie einen Öffnungsverschluss in durchgehend belüfteten Tunnelanlagen sicherstellen sollen. Damit kann die von einem Brandherd auf Grund der Volumenvergrößerung der auftretenden Brandzersetzungsprodukte hervorgerufene Überdruckerzeugung einseitig abgebaut werden. Möglicherweise wird die Überdruckwirkung durch eine wirksame technische Abluftbesaugung kompensiert.

Aus der DE 101 45 136 A1 ist ein Verfahren und eine Anordnung zur Abschottung von Feuer und Rauch in baulichen Anlagen bekannt, wobei Wasser stetig und unter erhöhtem Druck auf mindestens zwei der Kontur eines Tunnels oberhalb und seitlich folgende sowie in einem Abstand zueinander angeordneten Sprührohbögen geleitet und über Mehrfachdüsen impulsartig verteilt wird. Damit soll eine mehrfach gestaffelte Wasserschleierausbildung erreicht werden. Hierbei konnte erstmals belegt werden, dass durch den aufgewendeten erhöhten Wasserdruck der ausgetragene Wassernebelschleier stabil und gegen Brandzersetzungsprodukte undurchdringlich, einen gegen die Wasserschleieranlage (WSA) gerichteten anströmenden Luftstrom blockieren kann. Die Anlage weist allerdings bei großen, mehrgleisigen Tunneln erhebliche Ausmaße und im Einsatzfall einen sehr hohen Wasserverbrauch auf. Dies kann zwar durch ein unterhalb der Anlage angeordnetes Wassersammelbecken mit Kreislaufführung weitgehend verringert werden, der konstruktive Aufwand der gesamten Anlage wird dadurch jedoch erheblich erhöht.

In einem Tunnelvortrieb, ohne durchgehende Belüftung (Tunnelauffahrung), wird der erforderliche Frischluftstrom über eine Frischluftleitung (Frischluftlutte) zur tiefsten Stelle des Tunnelvortriebs (der Ortsbrust) über einen am Tunneleingang (Portal) installierten Frischluftventilator transportiert. Diese Frischluft strömt dort aus der Lutte aus und fließt über den Tunnelquerschnitt als Abluft zum Portal zurück. Gegenüber einem normalen Wassernebelschleier als Verschluss des Tunnelquerschnitts würde diese abströmende Luft einen entgegengerichteten, erheblichen Widerstand mit Überdruckwirkung auf eine Wasserschleieranlage erzeugen. Dieser Überdruckwirkung wäre nur mit erhöhtem Wasseraustragsdruck und erheblich gesteigerten Einsatzwassermengen an einer Wasserschleieranlage nach bisherigen Stand der Technik zu begegnen, ohne große Teile ihrer oben genannten, auftragsgemäßen Schutzwirkung in Frage zu stellen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile des Standes der Technik dadurch zu beseitigen, dass an geeigneter Stelle im Tunnelquerschnitt eine kostengünstige und konstruktiv einfache Vorrichtung anzuordnen ist, die im Brandfall wirksam eine Ausbreitung von Rauchgasen aus dem Tunnelvortrieb und ein Vordringen von Sauerstoff zum Brandherd zwischen Ortsbrust und Wasserschleieranlage weitgehendst verhindert, wobei dies mit einem sehr sparsamen Umgang mit Wasser verbunden wird.

Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass

während der Auffahrung des Tunnels der Tunnelquerschnitt an seiner Innenkontur eine verengende Abluftblende (Wetterblende) aufweist, die eine Öffnung für eine Zuluftleitung (Lutte) sowie andere Versorgungsleitungen und eine Öffnung für einen oder mehrere die Fahrbahnen umschließende Rohrbögen besitzt, wobei die U-förmig abgewinkelt ausgebildeten Rohrbögen der Wasserschleieranlage (WSA) jede Fahrbahnen einzeln umschließen und mit Wassernebeldüsen ausgestattet sind, die an den Rohrbögen geneigt angeordnet und dem möglichen Brandherd im Tunnel entgegengerichtet sind.

Im maximal zulässigen Abstand von 5 × √A vor dem durch die Wasserschleieranlage geschützenen verbleibenenden Öffnungsquerschnitt in der Wetterblende wird in der Frischluftlutte eine Luttenweiche installiert. Im Normalbetrieb fördert die Lutte die an der Ortsbrust benötigte Frischluftmenge ungehindert bis zum Tunneltiefsten. Der Frischluftstrahl wird dann frei ausblasend die Ortsbrust bestreichen und über den freien Tunnelquerschnitt zurück zum Portal strömen. Für die WSA bildet diese rückströmende Abluftmenge an der Querschnittseinengung einen Strömungswiderstand, gegen den der Wasserschleier einen Gegendruck aufbauen muss, um einen „Verschluss" des Tunnelausganges zu erreichen.

Die „Verschlusswirkung" der WSA würde mit zunehmender Dauer eines Brandfalles, neben der schon Überdruck aufbauenden Frischluftmenge, zusätzlich durch die Entstehung heißer, toxischer, korrosiver Gase, die mit einer erheblichen Volumenvergrößerung verbunden sind und auf den Wasserschleier drücken, abnehmen.

Dies wird durch die über eine Luttenweiche zu realisierende, portalseitig der WSA abströmende Frischluftmenge kompensiert. Dazu wird im Brandausbruchsfall zwischen Ortsbrust und WSA durch automatische Umsteuerung einer motorgetriebenen Umstellklappe in der Luttenweiche die sauerstoffhaltige Frischluftzufuhr zur Ortsbrust unterbunden und schutzseitig auf die Wasserscheieranlage gerichtet.

Damit sind folgende Vorteile verbunden:

  • 1. Die Rückströmwirkung der Abluft an der Ortsbrust in Richtung Tunnelportal wird erheblich reduziert, weil die Überdruckwirkung der abblasenden Frischluft schlagartig versiegt.
  • 2. Die Abluftsäule zwischen Ortbrust und anlaufender WSA gerät unter Kolbenwirkung, wodurch sie sehr schnell zum Stillstand kommt, ohne dass sie zu diesem frühen Zeitpunkt wesentlich mit Brandzersetzungsprodukten vermischt ist. Personen können darin ohne Atemschutz unbedenklich zur aktiven WSA flüchten.
  • 3. Die Überdruckwirkung der Brandzersetzungsprodukte nimmt mit fortschreitender Brandentwicklung zu. Diese treffen auf eine stehende – unter Kolbenwirkung befindliche – Luftsäule, sodass von einer erheblich verzögerten Brandausbreitung in Richtung der WSA auszugehen ist, was die Fluchtdauer von Personen positiv beeinflusst.
  • 4. Die unterbrochene Frischluftzufuhr über die Zuluftleitung (Lutte) zum Brandherd bewirkt eine Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr des Brandes, eine Abschwächung der Brandintensität und eine Entstehung von vorteilhaften Selbstinertisierungseffekten.
  • 5. Die in Richtung der Ortbrust gerichtete Überdruckwirkung der ausströmenden Frischluft verstärkt die Stabilität der WSA in ihrer abtrennenden Wirkung gegenüber den dahinter liegenden Brandzersetzungsprodukten. Die Wassernebeltröpfchen werden durch den ausblasenden Frischluftstrahl getragen, verteilen sich hinter der einengenden Abdichtung in einer gewissen Eindringtiefe im freien Tunnelvolumen und bilden ein gesättigtes Puffervolumen in dem es zu erheblichen Auswascheffekten von Feststoffpartikeln aus den Brandzersetzungsprodukten kommt.
  • 6. Die Überdruckwirkung der WSA behindert, wie in DE 101 45 136 A1 beschrieben, neben der Auswaschung von Feststoffpartikeln aus den Brandzersetzungsprodukten weiterhin den Durchtritt toxischer Brandzersetzungsgase in erheblichem Umfang auf die Schutzseite der Wasserschleieranlage. Auf der Schutzseite wird für Personen uneingeschränkt atembare Frischluft freigesetzt. Damit kann temporär deren weitere Flucht zum Tunnelportal brandgasfrei gestaltet werden.
  • 7. Durch die Impulswirkung des abströmenden Wassers aus der WSA und unterstützt durch die schutzseitig ausblasende Frischluft erzeugt die WSA ein mit Wassernebeltröpfchen gesättigtes Tunnelvolumen, welches in Richtung zur Ortsbrust gerichtet, durch flüchtendes Vorortpersonal aber ohne weiteres (unter Inkaufnahme der Durchnässung) passiert werden kann. Damit werden erhebliche Temperaturbelastungen im weiteren Verlauf der Flucht zum Tunnelportal und für jetzt in den Tunnel einrückende Hilfskräfte (Feuerwehr) annähernd eliminiert.

Zum Schutz der an den Rohrbögen angeordneten Düsen wird an den Rohrbögen jeweils ein in Richtung Tunnelinneres weisendes Schutzblech oder ein Schutzrahmen mittels Profilträgern angeordnet.

Die die Tunnelöffnung verengende Wetterblende wird mit Hilfe von im Baugewerbe bekannten Leichtbaustützen, verkleidet mit Trägermaterial und durch Anspritzen mit zementhaltigen Baustoffen im Torkretierverfahren in Leichtbauweise errichtet, mit den ortveränderlich öffnungsangepassten Rohrbögen ausgerüstet, um beim Tunnelvortrieb fortschreitend in das Tunnelinnere hinein versetzt werden zu können. Dadurch wird eine sehr wirkungsvolle Verringerung des Tunnelvolumens erreicht, welches im Falle eines Brandes im Vorortbereich an den Vortriebsgeräten zur Füllung mit toxischen Brandzersetzungsprodukten zur Verfügung steht und die zurückzulegende erforderliche Fluchtweglänge bis in einen gesicherten Bereich (durch die WSA hindurch) für das Vorort befindliche Personal erheblich minimiert.

Die an den Rohrbögen angebrachten Düsen sind als Zwillings- und/oder Drillingsdüsen ausgeführt. Dabei können die Düsen im Wechsel angeordnet sein. Dies führt zu einer sehr intensiven und stabilen Ausbildung des Wasserschleiers der WSA.

Im horizontalen Bereich der Rohrbögen sind die Düsen in einem Winkel von 30 bis 45° zum möglichen Brandherd im Tunnel ausgerichtet.

Im vertikalen Bereich der Rohrbögen sind die Düsen in einem Winkel von maximal 45° zum Tunnelinneren angeordnet.

Bei einem mehrere Fahrbahnöffnungen in der Wetterblende aufweisenden Tunnel sind die zwischen den Fahrbahnen befindlichen Stützen derart angeordnet, dass für jeden Öffnungsquerschnitt eine Durchfahrtsbreite und –höhe von mindestens 4,5 m gewährleistet ist.

Weitere Vorteile der Erfindung sind:

  • – die WSA ist unter Verwendung von Schnellmontagekupplungen ortsveränderlich ausgeführt und kann damit bei Bedarf jeweils zügig in weitere, im Tunnelinneren vorbereitete Wetterblendenabdichtungen umgesetzt werden. Damit ist das brandtechnisch beeinträchtigte Tunnelvolumen während der Auffahrung temporär wesentlich einzuschränken und immer auf möglichst kleinem Stand zu halten.
  • – durch die Gestaltung der Wetterblende als verengende Abdichtung, wird der Spannrahmen der Rohrbögen der WSA erheblich gegenüber dem Tunnelquerschnitt verringert, was zu einer erheblichen Verkleinerung der durch den auszubildenden Wasserschleier zu benetzenden Fläche an den verbleibenden Öffnungsquerschnitten führt.
  • – die verringerte Wasserschleierfläche und die damit verbundene verringerte Anzahl von Düsen führt zu einer erheblichen Reduzierung der bereitzustellenden Wassermenge und des Wasserverbrauches im Einsatzfall.
  • – damit verbunden verringert sich der Aufwand für Wasserzuführungen, Wasserbevorratungen, vorzuhaltender Pumpeinrichtungen etc. – Investitionskostensenkung.
  • – durch die Anordnung eines vertikalen Rohrbogenständers mit beiderseits befestigten Düsen zwischen den verbleibenden Fahrbahnöffnungen erfolgt eine Verringerung der mit dem Wasserschleier zu überbrückenden lichten Abstände; die Düsen können aus diesem Grunde mit weniger Druck und einer verringerten Wassermenge beaufschlagt werden.
  • – durch das erfindungsgemäße Frischluftkonzept wird zudem die Brandbekämpfung erheblich verbessert, da die zu erwartende Temperatur am Brandherd deutlich abgesenkt sein wird.
  • – bei ausblasender Luttenweiche wird der gesamte Tunnelabschnitt von der WSA bis zum Portal über längere Zeit frei von Brandzersetzungsprodukten – zumindest aber nur mit erheblich verdünnten Produkten belastet – sein, was dazu führt, dass die Einsatzkräfte ohne unmittelbar beatmete Schutzvorrichtungen tätig werden können. Die aktive Brandbekämpfung ist erst unmittelbar brandseitig der WSA notwendig, was zu einer Verkürzung der Einsatzzeiten führt.
  • – die erfindungsgemäße Lösung führt u. U. (bei ausreichender Ortsnähe der WSA zum potentiellen Brandherd) sogar direkt zu einer Löschung des Brandherdes durch ihre unmittelbare Wirkung als Löschmittelaustragseinrichtung.
  • – durch die mögliche Einbindung eines Stickstoffvorrates über ein Übergangsstück in die Frischluftleitung (Lutte) und deren erneute Durchschaltung an der Luttenweiche zur Ortsbrust, kann eine indirekte Brandbekämpfung mit Inertgasbeaufschlagung durchgeführt werden.
  • – bei teilweiser Inertisierung des Tunnelvolumens mit Stickstoff sind erheblich gefahrlosere Löscharbeiten durchzuführen.
  • – bei ausreichend langer Inertgasbeaufschlagung erfolgt zwischen Ortsbrust und Querschnittseinengung eine Vollinertisierung des Tunnelvolumens, sodass Einsatzkräfte unter Atemschutz nur noch Kontrollaufgaben bzw. Nachkühlarbeiten durchzuführen haben.
  • – Ein Vordringen der Einsatzkräfte durch die WSA hindurch in Richtung Brandherd wird temperaturtechnisch durch die Kühlwirkung des ausgetragenen Wassernebels erheblich erleichtert und damit ihre ergonomischen Belastungen wesentlich herabgesetzt.

Ausführungsbeispiel

Anhand eines Ausführungsbeispieles soll nachfolgend die Erfindung näher erläutert werden.

Dabei zeigen:

1 – Tunnelquerschnitt mit einengender Wetterblende und Sprührohrbogen in der Ansicht

2 – Tunnelöffnung mit zwei Rohrbögen und Düsen in der Draufsicht

3 – Tunnellängsschnitt mit zwei Rohrbögen und Düsen sowie Zuluftleitung

4 – Zuluftsystem mit Rohrbögen in der Draufsicht

Die Tunnelöffnung 1 weist die einengende Abdichtung (Wetterblende) 2 auf, in deren oberen Bereich die Zuluftleitung (Lutte) 3 angeordnet ist (1). Um die über der Tunnelsohle verbleibenden Fahrbahnöffnungen 4; 5 sind die Rohrbögen 6; 7 gespannt. Die Rohrbögen 6; 7 weisen eine horizontale Rohrführung 8 und die vertikale Außen-Rohrführungen 9 sowie die vertikale Innen-Rohrführung 10 auf. An den Rohrbögen 6; 7 sind die Düsen als Zwillingsdüsen 12 und/oder als Drillingsdüsen 13 angeordnet. Parallel zur Düsenaustrittsebene ist jeweils ein Schutzblech oder Schutzrahmen mittels Profilträger 14 zur Verhinderung von Schädigungen als Anfahrschutz so angeordnet, dass die Wirkung der Wassernebeldüsen nicht beeinträchtigt wird.

Die Düsen der horizontalen Rohrführung 8 der Rohrbögen 6; 7 sind in einem Winkel von 30 bis 45° in Richtung des Tunnelinneren gerichtet.

In die Zuluftleitung (Lutte) 3 wird schutzseitig der Wetterblende 2 eine Luttenweiche 15 so integriert, dass im Brandfall die Förderung der Frischluft hinter die Wasserschleieranlage unterbrochen wird (4). Die Frischluft wird dabei weiterhin über den außerhalb des Tunnelportals 18 angeordneten Frischluftlüfter 16 angesaugt und tritt dann über den Parallelausgang der Weiche 15 in den freien Tunnelquerschnitt aus.

Zu Inertsierungszwecken kann alternativ jetzt der angesaugte Frischluftstrom vor dem Lüfter 16 mit Hilfe eines anzupassenden Übergangsstückes 17 komplett durch Inertgas (N2 oder CO2) aus einer hier nicht dargestellten Inertsierungsanlage (Tankwagen) eines Gasversorgers ersetzt werden. Dazu ist dann die Luttenweiche 15 in ihrer Austragsrichtung wieder umzusteuern, so dass jetzt der Inertisierungsgasstrom hinter die Wetterblende 2 zum Brandherd gelangt.

Das Zuluftsystem weist an der Luttenweiche 15 einen einseitigen Austritt 21, angesteuert durch einen Klappenstellmotor 22 mit eigener Energieversorgung 19, auf.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung kommt vorzugsweise bei einer Auffahrung eines Tunnels zur Anwendung.

1
Tunnelquerschnittsöffnung
2
einengende Abdichtung (Wetterblende)
3
Zuluftleitung (Lutte)
4
Fahrbahnöffnung in der Wetterblende
5
Fahrbahnöffnung in der Wetterblende
6
Rohrbogen I
7
Rohrbogen II
8
horizontale Rohrführung
9
vertikale Außen-Rohrführung
10
vertikale Innen-Rohrführung
11
Tunnelsohle
12
Zwillingsdüse
13
Drillingsdüse
14
Schutzblech
15
Luttenweiche
16
Lüfter
17
Übergangsstück zur Inertisierung
18
Tunnelportal
19
Energieversorgung Klappenstellmotor
20
ausblasender Freistrahl (Brandfall)
21
einseitiger Austritt
22
Klappenstellmotor


Anspruch[de]
Vorrichtung zur Bildung eines Wasserschleiers in baulichen Anlagen, vorzugsweise in Tunnelröhren des Eisenbahn- und/oder Straßenverkehrs, wobei zwischen der Tunnelöffnung (Portal) und einer Ortsbrust ein oder mehrere Rohrbögen angeordnet sind, gekennzeichnet dadurch, dass während der Auffahrung des Tunnels der Tunnelquerschnitt (1) an seiner Innenkontur eine verengende Abluftblende (2) (Wetterblende) aufweist, die eine Öffnung für eine Zuluftleitung (Lutte) (3) sowie andere Versorgungsleitungen und eine Öffnung für einen oder mehrere die Fahrbahnen umschließende Rohrbögen (6; 7) besitzt, wobei die U-förmig abgewinkelt ausgebildeten Rohrbögen (6; 7) der Wasserschleieranlage (WSA) jede Fahrbahnen einzeln umschließen und mit Wassernebeldüsen (12; 13) ausgestattet sind, die an den Rohrbögen (6; 7) geneigt angeordnet und dem möglichen Brandherd im Tunnel entgegengerichtet sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die Rohrbögen (6; 7) aus einer horizontalen Rohrführung (8), den vertikalen Außen-Rohrführungen (9) und der vertikalen Innen-Rohrführung (10) aufgebaut sind. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, dass die mit dem ansaugenden Frischluftlüfter verbundene Zuluftleitung (Lutte) (3) vor der WSA schutzseitig mit einer im Brandfall elektrisch umsteuerbaren Luttenweiche (15) versehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, dass die Luttenweiche (15) einen einseitigen Austritt (21) mit einem Klappenstellmotor (22) und einer eigenen Energieversorgung (19) aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet dadurch, dass vor den an den Rohrbögen (6; 7) angeordneten Düsen (12; 13) jeweils in Richtung Tunnelinneres ein Schutzblech oder ein Schutzrahmen mittels Profilträger (14) angeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 5, gekennzeichnet dadurch, dass die in die einengende Abluftblende (Wetterblende) (2) eingepassten Rohrbögen (6; 7) der WSA ortveränderlich ausgeführt sind und im Falle eines Tunnelaus- bzw. -neubaues mit den Bohrgeräten parallel fortschreitend in den Tunnel hinein versetzt werden können. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 6, gekennzeichnet dadurch, dass die Düsen an den Rohrbögen (6; 7) als Zwillings- (12) und/oder Drillingsdüsen (13) (Mehrfachdüsen) ausgeführt sind. Vorrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet dadurch, dass die Zwillings- (12) und Drillingsdüsen (13) an den Rohrbögen (6; 7) wechselweise angeordnet sind. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 8, gekennzeichnet dadurch, dass die an der horizontalen Rohrführung (8) der Rohrbögen (6; 7) angeordneten Düsen in einem Winkel von 30° bis 45° zum möglichen Brandherd ausgerichtet sind. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 9, gekennzeichnet dadurch, dass die an den vertikalen Rohrführungen (9; 10) der Rohrbögen (6; 7) angeordneten Düsen (12; 13) in einem Winkel von maximal 45° zum möglichen Brandherd angeordnet sind. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 10, gekennzeichnet dadurch, dass bei einem mehrere Fahrbahnen (4; 5) aufweisenden Tunnel die zwischen den Fahrbahnen (4; 5) angeordnete vertikale Innen-Rohrführung (10) derart angeordnet sind, dass für jede Fahrbahn eine Durchfahrtsbreite und –höhe von mindestens 4,5 m gewährleistet ist. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 11, gekennzeichnet dadurch, dass die Zuluftleitung (Lutte) (3) bedarfsweise mit einem Übergangsstück (17) versehen ist, welches mit einer Inertgaserzeugeranlage verbunden ist, sodass der sauerstoffhaltige Frischluftstrom komplett ersetzen kann.






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