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Dokumentenidentifikation DE202007012244U1 13.12.2007
Titel Auftischfilter zur Filtration von Trinkwasser
Anmelder Ehrlich, Lutz, 31618 Liebenau, DE;
Hein, Konrad, 83646 Bad Tölz, DE
DE-Aktenzeichen 202007012244
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.12.2007
Registration date 08.11.2007
Application date from patent application 31.08.2007
IPC-Hauptklasse C02F 1/00(2006.01)A, F, I, 20070831, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B01D 29/085(2006.01)A, L, I, 20070831, B, H, DE   A47J 31/06(2006.01)A, L, I, 20070831, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Trinkwasser unterliegt in Deutschland strengen Auflagen [Trinkwasserverordnung 2001]. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Trinkwasser grundsätzlich nicht gechlort [oder desinfiziert], außer besondere Ereignisse machen eine Desinfektion notwendig.

Die Wasserversorgungsunternehmen stellen das Trinkwasser gemäß der gesetzlichen Forderungen zur Verfügung.

Für Deutschland gilt: die Wasserübergabe findet am Hausanschluss [Wasseruhr] statt, ab hier geht die Verantwortung auf den Betreiber [Hausbesitzer] über.

Weiter ist dem Fachmann bekannt, dass innerhalb der Hausinstallation durchaus Probleme entstehen können. Die Ursachen [Beispiele] sich vielfältig: Stagnationszeiten, Totzonen, und höhere Temperaturen können zu Hygiene-Problemen führen [Biofilme, Keimnester]. Bedingt durch die verwendeten Werkstoffe können auch Schwermetall- Ionen an das Wasser angeben werden.

Aus diesen Gründen und auch um das Wasser geschmacklich zu verbessern [wenn z.B. chloriert wird], erfreuen sich Wasserfilter immer größerer Beliebtheit.

Ob der Einsatz solcher Wasserfilter sinnvoll ist, wird kontrovers diskutiert. Die Gründe hierzu sind ebenfalls vielfältig. Ein Hauptgrund dürfte darin begründet sein, dass Anbieter solcher Wasserfilter die jeweilige Praxis nicht ausreichend berücksichtigen und in Folge Probleme auftreten können.

In Krankenhäusern, insbesondere in sensiblen Bereichen, werden Membranfilter professionell eingesetzt, um dem Problem einer Abgabe verkeimten Wassers zu begegnen. Und das mit großem Erfolg.

In Haushalten werden hingegen insbesondere sog. Auftischfilter eingesetzt, die einfach an den Wasserhahnauslauf angeschlossen und betrieben werden können. Im Gegensatz zum aufgeführten Beispiel [Krankenhäuser sensible Bereiche] sind die Privat-Anwender in der Regel keine Fachleute oder geschultes Personal, die im Umgang mit dieser Technik vertraut sind.

Die Filtrationstechnik selbst ist dem Fachmann bekannt, als Beispiel wird eine Kombination eines Aktivkohlemonoblocks und einer endständigen MF Membran [MF: Mikrofiltration] aufgeführt. Der Aktivkohle – Monoblock dient zur Reduzierung von Schadstoffen und im Falle des Einsatzes einer Chlordesinfektion zur Verbesserung des Geschmacks. Die endständige MF Membran [typisch 0,15 &mgr;m Maschenweite] hält Keime und Partikel zurück. Die Rückhaltefähigkeit wird mit z.B. mind. 8log-Stufen angegeben. Somit ist sichergestellt, das praktisch keine Keime den Filter passieren können [die eine Größe von mehr als 0,15 &mgr;m inne haben].

Die nächste Stufe, HF Membranen [Ultrafiltration] halten Keime/Partikel bis zu einer Größe von 0,02 &mgr;m zurück [Beispiel, es stehen unterschiedliche Technologien zur Verfügung.

Somit kann mit dem Stand der Technik eine entsprechende Sicherheit erreicht werden, wenn der Benutzer/Betreiber keine Anwendungsfehler macht.

Genau das kann das Problem in der Praxis, insbesondere im Privathaushalt sein. Durch Anwendungsfehler selbst oder auch durch die konstruktive Auslegung der Filtrationsvorrichtungen selbst, sind solche Fehler nicht sicher auszuschließen.

Die bekannten Auftischfilter enthalten

  • 1. eine sog. Filterpatrone, die durch den Betreiber gewechselt werden muss
  • 2. einen Filterfuß, mit entsprechenden Anschlüssen für Wassereintritt und Wasseraustritt
  • 3. sowie den Filtertopf, der die Filterpatrone umgibt.

Beim Wechsel der Filterpatrone wird der Filtertopf abgeschraubt, die Filterpatronen gewechselt und Filterfuß und -topf wieder zusammengebaut.

Genau hier kann eine Kontamination auf der Hygiene-Seite [Wasseraustritt nach Filtration durch die endständige MF Membran] erfolgen.

Auf der Wassereintrittseite können sich im Laufe der Betriebsdauer Biofilme und Keimnester gebildet haben. Diese können sich dann bedingt durch den Austausch der Filterpatrone auf sämtlichen wasserführenden Oberflächen befinden. Keime, Biofilmpartikel, Teile der Keimnester können beim Wechsel der Filterpatrone auf die Wasseraustrittseite verschleppt werden.

Die Folge kann fatal sein: Keime kontaminieren die Membranoberfläche und können sich, sofern diese nicht vollständig bei der Inbetriebnahme ausgespült werden, unkontrolliert vermehren.

Dann geschieht genau das, wovor der Fachmann warnt: die Hygiene-Situation wird nicht verbessert, sondern ein erhebliches Risiko provoziert!

Den Erfindern ist auf überraschend einfache Weise gelungen, diese Risiken erheblich zu reduzieren.

Hierbei kommen nun im Auftischbereich [Ubertischbereich] Wasserfilter zum Einsatz, die dem Fachmann als Inline- oder Bajonettfilter bekannt sind und am Markt bisher nur im Untertischbereich bzw. in größeren Anlagen integriert wurden. Neu ist die separate Nutzung im Auftischbereich. Es sind grundsätzlich Wasserfilter einsetzbar, die die Filtrationstechnik [Aktivkohle-Monoblock/MF/HF Membran oder Kombinationen daraus] in einem geschlossenen Gehäuse enthalten.

Diese Wasserfilter weisen als Adaptierung z.B. ein Gewinde, einen Bajonettanschluß oder eine Steckverbindung auf.

Bei der erfindungsgemäßen Lösung, die ein neues Auftischkonzept ermöglicht, wird auf den Filtertopf verzichtet. Somit ist eine Kontamination durch den Wechsel der Wasserfilterpatrone ausgeschlossen. Ferner kann keine Kontamination durch im Filtergehäuse stehendes Wasser provoziert werden.

Der Wechsel der Wasserfilterpatrone/des Wasserfilters wird somit erheblich vereinfacht und damit mögliche Anwendungsfehler deutlich reduziert.

Ferner ist vorgesehen, das ein Auslaufroh eingesetzt wird, welches eine Rückverkeimung über den Wasserauslauf auf einfachste Weise vermeidet. Nach Benutzung entleert sich das Ende des Auslaufrohres selbsttätig [senkrechtes Ende des Auslaufrohres], somit ist die Wassersäule unterbrochen. Durch Berührung des Auslaufrohres können somit keine „Wasserkeime" rückwärts in das System wandern. Insbesondere Pseudomonas aeruginosa sind dem Fachmann als besonders kritisch bekannt, da diese in Leitungssystemen wandern.

Ferner ist vorgesehen, das das Ende des Auslaufes angeschrägt ist. Durch diese Maßnahme wird ein ablaufen der Wassersäule sichergestellt.

Weitere Ausführungen sehen Auslaufrohre vor, die dem Fachmann als Zapfhähne bekannt sind.

Eine weitere Ausführung sieht vor, das im Fuß eine Kühlvorrichtung eingesetzt ist, die den Filter entsprechend Energie entzieht. Dem Fachmann ist bekannt, das höhere Temperaturen das Keimwachstum begünstigen.

Eine einfache Möglichkeit besteht im Einsatz von Peltiertechnik, die bereits in Flaschenkühlern eingesetzt wird.

Skizze 1 zeigt den Aufbau eines Auftischfilters mit einem Wasserfilter, in dem die Filtertechnik in einem geschlossenem Gehäuse [C] integriert ist und die Adaptierung durch Gewinde [B] [hier 3/8''] ausgeführt ist. Der Auslauf [A] ist in diesem Ausführungsbeispiel ohne Absperrhahn ausgeführt. Die Wasserzuführung [E] erfolgt über einen Anschluss, der z.B. an einem Wasserhahn mit Absperrfunktion adaptiert wurde. Der Filterfuß [C] [D] dient der Aufstellung des Auftischfilters.

Der Fuß, der zur Aufnahme des Wasserfilters dient, kann in unterschiedlicher geometrischer Ausführung gestaltet und in unterschiedlichen Werkstoffen [Metalle, Kunststoffe] ausgeführt werden. Aus hygienischen und optischen Gründen vorzugsweise aus Edelstahl.

Eine einfache Lösung stellt ein U-förmiges Profil dar. Eine Ausführung sieht vor, dass seitlich Bohrungen eingebracht sind, die eine Wandmontage optional ermöglichen.

Das U-förmige Profil kann auch geschlossen ausgeführt werden.

Eine weitere Ausführung sieht einen zylindrischen Fuß vor.


Anspruch[de]
Auftischfilter zur Filtration von Trinkwasser, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Filtrationstechnik selbst in einem geschlossenen, mit dem Filtermedium eine Einheit bildenden Gehäuse befindet, welches zur Adaptierung zum Fuß [Wassereintritt, Aufnahme des Filters] und zum Wasseraustritt [Auslaufrohr] (zur Adaptierung mit einem Gewinde ausgestattet ist. Auftischfilter zur Filtration von Trinkwasser, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Adaptierung zum Fuß [Wassereintritt, Aufnahme des Filters]) aus einem Bajonetanschluss besteht und der Wasseraustritt durch ein Auslaufrohr, welches am Fuß integriert ist, erfolgt. Auftischfilter zur Filtration von Trinkwasser, nach Anspruch 1, dadurch gekenzeichnet, dass die Adaptierung zum Fuß [Wassereintritt, Aufnahme des Filters] und zum Wasseraustritt [Auslaufrohr] mit einem zylindrischen Stutzen [Einsatz Steckverbinder] ausgestattet ist. Auftischfilter zur Filtration von Trinkwasser, nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Fuß aus einem offenem oder geschlossenem U-Profil besteht. Auftischfilter zur Filtration von Trinkwasser, nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Fuß als Zylinder, auch konisch, geformt ist. Auftischfilter zur Filtration von Trinkwasser, nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Auslaufrohr am Ende zur Verbesserten Entleerung nach Betriebsstopp angeschrägt ist. Auftischfilter zur Filtration von Trinkwasser, nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, das der Fuß eine Kühltechnik enthält, die die Temperatur im Filter senkt. Auftischfilter zur Filtration von Trinkwasser, nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, das seitlich am Gehäusefuß Bohrungen eingebracht sind, die eine Wandmontage ermöglichen.






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