PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE60218876T2 13.12.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001430710
Titel BILDVERARBEITUNG ZUM ENTFERNEN VON ROTEN AUGEN
Anmelder Pixology Software Limited, Guildford, Surrey, GB
Erfinder JARMAN, Nick, Fleet, Hampshire GU52 8UG, GB
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 60218876
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, SK, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 31.07.2002
EP-Aktenzeichen 027491018
WO-Anmeldetag 31.07.2002
PCT-Aktenzeichen PCT/GB02/03527
WO-Veröffentlichungsnummer 2003026278
WO-Veröffentlichungsdatum 27.03.2003
EP-Offenlegungsdatum 23.06.2004
EP date of grant 14.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.12.2007
IPC-Hauptklasse H04N 1/62(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse G06T 7/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Diese Erfindung betrifft das Detektieren und Reduzieren der Rotfärbung von Augen in Digitalbildern.

Die Erscheinung der Rotfärbung von Augen in Fotografien ist gut bekannt. Wenn ein Blitzlicht verwendet wird, um eine Person (oder ein Tier) zu beleuchten, wird das Licht häufig unmittelbar von der Netzhaut des Subjekts zurück in die Kamera reflektiert. Dies bewirkt, dass die Augen des Subjeks rot erscheinen, wenn die Fotografie angezeigt oder abgezogen wird.

Fotografien werden zunehmend als digitale Bilder gespeichert, typischerweise als Anordnung von Pixeln, wobei jedes Pixel normalerweise durch einen 24-Bit-Wert dargestellt wird. Die Farbe jedes Pixels kann innerhalb des 24-Bit-Wertes als drei 8-Bit-Werte codiert sein, welche die Intensität von Rot, Grün und Blau für dieses Pixel darstellen. Alternativ dazu kann die Anordnung von Pixeln so umgewandelt werden, dass der 24-Bit-Wert aus drei 8-Bit-Werten besteht, die „Farbton", „Sättigung" und „Helligkeit" darstellen. Der Farbton stellt eine „kreisförmige" Skala bereit, welche die Farbe darstellt, so dass 0 Rot darstellt, wobei die Farbe durch Grün und Blau hindurchgeht, wenn der Wert zunimmt, zurück zu Rot bei 255. Die Sättigung stellt ein Maß der Intensität der durch den Farbton identifizierten Farbe bereit. Die Helligkeit kann als ein Maß der Beleuchtungsmenge angesehen werden.

Durch Bearbeiten dieser Digitalbilder ist es möglich, die Wirkungen der Rotfärbung von Augen zu verringern. Software, die diese Aufgabe erfüllt, ist gut bekannt und arbeitet im Allgemeinen durch Verändern der Pixel eines Rote-Augen-Merkmals so, dass dessen Rotanteil verringert wird – mit anderen Worten so, dass deren Farbton weniger rot gemacht wird. Normalerweise werden sie stattdessen als Schwarz oder Dunkelgrau hinterlassen.

Die meiste Rote-Augen-Reduktionssoftware erfordert den Mittelpunkt und den Radius jedes Rote-Augen-Merkmals, das zu bearbeiten ist, und die einfachste Weise, diese Informationen bereitzustellen, ist, dass ein Benutzer das Mittelpixel jedes Rote-Augen-Merkmals auswählt und den Radius des roten Teils anzeigt. Dieses Verfahren kann für jedes Rote-Augen-Merkmal durchgeführt werden, und daher hat die Bearbeitung keine Wirkung auf den Rest des Bildes. Jedoch erfordert dies eine beträchtliche Eingabe vom Benutzer, und es ist schwierig, den genauen Mittelpunkt jedes Rote-Augen-Merkmals exakt zu orten und den richtigen Radius auszuwählen. Ein anderes verbreitetes Verfahren ist, dass der Benutzer einen Kasten um die rote Fläche zieht. Dieser ist rechteckig, was es noch schwieriger macht, das Merkmal genau zu markieren.

Es besteht daher ein Bedarf, selbsttätig Flächen eines Digitalbildes zu identifizieren, auf die eine Rote-Augen-Reduktion angewendet werden sollte, so dass die Rote-Augen-Reduktion nur angewendet werden kann, wo es benötigt wird, selbst ohne Eingreifen des Benutzers oder mit minimalem Benutzereingreifen.

EP-A-0911759 beschreibt ein Verfahren zum Detektieren von Rote-Augen-Merkmalen durch Durchsuchen eines Bildes nach Pixeln, die einen roten Farbton haben, und Markieren dieser Pixel unter Verwendung einer binären Maske. Danach kann aus den als rot markierten Pixeln ein Pupillenbereich identifiziert werden.

WO 99/17254 und US 5874764 beschreiben jeweils ein Verfahren zum Detektieren von Rote-Augen-Merkmalen durch Durchsuchen eines Bildes nach Pixeln, welche die Art von Rot haben, der in durch Blitzlicht beleuchteten menschlichen Augen zu beobachten ist. Dies schließt ein, nach Pixeln zu suchen, die voreingestellte minimale und maximale Farbton-, Helligkeits- und Sättigungswerte haben. Danach werden weitere Auswahlkriterien angewendet, um zu bestimmen, ob die detektierten roten Pupillen einen Teil eines Rote-Augen-Merkmals bilden.

Die vorliegende Erfindung erkennt an, dass ein typisches Rote-Augen-Merkmal nicht einfach ein Bereich von roten Pixeln ist. Ein typisches Rote-Augen-Merkmal schließt üblicherweise ebenfalls einen hellen Fleck ein, der durch die Reflexion des Blitzlichts von der Vorderseite des Auges verursacht wird. Diese hellen Flecken sind als „Hochlichter" bekannt. Falls Hochlichter im Bild lokalisiert werden können, dann ist eine Rotfärbung von Augen viel leichter selbsttätig zu identifizieren. Hochlichter befinden sich üblicherweise nahe dem Mittelpunkt von Rote-Augen-Merkmalen, obwohl sie manchmal außermittig und gelegentlich am Rand liegen.

Nach einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Detektieren von Rote-Augen-Merkmalen in einem Digitalbild bereitgestellt, umfassend:

Prüfen der Sättigung und Helligkeit von Pixeln im Bild und Identifizieren von Hochlichtbereichen, die Pixel enthalten, die relativ zu Pixeln in den umgebenden Bereichen vorbestimmte Sättigungs- und Helligkeitskriterien erfüllen, wobei die vorbestimmten Sättigungs- und Helligkeitskriterien darin bestehen, dass Pixel in den Hochlichtbereichen einen höhere Sättigung- oder Helligkeitswert oder beides haben müssen als Pixel in den umgebenden Bereichen; und

Bestimmen, ob jeder Hochlichtbereich einem Rote-Augen-Merkmal entspricht, davon ausgehend, dass weitere Auswahlkriterien angewendet werden.

Die weiteren Auswahlkriterien umfassen vorzugsweise die Prüfung des Farbtons der den Hochlichtbereich umgebenden Pixel und die Bestimmung ein, dass der Hochlichtbereich keinem Rote-Augen-Merkmal entspricht, falls der Farbton außerhalb eines der Farbe Rot entsprechenden vorbestimmten Bereichs liegt.

Die weiteren Auswahlkriterien können alternativ oder zusätzlich dazu die Identifikation der Form des Hochlichtbereichs umfassen und die Bestimmung, dass der Hochlichtbereich keinem Rote-Augen-Merkmal entspricht, falls die Form nicht im Wesentlichen kreisförmig ist.

Nach einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Reduzieren des visuellen Effekts von Rote-Augen-Merkmalen in einem Digitalbild bereitgestellt, umfassend: Detektieren von Rote-Augen-Merkmalen unter Verwendung des oben beschriebenen Verfahrens und Ändern des Farbtons der jeden Hochlichtbereich umgebenden Pixel, um den Rotanteil dieser Pixel zu reduzieren.

Nach einem dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Verarbeiten eines Digitalbilds bereitgestellt, wobei das Verfahren Folgendes umfasst:

Detektieren von Rote-Augen-Merkmalen unter Verwendung eines Verfahrens wie oben beschrieben; und

Ausführen der Rote-Augen-Reduktion für einige oder alle der Rote-Augen-Merkmale.

Dies hat den Vorteil, dass der Sättigungs-/Helligkeitskontrast zwischen den Hochlichtbereichen und der sie umgebenden Fläche viel stärker markiert ist als der Farb- (oder "Farbton"-) Kontrast zwischen dem roten Teil eines Rote-Augen-Merkmals und den es umgebenden Hauttönen. Ferner wird die Farbe für viele Bildkompressionsformate, wie beispielsweise JPEG, mit einer niedrigen Auflösung codiert. Durch die Verwendung der Sättigung und der Helligkeit zum Detektieren der Rotfärbung von Augen ist es viel unwahrscheinlicher, dass sie verfehlt werden, als wenn der Farbton als das grundlegende Detektionsinstrument verwendet wird.

Es ist zweckmäßig, wenn jedes Rote-Augen-Merkmal einen einzigartigen, mit ihm assoziierten, Bezugspunkt haben kann, um zu ermöglichen, dass die Position des Rote-Augen-Merkmals in einer Liste gespeichert wird. Daher kann ein einzelnes Bezugspixel in jedem Hochlichtbereich als der Mittelpunkt des mit diesem Hochlichtbereich assoziierten Rote-Augen-Merkmals ausgewählt werden und die Rote-Augen-Reduktion für dieses Rote-Augen-Merkmal auf dem Bezugspixel zentriert werden.

So, wie es hohe Sättigungs- und/oder Helligkeitswerte hat, ist das Hochlicht eines typischen Rote-Augen-Merkmals sehr scharf definiert. Dementsprechend wird ein Hochlichtbereich vorzugsweise nur dann identifiziert, falls es eine scharfe Veränderung in der Pixelsättigung und/oder -helligkeit zwischen dem Hochlichtbereich und den daran angrenzenden Bereichen gibt.

Obwohl sich viele der identifizierten Hochlichtbereiche aus Rotfärbung von Augen ergeben mögen, ist es wahrscheinlich, dass einige Hochlichtbereiche identifiziert werden, die nicht Teil von Rote-Augen-Merkmalen sind und um die eine Rote-Augen-Reduktion nicht angewendet werden sollte. Das Verfahren umfasst daher vorzugsweise die Elimination von mindestens einigen der Hochlichtbereiche als Möglichkeiten für Rote-Augen-Reduktion. In der Tat ist es möglich, dass keiner der identifizierten Hochlichtbereiche durch Rotfärbung von Augen verursacht ist und daher keine mit ihnen assoziierten Rote-Augen-Merkmale haben sollte. In diesem Kontext wird zu erkennen sein, dass der Satz „Identifizieren von Rote-Augen-Merkmalen für einige oder alle der Hochlichtbereiche" die Möglichkeit einschließen soll, dass Rote-Augen-Merkmale mit keinem der Hochlichtbereiche assoziiert sind. Ähnlich ist es möglich, dass auf die Rote-Augen-Merkmale angewendete Filter bestimmen, dass auf keines der ursprünglich identifizierten Rote-Augen-Merkmale eine Rote-Augen-Reduktion angewendet werden sollte, und dementsprechend schließt der Satz „Ausführen einer Rote-Augen-Reduktion für einige oder alle der Rote-Augen-Merkmale" die Möglichkeit ein, dass alle Rote-Augen-Merkmale als Möglichkeiten für Rote-Augen-Reduktion verworfen werden.

In der Praxis gibt es eine maximale Größe, die ein Rote-Augen-Merkmal haben kann, vorausgesetzt, dass wenigstens ein ganzes Gesicht fotografiert worden ist. Daher wird, falls der Durchmesser eines Hochlichtbereichs ein vorbestimmtes Maximum überschreitet, mit diesem Hochlichtbereich kein Rote-Augen-Merkmal assoziiert, und es wird keine Rote-Augen-Reduktion ausgeführt.

Rote-Augen-Merkmale sind im Allgemeinen in Wesentlichen kreisförmig. Daher werden lineare Hochlichtbereich im Allgemeinen nicht auf Rotfärbung von Augen zurückzuführen sein, und daher wird vorzugsweise keine Rote-Augen-Reduktion an einem Merkmal durchgeführt, das mit einem Hochlichtbereich assoziiert ist, falls dieser Hochlichtbereich im Wesentlichen linear ist.

Rote-Augen-Reduktion wird vorzugsweise nicht für sich überlappende Rote-Augen-Merkmale ausgeführt.

Sobald die Hochlichtbereiche bestimmt worden sind, ist es zweckmäßig, den Farbton von Pixeln im jeden Hochlichtbereich umgebenden Bereich zu identifizieren und Rote-Augen-Reduktion für ein mit einem Hochlichtbereich assoziiertes Rote-Augen-Merkmal nur dann auszuführen, falls der Farbton der diesen Bereich umgebenden Pixel mehr als einen vorbestimmten Rotanteil enthält. Danach kann aus diesem den Hochlichtbereich umgebenden Bereich roter Pixel der Radius des Rote-Augen-Merkmals bestimmt werden. Rote-Augen-Reduktion für ein Rote-Augen-Merkmal wird nur dann ausgeführt, falls das Verhältnis des Radius des Rote-Augen-Bereichs zum Radius des Hochlichtbereichs in einen vorbestimmten Wertebereich fällt. Für ein typisches Rote-Augen-Merkmal wird der Radius des Rote-Augen-Bereichs bis zum Achtfachen des Radius des Hochlichtbereichs betragen.

Vorzugsweise wird, vorausgesetzt, dass das Digitalbild von einer Fotografie abgeleitet ist, ermittelt, ob beim Aufnehmen der Fotografie geblitzt wurde, und die Identifikation von Hochlichtbereichen oder die Ausführung der Rote-Augen-Reduktion werden unterlassen, falls nicht geblitzt wurde.

Es wird vorzugsweise ermittelt, ob das Digitalbild monochrom ist, und, falls dem so ist, werden die Identifikation von Hochlichtbereichen oder die Ausführung der Rote-Augen-Reduktion unterlassen.

In einigen Fällen, zum Beispiel bei der Porträtfotografie, mag der Benutzer im Voraus wissen, dass alle Hochlichter durch Rotfärbung von Augen verursacht sein werden, wobei in diesem Fall ein Rote-Augen-Merkmal mit jedem identifizierten Hochlichtbereich assoziiert ist, und Rote-Augen-Reduktion kann für alle Rote-Augen-Merkmale ausgeführt werden.

Die Erfindung stelle ebenfalls ein Digitalbild, auf welches das oben beschriebene Verfahren angewendet worden ist, eine Vorrichtung, die zum Ausführen des Verfahrens angeordnet ist, und ein Computerspeichermedium mit einem darauf abgespeicherten Computerprogramm, das zum Ausführen des Verfahrens eingerichtet ist, bereit.

Es werden nun einige bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung beschrieben, nur als Beispiel und unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen, in denen:

1 ein Ablaufdiagramm ist, das ein allgemeines Vorgehen zum Reduzieren der Rotfärbung von Augen beschreibt,

2 eine schematische Darstellung ist, die ein typisches Rote-Augen-Merkmal zeigt,

3 das Rote-Augen-Merkmal von 2 zeigt, wobei die beim Detektieren eines Hochlichts identifizierten Pixel gezeigt werden,

4 das Rote-Augen-Merkmal von 2 nach dem Messen des Radius zeigt und

5 ein Ablaufdiagramm ist, das ein Vorgehen zum Detektieren von Rote-Augen-Merkmalen beschreibt.

Wenn ein Digitalbild verarbeitet wird, das Rote-Augen-Merkmale enthalten kann oder nicht, ist es, um solche Merkmale so effizient wird möglich zu korrigieren, nützlich, einen Filter anzuwenden, um zu bestimmen, ob solche Merkmale vorhanden sein könnten, die Merkmale zu finden und eine Rote-Augen-Korrektur auf diese Merkmale anzuwenden, vorzugsweise ohne den Eingriff des Benutzers.

In seiner einfachsten Form kann ein selbsttätiger Rote-Augen-Filter auf eine sehr einfache Weise arbeiten. Da Rote-Augen-Merkmale nur in Fotografien auftreten können, bei denen ein Blitzlicht verwendet wurde, muss keine Rote-Augen-Reduktion angewendet werden, falls das Blitzlicht nicht ausgelöst wurde. Falls jedoch ein Blitzlicht verwendet wurde oder falls irgendein Zweifel darüber besteht, ob ein Blitzlicht verwendet wurde, dann sollte das Bild auf Merkmale durchsucht werden, die einer Rotfärbung von Augen ähneln. Falls irgendwelche Rote-Augen-Merkmale gefunden werden, werden sie korrigiert. Dieser Vorgang wird in 1 gezeigt.

Ein Algorithmus, der den Vorgang von 1 in die Praxis umsetzt, beginnt mit einer Schnellprüfung, um zu bestimmen, ob das Bild eine Rotfärbung von Augen enthalten könnte: Wurde das Blitzlicht ausgelöst? Falls diese Frage mit 100%iger Gewissheit mit „Nein" beantwortet werden kann, kann der Algorithmus enden; falls das Blitzlicht nicht ausgelöst wurde, kann das Bild keine Rotfärbung von Augen enthalten. Einfach zu wissen, dass das Blitzlicht nicht ausgelöst wurde, ermöglicht, dass ein großer Anteil an Bildern mit sehr wenig Verarbeitungsaufwand gefiltert wird.

Es gibt eine Zahl von möglichen Wegen, um zu bestimmen, ob das Blitzlicht ausgelöst wurde. Ein Verfahren schließt ein, den Benutzer zu fragen, obwohl dies nicht ideal ist, weil es eine Benutzerinteraktion einschließt und es sein kann, dass der Benutzer nicht in der Lage ist, die Frage zuverlässig zu beantworten.

Eine andere Alternative schließt ein, in den Bild-Metadaten nachzusehen. Zum Beispiel hat ein JPEG im EXIF-Format ein Feld „Blitzlicht ausgelöst – ja/nein". Die gewährleistet einen sicheren Weg, um zu bestimmen, ob das blitzlicht ausgelöst wurde, aber nicht alle Bilder haben die richtigen Metadaten. Metadaten gehen üblicherweise verloren, wenn ein Bild aufbereitet wird. Gescannte Bilder, die eine Rotfärbung von Augen enthalten, werden keine passenden Metadaten haben.

Es gibt ein zusätzliches Verfahren zum Bestimmen, ob das Blitzlicht ausgelöst wurde, das passend ist, falls der Algorithmus in der Steuerungssoftware einer Digitalkamera umgesetzt wird. Das für das Aufnehmen des Bildes verantwortliche Modul könnte dem Rote-Augen-Detektions-/Korrekturmodul anzeigen, dass das Blitzlicht ausgelöst wurde.

Für jedes Bild, bei dem nicht sicher bestimmt werden kann, dass das Blitzlicht nicht ausgelöst wurde, muss eine ausführlichere Untersuchung unter Verwendung des weiter unten beschriebenen Rote-Augen-Detektionsmoduls durchgeführt werden.

Falls keine Rote-Augen-Merkmale detektiert werden, kann der Algorithmus enden, ohne das Bild modifizieren zu müssen. Falls jedoch Rote-Augen-Merkmale gefunden werden, muss jedes unter Verwendung des weiter unten beschriebenen Rote-Augen-Korrekturmoduls korrigiert werden.

Sobald das Rote-Augen-Korrekturmodul jedes Rote-Augen-Merkmal verarbeitet hat, endet der Algorithmus.

Die Ausgabe vom Algorithmus ist ein Bild, in dem alle detektierten Vorkommen der Rotfärbung von Augen korrigiert worden sind. Falls das Bild keine Rotfärbung von Augen enthält, ist die Ausgabe ein Bild, das im Wesentlichen gleich aussieht wie das Eingabebild. Es kann sein, dass der Algorithmus Merkmale auf dem Bild detektiert und „korrigiert", die einer Rotfärbung von Augen stark ähneln, aber es ist gut möglich, dass der Benutzer diese irrtümlichen „Konrrekturen" nicht bemerken wird.

Nun wird das Rote-Augen-Detektionsmodul beschrieben.

2 ist eine schematische Darstellung, die ein typisches Rote-Augen-Merkmal 1 zeigt. Am Mittelpunkt des Merkmals 1 befindet sich ein weißes oder nahezu weißes „Hochlicht" 2, das von einem Bereich 3 umgeben ist, der der Pupille des Subjekts entspricht. Bei Nichtvorhandensein einer Rotfärbung von Augen wäre dieser Bereich normalerweise schwarz, aber bei einem Rote-Augen-Merkmal nimmt dieser Bereich 3 ein rötlicher Farbton an. Dies kann von einem matten Glühen bis zu einem hellen Rot reichen.

Der Pupillenbereich 3 ist von der Iris 4 umgeben, bei der es scheinen kann, dass etwas oder die Gesamtheit derselben etwas von dem roten Glühen vom Pupillenbereich 3 annimmt.

Der Detektionsalgorithmus muss den Mittelpunkt jedes Rote-Augen-Merkmals und das Ausmaß des roten Bereichs um dasselbe lokalisieren.

Der Rote-Augen-Detektionsalgorithmus beginnt mit der Suche nach Bereichen in dem Bild, die Hochlichtern 2 von Rote-Augen-Merkmalen entsprechen könnten. Zuerst wird das Bild so umgewandelt, dass die Pixel durch Farbton-, Sättigungs- und Helligkeitswerte dargestellt werden. Die meisten der Pixel im Hochlicht 2 eines Rote-Augen-Merkmals 1 haben eine sehr hohe Sättigung, und es ist unüblich, so gesättigte Flächen anderswo auf Gesichtsbildern zu finden. Ähnlich werden die meisten Rote-Augen-Hochlichter 2 hohe Helligkeitswerte haben. Es ist ebenfalls wichtig, zu bemerken, dass die Sättigungs- und Helligkeitswerte nicht nur hoch sein werden, sondern dass sie ebenfalls bedeutsam höher sein werden als die sie unmittelbar umgebenden Bereiche 3, 4 und 5. Die Änderung der Sättigung vom roten Pupillenbereich 3 zum Hochlichtbereich 2 ist sehr abrupt.

Der Hochlichtdetektionsalgorithmus tastet jede Zeile von Pixeln in dem Bild ab, wobei er nach kleinen Flächen heller, hoch gesättigter Pixel sucht. Während des Abtastens wird jedes Pixel mit seinem vorhergehenden Nachbarn (dem Pixel zu seiner linken) verglichen. Der Algorithmus sucht nach einer abrupten Zunahme bei Sättigung und Helligkeit, die den Beginn eines Hochlichts markiert, wenn er von Beginn der Zeile an scannt. Dies ist als „steigende Flanke" bekannt. Sobald eine steigende Flanke identifiziert worden ist, werden dieses Pixel und die folgenden Pixel (vorausgesetzt, sie haben eine ähnliche Sättigung und Helligkeit) aufgezeichnet, bis ein abrupter Abfall bei der Sättigung erreicht wird, der die andere Flanke des Hochlichts markiert. Dies ist als „fallende Flanke" bekannt. Nach einer fallenden Flanke kehrt der Algorithmus dazu zurück, nach einer steigenden Flanke zu suchen, die den Beginn des nächsten Hochlichts markiert.

Ein typischer Algorithmus kann so eingerichtet sein, dass eine steigende Flanke detektiert wird, falls:

  • 1. das Pixel hoch gesättigt ist (Sättigung > 128),
  • 2. das Pixel bedeutsam stärker gesättigt ist als das vorhergehende (Sättigung dieses Pixels-Sättigung des vorhergehenden Pixels > 64),
  • 3. das Pixel einen hohen Helligkeitswert hat (Helligkeit > 128).

Die steigende Flanke ist an dem gerade untersuchten Pixel lokalisiert. Eine fallende Flanke wird detektiert, falls:

  • 1. das Pixel bedeutsam weniger gesättigt ist als das vorhergehende (Sättigung des vorhergehenden Pixels – Sättigung dieses Pixels > 64),
  • 2. das vorhergehende Pixel einen hohen Helligkeitswert hat (Helligkeit > 128).

Die fallende Flanke ist am dem gerade untersuchten vorhergehenden Pixel lokalisiert.

Es wird eine zusätzliche Überprüfung durchgeführt, während nach der fallenden Flanke gesucht wird. Nachdem eine definierte Zahl von Pixeln (zum Beispiel 10) untersucht worden ist, ohne eine fallende Flanke zu finden, gibt der Algorithmus die Suche nach der fallenden Flanke auf. Die Annahme ist, dass es eine maximale Größe gibt, die ein Hochlicht in einem Rote-Augen-Merkmal haben kann – es ist offensichtlich, dass diese in Abhängigkeit von der Größe des Bildes und der Beschaffenheit seines Inhalts variieren wird (zum Beispiel werden die Hochlichter bei Gruppenfotos kleiner sein als bei Einzelporträts mit der gleichen Auflösung). Der Algorithmus kann, auf der Grundlage der Größe des Bildes und dem Anteil dieser Größe, der wahrscheinlich durch ein Hochlicht eingenommen wird (typischerweise zwischen 0,25 % und 1 % der größten Abmessung des Bildes), die maximale Hochlichtbreite dynamisch bestimmen.

Falls ein Hochlicht erfolgreich detektiert wird, werden die Koordinaten der steigenden Flanke, der fallenden Kante und des Mittelpixels aufgezeichnet.

Der Algorithmus ist wie folgt:

Das Ergebnis dieses Algorithmus für das Rote-Augen-Merkmal 1 wird in 3 gezeigt. Für dieses Merkmal wird der Algorithmus, da es ein einziges Hochlicht 2 gibt, für jede Zeile, die das Hochlicht abdeckt, eine steigende Flanke 6, eine fallende Flanke 7 und ein Mittelpixel 8 aufzeichnen. Das Hochlicht 2 deckt fünf Zeilen ab, so dass fünf Mittelpixel 8 aufgezeichnet werden. In 3 spannen sich horizontale Linien von dem Pixel an der steigenden Flanke zu dem Pixel an der fallenden Flanke. Kreise zeigen die Position der Mittelpixel 8.

Die Position aller dieser Mittelpixel wird in einer Liste von Hochlichtern, die möglicherweise durch Rotfärbung von Augen verursacht sein können, aufgezeichnet. Die Zahl der Mittelpixel 8 in jedem Hochlicht wird danach auf eins verringert. Wie in 3 gezeigt, gibt es für jede Zeile, die durch das Hochlicht 2 abgedeckt wird, ein Mittelpixel 8. Dies bedeutet praktisch, dass das Hochlicht fünfmal detektiert worden ist und daher mehr Bearbeiten erfordern wird als tatsächlich notwendig ist. Es ist daher wünschenswert, aus dieser Liste alle bis auf den in Vertikalrichtung mittleren Punkt aus der Liste der Hochlichter zu streichen.

Nicht alle der durch den obigen Algorithmus identifizierten Hochlichter werden unbedingt durch Rote-Augen-Merkmale gebildet. Andere könnten zum Beispiel durch Licht, das an Ecken oder Kanten von Gegenständen reflektiert wird, gebildet werden. Die nächste Stufe des Verfahrens versucht daher, solche Hochlichter zu beseitigen, so dass die Rote-Augen-Reduktion nicht an Merkmalen durchgeführt wird, die nicht tatsächlich Rote-Augen-Merkmale sind.

Es gibt eine Zahl von Kriterien, die angewendet werden können, um Rote-Augen-Merkmale im Gegensatz zu falschen Merkmalen zu erkennen. Eines ist, auf lange Stränge von Mittelpixeln in schmalen Hochlichtern zu überprüfen – d.h., Hochlichtern, die im Wesentlichen eine lineare Form haben. Diese können zum Beispiel durch Licht gebildet werden, das von Kanten reflektiert, werden aber nie durch Rotfärbung von Augen gebildet.

Diese Überprüfung auf lange Stränge von Pixeln kann mit der Verringerung der Mittelpixel auf eins verbunden sein. Ein Algorithmus, der diese beiden Vorgänge gleichzeitig durchführt, kann Hochlichter durchsuchen, wobei er „Stränge" oder „Ketten" von Mittelpixeln identifiziert. Falls das Streckungsverhältnis, das definiert ist als die Länge des Strangs von Mittelpixeln 8 (siehe 3), dividiert durch die größte Breite zwischen der steigenden Flanke 6 und der fallenden Flanke 7 des Hochlichts, größer ist als eine vorbestimmte Zahl, dann werden alle Mittelpixel 8 aus der Liste der Hochlichter entfernt. Sonst wird nur das Mittelpixel des Strangs in der Liste der Hochlichter beibehalten.

Mit anderen Worten führt der Algorithmus zwei Aufgaben durch:

  • – er entfernt grob vertikale Ketten von Hochlichtern aus der Liste der Hochlichter, wenn das Streckungsverhältnis der Kette größer ist als ein vordefinierter Wert, und
  • – er entfernt alle bis auf das in Vertikalrichtung mittlere Hochlicht aus den grob vertikalen Ketten von Hochlichtern, wenn das Streckungsverhältnis der Kette geringer ist als ein vordefinierter Wert oder demselben entspricht.

Ein Algorithmus, der diese Verbindung von Aufgaben durchführt, wird im Folgenden angegeben: for each highlight

(Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit dem Bestimmen des Ausmaßes der Kette von Hochlichtern – falls es sie gibt -, die an diesem beginnt.)

(An diesem Punkt ist 'current highlight' das untere Hochlicht in der Kette, die bei 'upper highlight' beginnt, so dass in dieser Sektion die Kette entfernt wird, falls sie linear ist; wenn sie grob kreisförmig ist, werden alle bis auf das Mittelhochlicht entfernt.)

Ein geeigneter Schwellenwert für die „minimale Kettenhöhe" ist drei, und ein geeigneter Schwellenwert für das „minimale Kettenstreckungsverhältnis" ist ebenfalls drei, obwohl zu erkennen sein wird, dass diese verändert werden können, um den Anforderungen bestimmter Bilder zu entsprechen.

Ein anderes Kriterium schließt das Überprüfen des Farbtons der Pixel im Pupillenbereich 3 um das Hochlicht ein. Falls die Pixel in diesem Bereich weniger als einen bestimmten Rotanteil enthalten, dann kann das Merkmal keine Rotfärbung von Augen sein. Ein geeigneter auf den Pupillenbereich 3 anzuwendender Filter ist, dass, wenn nicht für 45 % der Pixel um das Hochlicht die Sättigung größer als oder gleich 80 ist und der Farbton zwischen 0 und 10 oder zwischen 220 und 255 (beides inklusive), an diesem Merkmal dann keine Rote-Augen-Reduktion durchgeführt wird.

Der Radius des Pupillenbereichs muss danach so festgestellt werden, dass die Ausdehnung des Rote-Augen-Merkmals bekannt ist, so dass die Rote-Augen-Reduktion durchgeführt werden kann. Ein geeigneter Algorithmus iteriert durch jedes Hochlicht, wobei er grob den Radius der roten Fläche, die es umgibt, bestimmt. Sobald der Algorithmus abgeschlossen worden ist, haben alle Hochlichter ein zusätzliches Stück an Information, das mit ihnen assoziiert ist: den Radius des Rote-Augen-Bereichs. Daher kann, während die Eingabe in den Algorithmus eine Reihe von Hochlichtern ist, die Ausgabe als eine Reihe von Rote-Augen-Merkmalen betrachtet werden.

Die Ausgabe kann weniger Rote-Augen-Bereiche enthalten als eingegebene Hochlichter. Im Allgemeinen wird das Verhältnis zwischen dem Radius des Pupillenbereichs 3 und dem Radius des Hochlichtbereichs 2 immer in einen bestimmten Bereich fallen. Falls das Verhältnis außerhalb dieses Bereichs liegt, dann ist es unwahrscheinlich, dass das gerade untersuchte Merkmal auf Rotfärbung von Augen zurückzuführen ist. In dem beschriebenen Algorithmus wird, falls der Radius des Pupillenbereichs 3 mehr als das Achtfache des Radius des Hochlichts 2 beträgt, das Merkmal nicht als Rote-Augen-Merkmal beurteilt, so dass es aus der Liste zu korrigierender Flächen entfernt wird. Dieses Verhältnis ist durch Analysieren einer Zahl von Bildern bestimmt worden, aber es wird zu erkennen sein, dass es möglich sein kann, ein abweichendes Verhältnis zu wählen, um bestimmten Umständen zu entsprechen.

Das Verfahren zum Bestimmen des Radius der roten Fläche irrt zu größeren Radien hin (weil es nur Farbtondaten verwendet und Sättigung oder Helligkeit nicht einberechnet) – mit anderen Worten berechnet es die Fläche geringfügig größer als sie tatsächlich ist, was bedeutet, dass sie, wie in 4 gezeigt, alle roten Pixel plus einige am Rand liegende nicht rote enthalten sollte. Das ist keine Begrenzung, so lange das zum Korrigieren der Rotfärbung von Augen verwendete Verfahren nicht versucht, nicht rote Pixel nachzustellen. Die geringfügig übermäßige Größe ist ebenfalls nützlich bei der beschriebenen Ausführungsform, worin kein Versuch unternommen wird, die Position des Hochlichts innerhalb des Rote-Augen-Bereichs genau zu bestimmen: die Umsetzung der Ausführungsform setzt voraus, dass es mittig ist, während dies nicht immer de Fall sein mag.

Ein geeigneter Algorithmus wird im Folgenden angegeben:

Es wird zu erkennen sein, dass dieser Algorithmus den Radius des Rote-Augen-Merkmals bestimmt durch Suchen längs der Zeilen von Pixeln, zentriert auf dem Hochlicht (das, wie weiter oben beschrieben, als das Mittelpixel 8 in einer vertikalen Reihe definiert wird). Eine Person mit Fachkenntnis wäre in der Lage, den Algorithmus so zu modifizieren, dass er vom Hochlicht in Radialrichtung sucht oder die Form und Ausdehnung der das Hochlicht umgebenden roten Fläche bestimmt.

Sobald die Radien der Rote-Augen-Merkmale bestimmt worden sind, kann eine Suche nach einander überlappenden Merkmalen vorgenommen werden. Falls sich der rote Pupillenbereich 3 mit einem anderen roten Pupillenbereich 3 um ein Hochlicht überlappt, dann kann keines der Merkmale auf Rotfärbung von Augen zurückzuführen sein. Solche Merkmale können daher verworfen werden.

Ein Algorithmus zum Durchführen dieser Aufgabe geht in zwei Stufen vor. Die erste iteriert durch alle Rote-Augen-Bereiche. Für jeden Rote-Augen-Bereich wird eine Suche vorgenommen, bis ein anderer Rote-Augen-Bereich gefunden wird, der ihn überlappt. Falls eine Überlappung gefunden wird, werden beide Rote-Augen-Bereiche zum Löschen markiert. Es ist nicht notwendig, zu bestimmen, ob sich der Rote-Augen-Bereich mit mehr als einem anderen überlappt.

Die zweite Stufe löscht alle Rote-Augen-Bereiche, die zum Löschen markiert worden sind. Das Löschen muss von der Überlappungsdetektion gesondert sein, weil es, falls Rote-Augen-Bereiche gelöscht würden, sobald festgestellt wird, dass sie einander überlappen, Überlappungen mit anderen Rote-Augen-Bereichen beseitigen könnte, die noch nicht detektiert worden sind.

Der Algorithmus ist wie folgt:

for each red-eye region

search the other red-eye regions until one is found which overlaps this one, or all red-eye regions have been searched without finding an overlap

Zwei Rote-Augen-Bereiche werden als einander überlappend beurteilt, falls die Summe ihrer Radien größer ist als der Abstand zwischen ihren Mittelpunkten.

Eine alternative Weise, um die gleiche Wirkung wie der obige Algorithmus zu erzielen, ist das Schaffen einer neuen Liste von Rote-Augen-Merkmalen, die nur diejenigen Bereiche enthält, die einander nicht überlappen. Danach kann die ursprüngliche Liste von Rote-Augen-Merkmalen verworfen und die neue an deren Stelle verwendet werden.

Der gesamte Detektionsvorgang wird in 5 als Ablaufdiagramm gezeigt.

Danach wird die Rote-Augen-Reduktion an den detektierten Rote-Augen-Merkmalen ausgeführt. Es gibt eine Zahl bekannter Verfahren, um dies durchzuführen, und ein geeigneter Vorgang wird nun beschrieben. Der beschriebene Vorgang ist ein sehr grundlegendes Verfahren zum Korrigieren der Rotfärbung von Augen, und eine Person mit Fachkenntnis wird erkennen, dass es einen Rahmen für eine Verfeinerung gibt, um bessere Ergebnisse zu erzielen, insbesondere in Bezug auf das Weichmachen der Kanten der korrigierten Fläche und das genauere Bestimmen der Ausdehnung des Rote-Augen-Bereichs.

Es sind zwei Bereiche beim Rote-Augen-Detektionsmodul: die Steuerungsschleife und der Rote-Augen-Korrektor selbst. Die Steuerungsschleife führt einfach eine Iteration durch die Liste der Rote-Augen-Bereiche, die durch das Rote-Augen-Detektionsmodul erzeugt wurden, indem jedes Bereich dem Korrektor zugeleitet wird.

Für jedes Pixel gibt es zwei einfache Überprüfungen, jeweils mit einer einfachen als Folge ergriffenen Maßnahme:

  • 1. Falls das Pixel eine mittlere oder hohe Sättigung hat und falls der Farbton des Pixels innerhalb des Bereichs der Rottöne liegt, wird das Pixel gänzlich entsättigt. Mit anderen Worten wird die Sättigung auf „0" gesetzt, was bewirkt, dass rote Pixel grau werden.
  • 2. Ferner wird das Pixel, falls es dunkel ist oder eine mittlere Helligkeit hat, schwarz gemacht. In den meisten Fällen beseitigt dies tatsächlich die im Ergebnis der ersten Überprüfung vorgenommene Nachstellung. Diejenigen Pixel, die nicht schwarz gemacht werden, sind die im und um das Hochlicht. Aus diesen wird jegliches Rötliche entfernt worden sein, so dass das Ergebnis ein Auge mit einer dunklen schwarzen Pupille und einem hellen weißen Hochlicht ist.

Ein Merkmal des Korrekturverfahrens ist, dass seine Wirkungen nicht kumulativ sind: Nachdem die Korrektur auf eine Fläche angewendet worden ist, werden nachfolgende Korrekturen für die gleiche Fläche keine Wirkung haben. Dies wäre ein wünschenswertes Merkmal, falls das Rote-Augen-Detektionsmodul eine Liste möglicherweise überlappender Rote-Augen-Bereiche ergäbe (z. B., falls die mehrfachen Hochlichtdektionen nicht beseitigt würden). Da überlappende Rote-Augen-Bereiche jedoch spezifisch entfernt werden, ist die nicht kumulative Beschaffenheit des Korrekturmoduls für die vorliegende Umsetzung nicht wichtig.

Es wird zu erkennen sein, dass das Detektionsmodul und das Korrekturmodul gesondert umgesetzt werden können. Zum Beispiel könnte das Detektionsmodul in einer Digitalkamera oder Ähnlichem angeordnet werden und Rote-Augen-Merkmale detektieren und eine Liste der Positionen dieser Merkmale bereitstellen, wenn eine Fotografie aufgenommen wird. Das Korrekturmodul könnte danach angewendet werden, nachdem das Bild von der Kamera zu einem Rechner heruntergeladen ist.

Das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung stellt eine Zahl von Vorteilen arbereit. Es arbeitet an einem ganzen Bild, obwohl zu erkennen sein wird, dass ein Benutzer einen Teil eines Bildes auswählen könnte, für den die Rote-Augen-Reduktion anzuwenden ist, zum Beispiel gerade einen Bereich, der Gesichter enthält. Dies würde die erforderliche Bearbeitung verkürzen. Falls ein ganzes Bild bearbeitet wird, ist keine Benutzereingabe erforderlich. Ferner muss das Verfahren nicht vollkommen genau sein. Falls die Rote-Augen-Korrektur um ein nicht durch Rotfärbung von Augen verursachtes Hochlicht durchgeführt wird, ist es unwahrscheinlich, dass ein Benutzer den Unterschied bemerken würde.

Da der Rote-Augen-Detektionsalgorithmus nach hellen, hoch gesättigten Punkten sucht, bevor er nach Flächen in Rot sucht, arbeitet das Verfahren besonders gut mit JPEG-komprimierten Bildern und anderen Formaten, in denen die Farbe mit einer niedrigen Auflösung codiert ist.

Es wird zu erkennen sein, dass Variationen gegenüber den weiter oben beschriebenen Ausführungsformen noch in den Rahmen der Erfindung fallen können. Zum Beispiel ist das Verfahren in Bezug auf die Augen von Personen beschrieben worden, bei denen die Reflexion von der Netzhaut zu einem roten Bereich führt. Bei einigen Tieren, können „rote Augen" zu grünen oder gelben Reflexionen führen. Das Verfahren nach der Erfindung kann verwendet werden, um diese Wirkung zu korrigieren. In der Tat macht die Suche nach einem hellen, gesättigten Bereich statt nach einem Bereich eines bestimmten Farbtons das Verfahren der Erfindung besonders geeignet zum Detektieren von nicht roten tierischen „roten Augen".

Ferner ist das Verfahren für Rote-Augen-Merkmale beschrieben worden, bei denen der Hochlichtbereich genau in der Mitte des roten Pupillenbereichs angeordnet ist. Jedoch wird das Verfahren noch bei Rote-Augen-Merkmalen funktionieren, deren Hochlichtbereich außermittig oder sogar am Rand des roten Bereichs liegt.

Einige Rote-Augen-Merkmale haben keinen diskreten Hochlichtbereich, aber bei diesen Merkmalen hat die Gesamtheit des Pupillenbereichs hohe Sättigungs- und Helligkeitswerte. In solchen Fällen werden das Rote-Augen-Merkmal und der Hochlichtbereich die gleiche Größe haben, und es mag keinerlei weiteren roten Teil außerhalb des Hochlichtbereichs geben. Mit anderen Worten werden der Hochlichtbereich 2 und der rote Pupillenbereich 3 die gleiche Fläche einnehmen. Jedoch wird das weiter oben beschriebene Verfahren solche Bereiche noch als „Hochlichter" detektieren, wobei jeder rote Bereich 3 als den gleichen Durchmesser wie das Hochlicht habend identifiziert wird. Solche Merkmale werden daher unter Verwendung des Verfahrens nach der Erfindung noch detektiert.


Anspruch[de]
Verfahren zum Detektieren von Rote-Augen-Merkmalen in einem Digitalbild, umfassend:

Prüfen der Sättigung und Helligkeit von Pixeln im Bild und Identifizieren von Hochlichtbereichen (2); und

Bestimmen, ob jeder Hochlichtbereich einem Rote-Augen-Merkmal (1) entspricht, davon ausgehend, dass weitere Auswahlkriterien angewendet werden;

dadurch gekennzeichnet, dass die Hochlichtbereiche Pixel enthalten, die relativ zu Pixeln in den umgebenden Bereichen vorbestimmte Sättigungs- und Helligkeitskriterien erfüllen, wobei die vorbestimmten Sättigungs- und Helligkeitskriterien darin bestehen, dass Pixel in den Hochlichtbereichen eine wesentlich höhere Sättigung oder wesentlich höhere Helligkeit oder beides haben müssen als Pixel in den umgebenden Bereichen; wobei die Änderung der Sättigung und/oder Helligkeit von den Hochlichtbereichen zu den umgebenden Bereichen sehr abrupt ist.
Verfahren nach Anspruch 1, worin die weiteren Auswahlkriterien die Prüfung des Farbtons der den Hochlichtbereich (2) umgebenden Pixel (3) umfassen und die Bestimmung, dass der Hochlichtbereich keinem Rote-Augen-Merkmal entspricht, falls der Farbton außerhalb eines der Farbe Rot entsprechenden vorbestimmten Bereichs liegt. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, worin die weiteren Auswahlkriterien die Identifikation der Form des Hochlichtbereichs (2) umfassen und die Bestimmung, dass der Hochlichtbereich keinem Rote-Augen-Merkmal (1) entspricht, falls die Form nicht im Wesentlichen kreisförmig ist. Verfahren zum Reduzieren des visuellen Effekts von Rote-Augen-Merkmalen in einem Digitalbild, umfassend:

Detektieren von Rote-Augen-Merkmalen (1) unter Verwendung des Verfahrens nach Anspruch 1, 2 oder 3; und

Ändern des Farbtons der jeden Hochlichtbereich umgebenden Pixel (3), um den Rotanteil dieser Pixel zu reduzieren.
Verfahren zum Verarbeiten eines Digitalbilds, umfassend:

Detektieren von Rote-Augen-Merkmalen (1) unter Verwendung eines Verfahrens nach Anspruch 1, 2 oder 3 und Ausführen der Rote-Augen-Reduktion für einige oder alle der Rote-Augen-Merkmale.
Verfahren nach Anspruch 5, worin ein einzelnes Bezugspixel (8) in jedem Hochlichtbereich (2) als der Mittelpunkt eines assoziierten Rote-Augen-Merkmals (1) ausgewählt wird, und die Rote-Augen-Reduktion für dieses Rote-Augen-Merkmal auf dem Bezugspixel zentriert wird. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, außerdem die Elimination von mindestens einigen der Hochlichtbereiche (2) als Möglichkeiten für Rote-Augen-Reduktion umfassend. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, worin die Rote-Augen-Reduktion für ein Rote-Augen-Merkmal (1) nicht ausgeführt wird, falls der Durchmesser des mit diesem Rote-Augen-Merkmal assoziierten Hochlichtbereichs (2) ein vorbestimmtes Maximum überschreitet. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, das außerdem die Bestimmung umfasst, ob jeder Hochlichtbereich (2) im Wesentlichen linear ist, und kein Rote-Augen-Merkmal (1) mit einem Hochlichtbereich assoziiert, falls dieser Hochlichtbereich im Wesentlichen linear ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 9, worin die Rote-Augen-Reduktion nicht auf sich überlappende Rote-Augen-Merkmale (1) zentriert ausgeführt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 10, das außerdem die Identifikation des Farbtons von Pixeln im den Hochlichtbereich (2) umgebenden Bereich (3) für jedes Rote-Augen-Merkmal (1) umfasst und Rote-Augen-Reduktion nur dann ausführt, falls die Pixel in diesem Bereich mehr als einen vorbestimmten Rotanteil enthalten. Verfahren nach Anspruch 7, das außerdem das Bestimmen des Radius des Rote-Augen-Bereichs (1) um jeden Hochlichtbereich (2) umfasst, wobei der Rote-Augen-Bereich Pixel mit einem Farbton aufweist, der mehr als den vorbestimmten Rotanteil enthält. Verfahren nach Anspruch 8, worin Rote-Augen-Reduktion für ein Rote-Augen-Merkmal (1) nur dann ausgeführt wird, falls das Verhältnis des Radius des Rote-Augen-Bereichs zum Radius des Hochlichtbereichs (2) in einen vorbestimmten Wertebereich fällt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin das Digitalbild von einer Fotografie abgeleitet ist, wobei das Verfahren außerdem Folgendes umfasst: zu ermitteln, ob beim Aufnehmen der Fotografie geblitzt wurde, und die Identifikation von Hochlichtbereichen (2) oder die Ausführung der Rote-Augen-Reduktion zu unterlassen, falls nicht geblitzt wurde. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, außerdem Folgendes umfassend: zu ermitteln, ob das Digitalbild monochrom ist, und die Identifikation von Hochlichtbereichen oder die Ausführung der Rote-Augen-Reduktion zu unterlassen, falls das Digitalbild monochrom ist. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, worin ein Rote-Augen-Merkmal mit jedem identifizierten Hochlichtbereich assoziiert ist und Rote-Augen-Reduktion für alle Rote-Augen-Merkmale ausgeführt wird. Vorrichtung, zum Ausführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 16 angeordnet. Computerspeichermedium mit einem darauf abgespeicherten Computerprogramm, das zum Ausführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 16 eingerichtet ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com