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Dokumentenidentifikation DE60219455T2 13.12.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001384594
Titel Schutz vor Datenverfälschung
Anmelder Banque Nationale de Belgique S.A., Bruxelles, BE
Erfinder Veldeman, Francois, 1330 Rixensart, BE;
Salade, Marc, 1490 Court-Saint-Etienne, BE
Vertreter Busse & Busse, Patent- und Rechtsanwälte, 49084 Osnabrück
DE-Aktenzeichen 60219455
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, SK, TR
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 26.07.2002
EP-Aktenzeichen 021020623
EP-Offenlegungsdatum 28.01.2004
EP date of grant 11.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.12.2007
IPC-Hauptklasse B41M 3/14(2006.01)A, F, I, 20070313, B, H, EP
IPC-Nebenklasse B41M 3/06(2006.01)A, L, I, 20070313, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Vorrichtungen und Verfahren, welche die Fälschung von Vermerken die entweder durch Druck oder manuell auf ein Druckdokument aufgebracht sind, verhindern.

Die Art der durch die Vorrichtung der Erfindung anvisierten Fälschung ist spezifisch die Veränderung von ursprünglichen Angaben, die durch andere Angaben, die den Absichten des Fälschers dienen, ersetzt werden.

Solche Angaben können entweder „feste" Angaben sein, die auf identische Weise auf allen Dokumenten einer Serie (Gesichtswert eines Scheins) anzutreffen sind, oder Angaben, die einem bestimmten Dokument eigen sind; in diesem Fall werden sie mit dem allgemeinen Begriff „variable Angaben" bezeichnet und können typischerweise eine Unterschrift, eine Seriennummer, ein Code, usw. sein.

Die durch die vorliegende Schutzvorrichtung anvisierten Dokumente sind insbesondere authentische oder authentifizierte Dokumente, Schecks, Reiseschecks, Zertifikate, Personalausweise, Lotterielose, Wertpapiere, usw. Das Substrat, auf welches diese Dokumente gedruckt sind, reicht folglich vom Normalpapier über Spezialpapiere mit Wasserzeichen bis zur Kunststoffkarte, usw.

Gemäß einer herkömmlichen Fälschungstechnik gehen Fälscher von einem Dokument ohne Wert (oder von relativem Mindestwert) aus und verändern bestimmte ursprüngliche Angaben, die sie stören (Nennwert eines Schecks, Lotterienummer, Name eines Nutznießers), durch Radieren oder Kratzen, um sie durch andere zu ersetzen.

Um die Arbeit dieser Fälscher zu erschweren, kommen verschiedene Verfahren zur Anwendung, wie beispielsweise die Benutzung von Papieren mit veränderlicher Oberfläche oder der Druck eines darunterliegenden Motivs, wobei die Veränderung der ursprünglichen Angaben auch das darunterliegende Motiv verändert, das folglich neu gezeichnet oder vervollständigt werden muss.

Die EP 0 184 529 beschreibt die Verwendung eines Substrats, das die durch die variablen Angaben benutzte Tinte absorbiert.

Ein anderes Verfahren besteht darin, der Substratoberfläche ein Relief zu verleihen, insbesondere durch das Verfahren des feinen Feilenhiebs (Intaglio), was die Fälscher zwingt, die Oberfläche des Substrats noch mehr zu verändern.

Es versteht sich, dass diese einzelnen Verfahren obendrein miteinander kombiniert werden können, wodurch die Arbeit der Fälscher umso schwieriger gemacht wird.

Die Effizienz dieser einzelnen Verfahren wird jedoch durch die von den Fälschern angewandten Verfahren, die mehr und mehr undurchsichtig sind, in die Bresche geschlagen, weshalb ein Bedarf für eine mitunter hochentwickelte Apparatur zur Erkennung der Fälschungen besteht.

Eine Aufgabe der Erfindung ist, ein Fälschungsversuch leicht erkennbar zu machen, selbst für ein wenig geübtes Auge.

Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist die Entwicklung eines Verfahrens mit relativ niedrigem Kostenaufwand, das leicht auf zahlreiche andere Arten von Dokumenten erweitert werden kann.

Der Gegenstand der Erfindung ist somit eine Vorrichtung zum Schutz gegen Fälschung von Angaben, die in einem Druckdokument eingetragen sind, in welchem mindestens in einem Bereich, der zum Aufbringen der variablen Angaben bestimmt ist, das Dokument mindestens ein Reliefmotiv umfasst, das durch eines der folgenden Verfahren erhalten wird:

Siebdruck, Flexografie, Tiefdruck, wobei dieses Relief ausschließlich auf der Dicke der zur Bildung dieses Motivs benutzten Tintenschicht beruht und das Reliefmotiv entweder oberhalb oder unterhalb der zu schützenden Angaben aufgebracht wird.

Die benutzte Tinte enthält vorzugsweise Pigmente mit optischem Effekt; der optische Effekt ist vorteilhafterweise eine Irideszenz oder eine Opaleszenz.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Schutz gegen Fälschung von Angaben, die in einem Druckdokument eingetragen sind, welches folgende Vorgänge umfasst:

  • a) Auswählen eines Substrats
  • b) Drucken einer zu schützenden Angabe auf dieses Substrat
  • c) Auswählen einer Tinte die ein polymerisierbares Material und einen Polymerisationsbeschleuniger enthält
  • d) Auswählen eines Druckverfahrens aus den folgenden Verfahren: Siebdruck, Flexografie, Tiefdruck
  • e) Drucken eines Motivs mit dieser Tinte anhand dieses Verfahrenes
  • f) Aktivieren des Polymerisationsbeschleunigers durch Energiezufuhr eigens zu diesem Zweck
  • g) Polymerisieren der dicken Tintenschicht.

Bei diesem Verfahren kann der Vorgang b nach dem Vorgang g durchgeführt werden, wobei die Sequenz folgendermaßen abläuft: a, c, d, e, f, g, b.

Vorteilhafterweise wird die Polymerisation durch eine Energiezufuhr mittels ektromagnetischer Strahlung aktiviert, die aus folgenden Techniken gewählt wird: Infrarot-, UV-Strahlung, Mikrowellen.

Weitere Besonderheiten und Vorteile der Erfindung gehen aus der nachstehenden Beschreibung besonderer Ausführungsformen der Erfindung hervor, wobei Bezug auf die begleitenden Zeichnungen genommen wird. Es zeigen:

1 eine schematische Perspektivenansicht mit übertriebenem Maßstab, welche die Fälschung durch Kratzen eines Dokuments auf einem glatten Substrat darstellt.

2 eine schematische Perspektivenansicht, welche die Fälschung durch Kratzen eines Dokuments auf einem Substrat mit Hochprägungen darstellt.

3 eine schematische Perspektivenansicht des Ergebnisses eines Fälschungsversuches der Vorrichtung gemäß der Erfindung.

4 eine der 3 ähnliche schematische Perspektivenansicht mit nachträglichem Aufbringen der zu schützenden Angabe.

1 zeigt den Effekt des Kratzens im Fall eines herkömmlichen Druckdokuments auf einem glatten Substrat 8.

Das Kratzen mittels eines beliebigen spitzen Gegenstands 2 einer zu schützenden Angabe, beispielsweise einer „variablen Angabe" 4 (hier ein Buchstabe A) verändert auch ein darunterliegendes Druckmotiv 6 indem ein „weißer Bereich" weiter besteht, den der Fälscher verändern muss, um die Fälschung zu verbergen.

2 zeigt den Effekt des Kratzens im Fall eines Substrats mit Hochprägungen, wobei der Fälscher während des Kratzens dazu gebracht wird, die Oberfläche des Substrats mit Hochprägungen 9 zu beeinträchtigen.

Eine solche Veränderung ist normalerweise leicht an der Lichtdurchlässigkeit erkennbar. Manchen besonders geschickten Übeltätern gelingt es dennoch diese Charakteristik zu minimieren.

3 zeigt das Ergebnis eines Fälschungsversuchs eines durch die Vorrichtung der Erfindung geschützten Dokuments.

In dieser Vorrichtung, wo die Form des Substrats 8 nur wenig Bedeutung hat, ist der zu schützenden Angabe ein Motiv 10 überlagert. Dieses Motiv 10 erscheint als Relief, denn es wird durch eine Tinte, die in dicker Schicht 12 aufgetragen wird, gebildet.

Dementsprechend ist die zu schützende Angabe 4 eng an das Motiv 10 gebunden, und ein selektives Kratzen ist unmöglich. Jeder Fälschungsversuch führt automatisch zu einer dreidimensionalen Zerstörung 14 des Motivs 10. Für den Fälscher ist es unmöglich – selbst wenn er über eine Tinte mit Pigmenten, die eine mit der benutzten Tinte vergleichbare Farbe reproduzieren (was bereits nicht so leicht ist), verfügt – den Effekt, der durch das Relief der Tintenschicht 12 der Vorrichtung der Erfindung bewirkt wird, wiederherzustellen.

Um das besondere Relief 12 der Vorrichtung der Erfindung zu erhalten, wird eine Tinte benutzt, die neben den Pigmenten und einer bestimmten Menge von Lösungsmitteln polymerisierbare Materialien („Lacke", Monomere) enthält, welche auf dem geeigneten Substrat anhand eines Druckverfahrens, dass die Übergabe einer dicken Tintenschicht und die Verwendung von großen Pigmenten ermöglicht, aufgetragen wird.

Zu diesen Druckverfahren gehören typischerweise der Siebdruck, die Flexografie, und der Tiefdruck.

Gemäß der üblichen Druckereipraxis muss zur Erzielung eines maximal optischen Effektes der in der Tinte verteilten Pigmente die Tintenschicht so dünn wie möglich und folglich praktisch zweidimensional sein. Eine dünne Schicht bietet auch den Vorteil, dass der Kratzvorgang erschwert wird.

Dieses Ergebnis wird in der Regel durch einen üblichen Trocknungsvorgang erzielt.

Ganz im Widerspruch zu dieser Praxis wird im Verfahren gemäß der Erfindung ein kurzer Trocknungsvorgang mit starker Energiezufuhr durchgeführt, so dass eine nahezu sofortige Polymerisation der Tintenschicht, praktisch ohne Volumenreduzierung, erhalten wird. Dementsprechend erhält man eine Schicht 12 mit dreidimensionaler Erweiterung (in der Größenordnung von ungefähr zehn &mgr;m). Diese Energiezufuhr kann durch Temperaturerhöhung, elektromagnetische Strahlung oder Elektronenstrahlung realisiert werden.

Wie zuvor auf beinahe paradoxe Weise festgestellt, wird dadurch das Kratzen der Angaben 4 nicht etwa erleichtert, sondern die Veränderungen 14 werden im Gegenteil nur noch deutlicher sichtbar.

Darüber hinaus, um nicht die Lesbarkeit der zu schützenden Angabe 4 zu verändern, soll kein dunkles und lichtundurchlässigen Motiv, sondern vorzugsweise ein zartes Motiv wie eine Guilloche (typischerweise 0,1 bis 0,2 mm breite Linien mit demselben Abstand) zur Anwendung kommen, die schwieriger zu reproduzieren ist und mit transparenten oder durchscheinenden Tinten realisiert wird, welche beispielsweise mit Pigmenten angereichert sind, die einen besonderen optischen Effekt, beispielsweise eine Irideszenz oder eine Opaleszenz, erzeugen, wenn sie unter einem bestimmten Winkel betrachtet werden.

Im Beispiel der 3 wurde das Aufbringen der Tintenschicht über die zu schützende Angabe 4, deren passendes Aufbringen im Druckverfahren des Substrats 8 einbezogen ist, realisiert.

Man kann sehen, dass die zu schützende Angabe 4 selber eine Angabe sein kann, die das Dokument authentifiziert, wie ein holografisches Bild, dessen einzige Anwesenheit (selbst verändert) für einen mäßig aufmerksamen Beobachter zur Erkennung der Authentizität eines Dokuments ausreicht.

Man kann auch dieselbe Technik anwenden, um eine variable Angabe 4 zu schützen, die, so wie in 4 gezeigt, a posteriori auf die Relief-Tintenschicht 12 aufgebracht wird. Der typischste Fall ist eine mit der Hand geschriebenen Angabe (Unterschrift, usw.).

In diesem Fall werden die Reliefs, die durch die dicke Schicht 12 gebildet werden, lokal im Augenblick des handschriftlichen Aufbringens, zerdrückt. Das Ausradieren der zu schützenden Angabe 4, so sorgfältig es auch vorgenommen wird, kann die Anwesenheit von „beschädigten" Reliefs nicht verbergen, so dass ein gefälschten Dokument ohne Schwierigkeit erkennbar ist.


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Schutz gegen die Fälschung von Angaben, die in einem Druckdokument, das ein Dokument, ein Druckmotiv, ein Reliefmotiv umfasst, eingetragen sind, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens in einem Bereich, der zum Aufbringen der zu schützenden Angaben bestimmt ist, das Dokument mindestens ein Reliefmotiv aufweist, das durch eines der folgenden Verfahren erhalten wird: Siebdruck, Flexografie, Tiefdruck, wobei dieses Relief ausschließlich auf der Dicke der zur Bildung dieses Motivs benutzten Tintenschicht beruht und das Reliefmotiv entweder oberhalb oder unterhalb der zu schützenden Angaben aufgebracht ist. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die benutzte Tinte Pigmente mit optischem Effekt enthält. Schutzvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der optische Effekt eine Irideszenz ist. Schutzvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der optische Effekt eine Opaleszenz ist. Verfahren zum Schutz gegen die Fälschung von Angaben, die in einem Druckdokument eingetragen sind, welches folgende Vorgänge umfasst:

a) Auswählen eines Substrats

b) Drucken einer zu schützenden Angabe auf dieses Substrat

c) Auswählen einer Tinte die ein aktivierbares, polymerisierbares Material enthält

d) Auswählen eines Druckverfahrens aus den folgenden Verfahren: Siebdruck, Flexografie, Tiefdruck

e) Drucken eines Motivs mit dieser Tinte anhand dieses Verfahrens

f) Aktivieren des Polymerisationsbeschleunigers durch Energiezufuhr eigens zu diesem Zweck

g) Polymerisieren der dicken Tintenschicht.
Verfahren zum Schutz gegen die Fälschung von Angaben, die in einem Druckdokument eingetragen sind, dadurch gekennzeichnet, dass es die folgenden Vorgänge umfasst:

a) Auswählen eines Substrats

b) Auswählen einer Tinte, die ein aktivierbares, polymerisierbares Material enthält

c) Auswählen eines Druckverfahrens aus den folgenden Verfahren: Siebdruck, Flexografie, Tiefdruck

d) Drucken eines Motivs mit dieser Tinte anhand dieses Verfahrenes

e) Aktivieren der Polymerisation durch Energiezufuhr eigens zu diesem Zweck

f) Polymerisieren der dicken Tintenschicht

g) Drucken einer zu schützenden Angabe auf dieses Substrat.
Verfahren nach einem der Ansprüche 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass das polymerisierbare Material einen Polymerisationsbeschleuniger umfasst. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerisation durch eine Energiezufuhr aktiviert wird, die aus folgenden Mitteln ausgewählt wird: Infrarot-, UV-Strahlung, Mikrowellen.






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