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Dokumentenidentifikation DE102006027758A1 20.12.2007
Titel Spinnmaschine
Anmelder Oerlikon Textile GmbH & Co. KG, 41069 Mönchengladbach, DE
Erfinder Feuerlohn, Helmut, 41179 Mönchengladbach, DE;
Siewert, Ralf, 41366 Schwalmtal, DE;
Weide, Thomas, Dr., 41189 Mönchengladbach, DE;
Klaczynski, Elisabeth, 41844 Wegberg, DE;
Meister, Klaus, 41069 Mönchengladbach, DE
DE-Anmeldedatum 16.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006027758
Offenlegungstag 20.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.12.2007
IPC-Hauptklasse D01H 1/16(2006.01)A, F, I, 20060616, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D01H 1/02(2006.01)A, L, I, 20060616, B, H, DE   D01H 5/26(2006.01)A, L, I, 20060616, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spinnmaschine zur Herstellung von Kreuzspulen, insbesondere Luftspinnmaschine, mit einer Mehrzahl von gleichmäßig zueinander beabstandeten Spulstellen (1), deren Abstand a zueinander durch den Platzbedarf der Spulstellen (1) geprägt ist, sowie mit Streckwerken (2), die je zwei Streckwerksarbeitsstellen (3) umfassen, und den Streckwerksarbeitsstellen (3) nachgeordnete Spinneinrichtungen (7), wobei die Streckwerke (2) mit Serienpendelträgern für Streckwerksoberwalzen von Ringspinnmaschinen ausgestattet sind, wobei der gegenseitige Abstand b der Streckwerksarbeitsstellen (3) jedes Streckwerkes (2) geringer ist als der Abstand a der Spulstellen und dass der gegenseitige Abstand c der nebeneinander liegenden Streckwerksarbeitsstellen (3) benachbarter Streckwerke (2) um den gleichen Betrag größer ist als der Abstand a wie der Abstand b geringer ist als der Abstand a.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spinnmaschine zur Herstellung von Kreuzspulen gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Spinnmaschinen gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 sind hinlänglich aus dem Stand der Technik bekannt. So beschreibt die DE 40 15 636 A1 eine Spinnmaschine, bei welcher eine Mehrzahl von Spinnstellen gleichmäßig zueinander beabstandet an einem Maschinengestell angeordnet sind. Den Spinnstellen sind jeweils Streckwerke zum Verstrecken eines Faserbandes zugeordnet. Die Anordnung der Streckwerke ist dabei derart gewählt, dass der gegenseitige Abstand benachbarter Streckwerksarbeitsstellen jeweils dem Abstand zweier benachbarter Spinn-Spulstellen entspricht. Hierdurch wird eine durchgängig lotrechte Faserbandbeziehungsweise Fadenführung zwischen den Spinnstellen und den zugehörigen Streckwerksarbeitstellen erreicht, wodurch ein der Spinnstelle zugeführter versponnener Faden durchgehend in einer Flucht zwischen den Streckwerkswalzen und der Spinnstelle gehalten wird.

Als nachteilig erweist sich, dass die auf die Teilung der Spinn-Spulstellen abgestimmte Teilung der Streckwerke eine spezifische Dimensionierung der Streckwerke, insbesondere der Pendelträger erfordert, wodurch der Herstellungsaufwand steigt. Darüber hinaus bewirkt eine Vergrößerung der Teilung der Streckwerksarbeitsstellen eines Streckwerkes eine Zunahme des auf die Streckwerksoberwalzen einwirkenden Biegemomentes, was durch eine entsprechende Auslegung insbesondere der Pendelträger, die das entsprechende Reaktionsmoment erzeugen, kompensiert werden muss.

Auch die weiteren Komponenten des Streckwerkes müssen an die sich vergrößernde Belastung angepasst werden, was gleichfalls zu einer Erhöhung der Kosten bei der Herstellung und der Wartung führt.

Aus der DE 196 25 306 A1 ist eine Ringspinnmaschine bekannt, bei der dem Problem begegnet wird, dass die Beabstandung der Streckwerksarbeitsstellen der Streckwerke beim Verdichtungsspinnen insbesondere durch die Siebtrommeln so groß wird, dass sie die Teilung der Arbeitsstellen überschreitet und deshalb die Spinnstellen nicht vollständig belegt werden können. Dazu werden die Streckwerke dichter angeordnet, um alle Spinnstellen belegen zu können.

Alternativ wird in der DE 197 26 694 A1 dem Problem des Platzbedarfes für das Verdichtungsspinnen dadurch begegnet, dass zwei parallele Faserbänder durch die gleichen Streckwerkswalzen gemeinsam verarbeitet werden. Der dadurch entstehende geringere Abstand der Faserbänder muss anschließend auf die Ringspindelteilung vergrößert werden. Das heißt, das verstreckte Faserband wird über je eine Umlenkrolle so umgelenkt, dass der durch die Teilungsdifferenz erzeugte Schrägzug nicht bis zum Streckwerk durchschlägt. Eine solche Beanspruchung des Faserbandes kann nur dadurch einen stabilen Spinnprozess garantieren, dass beim Ringspinnen die beim Spinnen erzeugte echte Drehung bis zu dieser Umlenkstelle zurückläuft. Für andere Spinnverfahren, wie beispielsweise das Luftspinnen ist ein solches Verfahren nicht anwendbar. Überdies müssen bei einem Fadenbruch beide Spinnstellen außer Betrieb genommen werden, da sie gemeinsam verstreckte Faserbänder verarbeiten.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Spinnmaschine zur Herstellung von Kreuzspulen bereitzustellen, die kostengünstiger gefertigt werden kann.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Gemäß Anspruch 1 ist vorgesehen, dass die Streckwerke mit Serienpendelträgern für Streckwerksoberwalzen von Ringspinnmaschinen ausgebildet sind, wobei der gegenseitige Abstand b der Streckwerksarbeitsstellen jedes Streckwerkes geringer ist, als der Abstand a der Spulstellen und dass der gegenseitige Abstand c der nebeneinander liegenden Streckwerkarbeitsstellen benachbarter Streckwerke um den gleichen Betrag größer ist als der Abstand a wie der Abstand b geringer ist als der Abstand a. Dies hat den Vorteil, dass die erfindungsgemäße Anordnung der Streckwerke die Verwendung standardisierter Serienpendelträger für Streckwerksoberwalzen von Ringspinnmaschinen ermöglicht, die in großer Stückzahl hergestellt werden und somit kostengünstig verfügbar sind. Hierdurch entsteht ein Kostenvorteil bei der Herstellung der Spinnmaschine gegenüber den im Stand der Technik verwendeten, an die Teilung der Spulstellen angepassten Streckwerke beziehungsweise Streckwerken, die eine größere Teilung als die Spulstellen aufweisen. Die engere Teilung der Streckwerksarbeitsstellen im Streckwerk erlaubt eine bessere Führung von den am Streckwerk mittels Serienpendelträgern angeordneten Walzenpaaren. Hierdurch wird eine Verbesserung der Garnwerte erreicht, da die nicht an die Teilung der Spulstellen angepassten Streckwerksarbeitsstellen auf Grund der kürzeren Serienpendelträger eine bessere Faserbandführung zwischen den Walzen ermöglichen und zudem ein gleichmäßigerer Anpressdruck auf die Walzenpaare der Streckwerksarbeitsstellen ausgeübt wird.

Insbesondere können die Spinneinrichtungen mit den Streckwerksarbeitsstellen fluchten.

Weiterhin können Umlenkmittel vorgesehen sein, die die von den Spinneinrichtungen zu den zugehörigen Spulstellen zu führenden Fäden auf den Abstand a der Spulstellen distanzieren. Die Umlenkmittel dienen dazu, einen von der dem Streckwerk zugehörigen Luftspinndüse versponnenen Faden derart umzulenken, dass der versponnene Faden fluchtend in die Spulstelle einläuft.

Durch die Umlenkmittel wird erreicht, dass der aus den Luftspinndüsen austretende Faden stets fluchtend zu der Klemmlinie der Oberwalzen der Serienpendelträger der Streckwerksarbeitsstellen zugeführt wird.

Vorteilhafterweise weisen die Umlenkmittel eine geringe Oberflächenrauhigkeit auf. Die Oberflächenrauhigkeit ist derart gewählt, dass bei den auftretenden Abzugsgeschwindigkeiten die zwischen dem Faden und den Umlenkmitteln auftretende Reibung vernachlässigbar ist. Auf diese Weise kann eine Beschädigung der umzulenkenden Fäden auf Grund der auftretenden Reibung vermieden werden. Insbesondere können die Umlenkmittel als Rollen oder dergleichen ausgeführt sein.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand des in 1 dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. In 1 ist eine schematische Teilansicht einer Textilmaschine zur Herstellung von Kreuzspulen, insbesondere einer Luftspinnmaschine, dargestellt. Die Luftspinnmaschine umfasst eine Mehrzahl von Spinn-Spulstellen, die beidseitig an der Textilmaschine in Maschinenlängsrichtung nebeneinander angeordnet sind. Bei den Spinn-Spulstellen handelt es sich im vorliegenden Ausführungsbeispiel um Luftspinndüsen 7 und diesen nachgeordnete Spulstellen 1. Der zwischen zwei benachbart zueinander angeordneten Spulstellen 1 bestehende Abstand a wird als Teilung bezeichnet und gibt ausgehend von dem jeweiligen Mittelpunkt der Spulstellen 1 deren gegenseitigen Abstand an. Die Teilung a ist dabei für alle in Maschinenlängsrichtung nebeneinander angeordneten Spulstellen 1 gleich und wird durch den Platzbedarf der Spulstellen 1 geprägt.

Den Spulstellen 1 ist jeweils ein Streckwerk 2 zugehörig, welches paarweise angeordnete Streckwerksarbeitsstellen 3 mit mehreren an Pendelträgern angeordneten Oberwalzen aufweist, von denen jeweils nur eine Ausgangswalze 3a dargestellt ist. Die Streckwerke 2 weisen einen gegenseitigen Abstand d auf, der die Teilung der Streckwerke 2 angibt. Zwei zueinander benachbarte Streckwerksarbeitsstellen 3 von benachbarten Streckwerken 2 weisen, gemessen vom jeweiligen Mittelpunkt der Ausgangswalze 3a, einen Abstand c zueinander auf. Die zwei Streckwerksarbeitsstellen 3 eines Streckwerkes 2 weisen einen gegenseitigen Abstand b auf.

Erfindungsgemäß erfolgt die Anordnung der Streckwerke 2 derart, dass der gegenseitige Abstand b der Streckwerksarbeitsstellen 3 jedes Streckwerkes 2 geringer ist als der Abstand a der Spulstellen 1. Dabei ist der gegenseitige Abstand c nebeneinander liegender Streckwerksarbeitstellen 3 benachbarter Streckwerke 2 um den gleichen Betrag größer als die Teilung a der Spulstellen 1 wie der Abstand b der Streckwerksarbeitsstellen 3 geringer ist als der Abstand a. Bei den für die Streckwerke 2 verwendeten Pendelträgern handelt es sich um Serienpendelträger für die Streckwerksoberwalzen von Ringspinnmaschinen. Der Abstand d zweier benachbarter Streckwerke 2 entspricht dabei vorzugsweise dem zweifachen des Abstandes a zwischen zwei benachbarten Spulstellen 1.

Die Luftspinndüsen 7 fluchten jeweils zu ihren zugehörigen Streckwerksarbeitstellen 3. Das bedeutet, dass der Abstand der Luftspinndüsen 7 zueinander abwechselnd b und c beträgt, wobei geringe Abweichungen hiervon tolerierbar sind. Um die Abweichung des Abstandes der aus der Luftspinndüse 7 austretenden Fäden vom Abstand der jeweils im Bereich der Spulstellen 1 angeordneten Abzugs- oder Klemmwalzen 8, die dazu dienen, einen versponnenen Faden 5 abziehen und der jeweiligen Spulstelle 1 zuführen, zumindest zu reduzieren, sind an der Luftspinnmaschine jeweils ein erstes und zweites Umlenkmittel 4, 6 einer jeweiligen Spinn-Spulstelle zugehörig.

Die Umlenkmittel 4, 6 dienen dazu, den zwischen der jeweiligen Spulstelle 1 und der zugehörigen, der Streckwerksarbeitstelle 3 des Streckwerkes 2 nachgelagerten Luftspinndüse 7 geführten Faden 5 entsprechend der Anordnung des Streckwerkes 2 und der Spulstelle 1 auszurichten.

Hierbei wird durch die Umlenkmittel 4, 6 der Verlauf des Fadens 5 derart verändert, dass ausgehend von einem im Wesentlichen fluchtenden Verlauf des versponnenen Fadens 5 bei dessen Austritt aus der Luftspinndüse 7 dieser um einen Winkel durch das erste Umlenkmittel 4 abgelenkt wird. Anschließend wird durch das versetzt zum ersten Umlenkmittel 4 angeordnete zweite Umlenkmittel 6 der Faden 5 um den gleichen Winkel zurück umgelenkt, so dass der Faden 5 dann einen zur Spulstelle 1 fluchtenden Verlauf aufweist. Somit wird stets ein zur Klemmlinie der Abzugs- oder Klemmwalze 8 fluchtender Einlauf des Fadens 5 in den Klemmspalt erreicht. Bei den Umlenkmitteln 4, 6 kann es sich um Rollen oder dergleichen handeln, deren Oberflächen eine möglichst geringe Rauhigkeit aufweisen, um den Faden 5 nicht durch die an den Umlenkmitteln 4, 6 auftretende Reibung zu beschädigen.


Anspruch[de]
Spinnmaschine zur Herstellung von Kreuzspulen, insbesondere Luftspinnmaschine, mit einer Mehrzahl von gleichmäßig zueinander beabstandeten Spulstellen (1), deren Abstand a zueinander durch den Platzbedarf der Spulstellen (1) geprägt ist sowie mit Streckwerken (2), die je zwei Streckwerksarbeitsstellen (3) umfassen, und den Streckwerksarbeitsstellen (3) nachgeordnete Spinneinrichtungen (7),

dadurch gekennzeichnet,

– dass die Streckwerke (2) mit Serienpendelträgern für Streckwerksoberwalzen von Ringspinnmaschinen ausgestattet sind, wobei der gegenseitige Abstand b der Streckwerksarbeitsstellen (3) jedes Streckwerkes (2) geringer ist, als der Abstand a der Spulstellen (1),

– und dass der gegenseitige Abstand c der nebeneinander liegenden Streckwerkarbeitsstellen (3) benachbarter Streckwerke (2) um den gleichen Betrag größer ist als der Abstand a wie der Abstand b geringer ist als der Abstand a.
Spinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinneinrichtungen (7) mit den Streckwerksarbeitsstellen (3) fluchten. Spinnmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass Umlenkmittel (4, 6) vorgesehen sind, die die von den Spinneinrichtungen (7) zu den zugehörigen Spulstellen (1) zu führenden Fäden (5) auf den Abstand a der Spulstellen (1) distanzieren. Spinnmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkmittel (4, 6) eine geringe Oberflächenrauhigkeit aufweisen. Spinnmaschine nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass Umlenkmittel (4, 6) als Rollen ausgeführt sind.






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