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Dokumentenidentifikation DE102006027924A1 20.12.2007
Titel Schuh zur Fußbedienung der Baßtrommel eines Schlagzeugs sowie Schuh zur Fußbedienung der Hi-Hat eines Schlagzeugs
Anmelder Vlaho, Pirmin, 50674 Köln, DE
Erfinder Vlaho, Pirmin, 50674 Köln, DE
Vertreter Wenzel & Kalkoff, 58452 Witten
DE-Anmeldedatum 14.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006027924
Offenlegungstag 20.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.12.2007
IPC-Hauptklasse A43B 3/00(2006.01)A, F, I, 20060614, B, H, DE
Zusammenfassung Bei einem Schuh (1) zur Fußbedienung der Baßtrommel eines Schlagzeuges weist zur Verbesserung des Spielgefühls der Oberschuh (3) eine Verstärkung (6) auf, die in der Gebrauchslage im Bereich der Zehengelenke angeordnet ist. Ein Schuh (10) zur Fußbedienung der Hi-Hat eines Schlagzeuges ist dadurch gekennzeichnet, daß der Schuh (10) im hinteren Fersenbereich eine konvex gewölbte Abrollfläche (16) aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Schuh zur Fußbedienung der Baßtrommel eines Schlagzeugs und einen Schuh zur Fußbedienung der Hi-Hat eines Schlagzeugs.

Aus dem Stand der Technik sind Schuhe bekannt, welche an spezielle Anwendungen angepaßt sind. Bspw. werden in vielen handwerklichen Berufen Sicherheitsschuhe verwendet, welche im Zehenbereich eine in den Oberschuh eingebettete Stahlkappe aufweisen, um so den Fuß des Benutzers vor Verletzungen zu schützen. Des weiteren sind besonders angepaßte Schuhe für bestimmte Sportarten bekannt. Bspw. werden spezielle Laufschuhe, Fahrradschuhe, Reitschuhe oder -stiefel, Ballettschuhe sowie eine Vielzahl weiterer Schuhe seit langem für den jeweiligen Zweck speziell entwickelt und eingesetzt.

Spezielle Schuhe zur Bedienung eines Musikinstruments sind jedoch nicht bekannt. Ein spezieller Schuh ist für eine Reihe von Musikinstrumenten, aufgrund der Tatsache, daß keine Fußbetätigung des Instruments stattfindet, nicht notwendig. Gerade bei dem Spielen von Schlagzeugen findet jedoch die Bedienung mindestens der Baßtrommel, der sog. Bass Drum, und eines Beckens, der sog. Hi-Hat, mit den Füßen statt. Hierzu weisen diese Instrumente des Schlagzeugs Fußmaschinen auf, mit denen über ein Pedal das jeweilige Schlagzeuginstrument betätigt wird.

Eine Vielzahl von Musikrichtungen erfordern bei der Betätigung der vorgenannten Schlagzeuginstrumente eine gute Kontrolle des Bewegungsablaufs des Fußes, sowie ein ausreichendes "Tastgefühl" des Instruments, insbesondere für filigrane Akzentuierungen. Diese Anforderung wird auch als "Spielgefühl" bezeichnet. Gerade beim Spielen der Bass Drum werden neben Einzelschlägen auch Doppelschläge mit dem Fuß durchgeführt. Hierfür ist ein besonders filigraner Bewegungsablauf erforderlich.

Übliche Schuhe sind hierfür nicht geeignet, da diese dem Benutzer keine ausreichende Kontrolle des Instruments ermöglichen, bzw. kein ausreichend gutes Spielgefühl vermitteln. Zwar ist es bekannt, spezielle dünne Sportschuhe zum Schlagzeugspielen zu verwenden, jedoch unterliegen diese Schuhe aufgrund der besonderen auftretenden Belastungen einem hohen Verschleiß.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schuh zur Fußbedienung der Baßtrommel sowie einen Schuh zur Fußbedienung der Hi-Hat eines Schlagzeugs bereitzustellen, welche einerseits ein gutes Spielgefühl vermitteln und andererseits besonders haltbar sind.

Die Aufgabe wird durch einen Schuh zur Fußbedienung einer Bass Drum gemäß Anspruch 1, einen Schuh zur Fußbedienung der Hi-Hat gemäß Anspruch 10 und ein Schuhpaar zur Fußbedienung eines Schlagzeugs gemäß Anspruch 15 gelöst. Die Unteransprüche beziehen sich auf bevorzugte Ausführungen der Erfindung.

Gemäß der Erfindung besteht der Schuh zur Fußbedienung der Bass Drum eines Schlagzeugs aus einer Sohle und einem Oberschuh, wobei der Oberschuh eine Verstärkung aufweist, die in der Gebrauchslage im Bereich der Zehengelenke angeordnet ist. Sohle und Oberschuh sind hierbei derart ausgebildet, daß ein gutes Spielgefühl gegeben ist. Die Sohle und der Oberschuh sollten daher zwar einen sicheren Halt des Fußes gewährleisten, jedoch derart flexibel sein, daß ein einfacher Bewegungsablauf und insbesondere ein leichtes Biegen des Fußes und des Schuhs möglich ist. Da der Schuh nur bedingt zum Laufen genutzt wird und ferner der bereitzustellende Halt für den Fuß nicht den hohen Anforderungen an einen üblichen Schuh entsprechen muß, kann die Sohle entsprechend dünn, bzw. flexibel ausgeführt sein.

Die Sohle kann bspw. aus vulkanisiertem Kautschuk hergestellt werden. Hierbei kann über die Reaktionsbedingungen bei der Herstellung, wie Temperatur und Additive, wie bspw. Schwefel, ein derartiger Kautschuk entsprechend weich ausgeführt werden. Es ist jedoch bevorzugt, daß die Sohle aus Kunststoff besteht. Durch die Verwendung von Kunststoff kann der Schuh besonders kostengünstig hergestellt werden. Hierbei kann eine gute Flexibilität der Sohle durch den Zusatz von Weichmachern, wie bspw. Estern oder durch entsprechendes Aufschäumen erreicht werden. Ein geeigneter Kunststoff ist insbesondere Polyurethan (PUR). Es ist insbesondere bevorzugt, daß die Sohle eine Dicke von 2 mm bis 5 mm aufweist.

Der Oberschuh des erfindungsgemäßen Schuhs ist bevorzugt so ausgeführt, daß dieser das notwendige gute Spielgefühl durch entsprechende Flexibilität unterstützt. Hierbei sollte nach Möglichkeit die Flexibilität des Materials des Oberschuhs an die der Sohle angepaßt sein. Ferner sollte der Oberschuh so ausgelegt sein, daß dieser ausreichend verschleißfest ist. Bspw. kann für den Oberschuh Leder oder Kunstleder eingesetzt sein. Bei der Verwendung von Leder kann eine besondere Flexibilität durch Auswahl der Lederarten (bspw. Rind- oder Schafsleder) und durch Gerben erreicht werden. Bei dem Einsatz von Kunstleder kann das Material durch Auswahl der Dicke, Weichmachern oder durch entsprechendes Aufschäumen, wie oben stehend erläutert, besonders weich und flexibel hergestellt sein. Geeignete Materialien sind bspw. Polyurethan (PUR) oder Polyvinylchlorid (PVC), beschichtete Naturfasergewebe oder Kunstfasern.

Um eine verbesserte Verschleißfestigkeit des erfindungsgemäßen Schuhs zu gewährleisten, weist der Oberschuh eine Verstärkung auf, die in der Gebrauchslage im Bereich der Zehengelenke angeordnet ist. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind unter Zehengelenken diejenigen Gelenke zu verstehen, welche die jeweiligen Zehenglieder der Zehen mit den Mittelfußknochen verbinden. In diesem Bereich treten bei dem Betätigen der Fußmaschine der Bass Drum hohe Belastungen durch ein entsprechendes Abknicken der Fußes und des Schuhs auf dem Pedal auf. Die Verstärkung sollte daher so ausgeführt sein, daß einerseits eine Beschädigung des Schuhs bzw. des Oberschuhs vermieden ist, andererseits jedoch das Spielgefühl nicht negativ beeinträchtigt ist. Bevorzugt sollte die Verstärkung daher eine ähnliche Flexibilität aufweisen, wie die des Oberschuhs.

Insbesondere ist es bevorzugt, daß der Oberschuh im Wesentlichen aus Canvas besteht. Canvas ist ein festes Baumwollgewebe, welches durch eine besondere Webart eine hohe Strapazierfähigkeit erlangt. Ferner zeichnet sich Canvas dadurch aus, daß es in besonderem Maße strapazierfähig ist und ein äußerst gutes Spielgefühl durch eine sehr hohe Flexibilität vermittelt. Ein derartiger Schuh vermittelt in der Gebrauchslage ein besonders "weiches" Gefühl, wobei unter dem Begriff "Gebrauchslage" im Rahmen der vorliegenden Erfindung, die am Fuß eines Benutzers angezogene Lage des Schuhs zu verstehen ist.

Um die Flexibilität des Schuhs weiter zu erhöhen, kann ferner die sog. Brandsohle, also die umlaufende Versteifung oberhalb der Laufsohle, derart ausgebildet sein, daß eine hohe Flexibilität des Schuhs vorhanden ist. Hierzu kann die Brandsohle einerseits ebenfalls durch entsprechende Materialwahl flexibel ausgeführt sein. Auch könnte die Brandsohle über Aussparungen verfügen, um so für eine erhöhte Flexibilität zu sorgen.

Bedingt durch das Abknicken des Vorderfußes beim Betätigen der Fußmaschine der Bass Drum treten die höchsten Belastungen am Oberschuh im Verbindungsbereich zwischen Oberschuh und Sohle auf. An dieser Stelle des Oberschuhs kommt es daher sehr früh zu Materialermüdung und entsprechender Rißbildung. Es ist daher bevorzugt, daß die Verstärkung im Verbindungsbereich zwischen Oberschuh und Sohle angeordnet ist.

Der Verbindungsbereich zwischen Oberschuh und Sohle im Bereich der Zehengelenke liegt folglich in der Gebrauchslage links und rechts des Fußes im Bereich der Zehengelenke, folglich ungefähr links und rechts des Fußballens. Die Verstärkung kann derart ausgebildet sein, daß sie den Verbindungsbereich zwischen Oberschuh und Sohle überdeckt, es ist jedoch auch möglich, daß die Verstärkung nur den Oberschuh überdeckt und an die Verbindung zwischen Oberschuh und Sohle angrenzt. In jedem Fall sollte die Verstärkung so klein wie möglich ausgebildet sein, um das Spielgefühl möglichst wenig zu beeinträchtigen. Aufgrund der Tatsache, daß die höchsten Belastungen durch das Abknicken des Vorderfußes auf der Seite des Schuhs auftreten, die in der Gebrauchslage an den großen Zeh angrenzen, sollte die Verstärkung bevorzugt auf dieser Seite des Schuhs angeordnet sein.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist die Verstärkung ein- oder mehrstückig ausgebildet und mindestens an den beiden, an der Längsachse des Schuhs gegenüberliegenden Verbindungsbereichen zwischen Oberschuh und Sohle angeordnet. Unter der Längsachse des Schuhs wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung die Mittelachse entlang der längsten Seite des Schuhs verstanden.

Durch eine derartige Anordnung ist die Verschleißfestigkeit weiter dadurch verbessert, daß die gegenüberliegenden Verbindungsbereiche zwischen Oberschuh und Sohle – in der Gebrauchslage sowohl links als auch rechts des Fußes – verstärkt sind. Die Verstärkung kann einerseits einstückig ausgebildet sein, bspw. in Form eines entsprechenden Streifens. Es ist jedoch auch möglich, daß die Verstärkung mehrstückig ausgebildet ist, bspw. zweiteilig, wobei diese an den beiden gegenüberliegenden Verbindungsbereichen zwischen Oberschuh und Sohle angeordnet sind. Die Verstärkung sollte natürlich auch hier im Bereich des Abknickens des Fußes und somit des Schuhs bei der Betätigung der Fußmaschine angeordnet sein.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung sind die beim Gebrauch des Schuhs im Oberschuh auftretenden Biegekräfte durch die Verstärkung aufnehmbar. Die Verstärkung sollte demnach die beim Abknicken des Fußes auftretenden Biegekräfte aufnehmen und somit das Material des Oberschuhs entlasten. Hierdurch ergibt sich eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung, wodurch der Verschleiß des Oberschuhs weiter reduziert wird.

Bevorzugt ist die Verstärkung elastisch. Eine derartige Ausgestaltung kann die Bewegung des Fußes beim Betätigen der Bass Drum vorteilhaft unterstützen. Weiterhin bevorzugt besteht die Verstärkung im Wesentlichen aus Kunststoff, Leder, Kunstleder oder Textilmaterial. Insbesondere bevorzugt besteht die Verstärkung aus Leder.

Bedingt durch die erwähnte Biegung des Fußes und des Schuhs bei der Bedienung des Pedals der Fußmaschine stößt der große Zeh bei dem Bewegungsablauf regelmäßig an die Innenseite des Oberschuhs. Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist der Oberschuh einen Abriebschutz auf, der in der Gebrauchslage im Bereich des großen Zehs angeordnet ist, um den an dieser Stelle hervorgerufenen Verschleiß zu reduzieren.

In ähnlicher Weise wie die vorgenannte Verstärkung kann der Abriebschutz aus Leder, Stoff, Weichkunststoff oder aus einer Kombination dieser Materialien gebildet sein. Naturgemäß sollte der Abriebschutz so dimensioniert sein, daß die Bewegungsabläufe beim Spielen der Bass Drum nicht eingeschränkt sind und dadurch das Spielgefühl so wenig wie möglich beeinträchtigt ist. Bevorzugt ist der Abriebschutz auf der Innenseite des Oberschuhs angeordnet, um die Verschleißfestigkeit weiter zu verbessern und gleichzeitig für eine verbesserte Optik des Schuhs zu sorgen.

Um das Spielgefühl weiter zu verbessern, ist es bevorzugt, daß der Schuh im Knöchelbereich tief ausgeschnitten ist. Besonders bevorzugt sollte sich der Ausschnitt im wesentlichen über 50% der Strecke zwischen Sohle und der Oberkante des Oberschuhs erstrecken. Hierbei wird unter dem Begriff Oberkante die maximale Erstreckung des Oberschuhs in einer Richtung senkrecht zur Sohlenebene verstanden.

Üblicherweise wird die Bass Drum eines Schlagzeugs mit dem rechten Fuß betätigt, daher ist bevorzugt, daß der Schuh zur Anordnung an einem rechten Fuß ausgebildet ist. Es ist jedoch auch möglich, daß, bei besonderen Anwendungen, der Schuh zur Anordnung an einem linken Fuß ausgebildet ist. Dies kann insbesondere für Benutzer zweckmäßig sein, die den rechten Fuß nicht für die Betätigung der Bass Drum einsetzen können.

Ein Schuh zur Fußbedienung der Hi-Hat eines Schlagzeugs mit einer Sohle ist dadurch gekennzeichnet, daß der Schuh im hinteren Fersenbereich eine konvex gewölbte Abrollfläche aufweist. Die konvex gewölbte Abrollfläche verbessert den Bewegungsablauf bei der Fußbedienung der Hi-Hat. Bei einer üblichen Spielweise ruht der Fuß auf der gesamten Fläche des Pedals der zugehörigen Fußmaschine. Zum Öffnen der Hi-Hat schlägt der Fuß mit der Ferse auf und rollt von dort aus in aufsteigender Richtung zum Vorderfuß hin ab. Wird eine rhythmische Figur durch Öffnen und Schließen der Hi-Hat gespielt, rollt der Fuß von der hinteren Kante der Ferse zur Spitze des Fußes ab und wiederum auf.

Durch die konvex gewölbte Ausgestaltung der Abrollfläche wird dieser Bewegungsablauf unterstützt. Hierbei sollte die Krümmung der Abrollfläche an den Bewegungsablauf beim Öffnen und Schließen der Hi-Hat angepaßt sein. Die Sohle sollte, wie eingangs für den Schuh zur Fußbedienung der Bass Drum erwähnt, flexibel sein und kann aus vulkanisiertem Kautschuk oder bevorzugt aus Polyurethan bestehen. Die Abrollfläche ist bevorzugt aus einem Hartkunststoff gebildet. Derartige Hartkunststoffe sind industriell verfügbar und in der Regel durch entsprechendes Formgießen leicht anpaßbar. Die Abrollfläche sollte bevorzugt eine gleichmäßige Oberfläche aufweisen, um den Bewegungsablauf weiter zu unterstützen. Die Oberfläche kann je nach Anforderung glatt, aber auch strukturiert ausgeführt sein, um ein Abrutschen des Schuhs vom Pedal der Fußmaschine zu vermeiden.

Nach einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist die Abrollfläche einstückig mit der Sohle ausgebildet. Hierdurch ist die Herstellung des erfindungsgemäßen Schuhs weiter vereinfacht und die Herstellungskosten sind reduziert. Ferner kann keine Kante im Übergangsbereich zwischen Sohle und einer getrennt gebildeten Abrollfläche auftreten, wodurch das Spielgefühl negativ beeinträchtigt werden könnte. Es ist möglich, die Abrollfläche direkt bei der Formgebung der Sohle mitauszuformen. Alternativ hierzu ist es ebenfalls möglich, die Abrollfläche durch spanende Bearbeitung der Sohle zu formen.

Bevorzugt ist die Abrollfläche in der Gebrauchslage im Bereich der Ferse angeordnet, wodurch eine besonders günstige Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schuhs gegeben ist. Die Abrollfläche erstreckt sich somit in den Bereich unterhalb des Fußes, um die Abrollbewegung beim Spielen der Hi-Hat weiter zu unterstützen. Bei der Betätigung des Pedals der Hi-Hat entsteht ein Auflagerpunkt für die Drehbewegung des Fußes im Bereich des Fersenbeins um einen Druckpunkt. Daher ist es insbesondere bevorzugt, daß die Abrollfläche im Bereich der Auflage des Fersenbeins angeordnet ist und sich bis zum hinteren Ende des Schuhs erstreckt.

Insbesondere bei diese Anordnung sollte der Abrollwinkel relativ klein gewählt werden, damit der Schuh beim normalen Laufen noch eine ausreichende Stabilität bereitstellt. Unter dem Abrollwinkel wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung derjenige Winkel verstanden, der zwischen der Sohle des erfindungsgemäßen Schuhs bei abgesenktem Fuß und vollbetätigtem Pedal und der Sohle bei angehobenem Fuß auf dem Pedal ruhend, aber nicht betätigend, vorhanden ist. Der Abrollwinkel sollte bevorzugt zwischen 10° und 30° betragen.

Auch ist es bevorzugt, daß der Schuh im Knöchelbereich tief ausgeschnitten ist, um das Spielgefühl weiter zu verbessern. Der Ausschnitt sollte sich bevorzugt im wesentlichen über 50% der Strecke zwischen Sohle und der Oberkante des Oberschuhs erstrecken.

Üblicherweise wird die Hi-Hat eines Schlagzeugs mit dem linken Fuß betätigt. Es ist daher bevorzugt, daß der Schuh zur Anordnung an einem linken Fuß ausgebildet ist. In besonderen Fällen ist es ebenfalls möglich, daß der Schuh, wie oben stehend erläutert, zur Anordnung an einem rechten Fuß ausgebildet ist.

Ein Schuhpaar zur Fußbedienung eines Schlagzeugs ist aus einem Schuh zur Fußbedienung der Baßtrommel und aus einem Schuh zur Fußbedienung der Hi-Hat gebildet. Die Schuhe sind hierbei wie vorstehend beschrieben ausgebildet. Naturgemäß ist es möglich, daß das Schuhpaar aus unterschiedlichen bevorzugten Ausführungen gebildet ist oder daß die Schuhe des Paars jeweils für beide Anwendungen ausgebildet sind.

Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben. In den Figuren zeigt:

1 eine Seitenansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schuhs zur Fußbedienung der Bass Drum;

2 eine Draufsicht der Ausführungsform von 1 und

3 eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schuhs zur Fußbedienung der Hi-Hat.

1 zeigt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Schuhs 1 zur Fußbedienung der Bass Drum eines Schlagzeugs in einer perspektivischen Ansicht. Der Schuh 1 besteht aus einer Sohle 2 und einem Oberschuh 3, welche miteinander vernäht bzw. verklebt sind. Die Sohle 2 besteht aus Gummi, damit ein guter Halt des Schuhs 1 auf einem Pedal einer Fußmaschine der Bass Drum vorhanden ist. Der Oberschuh 3 besteht aus einem Canvas aus einem festen Baumwollgewebe. Der Schuh 1 weist hierdurch eine hohe Strapazierfähigkeit auf, wobei gleichzeitig für ein angenehmes Spielgefühl gesorgt ist. Der Schuh 1 wird mittels einer üblichen Schnürung 4 fest am Fuß des Benutzer befestigt. Um das Spielgefühl nochmals zu verbessern, weist der Schuh 1 eine tiefe Aussparung 5 im Knöchelbereich auf. Wie aus 1 ersichtlich, erstreckt sich die Aussparung 5 im wesentlichen bis zur Hälfte der Strecke zwischen Oberkante des Oberschuhs 3 und der Sohle 2.

Um den Schuh 1 besonders verschleißfest auszubilden, ist eine Verstärkung 6 auf der linken und rechten Seite des Schuhs 1 im Verbindungsbereich zwischen Oberschuh 3 und Sohle 2 angeordnet, wie insbesondere aus 2 ersichtlich. Der Draufsicht von 2 ist zu entnehmen, daß die Verstärkung 6 zweiteilig ausgeführt ist. Die Verstärkung 6 ist entlang der Längsachse des Schuhs 1 im wesentlichen im Bereich der Zehengelenke zwischen den jeweiligen Zehen und den jeweiligen Mittelfußknochen der Fußglieder, angeordnet. Beim Betätigen der Fußmaschine der Bass Drum kommt es gerade in diesem Bereich zu einem Abknicken des Fußes und somit auch des Schuhs 1. Gerade deshalb ist die Verstärkung 6 in diesem Bereich vorteilhaft. Die Verstärkung 6 ist aus Leder gebildet und auf den Schuh 1 aufgenäht. Ferner ist ein Abriebschutz 7 im Bereich des großen Zehs angeordnet, um bei dem eingangs erläuterten Bewegungsablauf und der damit verbundenen Bewegung des großen Zehs die Verschleißfestigkeit des Schuhs 1 weiter zu erhöhen. Der Abriebschutz 7 ist hier außen angeordnet, wobei dieser auch innenliegend angeordnet sein kann.

Eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schuhs 10 zur Fußbedienung der Hi-Hat eines Schlagzeugs ist in einer Seitenansicht in 3 gezeigt. Der Schuh 10 zur Fußbedienung der Hi-Hat eines Schlagzeugs weist ebenfalls eine Sohle 12 und einen Oberschuh 13 auf. Die Sohle 12 ist wiederum aus Gummi gebildet, der Oberschuh 13 besteht auch hier aus einem Canvas aus Baumwollmaterial. Der Schuh 10 läßt sich über eine übliche Schnürung 14 am Fuß des Benutzer befestigen. Ferner weist der erfindungsgemäße Schuh 10 eine Aussparung im Knöchelbereich 15 auf, die ebenfalls, wie aus 3 ersichtlich, im wesentlichen sich bis zur Hälfte der Strecke zwischen der Sohle 12 und einer Oberkante des Oberschuhs 13 erstreckt. Aufgrund der speziellen Bewegung weist der Schuh 10 zur Fußbedienung der Hi-Hat eine Abrollfläche 16 auf. Diese Abrollfläche 16 ist einteilig mit der Sohle 12 ausgebildet und erstreckt sich im Fersenbereich des Schuhs 10. Diese besondere Ausgestaltung ermöglicht ein gutes Abrollen des Fußes beim Spielen der Hi-Hat.


Anspruch[de]
Schuh zur Fußbedienung der Baßtrommel eines Schlagzeugs, mit einer Sohle und einem Oberschuh, dadurch gekennzeichnet, daß der Oberschuh (3) eine Verstärkung (6) aufweist, die in der Gebrauchslage im Bereich der Zehengelenke angeordnet ist. Schuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkung im Verbindungsbereich zwischen Oberschuh (3) und Sohle (2) angeordnet ist. Schuh nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkung (6) ein- oder mehrstückig ausgebildet ist und mindestens an den beiden, an der Längsachse des Schuhs gegenüberliegenden Verbindungsbereichen zwischen Oberschuh (3) und Sohle (2) angeordnet ist. Schuh nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkung (6) derart ausgebildet ist, daß die beim Gebrauch des Schuhs im Oberschuh (3) auftretenden Biegekräfte durch die Verstärkung (6) aufgenommen werden. Schuh nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkung (6) elastisch ist. Schuh nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkung (6) aus Leder, Stoff, Weichkunststoff oder aus einer Kombination dieser Materialien gebildet ist. Schuh nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Oberschuh (3) einen Abriebschutz (7) aufweist, der in der Gebrauchslage im Bereich des großen Zehs angeordnet ist. Schuh nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Abriebschutz (7) auf einer Innenseite des Oberschuhs (6) angeordnet ist. Schuh nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Schuh (1) zur Anordnung an einem rechten Fuß ausgebildet ist. Schuh zur Fußbedienung der Hi-Hat eines Schlagzeugs, mit einer Sohle, dadurch gekennzeichnet, daß der Schuh (10) im hinteren Fersenbereich eine konvex gewölbte Abrollfläche (16) aufweist. Schuh nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Abrollfläche (16) aus einem Hartkunststoff gebildet ist. Schuh nach einem der Ansprüche 10-11, dadurch gekennzeichnet, daß die Abrollfläche (16) einstückig mit der Sohle (12) ausgebildet ist. Schuh nach einem der Ansprüche 10-12, dadurch gekennzeichnet, daß die Abrollfläche im Bereich der Ferse angeordnet ist. Schuh nach einem der Ansprüche 10-13, dadurch gekennzeichnet, daß der Schuh (11) zur Anordnung an einem linken Fuß ausgebildet ist. Schuhpaar zur Fußbedienung eines Schlagzeugs, gekennzeichnet durch einen Schuh (1) gemäß einem der Ansprüche 1-9 und einen Schuh (11) gemäß einem der Ansprüche 10-14.






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