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Dokumentenidentifikation DE102006028410A1 20.12.2007
Titel Karosserieaußenbelag insbesondere zum Steinschlagschutz, Hagelschutz und/oder Fußgängerschutz
Anmelder WOCO Industrietechnik GmbH, 63628 Bad Soden-Salmünster, DE
Erfinder Wolf, Bernhard, 63628 Bad Soden-Salmünster, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 28209 Bremen
DE-Anmeldedatum 19.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006028410
Offenlegungstag 20.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.12.2007
IPC-Hauptklasse B62D 25/00(2006.01)A, F, I, 20060619, B, H, DE
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft einen Karosserieaußenbelag mit einer elastischen Schicht zwischen einer äußeren Lack- und/oder Deckschicht und einem Karosseriebauteil zum Schutze desselben insbesondere vor Steinschlag- und/oder Hagelschäden und/oder zum Schutze von Fußgängern bei einem Kontakt desselben.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Karosserieaußenbelag insbesondere zum Steinschlagschutz, Hagelschutz und/oder Fußgängerschutz.

Lacke und Bleche von Fahrzeugbauteilen sind im allgemeinen Beschädigungen durch Steinschlag während des Fahrens oder bei Unwetter, wie z. B. Hagelschlag, ausgesetzt. Dabei werden jedes Jahr in Deutschland allein Schäden in Millionenhöhe an parkenden und fahrenden Autos verursacht. Mit dieser Problematik wird sich in der DE 10 2004 039 063 A1 auseinandergesetzt, die einen mobilen aufblasbaren Hagelschutz für Autos offenbart. Danach kann ein parkendes Auto mit Hilfe einer aufblasbaren Schutzhülle vor Schäden durch Hagel oder kleinere herabfallende Äste geschützt werden. Der Nachteil diese Hagelschutzes besteht darin, daß das Auto nur während des Parkens geschützt ist, also kein Schutz während des Fahrens zur Verfügung steht. Des weiteren muß der Besitzer des Autos, beispielsweise bei einem heraufziehenden Gewitter, den Schutz manuell am Auto anbringen.

Als Fußgängerschutz sind bislang Abdeckungen von Komponenten in einem Motorraum eines Kraftfahrzeuges bekannt, siehe insbesondere die DE 103 14 220 A1, ohne daß dies jedoch auch einen Fußgänger vor Verletzungen an einer Fahrzeugkarosserie an sich schützt.

In der Automobilindustrie werden zunehmend Formteile auf Kunststoffbasis verwendet, die zusammen mit Metallteilen eingesetzt werden und einer Lackierung bedürfen, wie sie beispielsweise in der DE 195 26 478 A1 beschrieben ist.

Verfahren zur Herstellung von Fahrzeugkarosserieteilen unter Einsatz von Effektlacksystemen sind beispielsweise in der EP 0 261 815 B1 beschrieben.

Im Stand der Technik besteht jedoch noch stets ein Bedürfnis nach einem Karosserieaußenbelag, der insbesondere zum Schutz eines Karosseriebauteils vor Steinschlagschäden, Hagelschäden und dergleichen, sowie auch eines Fußgängers vor besagtem Karosseriebauteil darstellt. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen entsprechenden Karosserieaußenbelag bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Karosserieaußenbelag mit einer elastischen Schicht zwischen einer äußeren Lack- und/oder Deckschicht und einem Karosseriebauteil zum Schutze desselben insbesondere vor Steinschlag- und/oder Hagelschäden und/oder zum Schutze von Fußgängern bei einem Kontakt desselben.

Eine bevorzugte Ausführungsform kann dabei gekennzeichnet sein durch eine Grundierungsschicht, die von der elastischen Schicht umfaßt ist.

Ferner kann ein Haftvermittler und/oder Katalysator zwischen der elastischen Schicht und der Lack- und/oder Deckschicht vorgesehen sein.

Erfindungsgemäß wird auch vorgeschlagen, daß die elastische Schicht Polyurethan, insbesondere in Schaumform, umfaßt.

Des weiteren kann vorgesehen sein, daß die elastische Schicht durch Übergießen, Umspritzen, Hinterspritzen, Aufsprühen, Aufstreichen und/oder Aufkaschieren aufbringbar ist.

Auch wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß die Lack- und/oder Deckschicht durch Tauch- und/oder Pulver- und/oder Spritzlackierung und/oder Kaschierung, insbesondere Folienkaschierung, aufbringbar ist.

Der Erfindung liegt somit die überraschende Erkenntnis zu Grunde, einen Karosserieaußenbelag für ein insbesondere aus Blech bestehendes Karosseriebauteil mit einer elastischen Zwischenschicht zur Verfügung zu stellen, auf die der eigentliche Lack aufgetragen wird. Mit dem Verbund aus Blech, elastischer Schicht und Lack wird es damit möglich, plastische Verformungen, wie sie beispielsweise bei Hagel oder Steinschlag auftreten, in eine elastische Verformung umzuwandeln, so daß eine permanente Beschädigung des Lacks oder gar des Karosserieblechs verhindert werden kann. Zudem kann eine solche Schicht auch Personenschäden bei Unfällen mit Fußgängern oder Radfahrern durch Abfederung des Aufpralls vorbeugen.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Herstellung eines erfindungsgemäßen Karosserieaußenbelags.

Zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Karosserieaußenbelags wird eine elastische Schicht zwischen einer äußeren Lack- und/oder Deckschicht und einem Karosseriebauteil aufgebracht. Dazu ist es vorteilhaft, sowohl zwischen das Blech des Karosseriebauteils und die elastische Schicht, als auch zwischen die elastische Schicht und die Lack- und/oder Deckschicht einen geeigneten Haftvermittler aufzutragen, der für eine stabile Verbindung der Schichten untereinander sorgt. Als Material der elastischen Schicht ist dabei Polyurethan oder Polyurethan-Schaum besonders geeignet. Die elastische Schicht selbst kann durch Übergießen, Umspritzen, Aufsprühen, Aufstreichen, Aufkaschieren oder Folien-Hinterspritzen aufgebracht werden. Die Beschichtung mit der äußeren Lack- und/oder Deckschicht kann dann durch Tauch-, Pulver-, Spritzlackierung oder Folien-/Kaschierung erfolgen.

Lacke, die auch bei einer elastischen Verformung an Substraten wie Polyurethan halten, ohne zu reißen, sind z. B. aus der eingangs erwähnten DE 195 26 478 A1 bekannt.

Die Erfindung weist den Vorteil auf, daß eine Karosserie insbesondere eines Personenkraftwagens, d. h. der Lack und das Blech zumindest eines Karosseriebauteils, permanent vor Beschädigungen durch Hagel oder Steinschlag geschützt ist, nämlich durch die elastische Schicht. Zusätzlich können durch die elastische Schicht Personenschäden, wie z. B. beim Auftreffen einer Person auf einen Teil der Motorhaube, unter der der Motorblock liegt, verringert werden. Auch kleinere Schäden, wie sie z. B. durch ein umstürzendes Fahrrad oder spielende Kinder an parkenden Autos verursacht werden können, können durch den erfindungsgemäßen Karosserieaußenbelag reduziert, gegebenenfalls selbst verhindert werden.

Die in der voranstehenden Beschreibung und in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in jeder beliebigen Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.


Anspruch[de]
Karosserieaußenbelag mit einer elastischen Schicht zwischen einer äußeren Lack- und/oder Deckschicht und einem Karosseriebauteil zum Schutze desselben insbesondere vor Steinschlag- und/oder Hagelschäden und/oder zum Schutze von Fußgängern bei einem Kontakt desselben. Karosserieaußenbelag nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Grundierungsschicht, die von der elastischen Schicht umfaßt ist. Karosserieaußenbelag nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch einen Haftvermittler und/oder Katalysator zwischen der elastischen Schicht und der Lack- und/oder Deckschicht. Karosserieaußenbelag nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Schicht Polyurethan, insbesondere in Schaumform, umfaßt. Karosserieaußenbelag nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Schicht durch Übergießen, Umspritzen, Hinterspritzen, Aufsprühen, Aufstreichen und/oder Aufkaschieren aufbringbar ist. Karosserieaußenbelag nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Lack- und/oder Deckschicht durch Tauch- und/oder Pulver- und/oder Spritzlackierung und/oder Kaschierung, insbesondere Folienkaschierung, aufbringbar ist.






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