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Dokumentenidentifikation DE102006029026A1 20.12.2007
Titel Verkleben von Körpern aus einem Schaumstoffmaterial oder anderer Trägermaterialien mit Bezügen
Anmelder Sitech Sitztechnik GmbH, 38442 Wolfsburg, DE
Erfinder Brajer, Roland, 29393 Groß Oesingen, DE
Vertreter Anwaltskanzlei Gulde Hengelhaupt Ziebig & Schneider, 10179 Berlin
DE-Anmeldedatum 14.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006029026
Offenlegungstag 20.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.12.2007
IPC-Hauptklasse C09J 5/04(2006.01)A, F, I, 20060614, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung eines gepolsterten Elementes, insbesondere für einen Kraftfahrzeugsitz, bei dem ein Bezug auf einen Polstergrundkörper [Träger] aufgebracht wird und der durch einen Pressvorgang und Trocknung eines zwischen Bezug und Polstergrundkörper aufbringbaren Klebemittels an dem Polstergrundkörper unter Formung des Bezuges befestigt wird, wobei der Bezug mit seiner Rückseite dem Polstergrundkörper zugewandt auf einem ersten Haltemittel aufgebracht und der Polstergrundkörper mit seiner Oberseite dem Bezug zugewandt in einem zweiten Haltemittel angebracht wird, so dass zum Verpressen des Bezuges mit dem Polstergrundkörper mindestens eines der beiden Haltemittel beweglich ausgeführt und verfahren wird, nachdem zuvor Klebemittel zwischen Bezug und Polstergrundkörper aufgebracht worden ist.
Es ist vorgesehen, dass dem Polstergrundkörper vor dem Verpressen auf seiner Oberseite Klebemittel mit Hilfe einer beweglichen mit Kleber getränkten Matrize aufgebracht wird oder der Polstergrundkörper vor dem Verpressen auf seiner Oberseite Klebemittel aufgebracht wird, indem der Polstergrundkörper mit seinem beweglichen zweiten Haltemittel einer ortsfesten mit Kleber getränkten Matrize zugeführt wird.
Schließlich gehört zu dem Verfahren eine Vorrichtung, die ein bewegliches erstes und zweites Haltemittel umfasst, um den Bezug mit dem Polstergrundkörper nach Aufbringung eines Klebemittels unter Formung des Bezuges an dem Polstergundkörper zu ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von mit Bezügen versehenen Elementen aus einem Schaumstoffmaterial oder anderen Trägermaterialien, insbesondere gepolsterte mit Bezügen versehene Elemente, wie Fahrzeugsitze und dergleichen und eine Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 und 8 genannten Merkmalen.

Die Erfindung betrifft jedoch auch andere gepolsterte Elemente, die in Kraftfahrzeugen, beispielsweise bei Türverkleidungen, Dachverkleidungen und Armaturenbrettverkleidungen, eingesetzt werden.

Bei der Herstellung von gepolsterten Elementen ist zum Einen das Verfahren Hinterschäumen bekannt, bei dem ein Bezug hinterschäumt wird, um die Verbindung zwischen Bezug und Schaumteil herzustellen. Insbesondere das Hinterschäumen hat den Nachteil, dass der Bezug gegenüber dem Schaumteil unbeweglich angebracht ist und somit Komforteinbuße einhergehen. Ferner nachteilig ist, dass zumeist das gesamte Sitzteil oder Rückenlehnenteil komplett hinterschäumt werden muss, wobei insbesondere beim Einsatz von verschiedenen Materialien eines Bezuges die verschiedenen Materialbereiche abgedichtet oder zumeist abgedeckt werden müssen. Schließlich besteht ein weiterer Nachteil darin, dass nur schwierig ein schichtartiger Aufbau des Schaumteiles erreicht werden kann, da eine horizontale Schäumung nur sehr aufwändig realisierbar ist.

Gerade das Hinterschäumen von konkaven Sitzflächen im Sitzteil- oder Rückenlehnenteilbereich gestaltet sich beim Hinterschäumen ebenfalls als schwierig. Verfahren und Vorrichtungen zu durch Hinterschäumen herstellbaren mit einem Bezug versehenen Polsterteilen sind in verschiedenen Varianten und Abwandlungen aus der Offenlegungsschrift DE 37 28 923 A1 und dem Gebrauchsmuster DE 89 13 054 bekannt. Weiteren Stand der Technik offenbaren die Patentschriften DE 199 18 522 C1, die DE 195 42 210 C2, die DE 43 00 376 C1 und die DE 38 23 584 C2.

Zum Anderen ist zur Überwindung der oben genannten Nachteile eine Methode und ein Gerät zur Herstellung eines gepolsterten Elementes bekannt, insbesondere zur Herstellung von gepolsterten mit Bezügen versehenen Fahrzeugsitzen bekannt, welches in der DE 693 05 157 T2 beschrieben ist. Hierbei wird auf das Verfahren des Hinterschäumen verzichtet und zunächst ein Trägerteil, zumeist ein polsterartiges Schaumteil hergestellt, welches anschließend mit einem Bezug in Verbindung gebracht wird. Der Bezug, der zumeist aus Gewebe, Leder oder Kunststoffmaterial besteht, kann zudem an seiner Rückseite mit einer relativ dünnen und weichen Schicht aus Schaumstoffmaterial versehen sein.

Gemäß dem herkömmlichsten Verfahren wird der Polsterungskörper des Sitzelementes mit einem Gewebe bezogen, das an dem Körper aus Schaumstoffmaterial durch Annähen oder mit einem Klebstoff beziehungsweise mit Befestigungselementen angebracht wird, die den Bezug mit dem Körper aus Schaumstoffmaterial verbinden. Die letzteren beiden Verfahren wiesen gegenüber dem herkömmlichsten Verfahren, bei dem der Bezug angenäht wird, den Vorteil auf, dass sie sich besser für eine Massenherstellung eignen und insbesondere die Automatisierung des Herstellungsverfahrens ermöglichen, wobei gleichzeitig komplizierte anatomische Formen hergestellt werden können, die den Ansprüchen an die Ergonomie und den Komfort genügen.

Die DE 693 05 157 T2 bildet die herkömmlichen Verfahren und eine zugehörige Vorrichtung ausgehend von weiterem Stand der Technik, der IT 67757-A/86, der US 4,844,761 und der WO 92/08601 weiter, um auch normales eher unelastisches Gewebe als Bezugsmaterial an einem Schaumteil oder anderen Trägermaterialien anbringen zu können.

Die DE 693 05 157 T2 beschreibt ein Verfahren zum Herstellen eines gepolsterten Elementes, insbesondere für einen Kraftfahrzeugsitz, bei dem ein Bezug auf einem Polsterungskörper aufgebracht wird und bei dem der Bezug durch einen Pressvorgang in einer Form und das gleichzeitige Einsprühen eines Dampfstroms geformt wird. Dabei wird der Bezug zunächst auf eine untere Form aufgebracht, die Rückseite desselben nach oben gewandt und der Polsterungskörper an die Rückseite des Bezugs gepresst, indem eine obere Form, an welcher der Polsterungskörper zuvor angebracht wurde, auf die untere Form abgesenkt wird, wobei sich, um eine dauerhafte Verbindung herzustellen, Klebemittel zwischen dem Bezug und dem Polsterungskörper befindet. Ferner wird gleichzeitig zu dem Pressen des Polsterungskörpers an die Rückseite des Bezugs Dampf über Kanüleneinrichtungen eingesprüht wird, die von der oberen Form vorstehen, durch den Polsterungskörper hindurchgeführt werden und im Inneren dieses Körpers an die Oberfläche des letzteren angrenzend zum Halten kommen.

Die zugehörige Vorrichtung umfasst eine untere Form und eine obere Form um einen Bezug entsprechend der Form eines Polsterungskörpers zu formen, sowie Einrichtungen zum Einsprühen von Dampf in den Pressbereich während des Pressvorgangs, die mit der oberen Form verbunden sind, so dass die Einrichtungen zum Einsprühen von Dampf Kanüleneinrichtungen umfassen, die von der oberen Form nach untern vorstehen und durch den Polsterungskörper hindurch geführt werden, wobei die unteren Auslassenden im Innern des Polsterungskörpers an die Oberfläche desselben angrenzend enden.

Insbesondere die Anbringung eines Klebstoffes oder eine Klebefolie ist ein wesentlicher Vorgang der neben der Zuführung des Bezuges und des Trägermaterials selbst möglichst schnell, genau und in der richtigen Dosierung erfolgen muss.

In der DE 693 05 157 T2 wird vorgeschlagen entweder eine Klebstofffolie aufzulegen oder Klebstoff auf der Oberfläche des Trägermaterials als dem Polstergrundkörper zu verteilen.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, alle Vorteile des Verfahrens und der Vorrichtung beizubehalten und den Klebevorgang für eine Massenherstellung verfahrenstechnisch auszubilden. Das Verfahren und die Vorrichtung soll ohne Verwendung der einzubringenden Klebefolien und ohne Verwendung einer Klebepistole, die zumeist im Herstellungsprozess wegen der Verschmutzung des Umfeldes ungünstig einsetzbar ist, auskommen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass einem Polstergrundkörper vor dem Verpressen auf seiner Oberseite Klebemittel mit Hilfe einer beweglichen mit Kleber getränkten Matrize aufgebracht wird oder, dass der Polstergrundkörper vor dem Verpressen auf seiner Oberseite Klebemittel aufgebracht werden, indem der Polstergrundkörper mit seinem beweglichen zweiten Haltemittel einer ortsfesten, mit Kleber getränkten Matrize zugeführt wird.

In einer ersten Ausführungsvariante ist also die Matrize beweglich und der Polstergrundkörper in einem ortsfesten Haltemittel vorgehalten, wobei in einer zweiten Ausführungsvariante die mit Kleber getränkte Matrize ortsfest bleibt und das zweite Haltemittel mit dem darin angeordneten Polstergrundkörper der Matrize zugeführt wird.

In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung wird während des Verpressens des Polstergrundkörpers mit dem Bezug im Klebebereich Wärme zugeführt, wodurch der Trocknungsvorgang und somit der Pressvorgang verkürzbar ist.

Der Bezug wird beim Pressvorgang zwischen den Haltemitteln entsprechend der im Wesentlichen die Kontur des Bezuges vorgebenden Pressform [erstes Haltemittel] geformt, wobei die Kontur dieser Pressform selbstverständlich im Wesentlichen der Kontur des im zweiten Haltemittel angeordneten Polstergrundkörpers entspricht.

Der Polstergrundkörper kann dabei vorzugsweise konkave oder konvexe Formen annehmen, so dass die Pressform mit dem jeweils darauf angeordneten Bezug die jeweilige korrespondierende Kontur erhält, so dass der Bezug auf dem Polstergrundkörper in der entsprechenden Form verklebt und verpresst werden kann.

Innerhalb des Verfahren ist weiter optional vorgesehen, dass der eher unelastische Bezug durch den Pressvorgang und durch gleichzeitiges Einsprühen eines Dampfstromes im Bereich des Bezuges geformt wird.

Daraus ergibt sich in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung folgender Verfahrensablauf. Der Bezug wird mit seiner Rückseite, dem Polstergrundkörper zugewandt, auf dem ersten Haltemittel aufgebracht. Das Haltemittel ist gleichzeitig in einer Art Pressform ausgebildet, so dass sich der Bezug mit seiner Oberseite auf der Pressform entsprechend anlegt und somit auf der Pressform, dem ersten Haltemittel, gehalten wird. Der Polstergrundkörper wird mit seiner Oberseite dem Bezug zugewandt, in dem zweiten Haltemittel angebracht.

Anschließend wird nun je nach Ausführungsvariante dem Polstergrundkörper im zweiten Haltemittel eine mit Kleber getränkte Matrize zugeführt, so dass der Polstergrundkörper mit Klebemittel benetzt wird. In der anderen Ausführungsvariante wird das zweite Haltemittel mit dem Polstergrundkörper einer ortsfesten mit Kleber getränkten Matrize zugeführt, so dass der Polstergrundkörper ebenfalls mit Klebemittel benetzt wird.

Anschließend erfolgt der eigentliche Pressvorgang, bei dem entweder das erste Haltemittel mit dem Bezug dem Polstergrundkörper im zweiten Haltemittel zugeführt wird oder umgekehrt oder in einer weiteren Möglichkeit beide Haltemittel zueinander geführt werden.

Schließlich wird während dieses Verpressvorgangs gleichzeitig zu dem Verpressen des Polstergrundkörpers mit dem Bezug an die Rückseite des Bezuges Dampf über Kanüleneinrichtungen eingesprüht, die von dem zweiten Haltemittel vorstehen, durch den Polstergrundkörper hindurchgeführt werden und im Inneren des Polstergrundkörpers an der Oberfläche des Polstergrundkörpers angrenzend zum Halten kommen.

Dabei wird beim Dampfeinsprühvorgang Dampf aus einem Behälter für unter Druck stehenden Dampf entnommen, der von den Kanüleneinrichtungen entfernt angeordnet ist.

Die Kanüleneinrichtungen sind dabei so angeordnet, dass sie den Polstergrundkörper an dem zweiten Haltemittel halten, wenn sie durch den Polstergrundkörper hindurch eingeführt werden.

Die Wärmezufuhr kann auch durch elektrische beheizbare Haltemittel mit jeder Art der Wärmeerzeugung realisiert werden

Zusätzlich ist vorteilhaft, dass der Bezug wie bisher durch Einwirken eines Vakuums in engen Kontakt mit dem ersten Haltemittel auf der Pressform gehalten wird.

Erfindungsgemäß ergibt sich also zu dem beschriebenen Verfahren eine Vorrichtung, die ein erstes Haltemittel für den Bezug und ein zweites Haltemittel für den Polstergrundkörper umfasst. Zusätzlich umfasst die Vorrichtung eine bewegliche oder ortsfeste Matrize, um den Polstergrundkörper im zweiten Haltemittel mit Klebemittel zu benetzen.

Schließlich ist in dem zweiten Haltemittel eine Anordnung aus Kanüleneinrichtungen vorgesehen, die es ermöglicht, dem Bezug an seine Rückseite ausgehend von dem zweiten Haltemittel während des Verpressvorganges Dampf zuzuführen, so dass ein eher unelastischer Bezug die entsprechende Form beziehungsweise Kontur des Presswerkzeuges [erstes Haltemittel] annimmt.

Die Vorrichtung ist dabei vorzugsweise so ausgeführt, dass das erste Haltemittel mit dem Bezug beweglich ausgeführt ist, wobei die Matrize zum Aufbringen des Klebemittels ebenfalls beweglich ausgeführt ist. In diesem Fall wird ein ortsfestes zweites Haltemittel ausgeführt, in dem der Polstergrundkörper mit seinem oberseitigen Bezug zugewandt vorgehalten wird.

Vorstellbar ist, dass dem ortsfesten zweiten Haltemittel taktweise ein Polstergrundkörper zur Verfügung stellt und nacheinander zunächst die Matrize an das zweite Haltemittel unter Aufbringung des Klebemittels gefahren wird, wonach das erste Haltemittel des Presswerkzeug herangefahren und mit dem darauf zuvor angebrachten Bezug mit dem Polstergrundkörper unter Herstellung der Klebeverbindung verpresst wird.

In dieser Ausführungsvariante ist selbstverständlich dem angeordneten zweiten Haltemittel die oben beschriebene optionale Vorrichtung zur Zuführung von Dampf und/oder Wärme bereits zugeordnet.

Die Vorteile des Verfahrens und der Vorrichtung bestehen darin, dass zunächst ein Schaumteil in der gewünschten, insbesondere konkaven Kontur, beispielsweise ein Sitzspiegel des Sitzteiles, hergestellt werden kann, wonach das Schaumteil mit einer mit Klebemittel getränkten Matrize gestempelt wird und anschließend der Bezug mit dem Schaumteil verklebbar ist. Während der Fixierung trocknet der Kleber und die beiden Teile sind flexibel miteinander verbunden. Der Einfluss von Wärme kann den Prozess zeitlich verkürzen.

Durch dieses Verfahren ist beispielweise ein Sitzspiegel herstellbar, der nach Herstellung entsprechende überlappende Bereiche des Bezuges aufweist, die über seitlich angebrachte Sitzwangen nach der herkömmlichen Herstellungsart gezogen werden können, wobei die Abheftung, der die Sitzwangen überlappenden Bereiche, wie gewohnt in der Metallstruktur unterhalb des Fahrzeugsitzes erfolgen kann.

Der Vorteil besteht ferner darin, dass eine Komforterhöhung zu erreichen ist, dadurch dass der Bezug auf dem Sitzspiegel flexibler angeordnet ist, als bei den bekannten Hinterschäumungsverfahren, während die Sitzwangen beispielsweise wie bisher durch Hinterschäumen herstellbar sind, bei denen die Flexibilität des Bezuges eine untergeordnete Rolle spielt.

Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen, in den Unteransprüchen genannten Merkmalen.

Die Erfindung wird nachfolgend in einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.

In der vorliegenden Beschreibung und in den folgenden Ansprüchen bezieht sich der Begriff "gepolstertes Element" eines Kraftfahrzeugsitzes entweder auf den Sitzabschnitt oder den Lehnenabschnitt eines Sitzes, insbesondere eines Kraftfahrzeugsitzes.

Gemäß der Erfindung wird ein Bezugsstoff zunächst auf dem ersten Haltemittel, beispielsweise einer unteren Form, angebracht, die eine Form aufweist, die der Oberfläche des Polstergrundkörpers entspricht. Der Bezugsstoff wird also auf die untere Form [erstes Haltemittel] aufgelegt, die eine obere Wand aufweist, deren Form der Oberfläche des Polstergrundkörpers entspricht. Der Bezugsstoff wird vorzugsweise in eng anliegendem Kontakt mit der oberen Wand gehalten, indem der Innenhohlraum der unteren Form über eine Leitung mit einer Vakuumquelle verbunden wird. Der Hohlraum steht des Weiteren mit einer Vielzahl Löcher, die in der Wand ausgebildet sind, in Verbindung, durch die das Gewebe an die Wand gesaugt werden kann, wenn Vakuum auf die Kammer wirkt beziehungsweise in der Kammer hergestellt wird.

Gleichzeitig wird ein zweites Haltemittel, beispielsweise eine obere Form, ausgebildet, die optional eine Vielzahl von Kanülen umfasst, die nach unten in Richtung der unteren Form [erstes Haltemittel] vorstehen und mit einer ersten Kammer der oberen Form in Verbindung stehen.

Diese erste Kammer kann über eine Leitung und ein Unterbrechungsventil mit einem Behälter für unter Druck stehenden Dampf verbunden werden. Ferner kann mit dem Behälter die obere Wand der oberen Form durch Wärmeleitung und durch Strahlung erwärmt werden, so dass keine Gefahr besteht, dass Dampf unmittelbar nach dem Anlaufen der Anlage durch den Kontakt des Dampfes mit den Kanülen, die zunächst kalt sind, kondensiert.

Die Kanülen sind sowohl vorhanden um den Dampf einsprühen zu können, wenn der Polstergrundkörper an den Bezug gepresst wird als auch um eine Greifeinrichtung für den Polstergrundkörper zu bilden, mit welcher der Polstergrundkörper an der oberen Form gehalten werden kann. Entsprechend dem Verfahren wird der Polstergrundkörper zunächst mit der oberen Form in Verbindung gebracht, indem die Kanülen durch das Schaumstoffmaterial des Polstergrundkörpers eingeführt werden. Der Polstergrundkörper und die Kanülen sind so geformt, dass Letztere den Körper durchdringen, insbesondere in dafür vorgesehenen Öffnungen, durchstechen und im Innern des Körpers an der Außenfläche des Grundkörpers in Richtung des aufzubringenden Bezuges angrenzend zum Halten kommen. Die obere Form wird dann auf die untere Form abgesenkt, auf die, wie zuvor beschrieben, der Bezugsstoff aufgelegt wurde, wobei die Rückseite desselben nach oben gerichtet ist und zuvor der Polstergrundkörper mit einem entsprechenden Klebstoff versehen worden ist.

Bevor die beiden Formen [untere und obere Form] zueinander geführt werden wird jedoch erfindungsgemäß über die getränkte Matrize Kleber auf den in der oberen Form angeordneten Polstergrundkörper aufgebracht.

Dabei besteht nun alternativ die Möglichkeit dem Polstergrundkörper vor dem Verpressen auf seiner Oberseite Klebemittel mit Hilfe einer beweglichen, mit Kleber getränkten Matrize aufzubringen oder dem Polstergrundkörper vor dem Verpressen auf seiner Oberseite Klebemittel aufzubringen, indem der Polstergrundkörper mit seiner beweglichen oberen Form einer ortsfesten, mit Kleber getränkten Matrize zugeführt wird.

Nach Durchführung einer der beiden alternativen Verfahrensschritte wird der Bezugsstoff an den Polstergrundkörper gepresst und bei optionaler Ausführung gleichzeitig das Ventil der Dampfvorrichtung geöffnet, um vorzugsweise unter Druck stehenden Dampf aus einem Behälter in eine Vorkammer zu verbringen, wonach er in die entsprechenden Kanülen gelangen kann. Der Dampf tritt aus den Kanülen aus und wird durch die, den Polstergrundkörper durchstechenden Kanülen, durch den Polstergrundkörper hindurchgeführt und tritt auf der Rückseite des Bezugsstoffes aus, so dass der Bezug entsprechend der Form des Polstergrundkörpers elastsicher wird und somit besser auf den Polstergrundkörper geformt wird.

Wenn das Verpressen der oberen und unteren Form ausgeführt worden ist, wird die obere Form von der unteren Form abgehoben, so dass der Polstergrundkörper mit dem darauf aufgebrachten Bezugsstoff von der unteren Form getrennt wird, wodurch das gewünschte gepolsterte Element aus Polstergrundkörper und Bezugsstoff entstanden ist. Bei diesem Schritt wird selbstverständlich die Verbindung von der Kammer in der unteren Form mit der Vakuumquelle unterbrochen und wenn gewünscht kann Druckluft in die Kammer geleitet werden, um die Trennung des Bezugsstoffs von der oberen Wand der unteren Form zu erleichtern.

Aus der oben stehenden Beschreibung ist deutlich zu erkennen, dass bei dem erfindungsgemäßen Verfahren der Formvorgang durch optionales Dampfpressen des Bezugsstoffes und nicht nur Pressen unter Wärmezufuhr, gleichzeitig mit dem Aufbringen an den Polstergrundkörper ausgeführt wird. Das Verfahren zur Aufbringung des Klebstoffes mit Hilfe einer getränkten Matrize auch ohne die an der oberen Form ausgeführte Dampfzuführungsvorrichtung ausführbar. Hierbei muss lediglich auf die Vorteile verzichtet werden, die der Einfluss von Dampf auf die Elastizität des Bezuges herstellt.

Wird auf die Dampfvorrichtung an der oberen Form verzichtet, ist sowohl die obere als auch die untere Form und die notwendige Matrize relativ einfach und wirtschaftlich herstellbar, wobei eine beheizte Variante der Formen, wobei auch die Beheizung der Matrize ausführbar ist, ebenfalls leicht realisierbar ist.

Es ist daher möglich eine Anlage zu schaffen, die eine Drehplattform enthält, auf der eine Vielzahl unterer Formen [erstes Haltemittel] vorhanden ist, die jeweils einen Bezugsstoff in einem zuvor durchgeführten Vorschnitt aufnehmen. Die Anlage weist beispielsweise eine einzelne Station zum Aufbringen eines Polstergrundkörpers auf, der sich in der oberen Form [zweites Haltemittel] befindet. Vorzugsweise wird diese Station als Einzelstation ausgeführt, das sie, wenn sie mit einer optionalen Dampfvorrichtung versehen ist, aufwendiger herzustellen ist. Die unteren Formen können nun nacheinander unter die obere Form der Einzelstation transportiert werden, welcher zuvor jedes Mal ein neuer Polstergrundkörper zugeführt oder von der oberen Form aufgenommen wird.

Bevor jedoch der Pressvorgang ausgeführt wird, wird dem Polstergrundkörper in der oberen Form der Station die bewegliche, mit Kleber getränkte Matrize zugeführt, so dass der Polstergrundkörper an der Matrize einstellbar mit einer entsprechenden Klebemittelmenge beschichtet wird.

Selbstverständlich ist hier erfindungsgemäß auch vorstellbar, dass die obere Form in der Einzelstation beweglich in alle Raumrichtungen angeordnet werden kann, so dass beispielsweise die mit Kleber getränkte Matrize eine fixe Einzelmatrize ist, an welche die obere Form entsprechend herangeführt wird um Kleber auf den Polstergrundkörper zu verbringen, wonach dann erst der jeweilige Bezug in der unteren Form an dem Polstergrundkörper verpresst wird.

Schließlich können selbstverständlich auch beide Komponenten die Matrize, beziehungsweise die obere Form, beweglich angeordnet sein und einander zugeführt werden.

Letztlich wird, wenn eine Pressvorgang ausgeführt worden ist, die obere Form von der unteren Form abgehoben, wonach das entstandene gepolsterte Element vorzugsweise mit der unteren Form zum Auslass der Anlage weitertransportiert wird, so dass ein neuer Polstergrundkörper an der oberen Form angebracht werden kann und die untere Form wieder unter die obere Form wandern kann.

Da die obere Form im Ausführungsbeispiel den Polstergrundkörper aufnimmt, ist es beispielsweise wie bisher bevorzugt ausführbar, um den Polstergrundkörper an der Form eindeutig zu positionieren, ein Hilfstragestruktur für den Polstergrundkörper vorzusehen, deren Form, der Form des Polstergrundkörpers ähnelt. Wenn der Polstergrundkörper auf beziehungsweise in die Hilfstragestruktur auf- beziehungsweise eingelegt worden ist, wird die eigentliche obere Form auf den Polstergrundkörper abgesenkt, so dass bei Vorhandensein der Dampfvorrichtung die Kanülen der oberen Form den Polstergrundkörper durchdringen, um ihn über gegenüber der untere Form vorzuhalten.

Schließlich sei erwähnt, dass die Anordnung der unteren Form [erstes Halteelement] und der oberen Form [zweites Halteelement] hinsichtlich ihrer Anordnung oben und unten nur beispielhaft ist. Es ist genauso gut vorstellbar, dass die Formen umgekehrt angeordnet werden beziehungsweise eine Anordnung gewählt wird, bei denen die Formen links beziehungsweise rechts mit den zu verbindenden Flächen vertikal angeordnet sind. Entsprechend ist dann die Heranführung der Matrize beziehungsweise das Heranführen, des den Polstergrundkörper tragenden zweiten Haltemittels in ihren Bewegungsabläufen anzupassen.

Hinsichtlich der Aufbringung des Klebemittels bieten sich Ausführungen an, bei denen die zu verbindende Fläche zwischen Bezugsstoff und Polstergrundkörper horizontal verläuft, um einen gleichmäßigen Auftrag des Klebstoff zu gewährleisten.


Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines gepolsterten Elementes, insbesondere für einen Kraftfahrzeugsitz, bei dem ein Bezug auf einen Polstergrundkörper [Träger] aufgebracht wird und der durch einen Pressvorgang und Trocknung eines zwischen Bezug und Polstergrundkörper aufbringbaren Klebemittels an dem Polstergrundkörper unter Formung des Bezuges befestigt wird,

– wobei der Bezug mit seiner Rückseite dem Polstergrundkörper zugewandt auf einem ersten Haltemittel aufgebracht und

– der Polstergrundkörper mit seiner Oberseite dem Bezug zugewandt in einem zweiten Haltemittel angebracht wird, so dass

– zum Verpressen des Bezuges mit dem Polstergrundkörper mindestens eines der beiden Haltemittel beweglich ausgeführt und verfahren wird, nachdem

– zuvor Klebemittel zwischen Bezug und Polstergrundkörper aufgebracht worden ist,

dadurch gekennzeichnet, dass

– dem Polstergrundkörper vor dem Verpressen auf seiner Oberseite Klebemittel mit Hilfe einer beweglichen mit Kleber getränkten Matrize aufgebracht wird oder

– der Polstergrundkörper vor dem Verpressen auf seiner Oberseite Klebemittel aufgebracht wird, indem der Polstergrundkörper mit seinem beweglichen zweiten Haltemittel einer ortsfesten mit Kleber getränkten Matrize zugeführt wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trocknung durch den Einfluss von im Klebebereich einwirkender Wärme während des Pressvorgangs verkürzbar ist. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bezug durch den Pressvorgang und durch gleichzeitiges Einsprühen eines Dampfstromes im Bereich des Bezuges geformt wird. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass gleichzeitig zu dem Verpressen des Polstergrundkörpers mit dem Bezug an die Rückseite des Bezugs Dampf über Kanüleneinrichtungen eingesprüht wird, die von dem zweiten Haltemittel vorstehen, durch den Polstergrundkörper hindurchgeführt werden und im Inneren dieses Polstergrundkörpers an der Oberfläche des Polstergrundkörpers angrenzend zum Halten kommen. Verfahren nach Anspruch 3 und/oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass beim Dampfeinsprühvorgang Dampf aus einem Behälter für unter Druck stehenden Dampf entnommen wird, der von den Kanüleneinrichtungen entfernt angeordnet ist, dies jedoch so, dass Wärmeübertragung von der Wand des Behälters auf die Kanüleneinrichtungen möglich ist. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bezug durch Einwirken eines Vakuums in engem Kontakt mit dem ersten Haltemittel gehalten wird. Verfahren nach Anspruch 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanüleneinrichtungen so angeordnet sind, dass sie den Polstergrundkörper an dem zweiten Haltemittel halten, wenn sie durch den Polstergrundkörper hindurch eingeführt werden. Vorrichtung zum Einsatz bei der Herstellung eines einen Polstergrundkörper [Träger] und einen Bezug umfassenden gepolsterten Elementes, insbesondere für einen Kraftfahrzeugsitz, die ein bewegliches erstes und zweites Haltemittel umfasst, um den Bezug mit dem Polstergrundkörper nach Aufbringung eines Klebemittels unter Formung des Bezuges an dem Polstergrundkörper zu Verpressen,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Vorrichtung eine mit Kleber getränkte bewegliche oder ortsfeste Matrize aufweist, wobei

– die bewegliche Matrize vor dem Verpressen des Bezuges mit dem Polstergrundkörper gegen das zweite Haltemittel verfahrbar angeordnet ist, oder

– die ortsfeste Matrize vor dem Verpressen des Bezuges mit dem Polstergrundkörper so angeordnet ist, dass das zweite Haltemittel gegen die Matrize verfahrbar ist.
Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtungen zum Einsprühen von Dampf Kanüleneinrichtungen umfassen, die von dem zweiten Haltemittel nach unten vorstehen und durch den Polstergrundkörper hindurch eingeführt werden, wobei die unteren Auslassenden im Inneren des Polsterungskörpers an die Oberfläche desselben angrenzend enden. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanüleneinrichtungen über ein Unterbrechungsventil mit einem Behälter für unter Druck stehenden Dampf verbunden sind, wobei der Behälter von den Kanüleneinrichtungen entfernt ist, die Anordnung jedoch so ist, dass Wärmeübertragung von der Wand des Behälters auf die Wand der Kanüleneinrichtungen möglich ist. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Haltemittel eine obere Wand mit Löchern aufweist, die mit einer Vakuumquelle verbunden werden können, um den Bezug an die Wand anzusaugen.






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