PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE602004005908T2 20.12.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001462554
Titel Verfahren zur Herstellung eines dreidimensionalen textilen Artikels mit mindestens einer an einer der Seiten angebrachteten Öffnung, und nach diesem Verfahren erhaltener dreidimensionaler textiler Artikel
Anmelder Institut Francaise du Textile et de L'Habillement, Ecully, FR
Erfinder LARIVIERE, Andre, 10300, SAINTE SAVINE, FR;
SAMUEL, Guy, 10390, VERRIERES, FR
Vertreter Meissner, Bolte & Partner GbR, 80538 München
DE-Aktenzeichen 602004005908
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 05.03.2004
EP-Aktenzeichen 041008921
EP-Offenlegungsdatum 29.09.2004
EP date of grant 18.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.12.2007
IPC-Hauptklasse D04B 1/24(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren, das dazu bestimmt ist, einen dreidimensionalen textilen Artikel herzustellen, der mindestens eine Öffnung im Bereich seiner Seitenfläche umfasst. Sie betrifft ebenfalls dreidimensionale textile Artikel, die mit diesem Verfahren erhalten werden.

Vor allem auf dem Gebiet der Bekleidung, aber auch auf spezielleren Gebieten wie dem des Schutzes von Personen weisen zahlreiche textile Artikel eine oder mehrere Öffnungen auf, die sich beispielsweise dazu eignen, einen Seh-, Atem- und Sprechschlitz für die Augen, die Nase, den Mund, usw. freizugeben.

Beispielsweise gibt es Hauben, die also dreidimensional sind und typischerweise drei Öffnungen aufweisen, zwei für die Augen und eine für den Mund, die als Feuerschutzbekleidung unter einem Helm verwendet werden können und sich von Feuerwehrleuten oder auf dem Gebiet des Militärs einsetzen lassen.

Diese Art von Haube ist in erster Linie dazu bestimmt, den Kopf, den Hals und manchmal auch den oberen Teil des Rumpfs zu schützen.

Bis heute gibt es diese Art von Schutzkleidung, die aber herkömmlicher Weise dadurch hergestellt wird, dass die mit ausgeschnittenen und gesäumten Öffnungen versehene Vorderseite an einer Rückseite angebracht wird, die ihrerseits frei von Öffnungen ist. Dieses Anbringen erfolgt meistens durch Annähen. Unabhängig vom ästhetischen Anblick weisen diese Nähte mehrere Nachteile auf. Das Dokument DE-A-39 37 406 beschreibt eine Haube, die eine Öffnung aufweist, deren Seitenränder in der Kettrichtung aus zwei Hälften bestehen und mittels einer gestrickten Kette zusammengefügt werden.

Zuallererst erzeugen diese Nähte vor allem steife Stellen, Wülste und somit Reizungen, die für den Benutzer Ausgangspunkte von Unbehaglichkeit bedeuten, die sein Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Man muss sich nämlich in Erinnerung rufen, dass solche Kleidungsstücke bei einer großen Anzahl von Anwendungen sehr nahe am Körper getragen werden, ja sogar den Körper oder die Teile des Körpers eng umschließen, die sie schützen sollen.

Dann stellen die Nähte auch Bereiche geringeren Widerstands dar, so dass meistens eine Schädigung des fraglichen Artikels von diesen Nähten ausgeht und somit dort dann ebenso viele ungeschützte Bereiche entstehen.

Die Aufgabe der Erfindung liegt genau darin, sich von diesen Nachteilen zu befreien. Um diese zu überwinden, schlägt die Erfindung vor, einen dreidimensionalen textilen Artikel herzustellen, der frei von jeder Naht ist. Wenn es auch schon dreidimensionale textile Artikel gibt, siehe beispielsweise das Dokument FR-A-2 469 884, lässt sich jedoch die Herstellung von Seitenöffnungen in diesen beim eigentlichen Fertigungsschritt des Artikels noch nicht automatisch durchführen.

So wird im vorher angeführten Dokument zuerst eine schlauchförmige Struktur hergestellt, dann erfolgt beim nächsten Schritt ein Ausschnitt, welcher der gewünschten Form der herzustellenden Öffnung/en entspricht. Dann müssen die Ränder der Öffnung/en wieder aufgenommen werden, um zu verhindern, dass sich Laufmaschen bilden. Anders ausgedrückt macht die Herstellung eines solchen Artikels mindestens drei aufeinander folgende Arbeitsvorgänge notwendig, wodurch außer einem Zeitverlust auch angesichts des einzusetzenden Personals relativ hohe Fertigungskosten entstehen.

Die Erfindung zielt genau darauf ab, sich von diesen mehrfachen Schritten zu befreien, indem sie ein Verfahren vorschlägt, das es ermöglicht, gleichzeitig und automatisch die Herstellung des in Frage kommenden dreidimensionalen Artikels und der Öffnung/en zu bewerkstelligen, mit der/denen er versehen werden soll.

Dieses Verfahren zur Herstellung eines dreidimensionalen textilen Artikels, der mindestens eine Öffnung mit aufeinander treffenden Rändern im Bereich seiner Seitenfläche umfasst, setzt eine „Flachstrickmaschine" genannte Strickmaschine ein, die eine vordere und eine hintere Fontur umfasst. Es besteht darin, permanent mit wechselnder Nadeleinstellung auf beiden Fonturen zu stricken, d.h., dass eine von zwei Nadeln in jeder Fontur wirklich an der Ausbildung der Maschen teilnimmt, wobei die anderen Nadeln nur dann eingreifen, um bestimmte zur Herstellung der Öffnung/en notwendige Arbeitsabläufe durchzuführen. Diese Fonturen oder Nadelbetten, die nach oben und unten fahren können, umfassen Nadeln, die durch den Durchlauf eines Wagens betätigt und mittels datentechnischer und elektronischer Vorrichtungen ausgewählt werden. Somit besteht das Verfahren zur Herstellung der Bereiche des Artikels, welche die Öffnung/en aufweisen, darin:

  • • den unteren Randstreifen der Öffnung durch Stricken einer Kette auf einer vorbestimmten Anzahl von Nadeln der arbeitenden Fontur zu bilden, und zwar der vorderen Fontur für die Herstellung der Öffnung/en auf der Vorderseite, oder der hinteren Fontur zur Herstellung der Öffnung/en auf der Rückseite, wobei diese Anzahl von der gewünschten Breite der herzustellenden Öffnung abhängt, wobei die Kette dazu bestimmt ist, diesen Bereich unauftrennbar zu machen;
  • • dann die Maschen von den Nadeln mit der bestimmten Anzahl abzunehmen,
  • • dann die Seitenränder der Öffnung zu bilden, indem ein halbrundes abwechselndes Stricken der Nadeln der arbeitenden Fontur erfolgt, mit Ausnahme derjenigen Nadeln mit der vorbestimmten Anzahl, in deren Bereich die Kette gestrickt wurde, wobei die Höhe der Ränder direkt proportional zur Anzahl der so gestrickten Reihen ist;
  • • die ungeraden Maschen, die der ruhenden Fontur entsprechen, in den Bereich der vorbestimmten Anzahl der leeren geraden Nadeln der arbeitenden Fontur, aber um eine Eins erhöht, nach der Verschiebung oder dem nach oben oder unten Fahren einer der Fonturen zu übertragen;
  • • einen Trennfaden in zwei Arbeitsgängen, um die Strickeigenschaft des Arbeitsablaufs zu verbessern, in die ungeraden, leeren Nadeln einzufädeln, die der vorbestimmten Anzahl der Nadeln der arbeitenden Fontur entsprechen, und zwar um eine Eins erhöht;
  • • die ungeraden Maschen, die auf die ruhende Fontur übertragen wurden, an ihren Platz zurückzubringen, so dass die Maschen und ihre Zwischenmaschen um den Trennfaden herumgeführt werden, wodurch eine temporäre Verbindung der Vorderseite mit der Rückseite mittels dieses Trennfadens im Hinblick darauf sichergestellt wird, eine Zugwirkung nach unten auf die entstehenden vorderen Maschen auszuüben;
  • • nach der Verschiebung oder dem nach oben oder unten Fahren einer der Fonturen eine von zwei Schlingen des Trennfadens auf die ruhende Fontur zu übertragen,
  • • dann auf diese vorn/hinten abwechselnden Maschen des Trennfadens die Reihe, die Netz genannt wird, in Rechts-Rechts-Bindung vom oberen Randstreifen der Öffnung mit anderer Nadeleinstellung anzustricken;
  • • eine hintere und dann eine vordere Jerseybindung anschließend an die Randstreifenmaschen herzustellen, um das Netz zu verfestigen und ästhetisch ansprechender zu machen;
  • • die hinteren Maschen des Netzes auf die arbeitende Fontur zurückzubringen, um zu einer Jerseybindung mit anderer Nadeleinstellung oder Bauschstichbindung oder Rechts-Rechts-Bindung zurückzukommen, damit der obere Teil der Öffnung von derselben Struktur ist wie der seitliche und untere Teil;
  • • den Trennfaden herauszuziehen, um die Öffnung der Vorderseite von der Rückseite freizusetzen.

Wenn man so vorgeht, wird es möglich, in einem einzigen Arbeitsdurchgang einen textilen Artikel zu erhalten, der eine oder mehrere Öffnung/en aufweist, deren Ränder beim Verlassen der Maschine sauber und ohne Naht sind, was man bislang nicht bewerkstelligen konnte.

Erfindungsgemäß kann die Form der Seitenränder der Öffnung/en gerade oder gekrümmt sein, wobei die Herstellung der gekrümmten Form dann durch Abnehmen von Seitenmaschen nach links und rechts erfolgt.

Darüber hinaus wird im Rahmen der Herstellung einer Haube, einer Mütze oder eines äquivalenten Artikels, deren bzw. dessen Oberteil durch Abnehmen aufeinander folgender Maschen hergestellt, wobei der Strickvorgang auf einer einzigen Nadel zu Ende geht, von der man schließlich die Masche abnimmt, um den Artikel zu verwerten.

Die Erfindung betrifft auch einen dreidimensionalen textilen Artikel, der durch Einsetzen dieses Verfahrens erhalten wird und mindestens eine Öffnung im Bereich seiner Seitenfläche umfasst. Er ist dadurch gekennzeichnet, dass er in der Längs- wie auch der Querrichtung frei von jeder Naht ist, und dass die Öffnung/en von sauberen, keine Laufmaschen hervorrufenden Rändern gebildet sind, die ebenfalls frei von jedem Naht- oder Anstrickfaden sind.

Im Spezielleren ist der Artikel dadurch gekennzeichnet, dass der untere Rand jeder der Öffnungen eine gestrickte Kette aufweist, die dazu bestimmt ist, die Maschen unauftrennbar zu machen, welche den Randstreifen dieser Öffnungen bilden.

Die Art und Weise, mit der die Erfindung in die Tat umgesetzt werden kann, und die Vorteile, die sich daraus ergeben, gehen aus dem folgenden Ausführungsbeispiel besser hervor, das mit Bezug auf die beigefügten Figuren zur Unterrichtung und nicht einschränkend wiedergegeben wird.

1 ist eine von vorn gesehene schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Haube, die auf ihrer Vorderseite mit drei Öffnungen versehen ist.

2 ist eine schematische Darstellung der französischen Normen G00-025/G00-29 eines Funktionsablaufdiagramms der Nadeln einer Textilmaschine, die dem Verfahren der Erfindung entsprechend eingesetzt wird.

Die folgende Beschreibung richtet sich im Spezielleren auf die Herstellung einer mit drei Öffnungen versehenen Haube, die zu Zwecken des Schutzes, vor allem unter einem Helm bestimmt ist. Selbstverständlich ist diese Beschreibung jedoch keineswegs einschränkend, und es könnte auch jeder andere dreidimensionale textile Artikel, der mit aufeinander treffenden Öffnungen versehen ist, mittels der Vorrichtung hergestellt werden, die der vorliegenden Erfindung entspricht.

Diese Haube 1 weist typischerweise drei Teile auf, und zwar einen unteren Teil 2, der dazu bestimmt ist, den Hals und den oberen Teil des Rumpfs ganz oder teilweise einzuhüllen, und durch einen unteren, gegen Laufmaschen geschützten, freien Rand 9 begrenzt wird, einen mittleren Bereich 3, der das Gesicht vom Kinn bis zur Stirn sowie die Seiten und den entgegengesetzten hinteren Teil umfasst, bzw. einen oberen Teil 4, der im Wesentlichen der Schädeldecke entspricht.

Die Herstellung einer solchen Haube beginnt beim unteren Teil 2 in einer Flachstrickmaschine mit zwei Fonturen oder Nadelbetten mit Nadelauswahl und Umlegen von Maschen in vielen Richtungen, und zwar computergesteuert, nach einem Strickverfahren, das integrales oder dreidimensionales Strickverfahren genannt wird. Eine solche Flachstrickmaschine wird beispielsweise von der Firma SHIMA SEIKI unter der Markenbezeichnung SWG FIRST 183, Feinheitsnummer 12, vertrieben.

Alle Ausgangsschritte sind gleich und werden von der in der Strickmaschine integrierten Software automatisch gesteuert.

Jedoch ermöglichen es zwei Verfahren, zwei verschiedene Modelle zu erzielen.

Nach einer ersten Ausführungsform der Erfindung wird ein Schlauchverfahren eingesetzt. Nach einem Anfangsschritt als Netz werden, um einen freien, gegen Laufmaschen geschützten Rand 9 zu erhalten, entweder die Jersey-, Rippen- oder Links-/Links-Grundbindungen kontinuierlich gestrickt. Im Falle der Jersey-Bindung wird eine besondere Struktur (wie beispielsweise etwa der Bauschstich) ausgehend vom Netz über einige Reihen gestrickt, um die Aufrollerscheinungen der Strickware beim Tragen zu vermeiden.

Nach einer zweiten Ausführungsform der Erfindung wird ein Verfahren eingesetzt, das auf keiner Schlauchbildung beruht. Gleich zu Beginn des Modells wird das Netz mit zwei Fadenführungen gestrickt, um die vorderen und hinteren Teile der Haube zu trennen, wodurch zwei einander diametral entgegengesetzte Schlitze hergestellt werden. Diese besondere Ausführungsform ermöglicht es, ein Produkt zu erzielen, das sich den Schultern des Trägers besser anpasst.

Die anschließenden Arbeitsabläufe entsprechen dem Schlauchverfahren, und zwar kontinuierliches und aufeinander folgendes Stricken auf der vorderen und hinteren Fontur, ob nun in Jersey- oder Rechts-Rechts-Bindung, und Einsatz von Minderungen oder Weiterungen, um den Artikel an die Formen anzupassen, die bekleidet werden sollen.

Der mittlere Bereich 3 ist mit drei Öffnungen 6, 7, 8 im Bereich des Gesichts versehen, die dazu bestimmt sind, sich vor die Augen und den Mund zu legen, wenn die Haube getragen wird. In dem beschriebenen Beispiel ist jede der Öffnungen von rechteckiger Form und wird jeweils durch einen unteren Rand 6', 7', 8', zwei Seitenränder 6'', 7'', 8'' und einem oberen Rand 6''', 7''', 8''' gebildet.

Nun wird das besondere erfindungsgemäße Verfahren beschrieben, das die Herstellung dieser Öffnungen ermöglicht. Um die Beschreibung nicht unnötig kompliziert zu machen, wird die Herstellung einer einzigen Öffnung mit Bezug auf 2 beschrieben. Diese stellt, wie bereits erwähnt, den Funktionsablauf der Nadeln der eingesetzten Flachstrickmaschine dar.

Zuallererst besteht das erfindungsgemäße Verfahren, um die Bereiche der Haube auszubilden, die über ihren ganzen Umfang frei von Öffnungen ist, darin, mit wechselnder Nadeleinstellung auf den beiden Fonturen oder Nadelbetten zu stricken. Anders ausgedrückt nimmt nur eine von zwei Nadeln wirklich an der Herstellung dieser Bereiche teil. Die anderen Nadeln werden nur zur Herstellung der Übergangsbereiche und vor allem bei der Ausbildung der Öffnungen verwendet.

Entsprechend den Normen NF G00-025/G00-29 wurde auf den Zeilen 1 und 2 von 2 das Ende der auf den beiden Fonturen der Maschine mit wechselnder Nadeleinstellung gestrickten Strickvorgangs eines x Nadeln breiten Schlauchjerseys dargestellt. Nur die ungeraden Nadeln wurden beispielsweise auf der hinteren Fontur, Zeile 1, und der vorderen Fontur, Zeile 2, verwendet.

Dann wird auf einer vorbestimmten Anzahl von N Nadeln der arbeitenden Fontur, im vorliegenden Fall der vorderen Fontur (im beschriebenen Beispiel ist N = 8), die der gewünschten Breite l der Öffnung auf der Vorderseite entspricht, eine Kette gestrickt. Diese Kette ist dazu bestimmt, die Maschen der Reihe der N Nadeln miteinander zu verbinden, um diesen Bereich der Reihe gegen Laufmaschen geschützt zu machen, der somit den Randstreifen oder unteren Rand 6', 7', 8' der in Frage kommenden Öffnung bildet.

Die N Nadeln sind nun von ihrer Masche befreit, wie auf der nicht nummerierten Zeile von 2 dargestellt wurde. Somit stellen in dieser Figur die Punkte die N Nadeln dar, die soeben geleert wurden, die Schlingen simulieren die Maschen, die sich in Wartestellung auf den Nadeln der vorderen Fontur und der hinteren Fontur des Schlauchjerseys mit der Breite x zu Beginn des Produkts befinden, und die vertikalen Linien stellen die Nadeln der beiden nicht verwendeten Fonturen dar, da ja mit wechselnder Nadeleinstellung gestrickt wird.

Dann wird zur Ausbildung der Seitenränder 6'', 7'', 8'' der in Frage kommenden Öffnung übergegangen. Dazu erfolgt ein halbrundes abwechselndes Stricken der Nadeln der Fontur, mit Ausnahme der N Nadeln, in deren Bereich die Kette gestrickt wurde. Die Höhe dieser Ränder ist direkt proportional zur Anzahl der so gestrickten Reihen (Zeile 3 bis 8). Dabei erhält man einen auf einer Seite offenen Schlauch.

Wenn auch die Öffnung in rechteckiger Form dargestellt wurde, können die Seitenränder selbstverständlich auch in der einen oder anderen Richtung durch seitliches Abnehmen von Maschen in beiden Richtungen gekrümmt hergestellt werden.

Die anschließenden Arbeitsvorgänge betreffen die Herstellung des Randstreifens oder oberen Rands 6''', 7''', 8''' der Öffnung. Die Schwierigkeit beim Stricken besteht darin, einen Artikel wieder auf einer leeren Nadel anzufangen. Das beschriebene Verfahren ermöglicht es, diesen Neuanfang durchzuführen, ohne Zusatzvorrichtungen wie Anzugkämme, Platinen, usw. zu verwenden. Der auf diese Weise gebildete Rand ist vollkommen gegen Laufmaschen geschützt und unauftrennbar. Dann wird also zur Wiederaufnahme des Netzes bei der allerersten Maschenreihe des oberen Rands der Öffnung mit dem Einfädeln eines Trennfadens übergegangen, wobei der Trennfaden zwei Aufgaben erfüllt:

  • • den Neuanfang auf leeren Nadeln der ersten Maschenreihe vom oberen Rand der Öffnung, für seine Befestigung an der Rückseite zu ermöglichen;
  • • und am Ende des Strickens des Artikels durch seine Entfernung die Freisetzung des oberen Rands der Öffnung zu ermöglichen.

Auf diese Weise (Zeile 9, 2) werden die ungeraden Maschen der hinteren Fontur in den Bereich der N + 1 geraden Nadeln der vorderen Fontur durch Verschieben oder nach unten oder oben Fahren einer der Fonturen übertragen.

Dann wird in zwei Arbeitsgängen, um den Vorgang zuverlässiger zu machen, ein Trennfaden auf den leeren ungeraden Nadeln aufgefädelt, die den N+1 Nadeln entsprechen (Zeile 10 und 11, 2).

Dieser Trennfaden besteht zum Beispiel aus Polyamid.

Dann werden durch einen Umlegen von vorn nach hinten die N+1 ungeraden Maschen der zuvor übertragenen hinteren Fontur so an ihren Platz zurückgebracht, dass diese Maschen um den Trennfaden herumgeführt werden. Auf diese Weise wird eine Verbindung der Nadeln der Vorderseite, die den Trennfaden in ihrer Spitze halten, mit den Maschen der Rückseite sichergestellt (Zeilen 12 und 13, 2). Anders ausgedrückt wird auf diese Weise mittels dieses Trennfadens eine temporäre Verbindung der Vorderseite mit der Rückseite sichergestellt. Dadurch wird es möglich, eine Zugwirkung nach unten sicherzustellen, um auf den leeren Nadeln die erste Maschen- oder Netzreihe des oberen Rands der Öffnung herzustellen.

Diese Verbindung ermöglicht dann den Neubeginn des Strickvorgangs auf den N leeren Nadeln, und zwar dank der Verstreckung und der Zugwirkung nach unten und der begleitenden Führung, die man auf die zukünftigen vorderen, in Entstehung befindlichen Maschen mittels der gleichzeitig gestrickten Maschen der Rückseite ausüben kann.

Dazu wird von der vorderen Fontur eine von zwei Schlingen (Zeile 14, 2) des Trennfadens auf die hintere Fontur übertragen, wobei die anderen Schlingen vorne bleiben. Somit wird eine abwechselnde Verteilung vorn/hinten der Schlingen dieses Fadens erzielt, wodurch es möglich wird, in derselben Konfiguration mit dem Faden des Artikels, dem eigentlichen Netz, in Rechts-Rechts-Bindung (Zeile 15, 2) zu stricken, wobei auf eine rechte Masche (vorn) eine linke Masche (hinten) folgt.

Das Netz wird durch die Herstellung eines hinteren Jerseys auf den linken Maschen der Rechts-/Rechts-Bindung (Zeile 15, 2) und eines vorderen Jerseys auf den rechten Maschen (Zeile 17, 2) fester und weniger verformbar gemacht.

Nun werden die hinteren Maschen des Netzes auf die vordere Fontur zurückgebracht, um mit einer anderer Nadeleinstellung zum vorderen Jersey zurückzukommen (Zeile 18, 2). In dem Maße, in dem man sich in einer Konfiguration mit anderer Nadeleinstellung befindet, ist das Stricken in Rechts-/Rechts-Bindung möglich, wurde aber in dem beschriebenen Beispiel nicht weiter verfolgt.

Dann kehrt man zum Stricken eines Schlauchjerseys mit anderer Nadeleinstellung auf den beiden Fonturen der Maschine zurück (Zeilen 19 und 20, 2).

Am Ende der Herstellung der Haube in einem Stück wird der Trennfaden manuell aus der Strickware herausgezogen oder, wenn dieser Faden auflösbar oder schmelzbar ist, durch Bearbeiten entfernt, um die Öffnung der Vorderseite von der Rückseite freizusetzen.

Somit wird ein textiler Artikel in einem einzigen Stück ohne Anschlussnähte, im vorliegenden Fall eine dreidimensionale Haube, erhalten, die mit einer oder mehreren Öffnungen versehen und frei von jeglicher Naht und somit ohne Wulst ist.

Außerdem kann in Anbetracht der denkbaren Vielfalt der Materialien, aus denen die Strickware bestehen kann, dieser Artikel verschiedene Eigenschaften aufweisen und vor allem feuerfest sein. Es werden beispielsweise Para-Aramid (eingetragene Marke KERMEL) und sogar Verbundfasern mit flammhemmender Wirkung verwendet.

Außerdem ist es möglich, den Tragekomfort des textilen Artikels zu verbessern, indem ein Faden mit elastischem Verhalten entweder durch Plattieren oder in den Kern eines anderen Fadens auf- bzw. eingebracht wird, wodurch eine bessere Anpassungsfähigkeit an den menschlichen Körper möglich wird.

In Abhängigkeit von der Wahl der Beschaffenheit der Fäden oder der Strickware kann der Artikel beispielsweise Wärmeschutzeigenschaften, Schutzeigenschaften gegen Elektromagnetismus, elektrostatische Aufladung, oder bakteriostatische, abperlende oder Eigenschaften sehr guter Sichtbarkeit haben.

Nun wird der gesamte Vorteil dieses Verfahrens und des sich daraus ergebenden Produkts, der sich auf vorstehend aufgeführten Eigenschaften zurückführen lässt aber außerdem auch wegen der Einfachheit der Fertigung des Produkts und der Senkung der zur Durchführung des Verfahrens notwendigen Schritte verständlich.


Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines dreidimensionalen textilen Artikels (1), der mindestens eine Öffnung (6, 7, 8) mit aufeinandertreffenden Rändern im Bereich seiner Seitenfläche umfasst, wobei die Ränder oder Randstreifen, welche die mindestens eine Öffnung (6, 7, 8) bilden, einander paarweise entgegengesetzt und jeweils von Seitenrändern (6'', 7'', 8'') und unteren Rändern (6', 7', 8') und oberen Rändern (6''', 7''', 8''') bestimmt sind, das eine Flachstrickmaschine genannte Strickmaschine mit zwei Fonturen, und zwar einer vorderen bzw. einer hinteren Fontur einsetzt, dadurch gekennzeichnet, dass es darin besteht:

• permanent mit wechselnder Nadeleistellung auf beiden Fonturen zu stricken, d.h., dass eine von zwei Nadeln in jeder Fontur wirklich an der Ausbildung der Maschen teilnimmt, wobei die anderen Nadeln nur dann eingreifen, um bestimmte zur Herstellung der Öffnung/en notwendige Arbeitsabläufe durchzuführen,

• und dass es für die Herstellung der Bereiche des Artikels, welche die Öffnungen aufweisen, darin besteht:

• den unteren Randstreifen (6'. 7', 8') der Öffnung (6, 7, 8) durch Stricken einer Kette auf einer vorbestimmten Anzahl N von Nadeln der arbeitenden Fontur zu bilden, wobei diese Anzahl von der gewünschten Breite der herzustellenden Öffnung abhängt, wobei die Kette dazu bestimmt ist, diesen Bereich unauftrennbar zu machen;

• dann die Maschen von den N Nadeln abzunehmen,

• dann die Seitenränder (6'', 7'', 8'') der Öffnung zu bilden, indem ein halbrundes abwechselndes Stricken der Nadeln der arbeitenden Fontur erfolgt, mit Ausnahme der N Nadeln, in deren Bereich die Kette gestrickt wurde, wobei die Höhe der Ränder direkt proportional zur Anzahl der so gestrickten Reihen ist;

• die ungeraden Maschen, die der ruhenden Fontur entsprechen, in den Bereich der N + 1 leeren geraden Nadeln der arbeitenden Fontur nach der Verschiebung oder nach oben oder unten Fahren einer der Fonturen zu übertragen;

• einen Trennfaden in zwei Arbeitsgängen in die ungeraden, leeren Nadeln einzufädeln, die der vorbestimmten Anzahl N + 1 der Nadeln der arbeitenden Fontur entsprechen;

• die ungeraden Maschen, die auf die ruhende Fontur übertragen wurden, an ihren Platz zurückzubringen, so dass die Maschen und ihre Zwischenmaschen um den Trennfaden herumgeführt werden, wodurch eine temporäre Verbindung der Vorderseite mit der Rückseite mittels dieses Trennfadens im Hinblick darauf sichergestellt wird, eine Zugwirkung nach unten auf die entstehenden vorderen Maschen auszuüben;

• nach der Verschiebung oder dem nach oben Fahren einer der Fonturen eine von zwei Schlingen des Trennfadens auf die ruhende Fontur zu übertragen,

• dann auf diese vorn/hinten abwechselnden Maschen des Trennfadens die Reihe, die Netz genannt wird, in Rechts-Rechts-Bindung vom oberen Randstreifen (6''', 7''', 8''') der Öffnung mit anderer Nadeleinstellung anzustricken;

• eine hintere und dann eine vordere Jerseybindung anschließend an die Randstreifenmaschen herzustellen, um das Netz zu verfestigen und ästhetisch ansprechender zu machen;

• die hinteren Maschen des Netzes auf die arbeitende Fontur zurückzubringen, um zu einer Jerseybindung mit anderer Nadeleinstellung oder Bauschstichbindung oder Rechts-Rechts-Bindung zurückzukommen;

• den Trennfaden herauszuziehen, um die Öffnung der Vorderseite von der Rückseite freizusetzen.
Verfahren zur Herstellung eines dreidimensionalen textilen Artikels nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Form der Seitenränder (6'', 7'', 8'') der Öffnung/en gerade oder gekrümmt ist, wobei die Herstellung der gekrümmten Form dann durch Abnehmen der seitlichen Maschen in beiden Richtungen erfolgt. Verfahren zur Herstellung eines dreidimensionalen textilen Artikels nach einem der Ansprüche 1 oder 2 und insbesondere einer Haube, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil des Artikels durch Abnehmen aufeinanderfolgender Maschen hergestellt wird, wobei der Strickvorgang auf einer einzigen Nadel zu Ende geht, von der man schließlich die Masche abnimmt, um den Artikel zu verwerten. Dreidimensionaler textiler Artikel (1), der durch das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 erhalten wird, und der mindestens eine Öffnung (6, 7, 8) mit aufeinandertreffenden Rändern im Bereich seiner Seitenfläche umfasst, wobei die Ränder oder Randstreifen, welche die mindestens eine Öffnung (6, 7, 8) bilden, einander paarweise entgegengesetzt und jeweils von Seitenrändern (6'', 7'', 8'') und unteren Rändern (6', 7', 8') und oberen Rändern (6''', 7''', 8''') bestimmt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung/en (6, 7, 8) jeweils im Bereich ihres unteren Rands (6', 7', 8') eine gestrickte Kette aufweist/aufweisen, die dazu bestimmt ist, die Maschen, die den unteren Randstreifen der Öffnung/en (6, 7, 8) bilden, unauftrennbar zu machen, dass die Öffnung/en (6, 7, 8) jeweils im Bereich ihres oberen Rands (6''', 7''', 8''') ein Netz von unauftrennbaren Maschen aufweist/aufweisen, und dass die Seitenränder (6'', 7'', 8'') der Öffnung/en (6, 7, 8) aus durchgehenden Reihen fest miteinander verbundener Maschen bestehen, wodurch der Artikel in der Längs- wie auch der Querrichtung frei von jedem Naht- oder Anstrickfaden bleibt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com