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Dokumentenidentifikation DE102004013016B4 27.12.2007
Titel Gebäudefassade
Anmelder NBK-Keramik GmbH & Co., 46446 Emmerich, DE
Erfinder Overgaard, Torben, Northhampton, GB
Vertreter Habbel & Habbel, 48151 Münster
DE-Anmeldedatum 16.03.2004
DE-Aktenzeichen 102004013016
Offenlegungstag 13.10.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.12.2007
IPC-Hauptklasse E04F 13/07(2006.01)A, F, I, 20070824, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04C 2/30(2006.01)A, L, I, 20070824, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Gebäudefassade nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Aus der Praxis sind Gebäudefassaden und die dementsprechenden Fassadenplatten bekannt. Die Fassadenplatten sind in der überwiegenden Anzahl rechtwinklig ausgestaltet, also mit ausschließlich horizontal und vertikal verlaufenden Kanten versehen. Die fugenrechte Ausrichtung der Fassadenplatte, also mit fluchtenden Fugen und stets gleicher Fugenbreite ist häufig nur mit großem handwerklichen Aufwand sicherzustellen, denn die zugehörige Haltekonstruktion, mittels welcher die Fassadenplatten an dem Gebäude gehalten werden, erlaubt zum Toleranzausgleich üblicherweise eine gewisse Beweglichkeit und freie Positionierbarkeit der jeweiligen Fassadenplatte in ihrer vorgesehenen Montagestelle. Häufig werden daher Fugenprofile verwendet, also Strangprofile aus Metall oder Kunststoff, welche in die Fugen eingesetzt werden. Durch Anlage der benachbarten Fassadenplatten an dieses Fugenprofil wird eine gleichmäßig verlaufende Fuge zwischen den Fassadenplatten sichergestellt. Die Gestaltungsfreiheit der Architekten bei der Ausgestaltung der Gebäudefassade wird hierdurch jedoch nachteilig eingeschränkt.

Aus der DE 202 12 818 U1 ist es bekannt, Fliesen mit einer ertastbaren Markierung zu versehen. Diese ermöglicht eine korrekte grundsätzliche Ausrichtung der Fliesen anhand dieser Markierung beim Verlegen. So kann bei entsprechender Aufmerksamkeit vermieden werden, dass eine z. B. quadratische Fliese falsch ausgerichtet montiert wird, z. B. um 90° verdreht zu der eigentlich vorgesehenen Montage-Ausrichtung, wobei oft erst der Gesamteindruck einer gefliesten Fläche störend wirkt, wenn die Fliesen unterschiedlich ausgerichtet montiert sind. Dieses Problem falsch ausgerichteter Fliesen tritt insbesondere bei Fliesen mit schwach ausgeprägter und dementsprechend schlecht erkennbarer Musterung auf, wie dies bei Natursteinfliesen der Fall sein kann.

Die Einhaltung gleich breiter Fugen zwischen den einzelnen Fliesen, die für Wand- und Bodenbeläge verwendet werden, wird durch die ertastbaren Markierungen nicht sichergestellt. Hierzu sind vielmehr aus der Praxis sogenannte Fugenkreuze bekannt, die in die Kreuzungspunkte der Fugen einsetzbar sind. Sie können anschließend mit der Fugenmasse bedeckt werden und treten daher nicht störend in Erscheinung.

Aus der US 2003/0079431 A1 ist eine Bauplatte bekannt, die an einem Stützgerüst anzubringen ist. Prinzipbedingt wird das Sützgerüst durch die Bauplatte verdeckt. Die Bauplatte weist mehrere imaginäre Linien auf, entlang derer jeweils Markierungen angeordnet sind. Bei aufmerksamer Montage können die Markierungen die Anbringung von Befestigungsmitteln – wie z. B. Nägeln oder Schrauben – durch die Bauplatte hindurch an dem Sützgerüst erleichteren, da diese Markierungen die Stellen anzeigen können, an denen die Befestigungsmittel angebracht werden sollen.

Die Einhaltung gleich breiter Fugen zwischen den einzelnen Bauplatten wird durch die Markierungen nicht sichergestellt. Zudem sind sowohl die Markierungen als auch Anteile der Befestigungsmittel auf der Vorderseite der Bauplatten zu sehen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Gebäudefassade anzugeben, welche jeweils bei einer möglichst großen Gestaltungsfreiheit der Fassade einen exakten Fugenverlauf zwischen den einzelnen Fassadenplatten ermöglicht.

Diese Aufgabe wird durch eine Gebäudefassade mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Die Erfindung schlägt mit anderen Worten vor, ein „unsichtbares", also auf der Rückseite der Fassadenplatten vorgesehenes Führungssystem zu schaffen, welches die korrekte lotrechte Ausrichtung mehrerer Fassadenplatten übereinander bzw. zweier seitlich benachbarter Fassadenplatten nebeneinander ermöglicht und somit die gewünschten lotrechten Fugenverläufe sicherstellt. Dadurch, dass dieses Führungssystem auf der Rückseite der Fassadenplatten vorgesehen ist, sind keine in die Fugen ragenden Profile erforderlich, welche die Ausgestaltung der Fugen und damit die Gestaltungsfreiheit der Gebäudefassade einschränken würden.

Zur lotrechten Ausrichtung der Fassadenplatte sind zumindest zwei Vertiefungen vorgesehen, die im Abstand übereinander auf der Rückseite der Fassadenplatte vorgesehen sind und die auf einer Linie liegen, welche parallel zur seitlichen vertikalen Kante der Fassadenplatte verläuft. Durch entsprechende Vorsprünge, die an der Haltekonstruktion vorgesehen sind und die sich in diese Vertiefungen erstrecken, wird eine lotrechte Ausrichtung der Fassadenplatte bzw. ihrer Seitenkante ermöglicht. Hierdurch wird automatisch auch eine lotrechte Ausrichtung der gegenüberliegenden Seitenkante sichergestellt, so dass insgesamt ein sehr regelmäßiges und gleichmäßiges Fugenbild erzielbar ist, ohne von außen sichtbare Hilfsmittel. Da die Haltekonstruktion, üblicherweise eine metallische Trägerkonstruktion, mit großer Genauigkeit herstellbar ist, kann die Anbringung derartiger Vorsprünge an der Haltekonstruktion mit ebenfalls großer Genauigkeit erfolgen, so dass mittels der Vorsprünge eine korrekte und exakte Positionierung der einzelnen Fassadenplatten möglich ist, während die eigentliche Befestigungstechnik der Fassadenplatten an der Haltekonstruktion nach wie vor zum Toleranzausgleich eine gewisse Beweglichkeit der Befestigungselemente vorsieht, welche eine Ausrichtung der Befestigungselemente je nach den spezifischen Gegebenheiten der Fassadenplatten ermöglicht.

Um Unregelmäßigkeiten, die beim Herstellungsprozess der Fassadenplatten auftreten können, auszugleichen kann vorzugsweise vorgesehen sein, die Vertiefungen erst nachträglich in die Fassadenplatte einzubringen, also am Schluss des eigentlichen Herstellungsprozesses. Werden die Fassadenplatten beispielsweise aus Ton oder einem ähnlichen Werkstoff hergestellt, der zum Aushärten gebrannt wird, so ist eine Beeinflussung der Geometrie dieser Fassadenplatten durch den Brennvorgang nicht auszuschließen. Wenn erst nach dem Brennvorgang die Vertiefungen in die Rückseite der Fassadenplatte eingebracht werden, kann sichergestellt werden, dass diese Vertiefungen mit der gewünschten Präzision angeordnet sind, die später zusammen mit der toleranzarmen, definierten Ausrichtung der Vorsprünge im Bereich der Haltekonstruktion die gewünschte lagerichtige Anordnung der Fassadenplatte am Gebäude sicherstellt.

Insbesondere wenn die Fassadenplatte als Eckplatte ausgestaltet ist, also eine auf Gehrung geschnittene vertikale Eckkante aufweist, wirkt die vorschlagsgemäße Positionierung und Ausrichtung der Fassadenplatte mittels der Vertiefungen an der Fassadenplatte und der Vorsprünge an der Haltekonstruktion eine Lösung bestehender Probleme, die bislang allenfalls mit Hilfe der häufig nicht erwünschten Fugenprofile gelöst werden konnten, so dass bei derartigen Eckplatten die vorschlagsgemäße Ausgestaltung besonders vorteilhaft ist.

Die Vertiefungen können als einzelne Bohrlöcher, Langlöcher oder dergleichen ausgestaltet sein. Produktionstechnisch besonders einfach kann jedoch vorgesehen sein, diese Vertiefungen zu einer durchgehenden Nut zusammenzufassen. Dies ermöglicht in besonders wirtschaftlicher Weise die Verwendung von entsprechenden Profilen, die an der Haltekonstruktion befestigt sind und die einen Schenkel aufweisen, der sich in die Vertiefung der Fassadenplatte bzw. mehrerer Fassadenplatten erstreckt. Beispielsweise können einfache, handelsübliche und preisgünstige L-förmige Winkelprofile verwendet werden, die mit ihrem einen Schenkel an der Haltekonstruktion befestigt sind und sich mit dem anderen Schenkel in die Nutförmige Vertiefung der Fassadenplatte erstrecken. Durch die durchlaufende, nicht an bestimmte Punkte gebundene Geometrie der Nut einerseits und des L-förmigen Winkelprofils andererseits ist zwar einerseits eine gewünschte präzise seitliche Führung der Fassadenplatte gegeben, in der höhenmäßigen Anbringung des Winkelprofils bzw. der höhenmäßigen Ausrichtung der Fassadenplatte jedoch ein großer Freiraum gegeben, so dass eine unkomplizierte und schnelle Montage unterstützt wird.

Um thermische Ausdehnungen oder seismisch bedingte Erschütterungen problemlos aufnehmen zu können, kann vorzugsweise lediglich eine einzige mit Vertiefungen versehene Linie an der Rückseite der Fassadenplatte vorgesehen sein, so dass zu beiden Seiten von dieser Linie die Fassadenplatte unter den vorgegebenen Einflüssen frei arbeiten kann und sich beispielsweise ausdehnen kann, schwingen kann oder dergleichen. Wenn die Linie mit den Vertiefungen nahe einer vertikalen Kante verläuft, wird diese Kante als „mit Vertiefungen versehen" bezeichnet. Ähnlich wie bei einem einseitig eingespannten Bauteil kann diese Kante der Fassadenplatte als „Festlager" angesehen werden, während die gegenüberliegende Kante als „Loslager" angesehen werden kann, welches zwar an der Haltekonstruktion befestigt ist, aber aufgrund der oben erwähnten Toleranzen und Beweglichkeiten bei dieser Befestigungsart arbeiten kann und den seismischen oder thermischen Bedingungen entsprechen kann, so dass die Fassadenplatte sich beispielsweise ausdehnen oder zusammenziehen kann.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der rein schematischen Zeichnungen nachfolgend näher erläutert. Dabei zeigt

1 einen horizontalen Querschnitt durch die Eck-Ausbildung einer Gebäudefassade,

2 einen horizontalen Querschnitt durch eine Säulen- oder Stützenverkleidung, und

3 ein zweites Ausführungsbeispiel einer Eck-Ausgestaltung einer Fassadenkonstruktion.

In den Zeichnungen ist mit 1 jeweils eine Fassadenplatte dargestellt, die an einer insgesamt mit 2 bezeichneten Haltekonstruktion befestigt ist, wobei die Haltekonstruktion 2 ihrerseits an einem aus Übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellten Gebäude befestigt ist.

In 1 weist die Haltekonstruktion 2 einen am Gebäude festgelegten Eckwinkel 3 auf. Von dem Eckwinkel 3 aus erstreckt sich ein Hohlprofil 4 mit etwa quadratischem Querschnitt, wobei dieses Hohlprofil 4 aus einem einzigen oder aus zwei separaten, etwa Z-förmigen Profilen gebildet sein kann. Das Hohlprofil 4 kann als durchgängiges Strangprofil ausgestaltet sein oder als eine Vielzahl von im Abstand übereinander angeordneten Trägern, die jeweils nur eine begrenzte Höhe von beispielsweise 5 cm oder 10 cm aufweisen. Eine Distanzprofilanordnung ist insgesamt mit 5 angedeutet. In an sich bekannter Weise dient ein Distanzprofil mit dämpfenden Werkstoffeigenschaften, z. B. aus EPDM, zur schwingungsgedämpften Lagerung der Fassadenplatte 1 an der übrigen Haltekonstruktion 2.

Am Hohlprofil sind Befestigungselemente 10 vorgesehen, die insbesondere aus den 2 und 3 ersichtlich sind und in an sich bekannter Weise die Fassadenplatten 1 halten. Sie sind z. B. als J-förmige oder U-förmige Halter ausgestaltet, welche die Fassadenkanten umgreifen, indem sie sich z. B. unter die Fassadenplatten 1 erstrecken und in eine an der Plattenunterkante verlaufende Nut eingreifen.

Zusätzlich ist an der Haltekonstruktion 2 ein L-förmiges Winkelprofil 6 vorgesehen, welches einerseits an der Haltekonstruktion 2 befestigt ist und sich andererseits mit den beiden Enden seiner beiden Schenkel in jeweils eine Nut 7 jeweils einer Fassadenplatte 1 erstreckt, so dass diese beiden benachbarten Fassadenplatten 1 eine definierte, über die gesamte Höhe der Fassadenplatte 1 gleich breite Fuge zwischen sich ausbilden.

Wenn sich das Winkelprofil 6 über die Höhe der dargestellten Fassadenplatten 1 auch zur nächst höheren bzw. darunter angeordneten Fassadenplatte erstreckt, so wird auf die fluchtende Ausrichtung der Fugen von übereinander angeordneten Fassadenplatten 1 durch diese Konstruktion sichergestellt.

2 zeigt, dass die Fassadenplatten 1 nicht nur an einer vertikalen Kante als Eckplatte ausgestaltet sein können, dass also nicht nur eine vertikale Kante als Eckkante auf Gehrung geschnitten ist; vielmehr kann bei kleinformatigen Fassaden, wie beispielsweise der Umhüllung einer Stützenkonstruktion, vorgesehen sein, dass eine oder mehrere der verwendeten Fassadenplatten auf beiden gegenüberliegenden vertikalen Kanten Eckkanten ausbilden.

Bei der in 1 dargestellten mittleren Fassadenplatte 1 ist zudem vorgesehen, dass die Nut nicht nah benachbart einer bestimmten Eckkante verläuft, sondern die Nut 7 verläuft auf der Mitte der Fassadenplatte 1, so dass bei Geometrieänderungen der Fassadenplatte 1, beispielsweise aufgrund von thermischen Einflüssen, an beiden Fugen der Fassadenplatte 1 eine gleiche Veränderung der Fugenbreite stattfinden wird und somit ein gleiches Fugenbild erzielt wird. Die beiden in 1 seitlich dargestellten Fassadenplatten 1 sind demgegenüber ähnlich wie bei 1 gezeigt nahe einer einzigen Kante mit einer Nut 7 versehen.

3 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Eck-Ausbildung der Gebäudefassade mit einer zu 1 unterschiedlich ausgestalteten Haltekonstruktion 2, die u. a. einen Haltewinkel 8 aufweist, von dem aus sich ein mehrfach abgewinkelter Ausleger 9 erstreckt, der seinerseits die beiden Fassadenplatten 1 trägt.


Anspruch[de]
Gebäudefassade,

mit Fassadenplatten,

und mit einer Haltekonstruktion zur Befestigung der Fassadenplatten an dem Gebäude,

dadurch gekennzeichnet,

dass zwei horizontal benachbarte Fassadenplatten (1) parallel zu ihren beiden vertikalen, benachbarten Kanten Vertiefungen an ihren zum Gebäude gerichteten Rückseiten aufweisen,

wobei die Vertiefungen jeweils auf einer Linie angeordnet sind, welche parallel zu einer vertikalen Kante der jeweiligen Fassadenplatte (1) verläuft,

und wobei an der Haltekonstruktion (2) zusätzlich zu den Befestigungsmitteln für die Fassadenplatten (1) Vorsprünge vorgesehen sind, welche sich in die Vertiefungen erstrecken, derart, dass die Fassadenplatten (1) exakt parallel zueinander ausgerichtet sind.
Gebäudefassade nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Fassadenplatte (1), bei welcher die Linie nah benachbart zu einer vertikalen Kante der Fassadenplatte (1) verläuft. Gebäudefassade nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fassadenplatte (1) als Eckplatte ausgestaltet ist und eine auf Gehrung geschnittene vertikale Eckkante aufweist. Gebäudefassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefungen zu einer durchgehenden Nut zusammengefasst sind. Gebäudefassade nach einem der Ansprüche 2–4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kante, welche der mit den Vertiefungen versehenen Kante gegenüberliegt, frei von derartigen Vertiefungen ist. Gebäudefassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge sich lose in die Vertiefungen erstrecken. Gebäudefassade nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Winkelprofil (6), welches mit einem ersten Schenkel an der Haltekonstruktion befestigt ist und sich mit einem zweiten Schenkel in die als Nut ausgestalteten Vertiefungen der Fassadenplatte (1) erstreckt.






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