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Dokumentenidentifikation DE102005019977B4 27.12.2007
Titel Fassadensystem aus keramischen Fassadenplatten zum Einsatz als vorgehängte hinterlüftete Fassade an einer tragenden Bauwerkswand
Anmelder Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG, 50226 Frechen, DE
Erfinder Plank, Gerhard, 92269 Fensterbach, DE
Vertreter Patentanwälte Lippert, Stachow & Partner, 51427 Bergisch Gladbach
DE-Anmeldedatum 27.04.2005
DE-Aktenzeichen 102005019977
Offenlegungstag 09.11.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.12.2007
IPC-Hauptklasse E04F 13/07(2006.01)A, F, I, 20060113, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04F 13/24(2006.01)A, L, I, 20060113, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Fassadensystem aus keramischen Fassadenplatten und einer darauf abgestimmten Unterkonstruktion zum Einsatz als vorgehängte hinterlüftete Fassade an einer tragenden Bauwerkswand nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Stand der Technik

Bei der Befestigung von keramischen Fassadenplatten an einer darauf abgestimmten Unterkonstruktion zum Einsatz als vorgehängte hinterlüftete Fassade an einer tragenden Bauwerkswand ergeben sich insofern Schwierigkeiten, als die keramischen Fassadenplatten an der Unterkonstruktion, die aus senkrechten und waagerechten Tragprofilen besteht, entweder mit zusätzlichen Befestigungsteilen an den waagerechten Tragprofilen befestigt werden müssen oder aber so ausgebildet sein müssen, dass sie an der tragenden Unterkonstruktion ausreichend sicher montiert werden können. Die Montage der keramischen Fassadenplatten ist auch besonders aufwendig, wenn die Befestigungsteile erst an der Baustelle mit den Fassadenplatten verbunden werden müssen.

Aus DE 694 19 733 T2 ist ein Fassadensystem zum Einsatz als vorgehängte hinterlüftete Fassade aus keramischen Fassadenplatten bekannt. Die Fassadenplatten sind mittels rückseitig angebrachter Befestigungsteile in Form von federnd elastischen Verbindungselementen aus Edelstahl und einem die Verbindungselemente aufnehmenden Wandprofil an einer tragenden Gebäudewand montiert und weisen an ihrer Rückseite mehrere in Plattenlängsrichtung verlaufende Haltenuten für die Verbindungselemente auf, in die die Verbindungselemente mit dazu passenden Tragarmen einsetzbar sind. Jedes Verbindungselement besteht aus einem Befestigungsadapter mit zwei in die Haltenut an der Fassadenplatte eingreifenden auseinanderspreizbaren Tragarmen und einem den Befestigungsadapter an dessen Rückseite mit zwei parallelen Längsnuten übergreifenden Profilkörper, der an der Gebäudewand befestigt ist und in der Einhängestellung die beiden Tragarme des Befestigungsadapters in der Spreizstellung derart sichert, dass sich die Tragarme mit ihren Enden an die Wandungen der Haltenut anlegen und den Befestigungsadapter in der Haltenut festlegen. Die Befestigung der Fassadenplatte ist bei diesem bekannten System so beschaffen, dass die Platte aus dem Plattenverbund nur dann wieder herausgelöst werden kann, wenn sie zerbrochen oder zerstört wird.

Aus EP 0 708 213 A1 ist auch ein Befestigungssystem für Kompaktplatten bekannt mit einem Befestigungsprofil, das die Kompaktplatten mit einem an einer Wand befestigten Grundkörper verbindet. In den dem Grundkörper zugewandten Seiten der Kompaktplatte sind horizontale Fräsungen in Form von schwalbenschwanzförmigen Nuten vorhanden, deren Querschnitte mit einem entsprechend geformten Kopfstück des Befestigungsprofils passgenau zusammenfügbar sind. Ein weiterer Abschnitt des Befestigungsprofils hat einen auf den Kopf gestellten L-förmigen Querschnitt, der als Befestigungshaken dient und in einen entsprechend geformten Einschnitt an dem Grundkörper formschlüssig eingesetzt werden kann. Die einzelnen Befestigungsprofile müssen bei diesem Befestigungssystem in die horizontalen Haltenuten an den Kompaktplatten von deren Stirnseite her eingeschoben werden. Die Befestigungsprofile sind in den Haltenuten gegen seitliches Verschieben ungesichert, so dass sich die Kompaktplatten ohne eine zusätzliche Sicherung gegenüber den Befestigungsprofilen seitlich verschieben und im ungünstigsten Falle aus der Haltenut lösen können.

Aus DE 202 00 530 U1 ist ferner eine Unterkonstruktion für eine Wandbekleidung von Bauwerken mit Fassadenplatten aus einem massiven Werkstoff, insbesondere keramische Fassadenplatten bekannt, mit vertikalen Tragprofilen. Diese Tragprofile haben zwei in gleicher Ebene nebeneinander liegende Tragschenkel, von denen jeder jeweils eine Reihe von mehreckigen fensterartigen Durchbrüchen zum Einhängen von hakenförmigen Halteelementen für die Fassadenplatten aufweist, die mit einem nach hinten hervorstehenden hakenförmigen Einhängeabschnitt in jeden der Durchbrüche an den Tragschenkeln des Tragprofils eingehängt werden können und mit einem unteren U-förmigen Halteabschnitt die Fassadenplatten an deren Unterkante hakenförmig hintergreifen.

Für die Lagesicherung und Abstützung der Fassadenplatten an den Tragprofilen sind federnde Distanzelemente in Form von Gummi-Profilstücken zusätzlich vorgesehen, die nach Art einer Druckknopfbefestigung mit Übermaß federnd in einen der fensterartigen Durchbrüche zwischen den hakenförmigen Halteelementen eingesetzt werden können.

Aufgabenstellung

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Fassadensystem nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 die Befestigungsteile so auszubilden, dass diese an der Rückseite der Fassadenplatten durch ein in einfacher Weise ohne zusätzliche Mittel zu handhabendes Klemmsystem in den Haltenuten an der Rückseite der Fassadenplatten dauerhaft festgespannt werden können, um die Fassadenplatten anschließend an den dafür vorgesehenen Stellen mit der Unterkonstruktion zu verbinden und gegen seitliches Verschieben zu sichern. Die Befestigungsteile sollen dabei so beschaffen sein, dass einzelne Fassadenplatten jederzeit aus dem Plattenverbund zerstörungsfrei wieder herausgelöst und durch andere oder neue Fassadenplatten in einfacher Weise ersetzt werden können.

Diese Aufgabe findet ihre Lösung bei einem Fassadensystem nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 gemäß der Erfindung dadurch, dass der Befestigungsadapter aus einem im Querschnitt U-förmigen oberen Profilkörper besteht, der mit einem L-förmig nach oben abgewinkelten Schenkel in die Haltenut eingreift und mit einem gegenüberliegenden parallelen äußeren Schenkel an der Rückseite der Fassadenplatte neben der Haltenut abgestützt ist, und dass an der Unterseite des oberen Profilkörpers ein zweiarmiger an seinen parallelen Längskanten nach unten abgewinkelter Profilkörper wippenartig ausgebildet ist, der in der Montagestellung mit seinem L-förmig abgewinkelten inneren Tragarm an der gegenüberliegenden Wand der Haltenut anliegt und an seinem außenliegenden anderen Ende mittels des Einhängebügels gegen den oberen Profilkörper festspannbar ist.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 bis 16 enthalten.

Die Erfindung hat den Vorteil, dass der Befestigungsadapter mit einem ausreichenden Spiel von der Stirnseite in die Haltenut an der Fassadenplatte eingeführt und nach Erreichen der Halte- und Befestigungsstellung allein durch Überklippen des Einhängebügels mit seinen auseinandergespreizten Tragarmen in einfacher Weise in der Haltenut absolut sicher festgespannt werden kann. Ist eine Veränderung der Haltestellung erforderlich, so kann der dann notwendige Löse- und erneute Befestigungsvorgang an einer danebenliegenden Halteposition ebenso einfach erfolgen. Nach Befestigung von vorzugsweise vier Befestigungsteilen an parallelen Haltenuten an der Plattenrückseite kann die Fassadenplatte in die Unterkonstruktion eingehängt werden und so fort.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist der obere Profilkörper an seinem nach oben gerichteten äußeren Schenkel mit einer gegen die Rückseite der Fassadenplatte gerichteten Stütznase an der Fassadenplatte abgestützt, während der zweiarmige untere Profilkörper des Befestigungssystems durch einen biegsamen Steg mit dem oberen Profilkörper gelenkig verbunden ist.

Der Einhängebügel ist vorteilhafterweise im Querschnitt im wesentlichen C-förmig ausgebildet mit einem um etwa 90° abgewinkelten unteren Längsschenkel, der den unteren Profilkörper des Befestigungsadapters an seinem äußeren Rand mit einem nach oben abgewinkelten Klemmsteg hintergreift, wobei das obere Profilende des C-förmigen Einhängebügels den außenliegenden Schenkel des Befestigungsadapters derart zangenförmig übergreift, dass der untere wippenartig ausgebildete Profilkörper mit seinem abgewinkelten Kragarm nach unten gespreizt und in der Haltenut an der Fassadenplatte festspannbar ist.

Zur Befestigung der Fassadenplatten an der Unterkonstruktion stehen an jeder Platte mehrere Nuten zur Verfügung, damit die Platten auch nach erforderlichen Zuschnitten stets mit gleicher Technik montiert werden können.

Durch das Hochklappen und Einrasten des Einhängebügels an der Rückseite des Befestigungsadapters werden die beiden Tragarme des Befestigungsadapters in der Haltenut auseinandergespreizt und mit ihren abgewinkelten Enden in der schwalbenschwanzförmigen Nut festgeklemmt. Damit werden Maßtoleranzen in der Haltenut ausgeglichen und ein sogenannter "Volleinstand" des Adapters in der Nut erreicht.

Im Falle einer Zugbelastung durch Windsog drückt der Einhängebügel auf den Befestigungsadapter. Dadurch wird eine Spreizung der in die Haltenut eingreifenden abgewinkelten Tragarme des Adapters erreicht und auch bei Belastung ein "Volleinstand" sichergestellt.

Ausführungsbeispiel

Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung schematisch dargestellt. Es zeigen

1 eine perspektivische Teilansicht eines Fassadensystems aus keramischen Fassadenplatten und darauf abgestimmter Unterkonstruktion mit erfindungsgemäßen Befestigungsteilen für die Fassadenplatten,

2 einen senkrechten Teilschnitt durch ein Fassadensystem mit erfindungsgemäßen Befestigungsteilen,

3 eine perspektivische Teilansicht eines senkrechten T-Profils der Unterkonstruktion für die Fassadenplatten in einer ersten Ausführungsform,

4 einen horizontalen Teilschnitt durch eine Fassadenplatte, die mit einem erfindungsgemäßen Befestigungsteil in einer fensterartigen Ausstanzung an dem T-Profil von 3 befestigt ist.

5 ein abgewandeltes Ausführungsbeispiel eines T-Profils mit daran befestigten zusätzlichen Profilschienen für die Befestigung der Fassadenplatten,

6 einen horizontalen Teilschnitt durch zwei an dem Tragprofil nebeneinander befestigte und auf Abstand gehaltene Fassadenplatten,

7 einen Befestigungsadapter für das Fassadensystem in perspektivischer Ansicht,

8 einen Einhängebügel zu dem Adapter,

9 eine federnde Edelstahlspange als Abstandhalter für die Fassadenplatten,

10 das Einsetzen eines Adapters mit Einhängebügel zu Beginn des Spannvorganges in einer Haltenut an der Plattenrückseite und

11 den in der Haltenut durch den Einhängebügel festgeklemmten Adapter nach dem Festspannen mit dem Einhängebügel und dem Einhängen in eine fensterartige Ausstanzung an der Unterkonstruktion.

Das Fassadensystem 1 besteht aus keramischen Fassadenplatten 2 und einer darauf abgestimmten Unterkonstruktion 3 zum Einsatz als vorgehängte hinterlüftete Fassade an einer tragenden Bauwerkswand. Die Unterkonstruktion 3 ist aus Tragprofilen 4 zusammengesetzt, die über Wandhalterungen mit der tragenden Wand verbunden sind. Die Fassadenplatten 2 sind mittels rückseitig angebrachter Befestigungsteile 6 an der Unterkonstruktion 3 montiert und weisen an ihrer Rückseite mehrere in Plattenlängsrichtung verlaufende Haltenuten 7 für die Befestigungsteile 6 auf, in die die Befestigungsteile 6 mit dazu passenden Tragarmen einsetzbar sind. Jedes Befestigungsteil 6 besteht aus einem Befestigungsadapter 8 mit zwei in die Haltenut 7 eingreifenden, auseinanderspreizbaren Tragarmen 9, 10 und einem den Befestigungsadapter 8 an dessen Rückseite übergreifenden Einhängebügel 11, der an dem Befestigungsadapter 8 in der Einhängestellung (11) festspannbar ist und die beiden Tragarme 9, 10 des Befestigungsadapters 8 in der Spreizstellung von 2 und 11 derart sichert, dass sich die Tragarme 9, 10 mit ihren Enden 12, 13 an die Wandungen 14, 15 der Haltenut 7 eng anlegen und den Befestigungsadapter 8 in der Haltenut 7 festlegen.

Wie in 2 und 7, 10 und 11 gezeigt ist, besteht der Befestigungsadapter 8 aus einem im Querschnitt U-förmigen oberen Profilkörper 16, der mit einem L-förmig nach oben abgewinkelten Schenkel 17 in die Haltenut 7 eingreift und mit einem gegenüberliegenden parallelen äußeren Schenkel 18 an der Rückseite 19 der Fassadenplatte 2 neben der Haltenut 7 abgestützt ist. An der Unterseite des oberen Profilkörpers 16 ist ein zweiarmiger, an seinen parallelen Längskanten nach unten abgewinkelter Profilkörper 20 wippenartig ausgebildet, der in der Montagestellung von 2 und 11 mit seinem L-förmig nach unten abgewinkelten inneren Tragarm 10 an der gegenüberliegenden Wand 15 der Haltenut 7 anliegt und an seinem anderen Ende 21 mittels des Einhängebügels 11 gegen den oberen Profilkörper 16 festgespannt ist.

Der obere Profilkörper 16 ist an seinem nach oben gerichteten äußeren Schenkel 18 mit einer gegen die Rückseite 19 der Fassadenplatte 2 gerichteten Stütznase 22 an der Fassadenplatte abgestützt, und der zweiarmige untere Profilkörper 20 des Befestigungssystems ist durch einen biegsamen Steg 23 mit dem oberen Profilkörper 16 gelenkig verbunden.

Wie in 2, 8, 10 und 11 weiterhin gezeigt ist, ist der Einhängebügel 11 im Querschnitt im wesentlichen C-förmig ausgebildet mit einem um etwa 90° abgewinkelten unteren Längsschenkel 24, der den unteren Profilkörper 20 des Befestigungsadapters 8 an seinem äußeren Rand mit einem nach oben abgewinkelten Klemmsteg 25 hintergreift, und das obere Profilende 26 des C-förmigen Einhängebügels 11 übergreift den außenliegenden Schenkel 18 des Befestigungsadapters 8 derart zangenförmig, dass der untere wippenartig ausgebildete Profilkörper 20 mit seinem abgewinkelten Tragarm 10 nach unten gespreizt und in der Haltenut 7 an der Fassadenplatte 2 festgespannt wird (10 und 11).

Der Einhängebügel 11 hat einen hakenförmig nach unten abgewinkelten rückseitigen Einhängesteg 27 zur Befestigung an der Unterkonstruktion 3. Der Befestigungsadapter 8 und der Einhängebügel 11 bestehen aus metallischen Werkstoffen, und zwar zweckmäßig aus Aluminium, wobei der Einhängebügel 11 aber auch aus einem formsteifen Metallprofil gefertigt sein kann. Die Haltenuten 7 an der Fassadenplatte 2 haben einen schwalbenschwanzförmigen Querschnitt.

Die Unterkonstruktion 3 besteht üblicherweise aus an der Bauwerkswand befestigten senkrechten T-Profilen 5, die an ihren den Fassadenplatten 2 zugewandten T-Schenkeln oder an daran befestigten zusätzlichen Profilschienen 5a, 5b fensterartige rechteckige Aussparungen oder Ausstanzungen 28 für den Eingriff der rückseitigen Einhängestege 27 der an den Befestigungsadaptern 8 festgespannten Einhängebügel 11 aufweisen (2, 3 und 5).

Die Unterkonstruktion 3 kann aber auch aus durchlaufenden horizontalen Tragprofilen 29 mit zwei in gleicher Befestigungsebene im Abstand voneinander nach oben gerichteten parallelen Längsschenkeln 30, 31 zum Aufhängen der Einhängebügel 11 mit den nach unten gerichteten Einhängestegen 27 ausgebildet sein, wie in dem Ausführungsbeispiel von 1 gezeigt ist.

Zur Vermeidung von Klappergeräuschen und zur Lagesicherung sind die Fassadenplatten 2 an der Unterkonstruktion 3 durch federnde Edelstahlspangen 32 elastisch nachgiebig abgestützt. Diese sind mit einem U-förmig zurückgebogenen Halteschenkel 33 in stirnseitigen Ziehlöchern 34 an den Fassadenplatten 2 befestigt und mit ihrem freien außenliegenden Ende 35 einerseits an der Rückseite 19 der Fassadenplatte 2 abgestützt und liegen zum anderen mit einem gebogenen Schenkelabschnitt 36 an der Unterkonstruktion 3 federnd an.

Die Edelstahlspangen 32 bestehen gemäß den Darstellungen von 4, 6 und 9 aus einem etwa C-förmig gebogenen Bandstahl und greifen mit ihrem U-förmig zurückgebogenen Einsteckende in die Ziehlöcher 34 an den Fassadenplatten 2 ein, wobei der daran anschließende freie C-Schenkel 36 die Fassadenplatte hintergreift und mit seinem Ende 35 an der Rückseite 19 der Fassadenplatte 2 abgestützt ist.

Wie die Darstellungen von 10 und 11 zeigen, wird der Befestigungsadapter 8, der auch als Agraffe bezeichnet wird, bei der Montage der Fassadenplatten in die Haltenut 7 an der Rückseite 19 eingeschoben und durch Hochklappen des Einhängebügels 11 aus der Stellung von 10 in der Stellung von 11 in der Haltenut 7 arretiert. Durch das Einrasten des Einhängebügels 11 an dem Befestigungsadapter 8 werden die beiden Tragarme 9, 10 des Befestigungsadapters 8 in der Haltenut 7 auseinandergespreizt und mit ihren abgewinkelten Enden in der schwalbenschwanzförmigen Nut festgeklemmt. Damit werden Maßtoleranzen in der Haltenut 7 ausgeglichen und ein sogenannter "Volleinstand" des Adapters 8 in der Nut erreicht.

Durch ein geringes Spiel von mindestens 1 mm zwischen dem Einhängebügel 11 und den Tragprofilen 4, 29 der Unterkonstruktion 3 ebenso wie durch die geringe Breite des Einhängebügels 11 in Bezug auf die fensterartigen Ausstanzungen 28 an den Tragprofilen 5, 5a, 5b wird eine Zwängung der Befestigungsteile 6 verhindert, so dass die unterschiedlichen Festigkeiten von Keramik und Unterkonstruktion 3 keinen negativen Einfluss auf das Fassadensystem 1 ausüben können.

Im Falle einer Zugbelastung durch Windsog drückt der Einhängebügel 11 auf den Befestigungsadapter 8. Dadurch wird eine zusätzliche Spreizung der in die Haltenut 7 eingreifenden abgewinkelten Tragarme 9, 10 des Adapters 8 erreicht und auch bei Belastung ein "Volleinstand" sichergestellt.

Zur weichen Lagerung und Vermeidung von Klappergeräuschen werden die Edelstahlspangen 32 von 4, 6 und 9 in die horizontalen Ziehlöcher 34 der Fassadenplatte 2 eingeschoben. Diese Edelstahlspangen 32 tragen an der Stirnseite 37 der Platten 2 etwa 4 mm auf, so dass bei versetzter Anordnung zwischen benachbarten Platten 2 eine Fuge 38 von 4 mm (4) entsteht, während bei Anordnung der Edelstahlspangen 32 in gleicher Höhe (6) eine doppelte Fugenbreite von etwa 8 mm erreicht werden kann.

Zur Verhinderung von Klappergeräuschen und zur Lagesicherung der Fassadenplatten 2 an der Unterkonstruktion 3 können alternativ aber auch EPDM-Schaumstoffteile oder EPDM-Profile verwendet werden.

Die Befestigungsadapter 8 können mit den daran befestigten Einhängebügeln 11 sowohl in einem T-Profil 5 mit fensterartigen Ausstanzungen 28 gemäß 3 als auch in einem T-Profil 5 mit daran befestigten zusätzlichen Profilschienen 5a, 5b eingehängt werden ebenso wie in durchlaufende horizontale Tragprofile 29 mit in einer gemeinsamen senkrechten Ebene liegenden Trag- oder Längsschenkeln 30, 31 gemäß 1 der Zeichnung.

Die Toleranzen der keramischen Fassadenplatten 2 werden durch Berücksichtigung von Toleranzen im Bereich von +/– 2 mm im Abstand der gestanzten Löcher oder Aussparungen 28 an den T-Profilen 5 bzw. an dem horizontalen Tragprofil 29 aufgenommen.

1
Fassadensystem
2
Fassadenplatten
3
Unterkonstruktion
4
Tragprofile
5
T-Profile
5a
Profilschienen
5b
Profilschienen
6
Befestigungsteile
7
Haltenuten
8
Befestigungsadapter
9
Tragarm, oberer
10
Tragarm unterer
11
Einhängebügel
12
Ende des Tragarmes 9
13
Ende des Tragarmes 10
14
Wandung der Haltenut 7
15
Wandung der Haltenut 7
16
Profilkörper, oberer
17
Schenkel
18
Schenkel, äußerer
19
Rückseite
20
Profilkörper, unterer
21
Ende des Tragarmes 10
22
Stütznase
23
biegsamer Steg
24
Längsschenkel
25
Klemmsteg
26
oberes Profilende
27
Einhängesteg
28
Aussparungen, Ausstanzungen
29
horizontale Tragprofile
30
Längsschenkel
31
Längsschenkel
32
Edelstahlspangen
33
Halteschenkel
34
Ziehlöcher
35
außenliegendes Ende
36
gebogener Schenkelabschnitt
37
Stirnseite
38
Fuge


Anspruch[de]
Fassadensystem (1) aus keramischen Fassadenplatten (2) und einer darauf abgestimmten Unterkonstruktion (3) zum Einsatz als vorgehängte hinterlüftete Fassade an einer tragenden Bauwerkswand, wobei die Unterkonstruktion (3) aus Tragprofilen (4) besteht, die über Wandhalterungen mit der tragenden Wand verbunden sind, und wobei die Fassadenplatten (2) mittels rückseitig angebrachter Befestigungsteile (6) an der Unterkonstruktion (3) montiert sind und an ihrer Rückseite mehrere in Plattenlängsrichtung verlaufende Haltenuten (7) für die Befestigungsteile (6) aufweisen, in die die Befestigungsteile (6) mit dazu passenden Tragarmen einsetzbar sind, wobei ferner jedes Befestigungsteil (6) aus einem Befestigungsadapter (8) mit zwei in Haltenuten (7) eingreifenden, auseinanderspreizbaren Tragarmen (9, 10) und einem den Befestigungsadapter (8) an dessen Rückseite übergreifenden Einhängebügel (11) besteht, der an dem Befestigungsadapter (8) in der Einhängestellung festspannbar ist und die beiden Tragarme (9, 10) des Befestigungsadapters (8) in der Spreizstellung derart sichert, dass sich die Tragarme (9, 10) mit ihren Enden (12, 13) an die Wandungen (14, 15) der Haltenuten (7) anlegen und den Befestigungsadapter (8) festlegen, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsadapter (8) aus einem im Querschnitt U-förmigen oberen Profilkörper (16) besteht, der mit einem L-förmig nach oben abgewinkelten Schenkel (17) in die Haltenut (7) eingreift und mit einem gegenüberliegenden parallelen äußeren Schenkel (18) an der Rückseite (19) der Fassadenplatte (2) neben der Haltenut (7) abgestützt ist, und dass an der Unterseite des oberen Profilkörpers (16) ein zweiarmiger an seinen parallelen Längskanten nach unten abgewinkelter Profilkörper (20) wippenartig ausgebildet ist, der in der Montagestellung mit seinem L-förmig abgewinkelten inneren Tragarm (10) an der gegenüberliegenden Wand (15) der Haltenut (7) anliegt und an seinem außenliegenden anderen Ende (21) mittels des Einhängebügels (11) gegen den oberen Profilkörper (16) festspannbar ist. Fassadensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der obere Profilkörper (16) an seinem nach oben gerichteten äußeren Schenkel (18) mit einer gegen die Rückseite (19) der Fassadenplatte (2) gerichteten Stütznase (22) an der Fassadenplatte abgestützt ist. Fassadensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zweiarmige untere Profilkörper (20) des Befestigungssystems durch einen biegsamen Steg (23) mit dem oberen Profilkörper (16) gelenkig verbunden ist. Fassadensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Einhängebügel (11) im Querschnitt im wesentlichen C-förmig ausgebildet ist mit einem um etwa 90° abgewinkelten unteren Längsschenkel (24), der den unteren Profilkörper (20) des Befestigungsadapters (8) an seinem äußeren Rand mit einem nach oben abgewinkelten Klemmsteg (25) hintergreift, und dass das obere Profilende (26) des C-förmigen Einhängebügels (11) den außenliegenden Schenkel (18) des Befestigungsadapters (8) derart zangenförmig übergreift, dass der untere wippenartig ausgebildete Profilkörper (20) mit seinem abgewinkelten Tragarm (10) nach unten gespreizt und in der Haltenut (7) an der Fassadenplatte (2) festspannbar ist. Fassadensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Einhängebügel (11) einen hakenförmig nach unten abgewinkelten rückseitigen Einhängesteg (27) zur Befestigung an der Unterkonstruktion (3) aufweist. Fassadensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsadapter (8) und der Einhängebügel (11) aus metallischen Werkstoffen bestehen. Fassadensystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsadapter (8) und der Einhängebügel (11) aus Aluminium bestehen. Fassadensystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Einhängebügel (11) aus einem formsteifen Metallprofilkörper besteht. Fassadensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltenuten (7) an der Fassadenplatte (2) einen schwalbenschwanzförmigen Querschnitt haben. Fassadensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterkonstruktion (3) aus an der Bauwerkswand befestigten senkrechten T-Profilen (5) besteht, die an ihren den Fassadenplatten (2) zugewandten T-Schenkeln oder an daran befestigten zusätzlichen Profilschienen (5a, 5b) fensterartige rechteckige Ausstanzungen (28) für den Eingriff der rückseitigen Einhängestege (27) der an den Befestigungsadaptern (8) festgespannten Einhängebügel (11) aufweisen. Fassadensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterkonstruktion (3) aus durchlaufenden horizontalen Tragprofilen (29) mit zwei in gleicher Befestigungsebene im Abstand voneinander nach oben gerichteten parallelen Längsschenkeln (30, 31) zum Aufhängen der Einhängebügel (11) mit den nach unten gerichteten Einhängestegen (27) ausgebildet ist. Fassadensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fassadenplatten (2) neben den Einhängebügeln (11) an der Unterkonstruktion (3) zur Verhinderung von Klappergeräuschen und zur Lagesicherung durch federnde Edelstahlspangen (32) elastisch nachgiebig abgestützt sind. Fassadensystem nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Edelstahlspangen (32) mit einem U-förmig zurückgebogenen Halteschenkel (33) in stirnseitigen Ziehlöchern (34) an den Fassadenplatten (2) befestigt sind und mit ihrem freien außenliegenden Ende (35) einerseits an der Rückseite (19) der Fassadenplatte (2) abgestützt sind und zum anderen mit einem gebogenen Schenkelabschnitt (36) an der Unterkonstruktion (3) federnd anliegen. Fassadensystem nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Edelstahlspangen (32) über die Stirnseite (37) der Fassadenplatten (2) als Abstandshalter vorzugsweise etwa 4 mm derart hervorstehen, dass bei versetzter Anordnung der Spangen (32) zwischen den Platten (2) eine Fuge (38) von etwa 4 mm und bei Anordnung in gleicher Höhe durch Aneinanderstoßen gegenüberliegender Edelstahlspangen (32) eine Fugenbreite von 8 mm erreicht ist. Fassadensystem nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Edelstahlspangen (32) aus einem etwa C-förmig gebogenen Bandstahl bestehen und mit einem U-förmig zurückgebogenen Einsteckende (36) in Ziehlöcher (34) an den Fassadenplatten (2) eingreifen, wobei der daran anschließende freie C-Schenkel (36) die Fassadenplatte hintergreift und mit seinem Ende (35) an der Rückseite (19) der Fassadenplatte (2) abgestützt ist. Fassadensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verhinderung von Klappergeräuschen und zur Lagesicherung der Fassadenplatten (2) Schaumstoffteile oder Profilkörper aus EPDM-Kunststoff zwischen Fassadenplatten (2) und Unterkonstruktion (3) eingefügt sind.






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