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Dokumentenidentifikation DE102006028115A1 27.12.2007
Titel Nageleisen
Anmelder Triuso-Qualitätswerkzeuge GmbH, 84428 Buchbach, DE
Erfinder Sikorski, Carsten, 84428 Buchbach, DE;
Ringberger, Josef, 84428 Buchbach, DE
Vertreter Rothkopf Theobald Elbel, Patentanwälte, Partnerschaft, 80331 München
DE-Anmeldedatum 19.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006028115
Offenlegungstag 27.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.12.2007
IPC-Hauptklasse B25C 11/00(2006.01)A, F, I, 20061004, B, H, DE
Zusammenfassung Ein Nageleisen (10) mit mindestens einem gekröpften Wirkabschnitt (14; 18), der zum Abgreifen an eingeschlagenen und zu entfernenden Nägeln oder dergleichen dient, und einem Griffabschnitt (22), der an den gekröpften Wirkabschnitt (14; 18) anschließt, ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkabschnitt (14; 18) aus einem metallischen Material und der Griffabschnitt (22) an seiner Außenseite zumindest abschnittsweise aus einem nichtmetallischen Material gestaltet ist.

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung

Die Erfindung betrifft ein Nageleisen bzw. einen so genannten Kuhfuß oder Geißfuß mit mindestens einem gekröpften Wirkabschnitt, der zum Angreifen an eingeschlagenen und zu entfernenden Nägeln oder dergleichen dient, und einem Griffabschnitt, der an den gekröpften Wirkabschnitt anschließt.

Es sind verschiedene, als Handwerkzeuge dienende Nageleisen bekannt, welche allesamt aus einem lang gestreckten Metallstab gebildet sind, der zumindest an einem Ende einen gekrümmten oder gekröpften Abschnitt aufweist. Dieser Abschnitt dient als eigentlicher Funktions- bzw. Wirkabschnitt des Nageleisens, den ein Benutzer des Nageleisens an einen zu entfernenden Nagel oder dergleichen anlegt. Der Benutzer umfasst das derart angelegte Nageleisen an seinem stabförmigen Griffabschnitt und schwenkt es über die Abkröpfung hinweg, wodurch der zu entfernende Nagel ausgehebelt wird.

Zugrundeliegende Aufgabe

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Nageleisen der oben genannten Art zu schaffen, welches in gewohnter Weise bedient und verwendet werden kann, zugleich aber für den Benutzer leichter handhabbar und gefälliger in der Anwendung ist.

Erfindungsgemäße Lösung

Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß mit einem Nageleisen gemäß Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.

Gemäß der Erfindung ist ein Nageleisen mit mindestens einem gekröpften Wirkabschnitt geschaffen, der zum Angreifen an eingeschlagenen und zu entfernenden Nägeln oder dergleichen dient, und einem Griffabschnitt, der an den gekröpften Wirkabschnitt anschließt. Der Wirkabschnitt ist aus einem metallischen Material und der Griffabschnitt an seiner Außenseite zumindest abschnittsweise aus einem nichtmetallischen Material gestaltet.

Bei dem erfindungsgemäßen Nageleisen ist, im Gegensatz zu bisher bekannten, derartigen Werkzeugen, das Werkzeug nicht insgesamt aus einem einzigen metallischen Material gefertigt, sondern es ist gezielt im Griffbereich zumindest abschnittsweise ein nichtmetallisches Material vorgesehen. Mit dem nicht metallischen Material ist es möglich den Griffbereich an besondere Anforderungen anzupassen und ihm darüber hinaus auf kostengünstige Weise eine optisch besonders ansprechende sowie haptisch besonders günstige Griffgestalt zu verleihen.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung

Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist als nichtmetallisches Material ein Kunststoffmaterial zumindest abschnittsweise an der Außenseite des Griffabschnitts vorgesehen. Mit einem Kunststoffmaterial kann der erfindungsgemäß ausgestaltete Griffbereich eines Nageleisens auf vielfältige Weise insbesondere mit einer rutschfesten Oberfläche gestaltet werden.

Besonders bevorzugt ist der Griffabschnitt mit einem metallischen Kern gestaltet, welcher insbesondere in der Hauptbewegungsebene des gekröpften Wirkabschnitts betrachtet eine hochformatige Querschnittsfläche aufweist. Mit dem metallischen Kern kann die für das Aushebeln von Nägeln oder dergleichen erforderliche Biegesteifigkeit des erfindungsgemäßen Nageleisens bereitgestellt werden. Zugleich kann der Griffabschnitt beispielsweise durch ein Umspritzen des Kerns mit einem Kunststoffmaterial auf verschiedenste Griffformen und Grifffarben angepasst werden. Dadurch kann mit ein und demselben Grundmodell von metallischem Kern eine Vielzahl verschiedenster Modelle und Ausführungsformen geschaffen werden.

Darüber hinaus kann der Griffabschnitt des erfindungsgemäßen Nageleisens vorteilhaft auch vollständig aus einem nichtmetallischen Material gebildet sein. Der Griffabschnitt kann beispielsweise aus einem Hohlprofil gestaltet sein, welches bei entsprechender Ausgestaltung einen besonders wertigen Eindruck vermitteln und zugleich hohe Biegesteifigkeit aufweisen kann. Das derart gestaltete Nageleisen kann ferner besonders leicht ausgebildet werden, was insbesondere für professionell mit dem Nageleisen Arbeitende ein wichtiges Verkaufsargument darstellen kann.

Ferner ist bei dem erfindungsgemäßen Nageleisen bevorzugt das nichtmetallische Material mit dem metallischen Material durch eine kraftschlüssige Verbindung, insbesondere eine Schraub- und/oder Nietverbindung gekoppelt. Derartige Verbindungen können kostengünstig hergestellt werden und weisen bei entsprechender Ausgestaltung des Kopplungsabschnitts zur Übertragung der Biegekräfte außerhalb der Schraub- und/oder Nietverbindung selbst bei extremer Belastung eine hohe Lebensdauer auf.

Erfindungsgemäße Nageleisen werden insbesondere im professionellen Einsatz extremen Belastungen ausgesetzt. Diesen Belastungen kann ein Nageleisen, welches gemäß der Erfindung ausgebildet ist, insbesondere dann standhalten, wenn das nichtmetallische Material ein faserverstärktes Kunststoffmaterial umfasst.

Das erfindungsgemäß vorgesehene, nichtmetallische Material ist bevorzugt mit dem metallischen Material, insbesondere dem metallischen Kern durch einen Umspritzvorgang gekoppelt. Spritztechnik ist eine seit vielen Jahren erprobte und bewährte Technik, mit der Werkstücke in hohen Stückzahlen hergestellt werden können. Zugleich kann eine hohe Varianz geliefert werden. Auf geänderte Marktanforderungen kann schnell reagiert und es können auch mehrfarbige und aus mehreren Kunststoffen bestehende Umspritzungen kostengünstig hergestellt werden.

Der Griffabschnitt des erfindungsgemäßen Nageleisens weist in der Hauptbewegungsebene des gekröpften Wirkabschnitts betrachtet und insbesondere in der Mitte seiner Längserstreckung insgesamt eine hochformatige Querschnittsfläche auf. Diese Form der Querschnittsfläche ist besonders im Hinblick auf die Biegesteifigkeit des erfindungsgemäßen Nageleisens von Vorteil. Darüber hinaus ist diese Form aber auch für die Hände eines Benutzes besonders gut zu greifen.

Kurzbeschreibung der Zeichnungen

Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele erfindungsgemäßer Nageleisen anhand der beigefügten schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:

1 eine perspektivische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Nageleisens,

2 den Schnitt II-II in 1,

3 eine perspektivische Ansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Nageleisens,

4 den Schnitt IV-IV in 3,

5 eine perspektivische Ansicht eines dritten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Nageleisens und

6 den Schnitt VI-VI in 5.

Detaillierte Beschreibung des Ausführungsbeispiels

In den 1 und 2 ist ein Ausführungsbeispiel eines Nageleisens 10 bzw. eines so genannten Kuhfußes oder Geißfußes veranschaulicht, welches sich im Wesentlichen längs einer Achse 12 erstreckt. Das Nageleisen 10 ist an einem seiner beiden Endbereiche mit einem ersten gekröpften Wirkabschnitt 14 aus geschmiedetem Stahl versehen, an dessen Ende sich eine Klaue 16 befindet. Am anderen Endbereich des Nageleisens 10 ist ein zweiter gekröpfter Wirkabschnitt 18 aus geschmiedetem Stahl mit einem Flachstück 20 an dessen Ende.

Zwischen den beiden Wirkabschnitten 14 und 18 erstreckt sich bei dem Nageleisen 10 längs von dessen Achse 12 ein stabförmiger Griffabschnitt 22. Dieser Griffabschnitt 22 ist bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 und 2 als ein Hohlzylinder bzw. Rohr aus einem nichtmetallischen Material, nämlich faserverstärktem Kunststoff gestaltet. Der Griffabschnitt 22 ist an seinen Endbereichen mit den gekröpften Wirkabschnitten 14 und 18 jeweils mittels einer Verbindung 24 gekoppelt, die als eine kraftschlüssige Presspassung gestaltet ist. Zusätzlich sind die Verbindungen 24 mittels je einer sich quer durch den jeweiligen Wirkabschnitt 14 bzw. 18 sowie den Griffabschnitt 22 erstreckenden Niet 26 gesichert.

In den 3 und 4 ist ein Ausführungsbeispiel eines Nageleisens 10 veranschaulicht, welches hinsichtlich der Wirkabschnitte 14 und 18 wie das in den 1 und 2 dargestellte Ausführungsbeispiel gestaltet ist. Bei dem Nageleisen gemäß 3 und 4 ist jedoch der Griffabschnitt 22 nicht hohl sondern mit einem metallischen Kern 28 gestaltet, welcher die beiden Wirkabschnitte 14 und 18 miteinander verbindet und zusammen mit diesen in einem einzigen Schmiedevorgang gestaltet worden ist. Der Kern 28 ist im Griffabschnitt 22 an seinem gesamten Umfang mit einer Ummantelung 30 aus einem ersten, vergleichsweise festen Kunststoff versehen, in die einzelne Schalen 32 bzw. Griffmulden aus einem vergleichsweise weichen Kunststoff eingearbeitet sind. Die Ummantelung 30 und die Schalen 32 sind dabei bei einem einzigen Kunststoffspritzvorgang um den Kern 28 gespritzt worden.

In den 5 und 6 ist schließlich ein Ausführungsbeispiel eines Nageleisens 10 veranschaulicht, welches hinsichtlich der Wirkabschnitte 14 und 18 wiederum wie das in den 1 und 2 dargestellte Ausführungsbeispiel gestaltet ist. Bei dem Nageleisen gemäß 5 und 6 ist der Griffabschnitt 22 ferner ebenfalls mit einem metallischen Kern 28 gestaltet. Dieser Kern 28 erstreckt sich an einer bezogen auf die mit der Achse 12 sowie den Abkröpfbögen der Wirkabschnitte 14 und 18 gebildeten Hauptbewegungsebene 34 der Wirkabschnitte 14 und 18 bis an die Oberfläche des Griffabschnitts 22 (siehe Ober- und Unterseite des Kerns 28 in dem in 6 dargestellten Querschnitt des Griffabschnitts 22). An den bezogen auf 6 seitlichen Flächen des Griffabschnitts 22 ist dieser mit Schalen 32 aus einem Kunststoffmaterial umspritzt. Auf diese Wiese sind der Griffabschnitt 22 in der Hauptbewegungsebene 34 betrachtet insgesamt mit einer hochformatigen Querschnittsfläche 36 und ferner auch der metallische Kern 28 innerhalb des Griffabschnitts 22 mit einer hochformatigen Querschnittsfläche 38 gestaltet.

Abschließend sei angemerkt, dass sämtlichen Merkmalen, die in den Anmeldungsunterlagen und insbesondere in den abhängigen Ansprüchen genannt sind, trotz des vorgenommenen formalen Rückbezugs auf einen oder mehrere bestimmte Ansprüche, auch einzeln oder in beliebiger Kombination eigenständiger Schutz zukommen soll.

10
Nageleisen
12
Achse
14
erster gekröpfter Wirkabschnitt
16
Klaue
18
zweiter gekröpfter Wirkabschnitt
20
Flachstück
22
Griffabschnitt
24
Verbindung
26
Niet
28
Kern
30
Ummantelung
32
Schale
34
Hauptbewegungsebene
36
Querschnittsfläche des Griffabschnitts
38
Querschnittsfläche des Kerns


Anspruch[de]
Nageleisen (10) mit mindestens einem gekröpften Wirkabschnitt (14; 18), der zum Angreifen an eingeschlagenen und zu entfernenden Nägeln oder dergleichen dient, und einem Griffabschnitt (22), der an den gekröpften Wirkabschnitt (14; 18) anschließt, dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkabschnitt (14; 18) aus einem metallischen Material und der Griffabschnitt (22) an seiner Außenseite zumindest abschnittsweise aus einem nichtmetallischen Material gestaltet ist. Nageleisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als nichtmetallisches Material ein Kunststoffmaterial zumindest abschnittsweise an der Außenseite des Griffabschnitts (22) vorgesehen ist. Nageleisen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Griffabschnitt (22) mit einem metallischen Kern (28) gestaltet ist, welcher insbesondere in der Hauptbewegungsebene (34) des gekröpften Wirkabschnitts (14; 18) betrachtet eine hochformatige Querschnittsfläche (38) aufweist. Nageleisen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Griffabschnitt (22) vollständig aus einem nichtmetallischen Material gebildet ist (1 und 2). Nageleisen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das nichtmetallische Material mit dem metallischen Material durch eine kraftschlüssige Verbindung (24), insbesondere eine Schraub- und/oder Nietverbindung gekoppelt ist. Nageleisen nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das nichtmetallische Material ein faserverstärktes Kunststoffmaterial umfasst (1 und 2). Nageleisen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das nichtmetallische Material mit dem metallischen Material, insbesondere dem metallischen Kern (28) durch einen Umspritzvorgang gekoppelt ist (3 bis 6). Nageleisen nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Griffabschnitt (22) in der Hauptbewegungsebene (34) des gekröpften Wirkabschnitts (14; 18) betrachtet und insbesondere in der Mitte seiner Längserstreckung insgesamt eine hochformatige Querschnittsfläche (36) aufweist.






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