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Dokumentenidentifikation DE102006028799A1 27.12.2007
Titel Antrieb für ein Flurförderzeug
Anmelder ZF Friedrichshafen AG, 88046 Friedrichshafen, DE
Erfinder Scharfenberg, Stephan, 99869 Tüttleben, DE;
Bald, Dirk, 99867 Gotha, DE;
Heinrich, Kai, 88285 Bodnegg, DE
DE-Anmeldedatum 23.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006028799
Offenlegungstag 27.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.12.2007
IPC-Hauptklasse B60K 17/30(2006.01)A, F, I, 20060623, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B62D 3/02(2006.01)A, L, I, 20060623, B, H, DE   B62D 5/00(2006.01)A, L, I, 20060623, B, H, DE   B62D 5/04(2006.01)A, L, I, 20060623, B, H, DE   B66F 9/06(2006.01)A, L, I, 20060623, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein Antrieb für ein Flurförderzeug weist einen Fahrmotor (1) und einen Lenkmotor (6) auf, welche koaxial zueinander angeordnet sind. Um bei einem Defekt im Lenkmotor den Antrieb manövrierfähig zu halten, kann das Getriebegehäuse (11) über ein Stirnradgetriebe (12) durch einen weiteren Antrieb (16) angetrieben werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Antrieb für ein Flurförderzeug nach der im Oberbegriff von Anspruch 1 näher definierten Art.

Die DE 10 2004 006 722 A1 offenbart einen gattungsgemäßen Antrieb für ein Flurförderzeug, bei welchem ein Fahrmotor über ein Stirnradgetriebe und ein Kegelradgetriebe ein Fahrzeugrad im Sinne einer Fahrbewegung antreibt, und ein Lenkmotor ein Getriebegehäuse, welches über ein Drehkranzlager drehbar gelagert ist, im Sinne einer Lenkbewegung antreibt.

Bei einem Defekt in der elektrischen Versorgung oder im Lenkmotor ist das Fahrzeug manövrierunfähig, da es keine Möglichkeit gibt, das Fahrzeugrad in die gewünschte Lenkposition zu bringen.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Antrieb für ein Flurförderzeug zu schaffen, welcher auch bei Ausfall der elektrischen Versorgung so manövrierfähig bleibt, dass eine Notlenkung möglich ist.

Die Aufgabe wird mit einem, auch die kennzeichnenden Merkmale des Hauptanspruchs aufweisenden, gattungsgemäßen Antrieb gelöst.

Erfindungsgemäß weist der Antrieb einen Fahrmotor und einen Lenkmotor auf, welche koaxial angeordnet sind, wobei der Lenkmotor das Getriebegehäuse, in welchem das Fahrzeugrad gelagert ist, zumindest mittelbar, im Sinne einer Lenkbewegung antreibt. Zusätzlich weist der Antrieb ein weiteres Antriebsmittel auf, über welches mittel- oder unmittelbar das Getriebegehäuse im Sinne einer Lenkbewegung verdrehbar ist. Dieses weitere Antriebsmittel ist so angeordnet, dass außerhalb der radialen Erstreckung des Lenkmotors das Antriebsmittel zugänglich ist, um auf dieses entsprechend einzuwirken.

In einer weiteren Ausgestaltungsform der Erfindung weist dieses weitere Antriebsmittel Mittel zur Aufnahme eines Werkzeugs, wie beispielsweise einen elektrischen oder mit Druckluft betreibbaren oder manuellen Drehmomentschrauber oder Schraubenschlüssel, auf, mittels welchem eine Kraft auf das weitere Antriebsmittel aufbringbar ist, um das Getriebegehäuse im Sinne einer Lenkbewegung zu verdrehen. Somit ist es möglich, das Fahrzeugrad in die gewünschte Lenkstellung zu bringen, um beispielsweise das Fahrzeug aus einer Gefahrenzone zu entfernen.

In einer weiteren Ausgestaltungsform der Erfindung weist der Antrieb ein Stirnradgetriebe auf, wobei ein Stirnrad mit der Rotorwelle des Lenkmotors drehfest verbunden ist und das weitere Stirnrad eine Drehachse aufweist, welche radial außerhalb der Erstreckung des Lenkmotors angeordnet ist. Durch dieses zusätzliche Untersetzungsgetriebe wird ein geringes Lenkdrehmoment benötigt, um das Getriebegehäuse im Sinne einer Lenkbewegung zu verdrehen. Zusätzlich kann das außerhalb der Drehachse des Lenkmotors angeordnete Stirnrad im Durchmesser klein ausgeführt werden, wodurch der Bauraum des Gesamtantriebs nicht nachteilig vergrößert wird.

In einer weiteren Ausgestaltungsform der Erfindung ist ein erstes Stirnrad eines Stirnradgetriebes mit dem Getriebegehäuse verbunden oder mit diesem einstückig ausgebildet, und das mit diesem Stirnrad in Wirkverbindung stehende Stirnrad drehbar um eine Drehachse angeordnet, welche außerhalb des Drehkranzlagers des Antriebs angeordnet ist. Vorzugsweise sind die Mittel zur Aufnahme des Werkzeugs bei diesem Stirnrad in Richtung Fahrmotor angeordnet, um dieses Stirnrad durch das Werkzeug von oben, d. h. von der Richtung der Motore, verdrehen zu können.

In einer weiteren Ausgestaltungsform der Erfindung ist eine Rotorwelle des Lenkmotors mit einem Planetengetriebe und zusätzlich mit einem Zwischenrad eines Stirnradgetriebes in Wirkverbindung, wobei das Zwischenrad mit einem weiteren Stirnrad in Wirkverbindung ist, dessen Drehachse außerhalb der radialen Erstreckung des Lenkmotors angeordnet ist.

Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Antriebs wird ein Antrieb für ein Flurförderzeug geschaffen, welcher auch bei einem Ausfall der Stromversorgung für den Lenkmotor lenkbar ist, ohne den Antrieb im Bauraum nachteilig zu vergrößern.

Weitere Merkmale sind der Figuren-Beschreibung zu entnehmen. Es zeigen:

1 einen Antrieb für ein Flurförderzeug mit einem Stirnradgetriebe zwischen dem Lenkmotor und dem Fahrmotor und

2 auf der linken Hälfte einen Antrieb mit einem Stirnradgetriebe, welches direkt mit dem Getriebegehäuse in Verbindung steht, und auf der rechten Hälfte einen Antrieb mit einem Stirnradgetriebe mit einem Zwischenrad, welches direkt auf eine innere Zentralwelle eines Planetengetriebes wirkt.

Fig. 1:

Ein Fahrmotor 1 treibt über eine Rotorwelle 2 ein Stirnradgetriebe 3 an, welches über ein nicht gezeigtes Kegelradgetriebe ein Fahrzeugrad 4 antreibt. Die Rotorwelle 2 durchdringt eine hohle Rotorwelle 5 des Lenkmotors 6. Die Rotorwelle 5 treibt ein inneres Zentralrad 7 eines Planetengetriebes 8 an, wodurch der Innenring 9 eines Drehkranzlagers 10 und das mit diesem verbundene Getriebegehäuse 11 im Sinne einer Drehbewegung drehbar ist. Zwischen dem Fahrmotor 1 und dem Lenkmotor 6 ist ein Stirnradgetriebe 12 angeordnet, dessen erstes Stirnrad 13 drehfest mit der Rotorwelle 5 verbunden ist, dessen zweites Stirnrad 14 eine Drehachse 15 aufweist, welche radial außerhalb des Lenkmotors 6 angeordnet ist. Das Stirnrad 14 ist drehfest mit einer Aufnahme für ein Werkzeug 16, beispielsweise in Form eines Sechskant, verbunden. Somit besteht die Möglichkeit, mit einem Werkzeug, beispielsweise mit einem Schraubenschlüssel, das Stirnrad 14 zu verdrehen, wodurch das Stirnrad 13 die Rotorwelle 5 antreibt. Das Stirnrad 14 ist über eine Lagerung 17 gelagert und über diese direkt mit dem Motorgehäuse 18 verbunden.

Fig. 2:

Ein Stirnrad 19 weist eine Aufnahme für ein Werkzeug 16 auf, um es verdrehen zu können. Das Stirnrad 19 steht in Wirkverbindung mit einem Stirnrad 20, welches mit dem Getriebegehäuse 11 verbunden oder mit diesem einstückig ausgebildet ist, wodurch das Getriebegehäuse 11 bei Verdrehen des Stirnrades 19 um die Drehachse 21 im Sinne einer Lenkbewegung verdreht werden kann. Die Drehachse 21 ist außerhalb des Drehkranzlagers 10 angeordnet, wodurch die Aufnahme für das Werkzeug in Richtung Fahrmotor 1 angeordnet sein kann, um von dieser Richtung das Werkzeug zuführen zu können.

Eine weitere Möglichkeit, das Getriebegehäuse 11 zu verdrehen besteht darin, ein Zwischenrad 22 zwischen dem Lenkmotor 6 und dem Planetengetriebe 8 anzuordnen, wobei das Zwischenrad 22 einerseits mit der Verzahnung des inneren Zentralrades 7 und andererseits mit einem Stirnrad 23 in Wirkverbindung steht, welches um eine Drehachse 24 drehbar ist. Die Drehachse 24 ist radial außerhalb des Lenkmotors 6 angeordnet, wodurch ein Werkzeug mit der Aufnahme für das Werkzeug 16 in Wirkverbindung gebracht werden kann.

1
Fahrmotor
2
Rotorwelle
3
Stirnradgetriebe
4
Fahrzeugrad
5
Rotorwelle
6
Lenkmotor
7
inneres Zentralrad
8
Planetengetriebe
9
Innenring
10
Drehkranzlager
11
Getriebegehäuse
12
Stirnradgetriebe
13
erstes Stirnrad
14
zweites Stirnrad
15
Drehachse
16
Aufnahme für ein Werkzeug
17
Lagerung
18
Motorgehäuse
19
Stirnrad
20
Stirnrad
21
Drehachse
22
Zwischenrad
23
Stirnrad
24
Drehachse


Anspruch[de]
Antrieb für ein Flurförderzeug mit einem Lenkmotor (6) und einem Fahrmotor (1), wobei der Lenkmotor (6) mit einem Getriebegehäuse (11) in Verbindung steht und dieses im Sinne einer Lenkbewegung antreibt, und der Fahrmotor (1) den Antrieb im Sinne eines Fahrantriebs antreibt, wobei der Fahrmotor (1) und der Lenkmotor (6) koaxial angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass ein weiteres Antriebsmittel (12, 19, 23) mittelbar oder unmittelbar mit dem Getriebegehäuse (11) in Wirkverbindung steht, wobei dieses Antriebsmittel (12, 19, 23) radial außerhalb des Lenkmotors (6) angeordnet und über dieses Antriebsmittel das Getriebegehäuse (11) im Sinne einer Lenkbewegung drehbar ist. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Rotorwelle (5) des Lenkmotors (6) mit einem Stirnradgetriebe (12) verbunden ist, wobei die Drehachse (15) des nicht mit der Rotorwelle (5) verbundenen Stirnrades (14) radial außerhalb des Lenkmotors angeordnet ist. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsmittel Mittel zur Aufnahme eines Werkzeuges (16) aufweisen, mittels welchem sich das Antriebsmittel antreiben läßt. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebegehäuse (11) mit einem Stirnradgetriebe (19, 20) verbunden ist, wobei die Drehachse (21) des nicht mit dem Getriebegehäuse (11) verbundenen Stirnrads (19) radial außerhalb eines Drehkranzlagers (10) angeordnet ist. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Rotorwelle (5) des Lenkmotors (6) mit einem inneren Zentralrad (7) in Wirkverbindung steht, mit welchem ein Stirnradgetriebe (22, 23) in Wirkverbindung steht, wobei das Stirnradgetriebe ein Zwischenrad (22) aufweist, welches einerseits mit dem inneren Zentralrad (7) und andererseits mit einem Stirnrad (23) in Wirkverbindung steht, wobei die Drehachse (24) dieses Stirnrades (23) radial außerhalb des Lenkmotors (6) angeordnet ist. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Rotorwelle (2) des Fahrmotors (1) eine Rotorwelle (5) des Lenkmotors (6) durchdringt. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Lenkmotor (6) das Getriebegehäuse (11) über ein Planetengetriebe (8) antreibt. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrmotor (1) ein Fahrzeugrad (4) über ein Stirnradgetriebe (3) und ein Kegelradgetriebe antreibt.






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