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Dokumentenidentifikation DE102006028933A1 27.12.2007
Titel Gassack und Verfahren zur Herstellung eines Gassacks
Anmelder TRW Automotive GmbH, 73553 Alfdorf, DE
Erfinder Aranzulla, Daniele, 73525 Schwäbisch Gmünd, DE;
Ißler, Bernd, 73660 Urbach, DE
Vertreter Prinz und Partner GbR, 80335 München
DE-Anmeldedatum 23.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006028933
Offenlegungstag 27.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.12.2007
IPC-Hauptklasse B60R 21/23(2006.01)A, F, I, 20060623, B, H, DE
Zusammenfassung Ein Gassack für eine Fahrzeuginsassen-Schutzvorrichtung umfaßt einen oberen Mantelteil (10) und einen unteren Mantelteil (12), die an ihren Rändern mittels einer ersten Naht (30) miteinander verbunden sind. Der obere Mantelteil (10) weist einen zwischen zwei gegenüberliegenden Randabschnitten verlaufenden gefalteten Mantelabschnitt (34) auf. Die erste Naht (30) verläuft über den gefalteten Mantelabschnitt (34). Ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Gassacks umfaßt folgende Schritte:
- Aufeinanderlegen des oberen und des unteren Mantelteils (10, 12);
- Falten des oberen Mantelteils (10) so, daß sich der gefaltete Mantelabschnitt (34) zwischen zwei gegenüberliegenden Randabschnitten des oberen Mantelteils (10) erstreckt, und
- Verbinden der beiden Mantelteile (10, 12) entlang ihrer Ränder mittels einer ersten Naht (30), wobei die erste Naht (30) über den gefalteten Mantelabschnitt (34) verläuft.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Gassack für eine Fahrzeuginsassen-Schutzvorrichtung, mit einem oberen Mantelteil und einem unteren Mantelteil, die an ihren Rändern mittels einer ersten Naht miteinander verbunden sind. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Gassacks.

In Fahrzeuginsassen-Schutzvorrichtungen kommen abhängig von den Anforderungen, den Innenraumabmessungen und -konturen unterschiedlich aufgebaute Gassäcke zum Einsatz. Es wird prinzipiell unterschieden zwischen zweidimensionalen und dreidimensionalen Gassäcken.

Zweidimensionale Gassäcke bestehen üblicherweise aus zwei Mantelabschnitten, die flach ausgebreitet aufeinandergelegt und randseitig miteinander vernäht werden, so daß sich im aufgeblasenen Zustand eine Kissenform ergibt. Diese Art von Gassäcken ist kostengünstig herstellbar, insbesondere weil sie aufgrund ihres einfachen Aufbaus maschinell vernäht werden können. Zweidimensionale Gassäcke werden im Falle ebener Abstützflächen und einfacher Konturen eingesetzt.

Dreidimensionale Gassäcke weisen Mantelabschnitte mit komplizierterer Form auf und werden in der Regel nicht im ausgebreiteten Zustand miteinander vernäht. Dadurch werden im aufgeblasenen Zustand definierte dreidimensionale Gassackformen ermöglicht. Ein Beispiel hierfür ist die sog. L-Form, die in Beifahrer-Gassackmodulen zum Einsatz kommt. Im aufgeblasenen Zustand erstreckt sich ein solcher Gassacks zwischen der Oberseite Instrumententafel und der Windschutzscheibe und wölbt sich dann nach unten über die Instrumententafel. Dreidimensionale Gassäcke können zwar besser an geschwungene Oberflächen und kompliziertere Konturen angepaßt werden; ihre Herstellung ist aber deutlich aufwendiger, da ein maschinelles Vernähen aufgrund der komplizierten Nahtverläufe meist nicht möglich ist.

Die Erfindung schafft einen dreidimensionalen Gassack, der sehr kostengünstig herstellbar ist.

Gemäß der Erfindung ist bei einem Gassack der eingangs genannten Art vorgesehen, daß der obere Mantelteil einen zwischen zwei gegenüberliegenden Randabschnitten verlaufenden gefalteten Mantelabschnitt aufweist, und daß die erste Naht über den gefalteten Mantelabschnitt verläuft. Der erfindungsgemäße Gassack kann aufgrund des einfachen Nahtverlaufs wie ein zweidimensionaler Gassack maschinell vernäht werden. Die eingenähte Falte sorgt aber dafür, daß der Gassack im aufgeblasenen Zustand keine einfache Kissenform, sondern eine definierte dreidimensionale Form einnimmt. Somit kombiniert die Erfindung die einfache Herstellung eines zweidimensionalen Gassacks mit den Vorzügen eines dreidimensionalen Gassacks.

Die Erfindung schafft auch ein Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Gassacks mit folgenden Schritten:

  • – Aufeinanderlegen des oberen und des unteren Mantelteils;
  • – Falten des oberen Mantelteils so, daß sich der gefaltete Mantelabschnitt zwischen zwei gegenüberliegenden Randabschnitten des oberen Mantelteils erstreckt, und
  • – Verbinden der beiden Mantelteile entlang ihrer Ränder mittels einer ersten Naht, wobei die erste Naht über den gefalteten Mantelabschnitt verläuft.

Vorteilhafte und zweckmäßige Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Gassacks sowie des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und aus den beigefügten Zeichnungen, auf die Bezug genommen wird. In den Zeichnungen zeigen:

1 die Mantelteile eines erfindungsgemäßen Gassacks nach einer ersten Ausführungsform;

2 die Mantelteile aus 1 während der Herstellung des erfindungsgemäßen Gassacks;

3 verschiedene Varianten der Form des erfindungsgemäßen Gassacks nach der ersten Ausführungsform;

4 den erfindungsgemäßen Gassacks nach der ersten Ausführungsform im aufgeblasenen Zustand aus Sicht des Beifahrers;

5 den erfindungsgemäßen Gassacks nach der ersten Ausführungsform im aufgeblasenen Zustand in Seitenansicht;

6, 7, 8 einen erfindungsgemäßen Gassacks nach einer zweiten Ausführungsform in verschiedenen Herstellungsschritten; und

9 den erfindungsgemäßen Gassacks nach der zweiten Ausführungsform im aufgeblasenen Zustand in Seitenansicht.

In 1 sind ein oberer Mantelteil 10 und ein unterer Mantelteil 12 dargestellt, aus denen ein erfindungsgemäßer Gassack nach einer ersten Ausführungsform hergestellt werden kann. Beide Mantelteile 10, 12 haben im wesentlichen eine Glockenform mit einem Einblasabschnitt 14, einem Mittelabschnitt 16 mit parallel verlaufenden Seitenrändern und einem schürzenförmigen, erweiterten Endabschnitt 18, der zwei abgeschrägte Enden 20 aufweist.

Im unteren Mantelteil 12 ist im Einblasabschnitt 14, der mit einer Verstärkung 22 mit Nahtschutz versehen ist, ein Einblasmund 24 gebildet, der ebenfalls verstärkt ist. Im oberen Mantelteil 10 sind im Übergangsbereich zwischen dem Einblasabschnitt 14 und dem Mittelabschnitt 16 zwei Abströmöffnungen 26 vorgesehen.

Die Außenkonturen der beiden Mantelteile 10 12 ist mit Ausnahme der Mittelabschnitte 16 nahezu identisch. Der Mittelabschnitt 16 des oberen Mantelteils 10 ist gegenüber dem Mittelabschnitt 16 des unteren Mantelteils 12 verlängert, und der untere Mantelteil 12 weist zwei seitlich abstehende Verstärkungslappen 28 auf.

In 1 ist auch der Verlauf der Naht 30 gezeigt, mit der die beiden Mantelteile 10, 12 später verbunden werden. Vor dem Vernähen wird aber zunächst der obere Mantelteil 10 entlang der beiden Faltkanten 32 gefaltet, wobei der dem Endabschnitt 18 zugewandte Teil des Mittelabschnitts 16 unter den Teil des Mittelabschnitts 16 geschoben wird, der dem Einblasabschnitt 14 zugewandt ist (siehe 2). Der so gebildete Faltabschnitt (gefalteter Mantelabschnitt) 34erstreckt sich zwischen den gegenüberliegenden Randabschnitten des Mittelabschnitts 16 über die gesamte Breite des oberen Mantelteils 10. Nach dem Falten hat der Mittelabschnitt 16 des oberen Mantelteils 10 in Draufsicht die gleichen Abmessungen wie der Mittelabschnitt 16 des unteren Mantelteils 12, so daß die beiden Mantelteile 10, 12 insgesamt deckungsgleich sind.

Die beiden Mantelabschnitte 10, 12 werden nun aufeinander gelegt, und die beiden Verstärkungslappen 28 werden so umgeklappt, daß sie auf dem gefalteten Mantelabschnitt 34 des oberen Mantelteils 10 zu liegen kommen. Anschließend werden die beiden Mantelteile 10, 12 miteinander vernäht. Die Naht 30 verläuft bei dieser Ausführungsform umlaufend, d. h. ohne Unterbrechung, entlang der Ränder der Mantelteile 10, 12. Die Naht 30 erfaßt dabei auch die Verstärkungslappen 28 und den gefalteten Mantelabschnitt 34.

In 3 sind einige Varianten des fertig vernähten Gassacks gezeigt, die sich hauptsächlich in der Form der Endabschnitte 18 unterscheiden. Es sind auch unsymmetrische Formen möglich.

Nach dem Vernähen wird der Gassack durch den Einblasmund 24 gestülpt und kann in ein Gassackmodul, bevorzugt in ein beifahrerseitiges Modul, einer Fahrzeuginsassen-Schutzvorrichtung verbaut werden.

In den 4 und 5 ist der Gassack im aufgeblasenen Zustand gezeigt. Der Gassack entfaltet sich aus einer Öffnung auf der Oberseite der Instrumententafel 36 und erstreckt sich zwischen dieser und der Windschutzscheibe 38 auf den Beifahrer zu. Aufgrund des eingenähten gefalteten Mantelabschnitts 34 wölbt sich der Gassack über die Instrumententafel 36 des Fahrzeugs nach unten. Aus Sicht des Beifahrers hat der Gassack die Form eines T mit zwei seitlichen Flügeln 40. Die Abströmöffnungen 26 sind zu den Seiten orientiert.

Eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gassacks ist in den 6 bis 9 dargestellt. Form und Gestaltung der Mantelteile 10, 12 stimmen im wesentlichen mit der zuvor beschriebenen Ausführungsform überein, so daß die gleichen Bezugszeichen verwendet werden.

Auch das Falten des Mittelabschnitts 16 des oberen Mantelteils 10 und das Umklappen der Verstärkungslappen 28 bei der Herstellung des Gassacks sind gleich. Allerdings ist hier die Naht 30, mit der die beiden Mantelabschnitte 10, 12 verbunden werden, an den Enden 20 unterbrochen, wie in 6 zu sehen ist.

Als weiterer Herstellungsschritt kommt bei dieser Ausführungsform hinzu, daß die beiden offenen Enden 20 übereinander gelegt und durch eine weitere Naht 42 miteinander verbunden werden, so daß der Gassack die in 7 gezeigte Form erhält. Anschließend wird der Gassack durch den Einblasmund 24 gestülpt (siehe 8).

9 zeigt den Gassack im aufgeblasenen Zustand. Auch hier ist die Wölbung über die Instrumententafel 36 nach unten vorhanden. Da die Enden eingenäht sind, weist der Gassack keine seitlichen Flügel auf. Vielmehr bilden die eingenähten Enden 20 einen Einzug 44, der im Vergleich zur ersten Ausführungsform zu einer größeren Höhe H des vorderen Gassackabschnitts 46 führt.


Anspruch[de]
Gassack für eine Fahrzeuginsassen-Schutzvorrichtung, mit einem oberen Mantelteil (10) und einem unteren Mantelteil (12), die an ihren Rändern mittels einer ersten Naht (30) miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Mantelteil (10) einen zwischen zwei gegenüberliegenden Randabschnitten verlaufenden gefalteten Mantelabschnitt (34) aufweist, und daß die erste Naht (30) über den gefalteten Mantelabschnitt (34) verläuft. Gassack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenkontur des oberen Mantelteils (10) mit dem gefalteten Mantelabschnitt (34) im wesentlichen deckungsgleich mit der Außenkontur des unteren Mantelteils (12) ist. Gassack nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Mantelteil (12) im Bereich des gefalteten Mantelabschnitts (34) Verstärkungslappen (28) aufweist, die so umgeklappt sind, daß sie auf dem gefalteten Mantelabschnitt (34) liegen. Gassack nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Naht (30) über die Verstärkungslappen (28) läuft. Gassack nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelteile (10, 12) jeweils einen erweiterten Endabschnitt (18) aufweisen. Gassack nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Endabschnitte (18) jeweils zwei entgegengesetzte Enden (20) aufweisen und daß die Enden (20) des oberen Mantelteils (10) nicht durch die erste Naht (30) mit den Enden (20) des unteren Mantelteils (12) verbunden sind. Gassack nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die einen Enden (20) des oberen und des unteren Mantelteils (10, 12) durch eine zweite Naht (42) mit den entgegengesetzten Enden (20) des oberen und des unteren Mantelteils (10, 12) verbunden sind. Verfahren zur Herstellung eines Gassacks nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit folgenden Schritten:

– Aufeinanderlegen des oberen und des unteren Mantelteils (10, 12);

– Falten des oberen Mantelteils (10) so, daß sich der gefaltete Mantelabschnitt (34) zwischen zwei gegenüberliegenden Randabschnitten des oberen Mantelteils (10) erstreckt, und

– Verbinden der beiden Mantelteile (10, 12) entlang ihrer Ränder mittels einer ersten Naht (30), wobei die erste Naht (30) über den gefalteten Mantelabschnitt (34) verläuft.
Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Mantelteil (12) im Bereich des gefalteten Mantelabschnitts (34) Verstärkungslappen (28) aufweist, die vor Bildung der ersten Naht (30) so umgeklappt werden, daß sie auf dem gefalteten Mantelabschnitt (34) liegen. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelteile (10, 12) jeweils einen erweiterten Endabschnitt (18) mit entgegengesetzten Enden (20) aufweisen und daß die Enden (20) des oberen Mantelteils (10) nicht durch die erste Naht (30) mit den Enden (20) des unteren Mantelteils (12) verbunden werden. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die einen Enden (20) des oberen und des unteren Mantelteils (10, 12) durch eine zweite Naht (42) mit den entgegengesetzten Enden (20) des oberen und des unteren Mantelteils (10, 12) verbunden werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Gassack nach dem Vernähen umgestülpt wird.






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