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Dokumentenidentifikation DE102006029056A1 27.12.2007
Titel Spinnmaschine
Anmelder Oerlikon Textile GmbH & Co. KG, 41069 Mönchengladbach, DE
Erfinder Weide, Thomas, Dr., 41189 Mönchengladbach, DE;
Siewert, Ralf, 41366 Schwalmtal, DE
DE-Anmeldedatum 24.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006029056
Offenlegungstag 27.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.12.2007
IPC-Hauptklasse D01H 1/02(2006.01)A, F, I, 20060624, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D01H 4/08(2006.01)A, L, I, 20060624, B, H, DE   D01H 4/16(2006.01)A, L, I, 20060624, B, H, DE   D01H 1/115(2006.01)A, L, I, 20060624, B, H, DE   D01H 4/02(2006.01)A, L, I, 20060624, B, H, DE   D01H 13/06(2006.01)A, L, I, 20060624, B, H, DE   B65H 54/28(2006.01)A, L, I, 20060624, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Spinnmaschine (1), die über eine Vielzahl von in Reihe angeordneter Arbeitsstellen (2) verfügt, die jeweils eine Spinnvorrichtung (5) zur Fertigung eines Fadens (8) und eine Fadenchangiereinrichtung (10) zur Herstellung einer in einem Spulenrahmen (22) einer Spulvorrichtung (6) drehbar gehalterten Kreuzspule (9) aufweisen, mit einer Einrichtung (19) zur Bereitstellung des beim Spinnen benötigten Unterdruckes sowie einem Antrieb (14) zur gemeinsamen Traversierung der Fadenführer (11) der Fadenchangiereinrichtungen (10).
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass wenigstens der Antrieb (14) für die Fadenchangiereinrichtungen (10) und die Einrichtung (19) zur Erzeugung des beim Spinnen benötigten Unterdruckes in einem Maschinengestell (3) angeordnet sind, das zwischen den Arbeitsstellen (2) der Spinnmaschine (1) angeordnet ist und dass die Zahl der Arbeitsstellen (2) auf jeder Seite des Maschinengestelles (3) mindestens 40% der Gesamt-Arbeitsstellen-Zahl beträgt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Spinnmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

In der Textilindustrie sind verschiedene Arten von Spinnmaschinen im Einsatz, die in der Patentliteratur zum Teil recht ausführlich beschrieben sind.

Derartige Spinnmaschinen sind beispielsweise Ringspinnmaschinen, Friktionsspinnmaschinen, Luftspinnmaschinen oder Offenend-Rotorspinnmaschinen.

Solche Textilmaschinen weisen in der Regel eine Vielzahl in Reihe nebeneinander angeordneter Arbeitsstellen sowie zwei endseitig angeordnete Maschinengestelle, die so genannten Endgestelle auf.

Auf den Arbeitsstellen von Friktionsspinnmaschinen, Luftspinnmaschinen und Offenend-Rotorspinnmaschinen wird dabei ein vorzugsweise in Spinnkannen vorgelegtes Faserband zu einem Faden versponnen und anschließend zu einer Kreuzspule aufgewickelt. Die einzelnen Arbeitsstellen weisen zu diesem Zweck jeweils unter anderem eine Spinnvorrichtung sowie eine Spulvorrichtung auf.

Durch die DE 199 15 529 A1 sind beispielsweise Offenend-Rotorspinnmaschinen bekannt, bei denen sowohl die Arbeitsorgane der Spinnvorrichtung als auch die Arbeitsorgane der Spulvorrichtung über maschinenlange Antriebsmittel beaufschlagt werden.

Das heißt, im Bereich der Spinnvorrichtungen laufen maschinenlange Tangentialriemen zum Antreiben der Spinnrotoren und der Faserband-Auflösewalzen um. Außerdem ist eine maschinenlange Antriebswelle zum Antreiben der Faserband-Einzugszylinder vorgesehen.

Auch der Antrieb der im Bereich der Spulvorrichtungen angeordneten Wickelwalzen erfolgt über eine maschinenlange Wickelwelle.

Des Weiteren ist im Bereich der Spulvorrichtung eine hin- und her bewegbare Fadenführerstange vorhanden, an der eine Vielzahl von Fadenführern festgelegt ist.

Die verschiedenen Antriebsmittel sind über entsprechende Getriebe an elektromotorische Antriebe angeschlossen, die, wie die Getriebe, in den Endgestellen der Textilmaschine angeordnet sind.

Die Endgestelle solcher Offenend-Rotorspinnmaschinen weisen außerdem eine Einrichtung zur Erzeugung des beim Spinnen benötigten Unterdruckes, eine Einrichtung zum Filtern der Abluft sowie eine spinnmaschineneigene Steuereinrichtung auf.

Es sind auch Offenend-Rotorspinnmaschinen bekannt, deren Arbeitstellen Einrichtungen aufweisen, die wenigstens zum Teil durch Einzelantriebe beaufschlagt werden.

Durch die DE 43 09 947 A1 sind beispielsweise Offenend-Rotorspinnvorrichtungen Stand der Technik, bei denen der Faserband-Einzugszylinder und/oder die Faserband-Auflösewalze jeweils durch einen Einzelantrieb angetrieben werden.

Offenend-Rotorspinnmaschinen, bei denen verschiedene im Bereich der Arbeitsstellen angeordnete Einrichtungen durch Einzelantriebe beaufschlagt werden, sind auch in der DE 100 62 096 A1 beschrieben.

Bei diesen bekannten Rotorspinnmaschinen weisen die Arbeitsstellen beispielsweise jeweils eine Offenend-Spinnvorrichtung mit einem einzelmotorisch angetriebenen Faserband-Einzugszylinder auf. Die Arbeitsstellen dieser Offenend-Rotorspinnmaschinen verfügen außerdem über eine einzelmotorisch angetriebene Fadenabzugseinrichtung, eine einzelmotorisch angetriebene Wickelwalze sowie über einen Einzelantrieb für die Paraffiniereinrichtung.

Auch bei diesen bekannten Offenend-Rotorspinnmaschinen mit mehreren Einzelantrieben im Bereich der Arbeitsstellen sind jedoch verschiedene Ver- und Entsorgungseinrichtungen und Antriebe in den maschinenendseitig positionierten Maschinengestellen angeordnet.

Die Einrichtung zum Erzeugen des Spinnunterdruckes, die Einrichtung zum Filtern der Abluft, die spinnmaschineneigene Steuereinrichtung sowie der Antrieb für die Fadenchangierung sind beispielsweise in den Endgestellen der Textilmaschine angeordnet.

Nachteilig bei diesen Textilmaschinen ist nicht nur die Anordnung ihrer Ver- und Entsorgungseinrichtungen in den Endgestellen, sondern auch die Position des Antriebes der Fadenchangiereinrichtung in diesem Bereich.

Das heißt, bei solchen Textilmaschinen ist, um stets eine ausreichende Versorgung aller Arbeitsstellen mit dem beim Spinnen notwendigen Unterdruck trotz der relativ hohen Verluste innerhalb der langen Luftleitkanäle zu gewährleisten, nicht nur ein großer Querschnitt der Luftleitkanäle erforderlich, sondern auch eine hohe Leistung der Unterdruckquelle.

Außerdem kommt es bei diesen Spinnmaschinen, obwohl die lange Fadenführerstange der Fadenchangiereinrichtung zur Reduzierung der bewegten Massen und zur Minimierung der während des Spinnbetriebes auftretenden Längenausdehnung aus einem leichten, aber hochfesten und entsprechend teueren Material gefertigt ist, oft zu Problemen, die sich mit wachsender Anzahl der Arbeitsstellen noch vergrößern.

Aus der Patentliteratur ist es des Weiteren bekannt, bei sehr langen Spinnmaschinen, wie sie beispielsweise Ringspinnmaschinen mit weit über 1000 Arbeitsspindeln darstellen, zum Antreiben der langen Streckwerkswalzen mehrere separate Elektromotoren vorzusehen.

In der DE 26 41 434 A1 ist beispielsweise eine Ringspinnmaschine beschrieben, bei der die Torsion in den Walzensträngen der Unterwalzen der maschinenlangen Streckwerke dadurch verringert werden soll, dass jeder Walzenstrang jeweils durch zwei endseitig sowie durch einen mittig angeordneten Motor angetrieben wird.

Die DE 102 09 992 A1 beschreibt eine Ringspinnmaschine, die einen modularen Aufbau aufweist.

Das heißt, die Arbeitsorgane dieser Textilmaschine sind in so genannten Modulen zusammengefasst, wobei bei Bedarf mehrere dieser Module zusammengesetzt werden können.

An diesen Modulen sind Antriebseinheiten festlegbar, die rechts oder links bzw. rechts und links angeordnet werden können.

Des weiteren können mehrere dieser Ringspinnmaschinen so in Reihe nebeneinander positioniert werden, dass sie an eine gemeinsame Unterdruckversorgungseinrichtung angeschlossen werden können.

Schließlich ist in der DE 10 2004 016 796 A1 eine Spinnmaschine beschrieben, bei der die Antriebe für die maschinenlangen Antriebsmittel, über die die Arbeitsorgane im Bereich der Arbeitsstellen beaufschlagt werden, sowie die Ver- und Entsorgungseinrichtungen der Textilmaschine auf verschiedene Maschinengestelle verteilt sind.

Das heißt, diese Spinnmaschinen weisen endseitige Maschinengestelle und zwischen den Endgestellen ein weiteres Maschinengestell auf.

Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Spinnmaschine zu schaffen, die kostengünstig zu fertigen und so ausgebildet ist, dass trotz des Einsatzes von Gruppenantrieben negative Torsions- bzw. Dehnungseinflüsse im Bereich der Antriebsmittel minimiert werden und außerdem während des Spinnbetriebes sichergestellt ist, dass an allen Arbeitsstellen stets ein gleichmäßiger, ausreichend hoher Spinnunterdruck ansteht, wobei die Leistung der Unterdruckquelle eine vorgegebene Leistungsaufnahme nicht überschreiten soll.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Spinnmaschine gelöst, wie sie im Anspruch 1 beschrieben ist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die im Anspruch 1 beschriebene Ausführungsform einer Spinnmaschine, bei der wenigstens der Antrieb für die Fadenchangiereinrichtungen sowie die Einrichtung zur Erzeugung des beim Spinnen benötigten Unterdruckes in einem Maschinengestell angeordnet sind, das bezüglich der Spinnmaschine so angeordnet ist, dass die Zahl der Arbeitsstellen auf jeder Seite des Maschinengestelles mindestens 40% der Gesamt-Arbeitsstellen-Zahl beträgt, hat den Vorteil, dass sich bei einer solchen Ausbildung nicht nur die Länge der Fadenführerstange sowie die Länge der Luftleitkanäle etwa halbiert wird, sondern dass die Spinnmaschine auch insgesamt etwas kürzer baut.

Das heißt, die aufgrund der etwa mittigen Anordnung des Maschinengestelles deutlich verkürzte Länge der Fadenführerstangen hat zur Folge, dass sich auch die Längendehnung dieser Fadenführerstangen während des Betriebes deutlich reduziert. Die Verkürzung der Länge der Luftleitkanäle, über die der notwendige Spinnunterdruck auf die Arbeitsstellen verteilt wird, auf etwa die Hälfte, führt außerdem zu einer deutlichen Reduzierung der Druckverluste in den Luftleitkanälen.

Das heißt, eine Spinnmaschine mit nur einem, mittig positionierten Maschinengestell, in dem die notwendigen Antriebe zur Beaufschlagung der im Bereich der Arbeitsstellen angeordneten Arbeitsorgane angeordnet sind, ist nicht nur kostengünstig zu fertigen, sondern kann im Bedarfsfall auch leicht über die bislang üblichen Maschinenlängen hinaus vergrößert werden, ohne dass Schwierigkeiten zum Beispiel mit der Fadenführerstange der Fadenchangiereinrichtung oder mit der Spinnunterdruck-Versorgung der Textilmaschine zu befürchten sind.

Die erfindungsgemäßen Spinnmaschinen, deren Gesamtmaschinenlänge, wie vorstehend angedeutet, im Bedarfsfall auch nachträglich noch verändert, vorzugsweise vergrößert, werden kann, zeichnet sich, insbesondere da sie nur ein Maschinengestell aufweist, durch ein sehr günstiges Preis-/Leistungsverhältnis aus.

Wie im Anspruch 2 beschrieben, ist in vorteilhafter Ausführungsform des Weiteren vorgesehen, dass das Maschinengestell der Spinnmaschine Antriebe zur Beaufschlagung von Tangentialriemen aufweist.

Die Tangentialriemen rotieren ihrerseits über Reibschluss die in den Spinnvorrichtungen der Arbeitsstellen gelagerten Spinnrotoren.

Wie im Anspruch 3 dargelegt, ist dabei vorzugsweise eine Anordnung gewählt, bei der jeder der Antriebe jeweils einen Tangentialriemen antreibt, der seinerseits die Spinnrotoren der Arbeitsstellen auf einer Seite des Maschinengestelles beaufschlagt. Für die Arbeitsstellen auf der Vorderseite der Textilmaschine und die Arbeitsstellen auf der Rückseite der Textilmaschine kommen dabei jeweils getrennte Tangentialriemen zum Einsatz.

Das heißt, in bevorzugter Ausführungsform weist die Spinnmaschine vier Tangentialriemen auf, die über entsprechende Antriebe separat beaufschlagt werden können.

Es ist allerdings auch möglich, zum Beispiel für die Spinnrotoren auf der Seite rechts vom Maschinengestell und für die Spinnrotoren auf der Seite links vom Maschinengestell jeweils einen gemeinsamen Tangentialriemen einzusetzen, wobei diese Tangentialriemen dann jeweils durch separate Antriebe beaufschlagt werden.

Unabhängig von der Anzahl der eingesetzten Tangentialriemen stellen solche, in einem mittig angeordneten Maschinengestell positionierten Tangentialriemenantrieb eine kostengünstige und bewährte Antriebsart dar, die einen sehr flexiblen und vielseitigen Betrieb der Textilmaschine ermöglicht.

Wie im Anspruch 4 dargelegt, ist in vorteilhafter Ausgestaltung des Weiteren vorgesehen, dass das Maschinengestell mit Antrieben ausgestattet ist, die die Wickelwalzen der im Bereich der Arbeitsstellen angeordneten Spulvorrichtungen rotieren. Vorzugsweise sind dabei für die einzelnen Maschinenabschnitte separate Wickelwellen vorgesehen.

Wie im Anspruch 5 beschrieben, ist beispielsweise den Arbeitstellen, die auf der Maschinenvorderseite links vom Maschinengestell angeordnet sind, ebenso eine eigene Wickelwelle zugeordnet, wie den entsprechenden Arbeitsstellen, die rechts vom Maschinengestell positioniert sind.

Eine entsprechende Anordnung der Wickelwellen ist auch für die Arbeitsstellen auf der Rückseite der Textilmaschine vorgesehen.

Die vorbeschriebene Anordnung hat gegenüber der bislang bei Spinnmaschinen üblichen Verwendung maschinenlanger Wickelwellen mit endseitiger Krafteinleitung den Vorteil, dass es zu einer deutlichen Senkung der Torsionsbelastung der Wickelwellen kommt.

Wie im Anspruch 6 beschrieben, ist in vorteilhafter Ausführungsform außerdem vorgesehen, dass den Arbeitsstellen Leerhülsen-Versorgungseinrichtungen und Kreuzspulen-Entsorgungseinrichtungen zugeordnet sind, die so ansteuerbar sind, dass die Arbeitsstellen auf jeder der beiden Seiten des Maschinengestelles sowie auf der Vorder- und der Rückseite der Spinnmaschine definiert ver- und entsorgt werden können.

Gemäß Anspruch 7 sind die Antriebe für die Leerhülsen-Versorgungseinrichtungen sowie die Antriebe für Kreuzspulen-Entsorgungseinrichtungen in das etwa mittig angeordnete Maschinengestell integriert.

Die Möglichkeit einer Versorgung der Textilmaschine von beiden Seiten her, führt zu einem Höchstmaß an Flexibilität bei der Ver- und Entsorgung derartiger Textilmaschine.

Wie im Anspruch 8 beschrieben, weist das mittig installierte Maschinengestell der Spinnmaschine vorteilhafterweise außerdem einen Anschlussstutzen zur Zuführung von Energie auf.

Über einen solchen, etwa in der Maschinenmitte angeordneten Energieanschluss, kann die Spinnmaschinen auf einfache Weise mit Energie der verschiedensten Art versorgt werden.

Über den Anschlussstutzen kann beispielsweise neben elektrischer Energie aus einem spinnereieigenen Versorgungsnetz auch pneumatische Energie zugeführt werden.

Des Weiteren kann der Anschlussstutzen, wie im Anspruch 9 angedeutet, auch an eine spinnereieigene Klimaanlage angeschlossen werden.

Weitere Einzelheiten der Erfindung sind einem nachfolgend anhand der Zeichnung erläuterten Ausführungsbeispiel entnehmbar.

Es zeigt:

1 schematisch eine Spinnmaschine mit einer Vielzahl baugleicher Arbeitsstellen und einem etwa mittig zwischen den Arbeitsstellen angeordneten Maschinengestell,

2 eine Spinnmaschine, bei der im Maschinengestell Antriebe, zur getrennten Beaufschlagung der rechts bzw. links vom Maschinengestell angeordneten Arbeitsstellen,

3 eine perspektivische Darstellung einer Sektion einer Spinnmaschine gemäß der 1 oder 2,

4 eine Arbeitsstelle einer Offenend-Rotorspinnmaschine in Seitenansicht,

5 eine im Bereich der Arbeitsstellen einer Offenend-Rotorspinnmaschine angeordnete Offenend-Spinnvorrichtung mit einer zugehörigen Spulvorrichtung, in einem größeren Maßstab.

1 zeigt als Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Spinnmaschine eine Offenend-Rotorspinnmaschine 1 mit einer Vielzahl von Arbeitsstellen 2 und einem etwa mittig zwischen den Arbeitsstellen 2 angeordneten Maschinengestell 3.

Wie in 1 angedeutet und in 2 näher dargestellt, sind jeweils mehrere dieser Arbeitsstellen 2 zu einer Sektion 4, die in der Regel eine Montageeinheit darstellt, zusammengefasst.

Die Arbeitsstellen 2 weisen dabei ihrerseits jeweils eine Offenend-Spinnvorrichtung 5 sowie eine Spulvorrichtung 6 auf. Wie bekannt, wird in den Offenend-Spinnvorrichtungen 5 jeweils ein Faserband, das in Spinnkannen 7 vorgelegt wird, zu einem Faden 8 versponnen, der anschließend auf der Spulvorrichtung 6 zu einer Kreuzspule 9 aufgewickelt wird.

Die Arbeitsorgane der Arbeitsstellen 2 werden dabei entweder mittels so genannter Gruppenantriebe oder, wenigstens teilweise, durch Einzelantriebe beaufschlagt.

Über einen solchen Gruppenantrieb wird beispielsweise die im Bereich der Spulvorrichtung 6 angeordnete, in den 4 und 5 dargestellte Fadenchangiereinrichtung 10 betätigt, deren Fadenführer 11 über Fadenführerstangen 12 sowie ein Fadenführergetriebe 13 an einen Antrieb 14 angeschlossen sind.

Das Fadenführergetriebe 13 und der zugehörige Antrieb 14 sind dabei, wie in den 1 und 2 angedeutet, in dem mittig zwischen den Arbeitsstellen 2 positionierten Maschinengestell 3 angeordnet.

In diesem Maschinengestell 3 ist auch wenigstens ein Antrieb 15 sowie ein Getriebe 17 für die Wickelwellen 16 angeordnet, die über im Bereich der Arbeitsstellen 2 angeordnete Wickelwalzen 18 die Kreuzspulen 9 reibschlüssig antreiben.

Des Weiteren weist das Maschinengestell 3 eine Einrichtung 19 zur Erzeugung des während des Spinnprozesses benötigten Unterdruckes sowie eine Filtereinrichtung 27 zur Reinigung der sich beim Spinnprozess ergebenden Abluft auf.

Innerhalb des Maschinengestelles 3 sind auch Antriebe 20 und 21 für Tangentialriemen 23 bzw. 26, die die Spinnrotoren 24 bzw. die Auflösewalzen 28 der Spinnvorrichtungen 5 beaufschlagen, sowie eine spinnmaschineneigene Steuereinrichtung 29 positioniert.

Außerdem weist das Maschinengestell 3 einen Anschlussstutzen 25 auf, über den von außen Energie auf die Offenend-Spinnmaschine 1 gegeben werden kann.

Über den Anschlussstutzen 25 kann die Offenend-Spinnmaschine 1 beispielsweise an eine externe Pneumatikquelle oder an eine spinnereieigene Klimaanlage angeschlossen werden.

Die 2 zeigt eine entsprechende Offenend-Rotorspinnvorrichtung 1, die allerdings im Bereich des Maschinengestelles 3 jeweils mehrere Antriebe 14 für die Fadenchangiereinrichtungen 10, mehrere Antriebe 15 für die Wickelwellen 16 sowie Antriebe 20, 21 für die Tangentialriemen 23, 26 aufweist.

In 3 ist in perspektivischer Darstellung eine der als Sektionen 4 bezeichneten Montageeinheiten der Offenend-Spinnmaschine 1 dargestellt.

Diese Sektionen 4, die jeweils auf ihrer Vorder- und auf ihrer Rückseite zwölf Arbeitsstellen 2 mit jeweils einer Spinnvorrichtung 5 und einer Spulvorrichtung 6 aufweisen, sind in größerer Anzahl, in Reihe nebeneinander, beidseitig an das Maschinengestell 3 angeschlossen.

Wie in 2 angedeutet, weisen die Sektionen 4 durchgehende Ver- und Entsorgungskanäle sowie Antriebsmittel zur Beaufschlagung der verschiedenen Arbeitsorgane der Arbeitsstellen 2 auf.

In 2 ist beispielsweise der Luftleitkanal, über den die Spinnvorrichtungen 5 an eine Unterdruckversorgungseinrichtung 19 angeschlossen sind, mit der Bezugszahl 36 gekennzeichnet. Antriebsmittel, die in jeder Sektion 4 bereits vorinstalliert sind, sind zum Beispiel die Fadenführerstangen 12 und die Wickelwellen 16.

Bei der Fertigmontage der Offenend-Spinnmaschine 1 an ihrem Aufstellungsplatz werden die Enden der in den Sektionen 4 vorinstallierten Fadenführerstangen 12 und Wickelwellen 16 mit den Enden der entsprechenden Fadenführerstangen 12 und Wickelwellen 16 jeweils benachbarter Sektionen 4 verbunden.

Die 3 zeigt in Seitenansicht eine Hälfte der Arbeitsstellen 2 einer Offenend-Rotorspinnmaschine 1.

Solche Offenend-Spinnmaschinen 1 weisen in der Regel eine Vielzahl solcher Arbeitsstellen 2 auf, die, wie vorstehend bereits erläutert, jeweils mit einer Spinnvorrichtung 5 sowie mit einer Spuleinrichtung 6 ausgestattet sind.

In den Spinnvorrichtungen 5 wird ein in Spinnkannen 7 vorgelegte Faserband jeweils zu einem Faden 8 versponnen, der auf der Spuleinrichtung 6 zu einer Kreuzspule 9 aufgewickelt wird.

Die Spuleinrichtungen 6 weisen zu diesem Zweck, wie an sich bekannt, jeweils einen Spulenrahmen 22 zum drehbaren Haltern der Hülse einer Kreuzspule 9, eine Wickelwalze 18 sowie eine Fadenchangiereinrichtung 10 auf.

Der Antrieb der im Bereich der Spulvorrichtung 6 angeordneten Wickelwalze 18 erfolgt als Gruppenantrieb, das heißt, es sind Wickelwellen 16 vorgesehen, an denen jeweils mehrere Wickelwalzen 18 festgelegt sind.

Die Wickelwellen 16, vorzugsweise, wie in 2 angedeutet, vier sich von der Maschinenmitte aus auf der Maschinenvorderseite sowie auf der Maschinenrückseite nach rechts bzw. links erstreckende Antriebswellen, werden über Antriebe 15, die jeweils ein entsprechendes Getriebe 17 beaufschlagen, angetrieben.

Die Antriebe 15 und die Getriebe 17 sind dabei in dem maschinenmittig positionierten Maschinengestell 3 angeordnet. Im Bereich der Spulvorrichtung 6 ist außerdem eine Fadenchangiereinrichtung 10 angeordnet, deren Antrieb ebenfalls als Gruppenantrieb ausgebildet ist.

Das bedeutet, an Fadenführerstangen 12, die über Getriebe 13 an Antriebe 14 angeschlossen sind, sind die einzelnen Fadenführer 11 festgelegt.

Auch die Antriebe 14 und die Getriebe 17 der Fadenchangiereinrichtungen 10 sind im Maschinengestell 3 angeordnet.

Wie in 4 dargestellt, verfügen die Spinnvorrichtungen 5 jeweils im Wesentlichen, wie bekannt, über einen in einer Stützscheibenlagerung 30 abgestützten Spinnrotor 24, eine Faserband-Auflösewalze 28 sowie über einen Faserbandeinzugszylinder 33.

Gemäß vorliegendem Ausführungsbeispiel wird der Spinnrotor 24 über einen beispielsweise maschinenlangen Tangentialriemen 23 angetrieben.

Die Faserband-Auflösewalze 28 wird vorzugsweise ebenfalls über einen entsprechenden Tangentialriemen 26 beaufschlagt, während der Faserbandeinzugszylinder 33 über einen Antrieb 34 einzelmotorisch antreibbar ist.

Vorzugsweise sind jeweils getrennte Tangentialriemen 23 bzw. 26 für die Arbeitsstellen 2 auf der Seite rechts bzw. links des Maschinengestelles 3 sowie für die Vorder- bzw. Rückseite der Offenend-Rotorspinnmaschine vorgesehen.

In einer weiteren Ausführungsform kommen Tangentialriemen zum Einsatz, die jeweils nur die Arbeitsorgane auf der rechten bzw. auf der linken Maschinenseite beaufschlagen.

Wie in 4 angedeutet, verfügen die Arbeitsstellen 2 jeweils außerdem über eine Fadenabzugseinrichtung 35 mit einem Einzelantrieb 31.

Die 5 zeigt eine der Arbeitsstellen 2 in Vorderansicht. Wie angedeutet, wird auf solchen Arbeitsstellen 2 als Ausgangsmaterial ein Faserband 40 zugeführt, das in der Auflöseeinrichtung durch die Auflösewalze 28 zu Einzelfasern aufgelöst wird.

Die Einzelfasern werden anschließend dem Spinnrotor 24 zugeführt, der sie zu einem Faden 8 dreht, der durch ein Abzugsröhrchen als Faden 8 von Fadenabzugseinrichtung 35 abgezogen wird.

Der Faden 8 wird zum Abschluss auf der Spulvorrichtung 6 zu einer Kreuzspule 9 aufgewickelt.

Während des Auflaufens auf die durch die Wickelwalze 18 rotierte Kreuzspule 9 wird der Faden 8 durch den Fadenführer 11 der Fadenchangiereinrichtung 10 hin- und herbewegt.

Die Fadenführer 11 sind dabei, wie vorstehend bereits beschrieben auf einer Fadenführerstange 12 angeordnet.


Anspruch[de]
Spinnmaschine (1), die über eine Vielzahl von in Reihe angeordneter Arbeitsstellen (2) verfügt, die jeweils eine Spinnvorrichtung (5) zur Fertigung eines Fadens (8) und eine Fadenchangiereinrichtung (10) zur Herstellung einer in einem Spulenrahmen (22) einer Spulvorrichtung (6) drehbar gehalterten Kreuzspule (9) aufweisen, mit einer Einrichtung (19) zur Bereitstellung des beim Spinnen benötigten Unterdruckes sowie einem Antrieb (14) zur gemeinsamen Traversierung der Fadenführer (11) der Fadenchangiereinrichtungen (10),

dadurch gekennzeichnet,

dass wenigstens der Antrieb (14) für die Fadenchangiereinrichtungen (10) und die Einrichtung (19) zur Erzeugung des beim Spinnen benötigten Unterdruckes in einem Maschinengestell (3) angeordnet sind, das zwischen den Arbeitsstellen (2) der Spinnmaschine (1) angeordnet ist und

dass die Zahl der Arbeitsstellen (2) auf jeder Seite des Maschinengestelles (3) mindestens 40% der Gesamt-Arbeitsstellen-Zahl beträgt.
Spinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Maschinengestell (3) Antriebe (20) zur Beaufschlagung von Tangentialriemen (23) aufweist, die ihrerseits über Reibschluss die in den Spinnvorrichtungen (5) der Arbeitsstellen (2) gelagerten Spinnrotoren (24) rotieren. Spinnmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils ein Tangentialriemen (23) für die Arbeitsstellen (2) vorgesehen ist, die auf einer Seite des Maschinengestelles (3), getrennt nach Vorder- bzw. Rückseite der Maschine, angeordnet sind. Spinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Maschinengestell (3) mit Antrieben (15) ausgestattet ist, die ihrerseits mit Wickelwellen (16) für die Spulvorrichtungen (6) in Verbindung stehen. Spinnmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Spulvorrichtungen (6) auf einer Seite des Maschinengestelles (3), getrennt nach Vorder- bzw. Rückseite der Maschine, jeweils eine gemeinsame Wickelwelle (16) aufweisen. Spinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass den Arbeitsstellen (2) Leerhülsen-Versorgungseinrichtungen und Kreuzspulen-Entsorgungseinrichtungen zugeordnet sind, die so ansteuerbar sind, dass die Arbeitsstellen (2) auf jeder der beiden Seiten des Maschinengestelles (3) definiert ver- und entsorgbar sind. Spinnmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebe für die Leerhülsen-Versorgungseinrichtungen sowie die Antriebe für Kreuzspulen-Entsorgungseinrichtungen in das etwa mittig angeordnete Maschinengestell (3) integriert sind. Spinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Maschinengestell (3) Anschlussstutzen (25) zur Zuführung vom Energie aufweist. Spinnmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass am Maschinengestell (3) ein Anschlussstutzen (25) zum Anschließen einer Klimaanlage vorgesehen ist.






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