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Dokumentenidentifikation DE102006029297A1 27.12.2007
Titel Anbohrarmatur
Anmelder VIEGA GmbH & Co. KG, 57439 Attendorn, DE
Erfinder Kuckertz, Stefan, 57462 Olpe, DE;
Sinuplu, Sudi, 57439 Attendorn, DE;
Ginczek, Christoph, 51709 Marienheide, DE
Vertreter COHAUSZ & FLORACK, 40211 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 23.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006029297
Offenlegungstag 27.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.12.2007
IPC-Hauptklasse B23B 41/08(2006.01)A, F, I, 20060623, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F16L 41/08(2006.01)A, L, I, 20060623, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anbohrarmatur (1) zum Herstellen einer Bohrung (2) in einer Wandung (3) eines ein strömendes Medium führenden Rohres (4), insbesondere Kunststoffrohres, mit einem Armaturengehäuse (5), das an das Rohr (4) festlegbar ist, einem im Armaturengehäuse (5) beweglich gelagerten, eine Längsachse (X) aufweisenden Antriebselement (6), das relativ zur anzubohrenden Wandung (3) in Richtung seiner Längsachse (X) hin- und herbewegbar ist und an seinem der Wandung (3) zugewandten Ende (7) eine Öffnung (8) und einen dahinter angeordneten Hohlraum (9) aufweist, einem mindestens eine Schneide (10) aufweisenden, hohlen und an beiden Enden offenen Schneidkopf (11), der durch das Antriebselement (6) in die anzubohrende Wandung (3) treibbar ist, um ein Teil (12) der Wandung (3) aus dieser herauszuschneiden. Um eine Verstopfung oder Kontamination durch aus der Rohrwandung herausgelöste Teile möglichst zu vermeiden, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass mindestens eine Nut (13) vorgesehen ist, die von der Öffnung (8) des Antriebselements (6) in den Hohlraum (9) verläuft, und/oder dass im Hohlraum (9) ein Fixierungsmittel (14) vorgesehen ist, dass derart ausgebildet ist, dass es das herausgeschnittene Teil (12) im Hohlraum (9) festhält.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anbohrarmatur zum Herstellen einer Bohrung in einer Wandung eines ein strömendes Medium führenden Rohres, insbesondere Kunststoffrohres, mit einem Armaturengehäuse, das an das Rohr festlegbar ist, einem im Armaturengehäuse beweglich gelagerten eine Längsachse aufweisenden Antriebselement, das relativ zur anzubohrenden Wandung in Richtung seiner Längsachse hin- und herbewegbar ist und an seinem der Wandung zugewandten Ende eine Öffnung und einen dahinter angeordneten Hohlraum aufweist, einem mindestens eine Schneide aufweisenden, hohlen und an beiden Enden offenen Schneidkopf, der durch das Antriebselement in die anzubohrende Wandung treibbar ist, um ein Teil der Wandung aus dieser herauszuschneiden. Ferner betrifft die Erfindung eine Verbindungsanordnung mit einer entsprechenden Anbohrarmatur und einem ein strömendes Medium führenden Rohr.

Eine Anbohrarmatur der eingangs genannten Art, wie sie beispielsweise aus der DE 196 29 459 C2 bekannt ist, ermöglicht ein Anbohren von Rohrleitungen unter Druck ohne Verwendung von zusätzlichen Anbohrgeräten.

Für das Anbohren von Kunststoffrohren unterscheidet man zwei Arten der Anbohrung. Bei Polyethylen-(PE)Rohren ist der Schneidkopf als Stanzer ausgebildet, welcher ein scheibenförmiges Teil aus der Wandung des Rohres herausstanzt, indem der Stanzer über eine als Antriebselement dienende Spindel in die Rohrwandung eingetrieben wird. Häufig ist der als Stanzer ausgebildete Schneidkopf Bestandteil einer Stützhülse, die nach dem Stanzvorgang beim Zurückziehen des Antriebselements dauerhaft im Rohr zur Verstärkung der Öffnung verbleibt.

Bei Polyvinylchlorid-(PVC)Rohren ist der Schneidkopf als Fräser ausgebildet und weist in der Regel mehrere Schneiden auf. Dabei wird über ein Antriebselement, hierbei handelt es sich in der Regel auch um eine Spindel, der Schneidkopf in eine gleichzeitig rotatorische und translatorische Bewegung gebracht, so dass ein scheibenförmiges Teil aus dem Rohr herausgeschnitten bzw. -gefräst wird. Da der Schneidkopf hierbei fest mit dem Antriebselement verbunden ist, verbleibt der Schneidkopf hierbei nach dem Bohrvorgang nicht als Stützhülse in der Bohrung.

Problematisch bei beiden beschriebenen Anbohrverfahren ist, dass durch das Anbohren Teile der Rohrwandung aus dieser herausgelöst werden. So entstehen beim Herausfräsen der Scheibe zwangsläufig Späne, die in das Rohrleitungssystem gelangen und dort zu Verstopfungen führen können. Auch kann unter Umständen das in der Rohrleitung strömende Medium durch Späne, beispielsweise Späne der äußeren Schichten der Rohrwandung, kontaminiert werden. Entsprechendes gilt auch für die durch Fräsen herausgelöste Scheibe.

Im Falle des Austanzens eines scheibenförmigen Teils entstehen zwar kaum Späne, allerdings besteht auch hier die Gefahr der Verstopfung oder Kontamination durch die herausgelöste und von der Strömung mitgerissene Scheibe.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Anbohrarmatur der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, dass eine Verstopfung oder Kontamination durch aus der Rohrwandung herausgelöste Teile möglichst vermieden wird.

Die zuvor hergeleitete und aufgezeigte Aufgabe wird gemäß einer ersten Lehre der vorliegenden Erfindung bei einer Anbohrarmatur der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass mindestens eine Nut vorgesehen ist, die von der Öffnung des Antriebselements in den Hohlraum verläuft.

Wird nun mit der erfindungsgemäßen Anbohrarmatur mittels des Schneidkopfes ein Teil der Wandung aus dieser herausgeschnitten, so gelangt das Teil durch den hohlen und an seinen Enden offenen Schneidkopf ins Innere des Antriebselements und wird dort gehalten. Gleichzeitig werden die durch den Schneidvorgang anfallenden Späne durch die mindestens eine Nut an dem Wandungsteil vorbei in den Hohlraum des Antriebselements geführt. Wird nach dem Anbohren das Antriebselement zurückgezogen, so verbleiben die Späne dauerhaft in dem Hohlraum des Antriebselements, der nach unten hin durch das herausgeschnittene Teil verschlossen ist. Die Späne können auf diese Weise nicht in das Rohrleitungssystem gelangen und zu Verstopfungen oder einer Kontamination führen.

Die zuvor hergeleitete und aufgezeigte Aufgabe wird gemäß einer zweiten Lehre der vorliegenden Erfindung bei einer Anbohrarmatur der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass im Hohlraum ein Fixierungsmittel vorgesehen ist, dass derart ausgebildet ist, dass es das herausgeschnittene Teil im Hohlraum festhält.

Das Fixierungsmittel hat den Vorteil, dass das aus der Wandung herausgeschnittene Teil, während oder nachdem es durch den hohlen und an seinen Enden offenen Schneidkopf in den Hohlraum des Antriebselements gelangt ist, in diesem sicher fixiert ist. Auf diese Weise kann nach dem Zurückziehen des Antriebselements nach dem Bohrvorgang das herausgeschnittene Teil nicht in das Rohrleitungssystem gelangen und dort zu einer Verstopfung oder einer Kontamination führen.

Vorteilhaft ist bei einer Anbohrarmatur der eingangs genannten Art, wenn das im Hohlraum vorgesehene Fixierungsmittel, das derart ausgebildet ist, dass es das herausgeschnittene Teil im Hohlraum festhält, in Kombination mit der mindestens einen vorgesehenen Nut, die von der Öffnung des Antriebselements in den Hohlraum verläuft, realisiert ist. Auf diese Weise wird einerseits sicher verhindert, dass sich das herausgeschnittene Teil nach dem Anbohrvorgang unbeabsichtigt löst, da dieses durch das Fixierungsmittel gehalten wird. Andererseits werden die anfallenden Späne beim Anbohrvorgang über die mindestens eine Nut vorbei am herausgeschnittenen Teil in den Hohlraum im Antriebselement geführt und verbleiben dort nach dem Zurückziehen des Antriebselements, da dieses von dem herausgeschnittenen Teil sicher verschlossen ist.

Vorteilhafterweise ist bei den zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen Anbohrarmaturen das Antriebselement vor dem Anbohren soweit in den Schneidkopf eingeführt, dass das Ende des Antriebselements unmittelbar benachbart zu dem Bereich des Schneidkopfes mit der mindestens einen Schneide ist. Mit anderen Worten, das der Rohrwandung zugewandte Ende des Antriebselementes ist, bezogen auf die Längsachse, im wesentlichen auf derselben Höhe wie das die mindestens eine Schneide aufweisende Ende des Schneidkopfes. Auf diese Weise gelangt während des Anbohrvorgangs das herausgeschnittene Teil der Wandung unmittelbar nach Passieren der mindestens einen Schneide durch die Öffnung des Antriebselements in den dafür vorgesehenen Hohlraum, in dem es festgehalten wird.

Bei Verwendung eines Fixierungsmittels, das das herausgeschnittene Teil im Hohlraum festhält, weist gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anbohrarmatur das Fixierungsmittel ein Innengewinde auf. Vorteilhafterweise ragt dabei das Innengewinde gegenüber der innenseitigen Oberfläche des Hohlraums hervor. Auf diese Weise kann bei einem Anbohrvorgang, bei dem sich der Schneidkopf dreht, gleichzeitig das herausgeschnittene Teil der Wandung in das Innengewinde des Antriebselements gedreht werden.

Besonders einfach funktioniert dies, wenn das Antriebselement möglichst weit in den Schneidkopf eingeführt ist und das Innengewinde unmittelbar benachbart zu der mindestens einen Schneide positioniert ist. Diese Anordnung ermöglicht, dass noch vor Beendigung des Anbohrvorgangs, wenn also das herauszuschneidende Teil noch nicht vollständig aus der Wandung gelöst ist, bereits der obere Teil des herauszulösenden Teils in dem Innengewinde festgedreht wird. Zu dem Zeitpunkt, in welchem der Schneidkopf die Wandung dann vollständig durchstoßen hat, ist das herausgeschnittene Teil dadurch bereits fest auf das Innengewinde gedreht und kann auf diese Weise beim Zurückziehen des Antriebselements nicht unbeabsichtigt aus dem Hohlraum des Antriebselements in das Rohrleitungssystem gelangen.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist der Schneidkopf vom Antriebselement lösbar. Vorzugsweise ist der Schneidkopf dabei Bestandteil einer mit dem Antriebselement lösbar verbundenen Stützhülse. Auf diese Weise kann der Schneidkopf beim Zurückziehen des Antriebselements nach dem Anbohrvorgang als Verstärkung der Bohrung in der Rohrwandung verbleiben, so dass erfindungsgemäß erstmalig auch bei PVC-Rohren eine Stützhülse eingebracht werden kann. Gemäß dem Stand der Technik war dies bisher deshalb nicht möglich, da für PVC-Rohre immer Fräser verwendet wurden, die fest mit dem Antriebselement verbunden waren. Im vorliegenden Fall ist der Fräser, also der Schneidkopf, aber ohne weiteres vom Antriebselement lösbar. Dabei ist es von Vorteil, wenn gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung zwischen dem Schneidkopf und dem Antriebselement eine Verbindung, insbesondere eine Rastverbindung vorgesehen ist, die sich vorzugsweise automatisch löst, sobald das Antriebselement von der Wandung wegbewegt wird. Hier ist zum Lösen ein Eingriff durch eine Bedienperson nicht mehr erforderlich.

Gemäß noch einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anbohrarmatur ist das Antriebselement als Spindel ausgebildet, die im Armaturengehäuse in einem Gewinde, insbesondere einem Innengewinde, geführt ist. Auf diese Weise kann mit einfachen Mitteln eine gleichzeitig rotatorische und translatorische Bewegung des Schneidkopfes erzeugt werden. Durch eine solche Bewegung kann die Schneide besonders effektiv in die Rohrwandung getrieben werden und einen scheibenförmigen Teil der Wandung aus dieser herauslösen.

Die mindestens eine Nut verläuft gemäß einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anbohrarmatur winkelig zur Längsachse. Auf diese Weise wird beim Anbohrvorgang ein gewisser Drall auf die anfallenden Späne übertragen, der diese dazu veranlasst, sich aufzurollen. Befinden sich solchermaßen aufgerollte Späne erst einmal in dem Hohlraum im Antriebselement, so ist es kaum möglich, dass Teile der Späne unbeabsichtigt durch die mindestens eine Nut vorbei an dem ausgeschnittenen Teil in das Rohrleitungssystem gelangen. Durch den Drall und das damit verbundene Aufrollen wird nämlich erreicht, dass sich ein vergrößertes Volumen der Spänemasse gegenüber nicht-aufgerollten Spänen ergibt und sich die einzelnen Späne zudem untereinander verhaken.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist die mindestens eine Nut eine Länge L auf, die größer als die Breite B des Fixierungsmittels ist. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die mindestens eine Nut von der Öffnung des Antriebselements in dem Bereich des Antriebselements, in dem das Fixierungsmittel ausgebildet ist, verläuft und sich vorzugsweise hinter dem Bereich fortsetzt. Auf diese Weise werden die Späne zuverlässig auch durch den Bereich des Fixierungsmittels, insbesondere des Innengewindes, vorbei an dem herausgeschnittenen bzw. herauszuschneidenden Teil in den Hohlraum im Antriebselement geführt.

Bei der erfindungsgemäßen Anbohrarmatur sind bei wiederum einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung mehrere Nuten vorgesehen, die in regelmäßigen Abständen über den Umfang des Antriebsmittels angeordnet sind. Beispielsweise ist eine Anordnung von drei Nuten denkbar, die in Abständen von 120° über den Umfang des Antriebselements verteilt sind. Dabei ist vorzugsweise jede Nut einer Schneide am Schneidkopf zugeordnet, die ebenfalls in regelmäßigen Abständen über den Umfang des Schneidkopfs verteilt sein können. Für einen besonders guten Abtransport der Späne können auch in der bzw. den Schneiden und/oder innenseitig des Schneidkopfes eine oder mehrere Nuten vorgesehen sein, die in dem Fall, wenn das Antriebselement vor dem Anbohrvorgang in den Schneidkopf eingeführt ist, eine Verlängerung der Nut bzw. Nuten im Antriebselement bilden.

Gemäß einer anderen vorteilhafte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anbohrarmatur sind der Schneidkopf und/oder das Antriebselement zylindrisch ausgebildet. Die zylindrische Ausbildung ermöglicht den Einsatz einer gleichzeitig rotatorischen und translatorischen Bewegung des Antriebselements bzw. Schneidkopfes, was wiederum zu einem optimalen Schnitt während des Anbohrvorgangs führt.

Gemäß wieder einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die mindestens eine Schneide derart angeordnet, dass das durch die mindestens eine Schneide herausgeschnittene Teil einen Querschnitt hat, der größer als der Querschnitt der Öffnung und/oder der Querschnitt des Hohlraums, insbesondere der Querschnitt des Hohlraums im Bereich des Fixierungsmittels, ist. Auf diese Weise wird eine optimale Klemmwirkung zwischen dem herausgeschnittenen Teil und der Innenseite des Hohlraums des Antriebselements bzw. des Fixierungsmittels erreicht.

Schließlich wird die zuvor hergeleitete und aufgezeigte Aufgabe gemäß einer dritten Lehre der vorliegenden Erfindung bei einer Verbindungsanordnung mit einer Anbohrarmatur und einem ein strömendes Medium führenden Rohr dadurch gelöst, dass die Anbohrarmatur wie zuvor beschrieben ausgebildet ist. Eine solche Verbindungsanordnung gewährleistet, dass beim Anbohrvorgang aus der Rohrwandung herausgelöste Teile im Hohlraum des Antriebselements festgehalten werden und so nicht in das Rohrleitungssystem gelangen können. Dadurch werden unerwünschte Verstopfungen oder eine Kontamination des strömenden Mediums sicher vermieden.

Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten, die erfindungsgemäße Anbohrarmatur und die erfindungsgemäße Verbindungsanordnung auszugestalten und weiterzubilden. Hierzu wird beispielsweise verwiesen einerseits auf die Unteransprüche, andererseits auf die Beschreibung eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung. In der Zeichnung zeigt:

1 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verbindungsanordnung mit einer Anbohrarmatur vor dem Anbohrvorgang;

2 die Verbindungsanordnung aus 1 während des Anbohrvorgangs; und

3 die Verbindungsanordnung aus 1 nach dem Anbohrvorgang.

In 1 ist eine Schnittansicht einer Verbindungsanordnung und einer Anbohrarmatur 1 gemäß der vorliegenden Erfindung dargestellt. Die Verbindungsanordnung weist neben der Anbohrarmatur 1 ein ein strömendes Medium führendes Rohr 4 auf, wobei es sich im vorliegenden Fall um ein PVC-Rohr handelt.

Die dargestellte Anbohrarmatur 1 dient, wie die Abfolge der 1 bis 3 zeigt, zum Herstellen einer Bohrung 2 in die Wandung 3 des Rohres 4.

Dazu weist die Anbohrarmatur 1 ein Armaturengehäuse 5 auf, das an das Rohr 4 mittels einer sogenannten Anbohrschelle festgelegt ist. Im Armaturengehäuse 5 ist ein eine Längsachse X aufweisendes und als Spindel ausgebildetes Antriebselement 6 beweglich gelagert, das relativ zur anzubohrenden Wandung 3 in Richtung seiner Längsachse X hin- und herbewegbar ist und an seinem der Wandung 3 zugewandten Ende 7 eine Öffnung 8 und einen dahinter angeordneten Hohlraum 9 aufweist. Ferner ist ein Schneidkopf 11, der Bestandteil einer mit dem Antriebselement 6 lösbar verbundenen Stützhülse 15 ist, vorgesehen, der mehrere über den Umfang gleichmäßig verteilte Schneiden 10 aufweist. Der Schneidkopf 11 ist hohl und an seinen beiden Enden offen. Ein Ende weist zur Rohrwandung 3 hin und ist mit den Schneiden 10 bestückt. Durch das andere Ende ist der den Hohlraum 9 aufweisende Abschnitt des Antriebselements 6 soweit in den Schneidkopf 11 eingeführt, dass das untere Ende 7 des Antriebselements 6 benachbart zu dem Bereich mit den Schneiden 10 positioniert ist.

Durch das Antriebselement 6 ist der Schneidkopf 11 bzw. die Stützhülse 15 in die anzubohrende Wandung 3 treibbar, um ein Teil 12 der Wandung 3, wie in den 2 und 3 dargestellt, aus dieser herauszuschneiden. 1 zeigt allerdings zunächst den Zustand vor dem Anbohrvorgang.

Die in den 1 bis 3 dargestellte Anbohrarmatur 1 weist ferner mehrere Nuten 13 auf, die jeweils von der Öffnung 8 des Antriebselements 6 in den Hohlraum 9 verlaufen. Die Nuten 13 sind dabei innenseitig in die Wand des Antriebselements 6 eingefräst und in regelmäßigen Abständen über den Umfang des Antriebselements 6 angeordnet.

Ferner ist im Hohlraum 9 ein Fixierungsmittel 14, welches im vorliegenden Fall als Innengewinde 17 ausgebildet ist, vorgesehen, welches durch seine spezielle Form – das Innengewinde 17 ragt gegenüber der innenseitigen Oberfläche 18 etwas nach innen hervor – ermöglicht, das später herausgeschnittene Teil 12 der Wandung 3 im Hohlraum 9 besonders sicher festzuhalten.

Wie 1 deutlich zeigt, verlaufen die Nuten 13, die winklig zur Längsachse X angeordnet sind, von der Öffnung 8 des Antriebselements 6 durch den gesamten Bereich des Antriebselements 6, in welchem das Innengewinde 17 ausgebildet ist, und setzen sich hinter diesem Bereich noch weiter fort. Dabei ist die Länge L jeder Nut 13 größer als die Breite B des Innengewindes 17.

Es ist auch zu erkennen, dass sich die Nuten 13 auch im Bereich der Schneiden 10 des Schneidkopfes 11 in Richtung der Rohrwandung 3 fortsetzen.

Sowohl der Schneidkopf 11 bzw. die Stützhülse 15 als auch das Antriebselement 6 sind zylindrisch ausgebildet, wobei die Schneiden 10 am unteren Ende des Schneidkopfes 11 derart angeordnet sind, dass der spätere Querschnitt des herausgeschnittenen Teils 12 im wesentlichen dem Querschnitt der Öffnung 8 und dem Querschnitt des Hohlraums 9 entspricht und wobei der Querschnitt des herausgeschnittenen Teils 12 allerdings etwas größer als der Querschnitt des Hohlraums im Bereich des Innengewindes 17 ist. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass das später ausgeschnittene Teil 12 sicher in das Innengewinde 17 gedreht werden kann, um das Teil 12 nach dem Anbohrvorgang langfristig im Hohlraum 9 festzuhalten.

Das im dargestellten Ausführungsbeispiel als Spindel ausgebildete Antriebselement 6 ist, um während des Anbohrvorgangs einen Vortrieb zu erzeugen und gleichzeitig eine schneidende Drehbewegung des Schneidkopfes 11 zu bewirken, im Armaturengehäuse 5 in einem Innengewinde 16 geführt.

Wird das Antriebselement 6 betätigt, so überträgt dieses eine rotatorische und gleichzeitig translatorische Bewegung auf den Schneidkopf 11 und die Schneiden 10. Dadurch wird, wie nun anhand von 2 deutlich wird, ein scheibenförmiges Teil 12 aus der Wandung 3 des Rohres 4 herausgeschnitten, wobei sich das Teil 12 bereits vor Abschluss des Schneidvorgangs in dem Innengewinde 17 des Antriebselements 6 festdreht.

Die beim Anbohr- bzw. Schneidvorgang entstehenden Späne 19 werden durch die Nuten 13 am Teil 12 vorbei in den Hohlraum 9 geleitet. Die Nuten 13 erzeugen durch ihre relativ zur Längsachse X winkelige Ausrichtung beim Schneiden für einen Drall, der bewirkt, dass sich die Späne 19 aufrollen. Die aufgerollten Späne 19 werden nach Beendigung des Anbohrvorgangs durch das herausgeschnittene Teil 12 der Wandung 3 des Rohres 4daran gehindert, in den vom Medium durchströmten Bereich zu gelangen.

Wie schließlich 3 zeigt, werden das herausgeschnittene Teil 12 der Wandung 3 sowie die Späne 19 auch nach dem Zurückziehen des Antriebselements 6 aus der Bohrung 2 weiterhin sicher zurückgehalten.

Wie in 3 ferner dargestellt ist, verbleibt beim Zurückziehen des Antriebselements 6 auch die Stützhülse 15 mit dem Schneidkopf 11 in der durch die Schneiden 10 erzeugten Bohrung 2. Auf diese Weise wird die Bohrung in dem PVC-Rohr 4 verstärkt.

Durch die erfindungsgemäße Verbindungsanordnung und Anbohrarmatur 1, die anhand der 1 bis 3 näher beschrieben wurde, ist einerseits gewährleistet, dass während und nach dem Anbohrvorgang keine aus der Wandung 3 herausgelösten Teile 12, 19 in das Rohrleitungssystem gelangen können, was ansonsten zu einer Verstopfung oder Kontamination des Mediums führen könnte. Gleichzeitig wird durch die Ausbildung der Stützhülse 15 mit einem Schneidkopf 11 und Schneiden 10 eine Möglichkeit geschaffen, bei PVC-Rohren, die üblicherweise mit einem Fräser und nicht mit einem Stanzer angebohrt werden, eine Stützhülse vorzusehen und somit den Bereich der Bohrung zu verstärken.


Anspruch[de]
Anbohrarmatur (1) zum Herstellen einer Bohrung (2) in einer Wandung (3) eines ein strömendes Medium führenden Rohres (4), insbesondere Kunststoffrohres, mit

– einem Armaturengehäuse (5), das an das Rohr (4) festlegbar ist,

– einem im Armaturengehäuse (5) beweglich gelagerten eine Längsachse (X) aufweisenden Antriebselement (6), das relativ zur anzubohrenden Wandung (3) in Richtung seiner Längsachse (X) hin- und herbewegbar ist und an seinem der Wandung (3) zugewandten Ende (7) eine Öffnung (8) und einen dahinter angeordneten Hohlraum (9) aufweist,

– einem mindestens eine Schneide (10) aufweisenden, hohlen und an beiden Enden offenen Schneidkopf (11), der durch das Antriebselement (6) in die anzubohrende Wandung (3) treibbar ist, um ein Teil (12) der Wandung (3) aus dieser herauszuschneiden,

dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Nut (13) vorgesehen ist, die von der Öffnung (8) des Antriebselements (6) in den Hohlraum (9) verläuft.
Anbohrarmatur (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Hohlraum (9) ein Fixierungsmittel (14) vorgesehen ist, dass derart ausgebildet ist, dass es das herausgeschnittene Teil (12) im Hohlraum (9) festhält. Anbohrarmatur (1) zum Herstellen einer Bohrung (2) in einer Wandung (3) eines ein strömendes Medium führenden Rohres (4), insbesondere Kunststoffrohres, mit

– einem Armaturengehäuse (5), das an das Rohr (4) festlegbar ist,

– einem im Armaturengehäuse (5) beweglich gelagerten eine Längsachse (X) aufweisenden Antriebselement (6), das relativ zur anzubohrenden Wandung (3) in Richtung seiner Längsachse (X) hin- und herbewegbar ist und an seinem der Wandung (3) zugewandten Ende (7) eine Öffnung (8) und einen dahinter angeordneten Hohlraum (9) aufweist,

– einem mindestens eine Schneide (10) aufweisenden, hohlen und an beiden Enden offenen Schneidkopf (11), der durch das Antriebselement (6) in die anzubohrende Wandung (3) treibbar ist, um ein Teil (12) der Wandung (3) aus dieser herauszuschneiden,

dadurch gekennzeichnet, dass im Hohlraum (9) ein Fixierungsmittel (14) vorgesehen ist, dass derart ausgebildet ist, dass es das herausgeschnittene Teil (12) im Hohlraum (9) festhält.
Anbohrarmatur (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Nut (13) vorgesehen ist, die von der Öffnung (8) des Antriebselements (6) in den Hohlraum (9) verläuft. Anbohrarmatur (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schneidkopf (11) vom Antriebselement (6) lösbar ist. Anbohrarmatur (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schneidkopf (11) Bestandteil einer mit dem Antriebselement (6) lösbar verbundenen Stützhülse (15) ist. Anbohrarmatur (1) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Schneidkopf (11) und dem Antriebselement (6) eine Verbindung, insbesondere Rastverbindung, vorgesehen ist, die sich vorzugsweise automatisch löst, sobald das Antriebselement (6) von der Wandung (3) wegbewegt wird. Anbohrarmatur (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebselement (6) als Spindel ausgebildet ist, die im Armaturengehäuse (5) in einem Gewinde, insbesondere Innengewinde (16), geführt ist. Anbohrarmatur (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Fixierungsmittel (14) ein Innengewinde (17) aufweist. Anbohrarmatur (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Innengewinde (17) gegenüber der innenseitigen Oberfläche (18) des Hohlraums (9) hervorragt. Anbohrarmatur (1) nach einem der Ansprüche 1, 2 und 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Nut (13) winkelig zur Längsachse (X) verläuft. Anbohrarmatur (1) nach einem der Ansprüche 2 und 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Nut (13) eine Länge (L) aufweist, die größer als die Breite (B) des Fixierungsmittels (14) ist. Anbohrarmatur (1) nach einem der Ansprüche 2 und 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Nut (13) von der Öffnung (8) des Antriebselements (6) in dem Bereich des Antriebselements (6), in welchem das Fixierungsmittel (14) ausgebildet ist, verläuft und sich vorzugsweise hinter dem Bereich fortsetzt. Anbohrarmatur (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Nuten (13) vorgesehen sind, die in regelmäßigen Abständen über den Umfang des Antriebselements (6) angeordnet sind. Anbohrarmatur (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schneidkopf (11) und/oder das Antriebselement (6) zylindrisch ausgebildet sind. Anbohrarmatur (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Schneide (10) derart angeordnet ist, dass das durch die mindestens eine Schneide (10) herausgeschnittene Teil (12) einen Querschnitt hat, der größer als der Querschnitt der Öffnung (8) und/oder der Querschnitt des Hohlraums (9), insbesondere der Querschnitt des Hohlraums (9) im Bereich des Fixierungsmittels (14), ist. Anbohrarmatur (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Nut (13) einer Schneide (10) zugeordnet ist. Anbohrarmatur (1) nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass in der mindestens einen Schneide (10) und/oder innenseitig des Schneidkopfes (11) eine oder mehrere Nuten (13) vorgesehen sind, die in dem Fall, wenn das Antriebselement (6) vor dem Anbohrvorgang in den Schneidkopf (11) eingeführt ist, eine Verlängerung der mindestens einen Nut (13) im Antriebselement (6) bilden. Anbohrarmatur (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebselement (6) vor dem Anbohren soweit in den Schneidkopf (11) eingeführt ist, dass das Ende (7) des Antriebselementes (6) unmittelbar benachbart zu dem Bereich des Schneidkopfes (11) mit der mindestens einen Schneide (10) ist. Verbindungsanordnung mit einer Anbohrarmatur (1) und einem ein strömendes Medium führenden Rohr (4), dadurch gekennzeichnet, dass die Anbohrarmatur (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 19 ausgebildet ist.






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