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Dokumentenidentifikation DE102006056908A1 27.12.2007
Titel Trägersystem zur Befestigung an einem Kraftfahrzeug
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Homann, Simon, 91809 Wellheim, DE
DE-Anmeldedatum 02.12.2006
DE-Aktenzeichen 102006056908
Offenlegungstag 27.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.12.2007
IPC-Hauptklasse B60R 9/04(2006.01)A, F, I, 20061202, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60R 9/06(2006.01)A, L, I, 20061202, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Trägersystem zur Befestigung an einem Kraftfahrzeug, wobei das Trägersystem (1) eine Trägervorrichtung (11) und mindestens zwei Klemmarme (121, 122) aufweist. Das Trägersystem (1) zeichnet sich dadurch aus, dass die Klemmarme (121, 122) so angeordnet sind, dass die Klemmkraft zwischen den mindestens zwei Klemmarmen (121, 122) erzeugt wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Trägersystem zur Befestigung an einem Fahrzeug. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Trägersystem zur Beförderung von Gepäck auf dem Dach oder dem Kofferraum des Kraftfahrzeuges.

Zur Beförderung von Gepäck, wie beispielsweise Skiern, ist es bekannt so genannte Dachträger einzusetzen. Zur Befestigung der Dachträger ist am Dach der Kraftfahrzeugkarosserie eine Reling vorgesehen, die die Form eine an Stange aufweist und an deren Enden sowie gegebenenfalls an dazwischen liegenden Punkten über Stege mit dem Dach des Kraftfahrzeuges verbunden ist. An dieser Art einer Reling wird der Dachträger befestigt, indem Teile des Dachträgers die Reling umgreifen.

Ein solches Dachträgersystem ist beispielsweise in der DE 35 10 805 A1 beschrieben. Ausgehend von einem Stand der Technik, in dem der Dachträger über einen Klauenkörper an den Relingkörper gezogen wird und die dafür erforderliche Kraft durch eine Klemmschraube aufgebracht wird, schlägt die DE 35 10 805 A1 ein verbessertes Dachträgersystem vor. Bei dem verbesserten Dachträgersystem wird der Dachträger über einen Klauenkörper mit der Reling verbunden, der als eine in einer Dachträger-Stütze schwenkbar gelagerte Klemmspange ausgebildet ist. Die Klemmspange spannt hierbei ein weiteres Klauenelement, das die Reling von der der Dachträger-Stütze abgewandten Seite umgreift, gegen den Relingkörper.

Obwohl durch dieses Dachträgersystem eine schnellere Befestigung des Dachträgers an einer Reling realisiert werden kann, weist das vorgeschlagene Dachträgersystem den Nachteil auf, dass dieses nur an einer Reling befestigt werden kann, die ein Umgreifen der Reling erlaubt. Der Einsatz des Dachträgersystems ist somit limitiert.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher ein Trägersystem zu schaffen, das variabel an einem Kraftfahrzeug befestigt werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Trägersystem zur Befestigung an einem Kraftfahrzeug, das eine Trägervorrichtung und mindestens zwei Klemmarme aufweist, wobei die Klemmarme so angeordnet sind, dass die Klemmkraft zwischen den mindestens zwei Klemmarmen erzeugt wird.

Als Trägervorrichtung wird hierbei der Teil des Trägersystems bezeichnet, an dem das zu befördernde Gepäck mittelbar oder unmittelbar befestigt werden kann.

Indem die Klemmarme eine auf den jeweils anderen Klemmarm gerichtete Klemmkraft aufbringen können, kann zwischen den Klemmarmen ein Befestigungsvorsprung an dem Kraftfahrzeug aufgenommen werden und das Trägersystem so befestigt werden. Im Vergleich zum Stand der Technik ist es bei dem erfindungsgemäßen Trägersystem nicht notwendig eine Reling zu umgreifen, da die Klemmkraft nicht in Richtung auf die Lagerung der Klemmarme wirkt. Die Klemmarme können einen Befestigungsvorsprungs, der eine Reling darstellen kann, an den Seiten des Befestigungsvorsprungs berühren und dort die Klemmkraft aufbringen. Der Befestigungsvorsprung wird somit nicht umgriffen sondern zwischen den Klemmarmen eingeklemmt. Daher wird es auch möglich das Trägersystem beispielsweise an einer Reling zu befestigen, die über ihre gesamte Länge mit dem Dach oder einem anderen Teil der Karosserie des Kraftfahrzeuges verbunden ist.

Gemäß einer Ausführungsform weist das Trägersystem ein Lager zur schwenkbaren Lagerung mindestens eines der Klemmarme auf und der mindestens eine schwenkbar gelagerte Klemmarm weist einen Überstand über das Lager hinaus auf.

Durch den Überstand, den der mindestens eine Klemmarm über das Lager hinaus aufweist, kann der Hebelarm zur Aufbringung der Klemmkraft an den Klemmarmen verlängert werden. Als Überstand wird hierbei der Bereich des Klemmarms bezeichnet, der an der Seite des Lagers, die der Angriffsfläche zur Befestigung an einem Befestigungsvorsprung abgewandt ist, vorliegt.

Vorzugsweise weist das Trägersystem ein Lager für mindestens einen der Klemmarme und mindestens eine Spannvorrichtung auf, die in einem Abstand zu dem Lager an den mindestens einen Klemmarm angreift.

Durch den Versatz der Spannvorrichtung zu dem Lager, an dem mindestens ein Klemmarm schwenkbar gelagert ist, kann die Klemmkraft, die durch den Klemmarm aufbringbar ist, optimiert werden. Zudem kann eine zu dem Lager beabstandete Spannvorrichtung von dem Benutzer des Trägersystems leicht bedient werden, da diese von außen einfach zugänglich gemacht werden kann.

Es liegt aber auch im Rahmen der Erfindung, dass die Klemmkraft durch eine Spannvorrichtung an dem Lager selber auf den mindestens einen Klemmarm aufgebracht wird. Hierbei ist die maximal aufbringbare Klemmkraft aber geringer, als bei der Ausführungsform, bei der die Spannvorrichtung beabstandet zu dem Lager angeordnet ist.

Die Spannvorrichtung kann an den Klemmarmen selber oder aber an einem an den Klemmarmen vorgesehenen Überstand über das Lager angreifen. Bei der letzt genannten Variante kann über das Lager die Klemmkraft mittels der Spannvorrichtung auf die Klemmarme aufgebracht werden und die Klemmkraft somit erhöht werden. Zum einen ist hierdurch ein möglichst großer Hebelarm gewährleistet. Zum anderen kann das Lager in unmittelbarer Nähe des Befestigungsvorsprungs liegen.

Gemäß einer Ausführungsform ist mindestens einer der Klemmarme mit einer Trägervorrichtung einteilig ausgestaltet.

Durch diese integrale Ausgestaltung des Klemmarms mit der Trägervorrichtung wird der Aufbau des Trägersystems vereinfacht und die Stabilität des Trägersystems erhöht. Ein Verschwenken des mit der Trägervorrichtung einteilig ausgestalteten Klemmarms gegenüber der Trägervorrichtung ist ausgeschlossen. Der mindestens eine weitere Klemmarm kann hingegen an der Trägervorrichtung oder dem integralen Klemmarm der Trägervorrichtung schwenkbar verbunden sein.

Die Spannvorrichtung zur Aufbringung der Klemmkraft kann beispielsweise eine Spannhülse, eine Schraube oder einen Rastvorrichtung darstellen. Die Spannvorrichtung kann an dem Lager zur Lagerung mindestens eines der Klemmarme angeordnet sein oder an den Klemmarmen oder Überständen der Klemmarme angreifen. Die Spannvorrichtung kann durch die Klemmarme oder Überstände an den Klemmarmen hindurch greifen. So können in den Klemmarmen oder Überständen Bohrungen für die Führung einer Spannschraube vorgesehen sein. Es ist aber auch möglich dass die Spannvorrichtung von außen auf die Klemmarme oder Überstände der Klemmarme einwirkt. So kann eine die Überstände der Klemmarme zumindest teilweise umgreifende oder einklemmende Spannvorrichtung vorgesehen sein.

Die Erfindung wird im Folgenden erneut unter Bezugnahme auf die beiliegende 1 beschrieben, die eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Trägersystems zeigt.

In der 1 ist ein Trägersystem 1 an einer Reling 2 angebracht. Die Reling 2, stellt hierbei den Befestigungsvorsprung dar, über den das Trägersystem 1 mit der Karosserie des Kraftfahrzeuges verbunden beziehungsweise daran befestigt werden kann. Die Reling 2 ist in der dargestellten Ausführungsform an dem Dach 3 eines Kraftfahrzeuges befestigt. Statt am Dach 3 der Karosserie kann die Reling 2 beispielsweise auch an der Heckklappe der Karosserie vorgesehen sein (nicht dargestellt.

Die Reling 2 ist an deren Unterseite 21 über deren gesamte Länge mit dem Dach 3 verbunden. Im Querschnitt besitzt die Reling 2 an einer Seite im oberen Bereich einen Vorsprung 22. Die Oberseite der Reling 2 ist in der dargestellten Ausführungsform zu dem Vorsprung 22 an der linken Seite abgeschrägt.

Das Trägersystem 1 besteht im Wesentlichen aus einer Trägervorrichtung 11 und einer Klemmvorrichtung 12. Die Trägervorrichtung 11 besitzt einen im Wesentlichen T-förmigen Aufbau. An dem Querteil 111 der Trägervorrichtung 11 sind an der Oberseite Aufnahmen 112 vorgesehen. In diese Aufnahmen 112 können beispielsweise Skier eingelegt werden und über Befestigungsvorrichtungen (nicht dargestellt), wie beispielsweise Spannbänder, befestigt werden.

An den vertikal verlaufenden Teil 113 der Trägervorrichtung 11 schließt sich in der dargestellten Ausführungsform ein schräg verlaufender Bereich 114 an, der in einen im Wesentlichen vertikal verlaufenden ersten Klemmarm 121 übergeht. Der erste Klemmarm 121 ist somit gegenüber dem vertikal verlaufenden Teil 113 der T-förmigen Trägervorrichtung 11 versetzt.

In dem schräg verlaufenden Bereich 114 ist ein Lager 13 zur schwenkbaren Lagerung eines weiteren Klemmarmes 122 vorgesehen. Der zweite Klemmarm 122 besitzt an seinem unteren Ende einen Vorsprung 1221. Oberhalb des Lagers 13weist der zweite Klemmarm 122 einen Überstand 1222 auf, der unterhalb der Unterseite des Querteils 111 der Trägervorrichtung 11 endet.

Der Überstand 1222 und der vertikal verlaufende Teil 113 der T-förmigen Trägervorrichtung 11, der einen Überstand des ersten Klemmarmes 121 über das Lager 13 darstellt, sind über eine Spannvorrichtung 14 miteinander verbunden. Die Spannvorrichtung 14 ist in der dargestellten Ausführungsform als Klemmschraube gezeigt. Mittels dieser Spannvorrichtung 14 kann über das Lager 13 auf die Klemmarme 121 und 122 eine Klemmkraft aufgebracht werden, die auf den jeweils anderen Klemmarm 122, 121 gerichtet ist. Durch diese Klemmkraft wird die Reling 2 zwischen den Klemmarmen 121, 122 eingeklemmt.

Durch den zusätzlich an dem zweiten Klemmarm 122 vorgesehenen Vorsprung 1221, der mit dem Vorsprung 22 der Reling 2 eingreift, kann ein Abrutschen des Trägersystems 1 von der Reling 2 zusätzlich verhindert werden.

Die Erfindung ist nicht auf die dargestellte Ausführungsform beschränkt. Insbesondere können die Klemmarme auch eine andere als die gezeigte Form aufweisen. Es können insbesondere im Wesentlichen parallel zueinander verlaufende gerade Schenkel als Klemmarme verwendet werden. Solche Klemmarme können zur Befestigung an einem Befestigungsvorsprung oder Reling mit rechteckigem Querschnitt eingesetzt werden. Zudem kann zumindest die Innenseite der Klemmarme, das heißt die Seite, die im montierten Zustand der Reling beziehungsweise dem Befestigungsvorsprung zugewandt ist, aus einem flexiblen Material gefertigt sein. Hierdurch können sich die Klemmarme der Kontur des Befestigungsvorsprungs anpassen.

Außer Klemmarmen, die gegeneinander verschwenkbar sind, können auch Klemmarme eingesetzt werden, die gegeneinander verschoben werden können. Hierbei kann die Klemmkraft durch eine Verbindungsschraube zwischen den Klemmarmen aufgebracht werden.

Schließlich ist die Spannvorrichtung bei einer verschwenkbaren Anordnung der Klemmarme nicht auf die gezeigte Spannschraube beschränkt. Auch Klemmvorrichtungen, Spannhülsen oder Rastvorrichtungen können zur Erzeugung der Klemmkraft verwendet werden.

Mit der vorliegenden Erfindung wird es somit möglich ein Trägersystem auch bei einer auf das Dach oder die Karosserie des Kraftfahrzeuges aufgesetzten Reling befestigen zu können. Hierzu umgreift das Trägersystem die Reling nicht, sondern klemmt diese ein, insbesondere zwischen Klemmarmen. Das Trägersystem ist somit vielfältig einsetzbar.


Anspruch[de]
Trägersystem zur Befestigung an einem Kraftfahrzeug, wobei das Trägersystem (1) eine Trägervorrichtung (11) und mindestens zwei Klemmarme (121, 122) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmarme (121, 122) so angeordnet sind, dass die Klemmkraft zwischen den mindestens zwei Klemmarmen (121, 122) erzeugt wird. Trägersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieses ein Lager (13) zur schwenkbaren Lagerung mindestens eines der Klemmarme (121, 122) aufweist und der mindestens eine schwenkbar gelagerte Klemmarm (122) einen Überstand (1222) über das Lager (13) hinaus aufweist. Trägersystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass dieses ein Lager (13) für mindestens einen der Klemmarme (121, 122) und mindestens eine Spannvorrichtung (14) aufweist, wobei die Spannvorrichtung (14) in einem Abstand zu dem Lager (13) an dem mindestens einen Klemmarm (121, 122) angreift. Trägersystem nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannvorrichtung (14) an einem an den Klemmarmen (121, 122) vorgesehenen Überstand (113, 1222) über das Lager (13) angreift. Trägersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Klemmarm (121) mit der Trägervorrichtung (11) einteilig ausgestaltet ist. Trägersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass dieses eine Spannvorrichtung (14) zur Aufbringung der Klemmkraft aufweist und die Spannvorrichtung (14) eine Spannhülse, Spannschraube oder Rastvorrichtung darstellt.






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