PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202007011823U1 27.12.2007
Titel Stapelbarer Lager- und Transportbehälter
Anmelder montara Verpacken mit System GmbH, 09603 Großschirma, DE
Vertreter Patentanwälte Pätzelt - Seltmann - Hofmann, 01067 Dresden
DE-Aktenzeichen 202007011823
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 27.12.2007
Registration date 22.11.2007
Application date from patent application 24.08.2007
IPC-Hauptklasse B65D 21/032(2006.01)A, F, I, 20070824, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65D 6/18(2006.01)A, L, I, 20070824, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen stapelbaren Lager- und Transportbehälter zur Aufbewahrung bzw. zum Ein- und Mehrwegetransport von Verpackungsgut aller Art, insbesondere von Kleinteilen.

Lager- und Transportbehälter werden insbesondere dort eingesetzt, wo Werkzeuge oder Bauteile im Rahmen eines Herstellungsprozesses zwischengelagert oder transportiert werden müssen. Sie bestehen üblicherweise aus Metallblechen, Holz- oder Kunststoffplatten, die verklebt, verschweißt oder formschlüssig miteinander verbunden sein können. Dabei ist neben einer ausreichenden Tragkraft und Lebensdauer auch wichtig, dass die Behälter möglichst keine Vorsprünge oder Absätze aufweisen, die den Innenraum einengen oder anderweitig hinderlich sind. Teilweise sind im Innenraum auch zusätzliche Einsätze vorgesehen, die zwar den Innenraum vollständig und ohne Vorsprünge auskleiden, die jedoch selbst keine ausreichende Tragfähigkeit besitzen und zusätzlichen Aufwand bedeuten.

Lager- und Transportbehälter aus Metall sind zwar relativ stabil, aber oft sehr schwer, korrosionsanfällig und lärmbelästigend beim Umgang. Die Verwendung von Kunststoffen hat den Vorteil, dass die Behälter ein relativ geringes Gewicht aufweisen. Andererseits hat die Verwendung von Kunststoffen den Nachteil, dass die Behälter oft nur eine geringe Stabilität besitzen.

In EP 1 505 001 A1 wird ein Ladungsträger beschrieben, der einen Boden und meist 4 Seitenwände besitzt, die aus einer flächigen Hohlkammerplatte hergestellt sind. Die aneinander stoßenden vertikalen Kanten der Seitenwände sind gehrungsverschweißt. An den oberen Kanten der Seitenwände schließt ein Krempelrand an, über dem Krempelrand ein Stapelprofil geclipst wird. Nachteilig ist bei diesem Ladungsträger, dass er fertig montiert zum Kunden geliefert werden muss, da die Verschweißungen bereits bei der Herstellung gefertigt werden müssen. Dementsprechend hoch sind das Leergutvolumen und die Transportkosten.

Aus DE 295 17 978 U1 ist ein Ladungsträger bekannt, bei dem die Seitenwände Hohlkammerplatten aus thermoplastischem Kunststoff sind. Die oberen Kanten der Seitenwände sind mit einem Krempelrand versehen, der einstückig an die Seitenwände angeformt und durch eine starre Abkantung der Hohlkammerplatte gebildet wird. Dabei bildet sich ein umlaufender Hohlraum aus. Das untere Ende des Krempelrandes ist durch eine offene Fuge von den Seitenwänden getrennt. An den Seiten und Ecken werden die Seitenwände mittels Verbindungsstücken durch Kanten-, Falz- und Seitenverbinder formschlüssig zusammengehalten. Der beschriebene Ladungsträger hat einen komplizierten und vielteiligen Aufbau mit vielen Vorsprüngen, Kanten und Absätzen. Alle einzelnen Teile des Ladungsträgers müssen zusätzlich verbunden werden, entweder durch Verklebung, Verschweißung oder mittels Niet- oder ähnlich lösbaren Verbindungen.

Aufgabe der Erfindung ist die Entwicklung eines Lager- und Transportbehälters, der bei geringem Gewicht eine sehr hohe Stabilität aufweist. Sein Aufbau soll im Baukastensystem unmittelbar vor seinem Einsatz vom Anwender ohne Hilfsmittel möglich sein.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Ausgestaltende Merkmale sind in den Unteransprüchen 2 bis 5 beschrieben.

Der Aufbau des erfindungsgemäßen stapelbaren Lager- und Transportbehälter ist wie folgt:

Der Lager- und Transportbehälter besteht aus einer kreuzförmigen Hohlkammer-Grundplatte aus thermoplastischem Kunststoff. Hohlkammerplatten haben eine glatte Oberfläche und durch ihre zwischenliegende Wabenstruktur ein geringes Gewicht bei einer hohen Steifigkeit. Dadurch können auch größere Ladungsträger mit einer sehr hohen Traglast hergestellt werden.

Die Grundplatte besitzt Teile für einen Boden und vier Seitenwände in der Art eines Schweizer Kreuzes. An den Enden der Seitenwände ist die Grundplatte jeweils um angrenzende Krempelränder vergrößert. Zwischen den Seitenwänden und dem Boden befindet sich jeweils eine Kerbung, um die die Seitenwände zu einem kastenförmigen Grundkörper klappbar sind.

Zwischen den Seitenwänden und dem jeweiligen Krempelrand befindet sich ebenfalls je eine Kerbung, um die der Krempelrand um 180° bis an die jeweilige Seitenwand nach unten klappbar ist.

Die Kerbungen können mittels eines oder mehrerer Heizschwerter hergestellt werden, die die Hohlkammerplatten an- bzw. verschmelzen. Es bildet sich ein verschweißter Steg, der annähernd die gleiche Belastbarkeit aufweist wie die Hohlkammerplatte selbst.

Über die umgebogenen Krempelränder sind Stapelprofile derart aufsteckbar, dass eine am Stapelprofil angeformte Phase das Stapelprofil auf dem Krempelrand formschlüssig fixiert.

An den vier Ecken befinden sich übereinander ein Fußstück, ein Eckprofil und eine Stapelecke. Die Eckprofile sind Hohlkammerprofile mit seitlich angeordneten Seitenwandaufnahmen, in die die Seitenwände einsteckbar sind. Oben und unten besitzen die Eckprofile Steckprofilaufnahmen. Die Fußstücke besitzen jeweils angeformte Steckprofile, die in die Steckprofilaufnahmen der Eckprofile formschlüssig steckbar sind.

Die Stapelecken besitzen ebenfalls jeweils angeformte Steckprofile, die in die Steckprofilaufnahmen der Eckprofile von oben einsteckbar sind.

An die Stapelecken sind Steckprofile angeformt, die in die entsprechend geformten Stapelprofile steckbar sind. Stapelecke und Stapelprofil besitzen die gleiche umlaufende Form, wobei die Außenabmessungen der Fußstücke in die Innenabmessungen der Stapelecken passen, um eine Stapelbarkeit ohne Vorsprünge zu gewährleisten.

Die Eckprofile, die Stapelecken, die Stapelprofile und die Fußstücke sind Spritzgussteile aus thermoplastischem Kunststoff.

Am Steckprofil der Stapelecke kann eine Rastnase angeformt sein, über die das Stapelprofil formschlüssig steckbar ist. Ebenfalls kann oberhalb des Steckprofiles an der Stapelecke eine Rastnase angeformt sein, in die eine korrespondierende Öffnung im Stapelprofil formschlüssig steckbar ist.

In den vier Ecken des Bodenteiles kann jeweils eine Aussparung angeordnet sein, in die ein am Fußstück angeformtes Formstück steckbar ist. Das Fußstück kann mittels Niet-, Schraub- oder anderer mechanischer Verbindungen an der Grundplatte befestigt werden.

In mindestens zwei gegenüberliegenden Seitenwänden können sich Griffaussparungen für Haltegriffe befinden.

Falls der Lager- und Transportbehälter nicht wieder zerlegt werden soll, kann der Lager- und Transportbehälter an bestimmten Stellen mit einem Ultraschall-Energieträger ausgestattet sein. Vor Ort kann dann mittels eines Ultraschallgerätes eine zusätzliche Verschweißung erfolgen. Vorzugsweise wird dies zwischen dem Eckprofil und den Seitenwänden geschehen.

Nachfolgend wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigen:

1 Lager- und Transportbehälter

2 Grundplatte

3 Eckteile

4 Stapelecke und Stapelprofil

5 Eckprofil und Fußstück mit Niet

Zur Lagerung und zum Transport von Kleinteilen für die Automobilproduktion sollen stapelbare Lager- und Transportbehälter entsprechend der 1 mit einer Größe von 600 × 400 × 350 (L × B × H in mm) hergestellt werden.

Für die aus Boden 2 und vier Seitenwänden 1 herzustellende Grundplatte entsprechend 2 wird zunächst eine rechteckige, 5 mm starke Hohlkammerplatte aus Polypropylen (PP) in eine Form gebracht, die etwa einem „Schweizer Kreuz" entspricht. Dies kann durch Zuschneiden oder Stanzen geschehen. Der parallele Verlauf aller Kanten ist dabei sehr wichtig. An den Enden der Seitenwände 1 ist die Grundplatte jeweils um angrenzende Krempelränder 5 vergrößert. Über die umbiegbaren Krempelränder 5 sind Stapelprofile derart aufsteckbar, dass eine den Stapelprofilen 6 angeformte Phase 19 das jeweilige Stapelprofil 6 auf dem Krempelrand 5 formschlüssig fixiert.

An den vier Ecken befinden sich übereinander ein Fußstück 7, ein Eckprofil 3 und eine Stapelecke 4. Die Eckprofile 3 sind Hohlkammerprofile mit seitlich angeordneten Seitenwandaufnahmen 17, in die die Seitenwände 1 einsteckbar sind. Oben und unten besitzen die Eckprofile 3 Steckprofilaufnahmen 18. Die Fußstücke 7 besitzen jeweils angeformte Steckprofile 14, die in die Steckprofilaufnahmen 18 der Eckprofile 3 formschlüssig steckbar sind. Die Stapelecken 4 besitzen ebenfalls jeweils angeformte Steckprofile 15, die in die Steckprofilaufnahmen 18 der Eckprofile 3 von oben einsteckbar sind.

An die Stapelecken 4 sind seitlich Steckprofile 16 angeformt, die in die entsprechend geformten Stapelprofile 6 steckbar sind. Stapelecke 4 und Stapelprofil 6 besitzen die gleiche umlaufende Form, wobei die Außenkonturen der Fußstücke 7 in die Innenkonturen der Stapelecken 4 passen.

Am Steckprofil 16 der Stapelecke 4 sind jeweils Rastnasen 11 angeformt, über die das Stapelprofil 6 formschlüssig geclipst wird und einrastet. Oberhalb des Steckprofiles 16 an der Stapelecke 4 ist eine Rastnase 21 angeformt, in die eine korrespondierende Öffnung 22 im Stapelprofil 6 formschlüssig steckbar ist. Dadurch wird der obere Rand des Stapelprofiles 6 zusätzlich gehalten.

In den vier Ecken des Bodens 2 ist jeweils eine Aussparung 13 gebohrt, in die ein am Fußstück 7 angeformtes Formstück 20 steckbar ist. Die Fußstücke 7 werden mittels Nietverbindungen an der Grundplatte befestigt.

In zwei gegenüberliegenden Seitenwänden 1 befinden sich Griffaussparungen 10 für Haltegriffe.

Die Eckprofile 3, die Stapelecken 4, die Stapelprofile 6, die Fußstücke 7 und auch die Haltegriffe sind PP-Spritzgussteile.

Der Lager- und Transportbehälter wird in Einzelteile versandfertig flach liegend verpackt. Beim Anwender erfolgt der Zusammenbau wie folgt:

Die Grundplatte aus Hohlkammermaterial wird um die Kerbung 8 aufgerichtet. Die vier Seitenwände 1 werden in die Seitenwandaufnahmen 17 der Eckprofile 3 eingeschoben und fixiert. Die Stapelecke 4 wird mit ihren Steckprofilen 15 von oben in die Steckprofilaufnahmen 18 der Eckprofile 3 eingeschoben. Der Krempelrand 5 wird um die Kerbungen 9 um 180° nach außen gebogen. Es entsteht eine Wulst an den Behälteroberkanten. Das Stapelprofil 6 wird dann über den Krempelrand 5 gepresst bis er in die Rastnasen 11 der Stapelecke 4 und über die Phase 19 einrastet. Anschließend wird das Fußstück 7 von unten in das Eckprofil 3 gesteckt und von oben mittels Niet 12 im Formstück 20 fixiert. Zuletzt werden PP-Haltegriffe in die Griffaussparungen 10 geclipst.

Das Eckprofil 3 ist zusätzlich mit einem Ultraschall-Energieträger ausgestattet und kann dadurch nachträglich bei Bedarf mit den Seitenwänden 1 per Ultraschall verschweißt werden.

Dabei wird eine enorme Verwindungssteifigkeit und Stapelbelastbarkeit erzeugt. Der Lager- und Transportbehälter zeichnet sich durch eine allseitige und sehr ausgewogene Lastaufnahmefähigkeit aus. Sowohl die Seitenwände als auch die Eckverbindungen sind äußerst stabil. Für eine Montage werden keinerlei Spezialwerkzeuge benötigt. Verschlissene Teile können sehr einfach ausgetauscht werden. Alle Teile sind wieder verwendbar. Der gesamte Behälter ist sortenrein hergestellt, da alle Teile aus PP-Material bestehen, was insbesondere für ein Recycling von Vorteil ist.

1
Seitenwand
2
Boden
3
Eckprofil
4
Stapelecke
5
Krempelrand
6
Stapelprofil
7
Fußstück
8
Kerbung
9
Kerbung
10
Griffaussparung
11
Rastnase
12
Niet
13
Aussparung
14
Steckprofil
15
Steckprofil
16
Steckprofil
17
Seitenwandaufnahme
18
Steckprofilaufnahme
19
Phase
20
Formstück
21
Rastnase
22
Öffnung


Anspruch[de]
Stapelbarer Lager- und Transportbehälter mit folgenden Merkmalen:

– eine kreuzförmige Hohlkammer-Grundplatte aus thermoplastischem Kunststoff besitzt Teile für einen Boden (2), vier Seitenwände (1) und jeweils an den Seitenwänden (1) angrenzende Krempelränder (5),

– zwischen den Seitenwänden (1) und dem Boden (2) befindet sich jeweils eine Kerbung (8), um die die Seitenwände (1) zu einem kastenförmigen Grundkörper klappbar sind,

– zwischen den Seitenwänden (1) und dem jeweiligen Krempelrand (5) befindet sich je eine Kerbung (9), um die der Krempelrand (5) um 180° bis an die jeweilige Seitenwand (1) nach unten klappbar ist,

– über die Krempelränder (5) sind Stapelprofile (6) derart aufsteckbar, dass eine am Stapelprofil (6) angeformte Phase (19) das Stapelprofil (6) auf dem Krempelrand (5) formschlüssig fixiert,

– an den vier Ecken befinden sich übereinander ein Fußstück (7), ein Eckprofil (3) und eine Stapelecke (4),

– die Eckprofile (3) sind Hohlkammerprofile mit seitlich angeordneten Seitenwandaufnahmen (17), in die die Seitenwände (1) einsteckbar sind, sowie oben und unten angeordneten Steckprofilaufnahmen (18),

– die Fußstücke (7) besitzen jeweils angeformte Steckprofile (14), die in die Steckprofilaufnahmen (18) steckbar sind,

– die Stapelecken (4) besitzen jeweils angeformte Steckprofile (15), die in die Steckprofilaufnahmen (18) steckbar sind,

– an die Stapelecken (4) sind Steckprofile (16) angeformt, die in die Stapelprofile (6) steckbar sind,

– Stapelecke (4) und Stapelprofil (3) besitzen die gleiche umlaufende Form, wobei die Außenabmessungen der Fußstücke (7) in die Innenabmessungen der Stapelecken (4) passen,

– die Eckprofile (3), die Stapelecken (4), die Stapelprofile (6) und die Fußstücke (7) sind Spritzgussteile aus thermoplastischem Kunststoff.
Lager- und Transportbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Steckprofil (16) der Stapelecke (4) eine Rastnase (11) angeformt ist, über die das Stapelprofil (6) formschlüssig steckbar ist. Lager- und Transportbehälter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass oberhalb des Steckprofiles (16) an der Stapelecke (4) eine Rastnase (21) angeformt ist, in die eine korrespondierende Öffnung (22) im Stapelprofil (6) formschlüssig steckbar ist. Lager- und Transportbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (2) an seinen vier Ecken Aussparungen (13) besitzt, in die ein am Fußstück (7) angeformtes Formstück (20) steckbar ist und über die mechanische Verbindungen mittels Niet- oder Schraubverbindungen herstellbar sind. Lager- und Transportbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich in mindestens zwei gegenüberliegenden Seitenwänden (1) Griffaussparungen (10) für Haltegriffe befinden.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com