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Dokumentenidentifikation DE20221800U1 27.12.2007
Titel Vorrichtung zum Reinigen von Abluft
Anmelder Störk-Küfers Inh. Hans Störk e.K., 78576 Emmingen-Liptingen, DE
Vertreter Dr. Weiss, Brecht, Arat, 78234 Engen
DE-Aktenzeichen 20221800
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 27.12.2007
Registration date 22.11.2007
Application date from patent application 05.08.2002
File number of patent application claimed 102 35 839.7
IPC-Hauptklasse B01D 53/84(2006.01)A, F, I, 20070911, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Reinigen von Abluft mit einem Filter, in dem sich biologisches Material, insbesondere mit Bakterien, befindet, welches Geruchsstoffe aus der Abluft bindet.

Aus der DE 93 01 464 U1 ist beispielsweise ein Desodorierungsfilter zum Einsetzen in einen Kanalschacht eines Kanalsystems bekannt. In diesem Desodorierungsfilter befindet sich eine Schicht aus Naturfasern, wie beispielsweise Torf oder Kokosfasern, die mit entsprechenden Bakterien geimpft sind. Diese Bakterien nehmen der Abluft den unangenehmen Geruch. Dies ist aber nur ein Beispiel, Biofilter werden in einer Vielzahl von anderen Fällen zur Reinigung von gasförmigen Medien eingesetzt.

Die zu reinigende Abluft ist in vielen Fällen sehr aggressiv, so dass der Biofilter bzw. die sich in ihm befindlichen Bakterien erheblichen Belastungen ausgesetzt sind und sogar teilweise zerstört werden können.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der o.g. Art zu schaffen, mit denen die Arbeitsweise des Biofilters wesentlich verbessert wird.

Zur Lösung dieser Aufgabe führt zum einen, dass die Abluft über eine Saugeinrichtung durch den Filter saugbar ist.

Das bedeutet, dass im Filter selbst ein gewisses Vakuum entsteht, wodurch gewährleistet wird, dass die zu reinigende Abluft durch keine undichte Stelle nach aussen in die Umwelt gelangt. Hierdurch wird die Arbeit des Biofilters wesentlich verbessert und die Umwelt geschont.

Des weiteren wird die Abluft vor dem Filter durch einen Reaktor geführt, in welchem schädliche Stoffe für die Bakterien aus der Abluft genommen werden.

Beispielsweise kann dies durch eine Körnung entstehen, auf der ein biologischer Rasen gebildet wird. Dieser biologische Rasen besteht aus Mikroorganismen, welche bestimmte Stoffe, die für die Bakterien im Biofilter schädlich sind, aus der Abluft nehmen. Beispielsweise handelt es sich dabei um Schwefelwasserstoff und Ammoniak. Insbesondere der Schwefelwasserstoff in der Abluft schädigt die Bakterien im Biofilter erheblich, so dass der Biofilter häufig ausgetauscht werden muss.

Der Schwefelwasserstoff hat auch den Nachteil, dass der pH-Wert der Abluft erheblich abgesenkt wird. Das bedeutet, dass die Abluft sauer ist, was eben, wie oben erwähnt, für die Bakterien sehr schlecht ist. Je höher der pH-Wert der Abluft ist, desto besser ist dies für den Biofilter. Es wurde beispielsweise festgestellt, dass die Abluft beim Eintritt in den Reaktor einen pH-Wert von etwa 1, beim Austritt aber einen pH-Wert von etwa 4 hatte.

Zur Bildung und Unterhaltung des biologischen Rasens hat es sich als ratsam erwiesen, die Körnung mit einer Flüssigkeit, insbesondere mit Wasser zu vernetzen. Dabei wird dem Wasser eine Information über seinen Auftrag mitgegeben, bevor es auf die Körnung versprüht wird. Dies geschieht über entsprechende Katalysatoren, welche der Wasserzufuhr zugeordnet sind.

Die Saugeinrichtung ist bevorzugt dem Filterausgang zugeordnet. Dabei kann es sich um einen einfachen Ventilator od. dgl. handeln.

Bevorzugt wird natürlich das neue Saugverfahren auch bei der Vorschaltung eines Reaktors vor den Filter angewendet. Allerdings wird für den Gedanken des vorgeschalteten Reaktors auch selbständig Schutz begehrt, da dieser Gedanke auch mit durchgedrückter Abluft zu verwirklichen ist, wobei allerdings bei undichten Stellen Abluft sowohl aus dem Reaktor als auch aus dem Biofilter austreten kann.

Die Körnung in dem Reaktor besteht bevorzugt aus Material mit einer grossen Oberfläche, wie beispielsweise Lava, Blähton, Bims od. dgl.. Dies gewährleistet, dass ein gebildeter biologischer Rasen eine grosse Oberfläche zur Aufnahme von schädlichen Stoffen aus der Abluft aufweist.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt in ihrer einzigen Figur eine schematische Darstellung einer erfindungsgemässen Vorrichtung zum Reinigen von Abluft.

Diese Vorrichtung zum Reinigen von Abluft weist einen Biofilter 1 auf, in dem sich biologisches Material 2, beispielsweise Naturfasern, wie Torf oder Kokosfaser, befindet, das bevorzugt mit entsprechenden Bakterien geimpft ist, welche der Abluft den unangenehmen Geruch nehmen.

Erfindungsgemäss ist diesem Biofilter 1 ein Reaktor 3 vorgeschaltet, in welchem sich eine Körnung 4 befindet. Diese Körnung 4 kann beispielsweise aus Lava, Blähton oder Bimsstein oder einer Mischung aus diesen bestehen.

Dem Reaktor 3 ist eine Sprüheinrichtung 5 zum Abgeben einer Flüssigkeit 6 zugeordnet. Die Flüssigkeit 6 ist beispielsweise Wasser. Falls es notwendig ist, auch das biologische Material 2 zu benetzen, kann die Sprüheinrichtung 5 ebenfalls dem Biofilter 1 zugeordnet werden.

Einem Filterausgang 7 ist zudem eine Saugeinrichtung 8 zugeordnet, die beispielsweise aus einem einfachen Ventilator bestehen kann.

Die Funktionsweise der vorliegenden Erfindung ist folgende:

Die zu reinigende Abluft gelangt, wie durch Pfeile dargestellt, in den Reaktor 3 und durchströmt die Körnung 4. Auf dieser Körnung 4 bildet sich im Laufe der Zeit infolge der Flüssigkeitszugabe und der Durchströmung der Abluft ein biologischer Rasen, welcher aus Mikroorganismen besteht, die insbesondere den Schwefelwasserstoff und ggf. das Ammoniak aus der Abluft binden. Das bedeutet, dass die in den Biofilter 1 übertretende Abluft von diesen schädlichen Stoffen gereinigt ist und diese schädlichen Stoffe den Biofilter 1 nicht mehr zerstören können. Es wurde festgestellt, dass die Abluft beim Eintritt in den Reaktor einen wesentlich niedrigeren pH-Wert aufweist, als beim Austritt aus dem Reaktor. D.h., die Abluft, die in den Biofilter 1 übergeführt wird, besitzt einen wesentlich höheren pH-Wert als beim Eintritt in den Reaktor, so dass es zu einer vernachlässigbaren Beeinträchtigung der Bakterien im Biofilter 1 kommt.

Während im Gegensatz zu früher die Abluft durch den Filter hindurchgedrückt wurde, soll die Abluft nunmehr durch den Biofilter 1 und, in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel, auch durch den Reaktor 3 gesaugt werden. Dadurch wird vermieden, dass Abluft aus irgendwelchen Ritzen oder undichten Stellen des Biofilters bzw. Reaktors austritt. Durch die Saugleistung wird in dem Biofilter 1 bzw. Reaktor 3 ein Vakuum erzeugt, so dass durch undichte Stellen höchstens von aussen Luft angesaugt wird, jedoch in keinem Fall Abluft in die Umwelt gelangt. Hierdurch wird die Leistung der gesamten Einrichtung wesentlich verbessert.

Positionszahlenliste


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Reinigen von Abluft mit einem Filter (1), in dem sich biologisches Material (2), insbesondere mit Bakterien, befindet, welches Geruchsstoffe aus der Abluft bindet, dadurch gekennzeichnet, dass die Abluft über eine Saugeinrichtung (8) durch den Filter (1) saugbar ist. Vorrichtung zum Reinigen von Abluft mit einem Filter (1), in dem sich biologisches Material (2), insbesondere mit Bakterien, befindet, welches Geruchsstoffe aus der Abluft bindet, dadurch gekennzeichnet, dass dem Filter (1) ein Reaktor (3) vorgeschaltet ist, durch den die Abluft vor dem Filter (1) führbar ist und in welchem schädliche Stoffe für die Bakterien aus der Abluft nehmbar sind. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich in dem Reaktor (3) eine Körnung (4) zum Aufbau eines biologischen Rasens befindet, der dem Binden von insbesondere Schwefelwasserstoff, Ammoniak od. dgl. aus der Abluft dient. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Körnung (4) aus Lava, Blähton, Bims od. dgl. bzw. einer Mischung aus diesen besteht. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Körnung (4) mit Flüssigkeit benetzbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeit mittels Katalysatoren eine Information über den Auftrag zugeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass dem Reaktor (3) eine Einrichtung (5) zur Zugabe von Flüssigkeit (6) zugeordnet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert der Abluft nahe dem Eintritt in und/oder nahe dem Austritt aus dem Reaktor (3) ermittelbar ist. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugeinrichtung (8) dem Filterausgang (7) zugeordnet ist.






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