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Dokumentenidentifikation EP1854376 27.12.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001854376
Titel Verfahren und System zum Montieren von Fachböden
Anmelder Lupp, Gerhard, 66450 Bexbach, DE
Erfinder Lupp, Gerhard, 66450 Bexbach, DE
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, MT, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 08.05.2007
EP-Aktenzeichen 071077697
EP-Offenlegungsdatum 14.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.12.2007
IPC-Hauptklasse A47B 57/56(2006.01)A, F, I, 20071016, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A47B 96/14(2006.01)A, L, I, 20071016, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft die Montage von Möbeln und Möbelbausystemen und richtet sich dabei konkret auf Möbel mit Fachböden. Hierunter sollen im Wesentlichen horizontal verlaufende plattenartige Möbelteile verstanden werden, die etwa eine Inneneinteilung eines Schrankes oder sonstigen freistehenden Möbels oder Einbaumöbels bilden, ein Regalbord, eine Ablage oder ähnliche Möbelelemente.

Zur Montage solcher Fachböden werden häufig Systeme mit in Schienen in verschiedenen Höhenpositionen montierbaren Trägern eingesetzt, die die Montage der Fachböden in unterschiedlichen Höhenpositionen erlauben.

Der Erfindung liegt dabei das technische Problem zugrunde, ein Verfahren und ein System zum Montieren von Fachbodenträgern in unterschiedlichen Höhen anzugeben, die in einfacher Weise flexible und zuverlässige Gebrauchseigenschaften bieten.

Dieses Problem wird gelöst durch ein Verfahren zum Montieren eines Fachbodenträgers in einer Nut mit den Schritten: - Vorsehen des Trägers mit einem in der Nut anzuordnenden Anker und einem außerhalb der Nut anzuordnenden Halteteil für den Fachboden, - Vorsehen einer Nut mit einem vorderseitigen Schlitz mit zumindest einem Hinterschnitt an dem Schlitz, - Einführen des Trägers in die Nut, wobei der Anker in einer horizontalen Richtung durch den vorderseitigen Schlitz der Nut durchgesteckt wird, - Drehen des Trägers um die horizontale Richtung, wobei sich der Anker in der Nut hinter den zumindest einen Hinterschnitt des Schlitzes schiebt, - Verklemmen des Ankers in der Nut durch das Drehen, dadurch gekennzeichnet, dass der Anker in und längs der Nut vor dem Drehen frei und stufenlos verschiebbar ist und in einer beliebig wählbaren Position in und längs der Nut durch das Drehen verklemmt wird,

sowie ein entsprechendes System mit dem beschriebenen Träger und der beschriebenen Nut.

Die Klemmwirkung aufgrund des Verdrehens muss nicht notwendigerweise die für das Halten des Fachbodens ausreichende Verklemmung des Trägers in der Nut herstellen. Es kann auch genügen, den Träger dadurch lediglich in der Nut zu fixieren. Die Erfindung kann auch so ausgestaltet sein, dass sich erst bei der Belastung durch den Fachboden eine zusätzliche Klemmwirkung ergibt, die die nötigen Haltekräfte erzeugt. Hierauf wird weiter unten eingegangen.

Bevorzugte Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben und werden im Folgenden neben der grundlegenden Beschreibung der Erfindung ebenfalls erläutert. Die Beschreibung bezieht sich dabei implizit stets sowohl auf die Verfahrenskategorie als auch auf das System selbst, ohne dass zwischen den Kategorien noch explizit unterschieden wird.

Die Grundidee der Erfindung besteht darin, den Träger für den Fachboden in einer Nut durch Verdrehen in einer beliebigen Höhenposition zu verklemmen. Der Begriff "Nut" kann hierbei die auch schon im Stand der Technik üblichen Schienen, d. h. die darin vorgesehenen Innenräume, bezeichnen. Er beinhaltet aber auch entsprechende Innenräume in den Wänden selbst, etwa in Schrankseitenwänden, Regalwangen, Mauern, in denen Fachböden als Einbaumöbel befestigt werden, etc.

Dabei soll eine reine Klemmmontage stattfinden, die durch einen Kraftschluss zwischen einem Anker des Trägers und der Nut erzeugt wird. Die Position soll stufenlos und beliebig wählbar sein, es soll also insbesondere keine zusätzliche Verrastung oder ein im Hinblick auf die Längsrichtung der Nut wirksamer Formschluss mit Löchern oder anderem in der Nut verwendet werden, der eine Montage nur an bestimmten Positionen erlauben würde. Neben dem Verzicht auf den Aufwand für entsprechende Montagelöcher in der Nut erlaubt die Erfindung damit auch den Verzicht auf eine genaue Justage der Höhenpositionen der verschiedenen Nuten oder Schienen in Bezug aufeinander. Wenn Fachböden mit beispielsweise vier Trägern an vier Schienen aufgehängt werden, so ist es für die gerade Ausrichtung des Fachbodens und für die stabile Auflage auf den vier Lagerpunkten notwendig, die Träger aufeinander ausgerichtet zu montieren. Bei vorbestimmten Montagepositionen in den Nuten bedeutet dies eine entsprechende Anforderung schon bei der Montage der die Nuten tragenden Schienen oder der Anbringung der Nuten in anderer Weise. Im Gegensatz dazu erlaubt die Erfindung ein sehr einfaches Nachjustieren einzelner Träger in ihren Nuten, um die gewünschte Montagegenauigkeit herzustellen.

Vorzugsweise ist die Flexibilität auch hinsichtlich des Einführens des Trägers, also konkret des Ankers, in die Nut gegeben. Die Form des Ankers und der Nut können so aufeinander abgestimmt sein, dass sich der Anker entlang der Nut überall in einer bestimmten Stellung durch den Schlitz in die Nut einführen lässt und erst durch das Verdrehen den Hinterschnitt hintergreift. Dabei ist der Träger dann in jeder beliebigen Position entlang der Nut nicht nur montierbar, sondern auch einführbar. Dies bietet vor allem erhebliche Vorteile, wenn Träger nachträglich montiert werden sollen und bereits andere Träger montiert sind. Bei konventionellen Systemen, bei denen die Träger von einer seitlich am Ende einer Schiene angebrachten Öffnung durchgeschoben werden müssen, sind solche Situationen äußerst lästig.

Der Träger soll also insbesondere keine Vorsprünge, Nasen oder ähnliche Strukturelemente aufweisen, die zu einem formschlüssigen Eingriff mit entsprechenden Ausnehmungen, Löchern o. Ä. in der Nut ausgelegt sind.

Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht schräge Flächen im Nutinneren und/oder an der Außenseite des Ankers vor, die das Verklemmen beim Drehen des Ankers in der Nut fördern und erleichtern. Dabei wird vorzugsweise ein Fehlmaß ausgenutzt, etwa die Breite des Ankers gegenüber der Innenbreite der Nut oder die Tiefe des Ankers gegenüber der Innentiefe der Nut oder auch die Stärke der den Schlitz der Nut begrenzenden Seitenwände im Vergleich zu dem Abstand zwischen äußerem Halteteil des Trägers und dem Anker. Allerdings kann die Klemmwirkung auch noch zusätzlich durch die auf das Halteteil durch den Fachboden ausgeübte Kraft verstärkt werden, worauf später noch näher eingegangen wird.

Wenn beispielsweise nur der Anker eine entsprechende Schrägfläche hätte und an eine nichtschräge, d. h. in Bezug zu den horizontalen Richtung des Einführens parallele oder orthogonale Fläche angepresst würde, würde sich die das Verklemmen fördernde Wirkung bereits zeigen, wenn sich zunächst nur ein schmalerer und mit zunehmendem Verdrehen ein breiterer Teil des Ankers andrückt. Das Gleiche gilt umgekehrt bei einer Schrägfläche nur auf der Innenseite der Nut und nicht am Ankerpunkt. Bevorzugt sind allerdings zueinander passende Schrägflächen sowohl an der Innenseite der Nut als auch an dem Anker.

Die Schrägflächen müssen selbst nicht zwingend plan sein, können beispielsweise auch konkav oder konvex gewölbt sein. Bevorzugt sind allerdings plane Schrägflächen.

Besonders bevorzugt ist ferner eine zu der Längsrichtung der Nut parallele und zu der horizontalen Richtung des Einführens des Trägers schräge Innenfläche der Nut und/oder eine entsprechende schräge Außenfläche des Ankers, die wieder zu der horizontalen Richtung schräg und zu einer Längsrichtung der Nut im Wesentlichen parallel liegen soll. Dabei bezieht sich die letzte Aussage auf die vollständig verklemmte Position des Ankers, in dem Ausführungsbeispiel beispielsweise auf die horizontale Lage. Da das Verdrehen in die verklemmte Position nicht notwendigerweise immer ganz genau diese Position treffen muss, ist diese Parallelität auch nur näherungsweise zu verstehen.

Der schräge Winkel liegt vorzugsweise zwischen 30° und 60°, noch bevorzugter Weise zwischen 35° und 55° und im günstigsten Fall zwischen 40° und 50° etwa bei 45°.

Es wurde bereits angesprochen, dass die Nut bevorzugt in einer Schiene vorgesehen ist, die ihrerseits in oder auf einer Wand, etwa einer Möbelwand, angebracht wird. In vielen Fällen wird dabei eine (weitere) Nut in diese Wand eingebracht werden, beispielsweise durch Fräsen, so dass die Schiene darin montiert werden kann. Von Vorteil ist es hierbei, wenn die Schiene an ihrer Vorderseite, die den Schlitz aufweist, Überstände aufweist, die die Kanten dieser weiteren Nut in der Wand abdecken. Dies verbessert das optische Erscheinungsbild und kann auch ein zu weites Einbringen der Schiene in die weitere Nut verhindern.

Die Montage der Schiene in der Nut kann beispielsweise über seitliche Verzahnungen erfolgen, wie sie das Ausführungsbeispiel zeigt. Damit kann sich die Schiene in Holz oder Holzmaterialien leicht ausreichend verkeilen.

Das Halteteil des Trägers, also der außerhalb der Nut angeordnete Teil, kann aus zwei Trageflächen aufgebaut sein. Dabei liegt vorzugsweise die eigentliche Tragefläche für den Fachboden horizontal bzw. parallel zu der horizontalen Richtung (wenn die Tragefläche verrundet ist, enthält sie damit eine zu der horizontalen Richtung parallele Richtung). Die zweite Fläche bildet eine Stützfläche und steht im rechten Winkel zu der ersten Tragefläche und damit parallel zu der Längsrichtung der Nut. Durch das Gewicht des Fachbodens und evtl. darauf befindliche Gegenstände ausgeübte Lasten können damit über die Stützfläche besser abgefangen werden, was im Sinn der Hebelgesetze auch eine geringere Belastung des Ankers bedeutet. Gleichzeitig kann der Anker damit an die Vorderseite der Nut angepresst werden. Wenn, wie bei dieser Erfindung bevorzugt, zumindest eine Schrägfläche des Ankers und zumindest eine Schrägfläche in der Nut an der Vorderseite vorgesehen sind, verstärkt dies die Klemmwirkung dazwischen, vgl. das Ausführungsbeispiel.

Zwischen dem Anker und dem Halteteil kann ein Zwischenstück vorgesehen sein, das hier als Stift bezeichnet wird. Dieser Stift ist auf den Schlitz abgestimmt und ist im montierten Zustand darin angeordnet. Der Stift ist allerdings nicht zwingend notwendig, vielmehr können Halteteil und Anker auch direkt ineinander übergehen, wobei dann die den Hinterschnitt bildende Begrenzungswand des Schlitzes bei dem Verdrehen zu der Klemmwirkung beiträgt.

Ferner kann der Anker mit diesem Stift ein T bilden, also im Wesentlichen senkrecht zu dem Stift orientiert sein. Vorzugsweise sind dann zwei schräge Außenflächen an den beiden freien Ankerflächen vorgesehen, die jeweils nach vorne, also zu dem Halteteil, weisen. Diese Ausführungsform des Trägers lässt sich gut mit einer Nut kombinieren, die beidseits des Schlitzes entsprechende Schrägfläche aufweist.

Die schräge(n) Außenfläche(n) des Ankers kann/können zur Erleichterung des Verdrehens in eine Abkappung übergehen, also eine weitere Abschrägung relativ zu der Schrägfläche. Diese sollte so angebracht sein, dass sie beim Verdrehen in zumindest eine der möglichen Richtungen der Schrägfläche voraus läuft, also in der verklemmten Position über oder unter der Schrägfläche liegt. Zur Illustration wird auf das Ausführungsbeispiel verwiesen.

Die Abkappung kann ihrerseits ebenfalls plan sein und dabei beispielsweise einen Winkel von 15° - 45° zu der Horizontalen bilden, wenn man sich auf die verklemmte Position des Ankers bezieht. Dabei sollte die Abkappung etwas stärker nach außen orientiert sein, um besonders im äußeren Bereich das drehende Einklemmen der eigentlichen Schrägfläche in der Nut zu erleichtern. Zur Veranschaulichung wird wieder auf das Ausführungsbeispiel verwiesen, und zwar besonders auf Figur 10.

Es wurde bereits ausgeführt, dass verschiedene Fehlmaße zu der Verklemmung beitragen können. Bevorzugt ist dabei, dass der Anker gegenüber der Nut Überbreite hat und damit die Schrägflächen miteinander verkeilt werden, vgl. das Ausführungsbeispiel.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert, wobei die einzelnen Merkmale auch in anderen Kombinationen erfindungswesentlich sein können und sich grundsätzlich auf alle Kategorien der Erfindung richten, ohne dass hierzwischen noch im Einzelnen unterschieden wird.

Fig. 1
zeigt eine Korpus- oder Regalseite mit Nut im Querschnitt.
Fig. 2
zeigt eine Korpus- oder Regalseite mit Nut und eingesetzter Schiene im Querschnitt.
Fig. 3
zeigt eine Schiene im Querschnitt.
Fig. 4
zeigt einen Träger (klein, für Möbel- und Regalseiten).
Fig. 5
zeigt einen Träger, groß.
Fig. 6
zeigt eine Korpus- oder Regalseite mit Nut sowie eingesetzter Schiene und eingesetztem Träger im Querschnitt.
Fig. 7
zeigt eine Schiene mit eingesetztem Träger (groß) und eingezeichnetem Schnittverlauf A-A.
Fig. 8
zeigt eine Schiene mit eingesetztem Träger (groß) als Längsschnitt A-A.
Fig. 9
zeigt einen Befestigungsanker als Detailzeichnung mit eingezeichnetem Schnittverlauf B-B.
Fig. 10
zeigt einen Befestigungsanker als Detailzeichnung mit Querschnitt B-B.

Beschreibung Schiene

Wie aus vorstehend genannten Zeichnungen (Fig. 2, 3, 6 - 8) ersichtlich ist, ist bei diesem Ausführungsbeispiel die Nut in einer Schiene 1 realisiert und besteht diese Schiene 1 aus einem Hohlkammerprofil. Dieses ist an der Front 3 über seine gesamte Länge mit einem Schlitz versehen, in den die Träger 10 gesteckt werden können. Im Innern der Schiene, auf der Rückseite der Front 3, befindet sich links und rechts über die gesamte Länge je ein 45-Grad-Keil 4 - in Fig. 3 + 7 als gestrichelte Linie dargestellt.

Die Front 3 kann, wie in Fig. 3 dargestellt, Überstände 5 haben, um die Kanten der Nut 6 - siehe Fig. 1 - zur Aufnahme der Schiene 1 in den Korpusseiten 7 - siehe Fig.

  1. 1- abzudecken.

Der Keil 4 im Innern der Schiene 1 hat zweierlei Funktionen:

  • Die Verstärkung der Front 3, um ein Abknicken zu verhindern.
  • Das feste Heranziehen des Trägers 10 an die Front 3 der Schiene 1 zu gewährleisten. Dies vermeidet ein Verrutschen des Trägers 10.

Die Seitenteile 9 der Schiene 1 sind an der Außenseite über die gesamte Länge gezahnt 8, um einen besseren Halt in der Nut der Korpusseiten zu gewährleisten.

Der Effekt der Verzahnung 8 wird beim Eindrehen der einzelnen Träger 10 verstärkt, da die Ankerenden 15 des Trägers 10 sich in das Material der Schiene 1 einpressen, diese nach außen drücken und somit fixieren.

Die Schiene 1 kann bei der Herstellung auf die in Frage kommenden Belastungsanforderungen durch Ändern des Querschnittes und/oder der Maße angepasst werden. Dies betrifft ebenso die Träger 10. Zudem ist es denkbar, auf der Schiene eine Skalierung anzubringen, die das Einfügen der Träger eines Fachbodens auf derselben Höhe erleichtert.

Beschreibung des Trägers

Der Träger (siehe Fig. 4, 5 und 8) besteht wahlweise aus einer Winkelkonstruktion oder aus Vollmaterial und ist in 3 Teile untergliedert: in Anker 14, Stift 13 sowie in Trägerflächen 11 + 12 in Fig. 8. Form und Aussehen der Trägerflächen sind zweitrangig, wobei bei diesem Ausführungsbeispiel der Träger 10 eine waagerechte Fläche 11 zur Aufnahme des Bodens besitzt sowie eine senkrechte, nach unten gerichtete Fläche 12.

Der Träger 10 hat oben an seiner Rückseite einen Stift 13 mit einem im rechten Winkel angebrachten Anker 14. Stift 13 und Anker 14 sind in ihrem Querschnitt dünner als der Schlitz in der Front 3 der Schiene 1. Dies dient dazu, ein Einbringen der Träger 10 in jeder beliebigen Höhe der Schiene 1 zu ermöglichen.

Der Stift 13, der Träger 1 und Anker 14 verbindet, ist länger als die Materialstärke der Front 3 der Schiene, um ein Drehen zum Fixieren des Trägers 10 zu erleichtern. Ebenso kann dadurch der Anker 14 breiter als das Innere der Schiene ausgeführt werden.

Die beiden Enden des Ankers 14 sind in einem 45-Grad-Winkel abgeschrägt - passend zu den Keilen im Innern der Schiene 1. Die Diagonalen der Keile 4 im Innern der Schiene 1 haben die gleiche Länge wie die Abschrägung 15 der Anker-Enden. (L1 = L2, siehe Fig. 3 +9)

Der Anker 14 ist breiter als das Innenmaß der Schiene 1. Dadurch kann der Anker 14 die Seiten der Schiene 1 nach außen spreizen und diese mit dem Material der Korpusseiten verkeilen sowie sich in den Seitenwänden der Schiene 1 verhaken.

Einsetzen des Trägers in die Schiene

Trägerfläche 11 und Anker 14 - siehe Fig. 8 - müssen hierzu in einer Linie liegen. So kann der Träger 10 in den Schlitz der Schiene 1 eingeführt werden, um dann durch eine 90-Grad-Drehung entgegen des Uhrzeigersinns Halt zu erlangen. Das Herausdrehen erfolgt umgekehrt - im Uhrzeigerzinn (siehe hierzu nächsten Punkt "Spezifikation der Anker-Enden").

Spezifikation der Anker-Enden

Zusätzlich zu einem reinen Abschrägen 15 der Anker-Enden im 45-Grad-Winkel ist bei diesem Ausführungsbeispiel vorgesehen, das rechte Anker-Ende oben und das linke Anker-Ende unten um 20 Grad abzukappen (vgl. Bezugszeichen 17 in den Fig. 9 und 10). Dieses Abkappen 17 erfolgt nicht exakt parallel zu den Anker-Enden sondern um 10 Grad versetzt 16.

Dadurch wird ein Eindrehen des Trägers 10 gegen den Uhrzeigersinn bei bestmöglicher Verkeilung erleichtert.

Material, Form, Abmessungen

Zur Verwendung können unterschiedliche Materialien gelangen. Idealerweise bestehen Träger 10, Stift 13 und Anker 14 aus einem härteren Material (wie z. B.: Stahl) als die Schiene 1 (diese z. B. aus Aluminium), und zwar zum einen, um ein besseres und leichteres Eindringen und Verkeilen des Ankers 14 in den Schienenseiten zu ermöglichen, zum anderen, um ein Abdrehen des Ankers 14 vom Stift 13 bzw. vom Träger 10 unter Belastung zu vermeiden.

Selbstverständlich können Formen mit Abmessungen ausgeführt werden, die von den in den Zeichnungen verwendeten Größenverhältnissen abweichen.

Wichtige Aspekte der Erfindung

Ein wichtiger Aspekt der Erfindung ist die Schiene, wobei diese einen Längsschnitt aufweist und sich in deren Innern zwei Keile befinden, die sich mit einem 45-Grad-Winkel an der Innenseite der Front der Schiene befinden. An den Außenseiten weist die Schiene Verzahnungen zur Verkeilung sowie an den Seiten Überstände zur Abdeckung der Nuten auf.

Zusätzlich der Aspekt, dass die Keile im Innern der Schiene einen größeren oder kleineren Winkel als 45 Grad aufweisen und/oder L1 größer oder kleiner ist als L2 des Ankers.

Außerdem der Aspekt, dass die Überstände zur Abdeckung der Nut und/oder die Verzahnungen an den Außenseiten der Schiene entfallen.

Ferner der Aspekt, dass an der Front der Schiene eine Skalierung angebracht ist.

Ein weiterer wichtiger Gegenstand der Erfindung ist der Träger, wobei dieser mit einem runden Stift versehen ist, der länger ist als die Materialstärke der Front der Schiene Am Stift befindet sich ein runder Anker, der breiter ist als das Innenmaß der Schiene und dessen Enden im 45-Grad-Winkel abgeschrägt sind. Die Abschrägung des Ankers mit der Länge L2 ist gleich der Länge L1 der Keile im Innern der Schiene. Die Abschrägung ist um 20 Grad abgekappt sowie um 10 Grad zur Achse der Abschrägung verschoben. Beim rechten Anker-Ende ist die Abschrägung oben, beim linken Anker-Ende unten angebracht. Der aus der Schiene herausragende Teil des Trägers besteht aus je einer waagerechten bzw. senkrechten Fläche. Diese stehen im rechten Winkel zueinander und haben jeweils die Form eines Rechtecks.

Zusätzlich der Aspekt, dass der Anker gleich oder kleiner als das Innere der Schiene ist, die Abschrägung der Anker-Enden einen größeren oder kleineren Winkel als 45 Grad hat, L2 größer oder kleiner ist als L1 der Schiene, die Abkappung mehr oder weniger als 20 Grad beträgt und diese mehr oder weniger als 10 Grad zur Abschrägung verschoben ist und die waagerechte sowie die senkrechte, aus der Schiene herausragende Fläche des Trägers eine andere Form als die eines Rechtecks aufweist.

Außerdem der Aspekt, dass der Stift gleich lang ist wie die Materialstärke der Front und der Anker keine Abschrägung der Anker-Enden aufweist sondern nur eine Abkappung von mehr oder weniger als 20 Grad.

Ferner der Aspekt, dass die Abschrägungen der Anker-Enden eine andere Form aufweisen als unter 5 beschrieben.

Zudem der Aspekt, dass der Anker nicht rund ist.

Wichtig ist insgesamt vor allem das Gesamtsystem aus Schiene und Trägern, welches vorzugsweise in die Seiten von Möbelkorpi oder Regalen eingefräst werden kann, um - mittels einzufügender Träger, welche durch eine 90-Grad-Drehung gegen den Uhrzeigerzinn in die Schiene eingesetzt werden können - Fachböden oder andere Haltesysteme daran zu befestigen. Durch die spezifische Ausbildung der Anker an den Trägern verkeilen sich diese im Innern der Schiene, so dass ein Versetzen der Träger nur durch Herausdrehen im Uhrzeigersinn möglich ist. Durch dieses System mit seiner speziellen Formgebung ist es möglich, Fachböden in jeglicher beliebigen Höhe der Schiene einzusetzen.

Einsatzmöglichkeiten des Ausführungsbeispiels

Wenn oben von Möbelkorpi oder Regalen gesprochen wird, so ist dies nur ein möglicher Einsatzort des Schienensystems. Es sind durchaus auch andere Verwendungsmöglichkeiten denkbar, beispielsweise das System direkt in einer Mauer zu verankern.

Es empfehlen sich zwei Schienen je Korpusseite, so dass ein Fachboden auf insgesamt vier Trägern aufliegen kann.

Entscheidend an diesem System ist, dass die Fachböden in jeder beliebigen Höhe in den Möbelkorpus eingeführt werden können und nicht nur, wie es bei den bisher am Markt befindlichen Systemen der Fall ist, lediglich an vorgegebenen Stellen. So wurden bislang die Träger in Löcher eingesetzt, welche von Hand - mittels Schablonen - oder durch Bohrautomaten jeweils mit vorgegebenen Abständen gebohrt wurden. Eine weitere Möglichkeit des Fixierens von Fachböden besteht im bisher häufig praktizierten Festschrauben einzelner Träger. Dies bedarf sehr viel Zeit, und ein Versetzen der Fachböden auf eine andere Höhe ist danach nicht mehr möglich.

Der Erfindung gelingt es somit, den zeitintensiven Bohr- und Schraubaufwand bei kleineren Innenausbaubetrieben (Handarbeit) entfallen zu lassen. Bei der industriellen Fertigung kann auf teure Bohrautomaten und deren Wartung verzichtet werden. Denn bei diesem System werden in die Innenseiten der Schränke sowie der Regale mittels einer Kreissäge oder Fräse Nuten eingefräst, in die Schienen eingepresst werden. Durch spezielle Ausbildungen an den Schienenaußenseiten verkeilen sich die Schienen im Material der Schränke bzw. der Regalseiten.

Um derzeit mit konventionellen Lösungen einen Fachboden - bei Lochreihenbohrung - in der Höhe variieren zu können, bedarf es 4 Lochreihen zur Aufnahme von insgesamt 4 Trägern in die vorgebohrten Löcher. Durch die Lochvorgabe ist es bei den bisherigen Systemen unbedingt erforderlich, dass die Schrankseiten waagerecht und senkrecht im Lot stehen. Dieses zeitaufwändige Ausloten kann beim hier vorgestellten System entfallen.

Ein weiterer Vorteil dieser Erfindung besteht somit darin, dass die Schrank- oder Regalseiten nun auch problemlos unterschiedlich in ihrer Höhe zueinander montiert werden können, da ein Nivellieren der Fachböden über das variable Setzen der Träger in den Schienen jederzeit möglich ist - was beispielsweise bei Altbauten mit schiefen Böden von Vorteil ist.

Zusammenfassend sind folgende Vorteile des Schienensystems hervorzuheben:

  • Fachböden können in jeder beliebigen Höhe fixiert werden.
  • Verringerung des zeitintensiven Bohr- und Schraubaufwands für kleine Innenausbaubetriebe, die derzeit die Löcher in Handarbeit mittels Schablonen bohren müssen.
  • Möglichkeit des Verzichts auf teure Bohrautomaten sowie auf deren Wartung in der industriellen Fertigung.
  • Wegfall von zeitaufwändigem Ausloten der Schrank- und Regalseiten.
  • Montage der Schrank- und Regalseiten in unterschiedlicher Höhe zueinander möglich ohne anschließendes Nivellieren der Fachböden.


Anspruch[de]
Verfahren zum Montieren eines Fachbodenträgers (10) in einer Nut (1) mit den Schritten: - Vorsehen des Trägers (10) mit einem in der Nut (1) anzuordnenden Anker (14) und einem außerhalb der Nut (1) anzuordnenden Halteteil (11, 12) für den Fachboden, - Vorsehen einer Nut (1) mit einem vorderseitigen Schlitz mit zumindest einem Hinterschnitt (4) an dem Schlitz, - Einführen des Trägers (10) in die Nut (1), wobei der Anker (14) in einer horizontalen Richtung durch den vorderseitigen Schlitz der Nut (1) durchgesteckt wird, - Drehen des Trägers (10) um die horizontale Richtung, wobei sich der Anker (14) in der Nut (1) hinter den zumindest einen Hinterschnitt (4) des Schlitzes schiebt, - Verklemmen des Ankers (14) in der Nut (1) durch das Drehen, dadurch gekennzeichnet, dass der Anker (14) in und längs der Nut (1) vor dem Drehen frei und stufenlos verschiebbar ist und in einer beliebig wählbaren Position in und längs der Nut (1) durch das Drehen verklemmt wird. System zum Tragen eines Fachbodens mit: - einem Träger (10) mit einem in der Nut (1) anzuordnenden Anker (14) und einem außerhalb der Nut (1) anzuordnenden Halteteil (11, 12) für den Fachboden, - einer Nut (1) mit einem vorderseitigen Schlitz mit zumindest einem Hinterschnitt (4) an dem Schlitz,

welches System dazu ausgelegt ist, dass
- der Träger (10) in die Nut (1) eingeführt werden kann, wobei der Anker (14) in einer horizontalen Richtung durch den vorderseitigen Schlitz der Nut (1) durchgesteckt wird, - der Träger (10) um die horizontale Richtung gedreht werden kann, wobei sich der Anker (14) in der Nut (1) hinter den zumindest einen Hinterschnitt (4),des Schlitzes schiebt, - der Anker (14) in der Nut (1) durch das Drehen verklemmt werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass der Anker (14) im unverklemmten Zustand in und längs der Nut (1) frei und stufenlos verschiebbar ist und in einer beliebig wählbaren Position in und längs der Nut (1) durch das Drehen verklemmt werden kann.
System nach Anspruch 2 mit einer Hohlkammerprofilschiene (1), in der die Nut vorgesehen ist und die in oder an einer Wand (7) befestigt werden kann, um die Wand (7) mit der Nut zu versehen. System nach Anspruch 2 oder 3, bei dem die Nut (1) in ihrem Inneren zumindest eine zu einer Längsrichtung der Nut (1) parallele und zu der horizontalen Richtung schräge Innenfläche (4) aufweist, mit der sich der Anker (14) des Trägers (10) bei dem Drehen verklemmen kann. System nach Anspruch 2, 3 oder 4, bei dem der Anker (14) des Trägers (10) zumindest eine zu der horizontalen Richtung schräge und, bezogen auf die verklemmte Position des Ankers (14), zu einer Längsrichtung der Nut (1) im Wesentlichen parallele schräge Außenfläche (15) aufweist, mit der sich der Anker (14) bei dem Drehen in der Nut (1) verklemmen kann. System nach Anspruch 4 oder 5, bei dem der schräge Winkel zwischen der schrägen Fläche (4, 15) und der horizontalen Richtung 30° - 60° beträgt. System nach Anspruch 3, auch in Verbindung mit einem der Ansprüche 4 - 6, bei dem die Schiene (1) an ihren Längsseiten Überstände (5) zur Abdeckung von Kanten der Wand (7) bei in die Wand (7) eingebrachter Schiene (1) aufweist. System nach Anspruch 3, auch in Verbindung mit einem der Ansprüche 4 - 7, bei dem die Schiene (1) an ihren Längsseiten Verzahnungen (8) zur Verkeilung in einer Wand (7) aufweist. System nach einem der Ansprüche 2 - 8, bei dem der Träger (10) als Halteteil (11, 12) eine zu der horizontalen Richtung parallele Tragefläche (11) und eine dazu senkrechte und zu der Längsrichtung der Nut (1) parallele Stützfläche (12) aufweist. System nach einem der Ansprüche 2 - 9, bei dem der Träger (10) zwischen dem Anker (14) und dem Halteteil (11, 12) einen für eine Anordnung in dem Schlitz der Nut (1) vorgesehenen Stift (13) aufweist. System nach Anspruch 3 und 10, bei dem der Anker (14) im Wesentlichen quer zu dem Stift (13) verläuft und mit dem Stift (13) im Wesentlichen eine T-Form bildet, wobei an jedem der Enden des Ankers (14) je eine schräge Außenfläche (15) vorgesehen ist, die dem Halteteil (11, 12) zugewandt ist. System nach den Ansprüchen 4 und 11, bei dem die schräge Innenfläche (4) der Nut (1) zweifach vorgesehen ist, und zwar jeweils beidseits des Schlitzes. System nach Anspruch 3, auch in Verbindung mit einem der Ansprüche 2 - 12, bei dem die schräge Außenfläche (15) des Ankers (14) plan ist und in eine gegenüber der schrägen Außenfläche (15) wiederum schräg stehende Abkappung (17) übergeht, die in der verklemmten Position des Trägers (10) in Längsrichtung der Nut (1) betrachtet über oder unter der schrägen Außenfläche (15) liegt. System nach Anspruch 13, bei dem die Abkappung (17) plan ist und in der horizontalen Richtung betrachtet mit einer zu der horizontalen Richtung senkrechten zweiten horizontalen Richtung einen Winkel von 15° - 45° bildet. System nach einem der Ansprüche 2 - 14, bei dem der Anker (14) breiter ist als das entsprechende Innenmaß der Nut (1). Träger (10) für ein System nach den Ansprüche 5, 6, 10 und 11, auch in Verbindung mit einem weiteren der Ansprüche 2 - 15, mit einem in der Nut (1) anzuordnenden Anker (14) und einem außerhalb der Nut (1) anzuordnenden Halteteil (11, 12) für den Fachboden und einem Stift (13) dazwischen, wobei der Anker (14) im Wesentlichen quer zu dem Stift (13) verläuft und mit dem Stift (13) im Wesentlichen eine T-Form bildet, an jedem der Enden des Ankers (15) je eine schräge Außenfläche (15) vorgesehen ist, die dem Halteteil (11, 12) zugewandt ist und die mit der horizontalen Richtung einen Winkel zwischen 30° und 60° bildet und zu einer Längsrichtung der Nut (1) im Wesentlichen parallel liegt. Schiene (1) für ein System nach den Ansprüchen 3, 4, 6 und 12, auch in Verbindung mit einem weiteren der Ansprüche 2 - 15, mit zwei jeweils beidseits des Schlitzes vorgesehenen schrägen Innenflächen (4) der Nut in der Schiene (1), die mit der horizontalen Richtung einen Winkel zwischen 30° und 60° bilden und zu einer Längsrichtung der Nut im Wesentlichen parallel liegen. Verfahren nach Anspruch 1 unter Verwendung eines Systems nach einem der Ansprüche 3 - 15.






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