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Dokumentenidentifikation DE102006030069A1 03.01.2008
Titel Spannglied und Verfahren zur Herstellung desselben
Anmelder Kamphues, Andreas, Dipl.-Ing., 49497 Mettingen, DE
Erfinder Kamphues, Andreas, Dipl.-Ing., 49497 Mettingen, DE
Vertreter Busse & Busse Patentanwälte, 49084 Osnabrück
DE-Anmeldedatum 28.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006030069
Offenlegungstag 03.01.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.01.2008
IPC-Hauptklasse E04C 5/08(2006.01)A, F, I, 20060628, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04C 5/20(2006.01)A, L, I, 20060628, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Spannglied (2) aus mehreren miteinander verbundenen Einzelspanngliedern (4), die jeweils zumindest einen in einer Schutzhülle (6) angeordneten Spanndraht (8) aufweisen, sowie auf ein Verfahren zur Herstellung eines aus mehreren, miteinander verbundenen Einzelspanngliedern (4) bestehenden Spanngliedes (2), bei dem jedes Einzelspannglied einen in einer Schutzhülle (6) angeordneten Spanndraht (8) aufweist.
Um ein Spannglied aus mehreren Einzelspanngliedern zusammenzusetzen, wird vorgeschlagen, daß die Einzelspannglieder (4) durch ein insbesondere in einem Extrusionsverfahren als Strang über die Schutzhüllen (6) von Einzelspanngliedern (4) aufgesetztes Verbindungselement (12) aus Kunststoff miteinander verbunden sind.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Spannglied aus mehreren miteinander verbundenen Einzelspanngliedern, die jeweils zumindest einen in einer Schutzhülle angeordneten Spanndraht aufweisen, sowie auf ein Verfahren zur Herstellung des Spanngliedes.

Die bekannten Spannglieder werden beispielsweise in Bauwerken, insbesondere Betonbauten mit Spannbetonkonstruktionen, verwendet, um Lasten aufzunehmen. Sie können innerhalb oder außerhalb des Betonquerschnitts geführt werden. Die Spannglieder sind auch für andere Zwecke einsetzbar. Um die Aufgabe, Traglasten aufzunehmen, dauerhaft sicher erfüllen zu können, müssen die aus Litzen, Stäben oder Drähten gebildeten Spanndrähte dauerhaft gegen Korrosion gesichert sein.

Häufig müssen aus statischen Gründen mehrere zumindest annähernd parallel verlaufende Spanndrähte in ein Bauwerk eingebaut werden. Um die Verarbeitung zu erleichtern, ist es sinnvoll, Pakete aus mehreren Spanndrähten zu bilden, die dann als ein Strang verlegbar sind.

Um einen zuverlässigen Korrosionsschutz zu schaffen und die Spannglieder auf Baustellen trotzdem problemlos und schnell verarbeitbar zu machen, wird in der Schrift EP 0 393 013 A1 vorgeschlagen, ein Spannglied aus mehreren in einem Abstand parallel zueinander verlaufenden, vorzugsweise aus einem metallischen Material gefertigten Litzen herzustellen, indem die blanken Litzen mit einem Kunststoff in einem Extruder ummantelt werden. Dabei muss der Extruder so dimensioniert sein, dass sämtliche für das Spannglied gewünschten Litzen durch das Werkzeug laufen und richtig im Spannglied positioniert werden können. Das Herstellungsverfahren ist sehr aufwendig. Auch ist es schwierig, im Extrusionsprozeß einen Korrosionsschutz auf die Litzen auszubringen und diesen im Spannglied in der gewünschten Lage zu halten. Je nach Anzahl der Einzelspanndrähte in einem Spannglied weist das fertige Spannglied erhebliche Durchmesser auf, die beim Einbau in ein Bauwerk hinderlich sein können.

Aus der Schrift EP 0 898 629 B1 ist es bekannt, aus mehreren bereits jeweils für sich kunststoffummantelten Einzelspanngliedern ein gebündeltes Spannglied zu schaffen, indem die Schutzhüllen der Einzelspannglieder in Längsabständen an der Berührungsstelle der Ummantelung durch Hitzeeinwirkung miteinander verklebt bzw. verschweißt sind. Der Vorteil bei diesem Herstellungsverfahren ist darin zu sehen, mehrere bereits mit einer Ummantelung und einem Korrosionsschutz versehene Einzelspannglieder miteinander zu einem Spannglied verbinden zu können. Der Herstellungsvorgang ist einfacher und leichter beherrschbar als bei der vorstehend erläuterten Lösung. Bei diesem Herstellungsverfahren hat sich allerdings als nachteilig erwiesen, daß bei dem Verschweißen die Schutzhülle beeinträchtigt oder sogar beschädigt wird und das Korrosionsschutzmittel aus dem Einzelspannglied austreten kann, was die Funktion des Spanngliedes gefährdet. Außerdem können die Schutzhüllen infolge der thermischen und mechanischen Bearbeitung in einzelnen Bereichen dünner werden und beim nachfolgenden Transport, der Verarbeitung oder bei Wickelvorgängen aufreißen, wobei dann der Korrosionsschutz austritt und aggressive Medien in den Innenraum der Ummantelung eintreten können. Bei dieser Art der Verbindung von Einzelspanngliedern zu einem Spannglied ist die langjährige gleichbleibende Belastbarkeit wegen der Gefährdung des Korrosionsschutzes nicht mehr gewährleistet.

Demgemäß ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Spannglied und ein Verfahren zu Herstellung eines Spanngliedes aus mehreren Einzelspanngliedern mit einer jeweiligen Schutzhülle zu schaffen, das auf eine einfache und kostengünstige Art aus mehreren Einzelspanngliedern zusammengesetzt ist, ohne dass dabei die Schutzhüllen beschädigt werden können. Zudem ist es wünschenswert, bei der Anordnung der Einzelspannglieder eine größere Flexibilität hinsichtlich der Abstände und der Wickelbarkeit zu schaffen.

Die Aufgabe wird für ein gattungsgemäßes Spannglied gelöst, indem die Einzelspannglieder durch ein auf die Schutzhülle aufgesetztes Verbindungselement aus Kunststoff miteinander verbunden sind.

Die Aufgabe wird für ein gattungsgemäßes Verfahren gelöst, indem ein aus einem Kunststoffmaterial bestehendes Verbindungselement in einem Extrusionsverfahren als Strang über die Schutzhüllen von Einzelspanngliedern gelegt wird und diese danach durch das Verbindungselement miteinander verbunden sind.

Das erfindungsgemäße Spannglied kann kostengünstig und einfach hergestellt werden. Die Schutzhülle wird durch das aufgesetzte Verbindungselement nicht beeinträchtigt, die Schutzfunktion bleibt voll erhalten. Das Verbindungselement weist je nach Querschnittsform, verwendetem Material und Ausrichtung eine gewisse Flexibilität auf, durch die das Spannglied beweglicher ist und Kraftspitzen von auf das Spannglied einwirkenden Kräften zumindest teilweise kompensiert werden können, so dass diese nicht voll die Schutzhüllen belasten. Das verwendete Material für die Schutzhüllen und das Verbindungselement und deren Materialstärken können dem jeweiligen Anwendungszweck angepasst werden. Als Kunststoff wird vorzugsweise ein Polyethylen oder Polypropylen verwendet.

Eine besonders belastbare Verbindung des Materials des Verbindungselements mit dem Material der Schutzhülle ergibt sich, wenn beide Materialien vor oder nach dem Auflegen des Verbindungselementes erwärmt werden, bis der Kunststoff plastifiziert. Bei einer solchen Erwärmung ergeben sich im Verlauf des anschließenden Abkühlungsprozesses homogene Verbindungen zwischen dem Material des Verbindungselements mit dem Material der Schutzhüllen. Da das Material des Verbindungselements dem Material der Schutzhüllen hinzugefügt wird, ergibt sich keine Schwächung oder Beschädigung der Schutzhülle bei dem Verbindungsvorgang und dem fertigen Spannglied.

Durch das Verbindungselement werden die miteinander verbundenen Einzelspannglieder in einer relativen räumlichen Lage zueinander gehalten. Die Einzelspannglieder können in einem gleich bleibenden Abstand zueinander gehalten sein, der Abstand kann sich aber auch über die Länge des Spanngliedes verändern. Durch die Einstellung eines Soll-Abstandsmaßes mittels des Verbindungselements kann ein Spannglied mit seinen darin enthaltenen Einzelspanngliedern für den späteren Einbau in einem Bauwerk mit einer bestimmten Lage der einzelnen Einzelspannglieder vorkonfektioniert werden, so dass dadurch die spätere Verarbeitung erleichtert und Positionierfehler vermieden werden. Die Einzelspannglieder können jedoch auch dicht beieinander liegend vom Verbindungselement gehalten sein.

Das Verbindungselement kann so auf die Einzelspannglieder aufgebracht werden, dass diese nicht nur auf einer Fläche nebeneinander liegend räumlich fixiert sind, sondern die Einzelspannglieder können auch so durch das Verbindungselement miteinander verbunden sein, dass sich eine räumlich gewünschte dreidimensionale Relativlage der Einzelspannelemente zueinander ergibt.

Durch das Kunststoffmaterial für das Verbindungselement ergibt sich eine leichte Verarbeitbarkeit, ausreichende Zähigkeit gegen auf das Verbindungselement einwirkende Belastungen, eine gewisse Flexibilität für Bewegungen des Materials während des Transports oder der Verarbeitung und eine gute Verbindung mit dem Material der Schutzhüllen. Durch die relative Beweglichkeit des Verbindungselements ist es auch möglich, die Einzelspannglieder eines Spanngliedes spiralförmig um dessen Längsachse aufzuwickeln, um auf diese Weise ein Spannglied mit einer zumindest annähernd runden Querschnittsform zu schaffen.

Ein Verbindungselement kann nicht nur zwischen zwei benachbart angeordneten Einzelspannglieder positioniert sein, so dass es nur diese miteinander verbindet, sondern es kann auch über mehrere Einzelspannglieder hinweg geführt sein, so dass es auch mehrere oder alle Einzelspannglieder eines Spannglieds miteinander zu verbinden vermag.

Es ist leicht möglich, von einem fertigen Spannglied mit mehreren Einzelspanngliedern nachträglich eines oder mehrere der Spannglieder einzeln oder zu mehreren abzulösen, indem das verbindende Verbindungselement durchschnitten wird. Auf diese Weise ist es auch nach der Herstellung eines Spanngliedes möglich, die Zahl der miteinander zu einem Spannglied verbundenen Einzelspannglieder an geringere Anforderungen anzupassen, ohne dabei die Schutzhüllen einzelner Einzelspannglieder zu beschädigen.

Bei der Verwendung von doppelten Schutzhüllen kann ein Einzelspannglied auch nachträglich im Einbauzustand noch herausgezogen und durch ein neues Einzelspannglied ersetzt werden, da das Verbindungselement nur die Oberflächen der außen liegenden Schutzhüllen miteinander verbindet. Das gilt auch für den Fall, in dem mehrere Einzelspannglieder in einer gemeinsamen Schutzhülle angeordnet sind. Auch können eine oder mehrere leere Schutzhüllen in einem Spannglied mit weiteren Einzelspanngliedern verbunden sein, um nachträglich weitere Einzelspannglieder oder Spanndrähte durch die leere Schutzhülle nachrüsten oder die eingebauten benachbarten Einzelspannglieder mit einer durch die Schutzhüllen bewegten Sensorik nachträglich auf ihren Zustand und ihre Tragfähigkeit untersuchen zu können.

Weitere Vorteile und bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden gegenständlichen Beschreibung, den Zeichnungen und den Merkmalen der Unteransprüche.

Die Erfindung soll nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. Es zeigen:

1: eine Ansicht auf ein Spannglied mit zwei Einzelspanngliedern,

2: eine Ansicht auf ein Spannglied mit sechs dicht nebeneinander angeordneten Einzelspanngliedern,

3: eine Ansicht auf sechs mit unterschiedlichem Abstand angeordneten Einzelspanngliedern,

4: eine Ansicht auf ein Spannglied mit einem Verbindungselement, das alle Einzelspannglieder miteinander verbindet,

5: eine Ansicht auf ein Spannglied, bei dem das Verbindungselement im Zwischenraum zwischen zwei benachbarten Einzelspanngliedern angeordnet ist,

6: eine Ansicht eines Spanngliedes mit einer leeren Schutzhülle,

7: eine Ansicht eines gewickelten Spannelementes.

In 1 ist ein Spannglied 2 mit zwei Einzelspanngliedern 4 dargestellt, die in einer annähernd parallelen Lage zueinander angeordnet sind. Jedes der Einzelspannglieder 4 ist mit einer Schutzhülle 6 versehen, in der die Spanndrähte 8 angeordnet sind. Die Schutzhülle 6 ist bevorzugt aus einem Kunststoff hergestellt. Im Ausführungsbeispiel sind in einem Einzelspannglied 4 sieben Spanndrähte 8 als Litze angeordnet, die Zahl und Stärke der in einem Einzelspannglied 4 angeordneten Spanndrähte 8 ist für den Gegenstand der Erfindung jedoch nicht von Bedeutung. Die Spanndrähte 8 können auch aus Stäben oder Litzen oder sonstigem Material bestehen, das geeignet ist, um Zugkräfte sicher und dauerhaft zu übertragen.

Der von den Spanndrähten 8 nicht ausgefüllte Hohlraum innerhalb der Schutzhülle 6 kann ganz oder teilweise mit einer Füllung 10 versehen sein, die beispielsweise aus einem Korrosionsschutzmittel wie beispielsweise Fett bestehen kann. Durch die Befüllung des Hohlraumes der Schutzhülle 6 mit einem Korrosionsschutzmittel bleiben die Spanndrähte 8 dauerhaft vor korrosiven Beeinträchtigungen geschützt.

Um die beiden in 1 dargestellten Einzelspannglieder 4 miteinander zu einem Spannglied 2 zu verbinden, ist im Zwischenraum zwischen den beiden Einzelspanngliedern 4 ein Verbindungselement 12 angeordnet. Das Verbindungselement 12 besteht aus einem Kunststoff und ist auf die Oberflächen der Schutzhüllen 6 aufgelegt. Das Verbindungselement 12 erstreckt sich zumindest über eine Teillänge entlang der Längsachse des Spanngliedes 2. Es kann sich auch ohne Unterbrechungen über die volle Länge eines Spanngliedes 2 erstrecken.

Im Ausführungsbeispiel weist das Verbindungselement 12 eine Anzahl von Abschnitten 14 auf, in dem das Verbindungselement 12 mit der Schutzhülle 6 eines Einzelspanngliedes 4 verbunden ist, sowie eine Anzahl von Verbindungsabschnitten 16, die den Abstand zwischen zwei benachbarten Einzelspanngliedern 4 in der Anbringungshöhe des Verbindungselements 12 überbrücken. Der Abstand zwischen Einzelspanngliedern 4, der vom Verbindungselement 12 überbrückt wird, muss nicht gleich dem Abstand sein, den die Einzelspannglieder 4 zueinander haben, an der sie am dichtesten aneinander liegen. Der vom Verbindungselement 12 überbrückte Abstand entspricht vielmehr zumindest annähernd der Länge der Verbindungsabschnitte 16, die von einem Abschnitt 14 zum nächsten Abschnitt 14 reichen, an denen diese mit dem Material der Schutzhüllen 6 verbunden sind.

In dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel verlaufen die Abschnitte 14 parallel zur Längsachse des Spanngliedes 2 und der Einzelspannglieder 4, während die Verbindungsabschnitte 16 schräg zur Längsachse des Spanngliedes 2 und der Einzelspannglieder 4 verlaufen. Um den Abstand zwischen zwei Einzelspanngliedern 4quer zur Länge des Spanngliedes 2 überbrücken zu können, sind die Verbindungsabschnitte 16 aufeinanderfolgend wechselweise alternierend in eine Richtung halb links bzw. halb rechts von der Längsmittelachse des Spanngliedes 2 weg weisend ausgerichtet.

Abweichend von der im Ausführungsbeispiel dargestellten Ausrichtung können die Anstellwinkel der Verbindungsabschnitte 16 so gestaltet sein, daß diese im Extremfall parallel zur Längsachse des Spanngliedes verlaufen oder quer zur Längsachse des Spanngliedes 2 ausgerichtet sind. Im letzteren Fall ist es erforderlich, zur Verbindung von zwei benachbarten Einzelspanngliedern 4 eine Anzahl kurzer Verbindungsabschnitte 16 zwischen den Einzelspanngliedern 4 vorzusehen, die zumindest mit ihren Enden an den jeweiligen Schutzhüllen 6 befestigt sein müssen, um eine Verbindung herzustellen, wenn Abschnitte 14 zwischen den aufeinanderfolgenden Verbindungsabschnitten 16 fehlen. Abweichend vom dargestellten Ausführungsbeispiel kann das Verbindungselement 12 auch einen sinusförmigen, dreieckigen, viereckigen oder sonstigen als geeignet erscheinenden Verlauf aufweisen.

Im Ausführungsbeispiel aus 1 weist das Verbindungselement 14 einen kreisförmigen Querschnitt auf. Davon abweichend sind auch andere Querschnittsformen möglich, wie beispielsweise dreieckig, viereckig, linsenförmig oder dergleichen. Die Querschnittsform des Verbindungselementes 12 kann auch in dem Verlauf variieren, oder die Dicke des Verbindungselementes 12 ist in seinem Verlauf unterschiedlich gestaltet.

Im Ausführungsbeispiel ist in der Schnittansicht gut erkennbar, daß das Material des Verbindungselementes 12 als zusätzliches Material auf die Schutzhülle 6 aufgelegt ist. Die Verbindung zwischen dem Verbindungselement 12 und der Schutzhülle 6 ergibt sich in der Kontaktzone, in der sich die Oberfläche der Schutzhülle 6 und die Oberfläche des Verbindungselementes 12 berühren. Im Bereich der Kontaktfläche sollte die Verbindung zwischen den beiden Bauteilen so gestaltet sein, daß sich dort ausreichend hohe Haltekräfte ergeben, durch die die Einzelspannglieder 4 miteinander verbunden gehalten werden. Eine ausreichend hohe Adhäsionskraft kann sich ergeben, indem ein heißer Kunststoffstrang über den gewünschten Verlauf hinweg auf die darunter liegenden Einzelspannglieder 4 aufgebracht wird. Der Kunststoff kann so weit aufgeheizt sein, dass seine Temperatur den Schmelzpunkt überschreitet und der Kunststoff flüssig wird. Nach dem Abkühlen und Aushärten ergibt sich an den Kontaktflächen eine gute Verbindungsqualität.

Um die Verbindung belastbarer zu machen, ist es auch möglich, auch die Schutzhüllen 6 vor dem Auflegen des Verbindungselementes 12 zu erwärmen. Auch hier ist eine Erwärmung bis zum Erreichen des Schmelzpunktes möglich, allerdings ist darauf zu achten, dass sich die Form und Materialverteilung des Materials der Schutzhülle 6 nicht verändert. Das erwärmte Material der Schutzhüllen 6 und der heiße Kunststoff des Verbindungselementes 10 können sich bei entsprechenden Temperaturen sogar teilweise miteinander vermischen.

Um eine gute Verbindung herzustellen, ist es auch möglich, den Kunststoff des Verbindungselementes 12 mit einem Lösungsmittel zu versehen, das das Material der Schutzhülle 6 anlöst. Nach dem Verdampfen des Lösungsmittels härten die Kunststoffe auch in der Kontaktzone aus und bilden eine dauerhafte Verbindung. Zur Herstellung einer Verbindung können auch alternativ oder zusätzlich zu einer Erwärmung Klebstoffe eingesetzt werden.

In 2 ist ein Spannglied 2 mit sechs dicht nebeneinander angeordneten Einzelspanngliedern 4 gezeigt. Die Einzelspannglieder 4 sind räumlich derart relativ zueinander angeordnet, daß sich die Schutzhüllen 6 umfangsseitig berühren. Die Einzelspannglieder 4 sind jedoch nicht in dieser Berührungszone miteinander verbunden, sondern das zwei benachbarte Einzelspannglieder 4 verbindende Verbindungselement 12 ist oberhalb des Berührungsbereiches der Schutzhüllen 6 angeordnet. Das Verbindungselement 12 ist allerdings jeweils auch so tief im Zwischenraum zwischen benachbarten Einzelspanngliedern 4 angeordnet, daß das Verbindungselement 12 die Bauhöhe H der Einzelspannglieder 4 im gezeigten Ausführungsbeispiel nicht überragt. Bei einer solchen Gestaltung ergibt sich eine flache Bauhöhe, und die Verbindungselemente 12 können sich nicht so leicht an Fremdkörpern verhaken und abreißen. Bei einem Aufrollen des Spanngliedes 2 um dessen Längsachse können bei einer solchen Anordnung die Einzelspannglieder 4 leicht nach innen gerollt werden.

In 3 ist eine Ansicht auf ein Spannglied 2 gezeigt, bei dem drei Einzelspannglieder 4 vom mittleren Verbindungselement 12 in einem größeren Abstand zu drei anderen Einzelspanngliedern 4 gehalten sind. Während die beiden äußeren Verbindungselemente 12 die durch diese verbundenen Einzelspannglieder 4 eng beieinander halten, wie es auch in den 1 und 2 gezeigt ist, sind die Verbindungsabschnitte 16 des mittleren Verbindungselementes 12 länger ausgeführt, so daß sich zwischen den beiden mittleren Einzelspanngliedern 4 ein größerer Freiraum ergibt. Durch eine entsprechende Gestaltung des Verbindungselementes 12 ist es also möglich, die Einzelspannglieder 4 in einem gewünschten Abstand voneinander zu halten. Während das Verbindungselement 12 bei den sich berührenden Einzelspanngliedern 4 das Abstandsmaß A überbrückt, wird im mittleren Bereich des Spanngliedes 2 von dem dort angeordneten Verbindungselement 12 ein Abstandsmaß B überbrückt.

In 4 findet sich eine Ansicht auf ein Spannglied 2 mit einem Verbindungselement 12, das im Zuge eines Verbindungsabschnittes 16 alle Einzelspannglieder 4 dieses Spanngliedes 2 miteinander verbindet. Aus der Darstellung in 4 ist ersichtlich, daß die drei rechten Einzelspannglieder 4 ein unterschiedliches Abstandsmaß zum jeweiligen benachbarten Einzelspannglied 4 aufweisen. Die Abstandsmaße können individuell gewählt und eingestellt werden.

Beim Herstellverfahren ist es möglich, die Einzelspannglieder 4 von einer Trommel abzuziehen und an einer Stelle einen Extruder in einer Hin- und Herbewegung über den darunter durchlaufenden Einzelspannglieder 4 zu führen, wobei von dem Extruder ein drahtartiger Kunststoffstrang ausgegeben wird, der sich als Verbindungselement 12 auf die Oberfläche der Schutzhüllen 6 derjeweiligen Einzelspannglieder 4 legt. Je nachdem, wie die Hin- und Herbewegung des Extruders ausgeführt wird, und abhängig von der Fördergeschwindigkeit, mit der die Einzelspannglieder 4 unter dem Extruder durchlaufen, ergeben sich entsprechende Formen und Muster für die jeweiligen Verbindungselemente 12. In dem in 4 dargestellten Ausführungsbeispiel zeigt das Verbindungselement 12 eine Art Zick-Zack-Form, bei der sich durch eine kurze Wartezeit des Extruders an den Endanschlägen und einer fortlaufenden Förderung des Spannglieds 2 jeweils die Abschnitte 14 ausbilden. Um größere Verarbeitungsgeschwindigkeiten zu erzielen, können auch mehrere Extruderköpfe in Quer- oder Längsrichtung nebeneinanderliegend über den Einzelspanngliedern 4 angeordnet sein. Wenn ein Extruderkopf nur einen Kunststoffstrang ausgeben muß, der zwischen zwei benachbart angeordneten Einzelspanngliedern 4 zu liegen kommen soll, kann die Verfahrbewegung für den Extruderkopf erheblich geringer ausfallen, als das zur Herstellung des in 4 dargestellten Verbindungselementes 12 erforderlich ist. Anstatt den Extruderkopf zu bewegen, um das Verbindungselement 12 auf das Spannglied 2 aufzubringen, kann der Extruderkopf auch ortfest positioniert sein, und das Spannglied 2 wird seitlich so unter dem Extruderkopf bewegt, dass sich eine entsprechende Gestaltung des Verbindungselements 12 ergibt, oder das Spannglied 2 ist ortsfest, und nur der Extruderkopf wird über die Länge des Spannglieds 2 bewegt.

Bei dem in 4 dargestellten Ausführungsbeispiel überragt das Verbindungselement 12 die Bauhöhe der Schutzhüllen 6. Aus Vereinfachungsgründen sind in den 4 und 5 die Spanndrähte 8 nur in jeweils einem Einzelspannglied 4 dargestellt.

Der Aufbau des in 5 dargestellten Spanngliedes 2 entspricht im wesentlichen dem des in 4 dargestellten Spanngliedes, allerdings ist die Menge des vom Extruder ausgetragenen Kunststoffstranges über den Verfahrweg unterschiedlich mengengeregelt, so daß sich beim Überfahren einer Schutzhülle 6 nach oben hin ein immer dünnerer Strang ergibt, der bei Erreichen des obersten Punktes einer Schutzhülle 6 sogar ganz unterbrochen sein kann. Auf diese Weise ist es möglich, mit einem Extruder einen Verbindungsabschnitt 16 zu schaffen, der aus einer Anzahl von Teilverbindungsabschnitten 16 zusammengesetzt ist.

In 6 ist ein Spannglied 2 gezeigt, das zwei Einzelspannglieder 4 aufweist, von denen das linke mit zwei Schutzhüllen 6 versehen ist. Die innere Schutzhülle 6, in der auch die Spanndrähte 8 und die Füllung 10 angeordnet sind, ist an ihrem Umfang vollständig von einer zweiten Schutzhülle 6 umgeben. Bei einer solchen Anordnung ist es möglich, die innere Schutzhülle 6 zusammen mit dem Spanndraht 8 und der Füllung 10 aus der äußeren Schutzhülle 6 herauszuziehen, um ein eventuell schadhaftes Einzelspannglied 4 nachträglich auszutauschen. Für den Austausch kann nach dem Herausziehen der ursprünglichen inneren Schutzhülle 6 ein neues Einzelspannglied 4 in die äußere Schutzhülle 6 eingezogen werden.

Abweichend von dem in 6 dargestellten Ausführungsbeispiel können auch beide Einzelspannglieder 4 mit doppelten oder Mehrfach-Schutzhüllen 6 versehen sein. Es ist allgemein möglich, eines oder mehrere Einzelspannglieder 4 eines Spanngliedes 2 mit jeweils einer zweiten Schutzhülle 6 zu versehen. Zusätzlich oder alternativ kann es vorgesehen sein, dass mehrere Einzelspannglieder 4 mit einer jeweiligen Schutzhülle 6 von einer gemeinsamen weiteren Schutzhülle 6 umgeben sind. Es ist auch möglich, Einzelspannglieder 4 mit und ohne einer jeweiligen Schutzhülle 6 in einer gemeinsamen weiteren Schutzhülle 6 anzuordnen. Die Verbindung von benachbart angeordneten Schutzhüllen 6 eines Spannglieds 2 erfolgt durch eines oder mehrere Verbindungselemente 12, das oder die auf die äußere Schutzhülle 6 aufgelegt ist.

In dem in 6 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die rechte Schutzhülle 6 leer dargestellt. Bei einem Spannglied 2 können wie in 6 gezeigt ohne weiteres auch leere Schutzhüllen 6 verarbeitet werden, die über ein Verbindungselement 12 mit benachbarten Einzelspanngliedern 4 verbunden ist. Die leere Schutzhülle 6 kann dazu genutzt werden, um im Bedarfsfall Einzelspannglieder 4 nachrüsten zu können oder um über Sensoren die Qualität der benachbart liegenden Einzelspannglieder 4 zu überwachen.

Eine Schutzhülle 6 kann auch mit einer Druckbefüllung versehen werden, um über eine Drucküberwachung eventuell im Bauwerk auftretende Risse feststellen zu können.

Im Ausführungsbeispiel sind die Einzelspannglieder 4 jeweils mit identischen Querschnittsmaßen dargestellt, erfindungsgemäß ist es jedoch möglich, Einzelspannglieder 4 mit unterschiedlichen Durchmessern und Querschnittsformen durch Verbindungselemente 12 miteinander zu verbinden.

In 7 ist ein Spannglied 2 gezeigt, dessen Einzelspannglieder 4 um ihre Längsachse gewickelt sind. Im Ausführungsbeispiel handelt es sich um sieben Einzelspannglieder 4, von denen jeweils zwei benachbarte Einzelspannglieder 4 durch ein diese verbindendes Verbindungselement 12 miteinander verbunden sind. Wie im Ausführungsbeispiel gezeigt, kann das Spannglied 2 somit unter geringem Materialeinsatz für die Verbindungselemente 12 aus mehreren Einzelspanngliedern 4 zu einem dicken Strang eines Spanngliedes 2 zusammengesetzt werden. Das Aufwickeln der Einzelspannglieder 4 zu einem Strang eines Spanngliedes 2 wird möglich durch eine flexible Gestaltung der Verbindungselemente 12, die dann eine gewisse Drehung und Stauchung des Materials zulassen. Es ist zudem möglich, den auf diese Weise gebildeten Strang eines Spanngliedes 2 in einem weiteren runden Schutzrohr anzuordnen, mit dem ein Spannglied 2 dann in einem Bauwerk verarbeitet werden kann.

Die vorstehende gegenständliche Beschreibung dient nur Erläuterungszwecken. Durch die gegenständliche Beschreibung soll der Schutzgehalt der in den Ansprüchen genannten Merkmale nicht eingeschränkt werden. Dem Fachmann ist es ohne weiteres möglich, einzelne Aspekte der vorstehend beschriebenen Erfindung auf eine ihm geeignet erscheinende Weise an gegebene technische Anforderungen anzupassen, ohne dadurch die erfindungsgemäße Lehre zu verlassen.


Anspruch[de]
Spannglied (2) aus mehreren miteinander verbundenen Einzelspanngliedern (4), die jeweils zumindest einen in einer Schutzhülle (6) angeordneten Spanndraht (8) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelspannglieder (4) durch ein auf die Schutzhülle (6) aufgesetztes Verbindungselement (12) aus Kunststoff miteinander verbunden sind. Spannglied (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (12) aus einem drahtartigen Kunststoffstrang besteht. Spannglied (2) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eines oder mehrere Verbindungselemente (12) ein Abstandsmaß zwischen zwei benachbarten Einzelspanngliedern (4) überbrücken. Spannglied (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Material der Verbindungselemente (12) auf die Schutzhüllen (6) aufgespritzt ist. Spannglied (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente (12) im Zwischenraum zwischen benachbarten Einzelspanngliedern (4) angeordnet sind und die Bauhöhe der Einzelspannglieder (4) nicht überragen. Spannglied (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente (12) in Zick-Zack-Form verlaufend an den Einzelspanngliedern (4) befestigt sind. Spannglied (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß durch ein Verbindungselement (12) mehr als zwei Einzelspannglieder (4) miteinander verbunden sind. Spannglied (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Spannglied (2) um seine Längsachse wickelbar ist. Spannglied (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eines oder mehrere Einzelspannglieder (4) mit jeweils einer zweiten Schutzhülle (6) und/oder mehrere Einzelspannglieder (4) mit ihrer jeweiligen Schutzhülle (6) von einer gemeinsamen weiteren Schutzhülle (6) umgeben sind. Verfahren zur Herstellung eines aus mehreren, miteinander verbundenen Einzelspanngliedern (4) bestehenden Spanngliedes (2), bei dem jedes Einzelspannglied einen in einer Schutzhülle (6) angeordneten Spanndraht (8) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß ein aus Kunststoffmaterial bestehendes Verbindungselement (12) in einem Extrusionsverfahren als Strang über die Schutzhüllen (6) von Einzelspanngliedern (4) gelegt wird und diese danach durch das Verbindungselement (12) miteinander verbunden sind. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzhüllen (6) vor dem Auflegen des Verbindungselementes (12) erwärmt werden. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (12) in einem alternierenden Verlauf auf die miteinander zu verbindenden Einzelspannglieder (4) aufgelegt wird.






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