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Dokumentenidentifikation DE102006030900A1 03.01.2008
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von fälschungssicheren Etiketten
Anmelder Nägele, Martin, Dr., 28359 Bremen, DE
Erfinder Nägele, Martin, Dr., 28359 Bremen, DE
DE-Anmeldedatum 02.07.2006
DE-Aktenzeichen 102006030900
Offenlegungstag 03.01.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.01.2008
IPC-Hauptklasse G09F 3/02(2006.01)A, F, I, 20060702, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B42D 15/10(2006.01)A, L, I, 20060702, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erzeugung von fälschungssicheren Etiketten aus mehrschichtigen Folien. Das erfindungsgemäße Ziel ist die Herstellung von Etiketten aus ein- oder mehrschichtigen Folien durch selektiven Laserabtrag des Folienmaterials. Je nach Tiefe und Ort des Laserabtrages wird ein charakteristisches Farbmuster oder eine transluzente Struktur erzeugt, die gleichzeitig die Folie mechanisch so schwächt, dass eine zerstörungsfreie Ablösung nach einmaligem Aufkleben nicht mehr möglich ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erzeugung von fälschungssicheren Etiketten aus mehrschichtigen Folien. Das erfindungsgemäße Ziel ist die Herstellung von Etiketten aus ein- oder mehrschichtigen Folien durch selektiven Laserabtrag des Folienmaterials. Je nach Tiefe und Ort des Laserabtrages wird ein charakteristisches Farbmuster oder eine transluzente Struktur erzeugt, die gleichzeitig die Folie mechanisch so schwächt, dass eine zerstörungsfreie Ablösung nach einmaligem Aufkleben nicht mehr möglich ist.

Bisheriger Stand der Technik

Bisher ist es üblich, wie zum Beispiel in der europäischen Patentschrift EP 0961693 beschrieben, ein Schwächungsmuster in fälschungssichere Dokumente oder Etiketten einzubringen. Typischerweise werden diese Strukturen durch Prägetechniken erzeugt. Dieser Fertigungsprozess erfolgt typischerweise bei der Herstellung des Etiketten-Rohlings. Aufgrund der festgelegten Geometrie des Prägewerkzeuges gleichen sich die Schwächungsmuster aller Etiketten-Rohlinge. Die Farbgebung und Mustererzeugung der Etiketten wird bei bisher üblichen Herstellungsverfahren durch Druckprozesse erzeugt.

Die Beschriftung bzw. Gravur von Bauteilen erfolgt in vielen Bereichen der Industrie durch den Einsatz von Laserstrahlung. Je nach Anwendung kommen unterschiedlichste Laserlichtquellen zum Einsatz. Die Beschriftung kann an der Oberfläche oder im Volumen des Bauteils erfolgen. Die Tiefe der Gravur kann sehr unterschiedlich gewählt werden. Zum Beispiel bei der Herstellung von Prägewerkzeugen kann eine sehr tiefe Gravur gewählt werden. Die Eindringtiefe kann durch die Einstellung von geeigneten Laserparametern gewählt werden.

Beschreibung

Zur Herstellung von Dokumenten oder Etiketten mit Sicherheitsmerkmalen kann erfindungsgemäß ein Rohmaterial aus einer oder mehreren dünnen Schichten Verwendung finden. Dieses Rohmaterial wird in einer geeigneten Laserbeschriftungsanlage weiter bearbeitet. So werden die Parameter der Laserstrahlung dynamisch, während der Erzeugung der Beschriftung geändert, um die Eindringtiefe der Gravur zu variieren. Wie in Zeichnung 1 dargestellt, kann so, bei geringster Wirkung des Lasers nur eine leichte Veränderung der Oberfläche erzeugt werden. Bei Steigerung der Wirkung des Laserstrahls erhöht sich die Tiefe der Gravur. So können tiefer liegende Schichten des Rohmaterials mit anderen optischen und/oder mechanischen Eigenschaften freigelegt werden. So können zum Beispiel Farbeffekte erzeugt werden. Werden tief liegende transparente Schichten freigelegt, so dass Licht das Schichtsystem komplett durchstrahlen kann, können Beschriftungsstrukturen erzeugt werden, die von beiden Seiten erkennbar bzw. lesbar sind. Bei weiterer Steigerung der Laserleistung kann das Rohmaterial komplett lokal durchtrennt werden. So kann eine Perforation, wie in Zeichnung 2 skizziert, zur Schwächung des Rohmaterials eingebracht werden, damit dieses nach einmaligem Aufkleben nicht mehr zerstörungsfrei abgelöst werden kann. Schließlich kann durch Schreiben einer geschlossenen Kontur mit hinreichender Laserwirkung das erzeugte Etikett ausgeschnitten werden.

So kann der Laser als Beschriftungs-, Gravur-, Perforations-, und Schneidewerkzeug verwendet werden. Durch die flexible, dynamische Veränderung der Beschriftungs- und Laserparameter können aus preiswertem endlosem Rohmaterial hochwertige Etiketten hergestellt werden. Dabei können mehrere Sicherheitsmerkmale, wie Schwächungsmuster, transluzente Struktur, Farbstruktur und Beschriftung, dynamisch miteinander korreliert werden.

1
Darstellung der Schicht 1
2
Darstellung der Schicht 2
3
Eindringtiefe mit Freilegung einer tieferen Schicht
4
Dicke der Folie/des Rohmaterials
5
Lasergravierte Schwachstelle/Sollbruchstelle
6
Perforationsstelle/Schnitt durch das Rohmaterial
7
Lasergravur ohne Freilegung einer tieferen Schicht
8
Oberfläche der Dokumente/Etiketten
9
Lasergravierte Region des Dokumentes/Etikettes


Anspruch[de]
Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von Dokumenten und/oder Etiketten mit Sicherheitsmerkmalen dadurch gekennzeichnet, dass diese aus einem ein- oder mehrschichtigen Rohmaterial durch Bearbeitung mit einem geeigneten Laser erzeugt werden und dabei die Laserparameter dynamisch während der Erzeugung verändert werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch Veränderung der Laserparameter während der Erzeugung des Dokumentes oder Etikettes eine Gravur unterschiedlicher Tiefe oder in unterschiedlicher Tiefe erzeugt wird. Wobei das Tiefenrelief als Sicherheitsmerkmal mit der Beschriftung korreliert sein kann. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Lasergravur eine transluzente Struktur entsteht, die von beiden Seiten als Sicherheitsmerkmal erkennbar ist. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Lasergravur eine Struktur zur mechanischen Schwächung entsteht, so dass das Dokument/Etikett nach einmaligem Aufkleben nicht mehr zerstörungsfrei abgelöst werden kann. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Lasergravur unterschiedlich tief liegende Schichten unterschiedlicher Farbe freigelegt werden können, wobei durch das Tiefenrelief Farbeffekte erzeugt werden, die sowohl mikroskopischer als auch makroskopischer Ausdehnung sein können. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Erhöhung der Laserleistung auf einer Kontur um die sonstigen Gravurmerkmale herum das Dokument/Etikett ausgeschnitten oder für die Vereinzelung vorbereitet werden kann. Diese Kontur kann beliebig gewählt oder auch dynamisch verändert werden. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dokumenten/Etiketten aus preiswertem endlosmaterial, das typischerweise auf Rollen zugeführt wird, gefertigt werden kann. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gravur unter einer transparenten Schutzschicht verborgen ist. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass je nach Ausprägung der Tiefenstruktur die Sicherheitsmerkmale mit bloßem Auge oder mit optischen Hilfsmitteln gelesen werden kann. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeichen oder Codes auf dem Dokument/Etikett aus Punkten oder Regionen mit unterschiedlicher Form und Abstand zusammengesetzt ist.






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