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Dokumentenidentifikation DE202007003627U1 03.01.2008
Titel Mikroskopier-Küvette für die mikroskopische Diagnose und Beobachtungen im Submikro- und Nanometerbereich
Anmelder Wendlandt, Erhard, 18445 Prohn, DE;
Wendlandt, Ingo, 18445 Prohn, DE
DE-Aktenzeichen 202007003627
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 03.01.2008
Registration date 29.11.2007
Application date from patent application 10.03.2007
IPC-Hauptklasse G01N 21/03(2006.01)A, F, I, 20070310, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G01N 33/48(2006.01)A, L, I, 20070310, B, H, DE   G02B 21/34(2006.01)A, L, I, 20070310, B, H, DE   G01N 27/447(2006.01)A, L, I, 20070310, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf Anordnungen und Vorrichtungen für Mikroskopier-Küvetten, die die Diagnose und Betrachtung von lebenden oder toten Kleinlebewesen, z.B. aber auch Partikel in jeglicher Art und Gestalt, im Submikro-/Nanometer-Bereich unter dem Mikroskop wesentlich erleichtert.

Stand der beobachtenden Technik ist, dass Kleinlebewesen, lebend, entweder als Quetschpräparate zwischen Objektträger und Deckglas, oder im toten Zustand und mit vorhergehender Präparation betrachtet werden. Hierbei werden wesentliche Funktionen der zu betrachtenden Objekte erheblich beeinträchtigt. Bei lebenden wasserabhängigen Organismen ist durch offene Betrachtung auf einem Objektträger, mit oder ohne Deckglas, durch Verdunstung von Flüssigkeit ebenfalls mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen.

Sehr langwierig und recht umständlich ist die Verdeckelung von Einschlusspräparaten zu gestalten.

Die nach der Erfindung konzipierte Mikroskopier-Küvette behebt im Wesentlichen diese Mängel.

Beim Arbeiten mit der Mikroskopier-Küvette bietet sich der Vorteil, dass

  • 1. die mikroskopisch zu betrachtenden Objekte lebend und
  • 2. auch in wässrigen Medien betrachtet, gehältert und gezüchtet werden können;
  • 3. bei der Doppel- bis Mehrfach-Ausführung der Mikroskopier-Küvette die Objekte unter Normalbedingungen in der einen Kammer und unter Behandlungs- und Dotierungsbedingungen (Wirkstoffe, Desinfektionsmittel, Antibiotika-Resistenz-Prüfung u.ä.) in weiteren Kammern beobachten werden können, ohne dass ein zeitaufwändiger Küvettenwechsel vorgenommen werden muss.
  • 4. z.B. Gewebeschnitte oder Mikrotompräparate jeglicher Art sicher und kontaminationsfrei in den Mikroskopier-Küvetten betrachtet, konserviert und deponiert werden können.

So können nach der Erfindung für Routineuntersuchungen oder auch für die Dauerpräparation preisgünstige, zeitsparende und in hygienisch-/pathologischer Hinsicht sehr sichere Einweg-Mikroskopier-Küvetten hergestellt werden.

Als Applikationsgebiete sind beispielhaft

  • • Antibiotika-Reristenzprüfung in 1 bis 2 Stunden
  • • Stuhluntersuchungen, z.B. auf pathogene Protozoen, wie Cryptosporidien, Giardien und sämtliche relevante Diagnose-Parameter
  • • Erreger von Malaria sowie weitere tropische und nichttropische Erreger von Krankheiten
  • • Blutuntersuchungen, z.B. auf Leukämie und weiter symptomatische Erkrankungen
  • • Lebensmittelkontaminationen, vor Ort Untersuchungen auf pathogen Keime „Gammelfleisch-Problematik"
  • • Allgemeine Krankenhaushygiene
  • • Direktuntersuchung von Zecken auf Borrelien
  • • Biofilm-Untersuchungen im Trinkwasser-, Lebensmittel- und Medizin-Bereich
  • • Nano-Technologie relevante Applikationen
zu nennen.

Die Mikroskopier-Küvette wird nach der Erfindung in der Folge in Bild 1 bis Bild 10 beispielhaft und schematisch dargestellt.

Es zeigen:

Bild 1 1 Mikroskopier-Küvetten-Boden, z.B. 16 bis 1000 &mgr;m;

Bild 1 2 abziehbare, z.B. Silicon präparierte, Papierfolie;

Bild 1 3 z.B. schwach/stark klebendes Dispersionsacrylat;

Bild 1 4 z.B. Polyester/Polyurethan-Folie, 10 bis 5000 &mgr;m, transparent oder eingefärbt als abdichtende Kammer-Umrandung

Bild 1 5 z.B. stark klebendes/modifiziertes Dispersionsacrylat

Bild 2 6 Teil der Probeaufnahme-Fläche

Bild 3 6 gesamte der Probeaufnahme-Fläche

Bild 4 7 aufgelegtes und fest verschlossenes Deckglas

Bild 5 7 Deckglas

Bild 6 mehrkammrige, mit rechteckigen Probenaufnahme-Flächen versehene Mikroskopier-Küvette

Bild 7 mehrkammrige, mit runden Probenaufnahme-Flächen versehene Mikroskopier-Küvette

Bild 8 Mikroskopier-Küvette mit +/– Elektrodenzuführungen

Bild 9 Mikroskopier-Küvette mit Ein- und Auslauf-Vorrichtungen für den kontinuierlichen Betrieb

Bild 10 Mikroskopier-Küvette mit Mikroskopier-Küvetten-Boden, versehen mit Mikroskopie relevanten Lichtfilter-Farben (wie beispielsweise mit Ultraviolett- oder Sperrfilter-Effekt)

Bild 11 Mikroskopier-Küvette mit +/– Elektrodenzuführungen, stirnseitig

Bild 12 Mikroskopier-Küvette mit +/– Elektrodenzuführungen, von der Seite her, mit Option auch gegenüber liegend

Bild 13 Mikroskopier-Küvette mit Zu- und Abfluss-Einrichtungen, z.B. über Kanülen oder andere Einrichtungen

Nach der Erfindung ist die Mikroskopier-Küvette, wie folgend beschrieben, aufgebaut:

Als unteres Trägerglas oder Mikroskopier-Küvetten-Boden (Bild 1-1) für die zu beobachtenden Objekte dient ein Objektträgerglas in der üblichen Stärke von ca. 1mm Dicke oder in einer anderen beliebigen Stärke.

Auf diesem Trägerglas befindet sich eine Kammerumrandung, z.B. aus Polyester- oder Polyurethan-Folie, Metall- oder anderen Werkstoffen (Bild 1-4), in beliebiger Stärke, wie in den Ansprüchen definiert, der durch einen Klebefilm (Bild 1-3), auf das genannte Trägerglas (Bild 1-1) aufgeklebt ist.

Die obere Fläche des Rahmens (Bild 1-4) ist mit einem z.B. aus modifiziertem Dispersionsacrylat bestehenden Kleber versehen.

Die so gebildete Kammer ist mit einer Schutzfolie (Bild 1-2), z. B. bestehend aus einer mit Siliconöl imprägnierten Papierfolie versehen, die leicht abzuziehen ist.

Vor der Dotierung – mit Probengut – der so gebildeten Kammer mit der Probenaufnahmefläche (Bild 2-6), wird die Schutzfolie (Bild 1-2) abgezogen und ein Deckglas (Bild 4-7) entsprechender Größe und beliebiger Stärke aufgelegt und fest angedrückt.

Bild 5 zeigt das Deckglas (Bild 5-7).

In Bild 6 ist ein Raster dargestellt, das die gesamte Probeaufnahmefläche (Bild 6-6) in der Anzahl beliebige kleine Kammern aufteilt. Diese Kammern werden durch das Auflegen des fest angepressten Deckglases in hermetisch abgeschlossene Einzelkammern eingeteilt, in der gleichzeitig mehrere Objekte, die z.B. mit verschiedenen Wirkstoffen dotiert und beobachtet werden können. Ein Applikationsgebiet wäre z.B. in der Medizin das schnelle und gleichzeitige Testen – unter gleichbleibenden Umgebungsparametern, wie Temperatur, Licht u.a. – von Antibiotika-Resistenzen.

Bild 7 zeigt ein Beispiel für eine mit Farbfiltern versehene Version der Kammernausbildung. Hier sind z.B. Farbfilter in gelb (Bild 7-8) und in grün oder blau/violett (Bild 7-8) prädestiniert.

Weitere Ausbildungen sind im Bild 8, Bild 9 und Bild 10 dargestellt, wobei die einzelnen Kammern kreisförmig gestaltet sind.

Bild 10 (Bild 10-9) zeigt außerdem die Ausstattung der Probenaufnahmefläche, z.B. dargestellt in (Bild 2-6) ohne und mit Filtern für die Durchlässigkeit von ultraviolettem Licht für die Fluoreszenzmikroskopie mit Fluoreszenzmarkern.

In den Bildern 11 und 12 sind nach der Erfindung Mikroskopier-Küvetten abgebildet, die mit Stromzuführungen versehen sind. Bild 11 zeigt die Zuführungen von den Stirnseiten (Bild 11-10/11) und Bild 12 die Zuführungen von den Seiten her (Bild 12-10/11). Alternativ zu der Anordnung der Stromzuführungen in Bild 12 können die Stromzuführungen auch gegenüber und versetzt angeordnet sein.

1
Mikroskopier-Küvetten-Boden
2
abziehbare Silicon imprägnierte Papier-Folie
3
z.B. schwach/stark klebendes Dispersionsacrylat
4
z.B. Polyester/Polyurethan-Folie, Metallfolie u.a., 10 bis ca. 1500 &mgr;m*
5
z.B. stark klebendes/modifiziertes Dispersionsacrylat
6
Probeaufnahmefläche
7
Deckglas
8
Farbfilter dotiert gelb
9
Farbfilter dotiert, z.B. grün, blau/violett für Fluoreszenzmessungen/untersuchungen
10
Stromzufuhr, Minuspol
11
Stromzufuhr, Pluspol
12
Flüssigkeit-Zufluss, z.B. Kanüle
13
Flüssigkeit-Abfluss, z.B. Kanüle

  • * transparent oder eingefärbt, sterilisierbar bis ca. 160 °C


Anspruch[de]
Mikroskopier-Küvette zur kontinuierlichen/diskontinuierlichen, mikroskopischen und videomikroskopischen Betrachtung von anorganischen und organischen Partikeln sowie lebenden oder toten Objekten im Submikro-/Nanometer-Bereich in stehenden oder fließenden wässrigen Medien, aber auch im trockenem Zustand, gekennzeichnet – wie in Bild 1, Bild 3 und Bild 5 dargestellt und in der Legende beschrieben – durch einen Mikroskopier-Küvetten-Boden (1), z.B. 16 bis 1000 &mgr;m Stärke, eine abziehbare, z.B. Silicon präparierte Papierfolie (2), einen z.B. schwach oder stark klebenden Dispersionsacrylat-Kleber (3), z.B. eine Polyester oder Polyurethan-Folie (4), 10 bis 5000 &mgr;m Stärke, transparent oder eingefärbt, als abdichtende Kammer-Umrandung, einen z.B. stark klebenden/modifizierten Dispersionsacrylat-Kleber (5), eine freie Probeaufnahme-Fläche auf dem Mikroskopier-Küvetten-Boden (6) und durch ein Deckglas (7). Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Kleber (3) andere geeignete Klebstoffe zum Einsatz gelangen Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass andere geeignete, als Kammer umrandende Kunststoffe, Gummikomponenten oder Metalle Anwendung finden. Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass alle Bauteile aus sterilisierbaren oder zumindest aus desinfizierbaren Materialien bestehen. Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass alle Bauteile auch aus nicht sterilisierbaren oder desinfizierbaren Materialien bestehen Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass alle Bauteile, die lichtdurchlässig sein müssen – wie z.B. Boden- und Deckglas, aus optisch durchlässigem Glas bestehen. Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass alle Bauteile, die lichtdurchlässig sein müssen – wie z.B. Boden- und Deckglas, aus optisch durchlässigem Quarz-Glas bestehen. Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass alle Bauteile, die lichtdurchlässig sein müssen – wie z.B. Boden- und Deckglas, aus optisch durchlässigen Kunststoffen bestehen. Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass alle Bauteile, die lichtdurchlässig sein müssen – wie z.B. Boden- und Deckglas, aus optisch und Ultraviolettlicht durchlässigen Kunststoffen bestehen. Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese die üblichen Standardmaß als Küvetten-Boden und Deckgläser für die Mikroskopie besitzen. Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese variable Maße für Objektträger als Küvetten-Boden und Deckgläser für die Mikroskopie besitzen. Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Bodenglas und/oder Deckglas ein Zähl-Raster/-Gitter besitzen. Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass diese mit mehrkammrigen, in beliebiger Größe ausgeführten, rechtreckigen Probenaufnahme-Flächen versehen sind, wie in Bild 6 dargestellt. Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass diese mit mehrkammrigen, in beliebiger Größe ausgeführten, runden Probenaufnahme-Flächen versehen sind, wie in Bild 8 dargestellt. Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Mikroskopier-Küvetten-Boden (Bild 1-1) teilweise oder ganz mit Mikroskopie relevanten Lichtfilter-Farben (wie beispielsweise mit Ultraviolett- oder Sperrfilter-Effekt), wie in Bild 10 dargestellt versehen ist. Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass diese mit +/– Elektrodenzuführungen versehen ist, wie in Bild 11 und 12 dargestellt, die auch für elektrophoretische Zwecke eingesetzt werden kann: Mikroskopier-Küvette nach Anspruch 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass diese mit Ein- und Auslauf-Vorrichtungen für einen kontinuierlichen Betrieb versehen ist, die vorzugsweise aus verschließbaren Injektionsnadeln mit z.B. Querschnittsöffnungen von ca. 15 bis 1000 &mgr;m bestehen können, wie in Bild 13 dargestellt.






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