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Dokumentenidentifikation DE202007012951U1 03.01.2008
Titel Selbständig frei stehendes Sitzkissen
Anmelder nivoh! GmbH, 72401 Haigerloch, DE
Vertreter Ott, E., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 72108 Rottenburg
DE-Aktenzeichen 202007012951
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 03.01.2008
Registration date 29.11.2007
Application date from patent application 15.09.2007
IPC-Hauptklasse A47C 3/16(2006.01)A, F, I, 20070915, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein selbständig frei stehendes Sitzkissen gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

Ein solches Sitzkissen, welches auch unter der Bezeichnung Sitzsack bekannt ist, ist in herkömmlicher Weise mit Styroporkugeln gefüllt und hat eine äußere Hülle aus Leder oder Kunststoff. Ein solches Sitzkissen kann in seiner Form in gewissen Grenzen verändert werden, um beispielsweise eine Sitzmulde mit einem angrenzenden Rückenlehnenbereich auszubilden. Diese bekannten Sitzkissen haben aufgrund des verwendeten Füllmaterials eine geringe Formstabilität, was bei der Benutzung zu unerwünschten Formänderungen aufgrund der einwirkenden Belastungen führen kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein selbständig frei stehendes Sitzkissen, welches auch als Liegekissen verwendet werden kann, so auszubilden, dass einerseits gewünschte Ausformungsveränderungen möglich sind, und andererseits bei der Benutzung des Sitzkissens eine höhere Formstabilität erreicht wird.

Die Lösung dieser Aufgabe erhält man durch die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale. Das erfindungsgemäße Sitzkissen besitzt eine neuartige Füllung aus einer Vielzahl von einerseits harten und andererseits elastischen Kunststoffteilchen, vorzugsweise aus Styroporteilchen und Polypropylenteilchen, die unterschiedliche Reibungskoeffizienten haben. Die eher glatte Oberfläche der Styroporteilchen und die griffige, weiche Oberfläche der Polypropylenteilchen ergeben den Vorteil, dass bei einer Belastung des Sitzkissens die bestehende Ausformung sehr formbeständig bleibt. Bei herkömmlichen Sitzkissen rutschen dagegen die glatten Styroporkügelchen bei einer Belastung aus ihrer Position weg, sodass sich insgesamt eine Formveränderung des Sitzkissens ergibt, insbesondere wenn Belastungsänderungen bei Veränderung der Sitzposition einer auf dem Sitzkissen sitzenden Person auftreten.

Das verwendete Mischungsmaterial aus harten und elastischen Kunststoffteilchen hat den weiteren Vorteil, dass sich der Sitzkomfort durch die höhere Elastizität der elastischen Kunststoffteilchen verbessert. Sehr gute Ergebnisse wurden mit einer Füllung aus Styroporkugeln und Polypropylenteilchen erzielt, wobei ein Querschnittsdurchmesser von etwa 4 mm eine hohe Formstabilität und auch einen guten Sitzkomfort ergab.

Das Mischungsverhältnis kann entsprechend den jeweiligen Anforderungen in einem verhältnismäßig breiten Bereich verändert werden, wobei jedoch für den alltäglichen Gebrauch ein Mischungsverhältnis von 50/50 der harten und der weichen Kunststoffteilchen sich als vorteilhaft erwiesen hat. Dabei kann es vorteilhaft sein, Kunststoffteilchen mit unterschiedlicher Form zu verwenden, beispielsweise Styroporteilchen als Kugeln und Polypropylenteilchen mit einem ovalen Querschnitt.

Ein Sitz- und Liegekissen, welches mit Styroporkugeln mit einem Durchmesser von 4 mm und mit Polypropylenteilchen mit einer Länge von etwa 8 mm gefüllt war, hat in Versuchen sehr gute Nutzungseigenschaften gezeigt. Sowohl Formstabilität als auch der Sitzkomfort waren gegenüber herkömmlichen Sitzkissen deutlich verbessert.

Bei der bevorzugten Ausführungsform ist die Außenhülle aus Leder, das an seiner Innenseite eine raue Oberfläche hat. Außerdem befinden sich die Kunststoffteilchen in einem Innensack aus Textilmaterial, der mit einem Reißverschluss zum Befüllen und zum Verschließen versehen sein kann.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Es zeigen:

1 die Ansicht eines Sitz- und Liegekissens,

2 eine Querschnitts-Detailansicht, die die Außenhülle, einen Innensack und die einliegenden Kunststoffteilchen zeigt, und

3 einige Kunststoffteilchen in Originalgröße, wie sie bei einem Sitzkissen gemäß 1 und 2 verwendet werden.

Das in 1 dargestellte Sitzkissen, welches grundsätzlich auch als Liegekissen bezeichnet werden kann, hat bei einer Länge von 180 cm und einer Breite von 120 cm etwa ein Volumen von 350 l. Im unbelasteten Zustand lässt sich das Sitzkissen in eine gewünschte Sitzform oder Liegeform bringen, die deutlich von der hier in 1 dargestellten Form abweichen kann.

Die Querschnitts-Detailansicht von 2 zeigt einen Schnitt des Sitzkissens von 1 im Bereich seiner Außenhülle 1. Die Schnittdarstellung zeigt, dass die sich im Inneren des Sitzkissens befindenden Kunststoffteilchen 2 von einem Innensack 3 aus textilem Material umschlossen sind. Der Innensack 3 ist an die Innenform der Außenhülle 1 angepasst und erstreckt sich somit entlang der Innenseite 4 der Außenhülle 1.

Die Darstellung von 2 zeigt, dass die einliegenden Kunststoffteilchen 2 zumindest zwei unterschiedliche Formen haben, nämlich einerseits eine Kugelform und andererseits eine etwa kurze, stabförmige Form haben. Dabei handelt es sich um Styroporkugeln 5 und um Polypropylenteilchen 6.

In 3 sind die Styroporkugeln und die Polypropylenteilchen 6 in etwa in Originalgröße dargestellt. Die Styroporkugeln haben hier einen Durchmesser von etwa 4 mm, während die Polypropylenteilchen einen ovalen Längsquerschnitt und eine Länge von etwa 8 mm haben. Grundsätzlich sind aber auch andere Abmessungen für die unterschiedlichen Kunststoffteilchen möglich, insbesondere wenn für das Sitzkissen unterschiedliche Komfort- und Verformungseigenschaften erzielt werden sollen.

Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellte Ausführungsform eingeschränkt, sondern umfasst auch die Verwendung anderer unterschiedlicher Kunststoffteilchen, sofern diese aus unterschiedlichem Material mit unterschiedlicher Härte und unterschiedlichen Reibungskoeffizienten bestehen. Insbesondere kann auch das Mischungsverhältnis zwischen Styroporkugeln und Polypropylenteilchen je nach Anwendungszweck stark variieren, wobei ein Bereich zwischen 20/80 bis 80/20 für das Mischungsverhältnis vorteilhaft sein kann.


Anspruch[de]
Selbständig frei stehendes Sitzkissen, das in unterschiedliche Sitz- und/oder Liegeformen verformbar ist und im Inneren eine Füllung aus einer Vielzahl von kleinen Kunststoffteilchen hat, dadurch gekennzeichnet, dass die Füllung eine Mischung aus Styroporteilchen (5) und Polypropylenteilchen (6) oder aus anderen einerseits harten und andererseits elastischen Kunststoffteilchen mit einem Querschnittsdurchmesser von etwa 2 bis 10 mm ist. Sitzkissen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Mischungsverhältnis der Anzahl von Styroporteilchen/Polypropylenteilchen im Bereich zwischen 20/80 bis 80/20 liegt. Sitzkissen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das bevorzugte Mischungsverhältnis der Anzahl von Styroporteilchen/Polypropylenteilchen 50/50 beträgt. Sitzkissen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Styroporteilchen (5) kugelförmig sind, und dass die Polypropylenteilchen (6) kurze, stabförmige Teile sind, die einen ovalen Längsschnitt haben. Sitzkissen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Polypropylenteilchen (6) etwa 3-15 mm lang sind. Sitzkissen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Polypropylenteilchen (6) etwa doppelt so lang sind, wie der Durchmesser der verwendeten Styroporteilchen (5). Sitzkissen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenhülle (1) des Sitzkissens aus Leder besteht, und dass sich die Styroporteilchen (5) und Polypropylenteilchen (6) in einem Innensack (3) aus Textilmaterial befinden. Sitzkissen nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Leder an seiner Innenseite (4) eine raue Oberfläche hat.






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