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Dokumentenidentifikation DE602004006182T2 03.01.2008
EP-Veröffentlichungsnummer 0001463305
Titel Gerät zur Steuerung eines Zoomobjektivs mit manueller und automatischer Fokussierung
Anmelder Canon K.K., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Wakazono, Tsuyoshi, Tokyo, JP
Vertreter TBK-Patent, 80336 München
DE-Aktenzeichen 602004006182
Vertragsstaaten DE, FR, GB, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 24.03.2004
EP-Aktenzeichen 042516864
EP-Offenlegungsdatum 29.09.2004
EP date of grant 02.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.01.2008
IPC-Hauptklasse H04N 5/232(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse G02B 7/28(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   G02B 15/20(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Steuereinrichtung zur Steuerung der Verstellung eines optischen Gerätes wie eines bei Fernsehkameras und Videokameras verwendeten Zoomobjektivs.

Bei einem System mit vorderer Fokussierung, bei dem eine Fokussierlinseneinheit in Bezug zu einer Vergrößerungsänderungslinseneinheit auf der Motivseite angeordnet ist, findet bei einer Änderung der Vergrößerung keine Verstellungsänderung des Objektivtubus statt, sodass ein solches System mit vorderer Fokussierung bei manueller Fokussierung sehr zweckmäßig ist und daher in weitem Umfang bei Zoomlinsen für kommerzielle Verwendungszwecke sowie für Fernsehkameras Verwendung findet, bei denen eine manuelle Bedienung von wesentlicher Bedeutung ist.

Demgegenüber hat ein System mit hinterer Fokussierung, bei dem eine Fokussierlinseneinheit in Bezug zu einer Vergrößerungsänderungslinseneinheit auf der Bildseite (d.h. auf der Seite der Bildebene) angeordnet ist, den Vorteil, dass in diesem Falle Abmessungen und Gewicht der Fokussierlinseneinheit verringert werden können, sodass ein solches System mit hinterer Fokussierung bei Zoomobjektiven mit einem sogenannten Autofokussystem weit verbreitet ist.

Mit zunehmenden Anforderungen an die Bildaufnahmebedingungen sowie die Bedienungspersonen von Zoomobjektiven für eine Fernsehkamera werden in jüngerer Zeit auch höhere Anforderungen an die Bedienbarkeit und Vielseitigkeit gestellt, wobei insbesondere ein steigender Bedarf an Geräten besteht, die sowohl eine manuelle Fokussierung bzw. Scharfeinstellung (die nachstehend vereinfacht auch als "MF" bezeichnet wird) als auch eine automatische Scharfeinstellung bzw. Fokussierung (die nachstehend vereinfacht auch als Autofokussierung bzw. als "AF" bezeichnet wird) ermöglichen.

Weiterhin ist aus der japanischen Patentschrift 2 561 637 sowie der japanischen Gebrauchsmusterschrift S62(1987)-43 286 eine Zoomobjektivanordnung bekannt, bei der eine AF-Linseneinheit in Bezug zu einer Vergrößerungsänderungslinseneinheit auf der Bildseite und eine MF-Linseneinheit im Vergleich zu der Vergrößerungsänderungslinseneinheit auf der Motivseite angeordnet sind, wodurch ein Zoomobjektiv erhalten wird, das zwischen einem AF-Betrieb und einem MF-Betrieb umschaltbar ist.

Dieses Zoomobjektiv mit AF/MF-Umschaltung umfasst von der Motivseite her gesehen eine erste Fokussierlinseneinheit zur manuellen Fokussierung, eine Vergrößerungsänderungslinseneinheit, die zur Vergrößerungsänderung entlang der optischen Achse verstellbar ist, eine Korrektionslinseneinheit zur Korrektur von Veränderungen der Bildebene auf Grund der Vergrößerungsänderung sowie eine Relaislinseneinheit zur Herbeiführung einer Abbildung auf einem Bildaufnahmeelement wie einem CCD-Sensor oder einem C-MOS-Sensor. Außerdem ist in der Relaislinseneinheit eine zweite Fokussierlinseneinheit zur Autofokussierung angeordnet.

In einem MF-Modus wird die zweite Fokussierlinseneinheit in einer vorgegebenen Stellung festgehalten, während die Fokussierung durch manuelle Verstellung der ersten Fokussierlinseneinheit stattfindet.

Wenn sodann von dem MF-Modus auf den AF-Modus umgeschaltet wird, wird die erste Fokussierlinseneinheit in der Stellung festgehalten, in der die Umschaltung erfolgt ist, wobei eine Autofokussierung durch Verstellung der zweiten Fokussierlinseneinheit mit Hilfe eines Motors erfolgt. Wenn sodann vom AF-Modus wieder auf den MF-Modus umgeschaltet wird, wird die zweite Fokussierlinseneinheit automatisch in die vorstehend beschriebene vorgegebene Position zurückgeführt und in Verbindung mit dieser Umschaltung festgehalten.

Wenn jedoch bei der Umschaltung vom AF-Modus auf den MF-Modus z.B. die erste Fokussierlinseneinheit in der Unendlich-Stellung festgehalten wird, während die bei der AF-Steuerung auf ein in der Entfernung unendlich befindliches Motiv eingestellte zweite Fokussierlinseneinheit automatisch in eine andere vorgegebene Stellung als die Unendlich-Stellung zurückgeführt wird, tritt zwangsläufig eine Defokussierung auf.

Diese Defokussierung kann im allgemeinen behoben werden, indem die erste Fokussierlinseneinheit manuell in eine im Tele-Bereich ermittelte Scharfstellposition verstellt wird. Wenn jedoch bei der Aufnahme eines Bildes im Weitwinkelbereich vom AF-Modus auf den MF-Modus umgeschaltet wird, muss die Bedienungsperson der Kamera in diesem Falle zunächst einen Zoomvorgang in den Tele-Bereich und sodann einen manuellen Fokussiervorgang ausführen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Verstellungssteuereinrichtung für ein optisches Gerät anzugeben, durch die ermöglicht wird, dass eine etwaige Defokussierung bei einer Umschaltung von einem AF-Modus in einen MF-Modus unauffällig bleibt.

Darüber hinaus liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, eine Verstellungssteuereinrichtung für ein optisches Gerät anzugeben, die im Falle einer Defokussierung bei der Umschaltung vom AF-Modus auf den MF-Modus eine schnelle Korrektur dieser Defokussierung ermöglicht.

Aus der EP 0 439 219 ist ein Fokussiersteuersystem für eine Kamera mit einer automatischen und einer manuellen Steuerung bekannt, bei dem ein vorderes Linsenglied und ein Hauptlinsenglied verstellbar sind. Durch Verstellung des Hauptlinsengliedes sowohl im Rahmen eines automatischen Steuermodus als auch in einem von zwei Bedienungsbereichen eines manuellen Steuermodus kann eine Fokussiersteuerung in einem großen Bereich erhalten werden.

Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird somit eine Verstellungssteuereinrichtung für ein optisches Gerät gemäß Patentanspruch 1 angegeben.

Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die zugehörigen Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:

1 ein Blockschaltbild des Aufbaus eines Bildaufnahmesystems gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung,

2 ein Ablaufdiagramm, das den Verarbeitungsablauf einer MF/AF-Modusumschaltung gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel veranschaulicht,

3 den Zustand einer Zoomobjektivanordnung in einem AF-Modus gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel,

4 einen Umschaltvorgang von einem AF-Modus auf einen MF-Modus bei dem ersten Ausführungsbeispiel,

5 den Zustand einer Zoomobjektivanordnung im MF-Modus bei dem ersten Ausführungsbeispiel,

6 ein Ablaufdiagramm, das den Verarbeitungsablauf einer MF/AF-Modusumschaltung gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung veranschaulicht, und

7 die Verarbeitung einer Umschaltung vom AF-Modus auf den MF-Modus gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel.

Unter Bezugnahme auf die zugehörigen Zeichnungen werden nun Ausführungsbeispiele der Erfindung näher beschrieben.

Erstes Ausführungsbeispiel

1 zeigt eine schematische Darstellung des Aufbaus eines ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung darstellenden Bildaufnahmesystems, das aus einer Zoomobjektivanordnung 30, einer Kamera 50, in der die Zoomobjektivanordnung 30 angebracht ist, und einer in der Zoomobjektivanordnung 30 angeordneten Verstellungssteuereinheit 60 besteht.

Von der Motivseite her gesehen, bezeichnen bei der Zoomobjektivanordnung 30 die Bezugszahl 1 eine erste Fokussierlinseneinheit zur Fokussierung durch manuelle Betätigung, die Bezugszahl 2 eine Zoomlinseneinheit, die eine zur Vergrößerungsänderung entlang der optischen Achse verstellbare Vergrößerungsänderungslinseneinheit 2a und eine Korrektionslinseneinheit 2b zur Korrektur einer durch die Vergrößerungsänderung hervorgerufenen Bildebene umfasst, die Bezugszahl 3 eine Blendeneinheit zur Einstellung der Lichtmenge und die Bezugszahl 4 eine Relaislinseneinheit, die zu Abbildungszwecken vorgesehen ist.

Außerdem umfasst die Zoomobjektivanordnung 30 einen Zwischenraum bzw. Bereich SP in den eine sogenannte Erweiterungslinse oder Extenderlinse 5 entnehmbar eingesetzt werden kann, deren Funktion darin besteht, den Brennweitenbereich des gesamten Zoomlinsensystems zu verändern. Die Relaislinseneinheit 4 besteht hierbei aus einer vorderen Relaislinseneinheit 4a, die in Bezug zu dem Bereich SP (der Extenderlinse 5) auf der Motivseite angeordnet ist, und einer hinteren Relaislinseneinheit 4b, die in Bezug zu dem Bereich SP auf der Seite der Bildebene (der Kameraseite) angeordnet ist.

Die Bezugszahl 6 bezeichnet eine in der hinteren Relaislinseneinheit 4b angeordnete zweite Fokussierlinseneinheit 6, die im Rahmen einer AF-Steuerung verstellt wird. Die erste Fokussierlinseneinheit 1, die zweite Fokussierlinseneinheit 6, die Vergrößerungsänderungslinseneinheit 2, die Blendeneinheit 3 und die Relaislinseneinheit 4 (sowie die Extenderlinse 5) bilden hierbei ein optisches Zoomobjektivsystem.

Bei der Kamera 50 bezeichnet die Bezugszahl 7 ein Bildaufnahmeelement wie einen CCD-Sensor oder einen C-MOS-Sensor, durch den eine fotoelektrische Umsetzung eines von der Zoomobjektivanordnung 30 abgebildeten Motivbildes in ein elektrisches Signal erfolgt. Die Bezugszahl 8 bezeichnet eine Bildsignal-Verarbeitungsschaltung, die das von dem Bildaufnahmeelement 7 abgegebene elektrische Signal in ein Bildsignal umsetzt.

Die Bezugszahl 9 bezeichnet eine AF-Beurteilungseinheit, die auf der Basis des von der Bildsignal-Verarbeitungsschaltung 8 verarbeiteten Bildsignals ein AF-Beurteilungswertsignal erzeugt, das die Schärfe (den Kontrastzustand) des Motivbildes angibt.

Bei der Verstellungssteuereinheit 60 bezeichnet die Bezugszahl 10 einen zur Verstellung der zweiten Fokussierlinseneinheit 6 vorgesehenen Fokussiermotor, während die Bezugszahl 11 eine Steuereinrichtung in Form einer Zentraleinheit (CPU) bezeichnet. Die Bezugszahl 12 bezeichnet einen Speicher, in dem eine nachstehend noch näher beschriebene erste vorgegebene Stellung bzw. Position der zweiten Fokussierlinseneinheit 6 sowie für eine AF-Steuerung erforderliche Daten usw. gespeichert werden.

Der Fokussiermotor 10 kann hierbei aus einem Schrittmotor oder einem Gleichstrommotor bestehen. Falls ein Schrittmotor Verwendung findet, wird eine Anfangsposition durch einen Rückstellschalter eingestellt und die Position der zweiten Fokussierlinseneinheit 6 sodann durch Zählung von Impulsen des Schrittmotors aus dieser Ausgangsposition gesteuert. Bei Verwendung eines Gleichstrommotors wird die Position der zweiten Fokussierlinseneinheit 6 dagegen gesteuert, indem die Stellung der zweiten Fokussierlinseneinheit 6 mit Hilfe eines Stellungsgebers erfasst wird.

Die Bezugszahl 13 bezeichnet einen Zoommotor zur Verstellung der Zoomlinseneinheit 2. Obwohl dies nicht dargestellt ist, wird von dem Zoommotor 13 in der Praxis ein Nockenring angetrieben, wobei zwei Arten von in dem Nockenring ausgebildeten Nocken die Vergrößerungsänderungslinseneinheit 2a und die Korrektionslinseneinheit 2b zur Beschreibung verschiedener geometrischer Orte (siehe 4) verstellen. Die Bezugszahl 14 bezeichnet einen Betriebsart-Umschalter bzw. Modus-Umschalter zur Herbeiführung einer Umschaltung zwischen einem AF-Modus und einem MF-Modus, wobei die Zentraleinheit (CPU) 11 ständig überwacht, ob der Betriebsart-Umschalter 14 auf die Seite des AF-Modus oder die Seite des MF-Modus geschaltet ist.

Der Zoommotor 13 kann hierbei ebenfalls aus einem Schrittmotor oder einem Gleichstrommotor mit einem Stellungsgeber bestehen.

Nachstehend werden Betrieb und Wirkungsweise der Zentraleinheit (CPU) 11 unter Bezugnahme auf das Ablaufdiagramm gemäß 2 sowie unter Bezugnahme auf die 3 bis 5 näher beschrieben. Wie 2 zu entnehmen ist, beurteilt die Zentraleinheit 11 zunächst, ob der Betriebsart-Umschalter 14 auf den AF-Modus oder den MF-Modus eingestellt ist (Schritt (in der Figur abgekürzt mit "S" bezeichnet) 101), wobei der Ablauf im Falle der Einstellung des AF-Modus auf einen Schritt S102 übergeht, bei dem ein AF-Modus-Kennzeichen gesetzt wird, das die Durchführung des AF-Modus anzeigt.

Die Zentraleinheit 11 steuert sodann die AF-Beurteilungseinheit 9 zur Erzeugung eines AF-Beurteilungswertsignals an. Anschließend steuert die Zentraleinheit 11 den Fokussiermotor 10 in eine Stellung, bei der das eingegebene AF-Beurteilungswertsignal einen Maximalwert erreicht und verstellt die zweite Fokussierlinseneinheit 6 in eine Scharfeinstellungsposition (S103). Auf diese Weise wird eine AF-Steuerung in Form einer sogenannten "Kontrasterfassungsmethode" oder in Form eines sogenannten "TV-AF-Systems" oder "Gradientensystems" durchgeführt.

3 zeigt einen Zustand der Zoomobjektivanordnung bei der Durchführung der AF-Steuerung (wobei jedoch die Extenderlinseneinheit 5 nicht vorhanden ist). Hierbei verbleibt die erste Fokussierlinseneinheit 1 im Stillstand, solange sie nicht von einer Bedienungsperson der Kamera manuell betätigt wird. Der Ablauf kehrt sodann zum Schritt S101 zurück.

Wenn dagegen im Schritt S101 festgestellt wird, dass der Betriebsart-Umschalter 14 auf den MF-Modus eingestellt ist, geht der Ablauf auf einen Schritt S104 über, bei dem ermittelt wird, ob es sich bei der vorherigen Betriebsart um den AF-Modus gehandelt hat oder nicht. Diese Beurteilung erfolgt durch Feststellung, ob das vorstehend beschriebene AF-Modus-Kennzeichen gesetzt ist oder nicht.

Wenn hierbei festgestellt wird, dass es sich bei der vorherigen Betriebsart nicht um den AF-Modus (sondern um den MF-Modus) gehandelt hat, kehrt der Ablauf zum Schritt S101 zurück. 5 zeigt einen Zustand der Zoomobjektivanordnung 60 im MF-Modus.

Wenn dagegen im Schritt S104 (unmittelbar nach einer Umschaltung des AF-Modus auf den MF-Modus) festgestellt wird, dass es sich bei der vorherigen Betriebsart um den AF-Modus handelt, geht der Ablauf auf einen Schritt S105 über, bei dem zunächst die AF-Steuerung beendet wird, woraufhin die Zentraleinheit 11 in einem Schritt S106 das AF-Modus-Kennzeichen zurückstellt.

Der Ablauf geht sodann auf einen Schritt S107 über, bei dem die Zentraleinheit 11 den Fokussiermotor 10 dahingehend ansteuert, dass die zweite Fokussierlinseneinheit 6 im Rahmen einer AF-Steuerung in die in dem Speicher 12vorgespeicherte erste vorgegebene Position verstellt wird. Diese erste vorgegebene Position stellt die Unendlich-Position der zweiten Fokussierlinseneinheit 6 dar, wenn die Zoomposition durch die Weitwinkel-Endstellung gegeben ist, d.h., eine Scharfeinstellungsposition im Unendlich-Bereich der zweiten Fokussierlinseneinheit 6, wenn die Zoomposition von der Weitwinkel-Endstellung gebildet wird. Die diese erste vorgegebene Position betreffende Information ist hierbei im Speicher 12 gespeichert. Außerdem kann die erste vorgegebene Position auch durch eine Auflagemaß-Einstellposition der zweiten Fokussierlinseneinheit 6 gegeben sein. Diese Auflagemaß-Einstellposition stellt eine Einstellposition der zweiten Fokussierlinseneinheit 6 dar, bei der ein Scharfeinstellzustand in Bezug auf ein optisches Motiv erhalten wird, wenn als Zoomzustand ein Weitwinkelzustand vorliegt. Die Einstellpositionsinformation kann hierbei als erste vorgegebene Position im Speicher 12 gespeichert werden. Sodann wird die zweite Fokussierlinseneinheit 6 in der ersten vorgegebenen Position festgehalten.

In einem nächsten Schritt S108 steuert die Zentraleinheit 11 sodann den Zoommotor 13 zur Verstellung der Zoomlinseneinheit 2 in die Weitwinkel-Endstellung als zweite vorgegebene Position an. In 4 sind die durch die Verarbeitung der vorstehend beschriebenen Schritte S105 bis S108 ablaufenden Vorgänge veranschaulicht. Wie in 5 veranschaulicht ist, erfolgt sodann ein manueller Fokussiervorgang im MF-Modus durch die Bedienungsperson der Kamera.

Wie vorstehend beschrieben, wird somit bei diesem Ausführungsbeispiel bei einer Umschaltung vom AF-Modus auf den MF-Modus die im Rahmen der AF-Steuerung verstellte zweite Fokussierlinseneinheit 6 automatisch in die erste vorgegebene Position verstellt, während die Zoomlinseneinheit 2 automatisch in die Weitwinkel-Endstellung versetzt wird. Selbst wenn eine Defokussierung durch die Umschaltung vom Af-Modus auf den MF-Modus aufgetreten ist, nämlich durch die Verstellung der zweiten Fokussierlinseneinheit 6 aus einer Scharfeinstellungsposition in die erste vorgegebene Position, bevor die erste Fokussierlinseneinheit 1 manuell verstellt wird, kann auf diese Weise erreicht werden, dass eine solche Defokussierung unauffällig bleibt. Auch wenn somit eine Umschaltung vom AF-Modus auf den MF-Modus während einer Bildaufnahme stattfindet, kann die Schärfe des aufgenommenen Bildes in einem gewissen Ausmaß beibehalten werden.

Zweites Ausführungsbeispiel

6 zeigt ein Ablaufdiagramm, das Betrieb und Wirkungsweise der Zentraleinheit (CPU) in einer Verstellungssteuereinheit eines Bildaufnahmesystems gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung veranschaulicht.

Der Aufbau einer Zoomobjektivanordnung, einer Kamera und einer Verstellungssteuereinheit, die das Bildaufnahmesystem gemäß diesem Ausführungsbeispiel bilden, entsprechen hierbei dem ersten Ausführungsbeispiel, sodass die Beschreibung der jeweiligen Elemente unter Verwendung der gleichen Bezugszahlen wie im Falle des ersten Ausführungsbeispiels (1) erfolgt.

Da die Schritte S101 bis S107 gemäß 6 den Schritten S101 bis S107 des ersten Ausführungsbeispiels (2) entsprechen, erübrigt sich ihre erneute Beschreibung.

Wenn die Zentraleinheit (CPU) 11 im Schritt S101 feststellt, dass der Betriebs-Umschalter 14 auf den MF-Modus eingestellt ist, und im Schritt S104 die Beurteilung trifft, dass es sich bei der vorherigen Betriebsart um den AF-Modus gehandelt hat, beendet sie die AF-Steuerung (Schritt S105), stellt das AF-Modus-Kennzeichen zurück (Schritt S106) und verstellt die zweite Fokussierlinseneinheit 6 in die vorgegebene Position (Schritt S107). Im Schritt S110 steuert die Zentraleinheit 11 dann den Zoommotor 13 zur Verstellung der Zoomlinseneinheit 2 in die Tele-Endstellung an, die eine zweite vorgegebene Position darstellt.

7 zeigt die durch die Verarbeitung der vorstehend beschriebenen Schritte S105 bis S107 und S110 erhaltenen Vorgänge. Anschließend erfolgt in der in 5 veranschaulichten Weise eine manuelle Fokussierung im MF-Modus durch die Bedienungsperson der Kamera.

Wie vorstehend beschrieben, wird somit bei diesem Ausführungsbeispiel bei einer Umschaltung vom AF-Modus auf den MF-Modus die im Rahmen einer AF-Steuerung verstellte zweite Fokussierlinseneinheit 6 automatisch in die erste vorgegebene Position versetzt, während die Zoomlinseneinheit 2 automatisch in die Tele-Endstellung versetzt wird. Die erste vorgegebene Position stellt hierbei die Unendlich-Stellung der zweiten Fokussierlinseneinheit 6 dar, wenn als Zoomstellung die Weitwinkel-Endstellung vorliegt, d.h., eine Scharfeinstellposition im Unendlich-Bereich der zweiten Fokussierlinseneinheit 6 wie im Falle des ersten Ausführungsbeispiels. Die Information bezüglich dieser ersten vorgegebenen Position ist wiederum im Speicher 12 gespeichert. Auch wenn somit durch eine Umschaltung vom AF-Modus auf den MF-Modus, d.h., durch eine Verstellung der zweiten Fokussierlinseneinheit 6 aus einer Scharfeinstellungsposition in die erste vorgegebene Position vor Durchführung einer manuellen Verstellung der ersten Fokussierlinseneinheit 1 eine Defokussierung auftritt, muss die Bedienungsperson der Kamera nicht jeweils eine Zoomverstellung bis in die Tele-Endstellung zur Korrektur dieser Defokussierung vornehmen. Die Bedienungsperson der Kamera kann daher eine durch die automatische Verstellung der zweiten Fokussierlinseneinheit 6 in die erste vorgegebene Position verursachte Defokussierung unmittelbar korrigieren und den manuellen Fokussierzustand allmählich verändern.

Die vorstehenden Ausführungsbeispiele sind zwar in Bezug auf einen Fall beschrieben worden, bei dem die Zoomlinseneinheit 2 aus der Vergrößerungsänderungslinseneinheit 2a und der Korrektionslinseneinheit 2b besteht, jedoch ist die Erfindung gleichermaßen auch im Falle einer Zoomlinseneinheit mit einem unterschiedlichen Aufbau verwendbar. Weiterhin ist zwar bei den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen der Einfügungsbereich SP der Extenderlinseneinheit 5 in Betracht gezogen worden, jedoch ist die Erfindung gleichermaßen auch verwendbar, wenn die Extenderlinseneinheit 5 nicht vorhanden (der Einfügungsbereich SP nicht vorgesehen) ist.

Außerdem sind die vorstehenden Ausführungsbeispiele in Bezug auf einen Fall beschrieben worden, bei dem die zweite Fokussierlinseneinheit 6 in der hinteren Relaislinseneinheit 4b angeordnet ist, jedoch kann die zweite Fokussierlinseneinheit 6 auch in der vorderen Relaislinseneinheit 4a angeordnet sein.

Darüber hinaus sind die vorstehenden Ausführungsbeispiele zwar in Bezug auf einen Fall beschrieben worden, bei dem der Zoomobjektivanordnung eine Verstellungssteuereinheit zugeordnet ist, d.h., in Bezug auf ein Zoomobjektiv kompakter Ausführung, jedoch ist die Erfindung gleichermaßen auch bei einem sogenannten großen Zoomobjektiv verwendbar, bei dem die Verstellungssteuereinheit in das Zoomobjektiv integriert ist. Ferner ist die Erfindung gleichermaßen auch bei einer Videokamera verwendbar, bei der die Zoomobjektivanordnung, die Verstellungssteuereinheit und die Kamera in einem Gehäuse in integrierter Bauweise angeordnet sind.

Weiterhin kann gemäß den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen die Umschaltung zwischen dem AF-Modus und dem MF-Modus von der Bedienungsperson der Kamera durch Betätigung des Betriebsart-Umschalters 14 vorgenommen werden oder durch ein Fernsteuersignal erfolgen, das in Bezug auf die Bedienungsperson der Kamera von einem anderen Ort abgegeben wird.

Darüber hinaus sind die vorstehenden Ausführungsbeispiele zwar in Bezug auf einen Fall beschrieben worden, bei dem bei einer Umschaltung vom AF-Modus auf den MF-Modus die Zoomlinseneinheit 2 in die Weitwinkel-Endstellung oder Tele-Endstellung versetzt wird, jedoch ist die Position, in die die Zoomlinseneinheit 2 verstellt wird, nicht auf diese Endstellungen beschränkt, sondern kann auch durch eine Position gegeben sein, die in Bezug auf die mittlere Brennweitenstellung der Zoomobjektivanordnung weiter im Weitwinkelbereich oder weiter im Tele-Bereich liegt.


Anspruch[de]
Verstellungssteuereinrichtung (60) für ein optisches Gerät (30, 50), das eine manuell betätigbare erste Fokussierlinseneinheit (1), eine im Rahmen einer automatischen Fokussiersteuerung verstellbare zweite Fokussierlinseneinheit (6) und eine Vergrößerungsänderungslinseneinheit (2, 2a) umfasst, mit

einem Fokussiermotor (10) zur Verstellung der zweiten Fokussierlinseneinheit,

einem Zoommotor (13) zur Verstellung der Vergrößerungsänderungslinseneinheit und

einer Steuereinrichtung (11) zur Steuerung des Zoommotors (13), die dahingehend ausgestaltet ist, dass in einer ersten Betriebsart der Fokussiermotor zur Durchführung der automatischen Fokussiersteuerung angesteuert und in einer zweiten Betriebsart eine manuelle Fokussiersteuerung ermöglicht werden,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Steuereinrichtung dahingehend ausgestaltet ist, dass bei einem Übergang des Betriebs der Steuereinrichtung von der ersten zu der zweiten Betriebsart

• der Fokussiermotor zur Verstellung der zweiten Fokussierlinseneinheit in eine Auflagemaß-Einstellposition, bei der ein Scharfstellzustand eines optischen Motivs im Weitwinkelzustand einer Zoomverstellung erhalten wird, angesteuert und die zweite Fokussierlinseneinheit dann festgehalten werden, und

• der Zoommotor zur Verstellung der Vergrößerungsänderungslinseneinheit in die Weitwinkel-Endstellung angesteuert wird.
Verstellungssteuereinrichtung nach Anspruch 1, bei der die Steuereinrichtung (11) dahingehend ausgestaltet ist, dass der Fokussiermotor (10) zur Durchführung einer automatischen Fokussiersteuerung auf der Basis eines AF-Beurteilungswertes angesteuert wird, der den Kontrastzustand eines Objektbildes angibt, das von einem im Rahmen einer mit dem optischen Gerät erfolgten Bildaufnahme erhaltenen Bildsignal erzeugt wird. Optisches Gerät (30, 50), mit

einer manuell betätigbaren ersten Fokussierlinseneinheit (1),

einer im Rahmen einer automatischen Fokussiersteuerung verstellbaren zweiten Fokussierlinseneinheit (6),

einer Vergrößerungsänderungslinseneinheit (2, 2a) und

einer Verstellungssteuereinrichtung (60) gemäß Patentanspruch 1 oder Patentanspruch 2.
Gerät nach Anspruch 3, mit einer Bildaufnahmeeinrichtung (7) zur Aufnahme von Bildern über die erste und die zweite Linseneinheit.






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