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Dokumentenidentifikation DE60219408T2 03.01.2008
EP-Veröffentlichungsnummer 0001314369
Titel Schuhsohle
Anmelder Salomon S.A., Metz-Tessy, FR
Erfinder Delgorgue, Gerald, 73310 Ruffieux, FR
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Geissler, 81679 München
DE-Aktenzeichen 60219408
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, SK, TR
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 22.10.2002
EP-Aktenzeichen 020235081
EP-Offenlegungsdatum 28.05.2003
EP date of grant 11.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.01.2008
IPC-Hauptklasse A43B 13/22(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung hat eine Schuhsohle zum Gegenstand, welche für das Gehen auf Eis oder auf vereistem Untergrund und/oder auf mit Schnee bedecktem Untergrund bzw. Boden bestimmt ist.

Um das Problem des Gehens auf vereisten Böden zu lösen, ist es aus den Schweizer Druckschriften CH 172 710 und CH 218 631 bekannt, den Umfang der Sohle mit metallischen Beschlägen oder mit Nägeln zu versehen, welche ein besseres Einhaken auf dem Eis erlauben. Diese Nägel oder Beschläge weisen jedoch hingegen den Nachteil auf, auf anderen Geländen, wie z.B. Straßenbelag, Zement und steinigen Untergründen, rutschig zu sein.

Des Weiteren sind die Beschläge im Falle eines Gehens auf verschneiten Untergründen nicht effizient, da der Schnee an der Sohle haftet, sich zwischen den Beschlägen einlegt und schnell Klötze bildet, welche diese letzteren ineffizient machen.

Kürzlich wurde es durch die JP 10337203 vorgeschlagen, in der Sohle Glasfasern einzuschließen, welche in Richtung zu der Kontaktoberfläche mit dem Untergrund ausgerichtet sind und dazu ausgesetzt sind bzw. herausstehen, derart, um einen Rutschverhinderungseffekt auf einer vereisten oder verschneiten Oberfläche zu erhalten.

Eine derartige Sohle weist den Nachteil auf, stark erhöhte Realisierungskosten aufzuweisen.

Die EP 682 886 sieht für das Gehen auf glatten, rutschigen Oberflächen, wie z.B. feuchten Untergründen oder vereisten Untergründen, vor, die Sohle mit profilierten umfänglichen Blöcken auszustatten, welche mit Lamellen versehen sind, deren Höhe der Gesamthöhe des Blocks entspricht. Ein derartiger Schuh ist nicht besonders an eine gemischte Verwendung Schnee/Eis oder an nicht-ebene Gelände angepasst. Des Weiteren macht die große Tiefe der Lamellen sie sehr anfällig gegenüber der Abnutzung.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die oben genannten Nachteile zu vermeiden und bei vorteilhaften Kosten eine Sohle vorzuschlagen, welche es erlaubt, ebenso auf Eis wie auf Schnee zu gehen, ja sogar auf unregelmäßigen Untergründen, und welche die Probleme eines „Verklumpen" (frz. bottage) des Schnees vermeidet.

Diese Aufgabe wird bei der Sohle gemäß der Erfindung durch die Tatsache gelöst, dass die Sohle für das Gehen auf Eis in mindestens einer zentralen Zone der Laufoberfläche eine Reihe von im Ruhezustand nebeneinanderliegenden Lamellen aufweist und dass sie Stollen an ihrem äußeren Umfang aufweist.

Man hat tatsächlich auf überraschende Art und Weise festgestellt, dass die im Ruhezustand nebeneinanderliegenden Lamellen, welche in einer zentralen Zone der Sohle angeordnet sind, es während dem Gehen erlauben, eine gute Haftung auf Eis zu haben, wohingegen die umfänglichen Stollen ein gutes Einhaken auf dem Schnee ermöglichen.

Die Erfindung wird jedenfalls besser verstanden werden und andere Merkmale von dieser werden offenbar werden unter Zuhilfenahme der Beschreibung, welche nachfolgend mit Bezug auf die schematische beigefügte Zeichnung erfolgt und in welcher:

1 eine Ansicht von unten einer Sohle gemäß einer ersten Ausführungsform ist;

2 eine ähnliche Ansicht zu der 1 einer Sohle gemäß einer zweiten Ausführungsform ist;

3 eine schematische Seitenansicht ist, welche die Funktionsweise der seitlichen Stollen darstellt;

4 eine schematische Schnittansicht gemäß IV-IV aus der 1 ist, bei der die Lamellen im Ruhezustand sind;

5 eine schematische Ansicht ähnlich zu der 4 ist, welche die Funktionsweise der Lamellen während dem Gehen darstellt; und

6 eine Detailansicht in Perspektive aus der 1 ist.

Wie es die 1 zeigt, weist die Laufsohle 1 gemäß der Erfindung zwei zentrale Zonen auf, jeweils eine vordere Zone 2 und eine hintere Zone 3, welche jeweils eine Reihe oder ein Pflaster aus Lamellen 10 aufweisen, die vollständig nebeneinanderliegend sind, d.h. keinerlei Intervall zwischen zwei im Ruhezustand aneinander angrenzenden Lamellen lassen.

In dem dargestellten Beispiel ist jede der Lamellen 10 im Wesentlichen geradlinig und erstreckt sich in einer Richtung D, die im Wesentlichen transversal zu der longitudinalen Achse L der Sohle ist.

Jedes Pflaster 2, 3 aus Lamellen 10 ist darüber hinaus von peripheren Stollen 20 umgeben, d.h. Stollen, welche sich dem Rand der Sohle bündig anschließen und welche weiter unten mehr im Detail beschrieben werden.

Die Lamellen 10 sind aus einem polymeren Material realisiert, z.B. aus Kautschuk, der eine niedrige Härte aufweist, vorzugsweise in der Größenordnung von 55 Shore A, und dessen Härte bei niedrigen Temperaturen wenig variiert, bis in etwa zu –20°C.

Dieses Material ist vorzugsweise ein Kautschuk, jedoch kann ein Polymer, wie z.B. ein Polyurethan und insbesondere expandiertes PU, welches die Eigenschaften einer Härte und einer niedrigen Variierung bei niedrigen Temperaturen aufweist, welche gewünscht sind, ebenso verwendet werden.

Die Lamellen 10 sind durch Ausstanzen mit Hilfe eines geeigneten schneidenden Werkzeugs realisiert, das Klingen von sehr niedriger Dicke aufweist, wie z.B. Cutter-Klingen.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist jede Lamelle eine Tiefe von in etwa 4 mm und eine Breite von in etwa 2 mm für eine Höhe des Pflasters 2, 3 von in etwa 6 mm auf. Andere abmessungsbezogene Eigenschaften können selbstverständlich vorgesehen sein, insbesondere in Abhängigkeit von dem Material, welches die Sohlen bildet, und dem Temperaturbereich der Verwendung. Es ist wichtig, dass die Lamellen 10 eine Tiefe aufweisen, welche nicht drei Viertel der Höhe des zugehörigen Pflasters 2, 3 überschreitet, derart, um die Abnutzung der Lamellen zu begrenzen und eine vorzeitige Abnutzung zu vermeiden. Gemäß dem gewünschten Effekt kann diese relative Tiefe jedoch erhöht werden.

Die 4 und 5 stellen die Funktionsweise der Lamellen 10 dar. Im Ruhezustand, d.h. bei Nichtvorhandensein einer Last, wie es in der 4 dargestellt ist, ist der Abstand „e" zwischen zwei aufeinanderfolgenden Lamellen null, und die Lamellen 10 erscheinen vollständig nebeneinanderliegend bzw. aneinandergrenzend. Wie es die 4 gut zeigt, sind die Lamellen 10 im Ruhezustand vollständig parallel und im Wesentlichen gerade.

Während dem Gehen stellen sich tangentiale Kräfte T ein, die Lamellen 10 verformen sich somit elastisch, wie es bei „d" in der 5 gezeigt ist, und setzen sich dem Rutschen bzw. dem Gleiten der Sohle selbst auf Eis entgegen.

Außerdem vermeidet man, da die Lamellen 10 im Verhältnis zueinander sehr eingespannt sind, den Effekt einer Ansammlung oder „Verklumpung" von Schnee, der bei den vorbekannten Systemen bekannt ist, und der Effekt eines Widerstehens gegenüber Rutschen verändert sich nicht über die Zeit.

Wie es genauer die 6 zeigt, sind Kanäle 15 und 16 vorzugsweise von einer geringeren Tiefe als derjenigen der Lamellen 10 vorgesehen, im vorliegenden Fall einer Tiefe von in etwa gleich zu 2 mm oder 3 mm, um das Wasser abzuleiten, das sich während der Reibung der Sohle auf dem Eis bildet, oder um den Wasserfilm aufzubrechen.

Bei dem Beispiel der 1 sind die Kanäle 15 und 16 longitudinal, jedoch können andere Formen ebenso in Betracht gezogen werden, wie zuvor beschrieben.

Die peripheren bzw. umfänglichen Stollen 20 sind im Gegensatz zu den Lamellen 10 weit voneinander beabstandet, derart, um einen Halt von der Art einer „Zahnstange" zu bieten. In anderen Worten und wie es in der 3 gezeigt ist, werden während dem Abrollen des Fußes während dem Gehen (Pfeil M) die ersten Stollen 21 von oben nach unten in Richtung zur Rückseite (Pfeil C) unter einem Zusammendrücken des Schnees arbeiten, sodann die anschließenden Stollen 22 ihn eindrücken (Pfeil S), um die gewünschte Einhakung auf dem Schnee zu liefern.

Diese Stollen 20 weisen vorzugsweise eine sehr „kantige", im Wesentlichen rechteckige Form mit vielzähligen geraden Kanten 25 für ein optimales Einhaken auf. Jeder Stollen 20 wird außerdem mit mindestens einem Kanal 26 für das Abführen von Wasser ausgestattet sein. Jeder Stollen 20 weist eine Abmessung in longitudinaler Richtung von in etwa 10 bis 15 mm und eine Abmessung in transversaler Richtung, welche zwischen 20 mm und 40 mm variiert, auf. Zwei aufeinanderfolgende Stollen sind um in etwa 10 mm voneinander getrennt, derart, um einen guten gewünschten zahnstangenartigen Einhakeffekt zu haben. Die Lamellen 10 und die Stollen 20 wirken somit für einen optimalen Halt auf dem Schnee und auf dem Eis zusammen.

Die Stollen 20 sind vorzugsweise aus dem gleichen Material wie die Lamellen 10 realisiert. Je nach dem Fall und der gewünschten Wirkung, wie z.B. bei Verwendung auf sehr lockerem Schnee, können die Stollen 20 aus einem polymeren Material sein, das härter ist, was bis zu 70 Shore A gehen kann.

Die Lamellen 10 können geradlinig sein, wie es in der 1 dargestellt ist, sie weisen jedoch vorzugsweise eine sinusförmige Form auf, um eine Einhakung in verschiedenen Richtungen zu liefern.

Die 2 stellt eine bevorzugte Ausführungsform dar, bei welcher die Lamellen 10 in Form eines Fischgrätmusters vorliegen, d.h. gemäß einem Dreieck ausgerichtet sind. In diesem Fall sind die Lamellen 10 des hinteren Pflasters 3 in umgekehrter Richtung zu den Lamellen des vorderen Pflasters 2 ausgerichtet, um mehr eine Bremswirkung während dem Ansetzen des Absatzes zu haben.

Bei dem Beispiel der 2 stellt man ebenso die Form von Ablasskanälen 15, 16 fest, die sich gleichzeitig in longitudinaler Richtung L und in transversaler Richtung D erstrecken.

Die vorliegende Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die zuvor zu Zwecken nichtbeschränkender Beispiele beschriebenen Ausführungsformen beschränkt, sondern umfasst alle ähnlichen oder äquivalenten Ausführungsformen.


Anspruch[de]
Sohle für das Gehen auf Eis und/oder auf Schnee, von der Art, welche Stollen (20) und im Ruhezustand nebeneinanderliegende Lamellen (10) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Sohle zumindest eine zentrale Zone aufweist, welche ein Pflaster (2, 3) aus nebeneinanderliegenden Lamellen (10) aufweist, und dass die Stollen (20) umfänglich an der äußeren Peripherie der Sohle angeordnet sind und jedes Pflaster (2, 3) aus Lamellen umgeben. Sohle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (10) sich in einer im Wesentlichen transversalen Richtung im Verhältnis zu der longitudinalen Achse (L) der Sohle erstrecken. Sohle nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (10) im Wesentlichen gerade sind. Sohle nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (10) in Form eines Fischgrätmusters vorliegen. Sohle nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Reihe von Lamellen (10) in ihrer zentralen vorderen Zone (2) aufweist. Sohle nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Reihe von Lamellen (10) in ihrer zentralen hinteren Zone (3) aufweist. Sohle nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass jede Lamelle (10) eine Breite von in etwa 2 mm aufweist. Sohle nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass jede Lamelle (10) eine Tiefe von in etwa 4 mm aufweist. Sohle nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass jede Reihe von Lamellen (10) durch Kanäle (15, 16) unterbrochen ist, die sich gleichzeitig in transversaler und longitudinaler Richtung erstrecken. Sohle nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Kanal (15, 16) eine maximale Tiefe von in etwa 3 mm aufweist. Sohle nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem polymeren Material von einer Härte von in etwa 55 Shore A gebildet ist. Sohle nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass jeder periphere Stollen (20) einen Kanal (26) zum Ablassen von Wasser aufweist. Sohle nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe jeder Lamelle niedriger zu x der Höhe des zugehörigen Pflasters (2, 3) ist. Schuh, dadurch gekennzeichnet, dass er eine Laufsohle gemäß irgendeinem der Ansprüche 1 bis 13 aufweist.






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