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Dokumentenidentifikation DE102006030338A1 10.01.2008
Titel Optische Anzeigeeinrichtung
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Schneid, Marcus, 85107 Baar-Ebenhausen, DE;
Hamberger, Werner, 85101 Lenting, DE;
Jung, Hans-Christian, 85049 Ingolstadt, DE;
Schumm, Tobias, 86739 Ederheim, DE;
Weber, Jens, 81543 München, DE
DE-Anmeldedatum 30.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006030338
Offenlegungstag 10.01.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.01.2008
IPC-Hauptklasse G02B 27/01(2006.01)A, F, I, 20060630, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine optische Anzeigeeinrichtung (1) mit einem über eine Fahrzeugscheibe (2) dargestellten Darstellungsbereich (3), in dem ein Gesamtinhalt (4) visualisiert ist.
Um eine Anzeige von Fahrzeug- und/oder Verkehrsparametern ohne Beeinträchtigung der Konzentration des Fahrers zu ermöglichen, ist ein dem Benutzer anzeigbarer Vorrat (14) von Anzeigemodulen (15, 16, 18) mit verschiedenen Anzeigeinhalten (6; T, v) in einem Speicher (22) abgelegt. Durch Auswahleingaben (24, 25) des Benutzers sind aus dem Vorrat (14) ein oder mehrere Anzeigemodule (15, 16) vorab selektierbar und zu benutzerindividuellen Gesamtdarstellungen (21, 32, 33) zusammenfügbar. Diese sind anschließend in einem Speicher (30) abgespeichert, wobei eine benutzerindividuell konfigurierte Gesamtdarstellung (21) bei Bedarf auswählbar und über die Scheibe (2) gespiegelt in Form eines virtuellen Bildes projiziert ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine optische Anzeigeeinrichtung mit einem über eine Fahrzeugscheibe abgebildeten Darstellungsbereich. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist darunter insbesondere eine Darstellung zu verstehen, bei der der Darstellungsbereich als virtuelles Bild – über die Frontscheibe des Fahrzeugs gespiegelt – vor dem Fahrzeug sichtbar wird.

Durch die immer mehr an Komplexität zunehmende Bedienung von Fahrzeugen bei gleichzeitiger Zunahme der Verkehrsdichte und damit einhergehender Beanspruchung des Fahrers sind zunehmend Anzeigeeinrichtungen gefragt, die die Konzentration und Aufmerksamkeit des Fahrers möglichst wenig beeinträchtigen. Insbesondere soll der Fahrer möglichst wenig gezwungen sein, seinen Blick von dem Umfeld und Verkehrsgeschehen abwenden zu müssen. Andererseits muss der Fahrer stets einen aktuellen und präzisen Überblick sowohl über seine Fahrtparameter – wie z.B. die Fahrtgeschwindigkeit – als auch über die Betriebsparameter – z.B. in Form von Warnmeldungen und Anzeige von Öldruck, Kühlmitteltemperatur, Kraftstoffvorrat etc. – haben.

Vor diesem Hintergrund besteht ein zunehmender Bedarf an An zeigesystemen, mit denen der Fahrer die letztgenannten Parameter leicht im Blick haben kann und dennoch in seiner Konzentration auf den Verkehr nicht beeinträchtigt ist. Dazu sind so genannte Head-up-Displays entwickelt und in ersten Ausführungen realisiert worden. Bei diesen Head-up-Displays wird durch Spiegelung an der Windschutzscheibe oder Frontscheibe ein Darstellungsbereich in Form eines virtuellen Bildes erzeugt, in dem verschiedene Parameter in einem Gesamtinhalt visualisiert sind.

Allerdings sind hier die angezeigten Parameter fest vorgegeben und können – je nach Verkehrs- bzw. Fahrsituation, aber auch nach dem individuellen Empfinden des Fahrers – zu wenig Informationen enthalten oder aber mit Informationen überfrachtet sein. So ist beispielsweise eine Anzeige der nach dem aktuellen Kraftstoffvorrat prognostizierten verbleibenden maximalen Fahrstrecke bei Fernfahrten wünschenswert. Bei einer Kurzstrecke reicht dagegen vor diesem Hintergrund die Information aus, dass die Kraftstoffreserve noch nicht angebrochen ist.

Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, die Anzeige von fahrzeugseitigen Daten und/oder Umgebungs- oder Verkehrsinformationen vor allem im Hinblick auf eine möglichst geringe Beeinträchtigung der Konzentration des Fahrers zu optimieren.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine optische Anzeigeeinrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Demgemäß ist bei der Anzeigeeinrichtung mit einem über eine Fahrzeugscheibe gespiegelten Darstellungsbereich in Form eines virtuellen Bildes, in dem ein Gesamtinhalt visualisiert ist, vorgesehen, dass ein dem Benutzer anzeigbarer Vorrat von Anzeigemodulen mit verschiedenen Anzeigeinhalten in einem Speicher abgelegt ist. Durch Auswahleingaben des Benutzers sind aus dem Vorrat ein oder mehrere Anzeigemodule vorab selektierbar und zu einer benutzerindividuellen Gesamtdarstellung konfigurierbar, die anschließend in einem Speicher abgespeichert und somit in vorteilhafter Weise bei Bedarf schnell verfügbar ist. Die Gesamtdarstellung ist bei Bedarf auswählbar und über die Scheibe gespiegelt projizierbar.

Obwohl die Erfindung hier und nachfolgend mit Bezug auf die Frontscheibe eines Personenkraftfahrzeugs beschrieben ist, ist sie hierauf nicht limitiert. Der Begriff Frontscheibe steht vielmehr als Synonym für jedwede Darstellung mittels Head-Up-Display in verschiedensten Fahrzeugen.

Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche sowie der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnung.

Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht darin, dass der Nutzer die Head-Up-Display-Anzeigemodi beispielsweise in einem so genannten Setup Modus über ein Bedienelement selbst konfigurieren kann. Er kann diese Anzeigemodi dann bei Bedarf über ein einfach erreichbares – z.B. im Bereich der Instrumententafel angeordnetes – Bedienelement, und zwar auch während der Fahrt, einfach aufrufen und zur Darstellung bringen.

Die Erfindung hebt sich damit hinsichtlich Bedienungskomfort und Individualität bei der Gestaltung der Anzeigeninhalte von bisher beschrittenen Wegen ab, denn sie erlaubt verschiedenen Nutzern oder Fahrern die für ihr individuelles Empfinden optimale Auswahl an Anzeigeinhalten zu treffen. Dabei kann der Nutzer dem geplanten Fahrziel bzw. den Fahrtbedingungen Rechnung tragen. Bei schlechtem Winterwetter mit Temperaturen um den Gefrierpunkt wird beispielsweise die Anzeige der Außentemperatur oder eine Glatteiswarnung von besonderem Interesse sein, während dies bei normalen Temperaturen uninteressant sein kann.

Bei verschiedenen Fahrtsituationen (z.B. Kurz- oder Langstreckenfahrt) und/oder bei mehreren Nutzern desselben Fahrzeugs ist es vorteilhaft, wenn nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung mehrere benutzerindividuelle Gesamtdarstellungen in dem Speicher abgespeichert sind und durch ein Auswahlsignal eine bestimmte Gesamtdarstellung aus dem Speicher abrufbar und in dem Darstellungsbereich visualisiert ist. Hierdurch kann z.B. ein Nutzer bei sich ändernden Fahrtbedingungen (z.B. eintretende Dunkelheit; erzwungene Langsamfahrt aufgrund eines Verkehrsstaus) mit einfacher Auswahl eine der veränderten Situation angepasste – aber dennoch insoweit nutzerindividuell gestaltete – Gesamtdarstellung aufrufen und darstellen lassen.

Eine für Nachtfahrten vorteilhafte Fortbildung der Erfindung sieht vor, dass in dem Darstellungsbereich eine benutzerindividuelle Darstellung von Bildern und/oder Videos im Night-Vision-Modus vorgesehen ist, bei dem eine Infrarotabtastung des vor dem Fahrzeug liegenden Streckenbereichs (Fahrweg und seitliche Bereiche) erfolgt und als Infrarotbild dem Fahrer dargestellt wird.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt dabei:

1 eine Anzeigeeinrichtung und

2 als Detail eine Bedieneinheit für die Anzeigeeinrichtung.

In allen Figuren der Zeichnung sind gleiche bzw. funktionsgleiche Elemente – sofern nichts anderes angegeben ist – mit denselben Bezugszeichen versehen.

1 zeigt eine optische Anzeigeeinrichtung 1 mit einem auf einer (ausschnittsweise angedeuteten) Frontscheibe 2 abgebildeten Darstellungsbereich 3. In dem Darstellungsbereich ist ein Gesamtinhalt 4 visualisiert. Dieser umfasst eine Anzahl individueller, in Abhängigkeit von Messgrößen oder Zuständen (wie z.B. Temperatur T, oder Geschwindigkeit v) veränderlicher Inhalte 6.

Die Inhalte sind in Inhaltsteile 7, 8 gruppiert und jeder Inhaltsteil ist wie nachfolgend noch näher erläutert darstellungstechnisch als ein individuelles Anzeigemodul ausgestaltet.

In einem so genannten Konfigurationsmodus zeigt die Anzeigeeinrichtung (z.B. auch auf der Frontscheibe 2; aus Darstellungsgründen hier aber separat dargestellt) dem Benutzer den gesamten Vorrat 14 aller verfügbarer Anzeigemodule 15, 16, 18. In diesem Ausführungsbeispiel entspricht der Inhalt des Anzeigemoduls 15 der Temperaturanzeige und der Inhalt des Moduls 16 der Anzeige der Geschwindigkeit v. Die verschiedenen Module 15, 16, 18 mit den verschiedenen Anzeigeinhalten sind in einem Speicher 20 abgelegt und aus diesem zur Konfiguration einer Gesamtdarstellung 21 aufrufbar und über die Frontscheibe 2 gespiegelt darstellbar.

Durch Auswahleingaben 24, 25 des Benutzers werden aus dem Vorrat 14 die beiden Anzeigemodule 15, 16 vorab selektiert. Diese sind dann als benutzerindividuelle Gesamtdarstellung 21 zusammengefügt und anschließend in einem Speicher 30 abgespeichert. Diese Eingaben können über einen an sich bekannten Auswahlschalter oder Steuerstick erfolgen und in an sich bekannter Weise bestätigt werden. Die aktuelle Auswahl während der Konfiguration kann in einem Fahrzeug-Set-Up-Menü erfolgen und angezeigt werden, in dem an sich bekannt auch andere Fahrzeugeinstellungen vorgenommen werden. In dem Speicher 30 sind mehrere weitere Gesamtdarstellungen 32, 33 abgelegt, die in gleicher Weise wie zuvor beschrieben aus den Modulen 15, 16, 18 konfiguriert wurden und z.B. eine sehr umfassende Maximalanzeige 32 (bestehend aus z.B. den Modulen 15, 16 und 18) und eine Minimalanzeige 33 (bestehend nur aus dem Modul 15) sind.

Vor und/oder während der Fahrt sind die vordefinierten Gesamtdarstellungen aus dem Speicher 30 durch das Auswahlsignal 38 einer Auswahleinrichtung 39 wahlweise abrufbar. Eine Projektionseinrichtung 40 projiziert die abgerufene und aus dem Speicher 30 ausgelesene Gesamtdarstellung (im Beispiel die Gesamtdarstellung 21) über die Frontscheibe und stellt so die jeweils gewünschten Informationen und Anzeigen im Blickfeld des Fahrers dar. In dem Speicher 30 kann vorteilhafter Weise auch eine so genannte Night-Vision-Darstellung 21' abgelegt sein, die dem Fahrer z.B. ein Infrarot-Videobild der momentanen Situation vor dem Fahrzeug liefert. Ein solches Infrarotbild ermöglicht dem Fahrer bei Dunkelheit einen "Blick" voraus und kann als (zusätzlicher) Darstellungsinhalt im Head-Up-Display dargestellt werden.

2 zeigt im Detail die Auswahleinrichtung 39. Man erkennt einen einfach bedienbaren und während der Fahrt ertastbaren Drehwähler, der im Bereich der Bedientafel angeordnet ist und der eine Wahlstellung an verschiedenen Positionen erlaubt. Diesen Positionen sind vorab definierte Gesamtdarstellungen zugeordnet. Die Auswahleinrichtung erlaubt mit geringstem Aufwand einen bedarfsgemäßen – auch während der Fahrt leicht möglichen – Wechsel zwischen den einzelnen Gesamtdarstellungen (so genannten Anzeigemodi). Die Auswahleinrichtung weist außerdem auch eine Ausschaltposition „0" auf. Der Position „MAX" kann die Visualisierung der Maximalanzeige 32 (1), der Position „MIN" die Visualisierung der Minimalanzeige 33 und der Position „NV" die Visualisierung der „Night-Vision" 21' (1) zugeordnet sein.

1
Anzeigeeinrichtung
2
Fahrzeugscheibe
3
Darstellungsbereich
4
Gesamtinhalt
6
Inhalte
7, 8
Inhaltsteile
14
Vorrat
15, 16, 18
Anzeigemodule
20
Speicher
21
Gesamtdarstellung
24, 25
Auswahleingaben
30
Speicher
32, 33
Gesamtdarstellungen
38
Auswahlsignal
39
Auswahleinrichtung
40
Projektionseinrichtung
41
Drehwähler
42
Wahlstellung
0
Ausschaltposition
MAX
Position
MIN
Position
NV
Position
T
Temperatur
v
Geschwindigkeit


Anspruch[de]
Optische Anzeigeeinrichtung (1) mit einem über eine Fahrzeugscheibe (2) dargestellten Darstellungsbereich (3), in dem ein Gesamtinhalt (4) visualisiert ist,

wobei ein dem Benutzer anzeigbarer Vorrat (14) von Anzeigemodulen (15, 16, 18) mit verschiedenen Anzeigeinhalten (6; T, v) in einem Speicher (22) abgelegt ist,

wobei durch Auswahleingaben (24, 25) des Benutzers aus dem Vorrat (14) ein oder mehrere Anzeigemodule (15, 16) vorab selektierbar und zu einer benutzerindividuellen Gesamtdarstellung (21) konfigurierbar ist/sind, die anschließend in einem Speicher (30) abgespeichert ist, und

wobei die Gesamtdarstellung (21) bei Bedarf auswählbar und auf die Scheibe (2) projiziert ist.
Anzeigeeinrichtung nach Anspruch 1,

wobei mehrere benutzerindividuelle Gesamtdarstellungen (21, 21', 32, 33) in dem Speicher (30) abgespeichert sind und

wobei durch ein Auswahlsignal (38) eine bestimmte Gesamtdarstellung (21) aus dem Speicher abrufbar und in dem Darstellungsbereich (3) visualisiert ist.
Anzeigeeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei in dem Darstellungsbereich (3) eine benutzerindividuelle Darstellung von Bildern und/oder Videos im Night-Vision-Modus vorgesehen ist.






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