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Dokumentenidentifikation DE102006030934A1 10.01.2008
Titel Verfahren und Einrichtung zum Wechseln von Walzen
Anmelder SMS Demag AG, 40237 Düsseldorf, DE
Erfinder Blecher, Gerhard, 57339 Erndtebrück, DE
Vertreter Hemmerich und Kollegen, 57072 Siegen
DE-Anmeldedatum 05.07.2006
DE-Aktenzeichen 102006030934
Offenlegungstag 10.01.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.01.2008
IPC-Hauptklasse B21B 31/08(2006.01)A, F, I, 20060705, B, H, DE
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Wechseln von Walzen, insbesondere von Arbeitswalzen und/oder Zwischenwalzen in einem Walzgerüst, wie Vorgerüst oder Fertiggerüst zum Walzen von Grobblech, die jeweils Stütz- und Arbeitswalzensätze aufweisen, durch Aufeinanderstützen und anschließendes Ausfahren in Achsrichtung der Walzen auf der Bedienseite der Walzgerüste, in eine Walzenwerkstatt und Zurückfahren und Einbauen neuer Walzensätze, werden die Arbeitswalzensätze oder die Stützwalzensätze oder die Arbeits- und Stützwalzensätze mittels einer einzigen Lokomotive vom Walzgerüst zur Walzenwerkstatt und zurück transportiert.
Die Erfindung betrifft außerdem eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zum Wechseln von Walzen, insbesondere von Arbeitswalzen und/oder Zwischenwalzen in einem Walzgerüst, wie Vorgerüst oder Fertiggerüst zum Walzen von Grobblech, die jeweils Stütz- und Arbeitswalzensätze aufweisen, durch Aufeinanderstützen und anschließendem Ausfahren in Achsrichtung der Walzen auf der Bedienseite der Walzgerüste, in eine Walzenwerkstatt und Zurückfahren und Einbauen neuer Walzensätze.

Aus der WO 03/099 479 A1 ist eine Vorrichtung für den Wechsel von Arbeitswalzenpaaren und/oder von Stützwalzenpaaren an Walzgerüsten bekannt, wobei die Stützwalzen und die Arbeitswalzen jeweils in heb- oder senkbaren Einbaustücken im Ständerrahmen geführt sind, das Arbeitswalzenpaar auf den Einbaustücken aufgestützt mittels eines Geradschubantriebs ausfahrbar ist. Das Stützwalzenpaar ist mittels eines auf einer Führungsbahn und Rädern aufgestützten unteren Stützwalze und einem auf diesem aufgestützten Walzenwechselstuhl mit aufgestützter oberer Stützwalze aus- oder einfahrbar. Dabei ist das Arbeitswalzenpaar auf der Antriebsseite des Walzgerüstes mit einem für den Ausbau- oder den Einbau-Weg in der Hublänge bemessenen hydraulischen Kolben-Zylinder-Antrieb kuppelbar und im Ausfahrabstand auskuppelbar. Weiterhin ist ein in der Höhenlage zwischen den Stützwalzen eingefahrener Walzenwechselstuhl an denselben Kolben-Zylinder-Antrieb ankuppelbar und nach Aufstützen der oberen Stützwalze und des Walzenwechselstuhls auf die untere Stützwalze das Stützwalzenpaar ausfahrbar oder wieder einfahrbar. Auch ein entsprechendes Verfahren ist hieraus bekannt.

Aus der WO 2004/039 512 A1 ist eine Zugmaschine bekannt, mit der Walzensätze in eine Walzenwerkstatt WW gezogen bzw. von dort wieder zurück gefahren werden. Die Zugmaschine wird verfahren, indem Zahnräder der Zugmaschine in Zahnstangen eingreifen.

Aus der DE 43 21 663 A1 ist ein Walzwerk mit auf der Bedienseite der Gerüste vorgesehenen jeweils auf Wagen abgestützten und quer zu den Walzenachsen verschiebbarensupportplatten bekannt, die mit mindestens zwei nebeneinander angeordneten, zur Aufnahme von auf Rollen gelagerten Arbeitswalzensätzen vorgesehenen Schienenpaaren ausgestattet sind, und mit jeweils den Gerüsten vorgeordneten Gruben, deren Grund mit Ausfahrschienen für Stützwalzensätzen ausgestattet sind. Dabei sind die Gruben zwischen den Gerüsten und den Supportplatten in einer die Länge jeweils von einer in ihrer Ausgangsstellung fixierbaren und zum Stützwalzenwechsel aus dieser heraus verschenkbaren Klappe überfangen sind, und dass die Klappen jeweils mit einer das Ausfahren von Arbeitswalzensätzen und überführen derselben auf eine der Gleispaare der ihm zugeordneten jeweiligen Supportplatten ausgestattet ist.

Aus der WO 03/015 949 A1 ist eine Einrichtung zum Wechseln der Arbeits- und Stützwalzen eines Bandwalzwerkes bekannt, wobei mittels eines quer zum Walzgerüst verschiebbaren Walzewechselwagens, der die herausgezogenen alten Walzensätze aufnimmt und den Austausch gegen neue Walzensätze ermöglicht wird. Die Einrichtung besteht aus einem ortsfest auf Hüttenflurhöhe angeordneten Wechselzylinder, dessen Kolbenstange quer zum Walzgerüst ein- und ausfahrbar ist, einem Ausziehwagen, der am vorderen Ende der Kolbenstange des Wechselzylinders angeordnet, auf dem Walzenwechselwagen verschiebbar und mit diesem derart koppelbar ist, dass der Ausziehwagen zusammen mit dem Walzenwechselwagen durch den Wechselzylinder quer zum Walzgerüst verschiebbar ist. Weiterhin einen im Walzenwechselwagen angeordneten Querverschiebetisch, der durch einen vom Walzenwechselwagen unabhängigen Verschiebezylinder quer zur Bewegungsrichtung des Walzenwechselwagens verschiebbar ist und durch den die auszutauschenden Walzensätze in die bzw. aus der mit der Gerüstmitte fluchtende(n) Wechselposition bringbar sind. Weiterhin wird ein dazugehörendes Verfahren beschrieben.

WO 2005/089 972 A1 beschreibt ein Verfahren zum Wechseln von Walzensätzen in Walzgerüsten einer Walzstraße mit mehreren Walzgerüsten, die jeweils Stütz- und Arbeitswalzensätze aufweisen, durch Aufeinanderstützen und anschließendem Ausfahren in Achsrichtung eines Arbeitswalzensatzes oder eines Stützwalzensatzes auf der Bedienerseite in eine Walzenwerkstatt und anschließendem Zurückfahren und Einbauen neuer Walzensätze. Dabei werden die von einer auf der Bedienerseite der Anzahl der Walzgerüste entsprechenden Anzahl von separaten Querverschiebewagen transportierten, verschlissenen Arbeitswalzensätze auf einem einzigen Verbindungsgleis aufeinanderfolgend durch eine einzige Lokomotive in die Walzenwerkstatt verbracht und von dort die Arbeitswalzensätze zurückgefahren und in Wechselabständen auf den jeweiligen Querverschiebewagen zwischen den Walzgerüsten abgesetzt werden und dass nach Freigeben der Bedienerseite durch die Querverschiebewagen jeweils nach einem ausgebauten verschlissenen Arbeitswalzensatz die verschlissenen Stützwalzensätze ausgefahren und per Kran in die Walzenwerkstatt gebracht, gewartet, zurück transportiert und in die zugeordneten Walzgerüste wieder eingebaut werden. Weiterhin beschrieben ist eine dazugehörende Einrichtung.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei vorrichtungstechnisch geringem Aufwand ein flexibles Verfahren zum Wechseln der Walzensätze aus den Walzgerüsten vorzuschlagen und eine Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass bei einem Verfahren gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 die Arbeitswalzensätze oder die Stützwalzensätze oder die Arbeits- und Stützwalzensätze mittels einer einzigen Lokomotive vom Walzgerüst zur Walzenwerkstatt und zurück transportiert werden.

Weitere Ausgestaltungen des Verfahrens ergeben sich aus den diesbezüglichen Unteransprüchen.

Die Erfindung betrifft außerdem eine Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Hierzu ist die Lokomotive mit einer Kupplung/einer Auflagefläche ausgebildet, bei der nur der Arbeitswalzensatz, nur der der Stützwalzensatz oder der Arbeits- und Stützwalzensatz aus dem Walzgerüst herausgefahren und in die Walzenwerkstatt transportiert wird.

Weitere Ausgestaltungen der Einrichtung ergeben sich aus den diesbezüglichen Unteransprüchen.

Die Erfindung betrifft den kompletten Walzenwechsel für Arbeitswalzensätze und Stützwalzensätze mit Side Shifting (Querverschiebung) in der Walzhalle.

Der gesamte Transport der Walzensätze erfolgt mit nur einer hydraulischen Walzenwechsel-Lokomotive. Alle Walzensätze werden aus dem Walzgerüst bis in die Walzenwerkstatt bzw. in das Walzgerüst transportiert.

Arbeitswalzenwechsel mit Side Shifting (Querverschiebung)

Die Arbeitswalzenwechselvorrichtung befindet sich auf der Bedienungsseite der Walzanlage.

Die Aufgaben der Arbeitswalzen-Wechselvorrichtung besteht darin, gebrauchte Arbeitswalzensätze aus dem Walzgerüst zu ziehen und beispielsweise anschließend bis in die Walzenwerkstatt zu transportieren oder die neu geschliffenen Arbeitswalzensätze aus der Walzenwerkstatt bis in das Walzgerüst zu transportieren.

Die beidseitig angeordneten Plattformen, auf denen die Arbeitswalzensätze transportiert werden, sind geschweißte Stahlkonstruktionen und dienen als Fahrbahnuntersatz bei dem Walzenwechsel. Auf diesen Plattformen werden die Arbeitswalzensätze verfahren, um vom Walzgerüst bis in die Walzenwerkstatt zu gelangen oder zurück in das Walzgerüst. Auf diesen Plattformen sind Gleitleisten/Gleitschienen aufgeschraubt, welche als Gleitbahnen für die Zugstange mit angehängtem Arbeitswalzensatz dienen. Die Plattformen decken gleichzeitig den Bereich der Walzenwechselgrube ab. Sie sind aufklappbar und werden über einen Drehpunkt gehalten. Für die Lastaufnahme stützen sie sich seitlich am Fundament ab. Derartige Plattformen ermöglichen einen Arbeitswalzenwechsel mit einer Hydraulik-Walzenwechsellokomotive, die im unteren Bereich der Walzenwechselgrube angeordnet ist.

Die gebrauchten Arbeitswalzensätze werden jetzt durch die Walzenwechsellokomotive aus dem Walzgerüst bis in die Walzenwerkstatt befördert oder die neuen Arbeitswalzensätze in das Walzgerüst.

Die aktuell eingesetzten Arbeitswalzen-Wechsellokomotive wird nicht mehr benötigt.

Ersparnisse im Vergleich zum herkömmlichen Arbeitswalzenwechsel:

Die komplette Arbeitswalzen-Lokomotive mit all ihren Einrichtungen wie

  • – 4 Elektromotoren, a = 50 kW
  • – 4 Getriebe-Übersetzungen
  • – 4 Ritzel
  • – 2 Kabeltrommeln mit Kabel
  • – die komplette Elektronik/Elektrozylinder
  • – die Bearbeitung durch E-Lieferanten
  • – die Montage usw.
  • – Vorteile für den Kunden:

    Weniger Wartung,

    Hallenkran in der Walzhalle braucht nicht mehr für die Gewischte der

    Stützwalzensätze ausgelegt werden.

Ein Transportwagen für den Transport der Walzensätze aus der Walzhalle in die Walzenwerkstatt oder zurück in die Walzhalle wird nicht mehr benötigt.

Bei den Plattformen ergibt sich eine Gewichtsreduzierung von ca. 50%. Des Weiteren werden 30 t Zahnstangen mit Befestigungsmaterial und Passfedern nicht mehr benötigt. Die aufwändige Bearbeitung an den Plattformen für die Befestigung der Zahnstangen entfällt.

Bei den Vorbereitungen für den Stützwalzenwechsel wir nur zum Aufklappen oder Schließen der Plattformen der Hallenkran benötigt. Die geöffneten Plattformen stören auf Grund ihrer geringen Höhe (Breite) nicht den Hallenkran-Betrieb. Ein Entfernen der Plattformen durch den Hallenkran ist nicht erforderlich. Es wird auch kein Platz für die Ablage der Plattformen in den Hallen benötigt. Daher Zeitersparnis.

Side Shifting/Querverschiebung in der Walzhalle.

Das Side Shifting ist in der Walzhalle im Bereich der Walzenwechselgrube angeordnet. Aufgabe des Side Shifting ist es, den gebrauchten, aus dem Walzgerüst gezogenen Arbeitswalzensatz so weit aus der Walzmitte/Mitte Walzenwechselgrube zu verschieben, bis der neue Arbeitswalzensatz in Walzmitte positioniert werden kann.

Das Side Shifting besteht aus einer Stahlkonstruktion mit gleichen Gleitleisten wie bei den Plattformen.

Das Side Shifting ist so konstruiert, dass zwei Walzensätze – ein gebrauchter und ein neuer Walzensatz – darauf positioniert werden können.

Ein Hydraulkzylinder fährt den Wechselwagen in die gewünschte Position. Der Wechselwagen selbst ist schienengebunden und läuft auf insgesamt 12 Laufrollen. Die Rollen sind jeweils in zweireihigen Axiallagern gehalten.

Ersparnisse beim Side Shifting (Querverschiebung) in der Walzhalle:

Der Wechselwagen besteht aus einer einfachen Brücke und lässt sich wegen der 12 Laufrollen – über den vorhandenen Hydraulikzylinder – bei jedem Stützwalzenwechsel seitlich aus der Walzenwechselgrube fahren. Ein Auf- und Abnehmen durch den Hallenkran entfällt. Es wird dadurch kein Platz für die Ablage in der Walzhalle benötigt – Zeitersparnis.

Beim Wechselwagen werden Zahnstangen mit Befestigungsmaterial und Passfedern nicht mehr benötigt.

Die aufwändige Bearbeitung für die Befestigung de Zahnstangen sowie die komplette Wechselwagen-Zentrierung entfällt.

Stützwalzenwechsel

Die Stützwalzenwechselvorrichtung ist im unteren Bereich der Walzenwechselgrube angeordnet.

Die Aufgaben der Stützwalzenwechselvorrichtung sind, gebrauchte Stützwalzensätze aus dem Walzgerüst bis in die Walzenwerkstatt oder die neuen Stützwalzensätze aus der Walzenwerkstatt bis in das Walzgerüst zu transportieren.

Die beidseitig angeordneten Plattformen, auf denen die Arbeitswalzen transportiert werden, dienen auch als Fahrbahnuntersatz für den Stützwalzen-Wechselstuhl. Auf diesen Plattformen wird der Stützwalzen-Wechselstuhl zum Stützwalzen-Wechsel in das Walzgerüst mit Hilfe der Lokomotive gefahren. Die aktuell dafür eingesetzten Arbeitswalzen-Wechsellokomotive wird nicht mehr benötigt.

Ersparnisse beim Stützwalzenwechsel.

Die komplette Arbeitswalzen-Lokomotive mit all ihren Einrichtungen wird nicht mehr benötigt.

Weitere Ersparnisse:

  • – Kleinerer Hallenkran in der Walzhalle.
  • – Das Abheben und Aufsetzten der Walzensätze auf den Transportwagen zur Walzenwerkstatt durch den Walzhallenkran entfällt.
  • – Der Transportwagen mit Antrieb zwischen Walzhalle und Walzenwerkstatt wird nicht mehr benötigt.

Walzenwechsellokomotive für den Arbeitswalzen- und Stützwalzenwechsel.

Mit der Walzenwechsellokomotive werden die Arbeitswalzen- und Stützwalzensätze aus dem Walzgerüst bis in die Walzenwerkstatt befördert und/oder die neuen Walzensätze in das Walzgerüst. Die Walzenwechsellokomotive befindet sich im unteren Bereich der Walzenwechselgrube und besteht im wesentlichen aus dem Gehäuse (Wagenkörper):

  • – 4 Hydraulik-Motoren mit Getriebe und Ritzelwelle
  • – 2 Hydraulikzylinder
  • – 1 Bajonett-Verschluss für den Arbeitswalzenwechsel
  • – 1 Bajonett-Verschluss für den Stützwalzenwechsel

Hydraulische Walzenwechsel-Lokomotive

Der Stützwalzen-Wechsel, der Arbeitswalzen-Wechsel und das Einfahren von Stützwalzen-Wechselstuhl in das Walzgerüst erfolgt durch die hydraulische Walzenwechsel-Lokomotive.

Die aktuell eingesetzte Arbeitswalzen-Wechsellokomotive wird nicht mehr benötigt. Selbst bei Nutzung von Side Shifting (Querverschiebung) in der Walzhalle oder der Walzenwerkstatt transportiert diese Lokomotive die Stützwalzen- und Arbeitswalzen-Sätze bis in die Walzenwerkstatt oder wieder zurück in das Walzgerüst.

Ersparnisse:

  • – Kleinerer Hallenkran
  • – Das Abheben und Aufsetzen der Walzensätze auf den Transportwagen zur Walzenwerkstatt durch den Walzhallenkran entfällt.
  • – Der Transportwagen mit Antrieb zwischen Walzhalle und Walzenwerkstatt wird nicht mehr benötigt.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand von sehr schematischen Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:

1 im Querschnitt eine Walzhalle mit einem Walzgerüst und einer davon durch eine Wand getrennte Walzenwerkstatt;

2 im Querschnitt das Ankuppeln einer Lokomotive an die Arbeitswalzen;

3 die aus dem Walzgerüst herausgefahrenen Arbeitswalzen;

4 die Lokomotive mit einem Arbeitswalzensatz in den Endposition in der Walzenwerkstatt,

5 als Einzelheit eine Querverschiebeplattform in der Walzhalle;

6 die Querverschiebplatfform mit offener Grube;

7 in Draufsicht die Querverschiebeplattform beim Ausziehen des Arbeitswalzensatzes;

8 in Draufsicht die Querverschiebeplattform in rechter Position zum Herausziehen eines Stützwalzensatzes;

9 im Querschnitt die Walzhalle mit Walzenwechselstuhl;

10 Stützwalzen und Walzenwechselstuhl in der Walzenwerkstatt;

11 Walzenwerkstatt mit Stützkonstruktion zur Aufnahme der Arbeitswalzen;

12 wie 11, aber mit Stützwalzen;

13 in Seitenansicht, mit Blick auf die Wand, die Stützkonstruktion mit darauf angeordnetem Wechselwagen, der nach unten gerichtete Vorrichtungen zur Aufnahme der Arbeitswalzen aufweist;

14 Stützkonstruktion in Position zur Aufnahme des ausgebauten Arbeitswalzensatzes;

15 Stützkonstruktion in Position zur Abgabe eines neuen Arbeitswalzensatzes und

16 Stützkonstruktion mit Wechselwagen in der Walzenwerkstatt beim Einfahren eines Stützwalzensatzes.

In 1 ist auf der linken Seite eine Walzhalle 1 in Walzrichtung und auf der rechten Seite eine Walzenwerkstatt 2 dargestellt. Beide Bereiche sind durch eine Wand 3 getrennt. In einem Walzgerüst 4 sind eine obere und eine untere Stützwalze 5, 6 sowie eine obere und eine untere Arbeitswalze 7, 8 angeordnet. Zum Transport aus dem Walzgerüst 4 in der Walzhalle 2 in die Walzenwerkstatt 2, um beispielsweise die Walzen nachzuschleifen, wird eine Lokomotive 9 verwendet. Diese befindet sich in einer Grube 10, die die Walzhalle 1 und die Walzenwerkstatt 2 verbindet. Sämtliche Vorrichtungen wie Schienen usw. sind auf einem Fundament bzw. mehreren Fundamenten 11 aufgebaut. Die Lokomotive 9 kann somit aus einer Warteposition 12 am rechten Ende der Grube 10 zum Walzgerüst 4 hin bewegt werden. In den 1A und 1B ist im Querschnitt dargestellt, wie die Lokomotive 9 in der Grube 10 angeordnet ist. Wie ersichtlich, ist die Grube 10 in einen unteren schmalen Bereich 16 und einen oberen breiten Bereich 17 unterteilt. Der untere schmale Bereich 16 ist nur unwesentlich breiter wir die Lokomotive 9. Der obere breite Bereich 17 weist an seinen beiden Rändern 18, 19 Plattformen 20 auf. Diese sind beim Herausziehen bzw. Transport eines Arbeitswalzensatzes 7, 8 heruntergeklappt und weisen an ihrer Oberseite Führungsschienen 21 auf, auf denen der Arbeitswalzensatz 7, 8 bewegt werden kann. Die Plattformen 20 weisen einen Abstand auf, der eine an der Lokomotive 9 an der Oberseite 13 angebrachte Kuppelvorrichtung 14 ein durchfahren ermöglicht. Zum Transportieren des im Durchmesser größeren Stützwalzensatzes 5, 6 werden die Plattformen 20 hochgeklappt und somit die Durchfahrt verbreitert.

In 2 ist dargestellt, wie mittels der Kuppelvorrichtung 14 beispielsweise eine Schubstange 15 an der Lokomotive 9 befestigt wird. Auf der anderen Seite erfolgt ein ankuppeln an die untere Arbeitswalze 7. Fährt die Lokomotive 9 in der Grube 10 nach rechts, werden die untere Arbeitswalze 7 und die obere Arbeitswalze 8 aus dem Walzgerüst 4 gezogen.

In 3 ist dargestellt, wie sich der Arbeitswalzensatz 7, 8 in der Walzhalle 1 neben dem Walzgerüst 4 zum Weitertransport befindet. In einer ersten Ausführung wird die Schubstange 15 von der Lokomotive 9 und der unteren Arbeitswalze 7 gelöst und entfernt. Nun kann die Lokomotive 9 direkt mit der unteren Arbeitswalze 7 gekuppelt werden. Durch ein Verfahren de Lokomotive 9 in der Grube 10 gelangt der Arbeitswalzensatz 7, 8 in die Walzenwerkstatt 2.

Die Endposition des Arbeitswalzensatzes 7, 8 in der Walzenwerkstatt 2 ist in 4 dargestellt. Die Schubstange 15 befindet sich dabei beispielsweise in einer dafür vorgesehenen Lagerposition in der Walzhalle 1.

Der ausgebaute Arbeitswalzensatz 7, 8 wird durch einen neuen Arbeitswalzensatz ersetzt. Dies erfolgt möglichst schnell, um die Stillstandszeiten des Walzgerüstes zu minimieren. Daher ist in einer bevorzugten Ausführung vorgesehen, dass der neue Arbeitswalzensatz bereits in der Walzhalle 1 vorbereitet wird. In 5 ist eine derartige Vorrichtung dargestellt. Die auch als Side Shifting bezeichnete Vorrichtung sieht vor, dass der ausgebaute Arbeitswalzensatz 7, 8 und ein neuer Arbeitswalzensatz 22 parallel nebeneinander auf einer Querverschiebeplattform 23 angeordnet werden können. In 5A befindet sich der ausgebaute Arbeitswalzensatz 7, 8 auf der linken Seite. Die Querverschiebeplattform 23 liegt dabei auf dem rechten und linken Rand der Grube 10 auf. Zum Verschieben wird beispielsweise ein Hydraulikzylinder 24 mit Schubstange 25 verwendet. Die Querverschiebeplattform 23 wird mittel mehrerer Rollen 24 auf Schienen 26 verfahren. In 5B ist die Position der Querverschiebeplattform 23 dargestellt, in der der neue Arbeitswalzensatz 22 in das Walzgerüst 4 eingeschoben werden kann.

Um mit der Lokomotive 9 anschließend den Stützwalzensatz 5, 6 aus dem Walzgerüst 4 zu ziehen, muss die Grube 10 frei gemacht werden. Hierzu werden, wie weiter oben erläutert, die Plattformen 20 hochgestellt. Desweiteren wird die Querverschiebeplattform 23 soweit nach rechts verfahren, siehe 6A, 6B, dass der linke Rand 24 der Querverschiebeplattform 23 die Grube 10 komplett freigibt. Durch die Gestaltung der Querverschiebeplattform 23 mit mehreren Rollen 24 und einer entsprechenden Länge kann sie im Übergangsbereich nur auf einer Seite aufliegen.

7 zeigt in Draufsicht die Konstellation, in der die Querverschiebeplattform 23 die Grube 10 überdeckt. In 8 befindet sich die Querverschiebeplattform 23 in der Position, in der die Grube 10 für das Ausziehen des Stützwalzensatzes 5, 6 frei gemacht ist. Hierzu müssen die Plattformen 20 mit den Schienen noch hochgestellt werden.

In 9 ist dargestellt, wie ein Walzenwechselstuhl 25 mittels der Lokomotive 9 und der Schubstange 15 zwischen die untere Stützwalze 5 und die obere Stützwalze 6 geschoben wird. Nachdem der Walzenwechselstuhl 25 zwischen die Stützwalzen 5, 6 angeordnet ist, wird diese komplette Einheit mittels der Lokomotive aus dem Walzgerüst 4 gezogen. Bei einem Zwischenstopp wird die Schubstange 15 ausgebaut. Anschließend erfolgt eine direkte Ankupplung der Lokomotive 9 an die untere Stützwalze 5. Die Lokomotive 9 zieht die komplette Einheit in die Walzenwerkstatt 2, wie in 10 zu sehen. Dabei sind die Plattformen 20 entlang dem rechten und dem linken Rand der Grube 10 hochgeklappt, um einen Freiraum für die oben erwähnte Einheit aus Stützwalzen 5, 6 und Walzenwechselstuhl 25 sowie Lokomotive 9 zu haben.

In 11 ist eine Ausbildung dargestellt, bei der die Arbeitswalzen 7, 8 direkt in die Walzenwerkstatt 2 gezogen werden. Die Plattformen 20 sind nach unten geklappt, um ein Überfahren zu ermöglichen. In der Walzenwerkstatt 2 befindet sich eine Stützkonstruktion 26, die das Handling bei der Bearbeitung der einzelnen Arbeits- und Stützwalzen vereinfacht. Wie ersichtlich, werden dazu die Arbeitswalzen 7, 8 in die Stützkonstruktion 26 verfahren.

12 zeigt die gleiche Ansicht, aber mit Stützwalzen 5, 6.

Die Stützkonstruktion 26 ist in 13 genauer dargestellt. Die Stützkonstruktion 26 besteht aus einem linken Teil 27 und einem rechten Teil 28. An der Oberseite 29 sind Schienen 30 angeordnet, auf denen ein Wechselwagen 31 aufliegt. Der Wechselwagen 31 weist an seiner Unterseite Vorrichtungen 32 zur Aufnahme der Arbeitswalzen 7, 8 auf. Der Wechselwagen 31 mit den Vorrichtungen 32 wird mittels eines Hydraulikzylinders 33 und einer Schubstange 34 seitlich verfahren.

In einer ersten Position wird, wie in 14 dargestellt, ein gebrauchter Arbeitswalzensatz 7, 8 in den Vorrichtungen 32 aufgenommen und angehoben, d.h. von der Lokomotive 9 angekuppelt. Dabei liegt der Wechselwagen 31 auf dem linken Teil 27 und dem rechten Teil 28 der Stützkonstruktion 26 auf.

Anschließend wird ein überarbeiteter/neuer Arbeitswalzansatz 35, 36, der sich bereits in der Vorrichtung 32 befindet, nach links verschoben und gelangt so in Flucht mit der Lokomotive 9, wird auf die Plattformen 20 mit den Schienen abgesenkt und in das Walzgerüst 4 (nicht dargestellt) geschoben, wie in 15 zu sehen. Die Stützkonstruktion 26 mit dem Wechselwagen 31 und den daran befindlichen Vorrichtungen 32 zur Aufnahme der Arbeitswalzen ermöglicht es, auf einen Hallenkran zu verzichten.

Dieser wird wiederum bei der Handhabung der Stützwalzen, wie in 16 zu sehen, benötigt. Um die Stützwalzen in die Walzenwerkstatt 2 zu verbringen, wird der Wechselwagen 31 mit den Vorrichtungen 32 derart nach recht verfahren, dass eine Lücke 33 zwischen dem linken Teil 27 und dem rechten Teil 28 der Stützkonstruktion 26 entsteht. In diese Lücke 33 kann der Stützwalzensatz mittels der Lokomotive gezogen werden. Durch eine spezielle Ausgestaltung des Wechselwagens 31 mit mehreren Rollen 36 und einer entsprechenden Länge kann die Lücke 33 freigegeben werden.

Neuer kompletter AW- und StW-Wechsel mit nur einer Lokomotive und mit Side Shifting (Querverschiebung) in der Walzhalle oder in der Walzenwerkstatt

  • 1. Arbeitswalzenwechselvorrichtung mit aufklappbaren Plattformen und Side Shifting (Querverschiebung) in der Walzhalle

    Zeichnung Nr. 20808700, 17.117.5
  • 2. Side Shifting (Querverschiebung) in der Walzhalle für Arbeitswalzenwechselvorrichtung

    Zeichnung Nr. 20808701, 18.118.5
  • 3. Eine Lokomotive für den gesamten Walzenwechsel (AW- und StW-Wechsel) mit Side Shifting (Querverschiebung) in der Walzhalle oder in der Walzenwerkstatt

    Zeichnung Nr. 20808702, 19.119.6
  • 4. Side Shifting (Querverschiebung) in der Walzenwerkstatt für Arbeitswalzenwechselvorrichtung

    Zeichnung Nr. 20808703, 20.120.6
  • 5. Arbeitswalzenwechselvorrichtung mit aufklappbaren Plattformen und Side Shifting (Querverschiebung) in Walzenwerkstatt

    Zeichnung Nr. 20808704, 21.121.6

1
Walzhalle
2
Walzenwerkstatt
3
Wand
4
Walzgerüst
5
untere Stützwalze
6
obere Stützwalze
7
untere Arbeitswalze
8
obere Arbeitswalze
9
Lokomotive
10
Grube
11
Fundament
12
Warteposition
13
Oberseite
14
Kuppelvorrichtung
15
Schubstange
16
schmaler Bereich
17
breiter Bereich
18
Rand
19
Rand
20
Plattform
21
Führungsschiene
22
Arbeitswalzensatz
23
Querverschiebeplattform
24
Rollen
25
Walzenwechselstuhl
26
Stützkonstruktion
27
linker Teil
28
rechter Teil
29
Oberseite
30
Schienen
31
Wechselwagen
32
Vorrichtung
33
Lücke
34
Schubstange
35
Arbeitswalzensatz
36
Rolle


Anspruch[de]
Verfahren zum Wechseln von Walzen, insbesondere von Arbeitswalzen und/oder Zwischenwalzen in einem Walzgerüst, wie Vorgerüst oder Fertiggerüst zum Walzen von Grobblech, die jeweils Stütz- und Arbeitswalzensätze aufweisen, durch Aufeinanderstützen und anschließendem Ausfahren in Achsrichtung der Walzen auf der Bedienseite der Walzgerüste, in eine Walzenwerkstatt und Zurückfahren und Einbauen neuer Walzensätze, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitswalzensätze oder die Stützwalzensätze oder die Arbeits- und Stützwalzensätze mittels einer einzigen Lokomotive aus dem Walzgerüst ausgefahren bzw. in das Walzgerüst eingefahren werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lokomotive mit den Arbeitswalzen oder den Stützwalzen oder den Arbeits- und Stützwalzen bis in die Walzenwerkstatt verfahren wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lokomotive direkt oder indirekt mittels eine Schubstange mit den Arbeits- und/oder Stützwalzen gekoppelt ist. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitswalzen in der Walzenswerkstatt in eine Stützkonstruktion mit darauf verfahrbarem Wechselwagen eingefahren werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Wechselwagen mindestens eine Vorrichtung zum Aufnahme und zum Anheben eines Arbeitwalzensatzes vorhanden ist. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Wechselwagen nur auf einem rechten Teil der Stützkonstruktion aufliegt und eine Lücke für das Einfahren eines Stützwalzensatzes lässt. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die in der Walzhalle eine Querverschiebeplattform vorgesehen ist, die zum Ausfahren eines Arbeitswalzensatzes eine Grube abdeckt und zum Ausfahren eines Stützwalzensatzes die Grube freigibt. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beim Herausfahren eines Arbeitswalzensatzes aus dem Walzgerüst die Plattformen mit den daran befestigten Führungsschienen abgeklappt werden um darauf den Arbeitswalzensatz zu verfahren und bei dem die Plattformen hochgeklappt sind beim Herausfahren des Stützwalzensatzes. Einrichtung zum Wechseln von Walzen, insbesondere von Arbeitswalzen und/oder Zwischenwalzen in einem Walzgerüst, wie Vorgerüst oder Fertiggerüst zum Walzen von Grobblech, die jeweils Stütz- und Arbeitswalzensätze aufweisen, durch Aufeinanderstützen und anschließendem Ausfahren in Achsrichtung der Walzen auf der Bedienseite der Walzgerüste, in eine Walzenwerkstatt und Zurückfahren und Einbauen neuer Walzensätze. dadurch gekennzeichnet, dass eine Lokomotive mit einer Kupplung/einer Auflagefläche zum Ankuppeln eines Arbeitswalzensatzes und mit einer Kupplung/einer Auflagefläche zum Ankuppeln eines Stützwalzensatzes ausgebildet ist. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplung als Bajonett-Verschluss ausgebildet ist. Einrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Lokomotive mit Hydraulik-Motoren, Getriebe und Ritzelwelle ausgebildet ist.






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