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Dokumentenidentifikation DE202007012461U1 10.01.2008
Titel Möbelfrontplatte
Anmelder Hummelt Wohnconzepte GmbH & Co. KG, 59302 Oelde, DE
Vertreter Eikel & Partner GbR, 32760 Detmold
DE-Aktenzeichen 202007012461
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 10.01.2008
Registration date 06.12.2007
Application date from patent application 06.09.2007
IPC-Hauptklasse A47B 96/20(2006.01)A, F, I, 20070906, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A47B 95/00(2006.01)A, L, I, 20070906, B, H, DE   A47B 95/04(2006.01)A, L, I, 20070906, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine mit einer Beschichtung versehe Möbelfrontplatte.

Insbesondere mit Klebefolien, Thermofolien oder anderen Kunststoffbelägen beschichtete Möbelfrontplatten sind in vielfältigen Ausführungsformen bekannt und bewährt. Durch die Beschichtung kann insbesondere auch ein Holzersatzwerkstoff wie eine Faserplatte mit unterschiedlichsten Holz- und Unidekoren versehen werden, die bei qualitätsmäßig hoher Ausstattung kaum von Echtholz unterscheidbar sind. Damit können Möbelfronten gleicher Art mit unterschiedlichsten Dekoren preiswert und schnell auf den Markt reagierend hergestellt werden.

Derartige Möbelfrontplatten finden heutzutage vielfältig in Regalwänden, Sideboards, Schränken oder dergleichen Verwendung, die im Gegensatz zu bekannten, früher favorisierten Stollenwänden, die eine klare, vertikale Gliederung zeigten, nahezu beliebige Kombinationsmöglichkeiten aufweisen.

Bei derartigen Möbellandschaften steht bei modernen Designs eine horizontale Gliederung sehr stark im Vordergrund, die durch eine Überdeckung vergleichsweise breiter Gefache, die Verwendung abgesetzter, einzelner breiter Borde oder dergleichen erreicht wird. Neben solchen Ordnungskonzepten durch ein Arrangement der einzelnen Möbelelemente kann eine horizontale Gliederung durch bspw. eine farbliche Gestaltung der Frontseiten erfolgen, durch die Verwendung von Glastüren auf einer Höhe oder dergleichen mehr.

Insbesondere für großflächige Frontplatten wie Türen, Klappen oder dergleichen fehlen jedoch derartige Möglichkeiten bzw. können nur begrenzt zum Einsatz kommen. Von daher stellt sich die Erfindung die Aufgabe, einem Designer die Möglichkeit gestalterischer Mittel an die Hand zu geben, die in einfacher Weise und durch vielfältige Formen eine horizontale Gliederung einer Möbelfrontplatte und durchlaufend damit einer Möbelwand ermöglichen.

Gelöst wird diese technische Problematik gemäß des Anspruchs 1 bei einer mit einer Beschichtung versehen Möbelfrontplatte durch die Maßnahmen, dass in die Frontseite eine von der Beschichtung bedeckte, horizontal sich erstreckende Nut eingelassen ist für eine Aufnahme eines Keders.

Bereits ohne Keder, einer als Applikation einzusetzenden Zierleiste, ist bereits durch die von der Folie bedeckten Nut selbst dem Designer ein Stilelement an die Hand gegeben, durch das eine horizontale Gliederung sehr stark betont werden kann. Von Vorteil ist hierbei die Überdeckung der in die Frontseite eingelassenen Nut durch die Beschichtung, bspw. eine tiefgezogene Thermofolie, so dass der Eindruck erweckt wird, dass die Nut in eine Möbelfrontplatte aus einem Massivholz eingearbeitet ist.

Bei gleicher Art von Möbelfrontplatten können durch das Einbringen von Kedern unterschiedlichster Art jedoch optisch stark differierende Eindrücke hervorgerufen werden, als wenn hier kein Systemmöbel, sondern individuelle Anfertigungen vorlägen.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Nutgrund ausgerundet ist, insbesondere auch einen Halbkreis beschreibt. Es kann dann die Nut beispielsweise mittels eines abgerundeten Fingerfräsers eingebracht werden, was ein sehr sauberes Herausarbeiten der Nut auch beispielsweise in Faserplatten oder dergleichen erlaubt und damit eine gleichmäßige Überdeckung der glatten Nutwände durch die Beschichtung ermöglicht.

Insbesondere kann eine Folienfront tiefgezogen mit einer Thermofolienüberdeckung auch ausgebildet werden.

In konstruktiver Ausgestaltung der Möbelfrontplatte nach der Erfindung ist vorgesehen, dass die maximale Tiefe der Nut mehr als die Hälfte der Materialstärke der Möbelfrontplatte beträgt. Ein sicherer Halt des eingebrachten Keders durch Einkleben oder Schrauben, jedoch auch durch einfachen Presssitz, ist somit sichergestellt. Andererseits sollte die maximale Tiefe der Nut unter der Frontseite der Möbelfrontplatte geringer Bemessen sein als zwei Drittel der Materialstärke der Möbelfrontplatte, um sicherzustellen, dass die Stabilität der Möbelfrontplatte ausreichend bemessen verbleibt, insbesondere dann, wenn der Keder durch bspw. einen Presssitz nicht als tragendes Element herangezogen wird.

Für den Keder als Designobjekt sind vielfältige Ausführungsformen möglich. So kann vorgesehen sein, dass der Keder die Nutbreite nicht überspringt, was aufgrund der Überdeckung der Nut mit der Beschichtung problemlos möglich ist, da der vorzugsweise abgerundete Nutansatz dann regelmäßig sichtbar verbleibt. Insbesondere kann dadurch die Höhe des Keders auch geringer bemessen sein als die Tiefe der Nut, da auch dann die sichtbar verbleibenden Wände der Nut aufgrund der Beschichtung den Eindruck einer Nut in bspw. einem Massivholz vermitteln. Eine ansprechende Optik ist hierdurch gewährleistet.

Eine andere Anmutung ergibt sich dann, wenn der Keder in einem Querschnitt T-förmig ausgebildet und in die Nut eingebracht auf der Frontseite abschnittsweise aufsitzt. Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten eines solchen, der Frontseite dann in jedem Fall vorstehenden Keders sind auf diese Weise möglich.

Allerdings sollte die Breite des Keders zwischen 5 mm und 20 mm betragen, unabhängig von der Nutbreite, da hier lediglich eine Betonung der Querfuge bzw. der durch den Keder ausgebildeten Querleiste erfolgen soll.

Die Ausbildung des Keders wird im wesentlichen durch die beabsichtigte stilistische Wirkung vorgegeben sein und es kann dementsprechend der Keder aus Glas, Metall, Kunststoff, Holz oder einer daraus bestehenden Kombination gefertigt sein.

Die Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert, in der schematisch lediglich ein Ausführungsbeispiel dargestellt ist. In der Zeichnung zeigt:

1: eine Frontansicht einer erfindungsgemäßen Möbelfrontplatte,

2: einen Schnitt gemäß der Linie II, II in 1 und

3: einen Schnitt gemäß der Linie III, III in 1.

Die in 1 in einer Frontansicht dargestellte Möbelfrontplatte 1, beispielsweise für eine Türe, eine Klappe oder dergleichen, ist an sich bekannter Weise mit einer Beschichtung 2 versehen, in den Schnitten gemäß den 2 und 3 nicht maßstabsgerecht angedeutet.

Durch eine derartige Beschichtung 2, beispielsweise durch das Aufbringen einer Thermofolie, kann die Möbelfrontplatte 1 unterschiedlichste Dekore aufweisen, beispielsweise täuschend echte Holzdekore, aber auch unifarbene oder farblich abgesetzte Dekore.

Mittig der Möbelfrontplatte 1 ist eine Nut 3 horizontal in die Frontseite 4 eingebracht, die von der Beschichtung 2 bedeckt ist, vergleiche 2.

Bei dem Ausführungsbeispiel ist der Nutgrund 5 gemäß 2 ausgerundet, einen Halbkreis beschreibend, und ist auch der Nutansatz 6, 7 abgerundet und kann aufgrund der durchgängigen Beschichtung 2 problemlos sichtbar verbleiben.

2 zeigt ferner auf, dass die maximale Tiefe 8 der Nut 3 mehr als die Hälfte der Materialstärke der Möbelfrontplatte 1 beträgt, jedoch weniger als zwei Drittel der Materialstärke derselben, die typischerweise bei dem Ausführungsbeispiel 19 mm etwa aufweist bei einer Tiefe 8 der Nut 3 von ca. 10 mm bis 11 mm.

Die Nut 3 dient der Aufnahme eines Keders 9, bei dem Ausführungsbeispiel in Form eines runden Halbstabes, der lediglich den Nutgrund 5 etwa ausfüllt.

Ist bei dem Ausführungsbeispiel die Höhe des Keders 9 geringer bemessen als die Tiefe 8 der Nut 3, so kann doch alternativ die Höhe des Keders auch so ausgebildet sein, dass er der Frontseite 4 der Frontplatte 1 vorsteht. Dabei wird durch die sichtbaren, abgerundeten Nutansätze 6, 7 ein ansehnlicher Übergang zu einem Keder ausgebildet. Ferner kann auch daran gedacht sein, dass der Keder T-förmig ausgebildet in die Nut 3 eingebracht auf der Frontseite 7 zumindest abschnittsweise auch aufsitzt, die Nutansätze 6, 7 überdeckend.

Die Befestigung des Keders 9 in der Nut 3 ist wenig kritisch. Verkleben, Verschrauben, Verstiften oder dergleichen Möglichkeiten für eine Befestigung sind abhängig u.a. auch von der Ausbildung des Keders 9 selbst, wenn dieser aus Glas, Metall, insbesondere einem Aluminium, einem Kunststoff, Holz oder einer daraus bestehenden Kombination gefertigt ist.

Ferner kann bei der Befestigung auch an eine solche gedacht sein, die einen Austausch des Keders 9 zu einem späteren Zeitpunkt als nach einer werkseitigen Fertigstellung der Möbelfrontplatte 1 mit einem Keder 9 nach der Erfindung erlaubt.

Für eine horizontale Gliederung sollte die Breite des Keders 9 nicht allzu groß bemessen sein. Bei dem Ausführungsbeispiel liegt die Breite des Keders bei ca. 13 mm, entsprechend der Nutbreite. Die Breite sollte jedoch nicht unter 5 mm und nicht über 20 mm betragen, um den optischen Eindruck der horizontalen Gliederung aufrecht zu erhalten.

1
Möbelfrontplatte
2
Beschichtung
3
Nut
4
Frontseite
5
Nutgrund
6
Nutansatz
7
Nutansatz
8
Tiefe
9
Keder


Anspruch[de]
Mit einer Beschichtung versehene Möbelfrontplatte, dadurch gekennzeichnet, dass in die Frontseite (4) eine von der Beschichtung (2) bedeckte, horizontal sich erstreckende Nut (3) eingelassen ist für eine Aufnahme eines Keders (9). Möbelfrontplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nutgrund (5) ausgerundet ist. Möbelfront nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Nutgrund (5) einen Halbkreis beschreibt. Möbelfront nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die maximale Tiefe (8) der Nut (3) mehr als die Hälfte der Materialstärke der Möbelfrontplatte (1) beträgt. Möbelfrontplatte nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die maximale Tiefe (8) der Nut (3) geringer bemessen ist als zweidrittel der Materialstärke der Möbelfrontplatte (1). Möbelfrontplatte nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Nutansatz (6, 7) abgerundet ist. Möbelfront nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Keder (9) die Nutbreite nicht überragt. Möbelfront nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Keders (9) geringer bemessen ist als die Tiefe (8) der Nut (3). Möbelfront nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Keder in einem Querschnitt T-förmig ausgebildet und in die Nut eingebracht auf der Frontseite abschnittsweise aufsitzt. Möbelfront nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Keder austauschbar in die Nut eingebracht ist. Möbelfront nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, die Breite des Keders (9) zwischen 5 mm und 20 mm beträgt. Möbelfront nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Keder aus Glas, Metall, Kunststoff, Holz oder einer daraus bestehenden Kombination gefertigt ist.






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